Rechtssatz für 11Os109/96 15Os93/03 14...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0109314

Geschäftszahl

11Os109/96; 15Os93/03; 14Os82/04; 11Os32/06z; 15Os40/07g; 14Os113/06h; 14Os164/07k; 15Os122/08t (15Os140/08i); 12Os19/09z; 15Os53/10y; 12Os76/11k; 13Os36/12m; 15Os129/12b; 15Os98/13w; 14Os102/16f

Entscheidungsdatum

20.12.2016

Rechtssatz

Tatbestandsvoraussetzung ist im Fall des Paragraph 217, Absatz eins, StGB das Anwerben oder Zuführen einer insofern geschützten Person zur Ausübung der Prostitution in einem für sie fremden Staat. Dass es in der Folge zu einem Abhängigkeitsverhältnis kommt oder auch nur kommen soll, ist demnach nicht erforderlich. Der Begriff des "Zuführens" im Kontext seiner Verwendung in Paragraph 217, Absatz eins, StGB lässt sich zusammenfassend als aktive und gezielte Einflussnahme auf das Schutzobjekt zur Verlagerung der gesamten Lebensführung als Prostituierte in einem fremden Staat interpretieren.

Entscheidungstexte

  • 11 Os 109/96
    Entscheidungstext OGH 14.10.1997 11 Os 109/96
  • 15 Os 93/03
    Entscheidungstext OGH 21.08.2003 15 Os 93/03
    nur: Der Begriff des "Zuführens" im Kontext seiner Verwendung in § 217 Abs 1 StGB lässt sich zusammenfassend als aktive und gezielte Einflussnahme auf das Schutzobjekt zur Verlagerung der gesamten Lebensführung als Prostituierte in einem fremden Staat interpretieren. (T1)
  • 14 Os 82/04
    Entscheidungstext OGH 10.08.2004 14 Os 82/04
    Auch; nur: Dass es in der Folge zu einem Abhängigkeitsverhältnis kommt oder auch nur kommen soll, ist nicht erforderlich. (T2)
  • 11 Os 32/06z
    Entscheidungstext OGH 13.06.2006 11 Os 32/06z
    Auch; nur T1; Beisatz: Sei es durch (maßgebliche) Organisation oder sonstige (nachhaltige) Förderung des Wechsels in diesen Staat. (T3)
  • 15 Os 40/07g
    Entscheidungstext OGH 21.06.2007 15 Os 40/07g
    Auch; Beisatz: Im Hinblick auf das geschützte Rechtsgut der Freiheit der sexuellen Selbstbestimmung einer ins Ausland verhandelten Person wird mit der dem Zuführen gleichwertigen Begehungsform des Anwerbens das über intensives Betreiben des Täters bewirkte Herbeiführen eines Vertragsabschlusses oder einer Vereinbarung mit einer - wenngleich nicht notwendigerweise zivilrechtlich bindenden - Verpflichtung des Handlungsobjektes erfasst, durch das es sich gebunden erachtet (WK-StGB - 2 § 217 Rz 17). (T4)
  • 14 Os 113/06h
    Entscheidungstext OGH 31.07.2007 14 Os 113/06h
    Beis wie T4; Beisatz: Ein „Anwerben" im Sinn des § 217 StGB ist daher nicht dadurch ausgeschlossen, dass das Tatobjekt schon zuvor zu einer Prostitutionsausübung im Ausland entschlossen war und selbst den Kontakt zu den Tätern suchte. (T5)
  • 14 Os 164/07k
    Entscheidungstext OGH 15.04.2008 14 Os 164/07k
    Vgl; Beisatz: Auf Druckausübung oder ein tatsächlich bestehendes oder auch nur drohendes Abhängigkeitsverhältnis kommt es bei den beiden rechtlich gleichwertigen Begehensformen des „Anwerbens" und des „Zuführens" nach herrschender Judikatur nicht an. (T6)
  • 15 Os 122/08t
    Entscheidungstext OGH 13.11.2008 15 Os 122/08t
    Vgl; nur T1; Beis wie T3; Beis wie T4; Beis wie T5; Beis wie T6
  • 12 Os 19/09z
    Entscheidungstext OGH 26.03.2009 12 Os 19/09z
    Vgl; Beisatz: Der in § 217 Abs 1 StGB verwendete Begriff des „Zuführens" ist nur als aktive und gezielte Einflussnahme auf das Schutzobjekt zur Verlagerung der gesamten Lebensführung als Prostituierte in einem fremden Staat zu verstehen. (T7); Beisatz: Dabei genügt die Aufnahme und Eingliederung in ein Bordell ohne eine derartige Einflussnahme nicht. Vielmehr muss nicht nur die Aufnahme der Prostitution, sondern auch der Wechsel in den fremden Staat maßgeblich vom Täter organisiert sein. Unter Zuführen ist demnach mehr als ein „Befördern", nämlich zumindest eine qualifizierte Vermittlertätigkeit zu verstehen (vgl 14 Os 113/06h). (T8)
  • 15 Os 53/10y
    Entscheidungstext OGH 30.06.2010 15 Os 53/10y
    Vgl auch
  • 12 Os 76/11k
    Entscheidungstext OGH 15.11.2011 12 Os 76/11k
    Vgl auch; Beis wie T4; Beisatz: Hier: Überredung zur Prostitutionsausübung in Österreich und - im Sinn einer beiderseits verbindlich gewollten Umsetzung der im Ausland getroffenen Abmachung - Organisation der Ausreise und Verbringung in ein Bordell mit nachfolgender Eingliederung in den Bordellbetrieb. (T9)
  • 13 Os 36/12m
    Entscheidungstext OGH 05.07.2012 13 Os 36/12m
    Vgl auch
  • 15 Os 129/12b
    Entscheidungstext OGH 17.10.2012 15 Os 129/12b
    nur T1; nur T2; Beis wie T3; Beis wie T4
  • 15 Os 98/13w
    Entscheidungstext OGH 08.07.2014 15 Os 98/13w
    Auch; nur T1; Beis wie T3; Beis wie T4; Beis wie T5; Beis wie T8
  • 14 Os 102/16f
    Entscheidungstext OGH 20.12.2016 14 Os 102/16f
    Auch

