Rechtssatz für 15Os142/95; 13Os78/07f; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0090897

Geschäftszahl

15Os142/95; 13Os78/07f; 12Os31/07m; 12Os21/11x; 12Os165/10x; 11Os24/11f; 14Os71/11i; 12Os103/11f; 15Os124/11s; 11Os119/11a; 12Os27/12f; 12Os35/13h; 13Os30/13f; 11Os118/13g; 12Os94/13k; 12Os126/13s; 15Os43/14h; 12Os38/14a; 12Os4/14a; 12Os96/14f; 11Os57/14p; 11Os85/14f; 17Os7/14d; 11Os144/14g; 12Os140/14a; 13Os13/15h; 15Os44/15g; 12Os38/15b; 28Os3/15y; 11Os38/15w; 12Os54/15f; 13Os44/15t; 11Os33/15k; 12Os36/15h; 20Os7/15b; 13Os74/15d; 24Os6/15k; 14Os102/15d; 14Os121/15y; 13Os155/15s; 12Os129/15k; 20Os25/15z; 12Os76/16t; 12Os95/16m; 24Os2/16y; 12Os159/16y; 13Os6/16f; 11Os89/16x; 12Os11/17k; 12Os12/17g; 15Os12/17d; 14Os25/17h; 28Os7/16p; 21Os4/16w; 14Os35/17d; 13Os132/16k; 23Ds2/17x (23Ds3/17v; 23Ds4/17s); 12Os87/17m; 13Os84/17b; 11Os109/17i; 14Os121/17a; 12Os133/17a; 12Os30/18f; 21Ds3/17d; 12Os2/18p; 14Os49/18i; 12Os106/18g; 14Os102/18h; 13Os100/18g; 11Os108/18v; 15Os163/18m; 24Ds3/19d; 15Os27/20i; 28Ds2/20p; 13Os93/21g; 13Os26/22f; 15Os85/22x; 15Os104/22s; 24Ds1/22i; 15Os26/23x; 14Os54/23g; 12Os79/23v; 15Os103/23w; 12Os138/23w; 13Os1/24g; 13Os16/24p; 21Ds10/23t; 11Os28/25i; 15Os58/25f; 12Os116/25p; 15Os30/26i

Entscheidungsdatum

06.05.2026

Norm

StGB §33
StPO §281 Abs1 Z11
StPO §290 Abs1
  1. StGB § 33 heute
  2. StGB § 33 gültig ab 01.09.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 159/2021
  3. StGB § 33 gültig von 01.01.2020 bis 31.08.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/2019
  4. StGB § 33 gültig von 01.01.2016 bis 31.12.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 154/2015
  5. StGB § 33 gültig von 01.01.2016 bis 31.12.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 112/2015
  6. StGB § 33 gültig von 01.01.2012 bis 31.12.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 130/2011
  7. StGB § 33 gültig von 01.03.1997 bis 31.12.2011 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 762/1996
  8. StGB § 33 gültig von 01.01.1975 bis 28.02.1997
  1. StPO § 281 heute
  2. StPO § 281 gültig ab 01.01.2025 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 157/2024
  3. StPO § 281 gültig von 01.03.2023 bis 31.12.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 223/2022
  4. StPO § 281 gültig von 01.01.2008 bis 28.02.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 93/2007
  5. StPO § 281 gültig von 01.01.2006 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 119/2005
  6. StPO § 281 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/1997
  7. StPO § 281 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 55/1999
  8. StPO § 281 gültig von 01.01.2000 bis 31.12.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 55/1999
  9. StPO § 281 gültig von 01.01.1998 bis 31.12.1999 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/1997
  10. StPO § 281 gültig von 01.01.1994 bis 31.12.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 526/1993
  11. StPO § 281 gültig von 01.03.1988 bis 31.12.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 605/1987
  1. StPO § 290 heute
  2. StPO § 290 gültig ab 01.03.1988 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 605/1987

Rechtssatz

Die Wertung der leugnenden Verantwortung des Angeklagten als eine für die Strafzumessung entscheidende Tatsache stellt eine unrichtige Gesetzesanwendung dar (SSt 57/47), bietet jedoch keinen Anlass für ein Vorgehen nach Paragraph 290, Absatz eins, StPO, weil sie sich (noch) nicht zum Nachteil des Angeklagten auswirkt, denn sie ist im Rahmen der Entscheidung über die von ihm ohnedies erhobenen Berufung (wegen Strafe) korrigierbar (SSt 59/74).

