Rechtssatz für 10Os39/87 12Os102/89 13...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0085962

Geschäftszahl

10Os39/87; 12Os102/89; 13Os122/90; 14Os136/92; 14Os59/93; 13Os27/95; 13Os187/95; 15Os61/96; 14Os90/97; 13Os108/03; 11Os36/04; 15Os31/04; 13Os140/10b; 13Os41/11w; 13Os1/13s; 13Os96/14p; 13Os67/14y; 13Os12/17i; 13Os114/18s

Entscheidungsdatum

19.12.2018

Norm

FinStrG §21 Abs2
FinStrG §23 Abs2
  1. FinStrG Art. 1 § 21 heute
  2. FinStrG Art. 1 § 21 gültig ab 01.01.2011 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 104/2010
  3. FinStrG Art. 1 § 21 gültig von 01.01.1976 bis 31.12.2010 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 335/1975
  1. FinStrG Art. 1 § 23 heute
  2. FinStrG Art. 1 § 23 gültig ab 23.07.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 62/2019
  3. FinStrG Art. 1 § 23 gültig von 01.01.2011 bis 22.07.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 104/2010
  4. FinStrG Art. 1 § 23 gültig von 05.06.2004 bis 31.12.2010 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 57/2004
  5. FinStrG Art. 1 § 23 gültig von 01.01.1995 bis 04.06.2004 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 681/1994
  6. FinStrG Art. 1 § 23 gültig von 01.01.1976 bis 31.12.1994 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 335/1975

Rechtssatz

Doppelverwertungsverbot: Das Zusammentreffen zweier Finanzvergehen ist nicht erschwerend, wenn dieser Umstand bereits die (größere) Höhe der Geldstrafdrohung bestimmt.

Entscheidungstexte

  • 10 Os 39/87
    Entscheidungstext OGH 19.01.1988 10 Os 39/87
  • 12 Os 102/89
    Entscheidungstext OGH 09.11.1989 12 Os 102/89
    Beisatz: Allerdings hier keine Nichtigkeit nach § 281 Abs 1 Z 11, zweiter Fall, StPO, weil es sich beim (realkonkurrierenden) Zusammentreffen zweier Finanzvergehen angesichts der darin manifesten repetitiven Kriminalität immerhin um einen nach den allgemeinen Grundsätzen der Strafbemessung (§ 32 Abs 2 und 3 StGB, § 23 Abs 2 FinStrG) für die Gewichtung der Strafzumessungsschuld als aggravierend bedeutsamen Umstand handelt, der bloß irrig als besonderer Strafzumessungsgrund angeführt wurde. (T1)
  • 13 Os 122/90
    Entscheidungstext OGH 30.01.1991 13 Os 122/90
  • 14 Os 136/92
    Entscheidungstext OGH 24.11.1992 14 Os 136/92
  • 14 Os 59/93
    Entscheidungstext OGH 22.06.1993 14 Os 59/93
    Beis wie T1
  • 13 Os 27/95
    Entscheidungstext OGH 26.04.1995 13 Os 27/95
    Beis wie T1
  • 13 Os 187/95
    Entscheidungstext OGH 31.01.1996 13 Os 187/95
    Vgl; Beis wie T1; Beisatz: Erschwerende Berücksichtigung der Deliktswiederholung durch den OGH anläßlich der Strafneubemessung. (T2)
  • 15 Os 61/96
    Entscheidungstext OGH 09.05.1996 15 Os 61/96
    vgl; Beis wie T1
  • 14 Os 90/97
    Entscheidungstext OGH 09.09.1997 14 Os 90/97
    Vgl auch
  • 13 Os 108/03
    Entscheidungstext OGH 24.09.2003 13 Os 108/03
    Vgl; Beis wie T1
  • 11 Os 36/04
    Entscheidungstext OGH 25.05.2004 11 Os 36/04
    Vgl; Beis ähnlich wie T1
  • 15 Os 31/04
    Entscheidungstext OGH 07.04.2005 15 Os 31/04
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Erschwerende Wertung des „hohen Schadens" und des „Zusammentreffens mehrerer (Finanz)vergehen". (T3)
  • 13 Os 140/10b
    Entscheidungstext OGH 17.02.2011 13 Os 140/10b
    Vgl; Beis ähnlich wie T2
  • 13 Os 41/11w
    Entscheidungstext OGH 14.07.2011 13 Os 41/11w
    Vgl aber; Beisatz: Die aggravierende Wertung des Zusammentreffens mehrerer Finanzvergehen verstößt nicht gegen das ‑ gemäß § 23 Abs 2 letzter Satz FinStrG auch im Finanzstrafverfahren zu beachtende ‑ Doppelverwertungsverbot des § 32 Abs 2 erster Satz StGB, weil hier zwar die Summe der Verkürzungsbeträge (§ 21 Abs 2 dritter Satz FinStrG), nicht jedoch der Umstand des Zusammentreffens die Strafdrohung bestimmt. (T4)
  • 13 Os 1/13s
    Entscheidungstext OGH 14.02.2013 13 Os 1/13s
    Vgl aber; Auch Beis wie T4
  • 13 Os 96/14p
    Entscheidungstext OGH 15.04.2015 13 Os 96/14p
    Auch; Beis wie T4
  • 13 Os 67/14y
    Entscheidungstext OGH 10.06.2015 13 Os 67/14y
    Auch; Beis wie T4
  • 13 Os 12/17i
    Entscheidungstext OGH 28.06.2017 13 Os 12/17i
    Auch; Beis wie T4
  • 13 Os 114/18s
    Entscheidungstext OGH 19.12.2018 13 Os 114/18s
    Auch; Beis wie T4

