Landesrecht konsolidiert Kärnten: Gesamte Rechtsvorschrift für Kärntner Klärschlamm- und Kompostverordnung - K-KKV, Fassung vom 21.09.2026

§ 0

Langtitel

Verordnung der Landesregierung vom 3. Oktober 2000 über die Aufbringung von behandeltem Klärschlamm, Bioabfall und Grünabfall auf landwirtschaftlich genutzte Böden (Kärntner Klärschlamm- und Kompostverordnung - K-KKV)
StF: LGBl Nr 74/2000

Änderung

Präambel/Promulgationsklausel

Aufgrund des § 42 Abs 1 Kärntner Abfallwirtschaftsordnung, LGBl Nr

34 aus 1994, in der Fassung Landesgesetzblatt Nr 89 aus 1996, und 14 aus 1999,, wird verordnet:

Sonstige Textteile

Inhaltsverzeichnis

§ 1 Begriffsbestimmungen

§ 2 Allgemeines

§ 3 Anforderungen an biogene Abfallstoffe gemäß § 1 Abs 1 zur

    landwirtschaftlichen Verwertung

§ 4 Untersuchung von biogenen Abfallstoffen gemäß § 1 Abs 1 zur

    landwirtschaftlichen Verwertung

§ 5 Düngen mit biogenen Abfallstoffen, Allgemeines

§ 6 Zulässige Ausbringungsmenge

§ 7 Ausbringungsflächen

§ 8 Überwachung der Ausbringungsflächen

§ 9 Nutzungsbezogene Düngebeschränkungen für Klärschlamm

§ 10 Kontrolle der Abgabe und Verwendung von Klärschlamm zum

     Düngen

§ 11 Rekultivierung mit biogenen Abfallstoffen

§ 12 Abgabe von Kleinmengen

§ 13 Inkrafttreten

Anlagen 1 - 9

Artikel römisch zwei Landesgesetzblatt Nr 5 aus 2004,)

§ 1

Text

Paragraph eins

Begriffsbestimmungen

  1. Absatz eins,Diese Verordnung regelt die Verwertung von biogenen Abfallstoffen wie Klärschlamm, Komposten und Vergärungsrückständen in der Landwirtschaft und im Landschaftsbau. Darunter fallen insbesondere:
    1. Ziffer eins
      Schlämme aus der biologischen Behandlungsstufe von Abwasserreinigungsanlagen,
    2. Ziffer 2
      Schlämme aus der betriebseigenen Behandlung von Abfällen aus der Zubereitung und Verarbeitung von tierischen und pflanzlichen Produkten,
    3. Ziffer 3
      Vergärungsrückstände als düngewirksame Rückstände aus der Behandlung in Biogasanlagen, ausgenommen solche von landwirtschaftlichen Betriebsanlagen, die zu mindestens 95 Prozent auf eigene landwirtschaftliche Nutzflächen oder solche, über die der Hersteller das Verfügungsrecht besitzt, verbracht werden,
    4. Ziffer 4
      Komposte als Klärschlamm-, Bioabfall- und Grünabfallkomposte. Als Klärschlamm gelten die Rückstände aus der Reinigung oder Behandlung von Abwässern, gleichgültig welcher Herkunft und Beschaffenheit, ausgenommen Rechengut und Sandfanginhalte.

  1. Absatz 2,Unter "Behandlung" im Sinne dieser Verordnung wird jedes Verfahren verstanden, welches zu einer zulässigen Verwertung der biogenen Abfallstoffe gemäß Absatz eins, führt. Insbesondere fallen darunter folgende Behandlungsarten:

Stabilisierung, Faulung, Erhitzung, Konditionierung, Entwässerung, Kompostierung, Vergärung bzw. Fermentierung, Lagerung, Vererdung und Trocknung. Weitere Behandlungsmöglichkeiten bzw. Kombinationen von Behandlungsschritten müssen ohne Verdünnung/Streckung der Ausgangsmaterialien zur Einhaltung der in dieser Verordnung festgelegten Grenzwerte führen.

