Rechtssatz für 14Os8/96 (14Os12/96) 11O...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0087895

Geschäftszahl

14Os8/96 (14Os12/96); 11Os124/02; 11Os2/04 (11Os6/04); 12Os19/06w; 13Os56/06y; 14Os127/07v; 14Os57/09b; 15Os147/11y; 12Os148/12z; 14Os33/13d; 15Os3/14a; 12Os17/16s; 12Os130/17k

Entscheidungsdatum

14.12.2017

Norm

SGG §12 Abs1 IC
SMG §28 Abs1 A
  1. SMG § 28 heute
  2. SMG § 28 gültig ab 01.01.2016 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 144/2015
  3. SMG § 28 gültig von 01.01.2008 bis 31.12.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 110/2007
  4. SMG § 28 gültig von 01.10.2002 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 134/2002
  5. SMG § 28 gültig von 01.06.2001 bis 30.09.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2001
  6. SMG § 28 gültig von 01.01.1998 bis 31.05.2001

Rechtssatz

Der Höchstwert an Wirkstoff (THC) in Marihuana beträgt acht Prozent woraus eine Grenzmenge von zweihundertfünfzig Gramm resultiert; geringere Konzentrationen können bis zu 0,25 Prozent herabreichen, wobei in diesem Fall die Rohstoffmenge, aus der zwanzig Gramm THC gewonnen werden können, erst mit achttausend Gramm erreicht wird.

Entscheidungstexte

  • 14 Os 8/96
    Entscheidungstext OGH 30.01.1996 14 Os 8/96
  • 11 Os 124/02
    Entscheidungstext OGH 11.02.2003 11 Os 124/02
    Vgl auch
  • 11 Os 2/04
    Entscheidungstext OGH 10.02.2004 11 Os 2/04
    Vgl auch
  • 12 Os 19/06w
    Entscheidungstext OGH 20.04.2006 12 Os 19/06w
    Vgl; Beisatz: Bei Cannabisharz ist ein durchschnittlicher THC-Gehalt von rund 4 % ohne weiteres als gerichtsnotorisch anzusehen. (T1)
  • 13 Os 56/06y
    Entscheidungstext OGH 12.07.2006 13 Os 56/06y
    Vgl; Beisatz: Cannabisprodukte weisen gerichtsnotorisch je nach Erscheinungsform (Harz oder Kraut) einen THC-Gehalt zwischen 0,25 und 12 % auf. (T2)
  • 14 Os 127/07v
    Entscheidungstext OGH 15.01.2008 14 Os 127/07v
    Vgl auch; Beis wie T1
  • 14 Os 57/09b
    Entscheidungstext OGH 21.07.2009 14 Os 57/09b
    Beisatz: Bei Cannabiskraut gerichtsnotorischer THC-Gehalt von 0,25 % bis 8 %. (T3)
  • 15 Os 147/11y
    Entscheidungstext OGH 25.01.2012 15 Os 147/11y
    Auch; Auch Beis wie T1; Auch Beis wie T2; Auch Beis wie T3; Beisatz: Canabis enthält jedenfalls auch THC. (T4)
  • 12 Os 148/12z
    Entscheidungstext OGH 13.12.2012 12 Os 148/12z
    Auch
  • 14 Os 33/13d
    Entscheidungstext OGH 09.04.2013 14 Os 33/13d
    Vgl; Beisatz: Die Wirkstoffkonzentration liegt nach allgemeiner Gerichtserfahrung bei Cannabiskraut (Delta -9-THC) ohne nähere Qualitätsabstufung im Bereich von 0,25 % bis 8 % und durchschnittlich ohne Weiteres bei 4 %. (T5)
  • 15 Os 3/14a
    Entscheidungstext OGH 23.04.2014 15 Os 3/14a
    Vgl; Beis wie T3; Beis wie T5
  • 12 Os 17/16s
    Entscheidungstext OGH 03.03.2016 12 Os 17/16s
    Auch; Beis wie T4
  • 12 Os 130/17k
    Entscheidungstext OGH 14.12.2017 12 Os 130/17k
    Vgl; Beis wie T3; Beis wie T5

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1996:RS0087895

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

01.02.2018

Dokumentnummer

JJR_19960130_OGH0002_0140OS00008_9600000_001

Rechtssatz für 11Os137/98; 13Os60/04; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0111350

Geschäftszahl

11Os137/98; 13Os60/04; 12Os105/05s; 13Os41/06p; 15Os96/06s; 12Os48/07m; 15Os83/07f; 15Os70/07v; 11Os152/07y; 12Os150/07m; 13Os144/08p; 14Os131/08h; 12Os83/08k (12Os107/08i); 11Os141/09h; 11Os102/09y; 14Os2/10s (14Os14/10f); 11Os62/10t; 14Os133/11g; 12Os143/11p (12Os144/11k; 12Os145/11g); 15Os150/11i; 15Os147/11y; 14Os42/12a; 11Os62/12w; 15Os17/12g; 12Os148/12z; 14Os33/13d; 15os22/13v (15Os23/13s); 13Os60/13t; 15Os3/14a; 15Os7/14i; 15Os105/14a; 12Os87/15h; 13Os117/15b; 12Os17/16s; 12Os130/17k; 12Os78/18i; 12Os20/23t; 15Os73/23h; 15Os93/23z; 13Os111/25k

Entscheidungsdatum

15.10.2025

Norm

SGMV §1
SMG §28 Abs6 A
SMG §28a Abs4 Z3
  1. SMG § 28 heute
  2. SMG § 28 gültig ab 01.01.2016 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 144/2015
  3. SMG § 28 gültig von 01.01.2008 bis 31.12.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 110/2007
  4. SMG § 28 gültig von 01.10.2002 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 134/2002
  5. SMG § 28 gültig von 01.06.2001 bis 30.09.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2001
  6. SMG § 28 gültig von 01.01.1998 bis 31.05.2001
  1. SMG § 28a heute
  2. SMG § 28a gültig ab 01.01.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 110/2007

Rechtssatz

Im Hinblick auf den notorisch häufigen Vertrieb "gestreckten" Suchtgifts sind Konstatierungen über den Reinheitsgehalt zur Beurteilung des Vorliegens einer "großen Menge" - deren Untergrenze nach Paragraph 28, Absatz 6, SMG in Verbindung mit Paragraph eins, der Suchtgift-Grenzmengenverordnung/Anhang römisch eins bei Heroin mit 5 Gramm und bei Kokain mit 15 Gramm Reinsubstanz festgesetzt wurde - unerlässlich.

