Verwaltungsgerichtshof (VwGH)

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Entscheidungstext 95/14/0070

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Geschäftszahl

95/14/0070

Entscheidungsdatum

21.11.1995

Index

32/02 Steuern vom Einkommen und Ertrag;
63/07 Personalvertretung;

Norm

EStG 1972 §16 Abs1;
EStG 1988 §16 Abs1;
PVG 1967 §25;
PVG 1967 §29 Abs2;
  1. EStG 1972 § 16 gültig von 23.12.1987 bis 31.12.2018 aufgehoben durch BGBl. I Nr. 61/2018
  2. EStG 1972 § 16 gültig von 21.12.1985 bis 22.12.1987 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 557/1985
  3. EStG 1972 § 16 gültig von 22.12.1984 bis 20.12.1985 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 531/1984
  4. EStG 1972 § 16 gültig von 17.12.1983 bis 21.12.1984 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 612/1983
  5. EStG 1972 § 16 gültig von 14.12.1983 bis 16.12.1983 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 587/1983
  6. EStG 1972 § 16 gültig von 27.11.1982 bis 13.12.1983 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 570/1982
  7. EStG 1972 § 16 gültig von 31.12.1981 bis 26.11.1982 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 620/1981
  8. EStG 1972 § 16 gültig von 01.01.1981 bis 30.12.1981 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 545/1980
  9. EStG 1972 § 16 gültig von 30.12.1977 bis 31.12.1980 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 645/1977
  10. EStG 1972 § 16 gültig von 23.07.1975 bis 29.12.1977 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 391/1975
  11. EStG 1972 § 16 gültig von 09.08.1974 bis 22.07.1975 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 469/1974
  12. EStG 1972 § 16 gültig von 16.01.1974 bis 08.08.1974 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 27/1974
  13. EStG 1972 § 16 gültig von 13.12.1972 bis 15.01.1974
  1. EStG 1988 § 16 heute
  2. EStG 1988 § 16 gültig ab 01.01.2027 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 62/2026
  3. EStG 1988 § 16 gültig von 24.12.2025 bis 31.12.2026 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 97/2025
  4. EStG 1988 § 16 gültig von 01.01.2025 bis 23.12.2025 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 144/2024
  5. EStG 1988 § 16 gültig von 01.01.2025 bis 09.10.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 110/2024
  6. EStG 1988 § 16 gültig von 10.10.2024 bis 31.12.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 144/2024
  7. EStG 1988 § 16 gültig von 01.01.2024 bis 22.12.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 108/2022
  8. EStG 1988 § 16 gültig von 01.01.2024 bis 19.07.2022 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 18/2021
  9. EStG 1988 § 16 gültig von 23.12.2023 bis 09.10.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 153/2023
  10. EStG 1988 § 16 gültig von 20.07.2022 bis 22.12.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 108/2022
  11. EStG 1988 § 16 gültig von 26.03.2021 bis 19.07.2022 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 52/2021
  12. EStG 1988 § 16 gültig von 08.01.2021 bis 25.03.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 18/2021
  13. EStG 1988 § 16 gültig von 25.07.2020 bis 07.01.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 96/2020
  14. EStG 1988 § 16 gültig von 30.10.2019 bis 24.07.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 103/2019
  15. EStG 1988 § 16 gültig von 15.08.2015 bis 29.10.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 118/2015
  16. EStG 1988 § 16 gültig von 30.12.2014 bis 14.08.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/2014
  17. EStG 1988 § 16 gültig von 01.05.2013 bis 29.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 53/2013
  18. EStG 1988 § 16 gültig von 21.03.2013 bis 30.04.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 53/2013
  19. EStG 1988 § 16 gültig von 15.12.2012 bis 20.03.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 112/2012
  20. EStG 1988 § 16 gültig von 31.12.2010 bis 14.12.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 111/2010
  21. EStG 1988 § 16 gültig von 27.06.2008 bis 30.12.2010 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 85/2008
  22. EStG 1988 § 16 gültig von 29.12.2007 bis 26.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 99/2007
  23. EStG 1988 § 16 gültig von 24.05.2007 bis 28.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 24/2007
  24. EStG 1988 § 16 gültig von 27.06.2006 bis 23.05.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2006
  25. EStG 1988 § 16 gültig von 28.10.2005 bis 26.06.2006 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 115/2005
  26. EStG 1988 § 16 gültig von 31.12.2004 bis 27.10.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 180/2004
  27. EStG 1988 § 16 gültig von 05.06.2004 bis 30.12.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 57/2004
  28. EStG 1988 § 16 gültig von 21.08.2003 bis 04.06.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 71/2003
  29. EStG 1988 § 16 gültig von 05.10.2002 bis 20.08.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 155/2002
  30. EStG 1988 § 16 gültig von 14.08.2002 bis 04.10.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 132/2002
  31. EStG 1988 § 16 gültig von 19.12.2001 bis 13.08.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 144/2001
  32. EStG 1988 § 16 gültig von 27.06.2001 bis 18.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 59/2001
  33. EStG 1988 § 16 gültig von 15.07.1999 bis 26.06.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 106/1999
  34. EStG 1988 § 16 gültig von 01.05.1996 bis 14.07.1999 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 201/1996
  35. EStG 1988 § 16 gültig von 05.05.1995 bis 30.04.1996 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 297/1995
  36. EStG 1988 § 16 gültig von 01.12.1993 bis 04.05.1995 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 818/1993
  37. EStG 1988 § 16 gültig von 31.12.1991 bis 30.11.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 695/1991
  38. EStG 1988 § 16 gültig von 30.12.1989 bis 30.12.1991 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 660/1989
  39. EStG 1988 § 16 gültig von 30.07.1988 bis 29.12.1989

