Bundesrecht konsolidiert: Lehrpläne - islam. Religionsunterricht an Pflichtschulen, mittleren und höheren Schulen Anl. 2, Fassung vom 14.05.2016

Lehrpläne - islam. Religionsunterricht an Pflichtschulen, mittleren und höheren Schulen Anl. 2

Kurztitel

Lehrpläne - islam. Religionsunterricht an Pflichtschulen, mittleren und höheren Schulen

Kundmachungsorgan

BGBl. II Nr. 234/2011

Typ

V

§/Artikel/Anlage

Anl. 2

Inkrafttretensdatum

26.07.2011

Außerkrafttretensdatum

Index

70/07 Schule und Kirche

Beachte

Wirksamkeitsbeginn 1. September 2011

Text

Anlage 2

LEHRPLAN FÜR DEN ISLAMISCHEN RELIGIONSUNTERRICHT AN VOLKSSCHULEN

Allgemeine didaktische Überlegungen zum Volksschullehrplan

Der Lehrplan für den islamischen Religionsunterricht an der Volksschule ist ein Lehrplan mit Rahmencharakter. Jeder Schulstufe ist ein Motto vorangestellt, welches die Inhalte dieses Jahrganges zusammenfassend beschreibt und definiert. In den darauf folgenden, in jeder Schulstufe wiederkehrenden Themenkreisen befinden sich konkretere Beschreibungen des Lehrstoffs, welche die Grundlage für die eigenverantwortliche Planung und Durchführung des Unterrichts durch die Lehrerin bzw. durch den Lehrer darstellen. In ihrer jeweiligen Planung soll die Lehrerin bzw. der Lehrer beachten, dass die Inhalte mit Rücksicht auf die jeweiligen Voraussetzungen der Kinder erarbeitet werden. Bei der konkreten Planung ist weiterhin die Wochenstundenzahl zu beachten und eine eventuelle Beschränkung der Themen zu begründen.

Der Lehrplan ist mit dem allgemeinen Bildungsziel und den Bildungs- und Lehraufgaben zielorientiert, gleichzeitig erhalten die Lehrpersonen mit den didaktischen Grundsätzen klare Leitlinien für ihr unterrichtliches Entscheiden und Handeln.

Der Inhaltsaspekt des Unterrichtes wird durch den Lehrinhalt abgedeckt, der von den Lehrerinnen und Lehrern möglichst ausgehend von den Erfahrungen, Interessen und Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler vermittelt werden soll. Sinn im Leben eines Menschen kann nur im Bezug auf seine eigene Lebenswelt erfahren werden – ein persönlichkeitsbildender Religionsunterricht soll daher schülerzentriert gestaltet werden. Die Schülerinnen und Schüler sollen sich als von Gott geliebte Geschöpfe erfahren und lernen, über ihr Leben und die Ereignisse in ihrem Leben zu reflektieren. Weiterhin sollen sie erkennen, dass jeder Mensch für sein eigenes Leben Verantwortung trägt und grundsätzlich befähigt ist, es innerhalb eines gewissen Rahmens selbst zu gestalten. Die Schülerinnen und Schüler sollen weiterhin erfahren, dass sie als Mitglieder der österreichischen Gesellschaft religiös sein können und ihre Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten in das gesellschaftliche Leben einzubringen haben.

Diese und die im Folgenden beschriebenen Ziele können auch durch situationsorientierte Lernanlässe und fächerübergreifenden Unterricht erreicht werden, wobei zu beachten ist, dass die Konzentrations- und Lernfähigkeit der Schülerinnen und Schüler so weit wie möglich individuell berücksichtigt wird. Im Lehrplan werden Anregungen zu sinnvollem Methodeneinsatz gegeben, wichtig ist ein maßvoller Methodenwechsel, der ein Bild der Vielfalt der jeweiligen Themen widerspiegelt und dadurch den Unterricht abwechslungsreicher werden lässt. Im islamischen Religionsunterricht bietet sich die Durchführung von Rollenspielen dazu an, erlebte Erfahrungen ausdrücken zu lernen und kreative und sinnhaltige Lösungen für Problemstellungen zu entwickeln. Sinnvoll ist weiterhin eine Bezugnahme der Inhalte auf den Jahreskreis und die jeweiligen kalendarischen Ereignisse.