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1988:RS0085962

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

12.02.2019

Dokumentnummer

JJR_19880119_OGH0002_0100OS00039_8700000_002

Rechtssatz für 13Os27/95 11Os6/99 13Os...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0086300

Geschäftszahl

13Os27/95; 11Os6/99; 13Os12/10d; 13Os140/10b; 13Os1/13s; 13Os114/18s

Entscheidungsdatum

19.12.2018

Norm

FinStrG §23 Abs2
StGB §32 Abs2
StPO §281 Abs1 Z11
  1. FinStrG Art. 1 § 23 heute
  2. FinStrG Art. 1 § 23 gültig ab 23.07.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 62/2019
  3. FinStrG Art. 1 § 23 gültig von 01.01.2011 bis 22.07.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 104/2010
  4. FinStrG Art. 1 § 23 gültig von 05.06.2004 bis 31.12.2010 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 57/2004
  5. FinStrG Art. 1 § 23 gültig von 01.01.1995 bis 04.06.2004 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 681/1994
  6. FinStrG Art. 1 § 23 gültig von 01.01.1976 bis 31.12.1994 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 335/1975
  1. StPO § 281 heute
  2. StPO § 281 gültig ab 01.01.2025 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 157/2024
  3. StPO § 281 gültig von 01.03.2023 bis 31.12.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 223/2022
  4. StPO § 281 gültig von 01.01.2008 bis 28.02.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 93/2007
  5. StPO § 281 gültig von 01.01.2006 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 119/2005
  6. StPO § 281 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/1997
  7. StPO § 281 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 55/1999
  8. StPO § 281 gültig von 01.01.2000 bis 31.12.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 55/1999
  9. StPO § 281 gültig von 01.01.1998 bis 31.12.1999 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/1997
  10. StPO § 281 gültig von 01.01.1994 bis 31.12.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 526/1993
  11. StPO § 281 gültig von 01.03.1988 bis 31.12.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 605/1987

Rechtssatz

Im vorliegenden Fall wurde weder der Abgabenbetrag (Paragraph 35, Absatz 4, FinStrG) noch die Bemessungsgrundlage (Paragraph 44, Absatz 2, Litera c, FinStrG) oder die sich daraus ergebende Summe vom Schöffengericht ausdrücklich als erschwerend gewertet, sondern nur die Begehung zweier Finanzvergehen (siehe auch Paragraph 33, Ziffer eins, StGB in Verbindung mit Paragraph 23, Absatz 2, FinStrG). Dies bewirkt keine Nichtigkeit nach Paragraph 281, Absatz eins, Ziffer 11, StPO (Verstoß gegen das Doppelverwertungsverbot), weil es sich - anders als bei der bloßen Höhe der die Strafdrohung bestimmenden Wertbeträge - beim (hier: ungleichartig idealkonkurrierenden Zusammentreffen zweier (verschiedener) Finanzvergehen angesichts des darin manifesten Verstoßes gegen mehrere gesetzliche Verbote immerhin um einen nach den allgemeinen Grundsätzen der Strafbemessung (Paragraph 32, Absatz 2 und 3 StGB; Paragraph 23, Absatz 2, FinStrG) für die Gewichtung der Strafzumessungsschuld als aggravierend bedeutsamen Umstand handelt.

Entscheidungstexte

  • 13 Os 27/95
    Entscheidungstext OGH 26.04.1995 13 Os 27/95
  • 11 Os 6/99
    Entscheidungstext OGH 29.06.1999 11 Os 6/99
  • 13 Os 12/10d
    Entscheidungstext OGH 17.02.2011 13 Os 12/10d
    Auch
  • 13 Os 140/10b
    Entscheidungstext OGH 17.02.2011 13 Os 140/10b
    Vgl auch
  • 13 Os 1/13s
    Entscheidungstext OGH 14.02.2013 13 Os 1/13s
    Auch
  • 13 Os 114/18s
    Entscheidungstext OGH 19.12.2018 13 Os 114/18s
    Auch

