Rechtssatz für 13Os34/02; 14Os96/02; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0116503

Geschäftszahl

13Os34/02; 14Os96/02; 14Os113/02; 13Os121/02; 11Os154/02; 15Os13/03; 11Os106/02; 13Os15/03; 15Os30/03; 15Os41/03; 15Os33/03; 11Os20/02; 13Os53/03; 15Os32/03; 13Os49/03; 11Os132/03; 14Os135/03; 13Os135/03; 14Os113/04; 13Os134/04; 14Os53/05h; 15Os111/05w; 15Os114/05m; 15Os26/05x; 13Os61/07f; 11Os74/07b; 13Os74/07t; 11Os135/07y; 12Os147/07w; 15Os137/07x; 12Os156/07v; 12Os11/08x; 11Os72/08k; 11Os121/08s; 12Os88/08w; 13Os8/09i; 14Os55/08g; 13Os82/09x; 13Os84/09s; 13Os108/10x; 11Os160/10d; 11Os46/11s; 15Os82/11i; 13Os122/11g; 13Os125/12z; 15Os1/13f; 13Os38/13g; 12Os40/14w; 12Os32/13t; 13Os68/14w; 11Os47/15v; 11Os36/15a (11Os70/15a); 11Os108/15i; 14Os56/15i; 12Os19/16k; 15Os145/15k; 13Os134/15b (13Os135/15z; 13Os136/15x); 15Os20/16d; 15Os40/17x; 13Os80/18s; 15Os94/18i; 11Os19/20h; 14Os32/21v; 14Os37/21d; 15Os95/22t; 15Os13/23k; 15Os64/23k; 12Os62/24w; 14Os65/25b; 15Os7/26g

Entscheidungsdatum

25.02.2026

Norm

StPO §281 Abs1 Z4 A
  1. StPO § 281 heute
  2. StPO § 281 gültig ab 01.01.2025 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 157/2024
  3. StPO § 281 gültig von 01.03.2023 bis 31.12.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 223/2022
  4. StPO § 281 gültig von 01.01.2008 bis 28.02.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 93/2007
  5. StPO § 281 gültig von 01.01.2006 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 119/2005
  6. StPO § 281 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/1997
  7. StPO § 281 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 55/1999
  8. StPO § 281 gültig von 01.01.2000 bis 31.12.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 55/1999
  9. StPO § 281 gültig von 01.01.1998 bis 31.12.1999 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/1997
  10. StPO § 281 gültig von 01.01.1994 bis 31.12.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 526/1993
  11. StPO § 281 gültig von 01.03.1988 bis 31.12.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 605/1987

Rechtssatz

Die Geltendmachung der Verfahrensrüge verlangt, dass die Anträge erhebliche vergleiche Paragraph 254, Absatz eins, StPO) Tatsachen betreffen, somit solche, die unmittelbar oder mittelbar (ohne dabei auf - unzulässige - Erkundungsbeweise abzuzielen) der Feststellung entscheidender vergleiche Ziffer 5 und Ziffer 5 a,) Tatsachen dienen; unter letzteren sind jene zu verstehen, die die Unterstellung unter ein Strafgesetz (Lösung der Schuldfrage) oder einen bestimmten Strafsatz betreffen. Weiters ist erforderlich, dass Beweismittel und Beweisthema überhaupt geeignet sein müssen, das angestrebte - obigen Voraussetzungen entsprechende - Ergebnis zu erreichen.

Anmerkung

Der Rechtssatz wird wegen der Häufigkeit seiner Zitierung ("überlanger RS") nicht bei jeder einzelnen Bezugnahme, sondern nur fallweise mit einer Gleichstellungsindizierung versehen.