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1997:RS0109314

Im RIS seit

13.11.1997

Zuletzt aktualisiert am

31.01.2017

Dokumentnummer

JJR_19971014_OGH0002_0110OS00109_9600000_001

Rechtssatz für 12Os25/03; 12Os15/03; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0117604

Geschäftszahl

12Os25/03; 12Os15/03; 14Os156/02; 15Os66/03; 12Os86/03; 14Os92/03; 11Os47/04; 14Os86/04; 12Os120/04; 11Os123/04; 11Os131/04; 13Os24/05; 15Os20/05p; 11Os87/05m; 11Os74/05z; 13Os95/05b; 13Os116/05s; 11Os98/05d; 14Os28/06h; 11Os107/06d; 14Os139/07h; 11Os149/08h; 14Os167/08b; 12Os149/08s; 12Os42/09g; 13Os183/08y; 14Os49/10b; 15Os53/10y; 13Os117/10w; 13Os104/11k; 12Os165/11y; 13Os14/12a; 15Os112/12b; 12Os124/12w; 15Os6/13s; 11Os67/13g; 15Os22/13v (15Os23/13s); 17Os4/13m (17Os5/13h); 14Os168/13g; 11Os8/14g; 11Os6/14p; 14Os87/14x; 14Os117/14h; 14Os1/15a; 13Os21/14h; 15Os17/14k; 11Os149/15v; 13Os114/15m; 13Os26/16x; 14Os80/17x; 14Os36/18b; 13Os71/19v; 12Os42/19x; 14Os117/20t; 15Os38/22k; 12Os23/24k; 15Os151/24f; 15Os131/25s; 12Os34/26f

