Verwaltungsgerichtshof (VwGH)

Rechtssatz für Ra 2015/02/0140

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

3

Geschäftszahl

Ra 2015/02/0140

Entscheidungsdatum

20.11.2015

Index

E000 EU- Recht allgemein
E3R E06202020
001 Verwaltungsrecht allgemein
37/01 Geldrecht Währungsrecht
37/02 Kreditwesen

Norm

32013R0575 Liquiditätsdeckungsanforderung Art412 Abs1;
BWG 1993 §25 Abs4;
BWG 1993 §25;
BWG 1993 §27a idF 2013/I/184;
BWG 1993 §27a idF 2014/I/098;
EURallg;
VwRallg;

Beachte

Serie (erledigt im gleichen Sinn): Ra 2015/02/0139 E 20. November 2015

Rechtssatz

Das in Österreich in Geltung gewesene Liquiditätssystem wurde ab 1. Jänner 2015 von einem EU-weit harmonisierten Liquiditätssystem abgelöst, das auf Empfehlungen des Basler Ausschusses für Bankenaufsicht basiert ("Basel III") vergleiche Regierungsvorlage 2438 Blg. römisch 24 Gesetzgebungsperiode S 38). Bis zum 31. Dezember 2014 regelte der ab 1. Jänner 2015 außer Kraft getretene Paragraph 25, BWG 1993 ("Liquidität") die von den Kreditinstituten durchschnittlich zu haltenden Prozentsätze an flüssigen Mitteln ersten und zweiten Grades, die auf Basis näher genannter Euro-Verpflichtungen bemessen wurden. Die zu haltende Liquiditätsreserve zählte gemäß Paragraph 27 a, BWG 1993 vorletzter Satz zu den flüssigen Mitteln ersten Grades und wurde dadurch etwa den Kassenbeständen oder den Guthaben des Kreditinstitutes bei der Österreichischen Nationalbank (ÖNB) gleich gehalten vergleiche früher Paragraph 25, Absatz 4, BWG 1993). In der am 1. Jänner 2015 in Kraft getretenen Fassung von Paragraph 27 a, BWG 1993, Bundesgesetzblatt Teil eins, Nr. 98 aus 2014,, wurde der vorletzte Satz ("Diese Liquiditätsreserve zählt zu den flüssigen Mitteln ersten Grades.") gestrichen. Nach den Erläuterungen Regierungsvorlage 361 Blg. römisch 25 Gesetzgebungsperiode war dieser Satz zu streichen, weil sich die Einordnung der Liquiditätsreserve als liquide Aktiva aufgrund des Außerkrafttretens des nationalen Liquiditätsregimes künftig ausschließlich nach den unionsrechtlichen Vorschriften über die Liquiditätsdeckungsanforderung im Sinne von Artikel 412, Absatz eins, der Verordnung (EU) Nr. 575 aus 2013, richtet. Artikel 412, Absatz eins, der Verordnung (EU) Nr. 575 aus 2013, soll gewährleisten, dass Banken ihren Zahlungsverpflichtungen ohne fremde Hilfe zumindest 30 Tage nachkommen können. In Stressperioden dürfen Institute ihre liquiden Aktiva zur Deckung ihrer Netto-Liquiditätsabflüsse verwenden.

Schlagworte

Anzuwendendes Recht Maßgebende Rechtslage VwRallg2 Auslegung Anwendung der Auslegungsmethoden Verhältnis der wörtlichen Auslegung zur teleologischen und historischen Auslegung Bedeutung der Gesetzesmaterialien VwRallg3/2/2 Gemeinschaftsrecht Verordnung EURallg5

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2015:RA2015020140.L03

Im RIS seit

14.12.2015

Zuletzt aktualisiert am

08.07.2016

Dokumentnummer

JWR_2015020140_20151120L03