§ 2

Text

Paragraph 2

Allgemeines

  1. Absatz eins,Biogene Abfallstoffe gemäß Paragraph eins, Absatz eins, dürfen nur in behandelter und umweltgerechter Form im Sinne der Anforderungen gemäß Paragraph 3, zur Verwertung abgegeben bzw. verwendet werden.

  1. Absatz 2,Die Betreiber von Abwasserreinigungsanlagen haben bis Ende Jänner jeden Jahres der Gewässeraufsicht im Amt der Kärntner Landesregierung über die Menge des im abgelaufenen Jahr angefallenen Klärschlamms sowie seine Verwertung, Behandlung bzw. Entsorgung zu berichten, die Behandler von Klärschlamm in gleicher Weise über die Menge des übernommenen Klärschlamms sowie seine Verarbeitung und Verwertung bzw. Entsorgung.

§ 3

Text

Paragraph 3

Anforderungen an biogene Abfallstoffe gemäß Paragraph eins, Absatz eins, zur

landwirtschaftlichen Verwertung

  1. Absatz eins,Grundsätzlich darf Klärschlamm gemäß Paragraph eins, Absatz eins, Ziffer eins bis 3 nur nach entsprechender Behandlung auf landwirtschaftlichen Flächen dann verwertet werden, wenn sich bei den Untersuchungen des Klärschlamms gemäß Paragraph 4, Absatz eins, keine Überschreitungen der Grenzwerte gemäß den Anlagen 1 und 3 ergeben und er sich in bezug auf den Gehalt an düngewirksamen Stoffen und sonstigen Bestandteilen und Eigenschaften für die Düngung eignet, wobei nur seuchenhygienisch unbedenklicher Klärschlamm gemäß Anlage 2 Ziffer 2 a, auf landwirtschaftliche Böden aufgebracht werden darf.

  1. Absatz 2,Unter Einhaltung der Voraussetzungen gemäß Absatz eins,, ausgenommen Überschreitung der Grenzwerte gemäß Anlage 2 Ziffer 2 a,, ist die Verwendung von seuchenhygienisch bedenklichem Klärschlamm zur landwirtschaftlichen Verwertung nur bei gleichzeitig erfolgender direkter Behandlung durch Injektion in den Boden durch geeignete Gerätschaften oder bei Direkteinbringung in die Bodenkrume und unmittelbar erfolgender Erdabdeckung ausschließlich im Ackerbau zulässig.

  1. Absatz 3,Biogene Abfallstoffe gemäß Paragraph eins, Absatz eins, Ziffer 4, zur landwirtschaftlichen Verwertung müssen vor der Aufbringung auf die Bodenfläche folgenden Anforderungen entsprechen:
    1. Litera a
      Es muß sich um einen seuchenhygienisch unbedenklichen biogenen Abfallstoff gemäß Anlage 2 Ziffer 2 b, handeln.
    2. Litera b
      Die biogenen Abfallstoffe zur landwirtschaftlichen Verwertung müssen sich in bezug auf den Gehalt an düngewirksamen Stoffen und sonstigen wertgebenden Bestandteilen und Eigenschaften für die Düngung eignen.
    3. Litera c
      Die Gehalte an potentiellen Schadstoffen dürfen die Grenzwerte gemäß Anlage 1 und 3 nicht überschreiten.

§ 4

Text

Paragraph 4

Untersuchung von biogenen Abfallstoffen gemäss Paragraph eins, Absatz eins, zur

landwirtschaftlichen Verwertung

  1. Absatz eins,Zur Verwertung bestimmte Schlämme gemäß Paragraph eins, Absatz eins, Ziffer eins, müssen durch ein autorisiertes Untersuchungslabor auf die Inhaltsstoffe gemäß Paragraph 3, Absatz eins, untersucht werden. Über die Ergebnisse der Untersuchung muß ein Untersuchungszeugnis erstellt werden. Die Untersuchungen sind bei Abwasserreinigungsanlagen mit einem Abwasseranfall bis zu 500 Einwohnerwerten alle drei Jahre, bis zu 10.000 Einwohnerwerten mindestens jährlich, darüber hinaus mindestens halbjährlich vorzunehmen.