Entscheidungsdatum

20.05.2026

Norm

FinStrG §11
StGB §12 C
StPO §281 Abs1 Z5
StPO §281 Abs1 Z10 B
StPO §290 Abs1
  1. FinStrG Art. 1 § 11 heute
  2. FinStrG Art. 1 § 11 gültig ab 01.01.1976 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 335/1975
  1. StPO § 281 heute
  2. StPO § 281 gültig ab 01.01.2025 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 157/2024
  3. StPO § 281 gültig von 01.03.2023 bis 31.12.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 223/2022
  4. StPO § 281 gültig von 01.01.2008 bis 28.02.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 93/2007
  5. StPO § 281 gültig von 01.01.2006 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 119/2005
  6. StPO § 281 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/1997
  7. StPO § 281 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 55/1999
  8. StPO § 281 gültig von 01.01.2000 bis 31.12.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 55/1999
  9. StPO § 281 gültig von 01.01.1998 bis 31.12.1999 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/1997
  10. StPO § 281 gültig von 01.01.1994 bis 31.12.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 526/1993
  11. StPO § 281 gültig von 01.03.1988 bis 31.12.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 605/1987
  1. StPO § 281 heute
  2. StPO § 281 gültig ab 01.01.2025 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 157/2024
  3. StPO § 281 gültig von 01.03.2023 bis 31.12.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 223/2022
  4. StPO § 281 gültig von 01.01.2008 bis 28.02.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 93/2007
  5. StPO § 281 gültig von 01.01.2006 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 119/2005
  6. StPO § 281 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/1997
  7. StPO § 281 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 55/1999
  8. StPO § 281 gültig von 01.01.2000 bis 31.12.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 55/1999
  9. StPO § 281 gültig von 01.01.1998 bis 31.12.1999 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/1997
  10. StPO § 281 gültig von 01.01.1994 bis 31.12.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 526/1993
  11. StPO § 281 gültig von 01.03.1988 bis 31.12.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 605/1987
  1. StPO § 290 heute
  2. StPO § 290 gültig ab 01.03.1988 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 605/1987

Rechtssatz

Die Art strafbarer Beteiligung nach Paragraph 12, StGB kann angesichts der rechtlichen Gleichwertigkeit der Täterschaftsformen weder aus Ziffer 5, noch aus Ziffer 10, des Paragraph 281, Absatz eins, StPO angefochten werden.

Anmerkung

Bem: Der Rechtssatz wird wegen der Häufigkeit seiner Zitierung ("überlanger RS") nicht bei jeder einzelnen Bezugnahme, sondern nur fallweise mit einer Gleichstellungsindizierung versehen.

