Rechtssatz für 12Os84/78 12Os173/78 10...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0092585

Geschäftszahl

12Os84/78; 12Os173/78; 10Os23/79; 14Os185/94; 14Os146/06m; 14Os112/21h; 13Os79/22z

Entscheidungsdatum

28.09.2022

Rechtssatz

Der Täter muß beim Delikt nach Paragraph 87, StGB den schweren Verletzungserfolg bezweckt und sich diesen zum Ziel gesetzt haben.

Entscheidungstexte

  • 12 Os 84/78
    Entscheidungstext OGH 29.06.1978 12 Os 84/78
  • 12 Os 173/78
    Entscheidungstext OGH 04.12.1978 12 Os 173/78
  • 10 Os 23/79
    Entscheidungstext OGH 07.03.1979 10 Os 23/79
    Beisatz: Schuldform des § 5 Abs 2 StGB nötig; bedingter Vorsatz genügt nicht. (T1)
  • 14 Os 185/94
    Entscheidungstext OGH 28.02.1995 14 Os 185/94
    Vgl auch
  • 14 Os 146/06m
    Entscheidungstext OGH 30.01.2007 14 Os 146/06m
    Auch; Beisatz: Für die rechtliche Beurteilung des Tatverhaltens nach § 87 StGB ist entscheidend, dass sich die Absicht des Täters (§ 5 Abs 2 StGB) auf den Taterfolg in Form einer schweren Verletzung im Sinn des § 84 Abs 1 StGB bezieht. (T2)
  • 14 Os 112/21h
    Entscheidungstext OGH 16.11.2021 14 Os 112/21h
    Vgl; Beisatz: Ist die Tat ursächlich für den Eintritt einer anderen als der vom Täter beabsichtigten schweren Verletzung, liegt ‑ objektive Zurechenbarkeit auch des tatsächlich eingetretenen Verletzungserfolges vorausgesetzt ‑ Vollendung des Verbrechens nach § 87 Abs 1 StGB vor. (T3)
  • 13 Os 79/22z
    Entscheidungstext OGH 28.09.2022 13 Os 79/22z
    Vgl; Beis wie T1; Beis wie T2

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1978:RS0092585

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

08.11.2022

Dokumentnummer

JJR_19780629_OGH0002_0120OS00084_7800000_001

Rechtssatz für 12Os84/78; 12Os3/79; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0092598

Geschäftszahl

12Os84/78; 12Os3/79; 9Os71/85; 14Os146/06m; 14Os112/21h; 13Os27/22b; 13Os79/22z; 14Os113/24k

Entscheidungsdatum

25.02.2025

Rechtssatz

Paragraph 87, StGB findet bei schweren Körperverletzungen Anwendung, wenn es dem Täter darauf ankommt, nicht irgendeine Verletzung sondern eine schwere Körperverletzung zuzufügen.

Entscheidungstexte

  • 12 Os 84/78
    Entscheidungstext OGH 29.06.1978 12 Os 84/78
  • 12 Os 3/79
    Entscheidungstext OGH 22.03.1979 12 Os 3/79
  • 9 Os 71/85
    Entscheidungstext OGH 12.06.1985 9 Os 71/85
    Vgl auch
  • 14 Os 146/06m
    Entscheidungstext OGH 30.01.2007 14 Os 146/06m
    Auch; Beisatz: Für die rechtliche Beurteilung des Tatverhaltens nach § 87 StGB ist entscheidend, dass sich die Absicht des Täters (§ 5 Abs 2 StGB) auf den Taterfolg in Form einer schweren Verletzung im Sinn des § 84 Abs 1 StGB bezieht. (T1)
  • 14 Os 112/21h
    Entscheidungstext OGH 16.11.2021 14 Os 112/21h
    Vgl; Beisatz: Ist die Tat ursächlich für den Eintritt einer anderen als der vom Täter beabsichtigten schweren Verletzung, liegt ‑ objektive Zurechenbarkeit auch des tatsächlich eingetretenen Verletzungserfolges vorausgesetzt ‑ Vollendung des Verbrechens nach § 87 Abs 1 StGB vor. (T2)
  • 13 Os 27/22b
    Entscheidungstext OGH 18.05.2022 13 Os 27/22b
    Vgl
  • 13 Os 79/22z
    Entscheidungstext OGH 28.09.2022 13 Os 79/22z
    Vgl; Beis wie T1
  • 14 Os 113/24k
    Entscheidungstext OGH 25.02.2025 14 Os 113/24k
    vgl

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1978:RS0092598

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

02.05.2025

Dokumentnummer

JJR_19780629_OGH0002_0120OS00084_7800000_002

Rechtssatz für 13Os142/99; 14Os146/06m; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0112583

Geschäftszahl

13Os142/99; 14Os146/06m; 11Os48/26g

Entscheidungsdatum

30.06.2026

Norm

StGB §87 Abs1

Rechtssatz

Eine absichtliche schwere Körperverletzung kann nur durch Zufügen einer schweren Verletzung nach Paragraph 84, Absatz eins, StGB, nicht aber nach Absatz 2, oder 3 leg cit begangen werden.