  1. Absatz 2,Biogene Abfallstoffe im Sinne des Absatz eins, Ziffer 2 bis 4 müssen vor der Abgabe und Verwertung auf ihre Eignung untersucht worden sein. Es ist ein autorisiertes Untersuchungslabor damit zu beauftragen, eine repräsentative Mischprobe zu entnehmen und grundsätzlich einmal jährlich auf die angeführten Inhaltsstoffe zu untersuchen. Über die Untersuchung muß ein Untersuchungszeugnis für den jeweiligen Anwendungsfall von einer autorisierten Untersuchungsstelle erstellt werden. Wenn durch das Behandlungsverfahren die Einhaltung der Grenzwerte gemäß den Anlagen 1, 2 und 3 gewährleistet ist, kann die jeweils zuständige Anlagenbehörde im Überprüfungsbescheid oder nachträglich bei Beibehaltung des Verfahrens andere Untersuchungsintervalle und Untersuchungsumfänge festlegen.

  1. Absatz 3,Die Probennahmen und Untersuchungen gemäß Absatz eins und 2 sind nach dem Stand der Analytik durchzuführen. Als solcher gilt der auf den einschlägigen wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhende Entwicklungsstand fortschrittlicher Untersuchungsmethoden, Verfahren und Einrichtungen, deren Funktionstüchtigkeit erprobt und erwiesen ist. Die jeweils angewendeten Untersuchungsmethoden und Verfahren sind im Untersuchungszeugnis anzugeben.

§ 5

Text

Paragraph 5

Düngen mit biogenen Abfallstoffen,

Allgemeines

Das Düngen mit biogenen Abfallstoffen gemäß Paragraph eins, Absatz eins, hat so zu erfolgen, daß die Gesundheit von Menschen und Tieren nicht gefährdet und die Fruchtbarkeit des Bodens nicht beeinträchtigt wird und daß Interessen der Landwirtschaft, des Naturschutzes und des Gewässerschutzes nicht verletzt werden. Soweit in den Paragraphen 6 bis 9 keine besonderen Regelungen getroffen sind, hat das Düngen mit biogenen Abfallstoffen nach dem Stand der Erkenntnisse über die ordnungsgemäße landwirtschaftliche Bodennutzung zu erfolgen.

§ 6

Text

Paragraph 6

Zulässige Ausbringungsmenge

  1. Absatz eins,In Abhängigkeit von den Qualitätsklassen gemäß Anlage 1 dürfen biogene Abfallstoffe gemäß Paragraph eins, Absatz eins, nur mit den maximalen Aufbringungsmengen gemäß Anlage 4 landwirtschaftlich verwertet werden. Einer Qualitätsklasse werden biogene Abfallstoffe gemäß Paragraph eins, Absatz eins, dann zugerechnet, wenn kein Parameter die Grenzwerte gemäß Anlage 1 überschreitet.

  1. Absatz 2,Soweit sich aus dem Absatz 4, nichts anderes ergibt, darf im Verlauf von zwei Jahren ein biogener Abfallstoff mit einer Phosphatmenge, berechnet als Gesamt-P2O5 von höchstens 160 kg je ha ausgebracht werden.

  1. Absatz 3,Landwirtschaftliche Betriebe dürfen biogene Abfallstoffe gemäß Paragraph eins, Absatz eins, zur Düngung jährlich nur bis zu einem Gesamtausmaß von zwei DGVE (Dunggroßvieheinheiten gemäß WRG) je ha bewirtschafteter Fläche verwenden.