Entscheidungstexte

  • 13 Os 34/02
    Entscheidungstext OGH 29.05.2002 13 Os 34/02
  • 14 Os 96/02
    Entscheidungstext OGH 29.10.2002 14 Os 96/02
    Auch
  • 14 Os 113/02
    Entscheidungstext OGH 03.12.2002 14 Os 113/02
    Vgl auch
  • 13 Os 121/02
    Entscheidungstext OGH 04.12.2002 13 Os 121/02
  • 11 Os 154/02
    Entscheidungstext OGH 19.12.2002 11 Os 154/02
    Auch; Beisatz: Ein Verfahrensmangel (Z 4) liegt bei Abweisung eines Beweisantrages nur dann vor, wenn das Beweisthema einen für die Schuldfrage oder Subsumtionsfrage erheblichen Umstand betrifft. (T1)
  • 15 Os 13/03
    Entscheidungstext OGH 13.02.2003 15 Os 13/03
    Vgl auch; Beisatz: Anträge, welche nicht unmissverständlich erkennen lassen, dass sie einen für die Schuldfrage oder Subsumtionsfrage erheblichen Umstand betreffen, sind aus Z 4 unbeachtlich. (T2)
  • 11 Os 106/02
    Entscheidungstext OGH 11.02.2003 11 Os 106/02
    Auch; Beis wie T1
  • 13 Os 15/03
    Entscheidungstext OGH 19.02.2003 13 Os 15/03
    Auch; Beis wie T1
  • 15 Os 30/03
    Entscheidungstext OGH 27.03.2003 15 Os 30/03
    Vgl auch; Beis ähnlich wie T2
  • 15 Os 41/03
    Entscheidungstext OGH 10.04.2003 15 Os 41/03
    Auch
  • 15 Os 33/03
    Entscheidungstext OGH 10.04.2003 15 Os 33/03
    Vgl auch; Beis wie T2
  • 11 Os 20/02
    Entscheidungstext OGH 29.04.2003 11 Os 20/02
    Vgl auch; Beis wie T2
  • 13 Os 53/03
    Entscheidungstext OGH 14.05.2003 13 Os 53/03
    Vgl auch
  • 15 Os 32/03
    Entscheidungstext OGH 26.06.2003 15 Os 32/03
    Vgl auch; Beis wie T1
  • 13 Os 49/03
    Entscheidungstext OGH 30.04.2003 13 Os 49/03
    Auch; nur: Die Geltendmachung der Verfahrensrüge verlangt, dass die Anträge erhebliche Tatsachen betreffen. Weiters ist erforderlich, dass Beweismittel und Beweisthema überhaupt geeignet sein müssen, das angestrebte Ergebnis zu erreichen. (T3)
  • 11 Os 132/03
    Entscheidungstext OGH 11.11.2003 11 Os 132/03
    Auch; Beis wie T1
  • 14 Os 135/03
    Entscheidungstext OGH 27.01.2004 14 Os 135/03
    Auch; nur: Die Geltendmachung der Verfahrensrüge verlangt, dass die Anträge erhebliche Tatsachen betreffen, somit solche, die unmittelbar oder mittelbar der Feststellung entscheidender Tatsachen dienen; unter letzteren sind jene zu verstehen, die die Unterstellung unter ein Strafgesetz (Lösung der Schuldfrage) oder einen bestimmten Strafsatz betreffen. (T4)
    Beis ähnlich wie T1
  • 13 Os 135/03
    Entscheidungstext OGH 06.10.2004 13 Os 135/03
    Auch; nur: Die Geltendmachung der Verfahrensrüge verlangt, dass die Anträge erhebliche Tatsachen betreffen. (T5)
  • 14 Os 113/04
    Entscheidungstext OGH 16.11.2004 14 Os 113/04
    Vgl auch
  • 13 Os 134/04
    Entscheidungstext OGH 09.02.2005 13 Os 134/04
    Auch
  • 14 Os 53/05h
    Entscheidungstext OGH 09.08.2005 14 Os 53/05h
    Auch
  • 15 Os 111/05w
    Entscheidungstext OGH 03.11.2005 15 Os 111/05w
    Vgl auch; Beisatz: Die inhaltlichen Antragserfordernisse des Beweisantrages können sich auch aus dem Zusammenhang - bezogen auf den Zeitpunkt der Antragstellung - unmissverständlich ergeben. (T6)
  • 15 Os 114/05m
    Entscheidungstext OGH 01.12.2005 15 Os 114/05m
    Vgl auch; nur T3
  • 15 Os 26/05x
    Entscheidungstext OGH 08.06.2006 15 Os 26/05x
    Auch; Beis wie T2
  • 13 Os 61/07f
    Entscheidungstext OGH 01.08.2007 13 Os 61/07f
    Auch; nur T5
  • 11 Os 74/07b
    Entscheidungstext OGH 21.08.2007 11 Os 74/07b
    Auch; nur T5; Beisatz: Erhebliche Tatsachen sind solche, die nach Denkgesetzen und Lebenserfahrung nicht gänzlich ungeeignet sind, den Ausspruch über eine entscheidende Tatsache, das heißt für Schuldspruch oder Subsumtion relevante Tatsachenfeststellung zu beeinflussen (WK-StPO § 281 Rz 340). (T7)
  • 13 Os 74/07t
    Entscheidungstext OGH 03.10.2007 13 Os 74/07t
    Vgl auch
  • 11 Os 135/07y
    Entscheidungstext OGH 29.01.2008 11 Os 135/07y
    Vgl auch
  • 12 Os 147/07w
    Entscheidungstext OGH 13.12.2007 12 Os 147/07w
    Auch; nur T5; nur T7
  • 15 Os 137/07x
    Entscheidungstext OGH 18.02.2008 15 Os 137/07x
    Beis wie T2; Bem: Vgl WK-StPO § 281 Rz 321. (T8)
  • 12 Os 156/07v
    Entscheidungstext OGH 13.03.2008 12 Os 156/07v
    Auch
  • 12 Os 11/08x
    Entscheidungstext OGH 13.03.2008 12 Os 11/08x
    Auch
  • 11 Os 72/08k
    Entscheidungstext OGH 19.08.2008 11 Os 72/08k
    Vgl auch
  • 11 Os 121/08s
    Entscheidungstext OGH 16.09.2008 11 Os 121/08s
    Vgl auch; Beis wie T7
  • 12 Os 88/08w
    Entscheidungstext OGH 22.08.2008 12 Os 88/08w
    Auch; Beis wie T1; Beis wie T2; Beisatz: Es wäre Sache des Antragstellers gewesen, eingehend darzulegen, inwieweit der für sich genommen jedenfalls keine entscheidende Tatsache betreffende Umstand - ungeachtet der solcherart dem Schöffengericht vermittelten Sach- und Beweislage - hätte geeignet sein können, den Ausspruch über entscheidende Tatsachen, mithin die Lösung der Schuldfrage, nachhaltig zu beeinflussen (WK-StPO § 281 Rz 332). (T9)