Entscheidungstexte

  • 12 Os 25/03
    Entscheidungstext OGH 08.05.2003 12 Os 25/03
  • 12 Os 15/03
    Entscheidungstext OGH 05.06.2003 12 Os 15/03
  • 14 Os 156/02
    Entscheidungstext OGH 13.05.2003 14 Os 156/02
  • 15 Os 66/03
    Entscheidungstext OGH 21.08.2003 15 Os 66/03
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Die drei Täterschaftsformen des § 11 FinStrG. (T1)
  • 12 Os 86/03
    Entscheidungstext OGH 23.10.2003 12 Os 86/03
    Auch
  • 14 Os 92/03
    Entscheidungstext OGH 14.04.2004 14 Os 92/03
  • 11 Os 47/04
    Entscheidungstext OGH 29.06.2004 11 Os 47/04
    Auch
  • 14 Os 86/04
    Entscheidungstext OGH 10.08.2004 14 Os 86/04
    Auch
  • 12 Os 120/04
    Entscheidungstext OGH 16.12.2004 12 Os 120/04
    Vgl auch; Beisatz: Einheitlicher Täterbegriff des § 12 StGB. (T2)
  • 11 Os 123/04
    Entscheidungstext OGH 11.01.2005 11 Os 123/04
    Vgl auch; Beisatz: Kein Vorgehen nach § 290 Abs 1 StPO erforderlich. (T3)
  • 11 Os 131/04
    Entscheidungstext OGH 11.01.2005 11 Os 131/04
    Auch
  • 13 Os 24/05
    Entscheidungstext OGH 30.03.2005 13 Os 24/05
    Auch
  • 15 Os 20/05p
    Entscheidungstext OGH 21.04.2005 15 Os 20/05p
    nur: Rechtliche Gleichwertigkeit der Täterschaftsformen. (T4)
  • 11 Os 87/05m
    Entscheidungstext OGH 18.10.2005 11 Os 87/05m
  • 11 Os 74/05z
    Entscheidungstext OGH 15.11.2005 11 Os 74/05z
    Auch; Beis wie T3
  • 13 Os 95/05b
    Entscheidungstext OGH 14.12.2005 13 Os 95/05b
    Auch
  • 13 Os 116/05s
    Entscheidungstext OGH 14.12.2005 13 Os 116/05s
    nur T4
  • 11 Os 98/05d
    Entscheidungstext OGH 31.01.2006 11 Os 98/05d
    Auch
  • 14 Os 28/06h
    Entscheidungstext OGH 09.05.2006 14 Os 28/06h
    Auch
  • 11 Os 107/06d
    Entscheidungstext OGH 27.03.2007 11 Os 107/06d
    Auch; nur: Die Art strafbarer Beteiligung nach § 12 StGB kann angesichts der rechtlichen Gleichwertigkeit der Täterschaftsformen aus Z 5 nicht angefochten werden. (T5)
    Beisatz: Betrifft keine subsumtionsrelevante Tatsache. (T6)
  • 14 Os 139/07h
    Entscheidungstext OGH 04.12.2007 14 Os 139/07h
    Auch; Beisatz: Die Beteiligungsform nach § 12 StGB stellt nach ständiger Rechtsprechung keinen Gegenstand der Subsumtionsrüge dar. (T7)
  • 11 Os 149/08h
    Entscheidungstext OGH 04.11.2008 11 Os 149/08h
    Auch
  • 14 Os 167/08b
    Entscheidungstext OGH 16.12.2008 14 Os 167/08b
    Beis wie T7
  • 12 Os 149/08s
    Entscheidungstext OGH 23.04.2009 12 Os 149/08s
    Auch; Beis wie T7
  • 12 Os 42/09g
    Entscheidungstext OGH 28.05.2009 12 Os 42/09g
    Auch; nur T5; Beis wie T6
  • 13 Os 183/08y
    Entscheidungstext OGH 17.12.2009 13 Os 183/08y
    Auch
  • 14 Os 49/10b
    Entscheidungstext OGH 18.05.2010 14 Os 49/10b
    Vgl; Beis wie T7
  • 15 Os 53/10y
    Entscheidungstext OGH 30.06.2010 15 Os 53/10y
    Auch
  • 13 Os 117/10w
    Entscheidungstext OGH 18.11.2010 13 Os 117/10w
    Auch; Beis wie T7
  • 13 Os 104/11k
    Entscheidungstext OGH 13.10.2011 13 Os 104/11k
    Auch
  • 12 Os 165/11y
    Entscheidungstext OGH 20.12.2011 12 Os 165/11y
  • 13 Os 14/12a
    Entscheidungstext OGH 05.04.2012 13 Os 14/12a
    Vgl auch
  • 15 Os 112/12b
    Entscheidungstext OGH 17.10.2012 15 Os 112/12b
  • 12 Os 124/12w
    Entscheidungstext OGH 31.01.2013 12 Os 124/12w
    Auch
  • 15 Os 6/13s
    Entscheidungstext OGH 27.02.2013 15 Os 6/13s
  • 11 Os 67/13g
    Entscheidungstext OGH 18.06.2013 11 Os 67/13g
  • 15 Os 22/13v
    Entscheidungstext OGH 26.06.2013 15 Os 22/13v
  • 17 Os 4/13m
    Entscheidungstext OGH 30.09.2013 17 Os 4/13m
    Auch
  • 14 Os 168/13g
    Entscheidungstext OGH 17.12.2013 14 Os 168/13g
    Auch
  • 11 Os 8/14g
    Entscheidungstext OGH 11.02.2014 11 Os 8/14g
  • 11 Os 6/14p
    Entscheidungstext OGH 11.02.2014 11 Os 6/14p
  • 14 Os 87/14x
    Entscheidungstext OGH 28.10.2014 14 Os 87/14x
    Auch; Beisatz: Ob der Täter unmittelbarer Täter oder Beitragstäter ist, ist angesichts der rechtlichen Gleichwertigkeit der Täterschaftsform ohne Bedeutung für die Schuld- oder die Subsumtionsfrage. (T8)
  • 14 Os 117/14h
    Entscheidungstext OGH 16.12.2014 14 Os 117/14h
    Auch
  • 14 Os 1/15a
    Entscheidungstext OGH 03.03.2015 14 Os 1/15a
  • 13 Os 21/14h
    Entscheidungstext OGH 25.02.2015 13 Os 21/14h
    Beis wie T1
  • 15 Os 17/14k
    Entscheidungstext OGH 22.07.2015 15 Os 17/14k
  • 11 Os 149/15v
    Entscheidungstext OGH 22.03.2016 11 Os 149/15v
    Auch
  • 13 Os 114/15m
    Entscheidungstext OGH 09.03.2016 13 Os 114/15m
    Auch
  • 13 Os 26/16x
    Entscheidungstext OGH 13.04.2016 13 Os 26/16x
    Auch
  • 14 Os 80/17x
    Entscheidungstext OGH 03.10.2017 14 Os 80/17x
    Auch
  • 14 Os 36/18b
    Entscheidungstext OGH 29.05.2018 14 Os 36/18b
    Auch
  • 13 Os 71/19v
    Entscheidungstext OGH 13.11.2019 13 Os 71/19v
    nur T4
  • 12 Os 42/19x
    Entscheidungstext OGH 07.11.2019 12 Os 42/19x
  • 14 Os 117/20t
    Entscheidungstext OGH 18.02.2021 14 Os 117/20t
    Vgl
  • 15 Os 38/22k
    Entscheidungstext OGH 08.03.2023 15 Os 38/22k
    vgl
  • 12 Os 23/24k
    Entscheidungstext OGH 27.06.2024 12 Os 23/24k
    vgl
  • 15 Os 151/24f
    Entscheidungstext OGH 26.02.2025 15 Os 151/24f
    vgl
  • 15 Os 131/25s
    Entscheidungstext OGH 19.11.2025 15 Os 131/25s
    vgl
  • 12 Os 34/26f
    Entscheidungstext OGH 20.05.2026 12 Os 34/26f
    vgl

