Rechtssatz für 5Ob58/69 5Ob295/69 1Ob7...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0033521

Geschäftszahl

5Ob58/69; 5Ob295/69; 1Ob7/71; 7Ob140/71; 5Ob105/73; 1Ob133/74; 4Ob508/75; 7Ob518/78; 7Ob555/78; 5Ob537/78; 8Ob581/78; 6Ob693/78; 3Ob613/79; 7Ob810/81; 3Ob24/82; 1Ob577/82; 2Ob594/85; 3Ob566/85 (3Ob567/85); 8Ob591/85; 7Ob673/85; 1Ob512/86; 2Ob508/89; 8Ob588/89; 6Ob664/89; 7Ob623/89; 3Ob611/89

Entscheidungsdatum

29.11.1989

Norm

ABGB §1418
ZPO §502 Abs2 Ca5
  1. ZPO § 502 heute
  2. ZPO § 502 gültig von 01.01.2031 bis 30.04.2022 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 148/2020
  3. ZPO § 502 gültig ab 01.01.2031 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 61/2022
  4. ZPO § 502 gültig von 01.05.2022 bis 31.12.2030 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 61/2022
  5. ZPO § 502 gültig von 01.01.2021 bis 30.04.2022 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 148/2020
  6. ZPO § 502 gültig von 01.07.2009 bis 31.12.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 52/2009
  7. ZPO § 502 gültig von 01.01.2005 bis 30.06.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 128/2004
  8. ZPO § 502 gültig von 01.01.2005 bis 31.12.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 112/2003
  9. ZPO § 502 gültig von 01.01.2003 bis 31.12.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 76/2002
  10. ZPO § 502 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 98/2001
  11. ZPO § 502 gültig von 01.01.1998 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 140/1997
  12. ZPO § 502 gültig von 01.08.1989 bis 31.12.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 343/1989

Rechtssatz

Ob und wann Unterhalt für die Vergangenheit zugesprochen werden kann, ist keine Bemessungsfrage (so auch schon 8 Ob 13/69).

