Verwaltungsgerichtshof (VwGH)

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Entscheidungstext 97/16/0081

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Geschäftszahl

97/16/0081

Entscheidungsdatum

18.04.1997

Index

32/07 Stempelgebühren Rechtsgebühren Stempelmarken;
90/01 Straßenverkehrsordnung;

Norm

GebG 1957 §12 Abs1;
StVO 1960 §94d Z8;
  1. StVO 1960 § 94d heute
  2. StVO 1960 § 94d gültig ab 01.05.2026 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 17/2026
  3. StVO 1960 § 94d gültig von 24.04.2026 bis 30.04.2026 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 17/2026
  4. StVO 1960 § 94d gültig von 01.07.2024 bis 23.04.2026 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 52/2024
  5. StVO 1960 § 94d gültig von 01.06.2019 bis 30.06.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 37/2019
  6. StVO 1960 § 94d gültig von 31.03.2013 bis 31.05.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 39/2013
  7. StVO 1960 § 94d gültig von 01.09.2012 bis 30.03.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 50/2012
  8. StVO 1960 § 94d gültig von 22.07.1998 bis 31.08.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 92/1998
  9. StVO 1960 § 94d gültig von 01.10.1994 bis 21.07.1998 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 518/1994
  10. StVO 1960 § 94d gültig von 29.11.1991 bis 30.09.1994 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 615/1991
  11. StVO 1960 § 94d gültig von 01.05.1986 bis 28.11.1991 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 105/1986

Betreff

Der Verwaltungsgerichtshof hat durch den Vorsitzenden Senatspräsident Mag. Meinl und die Hofräte Dr. Steiner und Dr. Fellner als Richter, im Beisein des Schriftführers Mag. DDDr. Jahn, über die Beschwerde des J in P, vertreten durch Dr. W, Rechtsanwalt in S, gegen den Bescheid der Finanzlandesdirektion für Oberösterreich vom 4. März 1997, Zl. 40/3-9/Pr-1997, betreffend Stempelgebühr, zu Recht erkannt:

Spruch

Die Beschwerde wird als unbegründet abgewiesen.

Begründung

Aus der Beschwerde, der vorgelegten Ausfertigung des angefochtenen Bescheides und den angeschlossenen Beilagen ergibt sich folgender unstrittige Sachverhalt:

Auf Grund eines Amtsberichtes der Bauabteilung des Gemeindeamtes Pasching vom 9. August 1995 erließ der Gemeinderat der genannten Gemeinde am 10. August 1995 eine Verordnung, womit fünf in der Verordnung unter Punkt 1 Litera a,) bis e) im einzelnen näher bezeichnete Teilstücke von fünf verschiedenen Gemeindestraßen im Ortsgebiet von Langholzfeld zu "Fußgängerzonen" bestimmt wurden.

Mit Eingabe vom 14. November 1995 beantragte die Rechtsvorgängerin des Beschwerdeführers die Erteilung einer Durchfahrtsbewilligung durch die "FUZO-Bereiche" in Pasching/Langholzfeld für ihren Mitarbeiter E, Kfz Kennzeichen XYZ mit der Begründung: "Liefer- und Zustelltätigkeiten, sowie Kundenbesuche".

Diese Eingabe war lediglich mit S 120,-- Bundesstempel versehen.

Das Finanzamt für Gebühren und Verkehrsteuern in Linz forderte daraufhin weitere Stempelgebühr in Höhe von S 480,-- an und setzte gemäß Paragraph 9, Absatz eins, GebG eine Erhöhung im Ausmaß von S 240,-- fest.

Gegen die den erstinstanzlichen Bescheid bekämpfende Berufung abweisende Berufungsvorentscheidung wurde die Vorlage der Berufung an die Abgabenbehörde zweiter Instanz beantragt.

Die belangte Behörde gab der Berufung keine Folge und vertrat die Auffassung, es lägen insgesamt fünf Ansuchen vor, deren rechtliches Schicksal verschieden sein könne, weshalb für jedes der Ansuchen die Eingabengebühr zu entrichten sei.

