Rechtssatz für 2Ob70/26 6Ob1540/95 6Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0036770

Geschäftszahl

2Ob70/26; 6Ob1540/95; 6Ob2155/96x; 4Ob179/08i; 9Ob65/08m; 1Ob260/09f; 7Ob143/15b

Entscheidungsdatum

16.10.2015

Rechtssatz

Die Wirkung des Eintrittes des Ruhens des Verfahrens ist nicht schon an die außergerichtliche Vereinbarung, sondern nur an die Prozesshandlung der gemeinsamen Anzeige der Parteien an das Gericht geknüpft.

Entscheidungstexte

  • 2 Ob 70/26
    Entscheidungstext OGH 02.02.1926 2 Ob 70/26
    Veröff: SZ 8/39
  • 6 Ob 1540/95
    Entscheidungstext OGH 23.03.1995 6 Ob 1540/95
  • 6 Ob 2155/96x
    Entscheidungstext OGH 05.12.1996 6 Ob 2155/96x
  • 4 Ob 179/08i
    Entscheidungstext OGH 18.11.2008 4 Ob 179/08i
    Auch; Beisatz: Für den Eintritt der Ruhenswirkung genügt es nicht, dass eine außergerichtlich getroffene Ruhensvereinbarung dem Gericht zur Kenntnis gelangt. (T1)
    Beisatz: Unter „außergerichtlich" werden auch Ruhensvereinbarungen verstanden, die nicht vor dem Prozessgericht geschlossen wurden. (T2)
  • 9 Ob 65/08m
    Entscheidungstext OGH 01.04.2009 9 Ob 65/08m
    Vgl
  • 1 Ob 260/09f
    Entscheidungstext OGH 09.03.2010 1 Ob 260/09f
    Beis wie T2
  • 7 Ob 143/15b
    Entscheidungstext OGH 16.10.2015 7 Ob 143/15b

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1926:RS0036770

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

02.12.2015

Dokumentnummer

JJR_19260202_OGH0002_0020OB00070_2600000_001

Rechtssatz für 8Ob56/66 3Ob78/75 (3Ob79...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0037056

Geschäftszahl

8Ob56/66; 3Ob78/75 (3Ob79/75 -3Ob82/75); 3Ob72/88; 8Ob625/91; 7Ob646/95; 9Ob84/00v; 8ObA59/02p; 9ObA15/04b; 5Ob200/08k; 1Ob260/09f; 2Ob5/16y; 2Ob151/21a

Entscheidungsdatum

28.09.2021

Rechtssatz

Rechtsmittelfristen können während des Ruhens des Verfahrens beginnen und ablaufen; es muss demnach trotz des Ruhens das Urteil zugestellt und über eingebrachte Rechtsmittel entschieden werden.

Entscheidungstexte

  • 8 Ob 56/66
    Entscheidungstext OGH 15.03.1966 8 Ob 56/66
    Veröff: SZ 29/49 = RZ 1966,123 = JBl 1966,569
  • 3 Ob 78/75
    Entscheidungstext OGH 22.04.1975 3 Ob 78/75
    Vgl; Beisatz: Nur für gemäß § 163 Abs 3 ZPO zulässige Entscheidungen beziehungsweise jene Entscheidungen, die im Zusammenhang mit dem Ruhen und seinen Wirkungen ergehen. (T1) Veröff: SZ 48/46 = EvBl 1976/26 S 48
  • 3 Ob 72/88
    Entscheidungstext OGH 18.05.1988 3 Ob 72/88
    Vgl aber; Beisatz: Über eine noch vor dem Eintritt des Ruhens überreichte Revision ist während dieses Zeitraums nicht zu entscheiden. (T2)
  • 8 Ob 625/91
    Entscheidungstext OGH 22.12.1992 8 Ob 625/91
    Vgl aber; Beis wie T2; Beisatz: Hier: Rekurse (T3)
  • 7 Ob 646/95
    Entscheidungstext OGH 21.02.1996 7 Ob 646/95
    Vgl aber; Beis wie T1; Beis wie T3
  • 9 Ob 84/00v
    Entscheidungstext OGH 12.07.2000 9 Ob 84/00v
    Vgl aber; Beis wie T1 nur: Nur für gemäß § 163 Abs 3 ZPO zulässige Entscheidungen. (T4); Beis wie T2
  • 8 ObA 59/02p
    Entscheidungstext OGH 17.10.2002 8 ObA 59/02p
    Vgl aber; Beis wie T2; Beis wie T4
  • 9 ObA 15/04b
    Entscheidungstext OGH 11.02.2004 9 ObA 15/04b
    Vgl aber; Beis wie T2; Beisatz: Weil nicht der Ausnahmefall des § 163 Abs 3 ZPO gegeben ist. (T5)
  • 5 Ob 200/08k
    Entscheidungstext OGH 21.10.2008 5 Ob 200/08k
    Vgl aber; Beisatz: Die Wirkungen des Ruhens entsprechen im Wesentlichen jenen einer Unterbrechung eines Verfahrens; lediglich die bei Eintritt des Ruhens bereits begonnenen Rechtsmittelfristen laufen weiter. Über Rechtsmittel, die bereits vor Eintritt des Ruhens eingebracht wurden, ist nicht zu entscheiden, solange das Verfahren ruht. Der Akt ist in solchen Fällen vorerst ohne Erledigung zurückzustellen. (T6)
  • 1 Ob 260/09f
    Entscheidungstext OGH 09.03.2010 1 Ob 260/09f
    Vgl aber; Beis ähnlich wie T2; Beis wie T6; Beisatz: Hier: Rekurs gegen den Aufhebungsbeschluss des Berufungsgerichts. (T7)
  • 2 Ob 5/16y
    Entscheidungstext OGH 17.03.2016 2 Ob 5/16y
    Auch; Beis wie T2; Beis wie T5
  • 2 Ob 151/21a
    Entscheidungstext OGH 28.09.2021 2 Ob 151/21a
    Beis wie T2; Beis wie T6

