Rechtssatz für 15Os146/88; 15Os8/06z; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0100032

Geschäftszahl

15Os146/88; 15Os8/06z; 15Os21/06m; 13Os113/08d; 12Os184/08p; 13Os49/09v; 13Os135/09s; 14Os152/11a; 11Os111/15f; 14Os120/15a; 12Os36/16k; 14Os81/16t; 13Os107/16h; 13Os19/17v; 13Os83/17f; 15Os61/18m; 15Os83/18x; 12Os44/19s; 14Os76/19m; 14Os69/19g; 12Os22/20g; 15Os149/19d; 11Os70/20h; 14Os12/21b; 12Os72/21m; 15Os9/22w; 13Os60/22f; 14Os114/23f; 11Os99/25f; 11Os117/25b

Entscheidungsdatum

11.11.2025

Norm

StPO §281 Abs1 Z11 Fall3
  1. StPO § 281 heute
  2. StPO § 281 gültig ab 01.01.2025 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 157/2024
  3. StPO § 281 gültig von 01.03.2023 bis 31.12.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 223/2022
  4. StPO § 281 gültig von 01.01.2008 bis 28.02.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 93/2007
  5. StPO § 281 gültig von 01.01.2006 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 119/2005
  6. StPO § 281 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/1997
  7. StPO § 281 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 55/1999
  8. StPO § 281 gültig von 01.01.2000 bis 31.12.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 55/1999
  9. StPO § 281 gültig von 01.01.1998 bis 31.12.1999 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/1997
  10. StPO § 281 gültig von 01.01.1994 bis 31.12.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 526/1993
  11. StPO § 281 gültig von 01.03.1988 bis 31.12.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 605/1987

Rechtssatz

Die Versagung bedingter Strafnachsicht aus generalpräventiven (fallbezogenen, konkreten und nicht etwa nur schematischen) Erwägungen (Paragraphen 43, Absatz eins, 43 a, Absatz eins bis 4 StGB) stellt diesen Nichtigkeitsgrund nicht her (WK-StPO Paragraph 281, Rz 728).