Entscheidungstexte

  • 5 Ob 58/69
    Entscheidungstext OGH 26.03.1969 5 Ob 58/69
  • 5 Ob 295/69
    Entscheidungstext OGH 19.11.1969 5 Ob 295/69
  • 1 Ob 7/71
    Entscheidungstext OGH 11.03.1971 1 Ob 7/71
    Veröff: EF 16262/2 = SZ 44/29
  • 7 Ob 140/71
    Entscheidungstext OGH 20.10.1971 7 Ob 140/71
    Auch
  • 5 Ob 105/73
    Entscheidungstext OGH 16.05.1973 5 Ob 105/73
    Beisatz: Wenn das Rekursgericht aber der Auffassung ist, daß der Unterhaltspflichtige erst ab einem bestimmten Zeitpunkt in der Lage ist, überhaupt Unterhalt zu leisten oder einen erhöhten Unterhaltsbetrag zu bezahlen, dann ist Grundlage seiner Entscheidung die Beurteilung der Leistungsfähigkeit des Unterhaltspflichtigen und wird damit im Sinne des Jud 60 (SZ 27/177) über eine Bemessungsfrage entschieden. (T1)
  • 1 Ob 133/74
    Entscheidungstext OGH 28.08.1974 1 Ob 133/74
    Veröff: ÖA 1976,72
  • 4 Ob 508/75
    Entscheidungstext OGH 18.02.1975 4 Ob 508/75
    Auch; Beisatz: Die Frage, von welchem Zeitpunkt an ein gesetzlicher Unterhalt zu leisten ist, gehört nicht zum Komplex der Unterhaltsbemessung. Tag der Antragstellung, nicht der Zustellung der einstweiligen Verfügung ist maßgebend. (T2)
  • 7 Ob 518/78
    Entscheidungstext OGH 02.03.1978 7 Ob 518/78
    Auch
  • 7 Ob 555/78
    Entscheidungstext OGH 22.06.1978 7 Ob 555/78
  • 5 Ob 537/78
    Entscheidungstext OGH 03.10.1978 5 Ob 537/78
  • 8 Ob 581/78
    Entscheidungstext OGH 08.11.1978 8 Ob 581/78
  • 6 Ob 693/78
    Entscheidungstext OGH 23.11.1978 6 Ob 693/78
  • 3 Ob 613/79
    Entscheidungstext OGH 24.09.1980 3 Ob 613/79
    Auch; Beisatz: Die Frage, ob der Unterhaltsberechtigte Krankenhauskosten, die ihm in der Vergangenheit erwachsen sind, nachträglich aus dem Rechtsgrund des gesetzlichen Unterhaltes beanspruchen kann, gehört nicht zum Bemessungskomplex. (T3)
  • 7 Ob 810/81
    Entscheidungstext OGH 14.01.1982 7 Ob 810/81
    Auch; Beis wie T2; Veröff: RZ 1983/13 S 66
  • 3 Ob 24/82
    Entscheidungstext OGH 10.03.1982 3 Ob 24/82
    Beisatz: Daher auch nicht die Frage, ob der Unterhaltsanspruch rückwirkend für erloschen erklärt werden kann. (T4)
  • 1 Ob 577/82
    Entscheidungstext OGH 02.06.1982 1 Ob 577/82
  • 2 Ob 594/85
    Entscheidungstext OGH 02.07.1985 2 Ob 594/85
    Vgl; Beisatz: Hier: Frage, ob Unterhalt rückwirkend herabgesetzt werden kann. (T5)
  • 3 Ob 566/85
    Entscheidungstext OGH 11.09.1985 3 Ob 566/85
    Beisatz: Hier: Außerstreifverfahren (T6)
  • 8 Ob 591/85
    Entscheidungstext OGH 18.09.1985 8 Ob 591/85
  • 7 Ob 673/85
    Entscheidungstext OGH 21.11.1985 7 Ob 673/85
    Veröff: NZ 1986,206 = ÖA 1987,80
  • 1 Ob 512/86
    Entscheidungstext OGH 19.02.1986 1 Ob 512/86
    Beis wie T6
  • 2 Ob 508/89
    Entscheidungstext OGH 07.02.1989 2 Ob 508/89
    Auch; Beis wie T5
  • 8 Ob 588/89
    Entscheidungstext OGH 31.05.1989 8 Ob 588/89
  • 7 Ob 623/89
    Entscheidungstext OGH 06.07.1989 7 Ob 623/89
    Ähnlich; Beisatz: Auch nicht die Frage, ob in einem bestimmten Verhalten ein Verzicht auf die Geltendmachung höherer Ansprüche gelegen sei. (T8)
  • 6 Ob 664/89
    Entscheidungstext OGH 07.09.1989 6 Ob 664/89
    Beisatz: Hier: Rückwirkende Unterhaltserhöhung. (T7)
  • 3 Ob 611/89
    Entscheidungstext OGH 29.11.1989 3 Ob 611/89

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1969:RS0033521

Dokumentnummer

JJR_19690326_OGH0002_0050OB00058_6900000_001

Rechtssatz für 4Ob525/68 8Ob13/69 5Ob2...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0086988

Geschäftszahl

4Ob525/68; 8Ob13/69; 5Ob295/69; 8Ob265/71; 1Ob133/74; 7Ob555/78; 1Ob512/86; 2Ob508/89; 3Ob611/89; 7Ob604/90