  • 13 Os 8/09i
    Entscheidungstext OGH 19.02.2009 13 Os 8/09i
    Auch
  • 14 Os 55/08g
    Entscheidungstext OGH 17.03.2009 14 Os 55/08g
    Vgl; Beisatz: Eine gegen die Missachtung von Beweisanträgen gerichtete Verfahrensrüge nur dann erfolgreich sein kann, wenn sie sich auf einen in der Hauptverhandlung gestellten entsprechenden Antrag bezieht, dem - unabhängig von der Person des Antragstellers - neben Beweismittel und Beweisthema zu entnehmen sein muss, warum die beantragte Beweisaufnahme das vom Antragsteller behauptete Ergebnis erwarten lasse und inwieweit dieses für Schuld- und Subsumtionsfrage (im Fall analoger Anwendung der Z 4 im Rahmen einer Sanktionsrüge: für die Sanktionsfrage) von Bedeutung ist, soweit dies nicht offensichtlich ist (§ 55 Abs 1 und Abs 2 StPO). (T10)
    Beisatz: Die Erheblichkeit fehlt einem Beweisantrag, wenn dafür die Richtigkeit einer vom Schöffengericht (Schwurgerichtshof) als unglaubwürdig abgelehnten Behauptung Voraussetzung wäre, wobei diese Einschätzung des erkennenden Gerichts sich naturgemäß nur auf den Urteilszeitpunkt beziehen kann, sodass jede davor getroffene Verfügung (§ 238 Abs 2 StPO) unter dieser auflösenden Bedingung steht. (T11)
    Beisatz: Wenn das Gesetz auch Prozessökonomie als Grund für die Abweisung eines Beweisantrags nur unter dem Gesichtspunkt der Undurchführbarkeit gelten lässt, wird vom Antragsteller (insbesonders von der Staatsanwaltschaft; vgl WK-StPO § 281 [2008] Rz 300) eine umso eingehendere Begründung dafür verlangt, warum das angestrebte Beweisergebnis erwartet werden kann, je mehr sein Verhalten eine bewusste Verfahrensverzögerung erkennen lässt und je fraglicher die Brauchbarkeit des geforderten Verfahrensschrittes im Lichte der übrigen Beweisergebnisse ist. (T12)
    Bem: Vgl zum Ganzen WK-StPO § 281 [2008] 330 ff, 342 ff). (T13)
  • 13 Os 82/09x
    Entscheidungstext OGH 27.08.2009 13 Os 82/09x
    Auch
  • 13 Os 84/09s
    Entscheidungstext OGH 27.08.2009 13 Os 84/09s
    Auch
  • 13 Os 108/10x
    Entscheidungstext OGH 30.09.2010 13 Os 108/10x
    Auch
  • 11 Os 160/10d
    Entscheidungstext OGH 20.01.2011 11 Os 160/10d
    Vgl auch
  • 11 Os 46/11s
    Entscheidungstext OGH 19.05.2011 11 Os 46/11s
    Vgl auch
  • 15 Os 82/11i
    Entscheidungstext OGH 21.09.2011 15 Os 82/11i
    Auch
  • 13 Os 122/11g
    Entscheidungstext OGH 17.11.2011 13 Os 122/11g
    Auch
  • 13 Os 125/12z
    Entscheidungstext OGH 20.12.2012 13 Os 125/12z
    Auch; Auch Beis wie T1
  • 15 Os 1/13f
    Entscheidungstext OGH 22.05.2013 15 Os 1/13f
    Auch; Beis wie T10; Beis wie T11; Beis wie T12
  • 13 Os 38/13g
    Entscheidungstext OGH 16.05.2013 13 Os 38/13g
    Vgl auch; Beis ähnlich wie T2
  • 12 Os 40/14w
    Entscheidungstext OGH 08.05.2014 12 Os 40/14w
    Vgl auch; Beis wie T10
  • 12 Os 32/13t
    Entscheidungstext OGH 03.07.2014 12 Os 32/13t
    Vgl auch; Beis wie T2
  • 13 Os 68/14w
    Entscheidungstext OGH 25.02.2015 13 Os 68/14w
    Auch
  • 11 Os 47/15v
    Entscheidungstext OGH 11.08.2015 11 Os 47/15v
    Auch; Beis wie T9
  • 11 Os 36/15a
    Entscheidungstext OGH 11.08.2015 11 Os 36/15a
    Vgl
  • 11 Os 108/15i
    Entscheidungstext OGH 20.10.2015 11 Os 108/15i
    Auch
  • 14 Os 56/15i
    Entscheidungstext OGH 08.03.2016 14 Os 56/15i
    Auch
  • 12 Os 19/16k
    Entscheidungstext OGH 07.04.2016 12 Os 19/16k
    Auch
  • 15 Os 145/15k
    Entscheidungstext OGH 14.03.2016 15 Os 145/15k
    Auch
  • 13 Os 134/15b
    Entscheidungstext OGH 09.03.2016 13 Os 134/15b
    nur T5
  • 15 Os 20/16d
    Entscheidungstext OGH 13.04.2016 15 Os 20/16d
    Auch
  • 15 Os 40/17x
    Entscheidungstext OGH 24.05.2017 15 Os 40/17x
    Auch; Beis wie T9
  • 13 Os 80/18s
    Entscheidungstext OGH 19.12.2018 13 Os 80/18s
    Auch
  • 15 Os 94/18i
    Entscheidungstext OGH 21.11.2018 15 Os 94/18i
    Auch; Beis wie T9
  • 11 Os 19/20h
    Entscheidungstext OGH 31.03.2020 11 Os 19/20h
    Vgl; Beis wie insb T9
  • 14 Os 32/21v
    Entscheidungstext OGH 27.04.2021 14 Os 32/21v
    Vgl
  • 14 Os 37/21d
    Entscheidungstext OGH 01.06.2021 14 Os 37/21d
    Vgl
  • 15 Os 95/22t
    Entscheidungstext OGH 16.02.2023 15 Os 95/22t
    vgl
  • 15 Os 13/23k
    Entscheidungstext OGH 24.05.2023 15 Os 13/23k
    vgl
  • 15 Os 64/23k
    Entscheidungstext OGH 29.06.2023 15 Os 64/23k
    vgl
  • 12 Os 62/24w
    Entscheidungstext OGH 05.09.2024 12 Os 62/24w
    vgl
  • 14 Os 65/25b
    Entscheidungstext OGH 24.07.2025 14 Os 65/25b
    vgl
  • 15 Os 7/26g
    Entscheidungstext OGH 25.02.2026 15 Os 7/26g
    vgl