Entscheidungstexte

  • 15 Os 146/88
    Entscheidungstext OGH 29.11.1988 15 Os 146/88
  • 15 Os 8/06z
    Entscheidungstext OGH 16.03.2006 15 Os 8/06z
    Auch
  • 15 Os 21/06m
    Entscheidungstext OGH 18.05.2006 15 Os 21/06m
  • 13 Os 113/08d
    Entscheidungstext OGH 27.08.2008 13 Os 113/08d
    Vgl auch
  • 12 Os 184/08p
    Entscheidungstext OGH 19.02.2009 12 Os 184/08p
    Beisatz: Mit dem auf seine Unbescholtenheit gestützten Einwand, die Nichtanwendung der §§ 43 und 43a StGB stelle einen unvertretbaren Verstoß gegen die Bestimmungen über die Strafbemessung dar, bringt die Sanktionsrüge keinen Nichtigkeits-, sondern bloß einen Berufungsgrund zur Darstellung. (T1)
  • 13 Os 49/09v
    Entscheidungstext OGH 18.06.2009 13 Os 49/09v
    Auch
  • 13 Os 135/09s
    Entscheidungstext OGH 14.01.2010 13 Os 135/09s
    Auch; Beis ähnlich wie T1
  • 14 Os 152/11a
    Entscheidungstext OGH 24.01.2012 14 Os 152/11a
    Auch; Beis ähnlich wie T1
  • 11 Os 111/15f
    Entscheidungstext OGH 20.10.2015 11 Os 111/15f
    Auch; Beisatz: Hier: Versagung der bedingten Nachsicht der Unterbringung in einer Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher. (T2)
  • 14 Os 120/15a
    Entscheidungstext OGH 15.12.2015 14 Os 120/15a
    Auch; Beis wie T2
  • 12 Os 36/16k
    Entscheidungstext OGH 12.05.2016 12 Os 36/16k
    Auch; Beis wie T2
  • 14 Os 81/16t
    Entscheidungstext OGH 20.10.2016 14 Os 81/16t
    Auch
  • 13 Os 107/16h
    Entscheidungstext OGH 23.11.2016 13 Os 107/16h
    Auch
  • 13 Os 19/17v
    Entscheidungstext OGH 05.04.2017 13 Os 19/17v
    Auch
  • 13 Os 83/17f
    Entscheidungstext OGH 06.09.2017 13 Os 83/17f
    Auch; Beis wie T2
  • 15 Os 61/18m
    Entscheidungstext OGH 27.06.2018 15 Os 61/18m
    Auch
  • 15 Os 83/18x
    Entscheidungstext OGH 21.11.2018 15 Os 83/18x
    Auch
  • 12 Os 44/19s
    Entscheidungstext OGH 11.04.2019 12 Os 44/19s
    Beis wie T2
  • 14 Os 76/19m
    Entscheidungstext OGH 03.09.2019 14 Os 76/19m
    Auch
  • 14 Os 69/19g
    Entscheidungstext OGH 03.09.2019 14 Os 69/19g
    Auch; Beis wie T2
  • 12 Os 22/20g
    Entscheidungstext OGH 14.04.2020 12 Os 22/20g
    Vgl; Beis wie T2
  • 15 Os 149/19d
    Entscheidungstext OGH 04.03.2020 15 Os 149/19d
    Vgl; Beis wie T2
  • 11 Os 70/20h
    Entscheidungstext OGH 28.07.2020 11 Os 70/20h
    Vgl; Beis wie T2
  • 14 Os 12/21b
    Entscheidungstext OGH 01.06.2021 14 Os 12/21b
    Vgl
  • 12 Os 72/21m
    Entscheidungstext OGH 29.07.2021 12 Os 72/21m
    Vgl; Beis wie T2
  • 15 Os 9/22w
    Entscheidungstext OGH 24.03.2022 15 Os 9/22w
    Vgl; Beis wie T2
  • 13 Os 60/22f
    Entscheidungstext OGH 07.09.2022 13 Os 60/22f
    Vgl
  • 14 Os 114/23f
    Entscheidungstext OGH 20.02.2024 14 Os 114/23f
    vgl; Beisatz wie T2
  • 11 Os 99/25f
    Entscheidungstext OGH 07.10.2025 11 Os 99/25f
    vgl; Beisatz wie T1
  • 11 Os 117/25b
    Entscheidungstext OGH 11.11.2025 11 Os 117/25b
    vgl; Beisatz wie T1

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1988:RS0100032

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

09.01.2026

Dokumentnummer

JJR_19881129_OGH0002_0150OS00146_8800000_001

Entscheidungstext 12Os72/21m

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Rechtsgebiet

Strafrecht

Geschäftszahl

12Os72/21m

Entscheidungsdatum

29.07.2021

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat am 29. Juli 2021 durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofs Dr. Solé als Vorsitzenden, den Hofrat des Obersten Gerichtshofs Hon.-Prof. Dr. Oshidari, die Hofrätinnen des Obersten Gerichtshofs Dr. Michel-Kwapinski und Dr. Brenner und den Hofrat des Obersten Gerichtshofs Dr. Haslwanter LL.M. in Gegenwart des Schriftführers Richteramtsanwärter Mag. Casagrande im Verfahren zur Unterbringung der Jasmin L***** in einer Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher nach Paragraph 21, Absatz eins, StGB über die Nichtgkeitsbeschwerde und die Berufung der Betroffenen gegen das Urteil des Landesgerichts Korneuburg als Jugendschöffengericht vom 24. März 2021, GZ 621 Hv 15/20h-63, nach Anhörung der Generalprokuratur in nichtöffentlicher Sitzung den

Beschluss

gefasst:

Spruch

Die Nichtigkeitsbeschwerde wird zurückgewiesen.

Zur Entscheidung über die Berufung werden die Akten dem Oberlandesgericht Wien zugeleitet.

Text

Gründe:

[1] Mit dem angefochtenen Urteil wurde gemäß Paragraph 21, Absatz eins, StGB die Unterbringung der Jasmin L***** in einer Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher angeordnet.

