Rechtssatz für 15Os113/93 11Os19/95 14...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0065949

Geschäftszahl

15Os113/93; 11Os19/95; 14Os129/15z

Entscheidungsdatum

12.04.2016

Rechtssatz

Der Gewahrsam an einem vinkulierten Sparbuch und die Kenntnis des Losungswortes ist dem Erwerb der Verfügungsberechtigung über eine Spareinlage nicht gleichzusetzen. Vielmehr ergibt sich aus der Bestimmung des Paragraph 18, KWG, daß die Bank auch einem durch Vorlage des Sparbuches und Angabe des Losungswortes dem äußeren Anschein nach legitimierten Abheber bei Bedenken gegen dessen materielle Berechtigung die Auszahlung verweigern kann und in Kenntnis der mangelnden Verfügungsberechtigung auch verweigern muß (Paragraph 1295, Absatz 2, ABGB; vergleiche Fremuth - Laurer - Pötzlberger - Ruess, KWG 2.Auflage RdZ 10 zu Paragraph 18, KWG). Wer daher ein vinkuliertes Sparbuch unter Angabe des Losungswortes vorlegt, um von einem Sparkonto abzuheben, weist damit nicht nur seine formelle Legitimation nach; dieses Verhalten schließt auch die stillschweigende Behauptung ein, zur Verfügung über die Spareinlage (materiell) berechtigt zu sein (EvBl 1982/134).

Entscheidungstexte

  • 15 Os 113/93
    Entscheidungstext OGH 28.10.1993 15 Os 113/93
    Veröff: EvBl 1994/29 S 133
  • 11 Os 19/95
    Entscheidungstext OGH 28.02.1995 11 Os 19/95
  • 14 Os 129/15z
    Entscheidungstext OGH 12.04.2016 14 Os 129/15z
    Vgl

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1993:RS0065949

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

11.05.2016

Dokumentnummer

JJR_19931028_OGH0002_0150OS00113_9300000_001

Rechtssatz für 9Os56/75 13Os62/76 9Os8...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0093543

Geschäftszahl

9Os56/75; 13Os62/76; 9Os85/76; 11Os12/82; 12Os68/86; 11Os143/87; 15Os84/88; 12Os99/89; 15Os108/90; 16Os20/91; 13Os8/92; 15Os7/93; 15Os113/93; 11Os19/95; 13Os129/98; 15Os167/03; 13Os20/08b; 14Os180/08i; 15Os57/11p (15Os58/11k, 15Os59/11g, 15Os60/11d, 15Os61/11a); 14Os99/11g; 12Os17/12k; 11Os34/15g (11Os40/15i); 14Os129/15z; 12Os4/17f; 14Os71/18z

Entscheidungsdatum

03.08.2018

Rechtssatz

Ein vinkuliertes Sparkasseneinlagebuch ist ohne Rücksicht darauf, ob dem Täter das Losungswort bekannt ist oder nicht, kein taugliches Objekt eines Diebstahls. Unternimmt es der Täter aber in der Folge, ein solches Sparkasseneinlagebuch dadurch zu realisieren, dass er einen anderen über seine Berechtigung zur Verfügung über die betreffende Spareinlage in Irrtum führt, so hat er - bei Vorliegen der übrigen Tatbestandsmerkmale - Betrug zu verantworten (keine Änderung der Rechtslage gegenüber dem StG-Recht; vergleiche hiezu EvBl 1965/17 ua).

