Verwaltungsgerichtshof (VwGH)

Rechtssatz für Ra 2022/11/0129

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

1

Geschäftszahl

Ra 2022/11/0129

Entscheidungsdatum

06.10.2023

Index

L67003 Ausländergrunderwerb Grundverkehr Niederösterreich

Norm

GVG NÖ 2007 §11 Abs6
GVG NÖ 2007 §3 Z4
GVG NÖ 2007 §6 Abs2 Z1
GVG NÖ 2007 §6 Abs2 Z2

Beachte


Serie (erledigt im gleichen Sinn):
Ra 2022/11/0130 E 10.10.2023

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie Ra 2017/11/0314 E 29. Mai 2019 RS 3 (hier: ohne den letzten Satz)

Stammrechtssatz

Die subjektive Rechtssphäre von landwirtschaftlichen Interessenten iSd. Paragraph 3, Ziffer 4, NÖ GVG 2007 (insb. lit. a: Landwirten, die bereit und in der Lage sind, anstelle des Rechtserwerbers ein gleichartiges Rechtsgeschäft unter Lebenden unter Bezahlung des ortsüblichen Verkehrswerts abzuschließen) im Verfahren zur Erlangung einer grundverkehrsbehördlichen Genehmigung ist nicht unbeschränkt. Zwar haben solche Interessenten jedenfalls in Ansehung des Versagungsgrundes nach Paragraph 6, Absatz 2, Ziffer eins, NÖ GVG 2007 (Erwerber kein Landwirt) eine subjektiv-öffentliche Abwehrrechtsposition, die in Paragraph 11, Absatz 6, NÖ GVG 2007 klargestellt ist vergleiche VwGH 17.3.2016, Ro 2016/11/0001 mwN; 22.2.2018, Ro 2016/11/0025), dh. sie haben ein Recht darauf, dass die Genehmigung eines Rechtserwerbs durch einen Nichtlandwirt unterbleibt. Ist hingegen der Rechtserwerber selbst Landwirt, so kann nach der Judikatur des VwGH der Versagungsgrund nach Paragraph 6, Absatz 2, Ziffer 2, NÖ GVG 2007 nicht verwirklicht sein vergleiche VwGH Ro 2016/11/0001 mwN; 11.10.2016, Ro 2016/11/0018; sowie zum Fehlen subjektiver Rechte des Interessenten in Bezug auf die weiteren Versagungstatbestände des Paragraph 6, Absatz 2, NÖ GVG 2007 VwGH 8.4.2019, Ra 2018/11/0096 bis 0097).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2023:RA2022110129.L01

Im RIS seit

14.11.2023

Zuletzt aktualisiert am

05.12.2023

Dokumentnummer

JWR_2022110129_20231006L01

Rechtssatz für Ra 2022/11/0129

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

2

Geschäftszahl

Ra 2022/11/0129

Entscheidungsdatum

06.10.2023

Index

L67003 Ausländergrunderwerb Grundverkehr Niederösterreich

Norm

GVG NÖ 2007 §11 Abs6
GVG NÖ 2007 §3 Z4
GVG NÖ 2007 §6 Abs2 Z1
GVG NÖ 2007 §6 Abs2 Z2

Beachte


Serie (erledigt im gleichen Sinn):
Ra 2022/11/0130 E 10.10.2023

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie Ra 2017/11/0314 E 29. Mai 2019 RS 4

Stammrechtssatz

Die Abwehrrechtsposition eines Interessenten reicht nur so weit, dass er einerseits seine prozessuale Stellung als Interessent verteidigen und andererseits verhindern kann, dass der Rechtserwerb durch einen Nichtlandwirt grundverkehrsbehördlich genehmigt wird.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2023:RA2022110129.L02

Im RIS seit

14.11.2023

Zuletzt aktualisiert am

05.12.2023

Dokumentnummer

JWR_2022110129_20231006L02

Rechtssatz für Ra 2022/11/0129

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

3

Geschäftszahl

Ra 2022/11/0129

Entscheidungsdatum

06.10.2023

Index

L67003 Ausländergrunderwerb Grundverkehr Niederösterreich

Norm

GVG NÖ 2007 §3 Z4
GVG NÖ 2007 §6 Abs2 Z3
GVG NÖ 2007 §6 Abs2 Z4

Beachte


Serie (erledigt im gleichen Sinn):
Ra 2022/11/0130 E 10.10.2023

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie Ra 2018/11/0096 B 8. April 2019 RS 2