Entscheidungstexte

  • 11 Os 137/98
    Entscheidungstext OGH 15.12.1998 11 Os 137/98
  • 13 Os 60/04
    Entscheidungstext OGH 16.06.2004 13 Os 60/04
    Vgl auch
  • 12 Os 105/05s
    Entscheidungstext OGH 17.11.2005 12 Os 105/05s
    Ähnlich; Beisatz: Ausgehend von einem (gerichtsnotorischen) THC-Gehalt der Droge Marihuana von 0,25% bis 8% kann nämlich aufgrund fehlender Feststellungen zum Wirkstoffgehalt nicht beurteilt werden, ob die Grenzmenge (§ 28 Abs 6 SMG) in concreto erreicht ist. (T1)
  • 13 Os 41/06p
    Entscheidungstext OGH 14.06.2006 13 Os 41/06p
    Auch; Beisatz: Hier: Die bloße Nennung der Menge im Urteilsspruch unter Hinzufügung der Bezeichnung „große Menge" ohne jegliche Feststellung über die Beschaffenheit dieses Suchtmittels erlaubt keine verlässliche Beurteilung, ob durch die vom Schuldspruch erfasste Weitergabe tatsächlich eine große Menge im Sinn des § 28 Abs 6 SMG in Verbindung mit § 1 der SuchtgiftgrenzmengenVO (BGBl II 1997/377 idgF), die bei 20g THC liegt, in Verkehr gesetzt wurde. (T2)
  • 15 Os 96/06s
    Entscheidungstext OGH 05.10.2006 15 Os 96/06s
    Auch; nur: Feststellungen über den Reinheitsgehalt sind zur Beurteilung des Vorliegens einer großen Menge unerlässlich. (T3)
  • 12 Os 48/07m
    Entscheidungstext OGH 31.05.2007 12 Os 48/07m
    Auch; nur T3
  • 15 Os 83/07f
    Entscheidungstext OGH 08.08.2007 15 Os 83/07f
    Beis wie T2 nur: Die bloße Nennung der Menge im Urteilsspruch unter Hinzufügung der Bezeichnung „große Menge" ohne jegliche Feststellung über die Beschaffenheit dieses Suchtmittels erlaubt keine verlässliche Beurteilung, ob durch die vom Schuldspruch erfasste Weitergabe tatsächlich eine große Menge im Sinn des § 28 Abs 6 SMG in Verkehr gesetzt wurde. (T4)
  • 15 Os 70/07v
    Entscheidungstext OGH 04.10.2007 15 Os 70/07v
    Auch; Beis ähnlich wie T2; nur T3
  • 11 Os 152/07y
    Entscheidungstext OGH 29.01.2008 11 Os 152/07y
    Auch; Beis ähnlich wie T4
  • 12 Os 150/07m
    Entscheidungstext OGH 13.12.2007 12 Os 150/07m
  • 13 Os 144/08p
    Entscheidungstext OGH 05.11.2008 13 Os 144/08p
    Auch
  • 14 Os 131/08h
    Entscheidungstext OGH 16.12.2008 14 Os 131/08h
    Vgl; nur T3; Beisatz: Die Feststellung der Bruttomengen des laut Schuldspruchtatverfangenen Suchtgifts mit dem Beifügen, dass der Angeklagte durch das wiederkehrende Inverkehrsetzen verschiedener Suchtgifte insgesamt mehr als die Grenzmenge der verschiedenen Wirkstoffe anderen überlassen wollte, reicht nicht. (T5)
  • 12 Os 83/08k
    Entscheidungstext OGH 22.08.2008 12 Os 83/08k
    Beisatz: Über den Reinheitsgehalt zur Beurteilung des Vorliegens einer die Grenzmenge übersteigenden Menge (deren Untergrenze nach § 28b iVm Anhang 1 der Suchtgift-Grenzmengenverordnung BGBl II 1997/377 idF BGBl II 2006/228 bei Heroin mit 3 Gramm Reinsubstanz festgesetzt wurde) sind für die Subsumtion unter den Tatbestand des § 28a SMG (bzw bei mehrfacher Überschreitung der Grenzmenge: unter die Tatbestände) unerlässlich. (T6)
    Beisatz: Die im Urteilsspruch angegebene Nettomenge Heroin vermag fehlende Feststellungen nicht zu ersetzen. (T7)
  • 11 Os 141/09h
    Entscheidungstext OGH 22.09.2009 11 Os 141/09h
    Vgl auch; Beisatz: Fehlen dem angefochtenen Urteil Tatsachenfeststellungen zu den Reinsubstanzen der tatverfangenen Suchtgifte völlig, so leidet die Subsumtion an einem Rechtsfehler mangels Feststellungen. (T8)
  • 11 Os 102/09y
    Entscheidungstext OGH 08.09.2009 11 Os 102/09y
    Auch; Beisatz: Hier: § 28a Abs 4 Z 3 SMG. (T9)
  • 14 Os 2/10s
    Entscheidungstext OGH 02.03.2010 14 Os 2/10s
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Die Nennung der Bruttomengen mit dem Beifügen, es handle sich hiebei um eine „die Grenzmenge jedenfalls 25-fach übersteigende“ oder „mehrfach überschreitende“ Quantität reicht zur Beurteilung einer tatverfangenen Suchtgiftmenge als groß (§ 28b SMG) oder übergroß (§ 28a Abs 4 Z 3 SMG) nicht aus. (T10)
  • 11 Os 62/10t
    Entscheidungstext OGH 22.06.2010 11 Os 62/10t
    Auch
  • 14 Os 133/11g
    Entscheidungstext OGH 08.11.2011 14 Os 133/11g
    Vgl auch; Beis auch wie T6
  • 12 Os 143/11p
    Entscheidungstext OGH 18.10.2011 12 Os 143/11p
    Vgl auch; Beisatz: Aufgrund fehlender Feststellungen zum Wirkstoffgehalt kann nicht beurteilt werden, ob die vom Schuldspruch erfasste Weitergabe tatsächlich eine die Grenzmenge der § 28b SMG übersteigende Menge von 20 Gramm reinem THC betraf. (T11)
  • 15 Os 150/11i
    Entscheidungstext OGH 20.12.2011 15 Os 150/11i
    Vgl auch; Beis wie T8
  • 15 Os 147/11y
    Entscheidungstext OGH 25.01.2012 15 Os 147/11y
    Beis ähnlich wie T1 ähnlich nur: (gerichtsnotorischen) THC-Gehalt der Droge Marihuana von 0,25 % bis 8 %. (T12)
    Beisatz: Canabis enthält jedenfalls auch THC. (T13)
  • 14 Os 42/12a
    Entscheidungstext OGH 15.05.2012 14 Os 42/12a
    Vgl; Beis wie T10
  • 11 Os 62/12w
    Entscheidungstext OGH 06.06.2012 11 Os 62/12w
    Auch
  • 15 Os 17/12g
    Entscheidungstext OGH 28.03.2012 15 Os 17/12g
    Vgl auch; Ähnlich Beis wie T2
  • 12 Os 148/12z
    Entscheidungstext OGH 13.12.2012 12 Os 148/12z
    Vgl auch
  • 14 Os 33/13d
    Entscheidungstext OGH 09.04.2013 14 Os 33/13d
    Vgl; Beisatz: Die Wirkstoffkonzentration liegt nach allgemeiner Gerichtserfahrung bei Cannabiskraut (Delta -9-THC) ohne nähere Qualitätsabstufung im Bereich von 0,25 % bis 8 % und durchschnittlich ohne Weiteres bei 4 %. (T14)
  • 15 Os 22/13v
    Entscheidungstext OGH 26.06.2013 15 Os 22/13v
    Auch; Beis ähnlich wie T10
  • 13 Os 60/13t
    Entscheidungstext OGH 02.07.2013 13 Os 60/13t
    Vgl auch
  • 15 Os 3/14a
    Entscheidungstext OGH 23.04.2014 15 Os 3/14a
    Vgl; Beis wie T1; Beis wie T12; Beis wie T14
  • 15 Os 7/14i
    Entscheidungstext OGH 23.04.2014 15 Os 7/14i
    Auch
  • 15 Os 105/14a
    Entscheidungstext OGH 01.10.2014 15 Os 105/14a
    Vgl; Beisatz: Die Qualifikation nach § 22a Abs 5 zweiter Fall ADBG 2007 setzt die (bereits nach § 22a Abs 4 leg cit qualifizierte) Tatbegehung in Bezug auf Anabolika, Hormone oder verwandte Verbindungen, Hormon-Antagonisten oder Modulatoren in einer die Grenzmenge (Abs 7 leg cit) übersteigenden Menge voraus, weshalb Feststellungen zu Menge und Reinsubstanzgehalt der verbotenen Wirkstoffe, der zur Beurteilung des Vorliegens einer die Grenzmenge (§ 22a Abs 7 ADBG 2007 iVm der Anti-Doping-Grenzmengenverordnung [ADGMV]) übersteigenden Menge erforderlich ist, unerlässlich sind. (T15)
  • 12 Os 87/15h
    Entscheidungstext OGH 24.07.2015 12 Os 87/15h
    Vgl
  • 13 Os 117/15b
    Entscheidungstext OGH 18.12.2015 13 Os 117/15b
    Auch
  • 12 Os 17/16s
    Entscheidungstext OGH 03.03.2016 12 Os 17/16s
    Auch; Beis ähnlich wie T11
  • 12 Os 130/17k
    Entscheidungstext OGH 14.12.2017 12 Os 130/17k
    Vgl; Beis wie T12; Beis wie T14
  • 12 Os 78/18i
    Entscheidungstext OGH 23.08.2018 12 Os 78/18i
    Auch
  • 12 Os 20/23t
    Entscheidungstext OGH 06.03.2023 12 Os 20/23t
    vgl
  • 15 Os 73/23h
    Entscheidungstext OGH 05.07.2023 15 Os 73/23h
    vgl; Beisatz: Das gilt auch dann, wenn ein Oberlandesgericht im Rahmen einer Beschwerdeentscheidung (§ 87 Abs 1 StPO) die Untersuchungshaft fortsetzt. (T16)
  • 15 Os 93/23z
    Entscheidungstext OGH 04.10.2023 15 Os 93/23z
    vgl; Beisatz wie T15
  • 13 Os 111/25k
    Entscheidungstext OGH 15.10.2025 13 Os 111/25k
    vgl