Entscheidungstexte

  • 15 Os 142/95
    Entscheidungstext OGH 12.10.1995 15 Os 142/95
  • 13 Os 78/07f
    Entscheidungstext OGH 01.08.2007 13 Os 78/07f
    nur: Die Wertung der leugnenden Verantwortung des Angeklagten als eine für die Strafzumessung entscheidende Tatsache stellt eine unrichtige Gesetzesanwendung dar (SSt 57/47). (T1)
    Beisatz: Es darf dem Angeklagten aus seiner Verteidigungsstrategie im Verfahren prinzipiell kein Nachteil erwachsen. (T2)
  • 12 Os 31/07m
    Entscheidungstext OGH 15.05.2008 12 Os 31/07m
    Vgl; Beisatz: Das Heranziehen mangelnder Schuldeinsicht zur Begründung der Ablehnung bedingter Strafnachsicht ist grundsätzlich geeignet, einen unvertretbaren Gesetzesverstoß nach Z 11 dritter Fall darzustellen (WK-StPO § 281 Rz 713), fallbezogen aber nicht von Bedeutung. Die angefochtene Entscheidung bringt nämlich zweifelsfrei zum Ausdruck, die gänzliche bedingte Strafnachsicht bereits aus generalpräventiven Erwägungen abzulehnen. (T3)
  • 12 Os 21/11x
    Entscheidungstext OGH 29.03.2011 12 Os 21/11x
    nur T1
  • 12 Os 165/10x
    Entscheidungstext OGH 29.03.2011 12 Os 165/10x
    nur T1
  • 11 Os 24/11f
    Entscheidungstext OGH 19.05.2011 11 Os 24/11f
    Auch
  • 14 Os 71/11i
    Entscheidungstext OGH 04.10.2011 14 Os 71/11i
    Vgl auch; nur T1; Beisatz: Die leugnende Verantwortung als Erschwerungsgrund kommt nicht in Betracht. (T4)
  • 12 Os 103/11f
    Entscheidungstext OGH 18.10.2011 12 Os 103/11f
    Auch
  • 15 Os 124/11s
    Entscheidungstext OGH 19.10.2011 15 Os 124/11s
    Auch; Beis wie T2
  • 11 Os 119/11a
    Entscheidungstext OGH 19.04.2012 11 Os 119/11a
    Vgl; Auch Beis wie T3 nur: Die angefochtene Entscheidung bringt nämlich zweifelsfrei zum Ausdruck, die gänzliche bedingte Strafnachsicht bereits aus generalpräventiven Erwägungen abzulehnen. (T5)
  • 12 Os 27/12f
    Entscheidungstext OGH 15.05.2012 12 Os 27/12f
    Auch
  • 12 Os 35/13h
    Entscheidungstext OGH 11.04.2013 12 Os 35/13h
    Auch
  • 13 Os 30/13f
    Entscheidungstext OGH 16.05.2013 13 Os 30/13f
    Vgl auch; Vgl auch Beis wie T3
  • 11 Os 118/13g
    Entscheidungstext OGH 12.11.2013 11 Os 118/13g
    Auch; nur T1
  • 12 Os 94/13k
    Entscheidungstext OGH 17.10.2013 12 Os 94/13k
    Vgl aber; Beisatz: Die Wertung einer bloß teilweise geständigen Verantwortung des Angeklagten als eine für die Strafzumessung entscheidende Tatsache stellt eine dem Angeklagten zum Nachteil gereichende, unrichtige Gesetzesanwendung dar. (T6)
    Beisatz: Es bedarf keiner amtswegigen Maßnahme nach § 290 Abs 1 zweiter Satz StPO, wenn dem Nichtigkeitsgrund noch im Rahmen der Entscheidung über die Berufung Rechnung getragen werden kann. (T7)