Stammrechtssatz

Die nach Paragraph 6, Absatz 2, Ziffer 3, NÖ GVG 2007 zu treffende Prognose, ob eine ordnungsgemäße Bewirtschaftung der verfahrensgegenständlichen Grundstücke durch den Erwerber zu erwarten ist, betrifft ausschließlich ein öffentliches Interesse, dessen Wahrung alleine der Grundverkehrsbehörde überantwortet ist und hinsichtlich dessen den Revisionswerbern in ihrer Position als Interessenten kein subjektiv-öffentliches Recht zukommt vergleiche VwGH vom 8.4.2019, Ra 2018/11/0095, und die dort zitierte Vorjudikatur). Die zuvor stehenden Ausführungen gelten auch für den im Zulässigkeitsvorbringen der Revision angesprochenen Versagungsgrund des Paragraph 6, Absatz 2, Ziffer 4, NÖ GVG 2007 vergleiche auch dazu VwGH Ra 2018/11/0095).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2023:RA2022110129.L03

Im RIS seit

14.11.2023

Zuletzt aktualisiert am

05.12.2023

Dokumentnummer

JWR_2022110129_20231006L03

Rechtssatz für Ra 2022/11/0129

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

4

Geschäftszahl

Ra 2022/11/0129

Entscheidungsdatum

06.10.2023

Index

001 Verwaltungsrecht allgemein
10/01 Bundes-Verfassungsgesetz (B-VG)
40/01 Verwaltungsverfahren

Norm

AVG §59 Abs1
AVG §66 Abs4
AVG §8
B-VG Art132 Abs1 Z1
VwGVG 2014 §17
VwGVG 2014 §27
VwGVG 2014 §9
VwRallg

Beachte


Serie (erledigt im gleichen Sinn):
Ra 2022/11/0130 E 10.10.2023

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie Ra 2014/07/0077 E 26. März 2015 VwSlg 19092 A/2015 RS 3 (hier: ohne die letzten zwei Sätze)

Stammrechtssatz

Die Prüfungsbefugnis der VwG ist keine unbegrenzte. Der äußerste Rahmen für die Prüfbefugnis ist die "Sache" des bekämpften Bescheides. Dieser Rahmen wird in den Fällen einer Trennbarkeit der behördlichen Entscheidung weiter eingeschränkt, wenn in der Beschwerde von mehreren trennbaren Absprüchen nur ein Teil bekämpft wird. Dies gilt auch für den Fall, dass die Behörde zur Erlassung eines der trennbaren Bescheidsprüche unzuständig war vergleiche E 24. Juli 2014, 2013/07/0270). Innerhalb des so eingeschränkten Prüfungsumfanges findet noch einmal eine weitere Beschränkung insofern statt, als Parteibeschwerden iSd Artikel 132, Absatz eins, Ziffer eins, B-VG nur insoweit zu prüfen sind, als die Frage einer Verletzung von subjektiv-öffentlichen Rechten Gegenstand ist vergleiche E 17. Dezember 2014, Ro 2014/03/0066; E 27. August 2014, Ro 2014/05/0062). Das VwG kann daher etwa nicht auf Grund der Beschwerde einer auf bestimmte subjektive Rechte beschränkten Partei eine Aufhebung oder Abänderung des angefochtenen Bescheides aus öffentlichen Interessen vornehmen vergleiche E 22. Dezember 2010, 2010/06/0262). Zu beachten ist vom VwG auch ein (Teil-)Verlust der Parteistellung. In diesem Rahmen, der sich im Einzelfall jeweils aus dem Zusammenwirken von verfahrensrechtlichen und materiellrechtlichen Normen ergibt, ist das VwG auch befugt, Rechtswidrigkeitsgründe aufzugreifen, die in der Beschwerde nicht vorgebracht wurden.

Schlagworte

Beschränkungen der Abänderungsbefugnis Beschränkung durch die Sache Beschränkungen der Abänderungsbefugnis Beschränkung durch die Sache Bindung an den Gegenstand des vorinstanzlichen Verfahrens Allgemein Individuelle Normen und Parteienrechte Rechtsanspruch Antragsrecht Anfechtungsrecht VwRallg9/2 Trennbarkeit gesonderter Abspruch Umfang der Abänderungsbefugnis Allgemein bei Einschränkung der Berufungsgründe beschränkte Parteistellung