Aufgrund der religiösen Erfordernis ist die Lehrperson dazu angehalten, die Schülerinnen und Schüler zum Lesen des Qur´ans im Original zu befähigen und Texte und Suren für das tägliche Gebet memorisieren zu lassen.

Lehrstoff der einzelnen Schulstufen:

1. Schulstufe: Ich bin nicht allein

Ich gehe (endlich) in die Schule – in meine Klasse gehen viele nette Schulkolleginnen und Schulkollegen
Wir sind eine Gemeinschaft – trotz aller Unterschiede

Obwohl die Schülerinnen und Schüler aus unterschiedlichen Kindergärten kommen, die Eltern vielleicht aus unterschiedlichen Ländern, sie zu Hause eventuell unterschiedliche Sprachen sprechen und sich auch im Essen unterscheiden, sind doch alle Mitglieder dieser einen und besonderen Klassengemeinschaft: sie unterstützen einander und profitieren von den vielen Fähigkeiten und Fertigkeiten, die sie in die Schule mitgebracht haben. Sie sind Freunde, spielen gemeinsam, lernen gemeinsam, sitzen nebeneinander, teilen miteinander, feiern gemeinsam etc.

Ich habe viele Freunde – ohne sie ist mir fad

Die Schülerinnen und Schüler sollen befähigt werden, Freundschaft zu schließen und anderen Menschen gegenüber freundlich und freundschaftlich zu begegnen – auch über die Freundschaft hinaus. „Die vollkommensten Gläubigen sind diejenigen, die den besten Charakter haben (…) und den anderen Menschen in Zuneigung und Freundlichkeit begegnen. Und es ist nichts Gutes in einem, der nicht anderen in Zuneigung und Freundlichkeit begegnet und dem andere nicht in Zuneigung und Freundlichkeit begegnen“. (Tabarani)

Sie sollen darüber hinaus erfahren, dass Freundschaft nicht unvermittelt entsteht, sondern es Bemühungen bedarf, um eine Freundschaft aufzubauen und zu pflegen: „Der Mensch hat den Charakter seines engsten Freundes. Darum soll jeder von euch schauen, wen er sich als engsten Freund nimmt.“ (Abu Dawud und Tirmidhi)

Wenn wir uns streiten, versöhnen wir uns wieder – so bleiben wir gute Freunde

Die Schülerinnen und Schüler sollen lernen, dass Streit und Versöhnung in einer Beziehung vorkommen und eine Freundschaft nicht belasten müssen. Sie sollen den respektvollen Umgang mit anderen Meinungen erlernen und befähigt werden, die eigene Meinung unabhängig von der Person auf eine Art und Weise zu präsentieren, die Andere nicht verletzt. Die Lehrkraft kann ausgehend vom Vers:“Stiftet Frieden zwischen ihnen“ (Hudschurat 49/9) diese Inhalte vermitteln und die Schülerinnen und Schüler dazu ermuntern, im Streitfall den ersten Schritt zur Versöhnung zu tun, wie es im Hadith empfohlen wird:“Es ist einem Menschen nicht erlaubt, dass er sich über drei Nächte von seinen Geschwistern fernhält, sie begegnen einander, und er wendet sich von diesem ab, und jener wendet sich von diesem ab. Und der Bessere der beiden ist der, welcher mit dem Friedensgruß beginnt.“ (Bukhari)

Sie sollen Verständnis erhalten, dass durch die Begrüßung eigene Gefühle, Aufmerksamkeit, Liebe und Respekt zwischen Mitmenschen zum Ausdruck kommen.

