Entscheidungsgründe:
Am 26. September 1974 fuhr der Kläger mit seinem PKW auf der Bundesstraße 190 von Feldkirch in Richtung Götzis. Beim Einbiegen nach links in einen Seitenweg stieß er mit dem ihn überholenden PKW des Erstbeklagten zusammen. Die Zweitbeklagte ist der Haftpflichtversicherer des PKWs des Erstbeklagten.
Der Kläger begehrt Ersatz der Reparaturkosten von S 7.236,08 (AS. 30) und behauptet Alleinverschulden des Erstbeklagten, der ihn vorschriftswidrig überholt habe.
Die Beklagten machen Alleinverschulden des Klägers geltend. Dieser habe sich weder zur Fahrbahnmitte eingeordnet, noch habe er rechtzeitig den Blinker betätigt.
Das Erstgericht, das von einer Schadensaufteilung im Verhältnisse 1 : 3 zu Lasten des Klägers ausging, gab der Klage hinsichtlich eines Betrages von S 1.809,02 statt und wies das Mehrbegehren von S 5.394,06 (richtig: S 5.427,06) ab.
Das Berufungsgericht änderte das Urteil des Erstgerichtes hinsichtlich des Teilzuspruches von S 1.809,02 im Sinne der Abweisung der Klage ab.
Gegen dieses Urteil richtet sich die Revision des Klägers aus den Anfechtungsgründen des § 503 Ziffer 2 und Ziffer 4 ZPO mit den Anträgen, das angefochtene Urteil aufzuheben und die Sache an das Berufungsgericht zurückzuverweisen oder es dahin abzuändern, daß das Urteil des Erstgerichtes wieder hergestellt werde.Gegen dieses Urteil richtet sich die Revision des Klägers aus den Anfechtungsgründen des Paragraph 503, Ziffer 2 und Ziffer 4 ZPO mit den Anträgen, das angefochtene Urteil aufzuheben und die Sache an das Berufungsgericht zurückzuverweisen oder es dahin abzuändern, daß das Urteil des Erstgerichtes wieder hergestellt werde.
Die Beklagten stellen die Anträge, die Revision wegen der fehlenden Anfechtungserklärung zu verwerfen oder der Revision nicht Folge zu geben.
Die Untergerichte gingen von folgendem Sachverhalt aus:
Die Fahrbahn der Bundesstraße 190 — eine Vorrangstraße — ist im Bereich der Unfallsstelle 7,7 m breit. Der Kläger, der die Abzweigung nach links zu einem Betrieb in Meiningen suchte, lenkte zunächst schon etwa 160 m vor der Unfallsstelle den PKW zur Fahrbahnmitte und betätigte den linken Blinker. Als er erkannte, daß es sich nicht um die richtige Abzweigung handle, beschleunigte er auf ca. 60 bis 70 km/h und fuhr in der Mitte seiner Fahrbahnhälfte weiter. Hinter dem PKW des Klägers fuhr ein Omnibus. Da kein Gegenverkehr herrschte, betätigte der mit einer Geschwindigkeit von 80 bis 85 km/h fahrende Erstbeklagte den linken Blinker und fuhr auf die linke Fahrbahnhälfte, um den mit 60 km/h fahrenden Omnibus zu überholen. Erst 3 Sekunden vor der Kollision konnte der Erstbeklagte den PKW des Klägers wahrnehmen, der zu diesem Zeitpunkt mit einem Abstand von 1 m zum rechten Fahrbahnrand und mit einer Geschwindigkeit von 45 bis 50 km/h fuhr. Dem Erstbeklagten fiel diese Geschwindigkeitsverminderung auf Grund der Verringerung des Abstandes zwischen dem PKW des Klägers und dem Omnibus auf. Er nahm an, der Kläger werde anhalten. Zwei Sekunden vor der Kollision lenkte der Kläger in einer Entfernung von etwa 15 m von der Unfallsstelle aus einer Fahrlinie mit einem Abstand von 1 m zum rechten Fahrbahnrand seinen PKW allmählich nach links, nachdem er kurz vorher den linken Blinker betätigt hatte. Die Geschwindigkeit seines PKWs betrug zu diesem Zeitpunkte ca. 15 km/h. Bevor der Kläger den linken Blinker betätigte und nach links abbog, hatte er im Rückspiegel nur den Omnibus wahrgenommen. 1,5 Sekunden vor der Kollision konnte der Erstbeklagte in einer Entfernung von 33 m von der Kollisionsstelle die Absicht des Klägers, nach links abzubiegen, an der Schrägstellung des PKWs erkennen und die Betätigung des linken Blinkers wahrnehmen. Der Erstbeklagte betätigte daraufhin die Lichthupe, beschleunigte noch etwas und wich weiter nach links zum linken Fahrbahnrand aus. Hiebei stieß der PKW des Klägers mit dem linken vorderen Kotflügel gegen den rechten hinteren Kotflügel des PKWs, des Erstbeklagten.