Entscheidungsdatum

12.07.1990

Rechtssatz

Ob eine Unterhaltsverpflichtung rückwirkend aufgehoben oder eingeschränkt werden kann, ist ebenso wie die Frage, ob Alimente auch über den Antragstag hinaus rückwirkend auferlegt werden können, im Gesetz nicht ausdrücklich geregelt. Eine offenbare Gesetzwidrigkeit im Sinne des Paragraph 16, AußStrG ist daher bei der Lösung dieser Frage ausgeschlossen.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 525/68
    Entscheidungstext OGH 23.04.1968 4 Ob 525/68
    Veröff: EFSlg 10846
  • 8 Ob 13/69
    Entscheidungstext OGH 28.01.1969 8 Ob 13/69
  • 5 Ob 295/69
    Entscheidungstext OGH 19.11.1969 5 Ob 295/69
    Veröff: EFSlg 12716
  • 8 Ob 265/71
    Entscheidungstext OGH 05.10.1971 8 Ob 265/71
    nur: Ob eine Unterhaltsverpflichtung rückwirkend aufgehoben können, im Gesetz nicht ausdrücklich geregelt. Eine offenbare Gesetzwidrigkeit im Sinne des § 16 AußStrG ist daher bei der Lösung dieser Frage ausgeschlossen. (T1)
  • 1 Ob 133/74
    Entscheidungstext OGH 28.08.1974 1 Ob 133/74
    Veröff: ÖA 1976,72
  • 7 Ob 555/78
    Entscheidungstext OGH 22.06.1978 7 Ob 555/78
    nur T1; Beisatz: Unter Hinweis auf die im Schrifttum geäußerte Zweifel. (T2)
  • 1 Ob 512/86
    Entscheidungstext OGH 19.02.1986 1 Ob 512/86
    Auch
  • 2 Ob 508/89
    Entscheidungstext OGH 07.02.1989 2 Ob 508/89
  • 3 Ob 611/89
    Entscheidungstext OGH 29.11.1989 3 Ob 611/89
    Auch
  • 7 Ob 604/90
    Entscheidungstext OGH 12.07.1990 7 Ob 604/90
    Auch; nur T1; Veröff: EvBl 1990/151 S 775 = ÖA 1991,139

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1968:RS0086988

Dokumentnummer

JJR_19680423_OGH0002_0040OB00525_6800000_001

Entscheidungstext 3Ob611/89

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Geschäftszahl

3Ob611/89

Entscheidungsdatum

29.11.1989

Anmerkung

E19467

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofes Dr. Petrasch als Vorsitzenden und durch die Hofräte des Obersten Gerichtshofes Dr. Hule, Dr. Warta, Dr. Klinger und Dr. Angst als weitere Richter in der Pflegschaftssache des mj. Wolfgang D***, geb. am 17. Februar 1972, infolge Revisionsrekurses des Vaters Wilhelm D***, Beamter, Wien 2, Rustenschacherallee 40, gegen den Beschluß des Landesgerichtes für Zivilrechtssachen Wien als Rekursgericht vom 14. September 1989, GZ 47 R 532/89-305, womit der Beschluß des Bezirksgerichtes Döbling vom 19. Mai 1989, GZ 3 P 43/74-299, teilweise bestätigt wurde, folgenden

Beschluß

gefaßt:

Spruch

Der Revisionsrekurs wird zurückgewiesen.

Text

Begründung:

Mit Beschluß vom 19. Mai 1989, ON 299, verpflichtete das Erstgericht Wilhelm D*** als Vater des am 17. Februar 1972 geborenen Wolfgang D***, zu seiner bisherigen Unterhaltsleistung von monatlich S 3.000,- in der Zeit von 1. September bis 30. September 1988 noch einen monatlichen Betrag von S 1.100,-, zusammen daher monatlich S 4.100,- und vom 1. Oktober 1988 bis auf weiteres, längstens bis zur Selbsterhaltungsfähigkeit des Kindes, "noch einen (weiteren) Betrag von monatlich S 400,-, zusammen S 4.500,-", zu Handen der Mutter zu bezahlen.

Den dieser Entscheidung zugrundeliegenden Antrag hatte die Mutter des Minderjährigen, Maria D***, der die Obsorge für das Kind zukommt, am 21. Dezember 1988 gestellt (ON 287).

Die zweite Instanz bestätigte diese Entscheidung, hinsichtlich des Monats September 1988 jedoch - unter Abweisung des Mehrbegehrens - nur bis zu einer Erhöhung der Unterhaltsleistung auf S 3.700,-.

