Verwaltungsgerichtshof (VwGH)

Rechtssatz für Ra 2015/03/0079

Entscheidungsart

Beschluss

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

1

Geschäftszahl

Ra 2015/03/0079

Entscheidungsdatum

26.04.2016

Index

41/01 Sicherheitsrecht
41/04 Sprengmittel Waffen Munition

Norm

SPG 1991 §38a Abs1;
SPG 1991 §38a Abs2;
WaffG 1996 §12 Abs1;

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie 2012/01/0018 E 31. Mai 2012 RS 1

Stammrechtssatz

Wegweisung und Betretungsverbot sind gleichermaßen an die Voraussetzung geknüpft, dass auf Grund bestimmter Tatsachen (Vorfälle) anzunehmen ist, ein gefährlicher Angriff auf Leben, Gesundheit oder Freiheit einer gefährdeten Person stehe bevor. Welche Tatsachen als solche im Sinne des Paragraph 38 a, SPG in Frage kommen, sagt das Gesetz nicht (ausdrücklich). Diese Tatsachen müssen (auf Grund bekannter Vorfälle) die Annahme rechtfertigen, dass plausibel und nachvollziehbar bestimmte künftige Verhaltensweisen zu erwarten sein werden. Auf Grund des sich den einschreitenden Organen des öffentlichen Sicherheitsdienstes bietenden Gesamtbildes muss mit einiger Wahrscheinlichkeit zu erwarten sein, dass ein gefährlicher Angriff im genannten Sinn durch den Wegzuweisenden bevorstehe. Dabei (bei dieser Prognose) ist vom Wissensstand des Beamten im Zeitpunkt des Einschreitens auszugehen vergleiche etwa die hg. Erkenntnisse vom 8. September 2009, Zl. 2008/17/0061; vom 24. Februar 2004, Zl. 2002/01/0280; und vom 21. Dezember 2000, Zl. 2000/01/0003; sowie Hauer/Keplinger, Sicherheitspolizeigesetz, 4. Auflage 2011, Seite 383 f, Anmerkung 5).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2016:RA2015030079.L01

Im RIS seit

15.06.2016

Zuletzt aktualisiert am

16.02.2017

Dokumentnummer

JWR_2015030079_20160426L01

Rechtssatz für Ra 2015/03/0079

Entscheidungsart

Beschluss

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

2

Geschäftszahl

Ra 2015/03/0079

Entscheidungsdatum

26.04.2016

Index

19/05 Menschenrechte
41/01 Sicherheitsrecht
41/04 Sprengmittel Waffen Munition

Norm

MRK Art6;
SPG 1991 §38a Abs1;
SPG 1991 §38a Abs2;
WaffG 1996 §12 Abs1;

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie Ra 2015/01/0241 B 15. Dezember 2015 RS 3

Stammrechtssatz

Bei Wegweisung und Betretungsverbot handelt es sich um eine administrativ-rechtliche Maßnahme zum Schutz der öffentlichen Ordnung und nicht um eine strafrechtliche Anklage im Sinne des Artikel 6, MRK vergleiche idS zum Waffenverbot das hg. Erkenntnis vom 26. Juni 2014, Ro 2014/03/0063, mwN).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2016:RA2015030079.L02

Im RIS seit

15.06.2016

Zuletzt aktualisiert am

16.02.2017

Dokumentnummer

JWR_2015030079_20160426L02

Rechtssatz für Ra 2015/03/0079

Entscheidungsart

Beschluss

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

3

Geschäftszahl

Ra 2015/03/0079

Entscheidungsdatum

26.04.2016

Index

41/01 Sicherheitsrecht
41/04 Sprengmittel Waffen Munition

Norm

SPG 1991 §38a;
WaffG 1996 §12 Abs1;

Rechtssatz

Zeigt das Verhalten einer Person, dass sie sich in einer eine Gefahr iSd Paragraph 12, Absatz eins, WaffG 1996 indizierenden Weise auch gegenüber körperlich unterlegenen Personen zu aggressiven Handlungen hinreißen lässt, so ist eine solche Aggressionsbereitschaft in waffenrechtlicher Hinsicht bedeutsam, zumal diese auch in anderen Situationen aus gänzlich anderem Anlass wirksam werden kann vergleiche idS VwGH vom 19. März 2013, 2012/03/0180; VwGH vom 18. September 2013, 2013/03/0097; VwGH vom 20. Mai 2015, Ro 2015/03/0025; VwGH vom 27. Jänner 2016, Ra 2015/03/0097).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2016:RA2015030079.L03

Im RIS seit

15.06.2016

Zuletzt aktualisiert am

16.02.2017

Dokumentnummer

JWR_2015030079_20160426L03

Rechtssatz für Ra 2015/03/0079

Entscheidungsart

Beschluss

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

4

Geschäftszahl

Ra 2015/03/0079

Entscheidungsdatum

26.04.2016

Index

41/04 Sprengmittel Waffen Munition

Norm

WaffG 1996 §12 Abs1;

Rechtssatz

Dass es wegen des Verhaltens der revisionswerbenden Partei zu einem Freispruch vom Tatvorwurf der Körperverletzung gekommen ist, ist für die Erlassung des vorliegenden Waffenverbots nicht entscheidend, war doch die Frage der Erlassung des Waffenverbots nach den hiefür vom WaffG 1996 vorgegebenen Kriterien vom VwG eigenständig zu beurteilen vergleiche VwGH vom 27. Jänner 2016, Ra 2015/03/0097, mwH).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2016:RA2015030079.L04

Im RIS seit

15.06.2016

Zuletzt aktualisiert am

16.02.2017

Dokumentnummer

JWR_2015030079_20160426L04

Rechtssatz für Ra 2015/03/0079

Entscheidungsart

Beschluss

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

5

Geschäftszahl

Ra 2015/03/0079

Entscheidungsdatum

26.04.2016

Index

001 Verwaltungsrecht allgemein
41/04 Sprengmittel Waffen Munition

Norm

VwRallg;
WaffG 1996 §12 Abs1;

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie Ro 2014/03/0063 E 26. Juni 2014 RS 4

Stammrechtssatz

Die Erlassung eines Waffenverbotes liegt nicht im Ermessen der Behörde; sind die in Paragraph 12, WaffG 1996 normierten Voraussetzungen für die Erlassung eines Waffenverbots gegeben, hat die Behörde nach Paragraph 12, Absatz eins, leg cit vorzugehen und ein Waffenverbot auszusprechen (Hinweis E vom 18. Mai 2011, 2008/03/0011, und E vom 27. November 2012, 2012/03/0134).

Schlagworte

Ermessen VwRallg8

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2016:RA2015030079.L05

Im RIS seit

15.06.2016

Zuletzt aktualisiert am

16.02.2017

Dokumentnummer

JWR_2015030079_20160426L05