Verwaltungsgerichtshof (VwGH)

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Entscheidungstext 99/13/0229

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Geschäftszahl

99/13/0229

Entscheidungsdatum

26.09.2000

Index

20/01 Allgemeines bürgerliches Gesetzbuch (ABGB);
32/01 Finanzverfahren allgemeines Abgabenrecht;
36 Wirtschaftstreuhänder;
50/01 Gewerbeordnung;

Norm

ABGB §1024;
BAO §83;
GewO 1994 §172;
GewO 1994 §376 Z34c Abs7;
WTBG 1999 §6 Abs1 Z6;
WTBO §71;
  1. BAO § 83 heute
  2. BAO § 83 gültig ab 01.01.9000 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 97/2025
  3. BAO § 83 gültig von 01.01.2026 bis 01.01.9000 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 97/2025
  4. BAO § 83 gültig von 01.07.2018 bis 31.12.2025 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 62/2018
  5. BAO § 83 gültig von 01.01.2013 bis 30.06.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 14/2013
  6. BAO § 83 gültig von 26.03.2009 bis 31.12.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 20/2009
  7. BAO § 83 gültig von 19.04.1980 bis 25.03.2009 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 151/1980
  1. GewO 1994 § 376 heute
  2. GewO 1994 § 376 gültig ab 01.01.2025 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 171/2022
  3. GewO 1994 § 376 gültig von 06.06.2024 bis 31.12.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 56/2024
  4. GewO 1994 § 376 gültig von 21.08.2020 bis 05.06.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 65/2020
  5. GewO 1994 § 376 gültig von 28.01.2019 bis 20.08.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 112/2018
  6. GewO 1994 § 376 gültig von 29.12.2018 bis 27.01.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 112/2018
  7. GewO 1994 § 376 gültig von 01.01.2018 bis 28.12.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 96/2017
  8. GewO 1994 § 376 gültig von 01.01.2018 bis 17.07.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 94/2017
  9. GewO 1994 § 376 gültig von 01.01.2018 bis 17.07.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 95/2017
  10. GewO 1994 § 376 gültig von 17.10.2017 bis 31.12.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 96/2017
  11. GewO 1994 § 376 gültig von 17.10.2017 bis 17.07.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 95/2017
  12. GewO 1994 § 376 gültig von 17.10.2017 bis 17.07.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 94/2017
  13. GewO 1994 § 376 gültig von 18.07.2017 bis 16.10.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 96/2017
  14. GewO 1994 § 376 gültig von 18.07.2017 bis 17.07.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 94/2017
  15. GewO 1994 § 376 gültig von 18.07.2017 bis 17.07.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 95/2017
  16. GewO 1994 § 376 gültig von 29.03.2016 bis 17.07.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 155/2015
  17. GewO 1994 § 376 gültig von 10.07.2015 bis 27.03.2016 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 81/2015
  18. GewO 1994 § 376 gültig von 30.06.2015 bis 09.07.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 48/2015
  19. GewO 1994 § 376 gültig von 27.03.2015 bis 29.06.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 18/2015
  20. GewO 1994 § 376 gültig von 01.08.2013 bis 11.07.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 85/2013
  21. GewO 1994 § 376 gültig von 12.07.2013 bis 26.03.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 125/2013
  22. GewO 1994 § 376 gültig von 29.05.2013 bis 31.07.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 85/2013
  23. GewO 1994 § 376 gültig von 14.09.2012 bis 28.05.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 85/2012
  24. GewO 1994 § 376 gültig von 01.09.2012 bis 13.09.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 99/2011
  25. GewO 1994 § 376 gültig von 01.01.2011 bis 31.08.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 111/2010
  26. GewO 1994 § 376 gültig von 19.08.2010 bis 31.12.2010 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 66/2010
  27. GewO 1994 § 376 gültig von 01.08.2010 bis 18.08.2010 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 58/2010
  28. GewO 1994 § 376 gültig von 01.01.2010 bis 31.07.2010 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 121/2009
  29. GewO 1994 § 376 gültig von 27.02.2008 bis 31.12.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 42/2008
  30. GewO 1994 § 376 gültig von 01.01.2007 bis 26.02.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 161/2006
  31. GewO 1994 § 376 gültig von 24.01.2006 bis 31.12.2006 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 15/2006
  32. GewO 1994 § 376 gültig von 30.11.2004 bis 23.01.2006 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 131/2004
  33. GewO 1994 § 376 gültig von 01.08.2002 bis 29.11.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 111/2002
  34. GewO 1994 § 376 gültig von 01.01.2002 bis 31.07.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 136/2001
  35. GewO 1994 § 376 gültig von 04.02.2000 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 9/2000
  36. GewO 1994 § 376 gültig von 01.07.1997 bis 03.02.2000 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 63/1997
  37. GewO 1994 § 376 gültig von 19.03.1994 bis 30.06.1997

Betreff

Der Verwaltungsgerichtshof hat durch den Vorsitzenden Senatspräsident Dr. Weiss und die Hofräte Dr. Fellner, Dr. Hargassner, Mag. Heinzl und Dr. Fuchs als Richter, im Beisein des Schriftführers Mag. Fössl, über die Beschwerde des Dr. H in G, vertreten durch Mag. Dr. Günter Harrich, Rechtsanwalt in Wien römisch fünf, Margaretenstraße 91/10, gegen den Bescheid der Finanzlandesdirektion für Wien, Niederösterreich und Burgenland vom 27. September 1999, Zl RV/361-11/03/98, betreffend Ablehnung als geschäftsmäßiger Parteienvertreter, zu Recht erkannt:

Spruch

Die Beschwerde wird als unbegründet abgewiesen.