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2002:RS0116503

Im RIS seit

28.06.2002

Zuletzt aktualisiert am

09.04.2026

Dokumentnummer

JJR_20020529_OGH0002_0130OS00034_0200000_001

Rechtssatz für 14Os34/98; 14Os121/02; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0110150

Geschäftszahl

14Os34/98; 14Os121/02; 13Os43/03; 15Os2/04; 13Os55/04 (13Os56/04); 13Os12/05x; 14Os53/05h; 13Os90/05t; 13Os29/06y; 11Os104/04; 12Os162/09d; 12Os41/11p; 11Os106/11i; 12Os124/12w; 15Os84/14p; 17Os16/15d; 14Os86/15a; 14Os25/16g; 11Os35/16f; 12Os67/16v; 11Os7/17i; 15Os54/17f; 12Os3/19m (12Os4/19h); 11Os13/19z; 15Os16/20x; 15Os77/20t; 12Os53/21t (12Os54/21i; 12Os55/21m; 12Os56/21h; 12Os57/21f); 14Os3/22f; 12Os23/22g (12Os24/22d); 14Os110/22s; 11Os141/25g; 14Os17/26w

Entscheidungsdatum

17.03.2026

Norm

StPO §252 Abs1
  1. StPO § 252 heute
  2. StPO § 252 gültig ab 17.02.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 182/2023
  3. StPO § 252 gültig von 01.01.2008 bis 16.02.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 93/2007
  4. StPO § 252 gültig von 01.03.2005 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 164/2004
  5. StPO § 252 gültig von 01.10.2002 bis 28.02.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 134/2002
  6. StPO § 252 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/1997
  7. StPO § 252 gültig von 01.01.1998 bis 30.09.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/1997
  8. StPO § 252 gültig von 01.01.1994 bis 31.12.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 526/1993
  9. StPO § 252 gültig von 31.12.1975 bis 31.12.1993

Rechtssatz

Beruft sich ein Zeuge in der Hauptverhandlung - ohne die Aussage oder die Beantwortung von Fragen zu verweigern - auf frühere Angaben, so dürfen diese verlesen werden. Paragraph 252, Absatz eins, StPO ist auf diesen Fall nicht anwendbar.

