Verwaltungsgerichtshof (VwGH)

Rechtssatz für Ra 2017/12/0079

Entscheidungsart

Beschluss

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

1

Geschäftszahl

Ra 2017/12/0079

Entscheidungsdatum

13.09.2017

Index

001 Verwaltungsrecht allgemein
10/01 Bundes-Verfassungsgesetz (B-VG)
10/07 Verwaltungsgerichtshof
12/03 Entsendung ins Ausland
63/02 Gehaltsgesetz

Norm

AZHG 1999 §1 Abs1 Z1;
AZHG 1999 §1 Abs1 Z2;
AZHG 1999 §1 Abs1 Z3;
AZHG 1999 §1 Abs2;
AZHG 1999 §1 Abs4;
B-VG Art133 Abs4;
GehG 1956 §19a;
GehG 1956 §19b;
VwGG §34 Abs1;
VwRallg;
  1. B-VG Art. 133 heute
  2. B-VG Art. 133 gültig von 01.01.2019 bis 24.05.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 138/2017
  3. B-VG Art. 133 gültig ab 01.01.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 22/2018
  4. B-VG Art. 133 gültig von 25.05.2018 bis 31.12.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 22/2018
  5. B-VG Art. 133 gültig von 01.08.2014 bis 24.05.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 164/2013
  6. B-VG Art. 133 gültig von 01.01.2014 bis 31.07.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  7. B-VG Art. 133 gültig von 01.01.2004 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  8. B-VG Art. 133 gültig von 01.01.1975 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 444/1974
  9. B-VG Art. 133 gültig von 25.12.1946 bis 31.12.1974 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 211/1946
  10. B-VG Art. 133 gültig von 19.12.1945 bis 24.12.1946 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  11. B-VG Art. 133 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. VwGG § 34 heute
  2. VwGG § 34 gültig ab 01.07.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 2/2021
  3. VwGG § 34 gültig von 01.01.2014 bis 30.06.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  4. VwGG § 34 gültig von 01.03.2013 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  5. VwGG § 34 gültig von 01.07.2008 bis 28.02.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  6. VwGG § 34 gültig von 01.08.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 89/2004
  7. VwGG § 34 gültig von 01.09.1997 bis 31.07.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 88/1997
  8. VwGG § 34 gültig von 05.01.1985 bis 31.08.1997

Rechtssatz

Es ergibt sich aus dem insoweit klaren Gesetzeswortlaut, dass Voraussetzung für das Vorliegen einer Ausnahme vom Ausschluss der Anwendung der Paragraphen 19 a und 19 b GehG 1956 während der Gebührlichkeit einer Auslandszulage nach Paragraph eins, Absatz eins, Ziffer eins bis 3 AZHG 1999 gemäß Absatz 2, legcit, nach Absatz 4, dieser Bestimmung ist, dass ein Anspruch auf monatlich pauschalierte Nebengebühren ua nach den Paragraphen 19 a und 19 b GehG 1956 besteht. Es genügt für das Vorliegen des Ausnahmetatbestands gemäß Paragraph eins, Absatz 4, AZHG 1999 nicht eine "Pauschalierung nach Flugminuten".

Schlagworte

Auslegung Anwendung der Auslegungsmethoden Bindung an den Wortlaut des Gesetzes VwRallg3/2/1

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2017:RA2017120079.L01

Im RIS seit

11.10.2017

Zuletzt aktualisiert am

25.05.2018

Dokumentnummer

JWR_2017120079_20170913L01

Entscheidungstext Ra 2017/12/0079

Entscheidungsart

Beschluss

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Geschäftszahl

Ra 2017/12/0079

Entscheidungsdatum

13.09.2017

Index

001 Verwaltungsrecht allgemein;
10/01 Bundes-Verfassungsgesetz (B-VG);
10/07 Verwaltungsgerichtshof;
12/03 Entsendung ins Ausland;
63/02 Gehaltsgesetz;