  • 12 Os 126/13s
    Entscheidungstext OGH 23.01.2014 12 Os 126/13s
    Auch; Beis wie T7; Beisatz: Die Wertung der „mangelnden Schuldeinsicht“ des leugnenden Angeklagten als eine für die Strafzumessung entscheidende Tatsache stellt eine unrichtige Gesetzesanwendung dar (§ 281 Abs 1 Z 11 zweiter Fall StPO), weil dem Angeklagten aus seiner Verteidigung kein Nachteil erwachsen darf. (T8)
  • 15 Os 43/14h
    Entscheidungstext OGH 27.05.2014 15 Os 43/14h
    Auch; Beis wie T2; Beis wie T8
  • 12 Os 38/14a
    Entscheidungstext OGH 08.05.2014 12 Os 38/14a
    Auch; Beisatz: Die Wertung der bis zuletzt mangelnden Schuldeinsicht des Angeklagten als eine für die Strafzumessung (mit‑)entscheidende Tatsache stellt eine unrichtige Gesetzesanwendung (Z 11 zweiter Fall) dar. (T9)
  • 12 Os 4/14a
    Entscheidungstext OGH 08.05.2014 12 Os 4/14a
    Vgl auch; Beisatz: Bei der Ausmessung der Strafhöhe darf die gänzliche Uneinsichtigkeit des Angeklagten nicht in Anschlag gebracht werden. (T10)
  • 12 Os 96/14f
    Entscheidungstext OGH 25.09.2014 12 Os 96/14f
    Auch; Beis wie T2; Beis ähnlich wie T3; Beis ähnlich wie T5
  • 11 Os 57/14p
    Entscheidungstext OGH 26.08.2014 11 Os 57/14p
    Auch; Beis wie T10
  • 11 Os 85/14f
    Entscheidungstext OGH 28.10.2014 11 Os 85/14f
    Auch; Beis wie T10
  • 17 Os 7/14d
    Entscheidungstext OGH 13.10.2014 17 Os 7/14d
    Auch; Beis wie T10
  • 11 Os 144/14g
    Entscheidungstext OGH 13.01.2015 11 Os 144/14g
    Auch; Beis wie T7; Beis wie T9
  • 12 Os 140/14a
    Entscheidungstext OGH 18.12.2014 12 Os 140/14a
    Auch; Beisatz: Die Verwertung der mangelnden Bereitschaft zur Verantwortungsübernahme als (mit-) entscheidende Tatsache für die (teilweise) Gewährung oder Ablehnung bedingter Strafnachsicht stellt eine unrichtige Gesetzesanwendung iSd § 281 Abs 1 Z 11 StPO dar. (T11)
  • 13 Os 13/15h
    Entscheidungstext OGH 25.02.2015 13 Os 13/15h
    Auch; Beis ähnlich wie T11
  • 15 Os 44/15g
    Entscheidungstext OGH 29.04.2015 15 Os 44/15g
    Auch; Beis wie T3
  • 12 Os 38/15b
    Entscheidungstext OGH 07.05.2015 12 Os 38/15b
    Auch; Beis wie T9
  • 28 Os 3/15y
    Entscheidungstext OGH 16.04.2015 28 Os 3/15y
    Vgl auch
  • 11 Os 38/15w
    Entscheidungstext OGH 02.06.2015 11 Os 38/15w
    Auch; Beisatz: Die Nichtigkeit ist auch von Amts wegen zugunsten der Angeklagten wahrzunehmen, die keine Nichtigkeitsbeschwerde erhoben haben. (T12)
  • 12 Os 54/15f
    Entscheidungstext OGH 11.06.2015 12 Os 54/15f
    Vgl
  • 13 Os 44/15t
    Entscheidungstext OGH 10.06.2015 13 Os 44/15t
    Auch
  • 11 Os 33/15k
    Entscheidungstext OGH 02.06.2015 11 Os 33/15k
    Beis wie T3; Beis wie T5
  • 12 Os 36/15h