Entscheidungstexte

  • 14 Os 34/98
    Entscheidungstext OGH 12.05.1998 14 Os 34/98
  • 14 Os 121/02
    Entscheidungstext OGH 12.11.2002 14 Os 121/02
    Auch; Beisatz: Eine auf die Identifikation der Zeugin mit dem Inhalt der nichtigen Aussage im Vorverfahren gegründete Wiedergabe des Vernehmungsprotokolls stellt so gesehen keine aus Z 2 oder 3 des § 281 Abs 1 StPO beachtliche Verlesung dar. Selbst wenn darüber hinaus gegen den Widerspruch des Beschwerdeführers das Vernehmungsprotokoll nichtigkeitsbegründend (erneut) verlesen worden wäre, kann ein in bloßer Wiederholung des bereits vorgekommenen Beweisergebnisses bestehender nachteiliger Einfluss auf die Entscheidung ausgeschlossen werden (§ 281 Abs 3 StPO). (T1)
  • 13 Os 43/03
    Entscheidungstext OGH 03.09.2003 13 Os 43/03
    Vgl; Beisatz: Hier: Aufrecht erhaltene "bisherige Verantwortungen" der Angeklagten. (T2)
  • 15 Os 2/04
    Entscheidungstext OGH 19.02.2004 15 Os 2/04
    Auch; Beisatz: Es liegt kein nichtigkeitsbegründendes Unmittelbarkeitssurrogat iSd § 252 Abs 1 StPO vor, wenn sich ein Zeuge bei seiner Vernehmung in der Hauptverhandlung auf seine frühere Aussage beruft, oder diese, ohne dass ein Fall der Abweichung nach § 252 Abs 1 Z 2 StPO vorliegt, bloß ergänzend verlesen wird. (T3)
  • 13 Os 55/04
    Entscheidungstext OGH 19.05.2004 13 Os 55/04
    Vgl; Beis wie T2
  • 13 Os 12/05x
    Entscheidungstext OGH 02.03.2005 13 Os 12/05x
    Vgl; Beis ähnlich wie T3
  • 14 Os 53/05h
    Entscheidungstext OGH 09.08.2005 14 Os 53/05h
    Auch
  • 13 Os 90/05t
    Entscheidungstext OGH 28.09.2005 13 Os 90/05t
    Vgl; Beis ähnlich wie T3
  • 13 Os 29/06y
    Entscheidungstext OGH 03.05.2006 13 Os 29/06y
    Vgl; Beis ähnlich wie T3
  • 11 Os 104/04
    Entscheidungstext OGH 23.01.2007 11 Os 104/04
  • 12 Os 162/09d
    Entscheidungstext OGH 26.11.2009 12 Os 162/09d
  • 12 Os 41/11p
    Entscheidungstext OGH 03.05.2011 12 Os 41/11p
    Auch; Beis wie T3
  • 11 Os 106/11i
    Entscheidungstext OGH 06.10.2011 11 Os 106/11i
    Auch
  • 12 Os 124/12w
    Entscheidungstext OGH 31.01.2013 12 Os 124/12w
    Vgl auch
  • 15 Os 84/14p
    Entscheidungstext OGH 27.08.2014 15 Os 84/14p
  • 17 Os 16/15d
    Entscheidungstext OGH 14.09.2015 17 Os 16/15d
    Auch; Beis wie T3
  • 14 Os 86/15a
    Entscheidungstext OGH 26.01.2016 14 Os 86/15a
    Auch; Beisatz: Die Verlesung eines schriftlichen Sachverständigengutachtens nach vorangegangener mündlicher Gutachtenserörterung durch den Sachverständigen, der sich dabei ausdrücklich auch auf das schriftliche Gutachten stützte, stellt kein Unmittelbarkeitssurrogat dar. (T4)
  • 14 Os 25/16g
    Entscheidungstext OGH 12.04.2016 14 Os 25/16g
    Auch
  • 11 Os 35/16f
    Entscheidungstext OGH 14.06.2016 11 Os 35/16f
  • 12 Os 67/16v
    Entscheidungstext OGH 26.01.2017 12 Os 67/16v
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Verweis des Angeklagten auf eine in einem Aktenvermerk festgehaltene Befragung, die unzulässiger Weise in Form einer Erkundigung (§ 152 Abs 1 zweiter Halbsatz StPO) durchgeführt wurde. (T5)
  • 11 Os 7/17i
    Entscheidungstext OGH 30.05.2017 11 Os 7/17i
    Auch; Beis wie T4
  • 15 Os 54/17f
    Entscheidungstext OGH 28.06.2017 15 Os 54/17f
    Auch; Beis wie T4
  • 12 Os 3/19m
    Entscheidungstext OGH 24.01.2019 12 Os 3/19m
  • 11 Os 13/19z
    Entscheidungstext OGH 26.02.2019 11 Os 13/19z
    Beis wie T4
  • 15 Os 16/20x
    Entscheidungstext OGH 18.05.2020 15 Os 16/20x
    Vgl; Beis wie T4
  • 15 Os 77/20t
    Entscheidungstext OGH 31.08.2020 15 Os 77/20t
    Vgl; Beis wie T3
  • 12 Os 53/21t
    Entscheidungstext OGH 29.07.2021 12 Os 53/21t
    Vgl; Beis wie T3
  • 14 Os 3/22f
    Entscheidungstext OGH 30.03.2022 14 Os 3/22f
    Vgl; Beis wie T3
  • 12 Os 23/22g
    Entscheidungstext OGH 02.06.2022 12 Os 23/22g
    Vgl
  • 14 Os 110/22s
    Entscheidungstext OGH 25.04.2023 14 Os 110/22s
    vgl; Beisatz wie T3
  • 11 Os 141/25g
    Entscheidungstext OGH 13.01.2026 11 Os 141/25g
    vgl; Beisatz wie T4
  • 14 Os 17/26w
    Entscheidungstext OGH 17.03.2026 14 Os 17/26w
    vgl

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1998:RS0110150

Im RIS seit

11.06.1998

Zuletzt aktualisiert am

17.06.2026

Dokumentnummer

JJR_19980512_OGH0002_0140OS00034_9800000_002

Entscheidungstext 14Os53/05h

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Rechtsgebiet

Strafrecht

Geschäftszahl

14Os53/05h

Entscheidungsdatum

09.08.2005

Anmerkung

E78123 14Os53.05h

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat am 9. August 2005 durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofes Mag. Strieder als Vorsitzenden sowie durch die Hofräte des Obersten Gerichtshofes Dr. Zehetner, Hon. Prof. Dr. Ratz, Dr. Philipp und Dr. Danek als weitere Richter, in Gegenwart des Richteramtsanwärters Mag. Wagner als Schriftführer, in der Strafsache gegen Siegfried D***** wegen der Verbrechen des schweren sexuellen Missbrauchs von Unmündigen nach Paragraph 206, Absatz eins, StGB und weiterer strafbarer Handlungen über die Nichtigkeitsbeschwerde und die Berufung des Angeklagten gegen das Urteil des Landesgerichtes Feldkirch als Schöffengericht vom 30. Dezember 2004, GZ 41 Hv 4/04k-58, nach Anhörung des Generalprokurators in nichtöffentlicher Sitzung den Beschluss

gefasst:

Spruch

Die Nichtigkeitsbeschwerde wird zurückgewiesen.

