Verwaltungsgerichtshof (VwGH)

Rechtssatz für Ra 2018/04/0174

Entscheidungsart

Beschluss

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

1

Geschäftszahl

Ra 2018/04/0174

Entscheidungsdatum

24.10.2018

Index

40/01 Verwaltungsverfahren

Norm

AVG §13 Abs2;
  1. AVG § 13 heute
  2. AVG § 13 gültig ab 15.08.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 57/2018
  3. AVG § 13 gültig von 01.01.2012 bis 14.08.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2011
  4. AVG § 13 gültig von 01.01.2011 bis 31.12.2011 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 5/2008
  5. AVG § 13 gültig von 01.01.2008 bis 31.12.2010 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 5/2008
  6. AVG § 13 gültig von 01.07.2004 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 10/2004
  7. AVG § 13 gültig von 01.03.2004 bis 30.06.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 10/2004
  8. AVG § 13 gültig von 20.04.2002 bis 29.02.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 65/2002
  9. AVG § 13 gültig von 01.01.2002 bis 19.04.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 137/2001
  10. AVG § 13 gültig von 01.01.1999 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 158/1998
  11. AVG § 13 gültig von 01.02.1991 bis 31.12.1998

Rechtssatz

Unter organisatorischen Beschränkungen sind auch Beschränkungen für außerhalb der Amtsstunden einlangende elektronische Anbringen zu verstehen vergleiche VwGH 23.1.2018, Ra 2017/05/0296, Rn. 4).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2018:RA2018040174.L01

Im RIS seit

21.11.2018

Zuletzt aktualisiert am

07.01.2019

Dokumentnummer

JWR_2018040174_20181024L01

Rechtssatz für Ra 2018/04/0174

Entscheidungsart

Beschluss

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

2

Geschäftszahl

Ra 2018/04/0174

Entscheidungsdatum

24.10.2018

Index

40/01 Verwaltungsverfahren

Norm

AVG §13 Abs2;
  1. AVG § 13 heute
  2. AVG § 13 gültig ab 15.08.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 57/2018
  3. AVG § 13 gültig von 01.01.2012 bis 14.08.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2011
  4. AVG § 13 gültig von 01.01.2011 bis 31.12.2011 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 5/2008
  5. AVG § 13 gültig von 01.01.2008 bis 31.12.2010 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 5/2008
  6. AVG § 13 gültig von 01.07.2004 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 10/2004
  7. AVG § 13 gültig von 01.03.2004 bis 30.06.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 10/2004
  8. AVG § 13 gültig von 20.04.2002 bis 29.02.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 65/2002
  9. AVG § 13 gültig von 01.01.2002 bis 19.04.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 137/2001
  10. AVG § 13 gültig von 01.01.1999 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 158/1998
  11. AVG § 13 gültig von 01.02.1991 bis 31.12.1998

Rechtssatz

Unter schriftlichen Anbringen im elektronischen Verkehr zwischen der Behörde und den Beteiligten iSd Paragraph 13, Absatz 2, AVG sind auch mittels Telefax übermittelte Anbringen zu verstehen vergleiche etwa VwGH 15.3.2018, Ra 2018/08/0021; 23.1.2018, Ra 2017/05/0296;

20.11.2015, Ra 2015/02/0209; 26.2.2015, Ra 2014/22/0092;

23.5.2012, 2012/08/0102, 0103).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2018:RA2018040174.L02

Im RIS seit

21.11.2018

Zuletzt aktualisiert am

07.01.2019

Dokumentnummer

JWR_2018040174_20181024L02

Entscheidungstext Ra 2018/04/0174

Entscheidungsart

Beschluss

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Geschäftszahl

Ra 2018/04/0174

Entscheidungsdatum

24.10.2018

Index

40/01 Verwaltungsverfahren;

Norm

AVG §13 Abs2;
  1. AVG § 13 heute
  2. AVG § 13 gültig ab 15.08.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 57/2018
  3. AVG § 13 gültig von 01.01.2012 bis 14.08.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2011
  4. AVG § 13 gültig von 01.01.2011 bis 31.12.2011 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 5/2008
  5. AVG § 13 gültig von 01.01.2008 bis 31.12.2010 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 5/2008
  6. AVG § 13 gültig von 01.07.2004 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 10/2004
  7. AVG § 13 gültig von 01.03.2004 bis 30.06.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 10/2004
  8. AVG § 13 gültig von 20.04.2002 bis 29.02.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 65/2002
  9. AVG § 13 gültig von 01.01.2002 bis 19.04.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 137/2001
  10. AVG § 13 gültig von 01.01.1999 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 158/1998
  11. AVG § 13 gültig von 01.02.1991 bis 31.12.1998