[2] Soweit für die Erledigung der Nichtigkeitsbeschwerde von Bedeutung, hat sie danach unter dem Einfluss eines die Zurechnungsfähigkeit ausschließenden Zustands (Paragraph 11, StGB), der auf einer geistigen oder seelischen Abartigkeit von höherem Grad beruhte, nämlich einer juvenilen Schizophrenie mit wahnhaft-destruktiver Beziehungsgestaltung, am 8. Juli 2020 in T***** Dr. Ursula K***** gefährlich mit dem Tod und einer Entführung bedroht, um sie in Furcht und Unruhe zu versetzen, indem sie ihr den von ihr ernst gemeinten Plan schilderte, deren Familie zu töten und sich gemeinsam mit Dr. K***** entführen, vergewaltigen und töten zu lassen und somit eine Tat begangen, die als Vergehen der gefährlichen Drohung nach Paragraph 107, Absatz eins und Absatz 2, erster und dritter Fall StGB mit einer ein Jahr übersteigenden Freiheitsstrafe bedroht ist.

Rechtliche Beurteilung

[3] Die dagegen aus Ziffer 5, 9, Litera a und 11 des Paragraph 281, Absatz eins, StPO ergriffene Nichtigkeitsbeschwerde der Betroffenen schlägt fehl.

[4] Die Mängelrüge (Ziffer 5, dritter Fall) erblickt einen Widerspruch zwischen der Feststellung, wonach die Betroffene das Opfer für sich haben wollte (US 3), und der konstatierten Absicht, dieses durch die erfolgte Übelsankündigung in Furcht und Unruhe zu versetzen (US 4). Dieser Einwand kann schon deshalb auf sich beruhen, weil sich erstere Feststellung auf den Zeitraum 3. Mai bis 24. Juni 2020 bezieht, letztere hingegen auf den Tatzeitpunkt 8. Juli 2020.

[5] Der weiteren Beschwerde (Ziffer 5, zweiter Fall) zuwider musste sich der Schöffensenat nicht mit den Einschätzungen des Opfers (wonach es nicht das Gefühl hatte, dass die Betroffene ihr etwas Böses wolle – vergleiche ON 54 S 27) zur Frage der möglichen Verwirklichung des angekündigten Übels durch die Betroffene auseinandersetzen vergleiche RIS-Justiz RS0097540).

[6] Die Rechtsrüge (Ziffer 9, Litera a,) erklärt nicht, weshalb die festgestellte Mitteilung des Vorhabens der Betroffenen, die Familie der Dr. K*****, allen voran deren Tochter töten lassen zu wollen sowie alternativ sich selbst und das Opfer entführen, vergewaltigen und töten zu lassen (US 3 f), keine Ankündigung eines Übels, auf dessen Eintritt der Drohende Einfluss zu haben vorgibt vergleiche Kienapfel/Schroll StudB BT I4 Paragraph 105, Rz 31), sein soll.

[7]       Der Einwand des Fehlens von Feststellungen zur „Qualität der Angaben bzw Qualifizierung der Schilderung als Ankündigung zukünftigen Übels“ ist unverständlich.

[8] Die Kritik, der Schöffensenat hätte sich bei der Verwendung des Wortes „Absicht“ in Bezug auf die Versetzung des Opfers in Furcht und Unruhe bloß der verba legalia bedient, trifft einerseits nicht zu vergleiche Paragraph 107, Absatz eins, StGB: „um [...] zu versetzen“) und legt auch nicht dar, inwieweit dieser Feststellung der erforderliche Sachverhaltsbezug fehlen sollte vergleiche RIS-Justiz RS0119090).

[9] Indem das Rechtsmittel (nominell Ziffer 11,) bloß die Voraussetzungen bedingter Einweisung nach Paragraph 45, Absatz eins, StGB reklamiert, enthält es ein bloßes Berufungsvorbringen vergleiche RIS-Justiz RS0100032 [T2]; RS0113980 [T1]).

[10] Die Nichtigkeitsbeschwerde war daher – in Übereinstimmung mit der Stellungnahme der Generalprokuratur – bereits bei nichtöffentlicher Beratung sofort zurückzuweisen (Paragraph 285 d, Absatz eins, StPO), woraus die Zuständigkeit des Oberlandesgerichts zur Entscheidung über die Berufung folgt (Paragraph 285 i, StPO).

Textnummer

E132426

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2021:0120OS00072.21M.0729.000

Im RIS seit

18.08.2021

Zuletzt aktualisiert am

07.12.2021

Dokumentnummer

JJT_20210729_OGH0002_0120OS00072_21M0000_000