Betreff

Der Verwaltungsgerichtshof hat durch den Vorsitzenden Senatspräsident Dr. Weiss und die Hofräte Dr. Karger, Dr. Graf, Mag. Heinzl und Dr. Zorn als Richter, im Beisein des Schriftführers Mag. Traudtner, über die Beschwerde des Mag. W in S, vertreten durch Dr. C, Rechtsanwalt in S, gegen den Bescheid (Berufungsentscheidung) der Finanzlandesdirektion für Oberösterreich vom 8. November 1994, Zl. 371/3-5/Ae-1994, betreffend Jahresausgleich für 1993, zu Recht erkannt:

Spruch

Die Beschwerde wird als unbegründet abgewiesen.

Der Beschwerdeführer hat dem Bund Aufwendungen in der Höhe von S 4.565,-- binnen zwei Wochen bei sonstiger Exekution zu ersetzen.

Begründung

Der Beschwerdeführer ist Lehrer am Gymnasium der Abtei S. und übt daneben die Funktion eines Vorsitzenden des Fachausschusses aus. Im Antrag auf Durchführung des Jahresausgleiches für 1993 machte er unter anderem Reisekosten und Kosten für Seminarbesuche als Werbungskosten geltend, ferner Telefonkosten im Zusammenhang mit seiner Tätigkeit im Fachausschuß.

Das Finanzamt erließ einen teilweise stattgebenden Jahresausgleichsbescheid und versagte den Aufwendungen im Zusammenhang mit der Tätigkeit als Personalvertreter die Anerkennung als Werbungskosten.

Dagegen erhob der Beschwerdeführer Berufung, in der er ausschließlich geltend machte, daß er aus der Tätigkeit als Personalvertreter Einnahmen in der Höhe von fast S 160.000,-- erziele, weshalb die zur Sicherung dieser Einnahmen getätigten Aufwendungen als Werbungskosten anzuerkennen seien.

Die auf Grund der Berufung gepflogenen Ermittlungen des Finanzamtes ergaben, daß in den als Werbungskosten anerkannten Reisekosten von S 8.070,-- ein Betrag von S 3.958,50 auf Reisekosten für Fachausschußsitzungen entfiel.

Mit dem angefochtenen Bescheid gab die belangte Behörde der Berufung keine Folge und änderte den Jahresausgleichsbescheid zum Nachteil des Beschwerdeführers dahin ab, daß auch den auf Fachausschußsitzungen entfallenden Reisekosten im Betrag von S 3.958,50 die Anerkennung als Werbungskosten versagt wurde.