Salam alaikum – Der Friede sei mir Dir!

Die Schülerinnen und Schüler sollen den Friedensgruß erlernen, seinen Inhalt erfassen und ihn auch in ihrem Alltag anwenden. Allahs Gesandter (a.s.) hat gesagt: „Von den Menschen ist Allah am nächsten, wer zuerst mit dem Friedensgruß beginnt.“ (Abu Dawud)

Allah ist mein Schöpfer – nur Ihn bete ich an

Ich spreche mit Allah – wann und wo immer ich will - und auch in der Sprache, in der ich mich gut ausdrücken kann

Die Schülerinnen und Schüler sollen in diesem Themenkreis das freie Bittgebet (Du´a) und seine Vorzüge und Wirkungen kennen und anwenden lernen. Allahs Gesandter (a.s.) hat gesagt: „Das Bittgebet (Du´a) ist das Wesentliche der Ibada/ des Gottesdienstes.“ (Tirmidhi) sowie „Wer Allah nicht um etwas bittet, dem lastet Er dies an!“ (Tirmidhi) Ein Beispiel für Du´a kann sein: Subhanaka (Alles Lob gebührt Dir, mein Gott, und aller Dank, ich bezeuge, dass es keinen Gott gibt außer Dir, ich bitte Dich um Vergebung und wende mich Dir in Reue zu).

Allah liebt mich (Allah liebt die Kinder)

Wichtig für die kindliche Entwicklung ist die Gewissheit, dass das Kind geliebt wird – von den Eltern, Freundinnen und Freunden sowie Lehrerinnen und Lehrern, natürlich aber auch von Gott. Den Schülerinnen und Schülern soll ein positives und liebevolles Gottesbild vermittelt werden, welches das Selbstbewusstsein des Kindes stärkt und seine persönliche Entwicklung unterstützt. Die Schülerinnen und Schüler sollen sich immer der Gnade und Barmherzigkeit Gottes sicher sein und wissen, dass Allah voller Vergebung ist. Verknüpft werden kann dies auch mit dem Vermitteln der Befähigung, selber Gutes zu tun und sich für das Gute einzusetzen, denn „Allah liebt die, die Gutes tun“ (Ali-Imran 3/134). Dazu gehört auch, sich von jeglichem Bösen zu distanzieren und Abstand zu halten – etwa von überheblichen Einstellungen etc.

Allah passt auf mich auf

Ergänzend zu dem vorigen Kapitel sollen die Schülerinnen und Schüler die allgegenwärtige Präsenz Gottes als Zeichen Seiner Liebe und Seines Schutzes vermittelt bekommen (Yusuf 12/64).

Die Geschichte des Propheten Yusuf / Josef (a.s.) bietet sich in diesem Kontext als mögliche Ergänzung an – wie sehr Allah ihn trotz aller Schwierigkeiten geschützt und geehrt hat, oder auch die Geschichte der Auswanderung des Propheten (a.s.) mit Abu Bakr (r), als sie sich in der Höhle Thaur vor den Quraischiten versteckten.

Er hat die schönsten Namen – der Qur’an ist Sein Wort

„Wahrlich, Gott hat neunundneunzig Namen, einen weniger als hundert. Wer sie aufzählt, geht ins Paradies.“ (Bukhari) Allahs Namen sind wunderschön – die Schülerinnen und Schüler sollen durch die Auseinandersetzung mit ihnen erfahren, wer und wie Allah ist – nämlich al-Wadud (der Liebevollste) – ar-Rahman (der Barmherzigste) – ar-Rahim (der Allerbarmer) – al-Ghafur (der Verzeihende) – as-Salaam (der Friede) etc. Durch die Vermittlung der schönsten Namen Gottes aus dem Qur’an erfahren die Schülerinnen und Schüler auch, dass der Qur’an Gottes Wort ist – und dem Propheten (a.s.) durch den Engel Dschibril/Gabriel offenbart wurde.