Der Beschwerdeführer hat dem Bund Aufwendungen in der Höhe von S 4.565,-- binnen zwei Wochen bei sonstiger Exekution zu ersetzen.

Begründung

Mit Eingabe an das Finanzamt vom 4. März 1998 teilte der Beschwerdeführer diesem mit, dass er die Parteienvertretung einer W GmbH übernommen habe. Die Bevollmächtigung bzw Beauftragung richte sich in erster Linie auf die Einleitung und Durchführung eines Insolvenz- und Entschuldungsverfahrens. Um Anträge auf Eröffnung des Konkurses ordnungsgemäß einbringen zu können, ersuchte der Beschwerdeführer um Übermittlung von Fotokopien bestimmter Kontonachrichten. Gleichzeitig legte er eine schriftliche Vollmacht vor, nach welcher er als Insolvenzberater, Ausgleichsvermittler, Sanierungsprüfer und Unternehmensberater auch zur Vertretung vor Finanzbehörden beauftragt worden sei.

Mit Bescheid vom 17. März 1998 lehnte das Finanzamt den Beschwerdeführer gemäß Paragraph 84, BAO im Zusammenhalt mit den Paragraphen 31 bis 33 sowie Paragraph 71, WTBO als Bevollmächtigten der W GmbH ab.

Gegen diesen Bescheid erhob der Beschwerdeführer Berufung. Mit Vorhalt vom 17. Juni 1998 hielt das Finanzamt dem Beschwerdeführer vor, dass am 20. Mai 1998 über das Vermögen der GmbH das Konkursverfahren eröffnet worden sei und damit die allfällige Vertretungsbefugnis spätestens mit Konkurseröffnung erloschen sei. Der Beschwerdeführer nahm dazu insofern Stellung, als er meinte, er sei nach Paragraph 376, Ziffer 34, c Absatz 7, der Gewerbeordnung (GewO) gerade zur Vertretung im Insolvenzverfahren befugt. Folge man der Auffassung der Behörde, so verliere die zitierte Bestimmung der Gewerbeordnung jeglichen Sinn. Die Berufung bleibe daher aufrecht.

Mit dem angefochtenen Bescheid wies die belangte Behörde die Berufung einerseits mit einer auf gesetzliche Bestimmungen der BAO und WTBO gestützten Begründung und andererseits unter Hinweis darauf ab, dass gemäß Paragraph 83, BAO erteilte Vertretungsvollmachten mit Eröffnung eines Konkurses erlöschen und der Masseverwalter sodann gemäß Paragraph 80, BAO zur Vertretung des Gemeinschuldners berufen sei. Da am 20. Mai 1998 über das Vermögen der W GmbH das Konkursverfahreneröffnet worden sei, seien sämtliche Rechte und Pflichten des nunmehrigen Gemeinschuldners auf den eingesetzten Masseverwalter übergegangen. Dieser habe hinsichtlich des Beschwerdeführers von seinem grundsätzlich bestehenden Recht, einen Bevollmächtigten einzusetzen, keinen Gebrauch gemacht, sodass der Beschwerdeführer auch aus diesem Titel nicht zur Vertretung der W GmbH befugt sei.

Der Verwaltungsgerichtshof hat über die dagegen erhobene Beschwerde erwogen:

In der Beschwerde erachtet sich der Beschwerdeführer in seinem Recht auf berufsmäßige Vertretungsbefugnis vor Abgabenbehörden, insbesondere in Vollziehung der Paragraphen 83, 84, 321, BAO, Paragraph 71, WTBO, Paragraph 107, a Absatz 3, AO sowie der Paragraphen 172 und 376 GewO verletzt.

Der Verwaltungsgerichtshof teilt im Hinblick auf Paragraph 1024, ABGB die Ansicht der belangten Behörde, dass ein allfälliges Vertretungsrecht des Beschwerdeführers durch die Eröffnung des Konkurses am 20. Mai 1998 über das Vermögen der W GmbH, von welcher der Beschwerdeführer als Insolvenzberater, Ausgleichsvermittler, Sanierungsprüfer und Unternehmensberater bevollmächtigt worden war, ipso iure erloschen ist. Da der Beschwerdeführer daher schon deshalb nach der zum Zeitpunkt der Erlassung des angefochtenen Bescheides gegebenen Sach- und Rechtslage zu Recht als Bevollmächtigter der W GmbH abgelehnt wurde, erübrigt sich ein Eingehen auf die Frage, ob der Beschwerdeführer durch diesen Bescheid in seinem Recht auf berufsmäßige Vertretungsbefugnis vor der Abgabenbehörde durch Anwendung insbesondere von gesetzlichen Bestimmungen der WTBO - allenfalls unter Berücksichtigung des Umstandes, dass unter anderem dieses Gesetz mit Inkrafttreten des WTBG (BGBl römisch eins 1999/58) am 1. Juli 1999 außer Kraft getreten ist (Paragraph 228, Ziffer eins, WTBG) - verletzt wurde. Im Hinblick auf die jedenfalls mit Konkurseröffnung erloschene Bevollmächtigung verhilft letztlich auch die Bestimmung des Paragraph 6, Absatz eins, Ziffer 6, WTBG, auf welche sich der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde berufen hat, nicht zum Erfolg.

Die Beschwerde war daher gemäß Paragraph 42, Absatz eins, VwGG als unbegründet abzuweisen.

Die Kostenentscheidung gründet sich auf die Paragraphen 47, ff VwGG in Verbindung mit der Verordnung Bundesgesetzblatt Nr 416 aus 1994,.

Wien, am 26. September 2000

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2000:1999130229.X00

Im RIS seit

15.01.2001

Dokumentnummer

JWT_1999130229_20000926X00

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