Rechtssatz für 12Os155/66 10Os166/76 1...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0090331

Geschäftszahl

12Os155/66; 10Os166/76; 12Os7/80; 9Os13/81; 13Os113/81; 9Os119/83; 12Os104/84; 11Os4/86; 13Os166/86; 13Os26/87; 11Os155/87; 12Os5/09s; 15Os148/17d; 12Os151/17y (12Os152/17w); 15Os29/18f; 12Os13/18d; 12Os9/19v; 12Os65/19d (12Os66/19a); 11Os102/20i

Entscheidungsdatum

26.01.2021

Rechtssatz

Ist erst einmal eine Versuchshandlung wegen Unvermögenheit fehlgeschlagen, so vermag selbst freiwillige Abstandnahme von weiteren Tathandlungen die Gesamtheit nicht mehr straflos zu machen. Bei Erfolglosigkeit der zunächst angewendeten Verübungsmittel erlangt der Täter selbst durch freiwilligen Verzicht auf weitere, die ihn allenfalls einer Bestrafung nach einem strengeren Strafgesetz ausgesetzt hätten, nicht Straflosigkeit.

Entscheidungstexte

  • 12 Os 155/66
    Entscheidungstext OGH 11.01.1967 12 Os 155/66
    Veröff: SSt 38/3
  • 10 Os 166/76
    Entscheidungstext OGH 14.12.1976 10 Os 166/76
  • 12 Os 7/80
    Entscheidungstext OGH 27.03.1980 12 Os 7/80
  • 9 Os 13/81
    Entscheidungstext OGH 31.03.1981 9 Os 13/81
    Vgl auch
  • 13 Os 113/81
    Entscheidungstext OGH 19.11.1981 13 Os 113/81
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Zu § 14 FinStrG. (T1) Veröff: SSt 52/59
  • 9 Os 119/83
    Entscheidungstext OGH 30.08.1983 9 Os 119/83
    Vgl auch; nur: Ist erst einmal eine Versuchshandlung wegen Unvermögenheit fehlgeschlagen, so vermag selbst freiwillige Abstandnahme von weiteren Tathandlungen die Gesamtheit nicht mehr straflos zu machen. (T2)
  • 12 Os 104/84
    Entscheidungstext OGH 18.10.1984 12 Os 104/84
    Vgl auch
  • 11 Os 4/86
    Entscheidungstext OGH 18.02.1986 11 Os 4/86
    Vgl auch
  • 13 Os 166/86
    Entscheidungstext OGH 22.12.1986 13 Os 166/86
    Vgl auch
  • 13 Os 26/87
    Entscheidungstext OGH 25.02.1987 13 Os 26/87
    Vgl auch; Beisatz: Bei einem beendeten (weil bereits gescheiterten) Versuch kommt ein Rücktritt im Sinn des § 16 Abs 1 StGB schon begrifflich nicht in Betracht (13 Os 166/86). (T3)
  • 11 Os 155/87
    Entscheidungstext OGH 22.12.1987 11 Os 155/87
    Vgl auch; Beisatz: Hat der Täter nach Misslingen des dem Tatplan entsprechenden Vorhabens darauf verzichtet, den Erfolg auf andere Weise herbeizuführen, so ist er vom Versuch nicht freiwillig zurückgetreten. (T4) Veröff: SSt 58/93
  • 12 Os 5/09s
    Entscheidungstext OGH 26.03.2009 12 Os 5/09s
    Vgl auch; Beis wie T3
  • 15 Os 148/17d
    Entscheidungstext OGH 17.01.2018 15 Os 148/17d
    Auch
  • 12 Os 151/17y
    Entscheidungstext OGH 18.01.2018 12 Os 151/17y
    Auch; Beisatz: Dies gilt umso mehr, wenn für den Täter im Zeitpunkt des Scheiterns des ursprünglichen Tatplans aktuell – etwa aufgrund der unerwarteten Abwesenheit des Opfers – gar keine weitere Möglichkeit besteht, die Tat zu vollenden. (T5)
  • 15 Os 29/18f
    Entscheidungstext OGH 12.04.2018 15 Os 29/18f
    Auch
  • 12 Os 13/18d
    Entscheidungstext OGH 13.09.2018 12 Os 13/18d
    Vgl auch
  • 12 Os 9/19v
    Entscheidungstext OGH 09.05.2019 12 Os 9/19v
    nur: Kein Rücktritt vom fehlgeschlagenen Versuch. (T6)
  • 12 Os 65/19d
    Entscheidungstext OGH 15.10.2019 12 Os 65/19d
    nur T3
  • 11 Os 102/20i
    Entscheidungstext OGH 26.01.2021 11 Os 102/20i
    Vgl