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2003:RS0117604

Im RIS seit

07.06.2003

Zuletzt aktualisiert am

08.07.2026

Dokumentnummer

JJR_20030508_OGH0002_0120OS00025_0300000_001

Entscheidungstext 15Os53/10y

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Rechtsgebiet

Strafrecht

Geschäftszahl

15Os53/10y

Entscheidungsdatum

30.06.2010

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat am 30. Juni 2010 durch die Senatspräsidentin des Obersten Gerichtshofs Dr. Schmucker als Vorsitzende sowie durch die Hofräte des Obersten Gerichtshofs Dr. Danek, Dr. T. Solé und Mag. Lendl sowie die Hofrätin des Obersten Gerichtshofs Dr. Bachner-Foregger als weitere Richter in Gegenwart des Richteramtsanwärters Mag. Puttinger als Schriftführer in der Strafsache gegen Hans A***** wegen Verbrechen des grenzüberschreitenden Prostitutionshandels nach Paragraph 217, Absatz eins, StGB über die Nichtigkeitsbeschwerde und die Berufung des Angeklagten sowie die Berufung der Staatsanwaltschaft gegen das Urteil des Landesgerichts Klagenfurt als Schöffengericht vom 18. November 2009, GZ 14 Hv 147/07g-77, nach Anhörung der Generalprokuratur in nichtöffentlicher Sitzung den

Beschluss

gefasst:

Spruch

Die Nichtigkeitsbeschwerde wird zurückgewiesen.

Zur Entscheidung über die Berufungen werden die Akten dem Oberlandesgericht Graz zugeleitet.

Dem Angeklagten fallen auch die Kosten des bisherigen Rechtsmittelverfahrens zur Last.

Text

Gründe:

Mit dem angefochtenen Urteil wurde der Angeklagte Hans A***** der Verbrechen des grenzüberschreitenden Prostitutionshandels nach Paragraph 217, Absatz eins, zweiter Fall StGB schuldig erkannt.

