Verfassungsgerichtshof (VfGH)

Rechtssatz für B232/68

Entscheidungsart

Keine Angabe

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

5972

Geschäftszahl

B232/68

Entscheidungsdatum

18.06.1969

Index

Keine Angabe

Norm

Familienlastenausgleichsgesetz 1967 §5, FamLAG 1967 §5 Abs3
  1. FLAG § 5 heute
  2. FLAG § 5 gültig ab 01.01.2026 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 25/2025
  3. FLAG § 5 gültig von 01.01.2024 bis 31.12.2025 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 97/2024
  4. FLAG § 5 gültig von 05.04.2020 bis 31.12.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 109/2020
  5. FLAG § 5 gültig von 05.04.2020 bis 31.12.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 98/2020
  6. FLAG § 5 gültig von 05.04.2020 bis 31.12.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 23/2020
  7. FLAG § 5 gültig von 01.01.2020 bis 04.04.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 109/2020
  8. FLAG § 5 gültig von 01.01.2020 bis 31.12.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 98/2020
  9. FLAG § 5 gültig von 01.01.2013 bis 31.12.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 138/2013
  10. FLAG § 5 gültig von 01.03.2011 bis 31.12.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 111/2010
  11. FLAG § 5 gültig von 01.01.2011 bis 28.02.2011 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 111/2010
  12. FLAG § 5 gültig von 01.01.2008 bis 31.12.2010 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 90/2007
  13. FLAG § 5 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 68/2001
  14. FLAG § 5 gültig von 01.01.2001 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 142/2000
  15. FLAG § 5 gültig von 01.10.1996 bis 31.12.2000 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 201/1996
  16. FLAG § 5 gültig von 01.05.1996 bis 30.09.1996 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 201/1996
  17. FLAG § 5 gültig von 22.11.1994 bis 30.04.1996 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 902/1994
  18. FLAG § 5 gültig von 01.01.1989 bis 21.11.1994 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 733/1988

Beachte

Metadatenquelle: DVD Recht compact, Verlag Österreich, Wien 2014

Rechtssatz

Die Bestimmung des Paragraph 5, Absatz 3, des Familienlastenausgleichsgesetzes 1967, Bundesgesetzblatt Nr. 376 aus 1967,, geht, wie auch aus den Erläuternden Bemerkungen zur Regierungsvorlage hervorgeht (549 der Beilagen zu den Stenographischen Protokollen des Nationalrates, römisch elf. Gesetzgebungsperiode , von dem Gedanken aus, daß verheiratete Kinder keine Last für den Familienverband mehr darstellen, weil sie durch ihre Eheschließung aus dem bisherigen Familienverband ausgeschieden sind.

Es ist nun richtig, daß bei Frühehen von noch nicht selbstverdienenden Kindern die Familienlast für die beiderseitigen Eltern in aller Regel keine Minderung erfährt. Demgegenüber steht das Gesetz auf dem Standpunkt, daß Kinder, die eine Ehe geschlossen haben, aus dem bisherigen Familienverband ausgeschieden sind und daher die bisherigen Beihilfen zu entfallen haben. Der Gesetzgeber will somit in seinen familienpolitischen Maßnahmen nicht so weit gehen, daß durch Weitergewährung der bisherigen Beihilfen auch solche Frühehen gefördert werden. Diese vom Gesetzgeber gewählte Grenze für die Gewährung von Beihilfen bedeutet jedoch noch keine Verletzung im Gleichheitsgrundsatz. Der Gesetzgeber ist nämlich bei Verfolgung rechtspolitischer (im vorliegenden Fall familienpolitischer) Ziele frei. Er ist nicht gehalten, Beihilfen in unbeschränkter Weise zu gewähren, wenn dies eine Förderung rechtspolitisch unerwünschter Ziele, z. B. Förderung von Frühehen von Personen, die infolge ihres Studiums noch nicht berufstätig sind und daher auch noch keinen Verdienst haben können, zur Folge hätte. Es handelt sich also hier um einen jener Fälle, in denen der Gesetzgeber frei entscheiden kann, wie weit er mit der Beihilfenregelung gehen will. Es ist nicht gleichheitswidrig, wenn der Gesetzgeber zwar bestrebt ist, die Familienlast durch Beihilfen allgemein zu erleichtern, jedoch bei Zubilligung von Beihilfen dort eine Grenze setzt, wo über das von ihm verfolgte rechtspolitische Ziel hinaus auch nicht mehr beabsichtigte Förderungsmaßnahmen bewirkt würden. Die Erleichterung der oben geschilderten Frühehen zählt nicht mehr unter die Aufgaben, die der Gesetzgeber mit dem vorliegenden Gesetz zu erfüllen beabsichtigt hat.