  1. Absatz 4,Abweichend vom Absatz eins, dürfen biogene Abfallstoffe in einer Menge ausgebracht werden, die erforderlich ist, um die betriebliche Nährstoffbilanz unter Berücksichtigung des betriebseigenen Düngers und zugeführter anderer Düngemittel sowie der Bewirtschaftung der Betriebsflächen auszugleichen, wenn sichergestellt ist, daß die in der Anlage 7 genannte Befrachtung des Bodens mit Schwermetallen nicht überschritten wird.

§ 7

Text

Paragraph 7

Ausbringungsflächen

  1. Absatz eins,Biogene Abfallstoffe gemäß Paragraph eins, Absatz eins, dürfen nur auf Flächen ausgebracht werden, die hiefür insbesondere im Hinblick auf ihre Lage, die Bodenbeschaffenheit und den Bewuchs geeignet sind.

  1. Absatz 2,Biogene Abfallstoffe gemäß Paragraph eins, Absatz eins, dürfen nicht ausgebracht werden:
    1. Litera a
      im Verlandungsbereich von stehenden Gewässern und einem anschließenden etwa 5 m breiten Uferstreifen sowie in einem 3 m breiten Uferstreifen (Anschlaglinie des einjährigen Hochwasserabflußbereiches) an der Wasserlinie von Fließgewässern,
    2. Litera b
      auf nicht unmittelbar der Bewirtschaftung dienenden Bracheflächen,
    3. Litera c
      auf Hanglagen mit Abschwemmungsgefahr in Oberflächengewässer,
    4. Litera d
      auf wassergesättigten, gefrorenen oder schneebedeckten landwirtschaftlich genutzten Böden.

  1. Absatz 3,Biogene Abfallstoffe gemäß Paragraph eins, Absatz eins, dürfen auf Flächen nur dann ausgebracht werden, wenn der Boden im Hinblick auf seine physikalischen, chemischen und biologischen Eigenschaften für die Ausbringung dieser Stoffe geeignet ist. Dies ist insbesondere der Fall, wenn
    1. Litera a
      aufgrund der Bodenbeschaffenheit oder in wasserrechtlichen Schon-, Schutz- und Sanierungsgebieten auch der Einsatz von Wirtschafts- und Mineraldüngern zulässig ist,
    2. Litera b
      der Gehalt des Bodens an Schwermetallen keinen Grenzwert der Anlage 5 überschreitet,
    3. Litera c
      die unter Paragraph 6, genannten Nährstoff- und Schwermetallbefrachtungen nicht überschritten werden.

§ 8

Text

Paragraph 8

Überwachung der Ausbringungsflächen

  1. Absatz eins,Für jede Ausbringungsfläche, die dauerhaft der Erzeugung von Nahrungs- und Futtermitteln dient, muß zumindest vor der ersten Ausbringung von Klärschlamm oder Bioabfall- und Grünabfallkompost gemäß Paragraph eins, Absatz eins, Ziffer eins und 4 der Qualitätsklassen Ausschussbericht und B und in weiterer Folge in einem Intervall von zehn Jahren ein Gutachten eines autorisierten Untersuchungslabors über die Einhaltung der Voraussetzungen gemäß Paragraph 7, Absatz 3, vorliegen.

  1. Absatz 2,Außerdem ist eine Begutachtung gemäß Absatz eins, erforderlich, wenn
    1. Litera a
      auf einer Ausbringungsfläche von mehr als 0,5 ha der Boden Anzeichen einer wesentlichen Veränderung zeigt,
    2. Litera b
      sich auf einer Grundfläche Anzeichen einer Beeinträchtigung der Bodenfruchtbarkeit zeigen.

  1. Absatz 3,Für die Begutachtung gemäß Paragraph 7, Absatz 3, ist von jedem Feldstück eine Bodenprobe zu nehmen. Als ein Feldstück gelten alle zusammenhängenden, gleichartig bewirtschafteten Ausbringungsflächen eines Abnehmers. Die Bodenprobe hat aus einer repräsentativen Mischprobe aus mindestens 25 Einstichen pro höchstens 5 ha Fläche zu bestehen, die mittels eines Bohrstockes bis zu einer Tiefe von 25 cm, bei Ackerflächen bis zur Krumentiefe, aber mindestens bis zu einer Tiefe von 10 cm, vorzunehmen sind.