Muhammad (a.s.) ist mein Gesandter – seinem Weg folge ich

Der Prophet (a.s.) war ein Waisenkind

Die Schülerinnen und Schüler sollen die wichtigsten Stationen im Leben des Propheten (a.s.) kennenlernen: bevor der Prophet geboren wurde, starb bereits sein Vater. Aber auch seine Mutter starb, als er noch ein Kleinkind war. Trotz der schwierigen Kindheit wurde er ein sehr beliebter und begabter junger Mann, der sich immer für das Gute einsetzte, für die Armen und die Schwachen – und für die Gerechtigkeit. Er kann somit die Vorbildfunktion für jedes Kind einnehmen – sie sollen erfahren, dass die Lebensumstände die Zukunft und die Perspektiven eines Menschen nicht vorherbestimmen und festlegen.

Alle liebten ihn und halfen ihm in seinem schwierigen Leben

Die Schülerinnen und Schüler sollen erfahren, dass der Prophet (a.s.) in seinem Leben trotz der Schwierigkeiten viel Unterstützung erfuhr: seine Familie war für ihn da – sein Opa und dann sein Onkel. Auch als er heiratete, unterstützte seine Frau ihn in allen Lebenslagen und war der wichtigste Partner für ihn. Im Gegenzug dazu war auch er für die Familie da – nahm etwa seinen Cousin Ali (r) in den Haushalt auf und unterstützte andere, wo immer er konnte.

Der Prophet Muhammad (a.s.) liebt mich und alle Kinder

In diesem Kapitel sollen die Schülerinnen und Schüler über die Beziehung des Propheten (a.s.) zu den Kindern erfahren: Er (a.s.) grüßte in der Regel die Kinder, die er auf der Straße traf (Bukhari) – und forderte ihre Eltern auf, ihnen die beste Erziehung zu geben – unabhängig von ihrem Geschlecht (Abu Dawud). Außerdem sagte er an sie gerichtet: „Ihr gehört zu den Menschen, die ich am meisten liebe!“ (Bukhari) Er spielte selber mit seinen Enkelkindern und verhinderte nicht, dass sie beim rituellen Gemeinschaftsgebet auf seinen Rücken kletterten, sondern verlängerte die Niederwerfung sogar, so dass sie länger spielen konnten (Ibnu Hadschar al-Asqalani und Albani). Die gerechte und fördernde Erziehung der Töchter wurde vom Propheten Muhammad (a.s.) besonders gelobt, da sie damals wie heute oftmals zu kurz kam – worüber die Schülerinnen und Schüler kritisch reflektieren sollen. Er (a.s.) sagte: „(...) und wer drei Töchter hat, und ihnen eine gute Erziehung gibt, sie mit Güte und Barmherzigkeit behandelt und für sie sorgt, für den hat Allah das Paradies bestimmt.“ Ein Mann fragte: „Allahs Gesandter, und bei zweien?“ Er antwortete: „Und (auch) bei zweien“, so dass der Mann fragte: „Und bei einer?“ Er antwortete: „Und auch bei einer.“ (so und ähnlich bei Ahmad; Mischkat u.a.).

Ich liebe Mama und Papa und meine Geschwister – wir sind eine Familie

In der Familie als dem Ort der frühkindlichen Sozialisation und dem Ort der stärksten und dauerhaftesten Gefühlsbindungen kann ein Kind solidarisches Handeln erfahren und erleben. Im Religionsunterricht soll den Schülerinnen und Schülern bewusst gemacht werden, wie sehr sie die Liebe und den Einsatz von Eltern und nahestehenden Personen ganz selbstverständlich in Anspruch nehmen. In der Reflektion desselben sollen sie selber dazu befähigt werden, ihre wachsenden Fähigkeiten der Gemeinschaft zur Verfügung zu stellen und dies als einen nützlichen Dienst zu empfinden. Konkret könnte thematisiert werden, welche Aufgaben Kinder zu Hause übernehmen und wie sehr sie selber auch zu einem guten familiären Zusammenhalt beitragen (können).