Gegen diesen Becheid richtet sich die vorliegende Verwaltungsgerichtshofbeschwerde wegen Rechtswidrigkeit des Inhaltes und Rechtswidrigkeit infolge Verletzung von Verfahrensvorschriften. Der Beschwerdeführer erachtet sich in seinem Recht darauf verletzt, daß nur die einfache Eingabengebühr zu entrichten ist und keine Gebührenerhöhung vorgenommen wird.

Der Verwaltungsgerichtshof hat erwogen:

Gemäß Paragraph 12, Absatz eins, GebG ist dann, wenn in einer Eingabe

mehrere Ansuchen gestellt werden, für jedes Ansuchen die Eingabengebühr zu entrichten.

Paragraph 9, Absatz eins, GebG lautet:

"Wird eine Gebühr, die nicht vorschriftsmäßig in Stempelmarken entrichtet wurde, ausgenommen die Gebühr für Wechsel (Paragraph 33, TP 22), mit Bescheid festgesetzt, so ist eine Gebührenerhöhung im Ausmaß von 50 v.H. der verkürzten Gebühr zu erheben. Diese Gebührenerhebung ist nicht zu erheben, wenn eine Gebühr im Ausland in Stempelmarken zu entrichten gewesen wäre."

Nach der ständigen hg. Judikatur vergleiche z.B. das bei Fellner, Gebühren und Verkehrsteuern, Bd römisch eins, 2. Teil, Stempel- und Rechtsgebühren, 4 D Absatz 2, zu Paragraph 12, GebG referierte hg. Erkenntnis vom 26. Juli 1995, Zl. 95/16/0190, auf dessen Entscheidungsgründe zur Vermeidung von Wiederholungen gemäß Paragraph 43, Absatz 2, VwGG verwiesen wird) kommt es für die Beurteilung der Kumulierung gebührenpflichtiger Anträge in einer Eingabe darauf an, ob das rechtliche Schicksal der kumulierten Ansuchen verschieden sein kann.

Damit ist aber das Schicksal der Beschwerde bereits entschieden. Der Beschwerdeführer, der im Kern der Beschwerdeausführungen im wesentlichen damit argumentiert, der Verordnungstext hätte genausogut den Begriff der Fußgängerzone auch im Singular verwenden können, übersieht, daß nicht nur sprachlich sondern auch inhaltlich durch die in Rede stehende Verordnung nach ihrem Punkt 1 Litera a,) bis e) in fünf verschiedenen Straßenstücken Fußgängerzonen geschaffen wurden und daß der Antrag vom 14. November 1995 alle Fußgängerzonen (der Antrag selbst verwendete im Wege des Terminus "FUZO-Bereiche" den Plural) umfaßte. Damit war es aber durchaus denkbar, daß über das gestellte Ansuchen, welches fünf verschiedene Straßenabschnitte betraf, von der dafür gemäß Paragraph 94 d, Ziffer 8, StVO zuständigen Gemeinde inhaltlich unterschiedlich entschieden wird. Es fehlt sohin hinsichtlich der Eingabe vom 14. November 1995 und der darin gestellten fünf Ansuchen an dem für die Vermeidung der Gebührenkumulierung erforderlichen inneren Zusammenhang.

Mit Rücksicht darauf, daß die Eingabe vom 14. November 1995 die fünffache Eingabengebühr auslöste, jedoch nur S 120,-- Bundesstempel entrichtet wurden, erfolgte auch die vom Gesetz zwingend vorgesehene Gebührenerhöhung gemäß Paragraph 9, Absatz eins, GebG frei von Rechtswidrigkeit.

Somit ergab sich bereits aus dem Beschwerdeinhalt, daß die behauptete Rechtsverletzung nicht vorliegt, weshalb die Beschwerde gemäß Paragraph 35, Absatz eins, VwGG ohne weiteres Verfahren in nichtöffentlicher Sitzung als unbegründet abzuweisen war.

Die Entscheidung konnte mit Rücksicht auf die durch die zitierte hg. Judikatur klargestellte Rechtslage in einem gemäß Paragraph 12, Absatz eins, Ziffer 2, VwGG gebildeten Senat getroffen werden.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1997:1997160081.X00

Im RIS seit

12.06.2001

Dokumentnummer

JWT_1997160081_19970418X00

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