Schlagworte

fünf Gramm, fünfzehn Gramm

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1998:RS0111350

Im RIS seit

14.01.1999

Zuletzt aktualisiert am

20.11.2025

Dokumentnummer

JJR_19981215_OGH0002_0110OS00137_9800000_001

Rechtssatz für 15Os138/01; 13Os169/01; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0115884

Geschäftszahl

15Os138/01; 13Os169/01; 13Os131/02; 12Os3/03; 15Os82/03; 15Os134/03; 15Os154/03; 12Os105/04; 14Os28/05g; 12Os105/05s; 12Os146/05w; 13Os41/06p; 13Os18/07g; 15Os113/07t; 13Os42/08p; 12Os41/08h; 13Os144/08p; 15Os133/08k; 14Os169/08x; 14Os131/08h; 12Os83/08k (12Os107/08i); 14Os57/09b; 11Os141/09h; 13Os99/09x; 11Os215/09s; 14Os6/10d; 12Os153/09f; 13Os29/10d; 11Os123/10p; 14Os38/11m; 11Os137/11y; 13Os132/11b; 15Os147/11y; 15Os17/12g; 15Os76/12h (15Os77/12f); 14Os33/13d; 15Os7/13p; 15Os22/13v (15Os23/13s); 13Os60/13t; 15Os174/13x; 15Os3/14a; 12Os33/15t; 11Os117/15p; 13Os117/15b; 12Os17/16s; 15Os75/16t; 14Os65/17s; 12Os78/18i; 13Os23/20m; 15Os10/20i; 14Os10/20g; 14Os47/20y; 11Os57/21y; 15Os61/21s; 14Os28/22g; 12Os17/22z; 12Os2/24x; 15Os89/24p; 15Os118/24b; 12Os88/24v; 12Os68/25d; 11Os103/25v

Entscheidungsdatum

16.12.2025

Norm

StPO §289
SMG §28 Abs2 A
SMG §28 Abs6 A
SMG §28a Abs1
SMG §28a Abs4 Z3
StGB §84
  1. SMG § 28 heute
  2. SMG § 28 gültig ab 01.01.2016 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 144/2015
  3. SMG § 28 gültig von 01.01.2008 bis 31.12.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 110/2007
  4. SMG § 28 gültig von 01.10.2002 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 134/2002
  5. SMG § 28 gültig von 01.06.2001 bis 30.09.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2001
  6. SMG § 28 gültig von 01.01.1998 bis 31.05.2001
  1. SMG § 28 heute
  2. SMG § 28 gültig ab 01.01.2016 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 144/2015
  3. SMG § 28 gültig von 01.01.2008 bis 31.12.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 110/2007
  4. SMG § 28 gültig von 01.10.2002 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 134/2002
  5. SMG § 28 gültig von 01.06.2001 bis 30.09.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2001
  6. SMG § 28 gültig von 01.01.1998 bis 31.05.2001
  1. SMG § 28a heute
  2. SMG § 28a gültig ab 01.01.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 110/2007
  1. SMG § 28a heute
  2. SMG § 28a gültig ab 01.01.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 110/2007
  1. StGB § 84 heute
  2. StGB § 84 gültig von 01.01.2016 bis 31.12.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 112/2015
  3. StGB § 84 gültig ab 01.01.2016 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 154/2015
  4. StGB § 84 gültig von 01.03.1988 bis 31.12.2015 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 605/1987

Rechtssatz

Muss der Schuldspruch im Paragraph 28, Absatz 2, vierter Fall SMG nur deshalb aufgehoben werden, weil die Beurteilung der Menge des in Verkehr gesetzten Suchtgifts als groß (Paragraph 28, Absatz 6, SMG) fraglich ist, können nicht jene Annahmen, die einen gar nicht erfolgten Schuldspruch wegen Paragraph 27, Absatz eins, sechster Fall SMG tragen würden, für sich allein bestehen bleiben.

