Verwaltungsgerichtshof (VwGH)

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Entscheidungstext 2004/18/0013

Entscheidungsart

Beschluss

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Geschäftszahl

2004/18/0013

Entscheidungsdatum

31.03.2004

Index

10/01 Bundes-Verfassungsgesetz (B-VG);
10/07 Verwaltungsgerichtshof;
40/01 Verwaltungsverfahren;
41/02 Passrecht Fremdenrecht;

Norm

AVG §17 Abs1;
AVG §56;
AVG §62;
B-VG Art131 Abs1 Z1;
FrG 1997 §36 Abs1;
FrG 1997 §36 Abs2 Z1;
VwGG §26 Abs2;
VwGG §34 Abs1;
ZustG §7;
  1. AVG § 17 heute
  2. AVG § 17 gültig ab 01.01.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  3. AVG § 17 gültig von 01.01.2008 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 5/2008
  4. AVG § 17 gültig von 01.03.2004 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 10/2004
  5. AVG § 17 gültig von 20.04.2002 bis 29.02.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 65/2002
  6. AVG § 17 gültig von 01.02.1991 bis 19.04.2002
  1. B-VG Art. 131 heute
  2. B-VG Art. 131 gültig ab 27.02.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 5/2024
  3. B-VG Art. 131 gültig von 01.02.2019 bis 26.02.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 14/2019
  4. B-VG Art. 131 gültig von 01.01.2019 bis 31.01.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 138/2017
  5. B-VG Art. 131 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  6. B-VG Art. 131 gültig von 01.07.2012 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  7. B-VG Art. 131 gültig von 01.01.2004 bis 30.06.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  8. B-VG Art. 131 gültig von 01.01.2003 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 99/2002
  9. B-VG Art. 131 gültig von 04.09.1999 bis 31.12.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 194/1999
  10. B-VG Art. 131 gültig von 01.01.1998 bis 03.09.1999 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 87/1997
  11. B-VG Art. 131 gültig von 01.01.1991 bis 31.12.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 685/1988
  12. B-VG Art. 131 gültig von 28.04.1975 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 316/1975
  13. B-VG Art. 131 gültig von 01.01.1975 bis 27.04.1975 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 444/1974
  14. B-VG Art. 131 gültig von 18.07.1962 bis 31.12.1974 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 215/1962
  15. B-VG Art. 131 gültig von 25.12.1946 bis 17.07.1962 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 211/1946
  16. B-VG Art. 131 gültig von 19.12.1945 bis 24.12.1946 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  17. B-VG Art. 131 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. VwGG § 26 heute
  2. VwGG § 26 gültig ab 06.01.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 2/2021
  3. VwGG § 26 gültig von 01.01.2017 bis 05.01.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 24/2017
  4. VwGG § 26 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2016 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  5. VwGG § 26 gültig von 01.01.1991 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 330/1990
  6. VwGG § 26 gültig von 05.01.1985 bis 31.12.1990
  1. VwGG § 34 heute
  2. VwGG § 34 gültig ab 01.07.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 2/2021
  3. VwGG § 34 gültig von 01.01.2014 bis 30.06.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  4. VwGG § 34 gültig von 01.03.2013 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  5. VwGG § 34 gültig von 01.07.2008 bis 28.02.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  6. VwGG § 34 gültig von 01.08.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 89/2004
  7. VwGG § 34 gültig von 01.09.1997 bis 31.07.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 88/1997
  8. VwGG § 34 gültig von 05.01.1985 bis 31.08.1997
  1. ZustG § 7 heute
  2. ZustG § 7 gültig ab 01.01.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 5/2008
  3. ZustG § 7 gültig von 01.03.2004 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 10/2004
  4. ZustG § 7 gültig von 01.01.1999 bis 29.02.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 158/1998
  5. ZustG § 7 gültig von 01.03.1983 bis 31.12.1998

Beachte

Miterledigung (miterledigt bzw zur gemeinsamen Entscheidung verbunden): 2004/18/0014

Betreff

Der Verwaltungsgerichtshof hat durch den Vorsitzenden Senatspräsident Dr. Zeizinger und die Hofräte Dr. Rigler und Dr. Handstanger, im Beisein des Schriftführers Mag. Stummer, in der Beschwerdesache des Z, geboren 1979, vertreten durch Dr. Thaddäus Kleisinger, Rechtsanwalt in 1010 Wien, Fleischmarkt 28, gegen den Bescheid der Sicherheitsdirektion für das Bundesland Wien vom 21. März 2003, Zl. SD 184/03, betreffend Erlassung eines befristeten Aufenthaltsverbots, den Beschluss gefasst:

Spruch

Die Beschwerde wird zurückgewiesen.