  1. Absatz 4,Das Bodengutachten gemäß Absatz 3, muß inhaltlich die in der Anlage 6 genannten Parameter für Bodenuntersuchungen mit umfassen. Im Bodengutachten ist die Grundfläche, auf welche es sich bezieht, genau zu bezeichnen. Für die Untersuchungsmethoden und -verfahren sowie für Untersuchungslabors gilt der Paragraph 4, Absatz 3, sinngemäß.

  1. Absatz 5,Bodengutachten sowie Gutachten über den zu verwertenden biogenen Abfallstoff über die in der Anlage 6 genannten Parameter müssen weiters vor jeder Düngung mit Klärschlamm oder Bioabfall- und Grünabfallkompost gemäß Paragraph eins, Absatz eins, Ziffer eins und 6 der Qualitätsklassen Ausschussbericht und B erstellt worden sein. In den Bodengutachten ist die Grundfläche, auf welche es sich bezieht, genau zu bezeichnen. Im Falle der Eignung haben die Bodengutachten die zulässigen Höchstmengen an Klärschlamm oder Bioabfall- und Grünabfallkompost zu enthalten, die aufgebracht werden dürfen, sowie die kalendermäßig festgelegten Zeiträume und Intervalle für mögliche Aufbringungen. Bodengutachten, die älter als fünf Jahre sind, dürfen zur Bewertung nicht herangezogen werden.

§ 9

Text

Paragraph 9

Nutzungsbezogene Düngebeschränkungen für Klärschlamm

  1. Absatz eins,Auf Äckern, auf welchen Zwischenfrüchte angebaut werden, die grün verfüttert werden, darf nach der Ernte der Hauptfrucht bis zur Ernte der Zwischenfrucht kein Klärschlamm ausgebracht werden. Auf Weiden oder Futteranbauflächen darf Klärschlamm nur nach der letzten Nutzung im Herbst bis zum Vegetationsbeginn unter Berücksichtigung des Absatz 2, ausgebracht werden.

  1. Absatz 2,Das Aufbringen von Klärschlamm auf wassergesättigte, gefrorene oder auf schneebedeckte Böden sowie auf landwirtschaftlich genutzte Böden jedenfalls in der Zeit vom 1. Dezember bis 1. März ist verboten.

  1. Absatz 3,Auf Beerenobst-, Heilkräuter- und Gemüsekulturen darf während der Vegetationszeit kein Klärschlamm ausgebracht werden. Auf Böden, die für Obst- und Gemüsekulturen bestimmt sind, welche normalerweise in unmittelbare Berührung mit dem Boden kommen und deren Erträge normalerweise in rohem Zustand verzehrt werden, darf während einer Zeit von drei Monaten vor der Ernte kein Klärschlamm ausgebracht werden.

§ 10

Text

Paragraph 10

Kontrolle der Abgabe und Verwendung von Klärschlamm zum Düngen

  1. Absatz eins,Die Hersteller von Klärschlamm gemäß Paragraph eins, Absatz eins, Ziffer eins, (Abgeber) dürfen Klärschlamm nur unter Bedachtnahme auf Paragraph 5, für eine genau bezeichnete Ausbringungsfläche abgeben.

  1. Absatz 2,Die Abgeber haben über die Lieferung eine Abgabebestätigung auszustellen. Eine Ausfertigung der Abgabebestätigung muß dem Abnehmer übergeben werden. Dem Abnehmer ist auch eine Ausfertigung des Untersuchungszeugnisses über den betreffenden Klärschlamm zu übergeben.

  1. Absatz 3,Der gelieferte Klärschlamm darf nur auf der laut Absatz eins, bezeichneten Ausbringungsfläche ausgebracht werden. Für die vorschriftsmäßige Ausbringung ist der Abnehmer von Klärschlamm verantwortlich, im Falle der Ausbringung durch einen Frächter dieser.