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1967:RS0090331

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

15.03.2021

Dokumentnummer

JJR_19670111_OGH0002_0120OS00155_6600000_001

Rechtssatz für 11Os165/93 12Os16/95 (12...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0090012

Geschäftszahl

11Os165/93; 12Os16/95 (12Os17/95); 14Os37/04; 11Os2/06p; 14Os89/16v; 15Os148/17d; 15Os29/18f; 15Os56/21f

Entscheidungsdatum

10.06.2021

Rechtssatz

Die Freiwilligkeit ist nicht erst dann ausgeschlossen, wenn das Tatvorhaben objektiv unmöglich geworden ist, sondern schon dann, wenn der Täter sein Vorhaben im Bewusstsein der Aussichtslosigkeit, sein Ziel zu erreichen, aufgibt.

Entscheidungstexte

  • 11 Os 165/93
    Entscheidungstext OGH 18.01.1994 11 Os 165/93
    Veröff: EvBl 1994/126 S 596
  • 12 Os 16/95
    Entscheidungstext OGH 22.06.1995 12 Os 16/95
    Vgl auch
  • 14 Os 37/04
    Entscheidungstext OGH 25.05.2004 14 Os 37/04
    Beisatz: Hier zu § 102 Abs 4 StGB. (T1)
  • 11 Os 2/06p
    Entscheidungstext OGH 28.03.2006 11 Os 2/06p
    Auch; Beisatz: Wenn der Täter von seinem Vorhaben absteht, weil er die tatplangemäßen Verwirklichungschancen als aussichtlos ansieht, kann von einer Freiwilligkeit des Rücktritts nicht mehr die Rede sein. (T2)
  • 14 Os 89/16v
    Entscheidungstext OGH 20.10.2016 14 Os 89/16v
  • 15 Os 148/17d
    Entscheidungstext OGH 17.01.2018 15 Os 148/17d
    Auch
  • 15 Os 29/18f
    Entscheidungstext OGH 12.04.2018 15 Os 29/18f
    Auch
  • 15 Os 56/21f
    Entscheidungstext OGH 10.06.2021 15 Os 56/21f
    Vgl

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1994:RS0090012

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

18.10.2021

Dokumentnummer

JJR_19940118_OGH0002_0110OS00165_9300000_001

Rechtssatz für 14Os92/04; 13Os101/08i; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0119271

Geschäftszahl

14Os92/04; 13Os101/08i; 11Os12/14w; 11Os75/14k; 13Os7/15a; 13Os4/15k; 15Os98/15y; 13Os12/17i; 15Os148/17d; 15Os127/18t; 15Os157/18d; 14Os110/20p; 15Os135/21y; 12Os20/22s; 12Os101/22b; 14Os124/23a (14Os5/24b); 15Os52/24x

Entscheidungsdatum

26.06.2024

Norm

MRK Art6 Abs2 III
StGB §32 Abs2
StGB §33 Z2
StPO §281 Abs1 Z11 B
  1. StGB § 33 heute
  2. StGB § 33 gültig ab 01.09.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 159/2021
  3. StGB § 33 gültig von 01.01.2020 bis 31.08.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/2019
  4. StGB § 33 gültig von 01.01.2016 bis 31.12.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 154/2015
  5. StGB § 33 gültig von 01.01.2016 bis 31.12.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 112/2015
  6. StGB § 33 gültig von 01.01.2012 bis 31.12.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 130/2011
  7. StGB § 33 gültig von 01.03.1997 bis 31.12.2011 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 762/1996
  8. StGB § 33 gültig von 01.01.1975 bis 28.02.1997
  1. StPO § 281 heute
  2. StPO § 281 gültig ab 01.01.2025 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 157/2024
  3. StPO § 281 gültig von 01.03.2023 bis 31.12.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 223/2022
  4. StPO § 281 gültig von 01.01.2008 bis 28.02.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 93/2007
  5. StPO § 281 gültig von 01.01.2006 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 119/2005
  6. StPO § 281 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/1997
  7. StPO § 281 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 55/1999
  8. StPO § 281 gültig von 01.01.2000 bis 31.12.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 55/1999
  9. StPO § 281 gültig von 01.01.1998 bis 31.12.1999 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/1997
  10. StPO § 281 gültig von 01.01.1994 bis 31.12.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 526/1993
  11. StPO § 281 gültig von 01.03.1988 bis 31.12.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 605/1987