Danach hat er im bewussten und gewollten Zusammenwirken mit den abgesondert Verfolgten und bereits rechtskräftig Verurteilten Franz P***** und Lucie S***** von Mitte 2005 bis 2. November 2006 in V***** wiederholt in der Absicht, sich durch die „wiederholte“ (gemeint: wiederkehrende) Begehung der Tat eine fortlaufende Einnahme zu verschaffen, 14 im Urteil genannte, bereits überwiegend als Prostituierte tätige tschechische Staatsangehörige und zwei im Urteil genannte slowakische Staatsangehörige in Österreich in seinem Bordell „C*****“ in V*****, sohin in einem anderen Staat als in dem, dessen Staatsangehörigkeit sie besitzen oder in dem sie ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben, zur Prostitution angeworben und zugeführt, und zwar dadurch, dass er sie über die von Lucie S***** geschalteten Anzeigen in einschlägigen Magazinen zur Kontaktaufnahme aufforderte, ihnen teils persönliche, teils telefonische Zusagen über die guten Verdienst- und Wohnmöglichkeiten in Österreich zukommen ließ, ihre Anreise bezahlte bzw ihre Abholung und die Eingliederung in seinen Bordellbetrieb durchführen ließ.

Rechtliche Beurteilung

Gegen den Schuldspruch richtet sich die auf Ziffer 5 und 9 Litera a, des Paragraph 281, Absatz eins, StPO gestützte Nichtigkeitsbeschwerde des Angeklagten Hans A*****. Sie verfehlt ihr Ziel.

Entgegen dem Vorbringen (Ziffer 5, vierter Fall) hat sich das Schöffengericht unter Bezugnahme auf die im Tatsachenbereich geständige Einlassung des Beschwerdeführers und die belastenden Zeugenaussagen mit der Frage der „Verlagerung der gesamten Lebensführung“ hinreichend auseinandergesetzt (US 10 f). Die von der Mängelrüge unter Hinweis auf die Rechtsrüge angezweifelte Richtigkeit der gezogenen rechtlichen Konsequenz betrifft nicht die Begründungsebene.

Warum die Urteilsannahmen, wonach der Angeklagte „Nutznießer der Prostitutionsherbeiführung“, die rechtskräftig Verurteilten Franz P***** und Lucie S***** hingegen die „eigentlichen Drahtzieher“ gewesen seien (US 13), mit Blick auf die weiteren, im Rechtsmittel ausgeklammerten Ausführungen zu den tatbestandsrelevanten Tathandlungen des Angeklagten vergleiche US 5 ff) im Widerspruch stehen sollen (Ziffer 5, dritter Fall), wird in der Beschwerde nicht nachvollziehbar dargestellt.

Die Feststellung, dass der Bordellbetrieb maßgeblich vom Nichtigkeitswerber geführt wurde, haben die Tatrichter mit Bezug auf die für glaubwürdig erachteten Angaben der vernommenen Prostituierten, die den Beschwerdeführer als ihren „Chef“ und Ansprechpartner bezeichneten (US 11 letzter Absatz, 12 vorletzter Absatz), und das Eingeständnis des Angeklagten, wegen der Erkrankung seiner Ehegattin die wesentlichen Bereiche des Bordellbetriebs wahrgenommen zu haben (US 12 erster Absatz), mängelfrei begründet.

Die Darstellung der Zeugin Barbara A***** (Ehegattin des Angeklagten), ihr Mann habe mit dem Bordell eigentlich nichts zu tun gehabt, hat das Schöffengericht keineswegs übergangen (Ziffer 5, zweiter Fall), sondern mit plausibler Argumentation als Schutzbehauptung zu Gunsten ihres Mannes eingestuft (US 12 zweiter und dritter Absatz).

Entgegen der Rüge (Ziffer 5, zweiter Fall) bedurfte die Unbescholtenheit des Angeklagten im Rahmen der Beweiswürdigung keiner Erörterung, weil sie die führende Rolle in einem Bordellbetrieb keineswegs ausschließt.

Die - sich wiederholende - Rechtsrüge (Ziffer 9, Litera a,), die zusammengefasst die Ansicht vertritt, der Angeklagte habe selbst überhaupt keinen aktiven Einfluss auf Prostituierte zur Verlagerung deren gesamter Lebensführung geübt, vielmehr seien Franz P***** und Lucie S***** die Drahtzieher und wahren Nutznießer gewesen, geht nicht vom festgestellten Sachverhalt aus und verfehlt so die gebotene Orientierung an der Verfahrensordnung (RIS-Justiz RS0099810).