Begründung

römisch eins.

1. Mit dem im Instanzenzug ergangenen Bescheid der Sicherheitsdirektion für das Bundesland Wien vom 21. März 2003 wurde gegen den Beschwerdeführer, einen mazedonischen Staatsangehörigen, gemäß Paragraph 36, Absatz eins, in Verbindung mit Absatz 2, Ziffer eins, Fremdengesetz 1997 - FrG, Bundesgesetzblatt , I Nr. 75, ein Aufenthaltsverbot für die Dauer von fünf Jahren erlassen.

2. Gegen diesen Bescheid richtet sich die vorliegende Beschwerde mit dem Begehren, ihn wegen Rechtswidrigkeit seines Inhalts aufzuheben. In dieser Beschwerde wird u.a. geltend gemacht, dass der Beschwerdevertreter erstmals am 12. Jänner 2004 anlässlich einer Akteneinsicht von der Existenz des Bescheides vom 21. März 2003 erfahren habe. Es habe sich herausgestellt, dass dieser Bescheid entgegen seiner Zustellverfügung nicht an den Beschwerdevertreter sondern an Dr. N., der in einem anderen Verfahren als Substitut des Beschwerdevertreters aufgetreten sei, per Fax zugestellt worden sei. Dr. N. sei im Hinblick auf die Zustellverfügung davon ausgegangen, dass der Bescheid auch dem Beschwerdevertreter zugestellt werde. Der Bescheid sei daher noch nicht rechtswirksam zugestellt, eine Beschwerde sei dagegen jedoch zulässig.

Für den Fall, dass die Zustellung an Dr. N. gesetzmäßig sein sollte, stellte der Beschwerdeführer den Antrag auf Wiedereinsetzung in den vorigen Stand gegen die Versäumung der Beschwerdefrist.

3. Am 26. Februar 2004 äußerte sich die belangte Behörde über Anfrage dahin, dass der Bescheid vom 21. März 2003 tatsächlich irrtümlich nicht an den in der Zustellverfügung genannten Beschwerdevertreter, sondern an Dr. N. zugestellt worden sei. Eine Zustellung an den Beschwerdevertreter sei erst am 26. Februar 2004 erfolgt.

4.1. Mit hg. Verfügung vom 4. März 2004 wurde dem Beschwerdeführer zur Kenntnis gebracht, dass der angefochtene Bescheid nach dem überstimmenden Parteienvorbringen im Zeitpunkt der Beschwerdeerhebung (22.1.2004) noch nicht zugestellt gewesen sei und dies nach der hg. Judikatur die Unzulässigkeit der Beschwerde bewirke.

4.2. In der Stellungnahme vom 22. März 2004 brachte der Beschwerdeführer u.a. vor, dass der Bescheid vom 21. März 2003 jedenfalls dem "Fremdenpolizeilichen Büro" zugestellt und somit erlassen worden sei. Die Beschwerdeerhebung sei gemäß Paragraph 26, Absatz 2, VwGG auch vor Zustellung des Bescheides zulässig.

römisch zwei.

1. Nach der ständigen hg. Judikatur ist ein schriftlicher Bescheid erst mit der Zustellung an eine Partei als erlassen anzusehen; nur ein erlassener Bescheid kann Rechtswirkungen erzeugen vergleiche , die bei Hauer/Leukauf, Handbuch des österreichischen Verwaltungsverfahrens6 (2003) E 9c zu Paragraph 62, AVG zitierte Judikatur).

