Verwaltungsgerichtshof (VwGH)

Rechtssatz für 90/10/0014

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

1

Geschäftszahl

90/10/0014

Entscheidungsdatum

23.04.1990

Index

40/01 Verwaltungsverfahren

Norm

VStG §31 Abs3 idF 1984/299;
VStG §51 Abs5 idF 1984/299;
  1. VStG § 31 heute
  2. VStG § 31 gültig ab 01.01.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 57/2018
  3. VStG § 31 gültig von 01.07.2013 bis 31.12.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  4. VStG § 31 gültig von 26.03.2009 bis 30.06.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 20/2009
  5. VStG § 31 gültig von 01.01.1999 bis 25.03.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 158/1998
  6. VStG § 31 gültig von 01.07.1995 bis 31.12.1998 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 620/1995
  7. VStG § 31 gültig von 01.02.1991 bis 30.06.1995
  1. VStG § 51 gültig von 01.03.2013 bis 31.12.2013 aufgehoben durch BGBl. I Nr. 33/2013
  2. VStG § 51 gültig von 01.11.2009 bis 28.02.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 142/2008
  3. VStG § 51 gültig von 01.01.2002 bis 31.10.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 137/2001
  4. VStG § 51 gültig von 01.01.1999 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 158/1998
  5. VStG § 51 gültig von 01.07.1995 bis 31.12.1998 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 620/1995
  6. VStG § 51 gültig von 01.10.1993 bis 30.06.1995 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 666/1993
  7. VStG § 51 gültig von 01.10.1993 bis 30.09.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 755/1992
  8. VStG § 51 gültig von 01.02.1991 bis 30.09.1993

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie 84/10/0259 E 17. Dezember 1984 VwSlg 11621 A/1984 RS 1

Stammrechtssatz

Der Berufungsbehörde ist - unbeschadet der Vorschrift des Paragraph 31

Absatz 3, VStG 1950 - neuerlich eine Frist, und zwar von einem Jahr ab Zustellung eines aufhebenden Erk. des VfGH (oder des VwGH) an sie, eingeräumt.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1990:1990100014.X01

Im RIS seit

23.04.1990

Zuletzt aktualisiert am

26.04.2010

Dokumentnummer

JWR_1990100014_19900423X01

Entscheidungstext 90/10/0014

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Geschäftszahl

90/10/0014

Entscheidungsdatum

23.04.1990

Index

40/01 Verwaltungsverfahren;

Norm

VStG §31 Abs3 idF 1984/299;
VStG §51 Abs5 idF 1984/299;
  1. VStG § 31 heute
  2. VStG § 31 gültig ab 01.01.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 57/2018
  3. VStG § 31 gültig von 01.07.2013 bis 31.12.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  4. VStG § 31 gültig von 26.03.2009 bis 30.06.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 20/2009
  5. VStG § 31 gültig von 01.01.1999 bis 25.03.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 158/1998
  6. VStG § 31 gültig von 01.07.1995 bis 31.12.1998 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 620/1995
  7. VStG § 31 gültig von 01.02.1991 bis 30.06.1995
  1. VStG § 51 gültig von 01.03.2013 bis 31.12.2013 aufgehoben durch BGBl. I Nr. 33/2013
  2. VStG § 51 gültig von 01.11.2009 bis 28.02.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 142/2008
  3. VStG § 51 gültig von 01.01.2002 bis 31.10.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 137/2001
  4. VStG § 51 gültig von 01.01.1999 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 158/1998
  5. VStG § 51 gültig von 01.07.1995 bis 31.12.1998 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 620/1995
  6. VStG § 51 gültig von 01.10.1993 bis 30.06.1995 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 666/1993
  7. VStG § 51 gültig von 01.10.1993 bis 30.09.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 755/1992
  8. VStG § 51 gültig von 01.02.1991 bis 30.09.1993

Betreff

N gegen Oberösterreichische Landesregierung vom 28. November 1989, Zl. N-100099-I/Mö-1989, betreffend Übertretung des O.ö.Natur- und Landschaftsschutzgesetzes

Spruch

Der angefochtene Bescheid wird wegen Rechtswidrigkeit seines Inhaltes aufgehoben.

Das Land Oberösterreich hat dem Beschwerdeführer Aufwendungen in der Höhe von S 10.530,-- binnen zwei Wochen bei sonstiger Exekution zu ersetzen.