Norm

AZHG 1999 §1 Abs1 Z1;
AZHG 1999 §1 Abs1 Z2;
AZHG 1999 §1 Abs1 Z3;
AZHG 1999 §1 Abs2;
AZHG 1999 §1 Abs4;
B-VG Art133 Abs4;
GehG 1956 §19a;
GehG 1956 §19b;
VwGG §34 Abs1;
VwRallg;
  1. B-VG Art. 133 heute
  2. B-VG Art. 133 gültig von 01.01.2019 bis 24.05.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 138/2017
  3. B-VG Art. 133 gültig ab 01.01.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 22/2018
  4. B-VG Art. 133 gültig von 25.05.2018 bis 31.12.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 22/2018
  5. B-VG Art. 133 gültig von 01.08.2014 bis 24.05.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 164/2013
  6. B-VG Art. 133 gültig von 01.01.2014 bis 31.07.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  7. B-VG Art. 133 gültig von 01.01.2004 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  8. B-VG Art. 133 gültig von 01.01.1975 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 444/1974
  9. B-VG Art. 133 gültig von 25.12.1946 bis 31.12.1974 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 211/1946
  10. B-VG Art. 133 gültig von 19.12.1945 bis 24.12.1946 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  11. B-VG Art. 133 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. VwGG § 34 heute
  2. VwGG § 34 gültig ab 01.07.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 2/2021
  3. VwGG § 34 gültig von 01.01.2014 bis 30.06.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  4. VwGG § 34 gültig von 01.03.2013 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  5. VwGG § 34 gültig von 01.07.2008 bis 28.02.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  6. VwGG § 34 gültig von 01.08.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 89/2004
  7. VwGG § 34 gültig von 01.09.1997 bis 31.07.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 88/1997
  8. VwGG § 34 gültig von 05.01.1985 bis 31.08.1997

Betreff

Der Verwaltungsgerichtshof hat durch den Vorsitzenden Senatspräsident Dr. Köhler sowie die Hofräte Dr. Zens und Mag. Feiel als Richter, unter Mitwirkung der Schriftführerin Mag. Artmann, über die außerordentliche Revision des K M in N, vertreten durch Dr. Martin Riedl, Rechtsanwalt in 1010 Wien, Franz-Josefs-Kai 5, gegen das Erkenntnis des Bundesverwaltungsgerichts vom 24. Mai 2017, W208 2151406-1/2E, betreffend Nebengebühren gemäß Paragraphen 19 a, und 19b Gehaltsgesetz 1956 (belangte Behörde vor dem Verwaltungsgericht: Kommando Luftstreitkräfte), den Beschluss gefasst:

Spruch

Die Revision wird zurückgewiesen.

Begründung

1 Der Revisionswerber steht als Berufsunteroffizier (Vizeleutnant) in einem öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnis zum Bund.

2 Mit Bescheid des Kommando Fliegerdivision vom 25. September 1998 wurde ausgesprochen, dass dem Revisionswerber mit Wirksamkeit vom 1. Juli 1998 eine pauschalierte Erschwerniszulage gemäß Paragraph 19 a, Gehaltsgesetz 1956 (GehG), in Verbindung mit Paragraph 15, Absatz 2, GehG, pro Flugminute in der Höhe von 0,01468 v.H., jedoch höchstens monatlich 7,34 v.H., sowie eine pauschalierte Gefahrenzulage gemäß Paragraph 19 b, GehG, in Verbindung mit Paragraph 15, Absatz 2, GehG, pro Flugminute in der Höhe von 0,01067 v.H., jedoch höchstens monatlich 6,67 v.H. jeweils des Gehalts (einschließlich allfälliger Teuerungszulagen) der Gehaltsstufe 2 der Dienstklasse römisch fünf der Beamten der Allgemeinen Verwaltung, im Sinne des Erlasses des BMLV vom 28. September 1994, 23.700/1- 2.1/94, für Warte, Prüf- und Werkmeister, auf Abnahme- oder Werkstattflüge, bei Verwendung unter Einsatzbedingungen, auf die Dauer der anspruchsbegründenden Voraussetzungen gebühre.