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1966:RS0037056

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

15.12.2021

Dokumentnummer

JJR_19660315_OGH0002_0080OB00056_6600000_005

Rechtssatz für 5Ob507/91; 2Ob116/97s; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0041994

Geschäftszahl

5Ob507/91; 2Ob116/97s; 9ObA165/99a; 3Ob252/99a; 6Ob157/02k; 6Ob62/04t; 6Ob236/01a; 9Ob131/04m; 3Ob172/05y; 2Ob131/07i; 1Ob260/09f; 7Ob218/10z; 8Ob8/10z; 8ObA62/10s; 9Ob84/10h; 1Ob228/10a; 5Ob228/12h; 7Ob29/14m; 10Ob1/16v; 9Ob42/15i; 9ObA125/15w; 5Ob104/16d; 9ObA92/16v; 8Ob70/16a; 9ObA13/17b; 1Ob46/17x; 6Ob155/17p; 3Ob123/17k; 9Ob26/17i; 8Ob21/18y; 9Ob81/18d; 6Ob32/19b; 5Ob105/19f; 6Ob216/19m; 8Ob58/20t; 6Ob239/20w; 4Ob193/21t; 8ObA81/21a; 7Ob26/22g; 4Ob60/22k; 4Ob145/22k; 6Ob156/22t; 6Ob154/22y; 8Ob115/22b; 6Ob44/23y; 6Ob220/22d; 4ob80/24d; 10Ob20/24z; 9Ob62/23t; 1Ob126/24x; 6Ob209/24i; 9Ob109/24f; 2Ob93/25b; 6Ob68/25f

Entscheidungsdatum

30.09.2025

Rechtssatz

Auch noch im Revisionsverfahren können die Parteien Ruhen des Verfahrens vereinbaren, wodurch eine Sachentscheidung des OGH für die Dauer des Ruhens des Verfahrens entfällt.