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1995:RS0086300

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

12.02.2019

Dokumentnummer

JJR_19950426_OGH0002_0130OS00027_9500000_001

Entscheidungstext 13Os114/18s

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Rechtsgebiet

Strafrecht

Geschäftszahl

13Os114/18s

Entscheidungsdatum

19.12.2018

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat am 19. Dezember 2018 durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofs Dr. Lässig als Vorsitzenden sowie die Hofräte und die Hofrätinnen des Obersten Gerichtshofs Dr. Nordmeyer, Mag. Michel, Dr. Oberressl und Dr. Brenner in Gegenwart des Richteramtsanwärters Mag. Sischka als Schriftführer in der Finanzstrafsache gegen Karl T***** und einen anderen Angeklagten wegen Finanzvergehen der gewerbsmäßigen Abgabenhinterziehung nach Paragraphen 33, Absatz eins, 38, Absatz eins, Litera a, FinStrG in der Fassung vor BGBl I 2010/104 und anderer strafbarer Handlungen über die Nichtigkeitsbeschwerde und die Berufung des Angeklagten Karl T***** sowie die Berufung der Staatsanwaltschaft gegen das Urteil des Landesgerichts für Strafsachen Graz als Schöffengericht vom 27. März 2018, GZ 180 Hv 7/18k-409, nach Anhörung der Generalprokuratur in nichtöffentlicher Sitzung den

Beschluss

gefasst:

Spruch

Die Nichtigkeitsbeschwerde wird zurückgewiesen.

Zur Entscheidung über die Berufungen werden die Akten dem Oberlandesgericht Graz zugeleitet.

Dem Angeklagten Karl T***** fallen auch die Kosten des bisherigen Rechtsmittelverfahrens zur Last.

Text

Gründe:

Mit dem angefochtenen Urteil wurde Karl T***** – im zweiten Rechtsgang – für das von einem rechtskräftigen Schuldspruch (ON 348 und 382) umfasste Verbrechen der Untreue nach Paragraphen 12, dritter Fall, 153 Absatz eins,, Absatz 2, zweiter Fall StGB in der Fassung BGBl I 2004/136 zu einer Freiheitsstrafe von vierundzwanzig Monaten verurteilt. Für die ebenfalls vom bezeichneten Schuldspruch umfassten Finanzvergehen der gewerbsmäßigen Abgabenhinterziehung nach Paragraphen 33, Absatz eins, 38, Absatz eins, Litera a, FinStrG in der Fassung vor BGBl I 2010/104 verhängte das Gericht eine Geldstrafe von 136.288 Euro und setzte für den Fall der Uneinbringlichkeit der Geldsanktion gemäß Paragraph 20, FinStrG eine Ersatzfreiheitsstrafe von sechs Monaten fest. Gemäß Paragraph 20, Absatz eins, 3 und 4 StGB erklärte es hinsichtlich Karl T***** zudem einen Betrag von 100.000 Euro für verfallen.

Rechtliche Beurteilung

Die dagegen aus Ziffer 11, des Paragraph 281, Absatz eins, StPO erhobene Nichtigkeitsbeschwerde des Angeklagten geht fehl.

Der Sanktionsrüge (Ziffer 11, zweiter Fall) zuwider verstößt die aggravierende Wertung des Zusammentreffens mehrerer Finanzvergehen (US 5) nicht gegen das Doppelverwertungsverbot (Paragraph 23, Absatz 2, erster Satz FinStrG), weil zwar die Summe der aus mehreren Abgabenhinterziehungen resultierenden Verkürzungsbeträge, nicht jedoch der Umstand des Zusammentreffens die Strafdrohung bestimmt (RIS-Justiz

RS0085962 [T4], RS0086300; Lässig in WK2 FinStrG Paragraph 23, Rz 2).

Der weitere Einwand fehlender Begründung der „Finanzstrafe“, insbesondere der diesbezüglichen Ersatzfreiheitsstrafe, übersieht, dass insoweit nur hinsichtlich der für die Sanktionsbefugnis entscheidenden Tatsachen eine Bekämpfung mit Mängelrüge (Paragraph 281, Absatz eins, Ziffer 11, erster Fall in Verbindung mit Ziffer 5, [hier gemeint: vierter Fall] StPO) in Betracht kommt (RIS-Justiz RS0118581). Eine Überschreitung der Sanktionsbefugnis wird aber von der Beschwerde (zu Recht) nicht behauptet.

Nach den Feststellungen zum Verfallserkenntnis erlangte der Angeklagte durch im Jahr 2011 begangene Untreuehandlungen Provisionen im Gesamtbetrag von 125.000 Euro (US 3). Die Behauptung, der deliktisch erlangte (gemäß Paragraph 20, Absatz eins und 3 StGB für die Grenze der Sanktionsbefugnis maßgebende) Betrag sei nicht festgestellt worden, trifft somit nicht zu. Die Ausführungen zur „Einkommenssteuer“ lassen keinen Bezug zum Verfallsausspruch (US 3) erkennen.

Die Nichtigkeitsbeschwerde war daher gemäß Paragraph 285 d, Absatz eins, StPO schon bei nichtöffentlicher Beratung sofort zurückzuweisen.

Die Entscheidung über die Berufungen kommt somit dem Oberlandesgericht zu (Paragraph 285 i, StPO).

Der Kostenausspruch beruht auf Paragraph 390 a, Absatz eins, StPO.

Textnummer

E123855

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2018:0130OS00114.18S.1219.000

Im RIS seit

30.01.2019

Zuletzt aktualisiert am

30.01.2019

Dokumentnummer

JJT_20181219_OGH0002_0130OS00114_18S0000_000