3 Infolge einer Auslandseinsatz-Freiwilligenmeldung wurde der Revisionswerber am 9., 26. und 27. September 2016 ins Ausland entsandt und bezog für diese Tage eine Auslandszulage gemäß Paragraph eins, Absatz eins, Ziffer eins, bis 3 Auslandszulagen- und -hilfeleistungsgesetz (AZHG).

4 Mit dem im Beschwerdeverfahren ergangenen angefochtenen Erkenntnis stellte das Bundesverwaltungsgericht fest, dass dem Revisionswerber für die von ihm am 9. September 2016 geleisteten 202 Flugminuten, für die am 26. September 2016 geleisteten 121 Flugminuten und für die am 27. September 2016 geleisteten 107 Flugminuten keine finanzielle Abgeltung nach Paragraphen 19 a, und 19b GehG gebühre, weil nach Paragraph eins, Absatz 2, Ziffer eins, AZHG die Paragraphen 19 a, und 19b GehG während der Dauer des Anspruchs auf Auslandszulage nicht anzuwenden seien und eine Pauschalierung der Nebengebühren nach einem monatlichen Durchschnittswert im Sinn der Ausnahmebestimmung des Paragraph eins, Absatz 4, AZHG nicht vorläge. Die Revision gemäß Artikel 133, Absatz 4, B-VG erklärte das Verwaltungsgericht für nicht zulässig.

5 Gegen das Erkenntnis eines Verwaltungsgerichts ist die Revision nach Artikel 133, Absatz 4, B-VG zulässig, wenn sie von der Lösung einer Rechtsfrage abhängt, der grundsätzliche Bedeutung zukommt, insbesondere weil das Erkenntnis von der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofs abweicht, eine solche fehlt oder die zu lösende Rechtsfrage in der bisherigen Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofs nicht einheitlich beantwortet wird.

6 Bei der Beurteilung der Zulässigkeit der Revision gemäß Artikel 133, Absatz 4, B-VG ist der Verwaltungsgerichtshof an den Ausspruch des Verwaltungsgerichts nach Paragraph 25 a, Absatz eins, VwGG nicht gebunden (Paragraph 34, Absatz eins a, VwGG). Er hat die Zulässigkeit einer außerordentlichen Revision im Rahmen der dafür in der Revision gesondert vorgebrachten Gründe (Paragraph 28, Absatz 3, VwGG) zu überprüfen.

7 Der Revisionswerber bringt unter diesem Gesichtspunkt zusammengefasst vor, das Verwaltungsgericht verkenne die Rechtslage, wenn es das Vorliegen pauschalierter Nebengebühren verneine. Zudem verstoße es damit gegen die Bindungswirkung des Bescheids vom 25. September 1998, der explizit pauschalierte Nebengebühren im Sinn der Paragraphen 19 a, und 19b GehG zuerkenne. Zu einer Fallkonstellation wie der vorliegenden fehle höchstgerichtliche Judikatur.

8 Mit diesem Vorbringen wird eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung nicht aufgezeigt.

9 Paragraph eins, Auslandszulagen- und -hilfeleistungsgesetz - AZHG, Bundesgesetzblatt Teil eins, Nr. 66 aus 1999, in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, Nr. 140 aus 2011,, lautet (auszugsweise):

"§ 1. (1) Bediensteten des Bundes gebührt eine Auslandszulage für die Dauer

1. ihrer Entsendung zu einem Einsatz gemäß Paragraph eins, Ziffer eins, Litera a, bis c des Bundesverfassungsgesetzes über Kooperation und Solidarität bei der Entsendung von Einheiten und Einzelpersonen in das Ausland (KSE-BVG), Bundesgesetzblatt Teil eins, Nr. 38 aus 1997,,

2. der inländischen Vor- und Nachbereitung ihrer Entsendung

in unmittelbarem zeitlichen und sachlichen Zusammenhang zu einem Einsatz nach Ziffer eins,,

3. a) der sonstigen Vor- und Nachbereitung ihrer Entsendung in unmittelbarem zeitlichen und sachlichen Zusammenhang zu einem Einsatz nach Ziffer eins, oder

b) ihrer Entsendung zu Übungen und Ausbildungsmaßnahmen gemäß Paragraph eins, Ziffer eins, Litera d, KSE-BVG,

4. ...