Der VfGH hegt daher gegen die Bestimmung des Paragraph 5, Absatz 3,, wonach kein Anspruch auf Familienbeihilfe für Kinder besteht, die verheiratet sind, keine Bedenken.

Entscheidungstexte

  • B232/68
    Entscheidungstext VfGH Keine Angabe 18.06.1969 B232/68

Schlagworte

Familienlastenausgleich Gleichheitsrecht Gesetz Förderungsmaßnahmen

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VFGH:1969:B232.1969

Zuletzt aktualisiert am

12.04.2018

Dokumentnummer

JFR_19690618_68B00232_01

Entscheidungstext B232/68

Entscheidungsart

Keine Angabe

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Sammlungsnummer

5972

Geschäftszahl

B232/68

Entscheidungsdatum

18.06.1969

Index

Keine Angabe

Norm

Familienlastenausgleichsgesetz 1967 §5, FamLAG 1967 §5 Abs3
  1. FLAG § 5 heute
  2. FLAG § 5 gültig ab 01.01.2026 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 25/2025
  3. FLAG § 5 gültig von 01.01.2024 bis 31.12.2025 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 97/2024
  4. FLAG § 5 gültig von 05.04.2020 bis 31.12.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 109/2020
  5. FLAG § 5 gültig von 05.04.2020 bis 31.12.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 98/2020
  6. FLAG § 5 gültig von 05.04.2020 bis 31.12.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 23/2020
  7. FLAG § 5 gültig von 01.01.2020 bis 04.04.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 109/2020
  8. FLAG § 5 gültig von 01.01.2020 bis 31.12.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 98/2020
  9. FLAG § 5 gültig von 01.01.2013 bis 31.12.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 138/2013
  10. FLAG § 5 gültig von 01.03.2011 bis 31.12.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 111/2010
  11. FLAG § 5 gültig von 01.01.2011 bis 28.02.2011 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 111/2010
  12. FLAG § 5 gültig von 01.01.2008 bis 31.12.2010 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 90/2007
  13. FLAG § 5 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 68/2001
  14. FLAG § 5 gültig von 01.01.2001 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 142/2000
  15. FLAG § 5 gültig von 01.10.1996 bis 31.12.2000 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 201/1996
  16. FLAG § 5 gültig von 01.05.1996 bis 30.09.1996 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 201/1996
  17. FLAG § 5 gültig von 22.11.1994 bis 30.04.1996 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 902/1994
  18. FLAG § 5 gültig von 01.01.1989 bis 21.11.1994 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 733/1988

Beachte

Metadaten: DVD Recht compact, Verlag Österreich, Wien 2014 - Judikaturquelle (PDF): Sammlung der Erkenntnisse [und wichtigsten Beschlüsse] des Verfassungsgerichtshofes NF 1–32 (1920–1932/33, 1945/46–1967) / Erkenntnisse und Beschlusse des Verfassungsgerichtshofes NF 33–44 (1968–1979)

Spruch

Siehe PDF-Dokument

Begründung

Siehe PDF Dokument

Schlagworte

Familienlastenausgleich Gleichheitsrecht Gesetz Förderungsmaßnahmen

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VFGH:1969:B232.1969

Zuletzt aktualisiert am

12.04.2018

Dokumentnummer

JFT_19690618_68B00232_00