Verwaltungsgerichtshof (VwGH)

Rechtssatz für Ra 2015/08/0093

Entscheidungsart

Beschluss

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

1

Geschäftszahl

Ra 2015/08/0093

Entscheidungsdatum

01.09.2015

Index

10/01 Bundes-Verfassungsgesetz (B-VG)
10/07 Verwaltungsgerichtshof

Norm

B-VG Art133 Abs4;
VwGG §34 Abs1;
  1. B-VG Art. 133 heute
  2. B-VG Art. 133 gültig von 01.01.2019 bis 24.05.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 138/2017
  3. B-VG Art. 133 gültig ab 01.01.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 22/2018
  4. B-VG Art. 133 gültig von 25.05.2018 bis 31.12.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 22/2018
  5. B-VG Art. 133 gültig von 01.08.2014 bis 24.05.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 164/2013
  6. B-VG Art. 133 gültig von 01.01.2014 bis 31.07.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  7. B-VG Art. 133 gültig von 01.01.2004 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  8. B-VG Art. 133 gültig von 01.01.1975 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 444/1974
  9. B-VG Art. 133 gültig von 25.12.1946 bis 31.12.1974 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 211/1946
  10. B-VG Art. 133 gültig von 19.12.1945 bis 24.12.1946 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  11. B-VG Art. 133 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. VwGG § 34 heute
  2. VwGG § 34 gültig ab 01.07.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 2/2021
  3. VwGG § 34 gültig von 01.01.2014 bis 30.06.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  4. VwGG § 34 gültig von 01.03.2013 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  5. VwGG § 34 gültig von 01.07.2008 bis 28.02.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  6. VwGG § 34 gültig von 01.08.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 89/2004
  7. VwGG § 34 gültig von 01.09.1997 bis 31.07.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 88/1997
  8. VwGG § 34 gültig von 05.01.1985 bis 31.08.1997

Rechtssatz

Trotz Fehlens einer ausdrücklichen Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes zu einer konkreten Fallgestaltung liegt dann keine erhebliche Rechtsfrage vor, wenn das Gesetz selbst eine klare, eindeutige Regelung trifft.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2015:RA2015080093.L01

Im RIS seit

27.11.2015

Zuletzt aktualisiert am

23.09.2016

Dokumentnummer

JWR_2015080093_20150901L01

Entscheidungstext Ra 2015/08/0093

Entscheidungsart

Beschluss

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Geschäftszahl

Ra 2015/08/0093

Entscheidungsdatum

01.09.2015

Index

10/01 Bundes-Verfassungsgesetz (B-VG);
10/07 Verwaltungsgerichtshof;

Norm

B-VG Art133 Abs4;
VwGG §34 Abs1;
  1. B-VG Art. 133 heute
  2. B-VG Art. 133 gültig von 01.01.2019 bis 24.05.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 138/2017
  3. B-VG Art. 133 gültig ab 01.01.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 22/2018
  4. B-VG Art. 133 gültig von 25.05.2018 bis 31.12.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 22/2018
  5. B-VG Art. 133 gültig von 01.08.2014 bis 24.05.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 164/2013
  6. B-VG Art. 133 gültig von 01.01.2014 bis 31.07.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  7. B-VG Art. 133 gültig von 01.01.2004 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  8. B-VG Art. 133 gültig von 01.01.1975 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 444/1974
  9. B-VG Art. 133 gültig von 25.12.1946 bis 31.12.1974 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 211/1946
  10. B-VG Art. 133 gültig von 19.12.1945 bis 24.12.1946 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  11. B-VG Art. 133 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. VwGG § 34 heute
  2. VwGG § 34 gültig ab 01.07.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 2/2021
  3. VwGG § 34 gültig von 01.01.2014 bis 30.06.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  4. VwGG § 34 gültig von 01.03.2013 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  5. VwGG § 34 gültig von 01.07.2008 bis 28.02.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  6. VwGG § 34 gültig von 01.08.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 89/2004
  7. VwGG § 34 gültig von 01.09.1997 bis 31.07.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 88/1997
  8. VwGG § 34 gültig von 05.01.1985 bis 31.08.1997

Betreff

Der Verwaltungsgerichtshof hat durch den Vorsitzenden Senatspräsident Dr. Waldstätten und den Hofrat Dr. Strohmayer als Richter sowie die Hofrätin Dr. Julcher als Richterin, im Beisein der Schriftführerin Mag. Gruber, über die Revision der Wirtschaftskammer Niederösterreich in St. Pölten, vertreten durch Dr. Peter-Leo Kirste, Rechtsanwalt in 5020 Salzburg, Platzl 5, gegen das Erkenntnis des Bundesverwaltungsgerichts vom 13. Mai 2015, Zl. W178 2016881-1/2E, betreffend Beiträge nach dem ASVG, den Beschluss gefasst:

Spruch

Die Revision wird zurückgewiesen.

Begründung

Nach Artikel 133, Absatz 4, B-VG ist gegen ein Erkenntnis des Verwaltungsgerichtes die Revision zulässig, wenn sie von der Lösung einer Rechtsfrage abhängt, der grundsätzliche Bedeutung zukommt, insbesondere weil das Erkenntnis von der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes abweicht, eine solche Rechtsprechung fehlt oder die zu lösende Rechtsfrage in der bisherigen Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes nicht einheitlich beantwortet wird.

Nach Paragraph 34, Absatz eins, VwGG sind Revisionen, die sich wegen Nichtvorliegens der Voraussetzungen des Artikel 133, Absatz 4, B-VG nicht zur Behandlung eignen, ohne weiteres Verfahren in nichtöffentlicher Sitzung mit Beschluss zurückzuweisen.