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2023:RA2022110129.L04

Im RIS seit

14.11.2023

Zuletzt aktualisiert am

05.12.2023

Dokumentnummer

JWR_2022110129_20231006L04

Rechtssatz für Ra 2022/11/0129

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

5

Geschäftszahl

Ra 2022/11/0129

Entscheidungsdatum

06.10.2023

Index

L67003 Ausländergrunderwerb Grundverkehr Niederösterreich

Norm

GVG NÖ 2007 §2
GVG NÖ 2007 §4 Abs1
GVG NÖ 2007 §4 Abs2

Beachte


Serie (erledigt im gleichen Sinn):
Ra 2022/11/0130 E 10.10.2023

Rechtssatz

Die Genehmigungspflicht nach dem NÖ GVG 2007 bezieht sich auf Rechtsgeschäfte über land- und forstwirtschaftliche "Grundstück[e]" (Paragraph 4, Absatz eins und 2). Von Grundstücksteilen ist im NÖ GVG 2007 nicht die Rede. Eine Genehmigungspflicht bzw. Genehmigungsfähigkeit von Rechtsgeschäften über bloße Teile von land- und forstwirtschaftlichen Grundstücken kennt das NÖ GVG 2007 nicht.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2023:RA2022110129.L05

Im RIS seit

14.11.2023

Zuletzt aktualisiert am

05.12.2023

Dokumentnummer

JWR_2022110129_20231006L05

Rechtssatz für Ra 2022/11/0129

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

6

Geschäftszahl

Ra 2022/11/0129

Entscheidungsdatum

06.10.2023

Index

L67003 Ausländergrunderwerb Grundverkehr Niederösterreich
001 Verwaltungsrecht allgemein
95/03 Vermessungsrecht

Norm

GVG NÖ 2007 §3 Abs1
VermG 1968 §7a Abs1
VwRallg

Beachte


Serie (erledigt im gleichen Sinn):
Ra 2022/11/0130 E 10.10.2023

Rechtssatz

Nach den Gesetzesmaterialien zur Legaldefinition des "land- und forstwirtschaftlichen Grundstückes" in Paragraph 3, Absatz eins, NÖ GVG 2007 wurde "der bisherige Begriff ‚Liegenschaften' entsprechend den Bestimmungen über den Grenzkataster nach Paragraphen 8, ff Vermessungsgesetz [...] auf den Begriff ‚Grundstücke' abgeändert" vergleiche Ltg.-685/G-15-2006, römisch sechzehn. Gesetzgebungsperiode 12). Ein Grundstück ist gemäß Paragraph 7 a, Absatz eins, Vermessungsgesetz - VermG, Bundesgesetzblatt Nr. 306 aus 1968,, jener Teil einer Katastralgemeinde, der im Grenzkataster oder im Grundsteuerkataster als solcher mit einer eigenen Nummer bezeichnet ist.

Schlagworte

Auslegung Anwendung der Auslegungsmethoden Verhältnis der wörtlichen Auslegung zur teleologischen und historischen Auslegung Bedeutung der Gesetzesmaterialien VwRallg3/2/2

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2023:RA2022110129.L06

Im RIS seit

14.11.2023

Zuletzt aktualisiert am

05.12.2023

Dokumentnummer

JWR_2022110129_20231006L06

Rechtssatz für Ra 2022/11/0129

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

7

Geschäftszahl

Ra 2022/11/0129

Entscheidungsdatum

06.10.2023

Index

L67003 Ausländergrunderwerb Grundverkehr Niederösterreich
20/11 Grundbuch

Norm

GVG NÖ 2007 §26
GVG NÖ 2007 §4 Abs1
LiegTeilG 1929 §1 Abs1

Beachte


Serie (erledigt im gleichen Sinn):
Ra 2022/11/0130 E 10.10.2023

Rechtssatz

Gemäß Paragraph eins, Absatz eins, Liegenschaftsteilungsgesetz - LiegTeilG, Bundesgesetzblatt Nr. 3 aus 1930,, kann die grundbücherliche Teilung eines Grundstückes nur auf Grund eines (bestimmten Voraussetzungen genügenden) Planes durchgeführt werden. Das LiegTeilG, welches nur die grundbücherliche Teilung, also die Durchführung der Teilung im Grundbuch zum Gegenstand hat, schließt aber nicht einmal aus, dass schon vor der Herstellung eines Teilungsplanes wirksame Verträge an Grundstücksteilen abgeschlossen werden (OGH 22.3.1995, 7 Ob 511/95; RIS-Justiz RS0019927). Im Revisionsfall war Gegenstand des Schenkungsvertrages ein durch den vorliegenden Teilungsplan bestimmtes Grundstück. Es ist nicht ersichtlich, warum das solcherart genau bestimmte Grundstück nicht Gegenstand eines genehmigungsfähigen und - angesichts seiner unstrittigen land- und forstwirtschaftlichen Eigenschaft - genehmigungspflichtigen Rechtsgeschäftes iSd. Paragraph 4, Absatz eins, NÖ GVG 2007 sein sollte. Das NÖ GVG 2007 würde, wenn es für die grundverkehrsbehördliche Genehmigungsfähigkeit eines Grundstückes, welches aus einer Grundstücksteilung hervorgeht, auf die Verbücherung der Teilung abstellte, strengere Voraussetzungen für die Gültigkeit eines Rechtsgeschäfts normieren als die zivil- und grundbuchsrechtlichen Vorschriften. Dafür gibt es aber keinen Hinweis, zumal sich der Begriff des "Grundstückes" im NÖ GVG 2007 an der Begrifflichkeit des Grundbuchsrechts orientiert. Es kann folglich im Revisionsfall, welcher die grundverkehrsbehördliche Genehmigung des vorliegenden Rechtsgeschäfts (Schenkungsvertrag), nicht aber dessen grundbücherliche Durchführung zum Gegenstand hat vergleiche dazu auch Paragraph 26, NÖ GVG 2007), dahinstehen, ob die Grundstücksteilung bereits verbüchert worden ist.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2023:RA2022110129.L07