Entscheidungstexte

  • 13 Os 142/99
    Entscheidungstext OGH 03.11.1999 13 Os 142/99
  • 14 Os 146/06m
    Entscheidungstext OGH 30.01.2007 14 Os 146/06m
    Ähnlich; Beisatz: Für die rechtliche Beurteilung des Tatverhaltens nach § 87 StGB ist entscheidend, dass sich die Absicht des Täters (§ 5 Abs 2 StGB) auf den Taterfolg in Form einer schweren Verletzung im Sinn des § 84 Abs 1 StGB bezieht. (T1)
  • 11 Os 48/26g
    Entscheidungstext OGH 30.06.2026 11 Os 48/26g
    vgl; Beisatz wie T1

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1999:RS0112583

Im RIS seit

03.11.1999

Zuletzt aktualisiert am

19.08.2026

Dokumentnummer

JJR_19991103_OGH0002_0130OS00142_9900000_001

Rechtssatz für 11Os158/01; 14Os146/06m; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0116244

Geschäftszahl

11Os158/01; 14Os146/06m; 13Os27/22b; 14Os113/24k; 15Os151/24f; 15Os159/24g; 11Os48/26g

Entscheidungsdatum

30.06.2026

Norm

StGB §84 Abs1
StGB §87 Abs1
  1. StGB § 84 heute
  2. StGB § 84 gültig von 01.01.2016 bis 31.12.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 112/2015
  3. StGB § 84 gültig ab 01.01.2016 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 154/2015
  4. StGB § 84 gültig von 01.03.1988 bis 31.12.2015 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 605/1987

Rechtssatz

Zur Erfüllung des inneren Tatbestandes des Paragraph 87, Absatz eins, StGB reicht die Absicht aus, (auch nur) einen der im Paragraph 84, Absatz eins, StGB genannten Erfolge herbeizuführen.

Entscheidungstexte

  • 11 Os 158/01
    Entscheidungstext OGH 05.03.2002 11 Os 158/01
  • 14 Os 146/06m
    Entscheidungstext OGH 30.01.2007 14 Os 146/06m
    Beisatz: Für die rechtliche Beurteilung des Tatverhaltens nach § 87 StGB ist entscheidend, dass sich die Absicht des Täters (§ 5 Abs 2 StGB) auf den Taterfolg in Form einer schweren Verletzung im Sinn des § 84 Abs 1 StGB bezieht. (T1)
  • 13 Os 27/22b
    Entscheidungstext OGH 18.05.2022 13 Os 27/22b
    Vgl; Beis wie T1
  • 14 Os 113/24k
    Entscheidungstext OGH 25.02.2025 14 Os 113/24k
    vgl
  • 15 Os 151/24f
    Entscheidungstext OGH 26.02.2025 15 Os 151/24f
    vgl
  • 15 Os 159/24g
    Entscheidungstext OGH 26.03.2025 15 Os 159/24g
    vgl
  • 11 Os 48/26g
    Entscheidungstext OGH 30.06.2026 11 Os 48/26g
    vgl

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2002:RS0116244

Im RIS seit

04.04.2002

Zuletzt aktualisiert am

19.08.2026

Dokumentnummer

JJR_20020305_OGH0002_0110OS00158_0100000_001

Entscheidungstext 14Os146/06m

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Rechtsgebiet

Strafrecht

Geschäftszahl

14Os146/06m

Entscheidungsdatum

30.01.2007

Anmerkung

E83249 14Os146.06m

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat am 30. Jänner 2007 durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofes Dr. Holzweber als Vorsitzenden sowie durch die Hofräte des Obersten Gerichtshofes Dr. Philipp, Hon. Prof. Dr. Schroll, Hon. Prof. Dr. Kirchbacher und Mag. Hetlinger als weitere Richter in Gegenwart des Richteramtsanwärters Mag. Kikinger als Schriftführer in der Strafsache gegen Silvan S***** wegen des Vergehens der schweren Körperverletzung nach Paragraphen 83, Absatz eins, 84, Absatz eins und Absatz 2, Ziffer eins, StGB über die Nichtigkeitsbeschwerde und die Berufung der Staatsanwaltschaft gegen das Urteil des Landesgerichtes Innsbruck als Schöffengericht vom 2. Oktober 2006, GZ 36 Hv 146/06g-24, nach Anhörung der Generalprokuratur in nichtöffentlicher Sitzung den Beschluss

gefasst:

Spruch

Die Nichtigkeitsbeschwerde wird zurückgewiesen.