Entscheidungstexte

  • 15 Os 138/01
    Entscheidungstext OGH 15.11.2001 15 Os 138/01
  • 13 Os 169/01
    Entscheidungstext OGH 06.03.2002 13 Os 169/01
  • 13 Os 131/02
    Entscheidungstext OGH 13.11.2002 13 Os 131/02
    Auch; Beisatz: Weil § 28 Abs 2 vierter Fall SMG eine gegenüber § 27 Abs 1 sechster und siebter Fall SMG selbständige Qualifikation darstellt, kommt Teilrechtskraft insoweit nicht in Betracht. (T1)
  • 12 Os 3/03
    Entscheidungstext OGH 06.03.2003 12 Os 3/03
  • 15 Os 82/03
    Entscheidungstext OGH 21.08.2003 15 Os 82/03
    Auch
  • 15 Os 134/03
    Entscheidungstext OGH 30.10.2003 15 Os 134/03
  • 15 Os 154/03
    Entscheidungstext OGH 04.12.2003 15 Os 154/03
    Beisatz: Aufhebung eines Schuldspruches nach § 28 Abs 2 zweiter und dritter Fall beziehungsweise § 28 Abs 1 SMG, nicht erfolgter Schuldspruch wegen § 27 Abs 1 6. Fall, Abs 2 Z 3 SMG. (T2)
  • 12 Os 105/04
    Entscheidungstext OGH 04.11.2004 12 Os 105/04
  • 14 Os 28/05g
    Entscheidungstext OGH 07.06.2005 14 Os 28/05g
    Vgl auch
  • 12 Os 105/05s
    Entscheidungstext OGH 17.11.2005 12 Os 105/05s
    Auch
  • 12 Os 146/05w
    Entscheidungstext OGH 23.02.2006 12 Os 146/05w
    Auch
  • 13 Os 41/06p
    Entscheidungstext OGH 14.06.2006 13 Os 41/06p
  • 13 Os 18/07g
    Entscheidungstext OGH 11.04.2007 13 Os 18/07g
  • 15 Os 113/07t
    Entscheidungstext OGH 22.11.2007 15 Os 113/07t
  • 13 Os 42/08p
    Entscheidungstext OGH 11.06.2008 13 Os 42/08p
    Auch; Beisatz: Hier: Kassation auch des Schuldspruchs nach § 27 Abs 1 sechster Fall, Abs 2 Z 2 SMG aF nach Aufhebung des Schuldspruchs nach § 28 Abs 2 vierter Fall SMG aF. (T3)
  • 12 Os 41/08h
    Entscheidungstext OGH 10.04.2008 12 Os 41/08h
    Auch; Beis wie T1
  • 13 Os 144/08p
    Entscheidungstext OGH 05.11.2008 13 Os 144/08p
    Auch; Beisatz: Da nach Aufhebung eines Schuldspruchs nach § 28a SMG wegen fehlender Feststellungen zur Beurteilung der Suchtgiftmenge als groß (§ 28b SMG) oder übergroß (§ 28a Abs 4 Z 3) auch jene Annahmen, die einen - insoweit nicht erfolgten - Schuldspruch nach § 27 Abs 1 SMG allenfalls zu tragen vermögen, nicht bestehen bleiben, war die Kassation des gesamten Schuldspruchs erforderlich (WK-StPO § 289 Rz 18). (T4)
  • 15 Os 133/08k
    Entscheidungstext OGH 13.11.2008 15 Os 133/08k
    Beisatz: Der durch die SMG-Novelle 2007 neu eingeführte Tatbestand des Suchtgifthandels nach § 28a Abs 1 SMG stellt im Wesentlichen eine selbständige Qualifikation des Grundtatbestands nach § 27 Abs 1 Z 1 SMG dar. Diese quantitätsmäßig definierte Delikt ist erfüllt, sobald der Täter mehr als die Grenzmenge Suchtgift erzeugt, ein- oder ausführt oder einem anderen anbietet, überlässt oder verschafft. (T5)
  • 14 Os 169/08x
    Entscheidungstext OGH 16.12.2008 14 Os 169/08x
    Auch; Beis wie T4
  • 14 Os 131/08h
    Entscheidungstext OGH 16.12.2008 14 Os 131/08h
    Auch; Beis wie T4
  • 12 Os 83/08k
    Entscheidungstext OGH 22.08.2008 12 Os 83/08k
    Vgl
  • 14 Os 57/09b
    Entscheidungstext OGH 21.07.2009 14 Os 57/09b
    Auch; Beis wie T4
  • 11 Os 141/09h
    Entscheidungstext OGH 22.09.2009 11 Os 141/09h
    Vgl auch
  • 13 Os 99/09x
    Entscheidungstext OGH 15.10.2009 13 Os 99/09x
  • 11 Os 215/09s
    Entscheidungstext OGH 02.03.2010 11 Os 215/09s
    Vgl; Beisatz: Hier: Fehlen der Feststellung, ob der Vorsatz des Täters von vornherein die kontinuierliche Begehrung und den daran geknüpften Additionseffekt mitumfasste. (T6)
  • 14 Os 6/10d
    Entscheidungstext OGH 02.03.2010 14 Os 6/10d
    Vgl auch; Beis wie T4
  • 12 Os 153/09f
    Entscheidungstext OGH 08.04.2010 12 Os 153/09f
    Auch; Beis wie T6
  • 13 Os 29/10d
    Entscheidungstext OGH 17.06.2010 13 Os 29/10d
    Auch; Beis ähnlich wie T4
  • 11 Os 123/10p
    Entscheidungstext OGH 28.09.2010 11 Os 123/10p
    Auch; Beis ähnlich wie T4
  • 14 Os 38/11m
    Entscheidungstext OGH 28.06.2011 14 Os 38/11m
    Vgl; Beis ähnlich wie T4
  • 11 Os 137/11y
    Entscheidungstext OGH 17.11.2011 11 Os 137/11y
    Vgl; Beis wie T6; Beisatz: Hier war neben dem Schuldspruch nach § 28a Abs 1 fünfter Fall, Abs 4 Z 3 SMG im Hinblick auf §§ 35 und 37 SMG auch der Schuldspruch nach § 27 Abs 1 Z 1 erster und zweiter Fall SMG zu kassieren. (T7)
  • 13 Os 132/11b
    Entscheidungstext OGH 15.12.2011 13 Os 132/11b
    Auch
  • 15 Os 147/11y
    Entscheidungstext OGH 25.01.2012 15 Os 147/11y
    Vgl
  • 15 Os 17/12g
    Entscheidungstext OGH 28.03.2012 15 Os 17/12g
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Aufhebung eines Schuldspruchs nach § 28a Abs 1 fünfter Fall SMG; Urteilsannahme, die einen Schuldspruch nach § 27 Abs 1 SMG allenfalls zu tragen vermögen, können nicht bestehen bleiben. (T8)
  • 15 Os 76/12h
    Entscheidungstext OGH 26.09.2012 15 Os 76/12h
  • 14 Os 33/13d
    Entscheidungstext OGH 09.04.2013 14 Os 33/13d
    Vgl; Beisatz: Hier: Aufhebung eines Schuldspruchs nach §§ 28 oder 28a SMG wegen fehlender Begründung der - für die insoweit selbständige Qualifikation des „Grundtatbestands“ nach § 27 Abs 1 SMG - subsumtionsrelevanten subjektiven Tatseite. (T9)
  • 15 Os 7/13p
    Entscheidungstext OGH 20.03.2013 15 Os 7/13p
    Auch; Beis ähnlich wie T4
  • 15 Os 22/13v
    Entscheidungstext OGH 26.06.2013 15 Os 22/13v
    Auch; Beis wie T4; Beis wie T6; Beis wie T7
  • 13 Os 60/13t
    Entscheidungstext OGH 02.07.2013 13 Os 60/13t
    Auch
  • 15 Os 174/13x
    Entscheidungstext OGH 19.02.2014 15 Os 174/13x
  • 15 Os 3/14a
    Entscheidungstext OGH 23.04.2014 15 Os 3/14a
    Auch; Beis wie T7; Beis wie T8
  • 12 Os 33/15t
    Entscheidungstext OGH 07.05.2015 12 Os 33/15t
    Beis wie T7; Beis wie T8
  • 11 Os 117/15p
    Entscheidungstext OGH 01.12.2015 11 Os 117/15p
    Auch
  • 13 Os 117/15b
    Entscheidungstext OGH 18.12.2015 13 Os 117/15b
    Auch
  • 12 Os 17/16s
    Entscheidungstext OGH 03.03.2016 12 Os 17/16s
    Auch
  • 15 Os 75/16t
    Entscheidungstext OGH 12.10.2016 15 Os 75/16t
    Auch
  • 14 Os 65/17s
    Entscheidungstext OGH 05.09.2017 14 Os 65/17s
    Vgl
  • 12 Os 78/18i
    Entscheidungstext OGH 23.08.2018 12 Os 78/18i
    Auch
  • 13 Os 23/20m
    Entscheidungstext OGH 02.04.2020 13 Os 23/20m
    Vgl
  • 15 Os 10/20i
    Entscheidungstext OGH 04.03.2020 15 Os 10/20i
    Vgl; Beis wie T4
  • 14 Os 10/20g
    Entscheidungstext OGH 23.04.2020 14 Os 10/20g
    Vgl
  • 14 Os 47/20y
    Entscheidungstext OGH 15.12.2020 14 Os 47/20y
    Vgl; Beisatz: Bei Aufhebung von Schuldsprüchen nach § 304 Abs 1 StGB oder § 307 Abs 1 StGB zufolge Fehlens von Feststellungen zur Pflichtwidrigkeit der Vornahme oder Unterlassung des Amtsgeschäfts können Feststellungen, die – nicht erfolgte – Schuldsprüche nach § 305 Abs 1 StGB oder § 307a Abs 1 StGB tragen könnten, für sich nicht bestehen bleiben (so schon 14 Os 10/20g). (T10)
  • 11 Os 57/21y
    Entscheidungstext OGH 15.06.2021 11 Os 57/21y
    Vgl
  • 15 Os 61/21s
    Entscheidungstext OGH 14.07.2021 15 Os 61/21s
    Beis wie T4
  • 14 Os 28/22g
    Entscheidungstext OGH 26.04.2022 14 Os 28/22g
    Vgl
  • 12 Os 17/22z
    Entscheidungstext OGH 31.03.2022 12 Os 17/22z
    Vgl; Beis wie T7
  • 12 Os 2/24x
    Entscheidungstext OGH 21.03.2024 12 Os 2/24x
    vgl
  • 15 Os 89/24p
    Entscheidungstext OGH 09.10.2024 15 Os 89/24p
    vgl
  • 15 Os 118/24b
    Entscheidungstext OGH 13.11.2024 15 Os 118/24b
    vgl; Beisatz wie T5
  • 12 Os 88/24v
    Entscheidungstext OGH 09.01.2025 12 Os 88/24v
    vgl; Beisatz: Hier: Aufhebung eines Schuldspruchs nach § 84 Abs 4 StGB. (T11)
  • 12 Os 68/25d
    Entscheidungstext OGH 01.07.2025 12 Os 68/25d
    vgl
  • 11 Os 103/25v
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 16.12.2025 11 Os 103/25v
    vgl