    Entscheidungstext OGH 09.07.2015 12 Os 36/15h
  • 20 Os 7/15b
    Entscheidungstext OGH 25.08.2015 20 Os 7/15b
    auch
  • 13 Os 74/15d
    Entscheidungstext OGH 19.08.2015 13 Os 74/15d
    Auch
  • 24 Os 6/15k
    Entscheidungstext OGH 09.09.2015 24 Os 6/15k
    Auch
  • 14 Os 102/15d
    Entscheidungstext OGH 17.11.2015 14 Os 102/15d
    Auch
  • 14 Os 121/15y
    Entscheidungstext OGH 15.12.2015 14 Os 121/15y
    Auch; Beis wie T3; Beis wie T8; Beis wie T9; Beis wie T10
  • 13 Os 155/15s
    Entscheidungstext OGH 09.03.2016 13 Os 155/15s
  • 12 Os 129/15k
    Entscheidungstext OGH 07.04.2016 12 Os 129/15k
  • 20 Os 25/15z
    Entscheidungstext OGH 28.06.2016 20 Os 25/15z
    Vgl auch; Beis ähnlich wie T10
  • 12 Os 76/16t
    Entscheidungstext OGH 18.08.2016 12 Os 76/16t
    Auch; Beis ähnlich wie T11
  • 12 Os 95/16m
    Entscheidungstext OGH 22.09.2016 12 Os 95/16m
    Auch; Beis wie T3; Beis wie T5
  • 24 Os 2/16y
    Entscheidungstext OGH 07.12.2016 24 Os 2/16y
    Auch
  • 12 Os 159/16y
    Entscheidungstext OGH 26.01.2017 12 Os 159/16y
    Auch
  • 13 Os 6/16f
    Entscheidungstext OGH 23.11.2016 13 Os 6/16f
    Auch
  • 11 Os 89/16x
    Entscheidungstext OGH 14.02.2017 11 Os 89/16x
    Auch; Beis wie T9; Beis wie T11
  • 12 Os 11/17k
    Entscheidungstext OGH 06.04.2017 12 Os 11/17k
    Auch
  • 12 Os 12/17g
    Entscheidungstext OGH 02.03.2017 12 Os 12/17g
    Auch
  • 15 Os 12/17d
    Entscheidungstext OGH 05.04.2017 15 Os 12/17d
    Auch; Beis wie T9
  • 14 Os 25/17h
    Entscheidungstext OGH 23.05.2017 14 Os 25/17h
    Auch; Beis wie T3; Beis wie T5
  • 28 Os 7/16p
    Entscheidungstext OGH 18.05.2017 28 Os 7/16p
    Auch
  • 21 Os 4/16w
    Entscheidungstext OGH 27.06.2017 21 Os 4/16w
    Auch; Beis ähnlich wie T3; Beis ähnlich wie T9; Beis ähnlich wie T11
  • 14 Os 35/17d
    Entscheidungstext OGH 04.07.2017 14 Os 35/17d
    Vgl
  • 13 Os 132/16k
    Entscheidungstext OGH 28.06.2017 13 Os 132/16k
    Auch
  • 23 Ds 2/17x
    Entscheidungstext OGH 28.08.2017 23 Ds 2/17x
    Vgl auch; Beis wie T9
  • 12 Os 87/17m
    Entscheidungstext OGH 21.09.2017 12 Os 87/17m
    Auch
  • 13 Os 84/17b
    Entscheidungstext OGH 11.10.2017 13 Os 84/17b
    Auch
  • 11 Os 109/17i
    Entscheidungstext OGH 14.11.2017 11 Os 109/17i
    Auch
  • 14 Os 121/17a
    Entscheidungstext OGH 13.02.2018 14 Os 121/17a
    Auch
  • 12 Os 133/17a
    Entscheidungstext OGH 19.04.2018 12 Os 133/17a
    Auch
  • 12 Os 30/18f
    Entscheidungstext OGH 17.05.2018 12 Os 30/18f
    Auch; Beis wie T8
  • 21 Ds 3/17d
    Entscheidungstext OGH 28.05.2018 21 Ds 3/17d
    Auch; Beis wie T7
  • 12 Os 2/18p
    Entscheidungstext OGH 05.07.2018 12 Os 2/18p