Zur Entscheidung über die Berufung werden die Akten dem Oberlandesgericht Innsbruck zugeleitet.

Text

Gründe:

Mit dem angefochtenen Urteil wurde Silvan S***** - abweichend von der auf einen Schuldspruch wegen des Verbrechens der absichtlichen schweren Körperverletzung nach Paragraph 87, Absatz eins und Absatz 2, erster Fall StGB gerichteten Anklage (ON 15) - des Vergehens der schweren Körperverletzung nach Paragraphen 83, Absatz eins, 84, Absatz eins und Absatz 2, Ziffer eins, StGB schuldig erkannt.

Danach hat er am 24. März 2006 in Ebbs Michael M***** durch Versetzen eines heftigen Schlages mit einem Weißbierglas gegen den Kopf eine schwere Körperverletzung, nämlich „eine Quetsch-Riss-Verletzung an der linken Augenbraue sowie eine perforierende Augapfelverletzung mit Verletzung der Augenlinse und eine Glaskörpereinblutung" zugefügt, wobei er die Tat mit einem solchen Mittel und auf solche Weise beging, womit in der Regel Lebensgefahr verbunden ist. Die dagegen von der Staatsanwaltschaft aus dem Grund der Ziffer 5, des Paragraph 281, Absatz eins, StPO erhobene Nichtigkeitsbeschwerde verfehlt ihr Ziel.

Rechtliche Beurteilung

Zur inneren Tatseite führte das Erstgericht in den Entscheidungsgründen aus, es könne nicht festgestellt werden, dass es dem Angeklagten darauf ankam, Michael M***** schwer zu verletzen (US 5).

Beweiswürdigend nahm es auf die leugnende Verantwortung des Angeklagten und auf eine Reihe von Aspekten des äußeren Tatgeschehens Bedacht (US 6 f).

Der Einwand der Staatsanwaltschaft, die Beweiswürdigung sei unvollständig geblieben (Ziffer 5, zweiter Fall), weil das Erstgericht die Aussage des Zeugen Raimund Schmid völlig übergangen habe, wonach der Schlag mit Absicht geführt worden sei, ist nicht zielführend:

Für die rechtliche Beurteilung des Tatverhaltens nach Paragraph 87, StGB ist entscheidend, dass sich die Absicht des Täters (Paragraph 5, Absatz 2, StGB) auf den Taterfolg in Form einer schweren Verletzung im Sinn des Paragraph 84, Absatz eins, StGB bezieht (RIS-Justiz RS0116244, RS0092598, RS0112583, RS0092585; Burgstaller/Fabrizy in WK² Paragraph 87, Rz 6; Leukauf/Steininger, Komm³ Paragraph 87, Rz 4; Kienapfel/Schroll StudB BT römisch eins Paragraph 87, Rz 6; Fuchs/Reindl, BT 39; Fabrizy, StGB9 Paragraph 87, Rz 1).

Die von der Staatsanwaltschaft hervorgehobene Zeugenaussage (S 171) ist jedoch nicht geeignet, über den intendierten Taterfolg Aufschluss zu geben; sie betrifft allein die Frage, ob - entgegen der Verantwortung des Angeklagten (S 161) - die Tathandlung als solche von Absicht getragen war.

Die relevierte Aussage bedurfte demnach als mit Blick auf Paragraph 87, StGB unerheblich vergleiche Ratz, WK-StPO Paragraph 281, Rz 409) keiner Erörterung im Urteil.

Eine Unvollständigkeit der Beweiswürdigung (Ziffer 5, zweiter Fall) liegt somit nicht vor.

Die Nichtigkeitsbeschwerde war daher bei nichtöffentlicher Beratung sofort zurückzuweisen (Paragraph 285 d, Absatz eins, StPO), woraus die Kompetenz des Gerichtshofs zweiter Instanz zur Entscheidung über die Berufung folgt (Paragraph 285 i, StPO).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2007:0140OS00146.06M.0130.000

Dokumentnummer

JJT_20070130_OGH0002_0140OS00146_06M0000_000