Entscheidungstexte

  • 9 Os 56/75
    Entscheidungstext OGH 17.09.1975 9 Os 56/75
    Veröff: SSt 46/45
  • 13 Os 62/76
    Entscheidungstext OGH 18.08.1976 13 Os 62/76
    Vgl; Beisatz: Stellungnahme der GenProk im Akt, dass auch eine missbräuchliche Abhebung von einem durch Losungswort vinkulierten Sparbuch durch den Verwahrer - der keine Erlaubnis zu Abhebungen hatte - Betrug ist. (T1)
  • 9 Os 85/76
    Entscheidungstext OGH 30.09.1976 9 Os 85/76
  • 11 Os 12/82
    Entscheidungstext OGH 31.03.1982 11 Os 12/82
    nur: Unternimmt es der Täter aber in der Folge, ein solches Sparkasseneinlagebuch dadurch zu realisieren, dass er einen anderen über seine Berechtigung zur Verfügung über die betreffende Spareinlage in Irrtum führt, so hat er - bei Vorliegen der übrigen Tatbestandsmerkmale - Betrug zu verantworten. (T2) Veröff: EvBl 1982/134 S 440 = SSt 53/18
  • 12 Os 68/86
    Entscheidungstext OGH 03.07.1986 12 Os 68/86
    Beisatz: Selbst wenn der Täter das Losungswort kennt, tritt der Vermögensschaden erst mit der Realisierung eines vinkulierten Sparbuchs ein, weshalb erst mit der (versuchten) Realisierung eine strafbare Handlung gegen fremdes Vermögen (durch - versuchten - Betrug) in Betracht kommt. (T3)
  • 11 Os 143/87
    Entscheidungstext OGH 22.12.1987 11 Os 143/87
  • 15 Os 84/88
    Entscheidungstext OGH 20.09.1988 15 Os 84/88
    Vgl auch; Beisatz: Ein vinkuliertes Sparbuch ist kein Wertträger, selbst wenn der Täter das Losungswort kennt. (T4) Veröff: RZ 1989/20 S 67
  • 12 Os 99/89
    Entscheidungstext OGH 14.09.1989 12 Os 99/89
    Beis wie T4
  • 15 Os 108/90
    Entscheidungstext OGH 30.10.1990 15 Os 108/90
    Beis wie T3; Beis wie T4; Beisatz: Betrug kommt neben Urkundenunterdrückung (§ 229 StGB) in Betracht. (T5) Veröff: JBl 1991,808
  • 16 Os 20/91
    Entscheidungstext OGH 17.05.1991 16 Os 20/91
    Beis wie T5
  • 13 Os 8/92
    Entscheidungstext OGH 20.05.1992 13 Os 8/92
    Beisatz: Vinkulierte Sparbücher sind keine Wertträger (SSt 44/45 uva) und können solchermaßen auch nicht Gegenstand einer Raubtat und damit auch nicht eines Raubkomplottes sein. (T6)
  • 15 Os 7/93
    Entscheidungstext OGH 11.03.1993 15 Os 7/93
    Vgl auch; Beisatz: Das Wegwerfen eines vinkulierten Sparbuchs begründet das Vergehen der Urkundenunterdrückung nach § 229 Abs 1 StGB, nicht jenes der dauernden Sachentziehung nach § 135 Abs 1 StGB. (T7)
  • 15 Os 113/93
    Entscheidungstext OGH 28.10.1993 15 Os 113/93
    Vgl auch; Veröff: EvBl 1994/29 S 133
  • 11 Os 19/95
    Entscheidungstext OGH 28.02.1995 11 Os 19/95
  • 13 Os 129/98
    Entscheidungstext OGH 11.11.1998 13 Os 129/98
    nur: Ein vinkuliertes Sparkasseneinlagebuch ist ohne Rücksicht darauf, ob dem Täter das Losungswort bekannt ist oder nicht, kein taugliches Objekt eines Diebstahls. (T8)
  • 15 Os 167/03
    Entscheidungstext OGH 19.02.2004 15 Os 167/03
    nur T8; Beis wie T4
  • 13 Os 20/08b
    Entscheidungstext OGH 14.05.2008 13 Os 20/08b
    Vgl auch
  • 14 Os 180/08i
    Entscheidungstext OGH 17.02.2009 14 Os 180/08i
    Vgl; nur T8; Beisatz: Hier: Bankomatkarte ohne aufgeladene Quick-Chip-Funktion. (T9)
  • 15 Os 57/11p
    Entscheidungstext OGH 29.06.2011 15 Os 57/11p
    Vgl auch; nur T8; Beis ähnlichwie T4; Beis ähnlich wie T5
  • 14 Os 99/11g
    Entscheidungstext OGH 04.10.2011 14 Os 99/11g
    Vgl auch; Beis wie T5
  • 12 Os 17/12k
    Entscheidungstext OGH 12.04.2012 12 Os 17/12k
    Vgl auch; Beisatz: Mangels Feststellung der Sicherung des Sparbuchs durch ein Losungswort liegt ein Rechtsfehler vor, weil die bloße Bezeichnung „Sparbuch“ für die rechtsrichtige Subsumtion nicht ausreicht. Die ‑ mit Bereicherungsvorsatz begangene ‑ Wegnahme von als selbstständige Wertträger zu beurteilenden Urkunden ist § 127 StGB zu unterstellen, die Unterdrückung anderer Urkunden (beispielsweise legitimierter Sparbücher) demgegenüber nach § 229 Abs 1 StGB zu bestrafen. (T10)
  • 11 Os 34/15g
    Entscheidungstext OGH 08.04.2015 11 Os 34/15g
    Vgl; Beis wie T10
  • 14 Os 129/15z
    Entscheidungstext OGH 12.04.2016 14 Os 129/15z
    Auch
  • 12 Os 4/17f
    Entscheidungstext OGH 06.04.2017 12 Os 4/17f
    Auch; Beis wie T10
  • 14 Os 71/18z
    Entscheidungstext OGH 03.08.2018 14 Os 71/18z
    Auch

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1975:RS0093543

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

17.09.2018

Dokumentnummer

JJR_19750917_OGH0002_0090OS00056_7500000_003