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2001:RS0115884

Im RIS seit

15.12.2001

Zuletzt aktualisiert am

05.02.2026

Dokumentnummer

JJR_20011115_OGH0002_0150OS00138_0100000_001

Rechtssatz für 12Os49/04; 11Os55/04; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0119094

Geschäftszahl

12Os49/04; 11Os55/04; 11Os98/04; 15Os51/05x; 11Os65/05a; 12Os68/05z; 11Os107/07f; 15Os113/07t; 13Os21/08z (13Os22/08x); 13Os42/08p; 15Os118/10g; 11Os116/10h; 14Os146/10t; 15Os174/10t; 12Os135/11m; 15Os147/11y; 11Os75/12g; 14Os81/12m; 15Os112/12b; 15Os140/12w; 14Os99/12h; 15Os162/12f; 14Os47/13p; 13Os60/13t; 15Os138/13b; 15Os151/12p (15Os32/13i); 15Os100/13i; 15Os7/14i; 13Os11/14p; 12Os15/14v; 12Os30/15z; 11Os117/15p; 11Os30/16w; 14Os51/16f; 14Os3/17y; 15Os32/17w; 12Os130/17k; 14Os23/18s; 12Os50/18x; 12Osa61/19s; 15Os143/19x; 14Os103/20h (14Os107/20x); 15Os6/21b; 15Os98/22h; 11Os69/23s; 11Os88/24m; 14Os38/25g; 11Os13/26k

Entscheidungsdatum

19.05.2026

Norm

MRK Art6 Abs1 II5a6
StPO §258 Abs1
StPO §281 Abs1 Z5 A
StPO §281 Abs1 Z5a
  1. StPO § 258 heute
  2. StPO § 258 gültig ab 01.01.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 93/2007
  3. StPO § 258 gültig von 01.03.2005 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 164/2004
  4. StPO § 258 gültig von 01.01.1994 bis 28.02.2005 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 526/1993
  5. StPO § 258 gültig von 31.12.1975 bis 31.12.1993
  1. StPO § 281 heute
  2. StPO § 281 gültig ab 01.01.2025 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 157/2024
  3. StPO § 281 gültig von 01.03.2023 bis 31.12.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 223/2022
  4. StPO § 281 gültig von 01.01.2008 bis 28.02.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 93/2007
  5. StPO § 281 gültig von 01.01.2006 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 119/2005
  6. StPO § 281 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/1997
  7. StPO § 281 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 55/1999
  8. StPO § 281 gültig von 01.01.2000 bis 31.12.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 55/1999
  9. StPO § 281 gültig von 01.01.1998 bis 31.12.1999 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/1997
  10. StPO § 281 gültig von 01.01.1994 bis 31.12.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 526/1993
  11. StPO § 281 gültig von 01.03.1988 bis 31.12.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 605/1987
  1. StPO § 281 heute
  2. StPO § 281 gültig ab 01.01.2025 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 157/2024
  3. StPO § 281 gültig von 01.03.2023 bis 31.12.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 223/2022
  4. StPO § 281 gültig von 01.01.2008 bis 28.02.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 93/2007
  5. StPO § 281 gültig von 01.01.2006 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 119/2005
  6. StPO § 281 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/1997
  7. StPO § 281 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 55/1999
  8. StPO § 281 gültig von 01.01.2000 bis 31.12.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 55/1999
  9. StPO § 281 gültig von 01.01.1998 bis 31.12.1999 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/1997
  10. StPO § 281 gültig von 01.01.1994 bis 31.12.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 526/1993
  11. StPO § 281 gültig von 01.03.1988 bis 31.12.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 605/1987

Rechtssatz

Der Angeklagte hat ein Recht darauf, nicht von einer ihm unbekannten Gerichtsnotorietät im Tatsachenbereich überrascht zu werden.