Zur Entscheidung über die Berufung werden die Akten dem Oberlandesgericht Innsbruck zugeleitet.

Dem Angeklagten fallen auch die Kosten des bisherigen Rechtsmittelverfahrens zur Last.

Text

Gründe:

Mit dem angefochtenen Urteil wurde Siegfried D***** des (richtig: der) Verbrechen(s) des schweren sexuellen Missbrauchs von Unmündigen nach Paragraph 206, Absatz eins, StGB (römisch eins), der Unzucht mit Unmündigen nach Paragraph 207, Absatz eins, aF StGB (römisch zwei), des sexuellen Missbrauchs von Unmündigen nach Paragraph 207, Absatz eins, StGB (römisch drei) und des (richtig: der) Vergehen des Missbrauchs eines Autoritätsverhältnisses nach Paragraph 212, Absatz eins, (Ziffer eins,) StGB (römisch vier) schuldig erkannt.

Danach hat er

römisch eins) von 1991 bis zum 22. Mai 1998 in Koblach, Feldkirch und Liechtenstein in wiederholten, selbständigen Angriffen mit einer unmündigen Person, nämlich mit seiner am 22. Mai 1984 geborenen Stieftochter Stefanie Maria D*****, den Beischlaf unternommen, indem er mit seinem Penis in ihre Scheide eindrang und einen Geschlechtsverkehr durchführte, sowie in zwei Fällen mit seinem Penis in ihre Scheide einzudringen versuchte;

römisch zwei) von 1992 bis zum 22. Mai 1998 in Koblach und Feldkirch in wiederholten selbständigen Angriffen eine unmündige Person, nämlich seine am 22. Mai 1984 geborene Stieftochter Stefanie Maria D*****, auf andere Weise als durch Beischlaf zur Unzucht missbraucht, indem er sie anhielt, Oralverkehr an ihm durchzuführen, ihre Scheide leckte, Finger in ihre Scheide einführte und in einem Fall eine ca 23 cm lange Perlenkette in ihre Scheide einführte;

römisch drei) von 1991 bis zum 22. Mai 1998 in Koblach und Feldkirch in wiederholten selbständigen Angriffen außer dem Fall des Paragraph 206, StGB eine geschlechtliche Handlung an einer unmündigen Person vorgenommen sowie von der unmündigen Person an sich vornehmen lassen, indem er seine am 22. Mai 1984 geborene Stieftochter Stefanie Maria D***** teilweise über der Kleidung, teilweise unter der Kleidung im Genitalbereich betastete und streichelte sowie sie anhielt, seinen Penis in die Hand zu nehmen und ihn durch Handonanie bis zum Samenerguss zu befriedigen;

römisch vier) sein minderjähriges Stiefkind, nämlich seine am 22. Mai 1984 geborene Stieftochter Stefanie Maria D*****, „zur Unzucht missbraucht", und zwar

1) von 1991 bis zum 22. Mai 1998 in Koblach, Feldkirch und Liechtenstein in Tateinheit mit den unter Punkt römisch eins), römisch zwei) und römisch drei) angeführten Taten auf die dort geschilderte Art und Weise;

2) vom 22. Mai 1998 bis zum 22. Mai 2002 in Feldkirch in wiederholten selbständigen Angriffen, indem er mit Stefanie Maria D***** Vaginal- oder Oralverkehr sowie in zwei Fällen Analverkehr durchführte, in zwei weiteren Fällen versuchte mit seinem steifen Penis in ihren After einzudringen, ihre Scheide leckte, Finger in ihre Scheide einführte, sie anhielt, ihn durch Handonanie bis zum Samenerguss zu befriedigen, sie teilweise über der Kleidung, teilweise unter der Kleidung im Genitalbereich und an den Brüsten betastete und streichelte sowie in einem Fall ihren Genitalbereich mit Rasierschaum einschmierte und begann, sie dort zu rasieren.

Rechtliche Beurteilung

Die gegen dieses Urteil gerichtete, auf Paragraph 281, Absatz eins, Ziffer 3, 4, 5, 5 a und 11 StPO gestützte Nichtigkeitsbeschwerde des Angeklagten ist nicht im Recht.

Mit dem Nichtigkeitsgrund nach Paragraph 281, Absatz eins, Ziffer 3, StPO moniert der Beschwerdeführer, dass trotz seiner Einwände die im Vorverfahren abgelegten Angaben der Zeugin Daniela S***** und darüber hinaus zwei Bestätigungen von Dr. Christiane Sch***** entgegen Paragraph 252, Absatz eins, StPO verlesen worden seien.