    Vgl
  • 14 Os 49/18i
    Entscheidungstext OGH 11.09.2018 14 Os 49/18i
    Auch
  • 12 Os 106/18g
    Entscheidungstext OGH 11.10.2018 12 Os 106/18g
    Auch
  • 14 Os 102/18h
    Entscheidungstext OGH 09.10.2018 14 Os 102/18h
    Auch; Beis wie T3; Beis wie T5
  • 13 Os 100/18g
    Entscheidungstext OGH 10.10.2018 13 Os 100/18g
    Auch
  • 11 Os 108/18v
    Entscheidungstext OGH 11.12.2018 11 Os 108/18v
    Auch; Beis wie T2
  • 15 Os 163/18m
    Entscheidungstext OGH 27.02.2019 15 Os 163/18m
    Aber; Beis wie T3, Beis wie T5; Beisatz: Wird nur zum Ausdruck gebracht, dass die leugnende Verantwortung der Annahme des Milderungsgrundes nach § 34 Abs 1 Z 17 StGB entgegenstehe, liegt keine Nichtigkeit vor. (T13)
  • 24 Ds 3/19d
    Entscheidungstext OGH 02.09.2019 24 Ds 3/19d
    Vgl
  • 15 Os 27/20i
    Entscheidungstext OGH 12.05.2020 15 Os 27/20i
    Vgl; Beis wie T13
  • 28 Ds 2/20p
    Entscheidungstext OGH 24.08.2021 28 Ds 2/20p
    Vgl
  • 13 Os 93/21g
    Entscheidungstext OGH 16.03.2022 13 Os 93/21g
    Vgl; Beis nur wie T11
  • 13 Os 26/22f
    Entscheidungstext OGH 07.09.2022 13 Os 26/22f
    Vgl
  • 15 Os 85/22x
    Entscheidungstext OGH 18.10.2022 15 Os 85/22x
    Vgl
  • 15 Os 104/22s
    Entscheidungstext OGH 05.12.2022 15 Os 104/22s
    Vgl; Beis wie T11
  • 24 Ds 1/22i
    Entscheidungstext OGH 06.12.2022 24 Ds 1/22i
    Vgl
  • 15 Os 26/23x
    Entscheidungstext OGH 24.05.2023 15 Os 26/23x
    vgl
  • 14 Os 54/23g
    Entscheidungstext OGH 27.06.2023 14 Os 54/23g
    vgl; Beisatz wie T3; Beisatz wie T5
  • 12 Os 79/23v
    Entscheidungstext OGH 07.09.2023 12 Os 79/23v
    vgl; Beisatz wie T11
  • 15 Os 103/23w
    Entscheidungstext OGH 08.11.2023 15 Os 103/23w
    vgl; Beisatz: Hier: Heranziehung des Umstands, dass sich die Angeklagten "bis zuletzt als Opfer - ihrer Drogensucht - darstellten" und "wenig Reue zeigten", als eine für die Strafbemessung entscheidende Tatsache. (T14)
  • 12 Os 138/23w
    Entscheidungstext OGH 11.01.2024 12 Os 138/23w
    vgl; Beisatz wie T11
  • 13 Os 1/24g
    Entscheidungstext OGH 24.04.2024 13 Os 1/24g
    vgl
  • 13 Os 16/24p
    Entscheidungstext OGH 24.04.2024 13 Os 16/24p
    vgl
  • 21 Ds 10/23t
    Entscheidungstext OGH 28.05.2024 21 Ds 10/23t
    vgl
  • 11 Os 28/25i
    Entscheidungstext OGH 29.07.2025 11 Os 28/25i
    vgl; Beisatz wie T3; Beisatz wie T5
  • 15 Os 58/25f
    Entscheidungstext OGH 15.10.2025 15 Os 58/25f
    vgl; Beisatz wie T8; Beisatz wie T10
  • 12 Os 116/25p
    Entscheidungstext OGH 12.11.2025 12 Os 116/25p
    vgl; Beisatz wie T3; Beisatz wie T5
  • 15 Os 30/26i
    Entscheidungstext OGH 06.05.2026 15 Os 30/26i
    vgl; Beisatz wie T8; Beisatz wie T10