Entscheidungstexte

  • 12 Os 49/04
    Entscheidungstext OGH 27.05.2004 12 Os 49/04
  • 11 Os 55/04
    Entscheidungstext OGH 27.07.2004 11 Os 55/04
    Beisatz: Ein Verstoß gegen das Fair-trial-Gebot des Art 6 MRK liegt aber dann nicht vor, wenn die gerichtskundige Tatsache bereits in der in der Hauptverhandlung vorgetragenen Anklageschrift dargestellt wurde oder sonst eine Erörterung in der Hauptverhandlung (zB im Rahmen des § 238 Abs 2 StPO oder des § 262 StPO) stattfand. (T1)
  • 11 Os 98/04
    Entscheidungstext OGH 28.09.2004 11 Os 98/04
    Vgl; Beisatz: Erforderlich ist eine dem Gebot des fair trial und somit den Garantien des Art 6 MRK entsprechende Ermöglichung der Erörterung der der Verantwortung des Angeklagten zuwider laufenden Verfahrensergebnisse. (T2)
  • 15 Os 51/05x
    Entscheidungstext OGH 02.06.2005 15 Os 51/05x
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Nichterörterung der Annahme des Alters des Angeklagten mit über 21 Jahren. Verstoß gegen das Gebot des "fair hearing". (T3)
  • 11 Os 65/05a
    Entscheidungstext OGH 26.07.2005 11 Os 65/05a
    Vgl; Beis ähnlich wie T1
  • 12 Os 68/05z
    Entscheidungstext OGH 15.09.2005 12 Os 68/05z
    Vgl auch
  • 11 Os 107/07f
    Entscheidungstext OGH 23.10.2007 11 Os 107/07f
    Beis wie T1
  • 15 Os 113/07t
    Entscheidungstext OGH 22.11.2007 15 Os 113/07t
    Beis ähnlich wie T1; Beis ähnlich wie T2; Beisatz: Hier: Nichterörterung der gerichtsnotorischen durchschnittlichen Wirkstoffkonzentration der tatverfangenen Suchtgiftmenge. (T4)
  • 13 Os 21/08z
    Entscheidungstext OGH 11.06.2008 13 Os 21/08z
    Vgl auch; Beisatz: In Betreff notorischer Tatsachen, welche keines Beweisverfahrens, sondern nur der Feststellung bedürfen, bedarf es keines Vorkommens auf das Vorliegen solcher Tatsachen hinweisender Indizien in der Hauptverhandlung. Dass gerichtsnotorische Tatsachen erörtert werden müssen, steht einem zugunsten des Angeklagten wahrzunehmenden Feststellungsmangel nicht entgegen. (T5)
  • 13 Os 42/08p
    Entscheidungstext OGH 11.06.2008 13 Os 42/08p
    Beis wie T4; Beisatz: Im Sinn eines den Garantien des Art 6 MRK entsprechenden Verfahrens ist das erkennende Gericht verpflichtet, den Angeklagten in der Hauptverhandlung über das, was es als gerichtsnotorisch und im jeweils gegebenen Fall erheblich ansieht, in Kenntnis zu setzen und ihm Gelegenheit zu geben, seine Verteidigung danach einrichten zu können. (T6)
  • 15 Os 118/10g
    Entscheidungstext OGH 10.11.2010 15 Os 118/10g
    Vgl auch
  • 11 Os 116/10h
    Entscheidungstext OGH 16.11.2010 11 Os 116/10h
    Beis wie T4; Beis wie T6
  • 14 Os 146/10t
    Entscheidungstext OGH 28.12.2010 14 Os 146/10t
    Beis wie T4
  • 15 Os 174/10t
    Entscheidungstext OGH 16.02.2011 15 Os 174/10t
    Vgl auch; Beis ähnlich wie T1
  • 12 Os 135/11m
    Entscheidungstext OGH 20.12.2011 12 Os 135/11m
    Vgl auch
  • 15 Os 147/11y
    Entscheidungstext OGH 25.01.2012 15 Os 147/11y
    Auch; Beis ähnlich wie T4
  • 11 Os 75/12g
    Entscheidungstext OGH 21.08.2012 11 Os 75/12g
    Vgl; Ähnlich Beis wie T1; Beisatz: Hier: Errechnung eines durchschnittlichen Reingehalts auf Grundlage der im Akt vorgekommenen Untersuchung der Konzentration der bei der Tätergruppe sichergestellten Suchtgifte. Kein Verstoß gegen Art 6 MRK im Falle eines entsprechenden Hinweises im Anklagevortrag. (T7)
  • 14 Os 81/12m
    Entscheidungstext OGH 16.10.2012 14 Os 81/12m
    Auch; Beisatz: Hier: Entsprechender Hinweis in der Begründung der in der Hauptverhandlung vorgetragenen Anklageschrift. (T8)
  • 15 Os 112/12b
    Entscheidungstext OGH 17.10.2012 15 Os 112/12b
    Vgl auch
  • 15 Os 140/12w
    Entscheidungstext OGH 12.12.2012 15 Os 140/12w
    Auch; Beis wie T4
  • 14 Os 99/12h
    Entscheidungstext OGH 29.01.2013 14 Os 99/12h
    Vgl auch; Beis wie T1; Beis wie T7
  • 15 Os 162/12f
    Entscheidungstext OGH 27.02.2013 15 Os 162/12f
    Auch; Beis wie T2; Beis wie T4
  • 14 Os 47/13p
    Entscheidungstext OGH 11.06.2013 14 Os 47/13p
    Vgl; Beis wie T7
  • 13 Os 60/13t
    Entscheidungstext OGH 02.07.2013 13 Os 60/13t
  • 15 Os 138/13b
    Entscheidungstext OGH 13.11.2013 15 Os 138/13b
    Auch; Beis wie T1
  • 15 Os 151/12p
    Entscheidungstext OGH 13.11.2013 15 Os 151/12p
    Auch; Beis wie T1; Beis wie T2
  • 15 Os 100/13i
    Entscheidungstext OGH 13.11.2013 15 Os 100/13i
    Vgl
  • 15 Os 7/14i
    Entscheidungstext OGH 23.04.2014 15 Os 7/14i
    Auch; Beis wie T1
  • 13 Os 11/14p
    Entscheidungstext OGH 23.04.2014 13 Os 11/14p
    Auch; Beisatz: Hier: Kein unzulässiges Überraschen des Angeklagten durch eine ihm nicht bekannte Notorietät, weil auch die Anklage hinsichtlich des vom Schuldspruch umfassten Suchtgifts von einem 20%igen Wirkstoffgehalt ausging und dies dem Angeklagten anlässlich des Anklagevortrags zur Kenntnis gebracht wurde. (T9)
  • 12 Os 15/14v
    Entscheidungstext OGH 08.05.2014 12 Os 15/14v
    Auch; Beisatz: Ein Verstoß gegen das fair‑trial‑Gebot des Art 6 EMRK liegt dann nicht vor, wenn die Umstände (zumindest) in dem in der Hauptverhandlung vorgetragenen Beschluss des Oberlandesgerichts als Beschwerdegericht, mit dem aus Anlass einer Haftbeschwerde des Angeklagten das Vorliegen des dringenden Tatverdachts beurteilt wurde, dargestellt wurden. (T10)
  • 12 Os 30/15z
    Entscheidungstext OGH 09.04.2015 12 Os 30/15z
    Vgl
  • 11 Os 117/15p
    Entscheidungstext OGH 01.12.2015 11 Os 117/15p
    Beis wie T1; Beis wie T8
  • 11 Os 30/16w
    Entscheidungstext OGH 22.03.2016 11 Os 30/16w
    Auch; Beis wie T4
  • 14 Os 51/16f
    Entscheidungstext OGH 14.09.2016 14 Os 51/16f
  • 14 Os 3/17y
    Entscheidungstext OGH 28.02.2017 14 Os 3/17y
    Vgl auch; Beisatz: Für nicht bloß gerichtsnotorische sondern allgemein notorische Tatsachen besteht keine Erörterungspflicht. (T11)
  • 15 Os 32/17w
    Entscheidungstext OGH 24.05.2017 15 Os 32/17w
    Auch
  • 12 Os 130/17k
    Entscheidungstext OGH 14.12.2017 12 Os 130/17k
    Auch; Beis wie T8; Beis ähnlich wie T9
  • 14 Os 23/18s
    Entscheidungstext OGH 10.04.2018 14 Os 23/18s
    Vgl; Beisatz: Eine Erörterungspflicht für normativ (hier: in der Suchtgift-Grenzmengenverordnung [SGV]) festgelegte Grenzmengen von strafrechtlich relevanten Substanzen besteht hingegen nicht. (T12)
  • 12 Os 50/18x
    Entscheidungstext OGH 05.07.2018 12 Os 50/18x
    Auch; Beis wie T11
  • 12 Osa 61/19s
    Entscheidungstext OGH 12.08.2019 12 Osa 61/19s
    Vgl; Beis wie T4
  • 15 Os 143/19x
    Entscheidungstext OGH 15.01.2020 15 Os 143/19x
    Vgl; Beis wie T8; Beis wie T9
  • 14 Os 103/20h
    Entscheidungstext OGH 15.12.2020 14 Os 103/20h
    Vgl; Beisatz: Stützt das Gericht die bekämpfte Feststellung nicht (bloß) auf Gerichtsnotorietät, sondern auf ein in der Hauptverhandlung vorgekommenes Beweismittel, in dem die gerichtskundige Tatsache bereits dargestellt wurde, liegt kein Verstoß gegen das Fair‑trial‑Gebot des Art 6 MRK vor. (T13)
  • 15 Os 6/21b
    Entscheidungstext OGH 02.03.2021 15 Os 6/21b
    Vgl
  • 15 Os 98/22h
    Entscheidungstext OGH 18.01.2023 15 Os 98/22h
    Beis wie T1; Beis wie T4; Beis wie T6; Beis wie T7; Beis wie T8; Beis wie T9
  • 11 Os 69/23s
    Entscheidungstext OGH 29.08.2023 11 Os 69/23s
    vgl; Beisatz wie T4
  • 11 Os 88/24m
    Entscheidungstext OGH 22.10.2024 11 Os 88/24m
    vgl; Beisatz wie T8; Beisatz wie T9
  • 14 Os 38/25g
    Entscheidungstext OGH 12.06.2025 14 Os 38/25g
    vgl
  • 11 Os 13/26k
    Entscheidungstext OGH 19.05.2026 11 Os 13/26k
    vgl; Beisatz wie T8; Beisatz wie T9