Denn der Nichtigkeitswerber übergeht die essentiellen Konstatierungen, denen zufolge die Idee zwar von P***** und S***** ausging, diese jedoch mit dem Angeklagten handelseins wurden, dass er als Bordellbetreiber für die tatplankonform von Lucie S***** in Tschechien angeworbenen Prostituierten ein Taggeld samt Benzingeld an P***** und S***** bezahlen werde, diese ihm dafür ständig neue Prostituierte zuführen sollten, der Angeklagte die von P***** und S***** mit Versprechungen (US 8 zweiter Absatz) angelockten Prostituierten durch Bereitstellung des Arbeitsplatzes und einer kostenlosen Wohnung in einem seiner Objekte (sowie durch Unterstützung bei Behördenwegen und amtsärztlichen Untersuchungen) in seinen Betrieb eingliederte und damit deren Verlagerung der gesamten Lebensführung erwirkte (US 6 erster Absatz, 7 zweiter Absatz, 9 vorletzter Absatz, US 10 erster Absatz).

Der Einwand, der Beschwerdeführer selbst habe nicht den von der Rechtsprechung (RIS-Justiz RS0109314) geforderten aktiven und gezielten Einfluss auf die Schutzobjekte genommen, ignoriert die Feststellungen, wonach die - bereits rechtskräftig verurteilten - Mittäter (P***** und S*****) durch geschaltete Annoncen und Versprechungen genau diese Einflussnahme übten (US 6 ff) und der Beschwerdeführer als Nutznießer (US 13) dies billigend in Kauf nahm sowie in weiterer Folge die Frauen in seinen Bordellbetrieb eingliederte (US 10 erster Absatz).

Dem Vorbringen, die Handlungen des Beschwerdeführers seien bloß ein untergeordneter Tatbeitrag gewesen, genügt der Hinweis, dass eine allenfalls irrige Subsumtion unter die Begehungsform der ersten Alternative des Paragraph 12, StGB den Angeklagten nicht zu beschweren vermag, weil die erwähnten Feststellungen die Annahme einer der rechtlich gleichwertigen Täterschaftsformen des Paragraph 12, StGB jedenfalls decken (RIS-Justiz RS0117604; Fabrizy StPO10 Paragraph 281, Rz 69). Einen (sonstigen) Tatbeitrag (Paragraph 12, dritte Alternative StGB) durch „Abnahmebereitschaft“ in Bezug auf ausländische Prostituierte räumt die Rüge im Übrigen selbst ein (Beschwerde S 4).

Die Reklamation eines Rechtsfehlers mangels Feststellungen zum „Anwerben“ versagt, weil zufolge der jedenfalls auch festgestellten Tatbegehung durch „Zuführen“ (US 6 ff) angesichts der rechtlichen Gleichwertigkeit beider Begehungsformen des Paragraph 217, Absatz eins, StGB dahingestellt bleiben kann, ob neben dem „Zuführen“ auch dessen Handlungsvariante des „Anwerbens“ verwirklicht wurde vergleiche Philipp in WK² Paragraph 217, Rz 19).

Die Nichtigkeitsbeschwerde war daher - in Übereinstimmung mit der Stellungnahme der Generalprokuratur, jedoch entgegen der hiezu erstatteten Äußerung - bereits bei nichtöffentlicher Beratung sogleich zurückzuweisen (Paragraph 285 d, Absatz eins, StPO), woraus sich die Zuständigkeit des Oberlandesgerichts Graz zur Erledigung der Berufungen ergibt (Paragraph 285 i, StPO).

Die Kostenentscheidung gründet sich auf Paragraph 390 a, Absatz eins, StPO.

Schlagworte

Strafrecht

Textnummer

E94434

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2010:0150OS00053.10Y.0630.000

Im RIS seit

08.08.2010

Zuletzt aktualisiert am

08.08.2010

Dokumentnummer

JJT_20100630_OGH0002_0150OS00053_10Y0000_000