Betreff

Der Verwaltungsgerichtshof hat durch den Vorsitzenden Senatspräsident Dr. Rigler und die Hofräte Dr. Mayr sowie Mag. Brandl als Richter, unter Mitwirkung des Schriftführers Mag. Honeder, über die Revision des Mag. M K p.A. L Handelsgesellschaft mbH in G, vertreten durch Dr. Georg Prantl, Rechtsanwalt in 1010 Wien, Franziskanerplatz 5/2/15a, gegen den Beschluss des Landesverwaltungsgerichts Steiermark vom 1. August 2018, Zl. LVwG 30.25-1874/2018-6, betreffend Zurückweisung einer Beschwerde in einer Angelegenheit einer Verwaltungsübertretung nach dem UWG (belangte Behörde vor dem Verwaltungsgericht: Bezirkshauptmannschaft Graz-Umgebung), den Beschluss gefasst:

Spruch

Die Revision wird zurückgewiesen.

Begründung

1 Mit Straferkenntnis der Bezirkshauptmannschaft Graz-Umgebung vom 29. Mai 2018 wurden über den Revisionswerber als "verantwortlichen Beauftragten" der L Handelsgesellschaft mbH wegen dreier Übertretungen des Paragraph 33, Absatz eins, in Verbindung mit Paragraph 32, Absatz eins, Ziffer 2, Litera a, Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb 1984 (UWG) in Verbindung mit Artikel 15, Absatz eins, Litera c, bzw. Absatz 4, der Verordnung (EG) Nr. 1935 aus 2004, drei Geldstrafen in der Höhe von jeweils EUR 30,-- (samt Ersatzfreiheitsstrafen) verhängt.

2 Mit dem angefochtenen Beschluss wies das Landesverwaltungsgericht Steiermark (LVwG) die gegen das Straferkenntnis erhobene Beschwerde des Revisionswerbers gemäß Paragraph 31, in Verbindung mit Paragraph 7, Absatz 4, VwGVG als verspätet zurück und sprach aus, dass die Revision an den Verwaltungsgerichtshof unzulässig sei.

3 Begründend führte das LVwG aus, die am 3. Juli 2018, dem letzten Tag der Rechtsmittelfrist, per Telefax an die Bezirkshauptmannschaft Graz-Umgebung übermittelte Beschwerde sei außerhalb der gemäß Paragraph 13, Absatz 2, in Verbindung mit Absatz 5, AVG auf der Internetseite der Bezirkshauptmannschaft Graz-Umgebung kundgemachten Amtsstunden zur Entgegennahme (mittels E-Mail, Fax oder Online-Formular übermittelter) elektronischer Anbringen eingebracht worden und daher verspätet.

4 Nach Artikel 133, Absatz 4, B-VG ist gegen ein Erkenntnis des Verwaltungsgerichtes die Revision zulässig, wenn sie von der Lösung einer Rechtsfrage abhängt, der grundsätzliche Bedeutung zukommt, insbesondere weil das Erkenntnis von der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes abweicht, eine solche Rechtsprechung fehlt oder die zu lösende Rechtsfrage in der bisherigen Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes nicht einheitlich beantwortet wird. Auf Beschlüsse der Verwaltungsgerichte ist Artikel 133, Absatz 4, B-VG sinngemäß anzuwenden (Artikel 133, Absatz 9, B-VG).

5 Nach Paragraph 34, Absatz eins, VwGG sind Revisionen, die sich wegen Nichtvorliegen der Voraussetzungen des Artikel 133, Absatz 4, B-VG nicht zur Behandlung eignen, ohne weiteres Verfahren in nichtöffentlicher Sitzung mit Beschluss zurückzuweisen.

6 Nach Paragraph 34, Absatz eins a, VwGG ist die Zulässigkeit einer außerordentlichen Revision gemäß Artikel 133, Absatz 4, B-VG im Rahmen der dafür in der Revision vorgebrachten Gründe (Paragraph 28, Absatz 3, VwGG) zu überprüfen.