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1995:RS0090897

Im RIS seit

24.05.2017

Zuletzt aktualisiert am

22.06.2026

Dokumentnummer

JJR_19951012_OGH0002_0150OS00142_9500000_001

Entscheidungstext 12Os165/10x

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Rechtsgebiet

Strafrecht

Geschäftszahl

12Os165/10x

Entscheidungsdatum

29.03.2011

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat am 29. März 2011 durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofs Hon.-Prof. Dr. Schroll als Vorsitzenden sowie durch die Hofräte des Obersten Gerichtshofs Hon.-Prof. Dr. Kirchbacher und Dr. T. Solé und die Hofrätinnen des Obersten Gerichtshofs Dr. Bachner-Foregger und Mag. Michel als weitere Richter in Gegenwart des Richteramtsanwärters Dr. Kunst als Schriftführer in der Strafsache gegen Ravinder P***** ***** ***** und Mohammad S***** wegen des Verbrechens des schweren und gewerbsmäßig durch Einbruch begangenen Diebstahls nach Paragraphen 127, 128, Absatz eins, Ziffer 4, 129, Ziffer 2, 130, vierter Fall StGB und weiterer strafbarer Handlungen über die Nichtigkeitsbeschwerde und die Berufung des Angeklagten Mohammad S***** gegen das Urteil des Landesgerichts Wiener Neustadt als Schöffengericht vom 30. April 2010, GZ 39 Hv 10/10g-202a, nach Anhörung der Generalprokuratur in nichtöffentlicher Sitzung zu Recht erkannt:

Spruch

Der Nichtigkeitsbeschwerde wird teilweise Folge gegeben, das Urteil, welches im Übrigen unberührt bleibt, im Strafausspruch hinsichtlich des Angeklagten Mohammad S***** aufgehoben und die Sache in diesem Umfang zu neuer Verhandlung und Entscheidung an das Erstgericht verwiesen.

Im Übrigen wird die Nichtigkeitsbeschwerde zurückgewiesen.

Mit seiner Berufung wird der Angeklagte auf diese Entscheidung verwiesen.

Dem Angeklagten Mohammad S***** fallen die Kosten des Rechtsmittelverfahrens zur Last.

Gründe:

Rechtliche Beurteilung

Mit dem angefochtenen - auch rechtskräftige Schuldsprüche und einen Freispruch des Mitangeklagten Ravinder P***** ***** ***** enthaltenden - Urteil wurde Mohammad S***** des Verbrechens der Hehlerei nach Paragraph 164, Absatz 2 und Absatz 4, zweiter Fall StGB schuldig erkannt.

Danach hat er „zwischen Mai 2009 und November 2009 in Wien Sachen, die der Täter einer mit Strafe bedrohten Handlung gegen fremdes Vermögen durch sie erlangt hat, gekauft, und zwar in oftmals wiederholten Angriffen durch Erwerb eines Teils der von Ravinder P***** ***** *****, Thoheed A*****, Amar Sa***** - auch durch Einbruch - und uT gestohlenen Zeitschriften in nicht mehr feststellbarem Wert zu einem 50 % unter dem Verkaufswert liegenden Kaufpreis, wobei er die Hehlerei gewerbsmäßig beging“.

Dagegen richtet sich die auf Ziffer 5, 5 a, 9, Litera a,, 10 und 11 des Paragraph 281, Absatz eins, StPO gestützte Nichtigkeitsbeschwerde des Angeklagten Mohammad S*****, der teilweise Berechtigung zukommt.

Das Wissen des Angeklagten Mohammad S***** um die Herkunft der angekauften Zeitschriften aus Vermögensdelinquenz, in concreto seine Annahme, sie stammten aus Veruntreuungen (US 24 letzter Absatz), erschlossen die Tatrichter im Einklang mit den Gesetzen logischen Denkens und grundlegenden Erfahrungssätzen nicht nur aus den Bekundungen der ehemaligen Mitangeklagten Thoheed A*****, Amar Sa***** und Kamaljeet Si***** sowie des Erstangeklagten ***** und der Zeugen Reinhard K*****, Gurdial B***** und Awad E***** *****, wonach in der Branche jedermann von der unredlichen Erlangung der Druckwerke wusste (US 22), sondern auch aus einer Gesamtbetrachtung seiner ursprünglichen Verantwortung vor der Kriminalpolizei (US 24). Gleichzeitig verwarfen sie seine Verantwortung in der Hauptverhandlung, nichts von der tatsächlichen Herkunft der Druckwerke gewusst, sondern angenommen zu haben, es handle sich um Retourware, auch mit der - unter dem Aspekt der Begründungstauglichkeit ebenfalls nicht zu beanstandenden - Überlegung, dass Zeitungen und Zeitschriften einerseits nach Ablauf ihrer Verkaufsperiode in der Regel nicht mehr verkäuflich wären und es andererseits nicht verständlich wäre, dass Retourware vor dem Ablauf dieses Zeitraums zurückgeschickt werden sollte (US 23 f).