Das Erstgericht lastete dem Erstbeklagten an, die von ihm eingehaltene Geschwindigkeit sei mit Rücksicht darauf, daß er den vor dem Omnibus fahrenden PKW des Klägers am Beginn des Überholmanövers nicht habe sehen, aber ein plötzliches Auftauchen eines Hindernisses nicht habe ausschließen können, überhöht gewesen sei. Der Erstbeklagte hätte den Kläger auch in dem Augenblick, da er dessen PKW das erste Mal gesehen habe, durch ein Hupzeichen warnen müssen. Die Abgabe eines solchen Warnzeichens wäre auch wegen der erkennbaren Verminderung der Fahrgeschwindigkeit des PKWs des Klägers notwendig gewesen, da für den Erstbeklagten kein Anhaltspunkt vorhanden gewesen sei, daß der Kläger anhalten werde. Das überwiegende Verschulden treffe aber den Kläger, der gegen die Bestimmungen der §§ 11 und 12 StVO verstoßen habe. Weder habe er sich gegen die Fahrbahnmitte eingeordnet, noch habe er seine Linksabbiegeabsicht rechtzeitig angezeigt. Bei entsprechender Beobachtung des nachfolgenden Verkehrs im Außenspiegel hätte er das Überholmanöver des Erstbeklagten rechtzeitig erkennen können.Das Erstgericht lastete dem Erstbeklagten an, die von ihm eingehaltene Geschwindigkeit sei mit Rücksicht darauf, daß er den vor dem Omnibus fahrenden PKW des Klägers am Beginn des Überholmanövers nicht habe sehen, aber ein plötzliches Auftauchen eines Hindernisses nicht habe ausschließen können, überhöht gewesen sei. Der Erstbeklagte hätte den Kläger auch in dem Augenblick, da er dessen PKW das erste Mal gesehen habe, durch ein Hupzeichen warnen müssen. Die Abgabe eines solchen Warnzeichens wäre auch wegen der erkennbaren Verminderung der Fahrgeschwindigkeit des PKWs des Klägers notwendig gewesen, da für den Erstbeklagten kein Anhaltspunkt vorhanden gewesen sei, daß der Kläger anhalten werde. Das überwiegende Verschulden treffe aber den Kläger, der gegen die Bestimmungen der Paragraphen 11 und 12 StVO verstoßen habe. Weder habe er sich gegen die Fahrbahnmitte eingeordnet, noch habe er seine Linksabbiegeabsicht rechtzeitig angezeigt. Bei entsprechender Beobachtung des nachfolgenden Verkehrs im Außenspiegel hätte er das Überholmanöver des Erstbeklagten rechtzeitig erkennen können.
Das Berufungsgericht war der Ansicht, daß den Erstbeklagten kein Verschulden treffe. In dem Augenblick, da er den PKW des Klägers erstmals habe wahrnehmen können, sei dieser vollkommen unauffällig geradeaus gefahren. Dieser habe zum rechten Fahrbahnrand einen Abstand von 1 m eingehalten und den linken Blinker nicht betätigt. Für den Erstbeklagten sei zu diesem Zeitpunkt keinerlei Absicht des Klägers erkennbar gewesen, nach links abzubiegen. Auf Grund der erkennbaren Geschwindigkeitsverringerung des PKWs des Klägers habe der Erstbeklagte höchstens annehmen können, der Kläger werde anhalten. Die gegebene Verkehrssituation habe vom Erstbeklagten auch nicht die Abgabe eines Warnzeichens verlangt. Die Überholgeschwindigkeit von 80 bis 85 km/h sei auf der übersichtlichen Schnellstraße nicht überhöht gewesen. Das Linkslenken und die Betätigung des linken Blinkers am PKW des Klägers habe der Erstbeklagte erst 1,5 Sek. vor dem Zusammenstoß wahrnehmen können. Unter Zubilligung einer Reaktionszeit von 1 Sek. sei für eine Abwehrmaßnahme nur mehr eine halbe Sekunde zur Verfügung gestanden. Da innerhalb dieses Zeitraumes eine unfallsverhindernde Bremsung nicht mehr möglich gewesen wäre, könne es dem Erstbeklagten nicht als Verschulden angerechnet werden, daß er versucht habe, den Unfall noch durch ein Linksauslenken zu vermeiden.