Mama und Papa lieben und unterstützen uns

In diesem Themenkreis soll den Schülerinnen und Schülern vermittelt werden, wie sehr Eltern ihre eigenen Kinder lieben und unterstützen – und dass viele Eltern ihr Leben auf ihre Kinder eingestellt haben und sie ins Zentrum ihres Daseins rücken. Die Schülerinnen und Schüler sollen in diesem Kontext positive Vorbilder kennenlernen und die Realität konstruktiv reflektieren. In der Surah Luqman finden sich diesbezüglich viele Anregungen, ebenso im Hadith: Allahs Gesandter hat gesagt: „O mein Söhnchen. Wenn du zu deiner Familie hereinkommst, grüße sie mit dem Friedensgruß. Darin ist Segen für dich und für die Leute deines Hauses.“ (Tirmidhi) Und: Allahs Gesandter (a.s.) hat gesagt: „Wer zu unseren Jungen nicht barmherzig ist und unsere Alten nicht ehrt, gehört nicht zu uns.“ (Abu Dawud, Tirmidhi)

Ich bin ehrlich – und liebe die Wahrheit

Die Schülerinnen und Schüler sollen in diesem Kontext die ethisch-moralischen Werte des Islam mit ihren Begründungen kennenlernen und über die Umsetzung im eigenen Alltag nachdenken. Eine Reflektion über eigene Verhaltensweisen soll in diesem Kontext selbstverständlich stattfinden, besonders wenn schülerzentrierte Methoden zur Vermittlung dieser Inhalte umgesetzt werden. Es könnte in diesem Themengebiet etwa folgender oder andere ähnliche Aussprüche des Propheten (a.s.) erläutert und diskutiert werden: Abdullah ibn Masud (r) sagte: Allahs Gesandter (a.s.) hat gesagt: „Aufrichtigkeit führt auf den Weg der Frömmigkeit, und die Frömmigkeit führt zum Paradies. Und der Mensch spricht solange die Wahrheit, bis er bei Allah als Siddiq (Aufrichtiger) beschrieben wird. Und die Lüge führt zu Ausschweifungen, und die Ausschweifungen führen zum Verderben. Und der Mensch lügt solange, bis er bei Allah als Lügner beschrieben wird.“ (Bukhari und Muslim)

Es kann auch thematisiert werden, welches Verhältnis die Schülerinnen und Schüler zum eigenen Eigentum wie dem Eigentum der anderen entwickeln sollen. Sie sollen sich mit Begehren und Habenwollen auseinandersetzen. und Erfahrungen von Teilen reflektieren

(Ausborgen, Schenken) und klar wissen, dass Stehlen eine verbotene Handlung darstellt.

Ich beginne alles im Namen Gottes: Bismillah

Die Schülerinnen und Schüler sollen lernen, jede Handlung im Leben reflektiert und bewusst durchzuführen und sich immer Allah (t) als Schöpfer und Versorger sicher zu sein.

Ich setze mich für andere Menschen ein

Die Schülerinnen und Schüler sollen dazu motiviert werden, nicht nur an sich selbst zu denken, sondern sich auch für andere Menschen einzusetzen. Der Prophet, Allahs Segen und Friede auf ihm, sagte: „Die beste Tat ist, den (Armen) zu speisen und mit dem Friedensgruß zu grüßen den du kennst und den du nicht kennst.“ (Ahmad)

Ich lerne im Qur’an

Der Qur’an ist Gottes Wort – seine Lesung ist Gottesdienst (Ibada). Die Schülerinnen und Schüler sollen über den Qur’an und seine Offenbarung informiert werden – sie sollen aber auch dazu ermuntert werden, den Qur’an zu lesen und zu verstehen und ihn auswendig zu lernen, auch weil dies für die Verrichtung des Gebets erforderlich ist.