Rechtssatz

Abgesehen davon, dass die Tatbegehung während eines anhängigen Strafverfahrens nicht als eigener (besonderer) Erschwerungsgrund im Sinne des Paragraph 33, Ziffer 2, StGB, sondern allenfalls als Strafzumessungsaspekt nach Paragraph 32, Absatz 2, StGB zu werten wäre, erlangt dieser Umstand bei der Strafbemessung nur dann Bedeutung, wenn das im Zeitpunkt der nunmehr abzuurteilenden Tat anhängig gewesene Strafverfahren mit einem rechtskräftigen Schuldspruch endete. Denn in diesem Fall kommt dem bereits laufenden und in eine Verurteilung mündenden Verfahren eine Warnfunktion zu, deren fehlende Beachtung infolge neuerlicher Delinquenz von einer gegenüber rechtlich geschützten Werten ablehnenden oder gleichgültigen Einstellung zeugt. Indem das Erstgericht ohne rechtskräftigen Abschluss dieses Strafverfahrens eine Missachtung der Warnfunktion unterstellt, damit aber einen Schuldspruch im noch anhängigen Verfahren voraussetzt, verstößt es gegen die Unschuldsvermutung des Artikel 6, Absatz 2, MRK.

Entscheidungstexte

  • 14 Os 92/04
    Entscheidungstext OGH 10.08.2004 14 Os 92/04
  • 13 Os 101/08i
    Entscheidungstext OGH 27.08.2008 13 Os 101/08i
    Vgl auch; Beisatz: Die Berücksichtigung eines noch nicht in Rechtskraft erwachsenen Schuldspruchs sowie die Tatsache der Anklageerhebung in Betreff weiterer dem Beschwerdeführer vorgeworfener Taten zur Begründung einer auf wiederkehrende Begehung zu fortlaufender Einnahmeerzielung gerichteten Absicht verstoßen gegen die aus Art 6 Abs 2 MRK erhellende Unschuldsvermutung. (T1)
  • 11 Os 12/14w
    Entscheidungstext OGH 08.04.2014 11 Os 12/14w
    Vgl
  • 11 Os 75/14k
    Entscheidungstext OGH 28.10.2014 11 Os 75/14k
    Vgl
  • 13 Os 7/15a
    Entscheidungstext OGH 15.04.2015 13 Os 7/15a
    Auch
  • 13 Os 4/15k
    Entscheidungstext OGH 10.06.2015 13 Os 4/15k
  • 15 Os 98/15y
    Entscheidungstext OGH 26.08.2015 15 Os 98/15y
    Auch; Beis wie T1
  • 13 Os 12/17i
    Entscheidungstext OGH 28.06.2017 13 Os 12/17i
    Auch
  • 15 Os 148/17d
    Entscheidungstext OGH 17.01.2018 15 Os 148/17d
    Auch
  • 15 Os 127/18t
    Entscheidungstext OGH 12.12.2018 15 Os 127/18t
    Auch
  • 15 Os 157/18d
    Entscheidungstext OGH 12.12.2018 15 Os 157/18d
    Vgl
  • 14 Os 110/20p
    Entscheidungstext OGH 18.02.2021 14 Os 110/20p
    Vgl
  • 15 Os 135/21y
    Entscheidungstext OGH 24.01.2022 15 Os 135/21y
    Vgl
  • 12 Os 20/22s
    Entscheidungstext OGH 05.07.2022 12 Os 20/22s
    Vgl
  • 12 Os 101/22b
    Entscheidungstext OGH 07.11.2022 12 Os 101/22b
    Vgl
  • 14 Os 124/23a
    Entscheidungstext OGH 27.02.2024 14 Os 124/23a
    vgl
  • 15 Os 52/24x
    Entscheidungstext OGH 26.06.2024 15 Os 52/24x
    vgl; Beisatz wie T1