Im RIS seit

14.11.2023

Zuletzt aktualisiert am

05.12.2023

Dokumentnummer

JWR_2022110129_20231006L07

Rechtssatz für Ra 2022/11/0129

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

8

Geschäftszahl

Ra 2022/11/0129

Entscheidungsdatum

06.10.2023

Index

L67003 Ausländergrunderwerb Grundverkehr Niederösterreich
40/01 Verwaltungsverfahren

Norm

AVG §8
GVG NÖ 2007 §11
GVG NÖ 2007 §11 Abs3
GVG NÖ 2007 §11 Abs5
GVG NÖ 2007 §11 Abs6
GVG NÖ 2007 §3 Z4

Beachte


Serie (erledigt im gleichen Sinn):
Ra 2022/11/0130 E 10.10.2023

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie Ro 2017/11/0004 E 15. Oktober 2019 RS 2

Stammrechtssatz

Die Voraussetzungen für die Erlangung der Interessentenstellung finden sich einerseits in Paragraph 3, Ziffer 4, NÖ GVG 2007 und andererseits in Paragraph 11, leg. cit. Während die erstgenannte Bestimmung bestimmte inhaltliche Anforderungen an den Interessenten und deren Glaubhaftmachung bzw. Nachweis in näher genannter Form normiert, trifft Paragraph 11, leg. cit. nähere Verfahrensbestimmungen, wie das Interesse am Grundstückserwerb im laufenden Genehmigungsverfahren geltend zu machen ist. So ist gemäß Paragraph 11, Absatz 5, leg. cit. das Interesse im Wege der Bezirksbauernkammer und "innerhalb der Anmeldefrist" (die gemäß Absatz 3, leg. cit. drei Wochen beträgt) - bei gleichzeitiger Glaubhaftmachung weiterer Voraussetzungen (Gewährleistung der Bezahlung und Erfüllung bestimmter Vertragsbedingungen) gemäß Absatz 6, leg. cit. - anzumelden, wobei der Interessent "nur nach ordnungsgemäßer Anmeldung" im weiteren Verfahren Parteistellung hat.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2023:RA2022110129.L08

Im RIS seit

14.11.2023

Zuletzt aktualisiert am

05.12.2023

Dokumentnummer

JWR_2022110129_20231006L08

Rechtssatz für Ra 2022/11/0129

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

9

Geschäftszahl

Ra 2022/11/0129

Entscheidungsdatum

06.10.2023

Index

L67003 Ausländergrunderwerb Grundverkehr Niederösterreich
40/01 Verwaltungsverfahren

Norm

AVG §45 Abs2
GVG NÖ 2007 §11 Abs6 idF 2019/038
GVG NÖ 2007 §3 Z4 lita idF 2019/038