  1. Absatz 4,Die Abgeber haben für jeden Abnehmer und jedes Kalenderjahr ein Abnehmerverzeichnis zu führen, welches zu enthalten hat:
    1. Litera a
      die genaue Bezeichnung der Grundstücksnummern und gegebenenfalls der genauen Bezeichnung der Teilfläche von Grundstücken, auf welchen Klärschlamm ausgebracht werden soll, sowie ihres Flächenausmaßes,
    2. Litera b
      die diese Grundflächen betreffenden Gutachten gemäß Paragraph 3, Absatz eins und Paragraph 8, Absatz eins, 4 und 5,
    3. Litera c
      die maximale zweijährliche Bezugsmenge in kg Phosphat, berechnet als P2O5, die sich nach Paragraph 7, für die angemeldeten Ausbringungsflächen ergibt,
    4. Litera d
      sämtliche Lieferungen für die einzelnen Ausbringungsflächen im vorangegangenen und laufenden Jahr unter Angabe des Lieferdatums und der Phosphatmenge.

  1. Absatz 5,Den Gewässeraufsichtsorganen des Landes Kärnten muß die jederzeitige Einsichtnahme in das Abnehmerverzeichnis ermöglicht werden.

§ 11

Text

Paragraph 11

Rekultivierung mit biogenen Abfallstoffen

  1. Absatz eins,Die Rekultivierung von Flächen, deren Boden durch unmittelbare menschliche Eingriffe stark beeinträchtigt und gegen das Grundwasser ungeschützt ist, ist unter Verwendung von gemäß den Anlagen 1 bis 3 behandelten biogenen Abfallstoffen gemäß Absatz eins, Ziffer eins und 4 zulässig, soweit dies zur Wiederherstellung einer möglichst standortgerechten Bodenbeschaffenheit und Vegetation dienlich ist. Rekultivierungsflächen dürfen erst wieder landwirtschaftlich genutzt werden, wenn durch die Untersuchungen gemäß Paragraph 8, dargetan wird, daß die Erfordernisse des Paragraph 7, Absatz 3, erfüllt sind. Auf einer Rekultivierungsfläche darf ungeachtet der Zahl der Ausbringungen eine Gesamtmenge von höchstens 200 t TM je ha an biogenen Abfallstoffen der Qualitätsklasse B bzw. 400 t TM je ha an biogenen Abfallstoffen der Qualitätsklasse A ausgebracht werden.

  1. Absatz 2,Rekultivierungsprojekte, die sich auf eine Fläche gemäß Paragraph 7, Absatz 2, Litera a bis c oder eine Fläche mit einem Ausmaß von mehr als 0,5 ha erstrecken, sind der Behörde unter sinngemäßer Anwendung des Paragraph 104, WRG anzuzeigen. Diese hat das Vorhaben auf seine Übereinstimmung mit den Erfordernissen des Absatz eins, zu prüfen. Wenn nicht innerhalb von drei Monaten eine behördliche Untersagung erfolgt, darf die angezeigte Maßnahme durchgeführt werden.

  1. Absatz 3,Über die Lieferung ist eine Abgabebestätigung auszustellen, die Name und Anschrift des Abgebers, des Frächters und des Abnehmers enthält, weiters die Menge und Beschaffenheit des behandelten Klärschlamms sowie die Bezeichnung des Rekultivierungsprojektes. Die Abgabebestätigung ist vom Abgeber und vom Abnehmer mindestens zehn Jahre aufzubewahren und auf Verlangen den Organen der Behörde zur Einsichtnahme vorzulegen.

§ 12

Text

Paragraph 12

Abgabe von Kleinmengen

Auf die Abgabe von Kleinmengen, das sind bis zu 2 m3 Kompost bzw. Mengen bis zu einem Gesamtphosphatgehalt, berechnet als P2O5, von höchstens 20 kg finden die Paragraphen 8, 10 und 11 keine Anwendung. Der Hersteller hat den Abnehmer nachweislich über die Beschaffenheit der biogenen Abfallstoffe gemäß Paragraph eins, Absatz eins,, die zulässige Verwendung und eine dem Stand der Erkenntnisse über die sachgerechte Düngung entsprechende Anwendung zu informieren.