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2004:RS0119271

Im RIS seit

09.09.2004

Zuletzt aktualisiert am

11.09.2024

Dokumentnummer

JJR_20040810_OGH0002_0140OS00092_0400000_001

Entscheidungstext 15Os148/17d

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Rechtsgebiet

Strafrecht

Fundstelle

EvBl‑LS 2018/95 = AnwBl 2018/255 S 727 - AnwBl 2018,727

Geschäftszahl

15Os148/17d

Entscheidungsdatum

17.01.2018

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat am 17. Jänner 2018 durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofs Prof. Dr. Danek als Vorsitzenden sowie durch den Hofrat des Obersten Gerichtshofs Mag. Lendl und die Hofrätinnen des Obersten Gerichtshofs Dr. Michel-Kwapinski, Mag. Fürnkranz und Dr. Mann in Gegenwart der Richteramtsanwärterin Zach, LL.M. (WU), als Schriftführerin in der Strafsache gegen Philipp B***** wegen des Verbrechens des schweren Raubes nach Paragraphen 15, 142, Absatz eins, 143, Absatz eins, zweiter Fall StGB über die Nichtigkeitsbeschwerde und die Berufung des Angeklagten sowie über die Berufung der Staatsanwaltschaft gegen das Urteil des Landesgerichts Korneuburg als Schöffengericht vom 11. September 2017, GZ 606 Hv 13/17z-29, nach öffentlicher Verhandlung in Anwesenheit des Vertreters der Generalprokuratur, Staatsanwalt Dr. Hubmer, des Angeklagten Philipp B***** und seines Verteidigers Mag. Burger zu Recht erkannt:

Spruch

In teilweiser Stattgebung der Nichtigkeitsbeschwerde wird das angefochtene Urteil, das im Übrigen unberührt bleibt, im Strafausspruch (einschließlich der Vorhaftanrechnung) aufgehoben und in der Sache selbst erkannt:

Philipp B***** wird für das ihm zur Last liegende Verbrechen des schweren Raubes nach Paragraphen 15, 142, Absatz eins, 143, Absatz eins, zweiter Fall StGB nach Paragraph 143, Absatz eins, StGB zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren verurteilt.

Die Anrechnung der Vorhaft wird dem Erstgericht überlassen.

Im Übrigen wird die Nichtigkeitsbeschwerde verworfen.

Mit ihren Berufungen werden die Staatsanwaltschaft und der Angeklagte auf die Strafneubemessung verwiesen.

Dem Angeklagten fallen auch die Kosten des Rechtsmittelverfahrens zur Last.

Text

Gründe:

Mit dem angefochtenen, (verfehlt [RIS-Justiz RS0117261; Lendl, WK-StPO Paragraph 259, Rz 2], aber ohne Nachteil für den Angeklagten) auch einen unbekämpft gebliebenen Freispruch enthaltenden Urteil wurde Philipp B***** des Verbrechens des schweren Raubes nach Paragraphen 15, 142, Absatz eins, 143, Absatz eins, zweiter Fall StGB schuldig erkannt.

Danach hat er am 12. Juli 2017 in K***** mit dem Vorsatz, sich durch deren Zueignung unrechtmäßig zu bereichern, Medine S***** als Gewahrsamsträgerin eines P*****-Marktes durch Drohung mit gegenwärtiger Gefahr für Leib und Leben (Paragraph 89, StGB) eine fremde bewegliche Sache, nämlich Bargeld, abzunötigen versucht, wobei er den Raub unter Verwendung einer Waffe, und zwar eines Küchenmessers, verübte.

Rechtliche Beurteilung

Dagegen richtet sich die auf Paragraph 281, Absatz eins, Ziffer 9, Litera b,, 10 und 11 StPO gestützte Nichtigkeitsbeschwerde des Angeklagten, der – in Übereinstimmung mit der zutreffenden Stellungnahme der Generalprokuratur – teilweise Berechtigung zukommt.