Zunächst muss sich der Angeklagte entgegenhalten lassen, dass er insoweit widersprüchliche Prozesserklärungen abgegeben hat, als er sich zunächst gegen die Verlesung sämtlicher Aussagen aussprach, unmittelbar darauf aber die wörtliche Verlesung des gesamten Akteninhalts beantragte (S 163/III). Darüber hinaus verzichtete er ausdrücklich auf die tatsächliche Verlesung einzelner Aktenbestandteile und erklärte sich nach einem Referat über deren Inhalt damit einverstanden, dass dieser als verlesen gilt (S 181/III und S 223/III). Nach der letzten Prozesserklärung strebte er daher gerade jene Verlesungen an, die er nunmehr als unzulässig moniert. Im Übrigen übergeht der Rechtsmittelwerber, dass sich die Zeugin Daniela S***** bei ihrer Vernehmung in der Hauptverhandlung vom 13. Mai 2004 ausdrücklich auf ihre Angaben vor der Sicherheitsbehörde bezog (S 115/III), sodass deren Verlesung keinen Fall des Paragraph 252, Absatz eins, StPO betrifft vergleiche Ratz, WK-StPO Paragraph 281, Rz 230).

Die beiden Bestätigungen der Psychotherapeutin Dr. Christiane Sch***** (ON 40a und ON 55) über die Behandlung der Stefanie Maria D***** sind jeweils an den Privatbeteiligtenvertreter gerichtet und deswegen keine gerichtlichen oder sonstigen amtlichen Protokolle über die Vernehmung eines Zeugen iSd Paragraph 252, Absatz eins, StPO, sodass deren Verlesung schon gemäß Paragraph 252, Absatz 2, StPO zwingend geboten war vergleiche Ratz, WK-StPO Paragraph 281, Rz 229).

Die Verfahrensrüge (Ziffer 4,) wendet sich gegen die Abweisung des Antrags auf neuerliche Ladung und Einvernahme der Zeugin Stefanie Maria D***** zum Beweis dafür, dass vom Angeklagten keinerlei Missbrauchshandlungen ausgegangen sind (S 223/III in Verbindung mit ON 54). Das Vorbringen, diese Zeugin sei trotz des in der Hauptverhandlung vom 22. März 2004 in Anspruch genommenen Aussageentschlagungsrechtes nach Paragraph 152, Absatz eins, Ziffer 2 a, StPO in Verbindung mit Paragraph 162 a, StPO (S 81/III) zu einer Aussage im Strafverfahren bereit, weil sie im von ihr als Klägerin gegen ihre Mutter und Ehegattin des Angeklagten geführten Unterhaltsprozess beim Bezirksgericht Feldkirch, AZ 9 C 50/04h, ausgesagt hatte, missachtet die im Anschluss an den schriftlich gestellten Beweisantrag vom Gericht eingeholte Erklärung der Stefanie Maria D***** vom 24. Dezember 2004, dass sie im Strafverfahren gegen ihren Stiefvater nicht mehr aussagen will (S 217/III). Somit war die beantragte Beweisaufnahme unzulässig.

Durch die gerügte Abweisung des Antrags auf Vernehmung der Zeugen Christiane R*****, Elisabeth R*****, Irene L*****, Markus L***** und Dietmar B***** zum Beweis dafür, dass Stefanie Maria D***** wiederholt gegenüber Dritten davon gesprochen hat, den Angeklagten zu erpressen (S 223/III in Verbindung mit ON 54), wurden Verteidigungsrechte des Beschwerdeführers nicht beeinträchtigt. Selbst wenn man davon ausginge, dass damit auf die Angaben der Zeugin Brigitte D***** in der Hauptverhandlung vom 13. Mai 2004 Bezug genommen wurde, wonach ein Mitschüler des Tatopfers erzählt habe, in der Klasse seien Fotos zur Sprache gekommen und Stefanie Maria D***** hätte gefragt, ob sie mit diesen Lichtbildern den Vater wegen ihres Unterhalts „erpressen" könne (S 163/III), lässt der Beweisantrag jegliche Konkretisierung dahingehend vermissen, weshalb diesem Umstand eine erhebliche, den Ausspruch über eine entscheidungswesentliche Tatsache beeinflussende Bedeutung zukommen sollte vergleiche Ratz, WK-StPO Paragraph 281, Rz 29, 332), zumal die sichergestellten Negative dieser Fotos von den Tatrichtern herangezogen wurden, um die Täterschaft des Siegfried D***** zu untermauern (US 22 f). Die erst in der Beschwerde dazu vorgebrachten Argumente sind prozessual verspätet, weil in der Verfahrensrüge die Berechtigung des Antrags stets auf den Antragszeitpunkt bezogen zu prüfen ist vergleiche Ratz, WK-StPO Paragraph 281, Rz 325).

Gleiches gilt für die Abweisung des Antrags auf Einholung eines verhaltenspsychologischen Gutachtens zum Beweis dafür, dass Stefanie Maria D***** vom Beschwerdeführer nicht missbraucht worden ist und insbesondere das Verhalten der Stefanie D***** geradezu die dem Angeklagten vergeworfene Missbrauchshandlungen ausschließen (S 223/III in Verbindung mit ON 54). Auch diesem Begehren fehlt jegliche nähere Ausführung, inwieweit ein Verhaltenspsychologe aus nicht näher spezifizierten Reaktionen des Tatopfers aussagepsychologische Schlüsse zur Unrichtigkeit der von Stefanie Maria D***** erhobenen Vorwürfe ziehen könnte. In diesem Zusammenhang angestellte Beschwerdeerwägungen sind wiederum - wie oben bereits dargelegt - prozessual verspätet.