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2004:RS0119094

Im RIS seit

26.06.2004

Zuletzt aktualisiert am

30.06.2026

Dokumentnummer

JJR_20040527_OGH0002_0120OS00049_0400000_001

Entscheidungstext 15Os147/11y

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Rechtsgebiet

Strafrecht

Fundstelle

EvBl-LS 2012/72 = AnwBl 2012,359

Geschäftszahl

15Os147/11y

Entscheidungsdatum

25.01.2012

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat am 25. Jänner 2012 durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofs Dr. Danek als Vorsitzenden sowie durch die Hofräte des Obersten Gerichtshofs Dr. T. Solé und Mag. Lendl und die Hofrätinnen des Obersten Gerichtshofs Dr. Bachner-Foregger und Dr. Michel-Kwapinski als weitere Richter in Gegenwart des Richteramtsanwärters Mag. Brandstetter als Schriftführer in der Strafsache gegen Roland V***** wegen des Verbrechens des Suchtgifthandels nach Paragraph 28 a, Absatz eins, fünfter Fall und Absatz 4, Ziffer 3, SMG und weiterer strafbarer Handlungen über die Nichtigkeitsbeschwerde und die Berufung des Angeklagten gegen das Urteil des Landesgerichts Eisenstadt als Schöffengericht vom 14. Juli 2011, GZ 25 Hv 34/11s-322, nach Anhörung der Generalprokuratur in nichtöffentlicher Sitzung zu Recht erkannt:

Spruch

In Stattgebung der Nichtigkeitsbeschwerde und aus deren Anlass wird das angefochtene Urteil aufgehoben und die Sache zu neuer Verhandlung und Entscheidung an das Erstgericht verwiesen.

Mit seiner Berufung wird der Angeklagte auf diese Entscheidung verwiesen.

Text

Gründe:

Mit dem angefochtenen Urteil wurde Roland V***** des Verbrechens des Suchtgifthandels nach Paragraph 28 a, Absatz eins, fünfter Fall und Absatz 4, Ziffer 3, SMG (1./) sowie der Vergehen des unerlaubten Umgangs mit Suchtgiften nach (richtig:) Paragraph 27, Absatz eins, Ziffer eins, erster und zweiter Fall und Absatz 2, SMG (2./) schuldig erkannt.

Danach hat er im Zeitraum von 1998 bis August 2010 in P***** und an anderen Orten

1./ vorschriftswidrig anderen Suchtgift in einer das Fünfundzwanzigfache der Grenzmenge (Paragraph 28 b, SMG) übersteigenden Menge überlassen, indem er rund 9.570 Gramm Cannabiskraut, beinhaltend eine Reinsubstanzmenge von zumindest 950 Gramm Delta-9-THC, 12 Gramm Heroin, beinhaltend eine Reinsubstanzmenge von zumindest 0,24 Gramm Diacetylmorphin, sowie 6 Gramm Kokain, beinhaltend eine Reinsubstanzmenge von zumindest 1,2 Gramm Cocain, an Rene A***** und Martin L***** gewinnbringend verkaufte, und

2./ überdies ausschließlich zum persönlichen Gebrauch über die oben angeführten Mengen hinaus Cannabiskraut, Heroin, Kokain und Amphetamin erworben und besessen.