Entscheidungstexte

  • 5 Ob 507/91
    Entscheidungstext OGH 30.04.1991 5 Ob 507/91
  • 2 Ob 116/97s
    Entscheidungstext OGH 28.01.1999 2 Ob 116/97s
  • 9 ObA 165/99a
    Entscheidungstext OGH 29.09.1999 9 ObA 165/99a
  • 3 Ob 252/99a
    Entscheidungstext OGH 20.10.1999 3 Ob 252/99a
  • 6 Ob 157/02k
    Entscheidungstext OGH 29.08.2002 6 Ob 157/02k
  • 6 Ob 62/04t
    Entscheidungstext OGH 24.06.2004 6 Ob 62/04t
  • 6 Ob 236/01a
    Entscheidungstext OGH 28.06.2004 6 Ob 236/01a
  • 9 Ob 131/04m
    Entscheidungstext OGH 29.06.2005 9 Ob 131/04m
  • 3 Ob 172/05y
    Entscheidungstext OGH 27.06.2006 3 Ob 172/05y
  • 2 Ob 131/07i
    Entscheidungstext OGH 09.08.2007 2 Ob 131/07i
  • 1 Ob 260/09f
    Entscheidungstext OGH 09.03.2010 1 Ob 260/09f
    Beisatz: Dies ist analog auch auf das Rekursverfahren nach einem Aufhebungsbeschluss beim Obersten Gerichtshof anzuwenden. (T1)
  • 7 Ob 218/10z
    Entscheidungstext OGH 24.11.2010 7 Ob 218/10z
  • 8 Ob 8/10z
    Entscheidungstext OGH 25.01.2011 8 Ob 8/10z
  • 8 ObA 62/10s
    Entscheidungstext OGH 22.02.2011 8 ObA 62/10s
  • 9 Ob 84/10h
    Entscheidungstext OGH 30.03.2011 9 Ob 84/10h
  • 1 Ob 228/10a
    Entscheidungstext OGH 28.04.2011 1 Ob 228/10a
  • 5 Ob 228/12h
    Entscheidungstext OGH 24.01.2013 5 Ob 228/12h
  • 7 Ob 29/14m
    Entscheidungstext OGH 22.04.2014 7 Ob 29/14m
    Auch; Beisatz: Die Bestimmung des § 483 Abs 3 ZPO, wonach noch im Berufungsverfahren Ruhen des Verfahrens vereinbart werden kann, ist gemäß § 513 ZPO auch auf das Revisionsverfahren anzuwenden. Gemäß § 168 ZPO hat das Ruhen des Verfahrens im Wesentlichen die Rechtswirkung einer Unterbrechung des Verfahrens. Wurde das Rechtsmittel vor Vereinbarung des Ruhens überreicht, hat die schriftliche Ruhensanzeige zur Folge, dass über das Rechtsmittel während des Ruhens nicht zu entscheiden ist. (T2)
  • 10 Ob 1/16v
    Entscheidungstext OGH 15.03.2016 10 Ob 1/16v
    Auch
  • 9 Ob 42/15i
    Entscheidungstext OGH 25.05.2016 9 Ob 42/15i
    Beis wie T2 nur: Die Bestimmung des § 483 Abs 3 ZPO, wonach noch im Berufungsverfahren Ruhen des Verfahrens vereinbart werden kann, ist gemäß § 513 ZPO auch auf das Revisionsverfahren anzuwenden. (T3)
  • 9 ObA 125/15w
    Entscheidungstext OGH 18.03.2016 9 ObA 125/15w
  • 5 Ob 104/16d
    Entscheidungstext OGH 25.08.2016 5 Ob 104/16d
  • 9 ObA 92/16v
    Entscheidungstext OGH 28.10.2016 9 ObA 92/16v
  • 8 Ob 70/16a
    Entscheidungstext OGH 25.11.2016 8 Ob 70/16a
  • 9 ObA 13/17b
    Entscheidungstext OGH 28.02.2017 9 ObA 13/17b
  • 1 Ob 46/17x
    Entscheidungstext OGH 29.03.2017 1 Ob 46/17x
  • 6 Ob 155/17p
    Entscheidungstext OGH 29.08.2017 6 Ob 155/17p
    Vgl
  • 3 Ob 123/17k
    Entscheidungstext OGH 25.10.2017 3 Ob 123/17k
  • 9 Ob 26/17i
    Entscheidungstext OGH 30.10.2017 9 Ob 26/17i
    Beis wie T3
  • 8 Ob 21/18y
    Entscheidungstext OGH 23.02.2018 8 Ob 21/18y
  • 9 Ob 81/18d
    Entscheidungstext OGH 17.12.2018 9 Ob 81/18d
  • 6 Ob 32/19b
    Entscheidungstext OGH 25.04.2019 6 Ob 32/19b
  • 5 Ob 105/19f
    Entscheidungstext OGH 27.11.2019 5 Ob 105/19f
    Beis wie T2
  • 6 Ob 216/19m
    Entscheidungstext OGH 23.01.2020 6 Ob 216/19m
  • 8 Ob 58/20t
    Entscheidungstext OGH 28.09.2020 8 Ob 58/20t
  • 6 Ob 239/20w
    Entscheidungstext OGH 15.03.2021 6 Ob 239/20w
    Anm: Veröff: SZ 2021/28
  • 4 Ob 193/21t
    Entscheidungstext OGH 25.01.2022 4 Ob 193/21t
    Vgl; Beis wie T3
  • 8 ObA 81/21a
    Entscheidungstext OGH 30.03.2022 8 ObA 81/21a
    Vgl
  • 7 Ob 26/22g
    Entscheidungstext OGH 30.03.2022 7 Ob 26/22g
  • 4 Ob 60/22k
    Entscheidungstext OGH 23.09.2022 4 Ob 60/22k
    Beis wie T3
  • 4 Ob 145/22k
    Entscheidungstext OGH 22.11.2022 4 Ob 145/22k
    Beis wie T3
  • 6 Ob 156/22t
    Entscheidungstext OGH 13.02.2023 6 Ob 156/22t
  • 6 Ob 154/22y
    Entscheidungstext OGH 07.02.2023 6 Ob 154/22y
  • 8 Ob 115/22b
    Entscheidungstext OGH 21.04.2023 8 Ob 115/22b
  • 6 Ob 44/23y
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 17.05.2023 6 Ob 44/23y
    vgl; Beisatz nur wie T2
  • 6 Ob 220/22d
    Entscheidungstext OGH 23.11.2023 6 Ob 220/22d
  • 4 ob 80/24d
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 26.04.2024 4 ob 80/24d
    Beisatz wie T3
  • 10 Ob 20/24z
    Entscheidungstext OGH 13.08.2024 10 Ob 20/24z
  • 9 Ob 62/23t
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung aus anderen Gründen 19.09.2024 9 Ob 62/23t
  • 1 Ob 126/24x
    Entscheidungstext OGH 25.09.2024 1 Ob 126/24x
    Beisatz wie T3
  • 6 Ob 209/24i
    Entscheidungstext OGH 17.01.2025 6 Ob 209/24i
    Beisatz wie T3
  • 9 Ob 109/24f
    Entscheidungstext OGH 16.12.2024 9 Ob 109/24f
  • 2 Ob 93/25b
    Entscheidungstext OGH 26.06.2025 2 Ob 93/25b
    Beisatz wie T3
  • 6 Ob 68/25f
    Entscheidungstext OGH 30.09.2025 6 Ob 68/25f
    Beisatz wie T3