In der Begründung dieses Bescheides führte die belangte Behörde aus, der Beschwerdeführer sei ein von seiner Tätigkeit als Gymnasiallehrer teilweise freigestellter Personalvertreter. In rechtlicher Hinsicht vertrat die belangte Behörde unter Berufung auf das hg. Erkenntnis vom 30. Jänner 1990, 89/14/0212, die Auffassung, der Umstand, daß der Arbeitgeber einen Teil der Reisekosten der Personalvertreter trage, lasse nicht erkennen, daß ein Personalvertreter auch im Interesse des Dienstgebers tätig werde oder seine Tätigkeit der Erwerbung, Sicherung oder Erhaltung seiner Einnahmen aus dem Dienstverhältnis förderlich sei. Zu den vom Beschwerdeführer als Einnahmen aus der Tätigkeit als Personalvertreter angesehenen Bezügen führte die belangte Behörde aus, das fortbezahlte Entgelt bei teilweiser Dienstfreistellung sei nicht Einnahme aus der Tätigkeit als Mitglied der Personalvertretung, sondern weiterhin Einnahme aus dem Dienstverhältnis. Die Reise- und Telefonkosten im Zusammenhang mit der Tätigkeit als Personalvertreter seien daher nicht als Werbungskosten anzuerkennen.

Gegen diesen Bescheid erhob der Beschwerdeführer zunächst Beschwerde an den Verfassungsgerichtshof, der mit Beschluß vom 27. Februar 1995, B 2/95-3, ihre Behandlung ablehnte und sie dem Verwaltungsgerichtshof zur Entscheidung abtrat. In der an den Verwaltungsgerichtshof gerichteten Beschwerde macht der Beschwerdeführer Rechtswidrigkeit des Inhaltes des angefochtenen Bescheides und Rechtswidrigkeit infolge Verletzung von Verfahrensvorschriften geltend und beantragt die kostenpflichtige Aufhebung des angefochtenen Bescheides.

Die belangte Behörde hat die Akten des Verwaltungsverfahrens vorgelegt und in ihrer Gegenschrift die kostenpflichtige Abweisung der Beschwerde beantragt.

Der Verwaltungsgerichtshof hat erwogen:

In dem von der belangten Behörde zitierten, zu Paragraph 16, Absatz eins, EStG 1972 ergangenen Erkenntnis des Verwaltungsgerichtshofes vom 30. Jänner 1990, 89/14/0212, hat der Gerichtshof die Auffassung vertreten, daß Aufwendungen eines Beamten für Reisen im Zusammenhang mit seiner Tätigkeit als Personalvertreter bei Ermittlung seiner Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit als Beamter nicht als Werbungskosten anzusehen seien. Diese Entscheidung ist auf die durch das EStG 1988 geschaffene Rechtslage übertragbar, weil sich der Werbungskostenbegriff des Paragraph 16, Absatz eins, erster Satz EStG 1988 von jenem des Paragraph 16, Absatz eins, erster Satz EStG 1972 inhaltlich nicht unterscheidet. Der Verwaltungsgerichtshof sieht auch unter Berücksichtigung des Beschwerdevorbringens keinen Grund, von der in dem genannten Erkenntnis dargelegten Auffassung abzugehen. Es genügt daher, gemäß Paragraph 43, Absatz 2, VwGG auf das genannte Erkenntnis hinzuweisen, in welchem unter anderem das - auch vom nunmehrigen Beschwerdeführer verwendete - Argument, der Personalvertreter werde auch im Interesse des Dienstgebers tätig, als nicht stichhaltig erkannt wurde.

Soweit der Beschwerdeführer dartut, daß die Entfernung zwischen seinem Dienst- und Wohnort S. und dem Tagungsort L. rund 35 km betrage, sodaß im Sinne der Rechtsprechung eine größere Entfernung überwunden werden müsse und damit eine "Reise" vorliege, geht sein Vorbringen ins Leere, weil es sich nach dem oben Gesagten bei den Reisekosten im Zusammenhang mit seiner Tätigkeit als Personalvertreter - unabhängig von der zurückgelegten Entfernung und der Höhe der dafür geltend gemachten Beträge - nicht um Werbungskosten handelt und dem angefochtenen Bescheid sowie den vorgelegten Verwaltungsakten nicht zu entnehmen ist, daß andere als Reisekosten geltend gemachte Beträge deshalb nicht anerkannt wurden, weil die zurückgelegte Entfernung zu gering sei und deshalb keine Reise im Sinne des Paragraph 16, Absatz eins, Ziffer 9, EStG 1988 vorliege.

Die Beschwerde war daher gemäß Paragraph 42, Absatz eins, VwGG als unbegründet abzuweisen.

Die Entscheidung über den Aufwandersatz gründet sich auf die Paragraphen 47, ff VwGG in Verbindung mit der Verordnung Bundesgesetzblatt Nr. 416 aus 1994,.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1995:1995140070.X00

Im RIS seit

20.11.2000

Dokumentnummer

JWT_1995140070_19951121X00

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