Iqra (96/1-5) – Ich lerne lesen

In diesem Kontext soll den Schülerinnen und Schülern schon von der ersten Klasse an eine positive Grundhaltung zum Lernen und zum Wissenserwerb vermittelt werden, so dass sie Freude am Lernen entwickeln. Sie sollen erfahren, wie wertvoll Bildung für die Entwicklung eines jeden Menschen ist und dazu ermuntert werden, den Weg des Wissens und des Verstehens zu beschreiten – gemäß dem Ausspruch des Propheten (a.s.), der sagte: „Wer einen Weg entlang zieht, auf ihm Wissen zu suchen, für den wird Allah einen Weg zum Paradiesgarten ebnen.“ (Muslim) sowie: „Wer einen Buchstaben vom Buche Allahs liest, der bekommt dafür eine Hasana/Belohnung. Und jede Hasana wird mit dem Zehnfachen belohnt. Ich sage nicht, dass Alif-Lam-Mim (zusammen) einen Buchstaben bilden, sondern Alif ist ein Buchstabe, Mim ist ein Buchstabe und Lam ist ein Buchstabe.“ (Timidhi)

Al-Fatiha (1) – Ich danke und lobe Allah: alhamdulillah – Gott sei Dank

Diese Surah gilt als ein Grundgerüst des Qur`an, ihre Lesung ist in jeder Gebetseinheit vorgeschrieben. Die Schülerinnen und Schüler sollen diese Surah lernen und verstehen.

Al-Ikhlaas (112) – Ich weiß, dass Allah nur Einer ist

Suratul-Ikhlaas gilt als eine der wichtigsten Suren des Qur´an, da sie die unmissverständliche Botschaft der Einheit Gottes klar ausdrückt. Die Schülerinnen und Schüler sollten sich mit ihren Inhalten auseinandersetzen und z.B. auch Goethes Übersetzung dieser Surah (im West-Östlichen Diwan) auswendig lernen: „Gott ist nur Einer, ein einziger Reiner, hat nicht gezeugt und ihn gezeugt hat keiner.“ Weiterhin können die Schülerinnen und Schüler die Geschichte des Sahabi kennenlernen, der immer und immer wieder diese Surah rezitierte, als er vorbetete. Der Prophet (a.s.) sagte zu ihm: „Deine Liebe zu ihr (Surah Al-Ikhlas) lässt dich ins Paradies eintreten.“ (Muslim). Auch sagte der Prophet (a.s.) über diese Sura: „Und bei Dem, in dessen Hand meine Seele ist (Allah) – sie gleicht einem Drittel des Qur’ans.“ (Bukhari).

Die Schutzsuren (113 f.) – Ich schütze mich mit dem Qur’an

Mit dem Qur’an beschützt Allah den Menschen. Die Schülerinnen und Schüler sollen die beiden Schutzsuren und den Thronvers erlernen und erfahren, dass sie diese regelmäßig, etwa vor dem Schlafen gehen, lesen sollten (Bukhari). Weiters können sie spezielle oder auch allgemeine Bittgebete (vor einer Reise oder der Durchführung einer Handlung) erlernen.

Ich lerne meine Schutzengel kennen

In diesem Themenkreis sollen die Schülerinnen und Schüler über diese wesentliche Dimension des Glaubens lernen und sich mit der Existenz von Engeln, ihren Arten und Aufgaben etc. auseinandersetzen. Der Iman an die Engel gehört zu den sechs Glaubensgrundsätzen des Islam.

Jeder Mensch wird von Engeln begleitet

Suren: ar-Ra‘ad 13/11 und al-Infitar 82/10 f.