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1991:RS0041994

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

05.11.2025

Dokumentnummer

JJR_19910430_OGH0002_0050OB00507_9100000_001

Entscheidungstext 1Ob260/09f

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Fundstelle

MietSlg 62.634

Geschäftszahl

1Ob260/09f

Entscheidungsdatum

09.03.2010

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat durch den Vizepräsidenten Dr. Gerstenecker als Vorsitzenden sowie durch die Hofräte Univ.-Prof. Dr. Bydlinski, Dr. Fichtenau, Dr. Grohmann und Dr. E. Solé als weitere Richter in der Rechtssache der klagenden Parteien 1. Hannes M. M*****, 2. Friedrich H*****, 3. Christa H*****, 4. Christian H*****, und 5. Alexander H*****, zweit-, dritt-, viert- und fünftklagende Partei vertreten durch den Erstkläger, dieser vertreten durch Dr. Christian Boyer, Rechtsanwalt in Wien, gegen die beklagte Partei Friedrich H*****, vertreten durch Koller & Schreiber Rechtsanwälte Partnerschaft in Wien, wegen Aufkündigung, infolge Rekurses der beklagten Partei gegen den Beschluss des Landesgerichts für Zivilrechtssachen Wien als Berufungsgericht vom 29. Juli 2009, GZ 38 R 302/08f-16, womit das Urteil des Bezirksgerichts Floridsdorf vom 29. August 2008, GZ 25 C 1092/07f-10, aufgehoben wurde, in nichtöffentlicher Sitzung den

Beschluss

gefasst:

Spruch

Die Akten werden dem Erstgericht zurückgestellt.

Text

Begründung:

Der Erstkläger brachte in seiner beim Bezirksgericht Floridsdorf eingebrachten Aufkündigung vor, er und die weiters als kündigende Parteien Genannten seien Miteigentümer einer Liegenschaft samt Wohnhaus. Aufgrund eines Benutzungsübereinkommens stehe ihm das alleinige Nutzungsrecht an den Wohnungen top Nr 3 und 4 zu. Als Nutzungsberechtigter sei er als Vertreter bzw Verwalter der übrigen Miteigentümer anzusehen. Er sei deshalb allein berechtigt, die verfahrensgegenständlichen Wohnungen aufzukündigen und im Kündigungsverfahren die übrigen Miteigentümer zu vertreten. Er begehrte den Beklagten schuldig zu erkennen, die Wohnungen top 3 und 4 binnen 14 Tagen geräumt von eigenen Fahrnissen zu übergeben.