Die Erhebung einer Bescheidbeschwerde gemäß Paragraph 131, Absatz eins, Ziffer eins, B-VG ist daher nur gegen einen Bescheid zulässig, der im Zeitpunkt der Beschwerdeerhebung bereits durch Zustellung an eine Partei erlassen worden ist, wobei die Unzulässigkeit der Beschwerde infolge Fehlens des Anfechtungsgegenstandes auch durch die spätere Zustellung des als angefochten bezeichneten Bescheides nicht beseitigt wird. Nach Paragraph 26, Absatz 2, VwGG kann zwar Verwaltungsgerichtshofbeschwerde auch erhoben werden, bevor der Bescheid dem Beschwerdeführer zugestellt oder verkündet worden ist, für die Erhebung einer Beschwerde nach dieser Gesetzesstelle ist allerdings erforderlich, dass der angefochtene Bescheid überhaupt erlassen, also einer Partei zugestellt oder verkündet worden ist. (Vgl. den hg. Beschluss vom 25. März 1997, Zl. 96/05/0263, Slg. 14.652/A, mwN.)

2. Der vorliegend als angefochten bezeichnete Bescheid wurde vor der Einbringung der gegenständlichen Beschwerde unstrittig irrtümlich nicht dem in der Zustellverfügung genannten Beschwerdevertreter, sondern dem im vorliegenden Verfahren nicht bevollmächtigten Rechtsanwalt Dr. N. zugestellt. Diese Zustellung konnte keine Rechtswirkungen entfalten.

Der vorgebrachte Umstand, dass der Beschwerdevertreter am 12. Jänner 2004 anlässlich der Einsichtnahme in die Verwaltungsakten Kenntnis vom Bescheidinhalt erlangt habe, ist einem "tatsächlichen Zukommen" im Sinn von Paragraph 7, Zustellgesetz nicht gleichzuhalten und führt daher nicht zur Heilung des Zustellmangels nach dieser Gesetzesstelle vergleiche , die bei Walter/Thienel, Verwaltungsverfahrensgesetze II2 (1998) E 31 ff zu Paragraph 7, Zustellgesetz wiedergegebene hg. Judikatur).

Der als angefochten bezeichnete Bescheid war daher im Zeitpunkt der Beschwerdeerhebung (22. Jänner 2004) nach dem übereinstimmenden Parteienvorbringen dem Beschwerdeführer als einziger Verfahrenspartei noch nicht zugestellt und somit noch nicht erlassen. Der vorgebrachte Umstand, dass dieser Bescheid an die Erstbehörde übermittelt worden sei, kann daran nichts ändern, handelt es sich doch bei der Erstbehörde vorliegend - anders als im Berufungsverfahren vor dem Unabhängigen Verwaltungssenat (siehe Paragraph 67 b, AVG) - nicht um eine Partei des Berufungsverfahrens.

3. Nach der oben 1. dargestellten Rechtslage erweist sich die vorliegende Beschwerde daher mangels Anfechtungsgegenstandes als unzulässig, weshalb sie gemäß Paragraph 34, Absatz eins, VwGG mangels Berechtigung zu ihrer Erhebung zurückzuweisen war vergleiche , auch dazu den bereits zitierten hg. Beschluss, Zl. 96/05/0263).

4. Bei diesem Ergebnis erübrigt sich ein Abspruch über den Antrag, der Beschwerde aufschiebende Wirkung zuzuerkennen.

5. Der in der Beschwerde enthaltene Wiedereinsetzungsantrag wurde nur für den Fall gestellt, dass der als angefochten bezeichnete Bescheid an Dr. N. "gesetzmäßig", also mit Wirkung für den Beschwerdeführer, zugestellt worden sein sollte und die Beschwerde somit verspätet wäre.

Da dies - wie oben 2. dargetan - nicht der Fall ist, braucht auf diesen Antrag nicht weiter eingegangen zu werden.

Wien, am 31. März 2004

Schlagworte

Offenbare Unzuständigkeit des VwGH Mangelnder Bescheidcharakter Bescheidbegriff Allgemein Zeitpunkt der Bescheiderlassung Eintritt der Rechtswirkungen

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2004:2004180013.X00

Im RIS seit

04.06.2004

Dokumentnummer

JWT_2004180013_20040331X00

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