Begründung

Der Verwaltungsgerichtshof hat mit Erkenntnis vom 11. Juli 1988, Zl. 87/10/0054, den damals angefochtenen Bescheid der belangten Behörde vom 4. Dezember 1986 betreffend Bestrafung des Beschwerdeführers wegen Übertretung des O.ö. Natur- und Landschaftsschutzgesetzes 1982 wegen Rechtswidrigkeit infolge Verletzung von Verfahrensvorschriften aufgehoben. Dieses Erkenntnis wurde der belangten Behörde laut Rückschein am 16. August 1988 zugestellt.

Im fortgesetzten Verfahren erkannte die belangte Behörde mit Bescheid vom 28. November 1989 den Beschwerdeführer neuerlich für schuldig, durch Ablagerung von Unrat in der Zeit vom 18. bis 20. März 1986 eine Verwaltungsübertretung nach dem O.ö. Natur- und Landschaftsschutzgesetz 1982 begangen zu haben. Über den Beschwerdeführer wurde eine Geldstrafe verhängt.

Gegen diesen Bescheid richtet sich die vorliegende Beschwerde, über die der Verwaltungsgerichtshof erwogen hat:

Der Beschwerdeführer wendet ein, der angefochtene Bescheid hätte im Hinblick auf Paragraph 51, Absatz 5, VStG 1950 nicht mehr erlassen werden dürfen. Die belangte Behörde hält dem in ihrer Gegenschrift unter Hinweis auf ein Rundschreiben des Bundeskanzleramtes und Hauer-Leukauf, Handbuch des österreichischen Verwaltungsverfahrens, Ergänzungsband 1984, entgegen, die Jahresfrist des Paragraph 51, Absatz 5, VStG 1950 gelte nur für die Erlassung der "ersten" Berufungsentscheidung, nicht aber im fortgesetzten Verfahren nach der Aufhebung einer solchen durch die Gerichtshöfe des öffentlichen Rechtes. Die belangte Behörde ist damit nicht im Recht.

Wird eine Berufungsentscheidung nicht innerhalb eines Jahres ab Einbringung der Berufung erlassen, so gilt gemäß Paragraph 51, Absatz 5, VStG 1950 der angefochtene Bescheid als aufgehoben und das Verfahren ist einzustellen. Wie der Verwaltungsgerichtshof seit seinem Erkenntnis vom 17. Dezember 1984, Slg. Nr. 11621/A, in ständiger Rechtsprechung erkennt, ist der Berufungsbehörde zur Erlassung des Ersatzbescheides - unbeschadet der Vorschrift des Paragraph 31, Absatz 3, VStG 1950 - neuerlich gemäß Paragraph 51, Absatz 5, VStG 1950 eine Frist, und zwar von einem Jahr ab Zustellung eines aufhebenden Erkenntnisses des Verwaltungsgerichtshofes (oder des Verfassungsgerichtshofes) an sie, eingeräumt vergleiche dazu nunmehr auch Hauer-Leukauf, Handbuch des österreichischen Verwaltungsverfahrens, 3. Auflage, 773). Der Verwaltungsgerichtshof sieht sich auch aus der Sicht des vorliegenden Beschwerdefalls nicht veranlaßt, von dieser Rechtsprechung abzugehen.

Im Hinblick auf die Zustellung des hg. Erkenntnisses vom 11. Juli 1988 an die belangte Behörde am 16. August 1988 endete die Frist des Paragraph 51, Absatz 5, VStG 1950 im vorliegenden Fall mit 16. August 1989. Da der angefochtene Bescheid erst nach Ablauf dieser Frist erlassen worden ist, ist er infolge Verstoßes gegen Paragraph 51, Absatz 5, VStG 1950 mit inhaltlicher Rechtswidrigkeit behaftet. Er ist schon aus diesem Grunde gemäß Paragraph 42, Absatz 2, Ziffer eins, VwGG aufzuheben, womit sich ein Eingehen auf das weitere Beschwerdevorbringen erübrigt.

Der Zuspruch von Aufwandersatz stützt sich auf die Paragraphen 47, ff VwGG in Verbindung mit der Verordnung Bundesgesetzblatt Nr. 209 aus 1989,.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1990:1990100014.X00

Im RIS seit

23.04.1990

Zuletzt aktualisiert am

25.04.2010

Dokumentnummer

JWT_1990100014_19900423X00