Nicht auf Aktenbasis argumentiert die Mängelrüge, Amur Sa***** habe „in der Hauptverhandlung vom 29. März 2010“ (S 33 in ON 169) klargestellt, dass in Wahrheit nicht er, sondern Kamaljeet Si***** die Zeitungen an Mohammad S***** verkaufte. Der darauf gegründete Einwand unvollständiger Erörterung (Ziffer 5, zweiter Fall) seiner Aussage geht daher schon im Ansatz fehl. Im Übrigen ging das Gericht ohnedies davon aus, dass Amar Sa***** den Beschwerdeführer nicht ausdrücklich von der Herkunft der Zeitungen informiert hatte (US 22).

Weshalb es einen entscheidenden oder erheblichen Umstand vergleiche Ratz, WK-StPO Paragraph 281, Rz 399 ff, 409 ff) betreffen sollte, ob Amur Sa***** dabei war, als Kamaljeet Si***** Zeitungen an Mohammad S***** verkaufte, und ob der Beschwerdeführer auch unmittelbar von Thoheed A***** Zeitschriften, die aus einer mit Strafe bedrohten Handlung gegen fremdes Vermögen stammten, bezog, deren Angaben hiezu also erörterungsbedürftig (Ziffer 5, zweiter Fall) gewesen wären, legt die Beschwerde nicht nachvollziehbar dar. Vielmehr ging das Erstgericht - der Rüge zuwider - keineswegs davon aus, Thoheed A***** habe gerade aufgrund einer Geschäftsbeziehung mit Mohammad S***** über dessen subjektive Tatseite Bescheid gewusst, sondern seine Verantwortung lediglich als Bestätigung dafür gesehen, dass die Kolporteure wussten, Zeitungen würden gestohlen und über sie weiterverkauft (US 22).

Mit der Einlassung des Beschwerdeführers zu dessen Vermutung über die Herkunft der Zeitschriften nicht nur aus Retourware sondern auch aus überschüssiger Lieferung hat sich das Gericht ohnedies befasst, sie aber als unglaubwürdig verworfen (US 23 f).

Eingangs der Vernehmung des Rechtsmittelwerbers durch die Polizeiinspektion Baden am 18. November 2009 findet sich dessen Aussage „Mir ist bewusst, dass ich festgenommen wurde, weil der Verdacht besteht, dass ich gestohlene Magazine weiterverkauft haben soll“. Im Zuge der daran anschließenden eingehenden Befragung wurde er mit der Herkunft der Zeitschriften aus Diebstählen jedoch nicht mehr ausdrücklich konfrontiert (S 173 ff in ON 144). Eben dies wird vom Erstgericht auf US 24 aktenkonform dargestellt, sodass der vom Nichtigkeitswerber behauptete Widerspruch (Ziffer 5, dritter Fall) auf der Begründungsebene nicht vorliegt.

Dem Einwand offenbar unzureichender Begründung (Ziffer 5, vierter Fall) zuwider haben die Tatrichter die subjektive Tatseite im Wege der oben angeführten Erwägungen mängelfrei erschlossen.

Keine Aktenwidrigkeit (Ziffer 5, fünfter Fall) im Sinne der unrichtigen oder unvollständigen Wiedergabe wesentlicher Teile des Inhalts einer Aussage vergleiche Ratz, WK-StPO Paragraph 281, Rz 467) liegt in der Zitierung der zuletzt getätigten Angaben des Kamaljeet Si***** („Ich habe ihm gesagt, das ist zurückbehaltene Ware oder Retourware. Am Paket steht ein Datum, das hat er gesehen“; US 22 unten in Bezug auf S 47 in ON 169). Hingegen antwortete Kamaljeet Si***** - wie im Rechtsmittel zitiert - („ich habe ihm vielleicht gesagt, dass es Retourware ist oder die ich weniger geliefert habe, aber genau erinnere ich mich nicht“) auf eine zuvor gestellte Frage des Verteidigers des Beschwerdeführers (S 47 in ON 169).

Die Tatsachenrüge (Ziffer 5 a,) macht nicht klar (Paragraphen 285, Absatz eins, 285 a, Ziffer 2, StPO), an welchen konkreten Feststellungen sie erhebliche Bedenken aufzuzeigen trachtet, indem sie sich gegen die Rechtsauffassung des Erstgerichts wendet, wonach vom Angeklagten erworbene Zeitschriften aus Diebstählen stammen. Zudem fehlt ihr (demgemäß auch) die gebotene Bezugnahme auf konkrete Beweismittel (RIS-Justiz RS0117446).