Der Rechtsmittelwerber reklamiert für sich den Strafaufhebungsgrund des

Rücktritts vom Versuch nach Paragraph 16, Absatz eins, StGB (nominell Ziffer 9, Litera b und Ziffer 10,, der Sache nach nur Ziffer 10,; vergleiche RIS-Justiz RS0090474; Paragraph 105, Absatz eins, StGB) und behauptet das Fehlen von Feststellungen dazu. Dabei orientiert er sich jedoch nicht am Urteilssachverhalt, wonach der Versuch fehlgeschlagen war (US 5: „Weil auch er die Geldlade nicht aufbekam, flüchtete der Angeklagte ohne das erhoffte Bargeld aus dem Supermarkt.“). Da der Angeklagte

davon ausging, dass seine Ausführungshandlung nicht mehr zum Erfolg führen wird, kommt strafbefreiender Rücktritt nicht mehr in Betracht (Hager/Massauer in WK² StGB Paragraphen 15, 16, Rz 157 ff mwN; RIS-Justiz RS0090331; RS0090012). Im Übrigen macht der Rechtsmittelwerber nicht klar, weshalb die geforderten Feststellungen indiziert sein sollten, obwohl er sich nicht in diese Richtung verantwortet hatte. In diesem Umfang war die Nichtigkeitsbeschwerde zu verwerfen.

Zu Recht kritisiert die Sanktionsrüge (Ziffer 11, zweiter Fall), dass das Erstgericht bei der Strafbemessung die Tatbegehung während eines anhängigen Ermittlungsverfahrens in Deutschland als erschwerend in Anschlag brachte (US 3, 12).

Die Tatbegehung während eines anhängigen Strafverfahrens erlangt nämlich bei der Strafbemessung nur dann Bedeutung, wenn das im Zeitpunkt der nunmehr abzuurteilenden Tat anhängig gewesene Strafverfahren mit einem rechtskräftigen Schuldspruch endete. Denn in diesem Fall kommt dem bereits laufenden und in eine Verurteilung mündenden Verfahren eine Warnfunktion zu, deren fehlende Beachtung infolge neuerlicher Delinquenz von einer gegenüber rechtlich geschützten Werten ablehnenden oder gleichgültigen Einstellung zeugt (RIS-Justiz RS0119271).

Indem das Erstgericht dem Nichtigkeitswerber ohne rechtskräftigen Abschluss eines – hier im Übrigen nicht näher umschriebenen – Strafverfahrens vergleiche aber ON 31 S 3: wegen „Fahrens ohne Fahrerlaubnis u.a.“) eine Missachtung der Warnfunktion unterstellt, verstößt es gegen die Unschuldsvermutung des Artikel 6, Absatz 2, MRK und hat solcherart beim Ausspruch über die Strafe eine für die Strafbemessung maßgebende entscheidende Tatsache offenbar unrichtig beurteilt vergleiche Ratz, WK-StPO Paragraph 281, Rz 662, 711 ff).

In teilweiser Stattgebung der Nichtigkeitsbeschwerde des Angeklagten war daher das angefochtene Urteil, welches im Übrigen unberührt zu bleiben hatte, im Strafausspruch samt Vorhaftanrechnung aufzuheben.

Bei der damit erforderlichen Strafneubemessung waren fünf einschlägige Vorverurteilungen sowie die Begehung während offener Probezeit erschwerend, mildernd hingegen das Geständnis sowie der Umstand, dass es beim Versuch geblieben ist, zu werten. Bei Abwägung dieser Strafzumessungsgründe (Paragraph 32, StGB) entspricht bei einem Strafrahmen von einem bis zu fünfzehn Jahren Freiheitsstrafe eine solche von fünf Jahren dem Unrechts- und Schuldgehalt der Tat sowie der Täterpersönlichkeit.

Die Anrechnung der Vorhaft kommt gemäß Paragraph 400, Absatz eins, StPO dem Erstgericht zu.

Mit ihren Berufungen waren die Staatsanwaltschaft und der Angeklagte auf die Strafneubemessung zu verweisen.

Die Kostenersatzpflicht beruht auf Paragraph 390 a, Absatz eins, StPO.

Textnummer

E120584

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2018:0150OS00148.17D.0117.000

Im RIS seit

09.02.2018

Zuletzt aktualisiert am

20.12.2018

Dokumentnummer

JJT_20180117_OGH0002_0150OS00148_17D0000_000