Die Beklagten vertreten in der Revisionsbeantwortung die Auffassung, die Revision des Klägers sei zu verwerfen, weil sie keine Anfechtungserklärung enthalte.
Dem Beklagten ist beizupflichten, daß nach § 506 Absatz 1 Ziffer 2 ZPO die Revisionsschrift neben der kurzen Bezeichnung der Anfechtungsgründe und der Erklärung, ob die Aufhebung oder eine Abänderung des Urteiles und welche beantragt wird, die bestimmte Erklärung enthalten muß, inwieweit das Urteil angefochten wird. Die Anfechtungserklärung als quantitatives Element des Rechtsmittels steckt den Rahmen der Anfechtung ab und begrenzt so den Umfang des Suspensiv- und Devolutiveffektes des Rechtsmittels. Der Anfechtungserklärung kommt aber für sich allein nicht jene überragende Bedeutung zu, wie den Berufungsanträgen und Berufungsgründen. Das Fehlen der Anfechtungserklärung in der Revision hat dann nicht deren Verwerfung zur Folge, wenn sich aus den Anträgen und der Begründung der Revision der Umfang der Anfechtung ergibt (vgl. Fasching IV, 59 Anm. 5; JBl 1972, 103; 1974, 375 u.a.). Die Abgrenzung des Umfanges der Anfechtung ergibt sich im vorliegenden Falle aus dem auf Abänderung gerichteten Eventualantrag der Revision, die Entscheidung des Erstgerichtes wieder herzustellen, und aus der Begründung der Revision hinsichtlich des primär gestellten Aufhebungsantrages, wonach die Schadensaufteilung des Erstgerichtes im Verhältnisse 1 : 3 zu Lasten des Klägers gebilligt wird. Nach dem Inhalt der Revision kann daher kein Zweifel über den Umfang der Anfechtung des Urteiles des Berufungsgerichtes bestehen, so daß das Fehlen der Anfechtungserklärung nicht zur Verwerfung der Revision führt.Dem Beklagten ist beizupflichten, daß nach Paragraph 506, Absatz 1 Ziffer 2 ZPO die Revisionsschrift neben der kurzen Bezeichnung der Anfechtungsgründe und der Erklärung, ob die Aufhebung oder eine Abänderung des Urteiles und welche beantragt wird, die bestimmte Erklärung enthalten muß, inwieweit das Urteil angefochten wird. Die Anfechtungserklärung als quantitatives Element des Rechtsmittels steckt den Rahmen der Anfechtung ab und begrenzt so den Umfang des Suspensiv- und Devolutiveffektes des Rechtsmittels. Der Anfechtungserklärung kommt aber für sich allein nicht jene überragende Bedeutung zu, wie den Berufungsanträgen und Berufungsgründen. Das Fehlen der Anfechtungserklärung in der Revision hat dann nicht deren Verwerfung zur Folge, wenn sich aus den Anträgen und der Begründung der Revision der Umfang der Anfechtung ergibt vergleiche Fasching römisch vier, 59 Anmerkung 5, ; JBl 1972, 103; 1974, 375 u.a.). Die Abgrenzung des Umfanges der Anfechtung ergibt sich im vorliegenden Falle aus dem auf Abänderung gerichteten Eventualantrag der Revision, die Entscheidung des Erstgerichtes wieder herzustellen, und aus der Begründung der Revision hinsichtlich des primär gestellten Aufhebungsantrages, wonach die Schadensaufteilung des Erstgerichtes im Verhältnisse 1 : 3 zu Lasten des Klägers gebilligt wird. Nach dem Inhalt der Revision kann daher kein Zweifel über den Umfang der Anfechtung des Urteiles des Berufungsgerichtes bestehen, so daß das Fehlen der Anfechtungserklärung nicht zur Verwerfung der Revision führt.