Mit dem Vorwurf fehlender Feststellungen zu einem eine vermögensdeliktische Sacherlangung umfassenden Vorsatz vernachlässigt die Rechtsrüge (Ziffer 9, Litera a,) die - wenngleich disloziert getroffenen - Urteilsannahmen, wonach der Beschwerdeführer geglaubt habe, die Zeitschriften stammten aus Veruntreuungen (US 24).

Dem Vorbringen, wonach die dem Verteidiger zugestellte Urteilsabschrift die Seiten 17 und 18 nicht enthalten habe und demgemäß Feststellungen zur subjektiven Tatseite des Angeklagten fehlten, ist zu entgegnen, dass Bezugspunkt für die Überprüfung einer Entscheidung nicht die Urteilsausfertigung, sondern deren Urschrift ist (Danek, WK-StPO Paragraph 270, Rz 53) und sich in dieser die vermissten Feststellungen auf US 18 (teilweise in Verbindung mit US 24) finden. Im Übrigen zitiert der Beschwerdeführer selbst mehrfach (Punkte römisch eins./6./ und römisch eins./7./ des Rechtsmittels) aus den als fehlend behaupteten Seiten. Schließlich hat er im Rahmen der Strafberufung (Beschwerdeschrift S 11) selbst zugestanden, am 13. September 2010 eine vollständige Urteilsabschrift erhalten zu haben.

Der Einwand der Subsumtionsrüge (Ziffer 10,), die Feststellung, „durch die wiederkehrende Begehung der Tat wollte er sich eine fortlaufende Einnahme verschaffen“ (US 18), vermöge die Annahme gewerbsmäßigen Handelns nicht zu begründen, übergeht die Konkretisierung, wonach der Angeklagte mit gewerbsmäßiger Absicht handelte (US 24).

Mit der Behauptung, eine Sache könne nicht gewerbsmäßig gekauft werden, hält die weitere Subsumtionsrüge nicht an den getroffenen Konstatierungen fest, wonach der Angeklagte für die Zeitschriften nur 50 % des vorgesehenen Kaufpreises bezahlte (US 17), und leitet demgemäß nicht auf Basis des festgestellten Sachverhalts methodengerecht aus dem Gesetz ab, weshalb das Tätervermögen in Höhe des Differenzbetrags zum redlichen Kaufpreis nicht vermehrt wäre vergleiche Jerabek in WK² Paragraph 70, Rz 10).

Zutreffend weist jedoch die Sanktionsrüge (Ziffer 11, zweiter Fall) darauf hin, dass die vom Schöffengericht vorgenommene Wertung mangelnder Einsicht des Zweitangeklagten für das von ihm verwirklichte Unrecht als eine für die Strafzumessung entscheidende Tatsache (US 26) eine unrichtige Gesetzesanwendung darstellt (Paragraph 281, Absatz eins, Ziffer 11, zweiter Fall StPO; RIS-Justiz RS0090897). Daher wird das Erstgericht vergleiche Paragraph 43, Absatz 2, StPO; Lässig in WK-StPO Paragraph 43, Rz 23) die Strafe neu zu bemessen haben (14 Os 49, 50/01; Ratz, WK-StPO Paragraph 285 i, Rz 4).

Im Übrigen war die Nichtigkeitsbeschwerde jedoch - insoweit in Übereinstimmung mit der Stellungnahme der Generalprokuratur, jedoch entgegen der hiezu erstatteten Äußerung der Verteidigung - schon bei nichtöffentlicher Beratung sofort zurückzuweisen (Paragraph 285 d, Absatz eins, StPO).

Mit seiner Berufung war der Angeklagte Mohammad S***** auf diese Entscheidung zu verweisen.

Die Kostenentscheidung gründet sich auf Paragraph 390 a, Absatz eins, StPO.

Schlagworte

Strafrecht

Textnummer

E97280

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2011:0120OS00165.10X.0329.000

Im RIS seit

27.05.2011

Zuletzt aktualisiert am

27.05.2011

Dokumentnummer

JJT_20110329_OGH0002_0120OS00165_10X0000_000