Beachte


Serie (erledigt im gleichen Sinn):
Ra 2022/11/0130 E 10.10.2023

Rechtssatz

Durch die Novelle Landesgesetzblatt Nr. 38 aus 2019, zum NÖ GVG 2007 wurde klargestellt, dass die Interessenteneigenschaft bereits mit der Anmeldung (arg.: "gleichzeitig" in Paragraph 11, Absatz 6, NÖ GVG 2007), somit während der Anmeldefrist, glaubhaft zu machen ist. Dazu hat der als Interessent auftretende Landwirt sowohl ein Anbot über ein gleichartiges Rechtsgeschäft zu legen als auch zu erklären, dass er bereit und in der Lage ist, den ortsüblichen Verkehrswert (Pachtzins) zu bezahlen und die sonstigen in Paragraph 3, Ziffer 4, Litera a, NÖ GVG 2007 genannten Vertragsbedingungen zu erfüllen, sowie anzugeben, von welchem Verkehrswert (Pachtzins) er ausgeht und wodurch die Bezahlung erfolgen soll. Dabei genügt, den Grundsätzen der Glaubhaftmachung (Bescheinigung) folgend, nicht die bloße Behauptung, zur Bezahlung in der Lage zu sein. Vielmehr sind schon mit der Anmeldung konkrete Beweismittel anzubieten, wofür alles in Betracht kommt, was üblicherweise in vergleichbaren Fällen von Vertragsparteien zur Sicherstellung von (Kauf-)Preisforderungen beigebracht werden kann vergleiche VwGH 23.4.2021, Ra 2019/11/0172, mit konkreten Beispielen; vergleiche zu weiteren Beweismitteln VwGH 21.3.2022, Ra 2019/11/0143).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2023:RA2022110129.L09

Im RIS seit

14.11.2023

Zuletzt aktualisiert am

05.12.2023

Dokumentnummer

JWR_2022110129_20231006L09

Rechtssatz für Ra 2022/11/0129

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

10

Geschäftszahl

Ra 2022/11/0129

Entscheidungsdatum

06.10.2023

Index

L67003 Ausländergrunderwerb Grundverkehr Niederösterreich

Norm

GVG NÖ 2007 §11 Abs6 idF 2019/038
GVG NÖ 2007 §11 Abs9 idF 2019/038
GVG NÖ 2007 §3 Z4 lita idF 2019/038

Beachte


Serie (erledigt im gleichen Sinn):
Ra 2022/11/0130 E 10.10.2023

Rechtssatz

Der Nachweis, also der volle Beweis, zur Bezahlung in der Lage zu sein, muss gemäß Paragraph 11, Absatz 6, letzter Satz GVG NÖ 2007 in der Fassung Landesgesetzblatt Nr. 38 aus 2019, allerdings erst bis zum Abschluss des Verfahrens erbracht werden. Daraus folgt, dass - im Unterschied zur bisherigen Rechtsprechung vergleiche VwGH 15.10.2019, Ro 2017/11/0004, 0005) - für die Interessentenstellung notwendige Erklärungen (betreffend das rechtsverbindliche Anbot zum Abschluss eines gleichartigen Rechtsgeschäfts) und Nachweise (betreffend die Bezahlung des ortsüblichen Verkehrswertes bzw. Pachtzinses), sofern sie noch nicht für die Glaubhaftmachung im Zuge der Anmeldung erforderlich waren, etwa im Zuge weiterer Ermittlungen der Grundverkehrsbehörde (Paragraph 11, Absatz 9, NÖ GVG 2007) auch noch nach Ablauf der Anmeldefrist nachgebracht werden können (und insoweit eine "Verbesserung" möglich ist).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2023:RA2022110129.L12

Im RIS seit

14.11.2023

Zuletzt aktualisiert am

05.12.2023

Dokumentnummer

JWR_2022110129_20231006L10

Rechtssatz für Ra 2022/11/0129

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

11

Geschäftszahl

Ra 2022/11/0129

Entscheidungsdatum

06.10.2023

Index

L67003 Ausländergrunderwerb Grundverkehr Niederösterreich

Norm

GVG NÖ 2007 §3 Z4 lita idF 2019/038
GVG NÖ 2007 §6 Abs2 Z1

Beachte


Serie (erledigt im gleichen Sinn):
Ra 2022/11/0130 E 10.10.2023

Rechtssatz

Ob alle Voraussetzungen für die Interessentenstellung gemäß Paragraph 3, Ziffer 4, Litera a, NÖ GVG 2007 vorliegen, ist auch nach der Novelle Landesgesetzblatt Nr. 38 aus 2019, in der Entscheidung über den Genehmigungsantrag zu klären. Die Genehmigung des Rechtsgeschäftes darf folglich gemäß Paragraph 6, Absatz 2, Ziffer eins, NÖ GVG 2007 nur dann versagt werden, wenn der Rechtserwerber kein Landwirt und sichergestellt ist, dass ein rechtsverbindliches Anbot eines Landwirtes über den Abschluss eines gleichartigen Rechtsgeschäftes über das gegenständliche Grundstück zum ortsüblichen Verkehrswert (Pachtzins) vorliegt und dieser in der Lage ist, die sich aus dem von ihm angebotenen Rechtsgeschäft ergebenden Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen vergleiche VwGH 23.4.2021, Ra 2019/11/0172).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2023:RA2022110129.L13

Im RIS seit

14.11.2023

Zuletzt aktualisiert am

05.12.2023

Dokumentnummer

JWR_2022110129_20231006L11