§ 13

Text

Paragraph 13

Inkrafttreten

Diese Verordnung tritt mit dem auf ihre Kundmachung folgenden Monatsersten in Kraft.

Anl. 1

Text

Anlage 1:

Schwermetallgrenzwerte für biogene Abfallstoffe gemäß Paragraph eins, Absatz eins :

Grenzwerte für biogene Abfallstoffe*)

Parameter  Klasse B    Klasse AB    Klasse A    Klasse I

Cd          2,5        2            1            0,7      mg/kg TM

Cr          100        70           70           70       mg/kg TM

Hg          2,5        2            0,7          0,4      mg/kg TM

Ni          80         60           60           25       mg/kg TM

Pb          150        150          150          45       mg/kg TM

Cu          300        300          150          70       mg/kg TM

Zn          1800       1200         500          200      mg/kg TM

*) Eine Überschreitung von nur einem Parameter um höchstens 25 Prozent des Grenzwertes ist zulässig. Werden Überschreitungen durch geogene Vorbelastungen ausgelöst, kann die Behörde im Einzelfall flächenbezogene Verwendungen für zulässig erklären.

Anl. 2

Text

Anlage 2:

Hygienische Parameter:

Die seuchenhygienische Unbedenklichkeit mit einer Empfehlung für die sichere Anwendung muß für den jeweiligen Anwendungsfall im Bereich Landschaftspflege und Landwirtschaft (z. B. Ackerbau, Waldbau, Grünland) gegeben sein. Ergibt sich aus den Untersuchungsergebnissen die Notwendigkeit, zusätzlich auf nicht explizit angeführte pathogene Keime zu untersuchen, so hat der Prüfbericht bei einem positiven Nachweis diese anzuführen und zu bewerten. Die Bewertung hat gegebenenfalls den Ausschluß von Anwendungsfällen oder Hinweise für eine gefahrlose Anwendung zu enthalten. Keine seuchenhygienischen Anforderungen gelten für Ackerbau mit Direkteingraben der Düngestoffe, Methanoxidationsschichten und Biofiltermaterial.

Anl. 2a

Text

Anlage 2a:

Anforderungen für Klärschlämme aller Qualitätsklassen:

  • Strichaufzählung
    Pro 1 g Schlamm dürfen nicht mehr als 1000 Enterobakteriaceen nachweisbar sein.
  • Strichaufzählung
    Pro 1 g dürfen keine Salmonellen nachweisbar sein.

Anl. 2b

Text

                                                    Anlage 2b:

Anforderungen für Komposte aller Qualitätsklassen:

               Sack-     Landwirt-    Landschafts-     Sport- und

               ware      schaft       pflege allge-    Freizeit-

                         außer Forst  mein, Forst,     anlagen,

                                      Deponieflächen-  Kinder-

                                      abdeckung        spielplatz

pathogene     nicht       bei Nach-   keine            nicht nach-

E. Coli       nachweis-   weis ent-   Anforderungen    weisbar in

(37-43 Grad   bar in      sprechende                   50 g Probe

C) und andere 50 g Probe  Anwendungs-

pathogene                 empfehlungen

Keime aus der

Gruppe der

Enterobacteria-

ceae

Salmonella    nicht        nicht       nicht           nicht

sp.           nachweis-    nachweis-   nachweis-       nachweisbar

              bar in       bar in      bar in          in 50 g Probe

              50 g Probe   50 g Probe  50 g Probe

Clampylo-     nicht        keine       keine           nicht

bacter        nachweis-    Anforder-   Anforder-       nachweisbar

              bar in       ungen       ungen           in 50 g Probe

              50 g Probe

Yersinien     nicht nach-  keine       keine           nicht nach-

sp.           weisbar in   Anforder-   Anforder-       weisbar in

              50 g Probe   ungen       ungen           50 g Probe

Listerien     nicht nach-  keine       keine           nicht nach-

sp.           weisbar in   Anforder-   Anforder-       weisbar in

              50 g Probe   ungen       ungen           50 g Probe

Sulfitre-     nicht nach-  keine       keine           nicht nach-

duzierende    weisbar in   Anforder-   Anforder-       weisbar in

Clostridien   50 g Probe   ungen       ungen           50 g Probe

Anl. 3

Text

                                                      Anlage 3:

Organische Schadstoffe*):

AOX              500          mg/kg TM

PAK                6          mg/kg TM

PCB                1          mg/kg TM

Dioxin            50          mg/kg TM

*) Stoffe dieser Gruppe sind im Anlaßfall bzw. auf Verdacht im Behördenauftrag zu untersuchen.

Anl. 4

Text

Anlage 4:

Maximale Aufbringungsmengen für biogene Abfallstoffe gemäß Paragraph eins, Absatz eins, in der Landwirtschaft:

                    Klasse B   Klasse AB    Klasse A    Klasse I

max. Aufbringungs-

menge für Klär-

schlamm gemäß

§ 1 Abs. 1 Z 1*)     4,8        6             8           10

                                                         t TM/ha.2a

max. Aufbringungs-

menge für biogene

Abfallstoffe

gemäß § 1 Abs. 1 Z

2 bis 4             6          10            16          >16

                                                         t TM/ha.2a

*) Für Grünland gelten 50 Prozent der hier für Ackerland zugelassenen Mengen.

Anl. 5

Text

                                                       Anlage 5:

Bodengrenzwerte *):

Parameter         56,5

Cd                 0,5          1              1,5       mg/kg TM

Cr                 50           75             100       mg/kg TM

Hg                 0,2          0,5            1         mg/kg TM

Ni                 30           50             70        mg/kg TM

Pb                 50           70             100       mg/kg TM

Cu                 40           50             100       mg/kg TM

Zn                 100          150            200       mg/kg TM

*) Eine allfällig gegebene geogene Vorbelastung bleibt in der Bewertung über die flächenbezogene Verwendung im Einzelfall außer Betracht.

Anl. 6

Text

                                                   Anlage 6:

Agronomische Parameter:

Parameter für Böden            Parameter für biogene Abfallstoffe

pH-Wert                        Trockensubstanz, bezogen auf

                               Gesamtsubstanz

Gesamt-Stickstoff

mg/100g FB                     pH-Wert

Phosphor verfügbar

(P2O5) mg/100g FB              Gesamt-Stickstoff % kg/t

Kalium verfügbar

(K2O) mg/100g FB               Gesamt-Phosphor (P2O5) % kg/t

Magnesium verfügbar

(MgO) mg/100g FB               Gesamt-Kalium (K2O) % kg/t

                               Kalzium (CaO) % kg/t

                               Magnesium (MgO) % kg/t

                               Mangan gesamt % kg/t

                               Bor wasserlöslich % kg/t

Anl. 7

Text

Anlage 7:

Grenzwerte für die Menge an Schwermetallen, die gemittelt über zehn Jahre jährlich den Böden zugeführt werden dürfen:

Parameter                    Grenzwerte (g/ha.a)

Cd                           6

Cr                           350

Hg                           6

Ni                           300

Pb                           600

Cu                           1800

Zn                           4500

Anl. 10

Text

Artikel römisch zwei

Landesgesetzblatt Nr 5 aus 2004,)

Mit dieser Verordnung wird die Richtlinie 86/278/EWG des Rates vom 12. Juni 1986 über den Schutz der Umwelt und insbesondere der Böden bei der Verwendung von Klärschlamm in der Landwirtschaft, Amtsblatt Nr L 181 vom 4.7.1986, S 6, zuletzt in der Fassung der Verordnung (EG) Nr 807 aus 2003, des Rates vom 14. April 2003, Amtsblatt Nr römisch eins 122 vom 16.5.2003, S 36, umgesetzt.