Verwaltungsgerichtshof (VwGH)

Rechtssatz für 82/16/0165

Entscheidungsart

Erkenntnis VS

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 5876 F/1984

Rechtssatznummer

1

Geschäftszahl

82/16/0165

Entscheidungsdatum

02.04.1984

Index

10/07 Verwaltungsgerichtshof
32/06 Verkehrsteuern

Norm

GrEStG 1955 §20 Abs1 Z1;
VwGG §13 Abs1 Z1;

Beachte

Besprechung in: im AnwBl 1985/5, S 263 ff; Abgehen von Vorjudikatur (demonstrative Auflistung): 0531/53 E 20. April 1955 VwSlg 1142 F/1955 RS 3; 0531/53 E 20. April 1955 VwSlg 1142 F/1955 RS 1; 0864/59 E 12. Oktober 1959 VwSlg 2086 F/1959 RS 1; 1331/76 E 22. September 1978 RS 1; 1893/64 E 25. März 1965 VwSlg 3245 F/1965; RS 1; 1894/64 E 25. März 1965 VwSlg 3246 F/1965; RS 2; 1264/72 E 5. Juli 1973 RS 1; 0478/61 E 3. Oktober 1961 RS 1; (RIS: abgv) Abgehen von Vorjudikatur (demonstrative Auflistung): 1483/75 E 1. Juli 1976 RS 2 2031/56 E 15. Februar 1960 VwSlg 2173 F/1960 RS 1 (RIS: abgv)

Rechtssatz

Ein Erwerbsvorgang ist iSd Paragraph 20, Absatz eins, Ziffer eins, GrEStG 1955 nicht rückgängig gemacht, wenn der Vertrag zwar - was die Vertragsfreiheit des Schuldrechtes erlaubt - der Form nach aufgehoben, die durch diesen Vertrag begründete Verfügungsmöglichkeit aber weiterhin beim Erwerber verbleibt und der Verkäufer seine ursprüngliche (freie) Rechtsstellung nicht wiedererlangt. Erfolgt die Aufhebung des Kaufvertrages lediglich zu dem Zweck der gleichzeitigen Übertragung des Grundstückes auf eine vom Käufer ausgewählte dritte Person zu vom Käufer bestimmten Bedingungen und Preisen, ohne daß der Verkäufer in irgendeiner Weise sein früheres Verfügungsrecht über das Grundstück zurückerlangt, ist der frühere Kaufvertrag über seine formale Aufhebung hinaus auch nicht teilweise "rückgängig gemacht" worden.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1984:1982160165.X01

Im RIS seit

19.02.2002

Zuletzt aktualisiert am

25.03.2019

Dokumentnummer

JWR_1982160165_19840402X01

Rechtssatz für 82/16/0165

Entscheidungsart

Erkenntnis VS

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 5876 F/1984

Rechtssatznummer

2

Geschäftszahl

82/16/0165

Entscheidungsdatum

02.04.1984

Index

10/07 Verwaltungsgerichtshof
32/01 Finanzverfahren allgemeines Abgabenrecht

Beachte

Besprechung in: im AnwBl 1985/5, S 263 ff; Abgehen von Vorjudikatur (demonstrative Auflistung): 0531/53 E 20. April 1955 VwSlg 1142 F/1955 RS 3; 0531/53 E 20. April 1955 VwSlg 1142 F/1955 RS 1; 0864/59 E 12. Oktober 1959 VwSlg 2086 F/1959 RS 1; 1331/76 E 22. September 1978 RS 1; 1893/64 E 25. März 1965 VwSlg 3245 F/1965; RS 1; 1894/64 E 25. März 1965 VwSlg 3246 F/1965; RS 2; 1264/72 E 5. Juli 1973 RS 1; 0478/61 E 3. Oktober 1961 RS 1; (RIS: abgv) Abgehen von Vorjudikatur (demonstrative Auflistung): 1483/75 E 1. Juli 1976 RS 2 2031/56 E 15. Februar 1960 VwSlg 2173 F/1960 RS 1 (RIS: abgv)

Rechtssatz

Der VwGH in seiner bisherigen Rechtsprechung (Hinweis E 20.4.1955, 531/53, VwSlg 1142 F/1955 und E 12.10.1950, 864/59, E 25.3.1965, 1893/64, VwSlg 3245 F/1965, F/1965 E 3.10.1961, 478/61, 3246 F/1965, E 25.3.1965, 1894/64, VwSlg 3246 F/1965, E 5.7.1973, 1264/72, E 1.7.1976, 1483/75 und E 22.9.1978, 1331/76) unter Beachtung aller dieser Umstände des Einzelfalles und unter Würdigung des wirklichen Parteiwillens hat entschieden, daß eine durch formelle Vertagsaufhebung erfolgte Rückgängigmachung des Erwerbsvorganges wegen vom Gesetz mißbilligter (objektiver) Steuerumgehung, die zum Teil auf das Vorliegen eines Gestaltungsmißbrauches, zum Teil auf das Vorliegen eines Scheingeschäftes gestützt wurde, grunderwerbsteuerrechtlich unerheblich bleiben müsse.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1984:1982160165.X02

Im RIS seit

19.02.2002

Zuletzt aktualisiert am

25.03.2019

Dokumentnummer

JWR_1982160165_19840402X02