7 Der Revisionswerber begründet die Zulässigkeit seiner Revision zusammengefasst damit, das LVwG qualifiziere entgegen näher genannter Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes das Einbringen der Beschwerde per Telefax mit Papierscanfunktion über die Telefonleitung an die offizielle Faxadresse der belangten Behörde rechtsirrig als elektronische Eingabe. Tatsächlich sei das Telefax nicht elektronisch, sondern analog in den Verfügungsbereich der Bezirkshauptmannschaft Graz-Umgebung gelangt. Telefaxnachrichten fielen daher nicht unter das Recht der belangten Behörde, elektronische Eingaben außerhalb der Öffnungszeiten nicht entgegenzunehmen, wenn die Behörde dies gemäß Paragraph 13, Absatz 2, und 5 AVG ordnungsgemäß im Internet und an der Amtstafel öffentlich kundtue.

8 Gemäß dem nach Paragraph 38, VwGVG in Verbindung mit Paragraph 24, VStG im Verwaltungsstrafverfahren geltenden Paragraph 13, Absatz 2, AVG können schriftliche Anbringen der Behörde in jeder technisch möglichen Form übermittelt werden, mit E-Mail jedoch nur insoweit, als für den elektronischen Verkehr zwischen Behörde und den Beteiligten nicht besondere Übermittlungsformen vorgesehen sind. Etwaige technische Voraussetzungen oder organisatorische Beschränkungen des elektronischen Verkehrs zwischen der Behörde und den Beteiligten sind im Internet bekanntzumachen. Unter organisatorischen Beschränkungen sind auch Beschränkungen für außerhalb der Amtsstunden einlangende elektronische Anbringen zu verstehen vergleiche , VwGH 23.1.2018, Ra 2017/05/0296, Rn. 4).

9 Unter solchen schriftlichen Anbringen im elektronischen Verkehr zwischen der Behörde und den Beteiligten iSd Paragraph 13, Absatz 2, AVG sind auch mittels Telefax übermittelte Anbringen zu verstehen vergleiche , etwa VwGH 15.3.2018, Ra 2018/08/0021; 23.1.2018, Ra 2017/05/0296; 20.11.2015, Ra 2015/02/0209; 26.2.2015, Ra 2014/22/0092; 23.5.2012, 2012/08/0102, 0103).

10 Soweit der Revisionswerber in diesem Zusammenhang auf das Erkenntnis des Verwaltungsgerichtshofes vom 29. Mai 2018, Ro 2017/15/0024, verweist, ergibt sich daraus bereits deshalb nichts Gegenteiliges, weil dieses Erkenntnis die Erstellung und Übermittlung von Anbringen an das Finanzamt gemäß Paragraph 86 a, BAO in Verbindung mit der Verordnung des Bundesministers für Finanzen über die Zulassung von Telekopierern zur Einreichung von Anbringen in Bezug auf von einem Faxserver in das Faxformat umgewandelte E-Mails und deren Weiterleitung an die Telefaxnummer des Finanzamts behandelt, diese Bestimmungen jedoch nicht vergleichbar sind mit Paragraph 13, Absatz 2, AVG über die Möglichkeit der technischen und organisatorischen Beschränkung des elektronischen Verkehrs zwischen Behörden und den Beteiligten. Entgegen der Annahme der Revision liegt kein Abweichen von der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes vor.

11 Die Bezirkshauptmannschaft Graz-Umgebung war somit berechtigt, gemäß Paragraph 13, Absatz 2, AVG ihre mangelnde Bereitschaft zur Entgegennahme elektronischer Anbringen außerhalb der Amtsstunden auch für per Telefax übermittelte Anbringen mit der Wirkung zu bekunden, dass sie dann, wenn sie außerhalb ihrer Amtsstunden in ihren elektronischen Verfügungsbereich gelangt sind, erst mit Wiederbeginn der Amtsstunden als eingebracht und eingelangt gelten.

12 Unstrittig ist, dass die per Telefax am 3. Juli 2018, dem letzten Tag der Frist, übermittelte Beschwerde außerhalb der im Internet kundgemachten Amtsstunden der Bezirkshauptmannschaft Graz-Umgebung in den Verfügungsbereich der Behörde gelangte. Das LVwG hat entsprechend der zitierten Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes zu Recht die Beschwerde als erst am nächsten Tag, dem 4. Juli 2018, eingebracht und somit als verspätet behandelt und zurückgewiesen.

13 In der Revision werden damit keine Rechtsfragen aufgeworfen, denen im Sinne des Artikel 133, Absatz 4, B-VG grundsätzliche Bedeutung zukäme. Die Revision war daher zurückzuweisen.

Wien, am 24. Oktober 2018

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2018:RA2018040174.L00

Im RIS seit

21.11.2018

Zuletzt aktualisiert am

07.01.2019

Dokumentnummer

JWT_2018040174_20181024L00