     (2) Auf Bedienstete, denen eine Auslandszulage auf Grund des

Abs. 1 Z 1 bis 3 gebührt, sind während der Dauer dieses Anspruches

1.        die §§ 16 bis 18, 19a bis 20b, 20d, 21, 82 bis 83, 144

und 145 des Gehaltsgesetzes 1956, BGBl. Nr. 54 (bei

Vertragsbediensteten in Verbindung mit den §§ 22 Abs. 1 und 22a

des Vertragsbedienstetengesetzes 1948, BGBl. Nr. 86),

2.        ...

3.        ...

nicht anzuwenden.

  1. Absatz 3,
  2. Absatz 4,Durch die Auslandszulage werden bestehende Ansprüche auf monatlich pauschalierte Nebengebühren nach den Paragraphen 18, 19 a, 19 b, 20, 82, und 83 des Gehaltsgesetzes 1956 nicht berührt, sofern die jeweils anspruchbegründende Tätigkeit auch während des Zeitraumes weiter ausgeübt wird, für den eine Auslandszulage gebührt.

..."

10 Wie bereits das Bundesverwaltungsgericht zutreffend erkannte, ergibt sich schon aus dem insoweit klaren Gesetzeswortlaut, dass Voraussetzung für das Vorliegen einer Ausnahme vom Ausschluss der Anwendung der Paragraphen 19 a und 19 b GehG während der Gebührlichkeit einer Auslandszulage nach Paragraph eins, Absatz eins, Ziffer eins, bis 3 AZHG gemäß Absatz 2, leg. cit., nach Absatz 4, dieser Bestimmung ist, dass ein Anspruch auf monatlich pauschalierte Nebengebühren u.a. nach den Paragraphen 19 a und 19 b GehG besteht.

11 Weder genügt für das Vorliegen des Ausnahmetatbestands gemäß Paragraph eins, Absatz 4, AZHG eine "Pauschalierung nach Flugminuten", noch behauptet der Revisionswerber, dass ihm die Nebengebühren monatlich pauschaliert (also in gleich hohen Beträgen für jedes Monat im Vorhinein bemessen) worden wären. Ein Verstoß gegen die Bindungswirkung des Bescheids vom 25. September 1998, der eine monatliche Pauschalierung gerade nicht ausspricht, liegt daher nicht vor (siehe aus der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofs zur Pauschalierung von Nebengebühren u. a. die Erkenntnisse vom 15. April 2005, 2004/12/0154, und vom 15. Mai 2002, 2001/12/0224).

Die Voraussetzungen für die Erhebung einer außerordentlichen Revision fehlen, wenn sich das Verwaltungsgericht auf einen klaren Gesetzeswortlaut stützen kann (siehe das Erkenntnis vom 21. Jänner 2015, Ra 2015/12/0003). Ist somit die Rechtslage nach den in Betracht kommenden Normen klar und eindeutig, dann liegt keine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung im Sinn des Artikel 133, Absatz 4, B-VG vor, und zwar selbst dann, wenn zu einer der anzuwendenden Normen noch keine Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofs ergangen wäre vergleiche , zum Ganzen den Beschluss vom 9. September 2016, Ra 2016/12/0062, mwN).

12 Die Revision war daher gemäß Paragraph 34, Absatz eins, VwGG ohne weiteres Verfahren in nichtöffentlicher Sitzung zurückzuweisen.

Wien, am 13. September 2017

Schlagworte

Auslegung Anwendung der Auslegungsmethoden Bindung an den Wortlaut des Gesetzes VwRallg3/2/1

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2017:RA2017120079.L00

Im RIS seit

11.10.2017

Zuletzt aktualisiert am

25.05.2018

Dokumentnummer

JWT_2017120079_20170913L00