In seinem Revisionsrekurs beschwert sich der Vater darüber, daß ihm eine Unterhaltsverpflichtung über den Antragstag rückwirkend auferlegt wurde. Ein bei ihm eingetretener Einkommensverlust sei nicht berücksichtigt, auf von ihm zurückzuzahlende Schulden sei nicht Bedacht genommen worden. Die Bedürfnisse des Unterhaltsberechtigten seien unrichtig beurteilt worden; denn bei der von dem Kind besuchten Schule handle es sich nicht um eine Ganztagsschule, und Wolfgang habe auch schon seit Jahren kein Theater besucht, obwohl die Erhöhung des zu leistenden Unterhalts auch mit der Befriedigung kultureller Bedürfnisse dieser Art gerechtfertigt worden sei. Die von der Mutter bezogene Kinderbeihilfe werde nicht entsprechend berücksichtigt; die vom Vater bezogene Erschwerniszulagen, eine Urlaubsabgeltung und Leistungszulage dürften nicht oder nur in anderer Weise in die Bemessungsgrundlage einbezogen werden.

Rechtliche Beurteilung

Nach Paragraph 14, Absatz 2, AußStrG in der Fassung vor der WGN 1989 - die Paragraphen 13 bis 16 AußStrG in der Fassung der genannten Novelle sind nach der Übergangsbestimmung des "Art". XLI Ziffer 5, (erst) anzuwenden, wenn das Datum der Entscheidung der zweiten Instanz nach dem 31. Dezember 1989 liegt - sind Rekurse gegen Entscheidungen der zweiten Instanz über die Bemessung gesetzlicher Unterhaltsansprüche unzulässig. Zur Bemessung gehört (u.a.) die Beurteilung der Bedürfnisse des Unterhaltsberechtigten und der Leistungsfähigkeit des Unterhaltspflichtigen. Die Beurteilung der Fragen, inwieweit die von der Mutter bezogene Familienbeihilfe bei der Unterhaltspflicht des Vaters zu berücksichtigen ist, ob und in welcher Weise die vom Vater genannten Einkommensbestandteile in die Unterhaltsbemessungsgrundlage einzubeziehen sind und wie sich der von ihm behauptete Einkommensverlust und die von ihm angeführten Schulden auswirken, und schließlich, ob das Kind tatsächlich die in der angeführten Entscheidung genannten Bedürfnisse hat, ist daher dem Obersten Gerichtshof, da alles dies zur Unterhaltsbemessung gehört, (derzeit) entzogen.

Nicht zur Unterhaltsbemessung gehört es zwar, ob Unterhalt auch für die Vergangenheit zugesprochen werden kann. Gemäß Paragraph 16, AußStrG in der Fassung vor der WGN 1989 ist aber, wenn die zweite Instanz die Entscheidung des Erstgerichtes bestätigt, der Rekurs an den Obersten Gerichtshof nur im Fall einer offenbaren Gesetz- oder Aktenwidrigkeit der Entscheidung oder einer begangenen Nullität zulässig. Die zweite Instanz hat nicht nur die Verpflichtung zur Leistung eines monatlichen Unterhaltsbetrages von S 4.500,- ab dem 1. Oktober 1988 bestätigt, sondern auch zur Leistung eines monatlichen Unterhalts für September 1988 bis zur Höhe von S 3.700,-. Die Frage, ob die Bestimmungen des Paragraph 1418, ABGB die Forderung von Unterhalt für die Vergangenheit gestatten, ist im Gesetz nicht derart eindeutig geregelt, daß ihre Lösung durch das Rekursgericht eine offenbare Gesetzwidrigkeit begründen könnte (EFSlg 52.766 ua.); dies umso weniger, als nach der im verstärkten Senat getroffenen Entscheidung des Obersten Gerichtshofes JBl 1988, 586, Unterhaltsansprüche grundsätzlich auch für die Vergangenheit gestellt werden können.

Der Revisionsrekurs erweist sich damit zur Gänze als unzulässig. Er war daher zurückzuweisen.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1989:0030OB00611.89.1129.000

Dokumentnummer

JJT_19891129_OGH0002_0030OB00611_8900000_000