Nach Paragraph 34, Absatz eins a, VwGG ist der Verwaltungsgerichtshof bei der Beurteilung der Zulässigkeit der Revision gemäß Artikel 133, Absatz 4, B-VG an den Ausspruch des Verwaltungsgerichtes gemäß Paragraph 25 a, Absatz eins, VwGG nicht gebunden. Die Zulässigkeit einer außerordentlichen Revision gemäß Artikel 133, Absatz 4, B-VG hat der Verwaltungsgerichtshof im Rahmen der dafür in der Revision vorgebrachten Gründe (Paragraph 28, Absatz 3, VwGG) zu überprüfen.

Mit dem angefochtenen Erkenntnis hat das Verwaltungsgericht betreffend die Tätigkeit des gemäß Paragraph 4, Absatz eins, Ziffer eins, in Verbindung mit , Absatz 2, ASVG als Vortragenden pflichtversicherten M. S. für den Zeitraum April 2006 bis Jänner 2010 die Beitragsgrundlagen festgestellt und die revisionswerbende Partei verpflichtet, Beiträge von insgesamt EUR 66.481,51 abzüglich EUR 53.950,41 zu entrichten. M. S. sei vollzeitig (bis zu 60 Stunden pro Woche an sechs Tagen in der Woche) nur für die Revisionswerberin tätig gewesen und habe monatlich zwischen EUR 2.004,65 und EUR 3.178,80 verdient. Als Student sei er (im genannten Zeitraum) nicht tätig gewesen; er habe seine letzte Prüfung im Jahr 2004 abgelegt, sei danach aber inskribiert geblieben, damit seine früher absolvierten Prüfungen nicht "verfallen". Die Beitragsbegünstigung des Paragraph 49, Absatz 7, ASVG könne auf ihn schon deswegen keine Anwendung finden, weil seine Tätigkeit für die revisionswerbende Partei als Vortragender sowohl hauptberuflich ausgeübt worden sei, als auch die Hauptquelle seiner Einnahmen gebildet habe. Die Verjährungsfrist sei gemäß Paragraph 68, Absatz eins, ASVG auf fünf Jahre zu verlängern, weil die revisionswerbende Partei bei gehöriger Sorgfalt habe erkennen müssen, dass die gegenständlichen pauschalen Aufwandsentschädigungen als beitragspflichtiges Entgelt (iSd Paragraph 49, Absatz eins, ASVG) zu melden gewesen wären.

Die Revisionswerberin bringt zur Zulässigkeit der Revision vor, es fehle an Rechtsprechung zur Frage, wann Hauptberuflichkeit iSd Paragraph 49, Absatz 7, ASVG vorliege. Sie vertritt die Auffassung, Hauptberuflichkeit iSd genannten Gesetzesstelle sei bei einer Person auszuschließen, die die Voraussetzungen für eine Selbstversicherung als Student iSd Paragraph 16, Absatz 2, Ziffer eins, ASVG erfülle, ohne dass es auf das Ausmaß der Tätigkeit als Student ankäme. Überdies könne ihr (mit Blick auf Paragraph 68, Absatz eins, ASVG) kein Vorwurf gemacht werden, die Reichweite der Beitragspflicht nicht erkannt zu haben, weil sie diesbezüglich dem Rat eines Steuerberaters habe vertrauen dürfen.

Das Verwaltungsgericht hat in Anbetracht der unbestrittenen Feststellungen, dass M. S. zu den dargelegten (überdurchschnittlichen) Monatsentgelten vollzeitig für die revisionswerbende Partei tätig war und sonst keinerlei Tätigkeiten (auch nicht als Student) ausgeübt und keinerlei Einkünfte bezogen hat, das Tatbestandselement des Paragraph 49, Absatz 7, ASVG ("sofern die jeweilige Tätigkeit nicht den Hauptberuf und die Hauptquelle der Einnahmen bildet") nicht als erfüllt betrachtet. Die Richtigkeit dieser Subsumtion (und die Unerheblichkeit der von der Revisionswerberin ins Spiel gebrachten angeblichen Gegenausnahme) bedarf keiner höchstgerichtlichen Klarstellung, weil sie sich aus dem insoweit klaren Gesetzeswortlaut für den vorliegenden Sachverhalt eindeutig ergibt.

Trotz Fehlens einer ausdrücklichen Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes zu einer konkreten Fallgestaltung liegt dann keine erhebliche Rechtsfrage vor, wenn das Gesetz selbst eine klare, eindeutige Regelung trifft. Die hier maßgebliche Rechtsfrage ist im Gesetz so eindeutig gelöst, dass im vorliegenden Fall nur eine Auslegungsmöglichkeit ernstlich in Betracht zu ziehen ist und Zweifel nicht entstehen können.

Zur Frage der Verjährungsfrist ist darauf zu verweisen, dass sich die revisionswerbende Partei in Anbetracht der völlig eindeutigen Rechtslage nicht mit der (behaupteten) Auskunft ihres Steuerberaters zu exkulpieren vermag vergleiche , zur Pflicht, sich bei widersprüchlichen (bzw. dem Gesetz widersprechenden) Rechtsauffassungen mit Gewissenhaftigkeit mit dem Für und Wider eingehend auseinanderzusetzen, etwa das hg. Erkenntnis vom 10. September 2014, Zl. 2013/08/0120).

In der Revision werden keine Rechtsfragen aufgeworfen, denen im Sinne des Artikel 133, Absatz 4, B-VG grundsätzliche Bedeutung zukäme. Die Revision war daher zurückzuweisen.

Wien, am 1. September 2015

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2015:RA2015080093.L00

Im RIS seit

27.11.2015

Zuletzt aktualisiert am

23.09.2016

Dokumentnummer

JWT_2015080093_20150901L00