Rechtliche Beurteilung

Der dagegen vom Angeklagten aus den Gründen der Ziffer 4, 5, 8 und 10 des Paragraph 281, Absatz eins, StPO erhobenen Nichtigkeitsbeschwerde des Angeklagten kommt teilweise Berechtigung zu.

Der Angeklagte beantragte in der Hauptverhandlung am 30. Juni 2011 und am 14. Juli 2011 „zum Beweis der Tatsache, dass, auch bei Annahme der angeklagten Menge [Suchtgift], die Menge des weitergegebenen Suchtgifts nicht das 15-fache im Sinne des SMG erreicht, die Einholung eines Gutachtens aus dem Bereich der Chemie. Es wird beantragt, das beschlagnahmte Suchtgift auf THCA zu untersuchen. Im bisher eingeholten Gutachten ist eine Umwandlung von THCA in Delta-9-THC durchgeführt worden, dies durch das Verfahren der Gaschromatographie. Dieses Verfahren führt eine Umwandlung von einem Suchtgift in ein anderes durch. Der Angeklagte hat jedoch nicht die Übergabe von Delta-9-THC zu verantworten, sondern von THCA, da Delta-9-THC erst durch das Gutachten selbst entsteht. Das ist insbesondere auch von großer Bedeutung, da die Grenzmenge des THCA doppelt so hoch ist wie von Delta-THC“ (ON 321 S 5 in Verbindung mit ON 309 S 9).

Die gegen die Abweisung dieses Antrags gerichtete Verfahrensrüge (Ziffer 4,) geht fehl.

Der Beweisantrag legt nämlich nicht dar, weshalb die Einholung eines chemischen Gutachtens ein für den Angeklagten günstigeres Ergebnis haben sollte, sodass er auf einen (unzulässigen) Erkundungsbeweis hinausläuft (RIS-Justiz RS0099453 und RS0099189). Allein der Hinweis auf die unterschiedlichen Grenzmengen für THC und THCA in der Suchtgift-Grenzmengenverordnung wird den Erfordernissen an einen Beweisantrag nicht gerecht, weil offen bleibt, in welchem Ausmaß eine Umwandlung bei der angewandten Untersuchungsmethode erfolgte. Entgegen dem Vorbringen des Rechtsmittelwerbers liegt ihm keineswegs nur die Übergabe von THCA zur Last, enthält Cannabis neben der genannten Substanz doch jedenfalls auch THC vergleiche RIS-Justiz RS0087895; RS0111350 [T1]; ON 63 S 7). Im Übrigen lässt der Antragsteller offen, warum angesichts der zwischenzeitigen Lagerdauer die Ermittlung des Gehalts an THC und an THCA zu den Übergabezeitpunkten noch möglich sein sollte.

Zutreffend zeigt die Mängelrüge jedoch betreffend die Annahme der Reinsubstanzmenge von insgesamt 950 Gramm Delta-9-THC Nichtigkeit aus Ziffer 5, vierter Fall auf.

Die Tatrichter gründeten die Feststellung des (hier mit rund 10 % zudem weit überdurchschnittlich hoch angenommenen [gerichtsnotorisch sind 0,25 % bis 8 %; RIS-Justiz RS0111350 [T1], RS0087895]) Reinheitsgehalts des vom Schuldspruch 1./ umfassten Cannabiskrauts nicht nur auf die Auswertung der beim Angeklagten am 24. August 2010 sichergestellten 2,9 Gramm, sondern auch auf „Erfahrungswerte“ (US 5), ohne diese als gerichtsnotorische Tatsachen in der Hauptverhandlung erörtert zu haben. Der Angeklagte hat jedoch ein aus dem fair-trial-Gebot des Artikel 6, MRK erfließendes Recht darauf, nicht von einer ihm unbekannten Gerichtsnotorietät im Tatsachenbereich überrascht zu werden. Auch das, was gerichtskundig ist, muss in der Hauptverhandlung vorkommen, um zur Grundlage von Feststellungen werden zu können. Hat aber das Erstgericht die Feststellung einer durchschnittlichen Wirkstoffkonzentration - wie hier - auch auf eine von ihm angenommene Gerichtsnotorietät gestützt, über die der Angeklagte nicht informiert wurde, so hat es gegen seine aus Ziffer 5, vierter Fall relevierbare Erörterungspflicht verstoßen (RIS-Justiz RS0119094; Ratz, WK-StPO Paragraph 281, Rz 463).

Der aufgezeigte Mangel zwingt zur Aufhebung des Schuldspruchs 1./ bereits bei nichtöffentlicher Beratung.

Da nach Aufhebung eines Schuldspruchs nach Paragraph 28 a, SMG, weil die Beurteilung der Suchtgiftmenge als groß (Paragraph 28 b, SMG) oder übergroß (Paragraph 28 a, Absatz 4, Ziffer 3, SMG) fraglich ist, auch jene Annahmen, die einen - insoweit nicht erfolgten - Schuldspruch nach Paragraph 27, SMG allenfalls zu tragen vermögen, nicht bestehen bleiben, ist die Kassation des gesamten Schuldspruchs 1./ erforderlich (RIS-Justiz RS0115884; Ratz, WK-StPO Paragraph 289, Rz 18). Mit Blick auf die Bestimmungen der Paragraphen 35, 37, SMG war zudem gemäß Paragraph 289, StPO auch der Schuldspruch 2./ aufzuheben (13 Os 99/09x uva).

Ein Eingehen auf das weitere Beschwerdevorbringen erübrigt sich daher.

Hingewiesen wird darauf, dass bezüglich des im Referat zum Schuldspruch 1./ (Paragraph 260, Absatz eins, Ziffer eins, StPO) inkriminierten Überlassens von Heroin und Kokain in den Urteilsgründen keinerlei Feststellungen getroffen wurden vergleiche Ratz, WK-StPO Paragraph 281, Rz 606).

In Übereinstimmung mit der Stellungnahme der Generalprokuratur war daher in teilweiser Stattgebung der Nichtigkeitsbeschwerde des Angeklagten sowie gemäß Paragraph 289, StPO das angefochtene Urteil aufzuheben und die Sache zu neuer Verhandlung und Entscheidung an das Erstgericht zurückzuverweisen (Paragraph 285 e, StPO). Mit seiner Berufung war der Angeklagte auf diese Entscheidung zu verweisen.

Schlagworte

Strafrecht

Textnummer

E99999

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2012:0150OS00147.11Y.0125.000

Im RIS seit

16.03.2012

Zuletzt aktualisiert am

26.07.2012

Dokumentnummer

JJT_20120125_OGH0002_0150OS00147_11Y0000_000