Der Beklagte beantragte die Abweisung des Klagebegehrens. Es mangle an der Aktivlegitimation des Erstklägers, weil dieser über keine Zustimmung der übrigen Miteigentümer zur Aufkündigung verfüge.

Das Erstgericht hob die gerichtliche Aufkündigung auf und wies das Räumungsbegehren ab. Der Erstkläger sei nicht berechtigt, ohne Zustimmung der übrigen Miteigentümer zu kündigen, weil die Mietverträge über die Wohnungen top Nr 3 und 4 nicht von ihm allein, sondern von allen Miteigentümern gemeinsam abgeschlossen worden seien. Zudem stelle die Kündigung keine Maßnahme der ordentlichen Verwaltung dar, weil dem Beklagten das Recht eingeräumt worden sei, die nunmehr gekündigten Wohnungen mit einer weiteren Wohnung zusammenzulegen.

Das Berufungsgericht hob über Berufung der klagenden Parteien die Entscheidung des Erstgerichts auf und trug dem Erstgericht eine neuerliche Entscheidung nach Verfahrensergänzung auf, es sprach aus, dass der Rekurs an den Obersten Gerichtshof zulässig sei. Die dem allein nutzungsberechtigten Minderheitseigentümer zukommende Verwaltervollmacht sei nicht auf Mietverträge beschränkt, die dieser selbst abgeschlossen habe. Sie umfasse Maßnahmen der ordentlichen Verwaltung, zu denen die vorliegende Aufkündigung zu rechnen sei. Die Berechtigung der geltend gemachten Kündigungsgründe sei daher zu prüfen.

Gegen den Aufhebungsbeschluss erhob der Beklagte Rekurs.

Nach Vorlage der Akten an den Obersten Gerichtshof schlossen die Parteien am 13. Jänner 2010 in einem zwischen ihnen - in zum Teil anders verteilten Rollen - beim Landesgericht für Zivilrechtssachen Wien zu AZ 27 Cg 82/09s anhängigen Verfahren einen rechtswirksamen Vergleich. Nach dessen Punkt 3 wurde im vorliegenden Rechtsstreit ewiges Ruhen vereinbart.

Rechtliche Beurteilung

Die Bestimmung des Paragraph 483, Absatz 3, ZPO, wonach auch noch im Berufungsverfahren Ruhen des Verfahrens vereinbart werden kann, ist gemäß Paragraph 513, ZPO auch auf das Revisionsverfahren und analog auf das Rekursverfahren nach einem Aufhebungsbeschluss beim Obersten Gerichtshof vergleiche Kodek in Rechberger, ZPO³, Rz 5 zu Paragraph 513,; Zechner in Fasching/Konecny², Rz 1 zu Paragraph 513, ZPO mwN) anzuwenden. Gemäß Paragraph 168, ZPO hat das Ruhen des Verfahrens im Wesentlichen die Rechtswirkung einer Unterbrechung des Verfahrens. Im vorliegenden Fall wurde das Ruhen im Rahmen eines nicht vor dem Prozessgericht abgeschlossenen Vergleichs vereinbart, weshalb zum Eintritt dessen unmittelbarer prozessualer Wirkungen eine von allen Parteien dem Prozessgericht übermittelte Ruhensanzeige erforderlich war (6 Ob 1540/95; Fink in Fasching/Konecny2, Vor Paragraphen 168, -170 Rz 17). Wurde das Rechtsmittel - wie hier - bereits vor Vereinbarung des Ruhens überreicht, hat die schriftliche Ruhensanzeige zur Folge, dass über das Rechtsmittel während des Ruhens nicht zu entscheiden ist (8 Ob 625/91; Gitschthaler in Rechberger aaO Paragraphen 168 -, 170, Rz 6 mwN).

Die Akten sind somit dem Erstgericht zurückzustellen.

Textnummer

E93568

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2010:0010OB00260.09F.0309.000

Im RIS seit

11.05.2010

Zuletzt aktualisiert am

17.02.2012

Dokumentnummer

JJT_20100309_OGH0002_0010OB00260_09F0000_000