Die in der Mängelrüge (Ziffer 5,) behauptete offenbar unzureichende Begründung, weil sich das erkennende Gericht bei Feststellung einer missbrauchsbedingten traumatischen Erfahrung des Tatopfers auf die Behandlungsbestätigungen der Dr. Christiane Sch***** vom 3. Mai 2004 (ON 40a) und vom 22. Dezember 2004 (ON 55) stützte, diese aber nicht verlesen worden und solcherart auch nicht vorgekommen seien, lässt außer Acht, dass nach dem Hauptverhandlungsprotokoll der gesamte bis zur Hauptverhandlung am 30. Dezember 2004 vorhandene Band römisch drei mit Ausnahme einzelner, im Protokoll ausdrücklich genannter Passagen verlesen wurde (S 223/III). Damit wurde jedenfalls auch die Bestätigung vom 3. Mai 2004 (S 95a/III) zum Verhandlungsgegenstand. Die vom Privatbeteiligungsvertreter nach Schluss des Beweisverfahrens vorgelegte Bestätigung vom 22. Dezember 2004 (ON 55) wurde vom Vorsitzenden nicht nur zum Akt genommen, sondern - wie aus dem Hauptverhandlungsprotokoll hervorgeht - noch vor den Schlussworten des Verteidigers und des Angeklagten auch inhaltlich dargetan (S 223 ff/III). Solcherart ist dieses Schriftstück in der Hauptverhandlung vorgekommen und konnte daher auch verwertet werden. Das weitere Vorbringen zu einer widersprüchlichen Begründung zeigt nicht auf, welche Begründungsansätze im Ersturteil nach den Denkgesetzen nebeneinander nicht bestehen können. Vielmehr versucht der Beschwerdeführer mit eigenen, teils spekulativen Beweiswerterwägungen die formal fehlerfreie Beweiswürdigung der Tatrichter zu bekämpfen.

In der Tatsachenrüge (Ziffer 5 a,) werden bloß einzelne Details der umfangreichen Überlegungen des erkennenden Gerichts aus dem Zusammenhang gerissen und isoliert in einem für den Rechtsmittelwerber günstigeren Licht analysiert. Insbesondere übergeht die Beschwerde die Bewertungen der Tatrichter zur gezielten Vorgangsweise des Angeklagten, der sein Tatopfer bereits im Alter von sechs bzw sieben Jahren schrittweise auf spätere sexuelle Übergriffe „vorbereitete" und die sexuellen Missbräuche mit teilweise aufwendigen Belohnungen für seine Stieftochter verbunden hatte (US 8 ff, 25 f), sodass sie - aus der Sicht des Erstgerichts - die an ihr vorgenommenen oder von ihr verlangten geschlechtlichen Handlungen geradezu als Alltäglichkeiten empfinden konnte. Diese Vorgangsweise unterstreicht nach Auffassung des erkennenden Senats andererseits auch das von Siegfried D***** bestrittene (im Hinblick auf Paragraph 212, Absatz eins, Ziffer eins, StGB iS einer Ausnutzung der Autorität als Stiefvater nicht schulderhebliche; vergleiche 13 Os 78/03) Abhängigkeitsverhältnis zwischen Täter und Missbrauchsopfer (US 19, 26, 40).

Inwieweit die als übergangen (Ziffer 5, zweiter Fall) gerügten Angaben des Zeugen Josef A***** entscheidende Tatsachen betreffen, wird in der Rüge nicht dargetan.

Der Einwand, dieser jahrelange Missbrauch hätte vor der Mutter des Kindes nicht geheimgehalten werden können, übergeht die dazu angestellten Erwägungen des Schöffengerichtes, wonach der Angeklagte die oftmalige Abwesenheit der Brigitte D***** ausgenutzt hatte und die Mutter des Tatopfers nach dem Eindruck der Tatrichter bemüht war, das von ihrer Tochter geschilderte Verhalten ihres Ehegatten zu verdrängen (US 21).

Mit diesem Vorbringen vermag der Beschwerdeführer keine sich aus den Akten ergebenden erheblichen Bedenken gegen die Richtigkeit der dem Schuldspruch zugrundegelegten Tatsachen aufzuzeigen. Die Strafbemessungsrüge (Ziffer 11,) schließlich behauptet einen Verstoß gegen das Doppelverwertungsverbot, ohne aber darzulegen, inwieweit der kritisierte, den Handlungs- und Gesinnungsunwert steigernde Umstand eines jahrelang andauernden, planvoll überlegten und intensiven sexuellen Missbrauchs strafbarkeitsbegründende oder qualifizierende Elemente betreffen sollte.

Soweit sich der Angeklagte gegen die Höhe der ausgemessenen Freiheitsstrafe wendet, führt er lediglich eine Berufung aus. Die Nichtigkeitsbeschwerde war daher - in Übereinstimmung mit der Stellungnahme des Generalprokurators, jedoch entgegen einer dazu gemäß Paragraph 35, Absatz 2, StPO erstatteten Äußerung - als offenbar unbegründet bei nichtöffentlicher Beratung sofort zurückzuweisen (Paragraph 285 d, StPO). Daraus folgt, dass zur Entscheidung über die Berufung der Gerichtshof zweiter Instanz zuständig ist (Paragraph 285 i, StPO).

Die Kostenentscheidung stützt sich auf Paragraph 390 a, Absatz eins, StPO.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2005:0140OS00053.05H.0809.000

Dokumentnummer

JJT_20050809_OGH0002_0140OS00053_05H0000_000