Engel wurden aus Licht geschaffen und haben verschiedene Aufgaben

Die Schülerinnen und Schüler sollen erfahren, aus welcher Materie die Engel geschaffen wurden und welche unterschiedlichen Aufgaben sie erfüllen. Aischa (r) berichtete, dass der Prophet (a.s.) sagte: „Die Engel wurden aus Licht erschaffen…“ (Muslim) Es gibt den Offenbarungsengel; die Engel, welche die Taten des Menschen niederschreiben; die, welche die Seele nach dem Tod begleiten (an-Nahl 16/32); die, welche frohe Botschaft verkünden (Ali-Imran 3/39) uvm.

Iman an die Engel

Der Prophet (a.s.) sagte: „ Iman ist, an Allah zu glauben, Seine Engel, Seine Bücher, Seine Gesandten, den Letzten Tag und an die Vorhersehung (Qadar) in guten wie in schlechten Dingen.“ (Muslim)

Ich achte darauf, was und wie ich esse

In diesem Themenkreis sollen die Schülerinnen und Schüler sowohl die islamischen Tischsitten kennenlernen (Essen mit der rechten Hand, Essen in Gemeinschaft, Gebet am Anfang und am Ende etc.) als auch zu einem gesunden Umgang mit Essen und Trinken (Sinn und Auswahl des Essens, Reinheitsgebote, Menge etc.) angeregt werden. Besonders die Dimension von halal soll klarer erläutert werden – denn halal bedeutet nicht nur, vor dem Essen den Namen Allahs zu sprechen, sondern halal bedeutet auch eine artgerechte Haltung von Tieren, ein respektvoller Umgang mit ihnen bis zum Zeitpunkt der Schlachtung uvm.

Reinlichkeit gehört zum Essen

Allahs Gesandter (a.s.) hat gesagt: „Der Segen des Essens liegt im Waschen (der Hände) davor und danach.“ (Salman, Abu Dawud)

Ich danke Allah für Seine Gaben

Den Schülerinnen und Schülern soll bewusst werden, in welch privilegierter Situation sie sich befinden und wie gut es ihnen bei allem Mangel, den sie eventuell empfinden könnten, geht. Sie sollen die Fähigkeit erwerben, sichtbare und unsichtbare Gaben zu erkennen und sich dankbar zu äußern. Weiterhin sollen sie – anhand des folgenden Tischgebetes – lernen, den Ausdruck von Dankbarkeit in ihrem alltäglichen Leben zu integrieren.

Allahs Gesandter (a.s.) hat gesagt: „Wenn einer von euch isst, soll er den Namen Allahs, des Erhabenen, nennen, und wenn er es vergessen hat, am Anfang den Namen Allahs, des Erhabenen zu nennen, soll er sagen: Im Namen Allahs, am Anfang und am Ende.“ (Aischa, Abu Dawud, Tirmidhi) Allahs Gesandter (a.s.), wenn er mit dem Essen aufhörte, sagte gewöhnlich: „Preis sei Allah, Der uns gespeist und getränkt und uns zu Gottergebenen gemacht hat.“ (Tirmidhi) Weiterhin berichtete Dschafar ibn Muhammad (r), dass Allahs Gesandter gesagt hat: „Nehmt die Mahlzeiten gemeinsam ein und nicht getrennt, denn der Segen ruht auf der Gemeinschaft.“ (Mischkat)

Ich wähle mein Essen aus und esse nicht zu viel

Die Schülerinnen und Schüler sollen lernen, ihr Essen nach sinnvollen Kriterien auszuwählen (Menge, Geschmack, gesundheitlicher Aspekt etc.) und ihr Essverhalten konstruktiv zu reflektieren. Umar bin Abi Salama berichtete: „Ich war ein Junge in der Obhut des Gesandten Allahs (a.s.) und meine Hand wanderte während des Essen ziellos auf dem Teller. Der Gesandter Allahs (a.s.) sagte dann zu mir: „Mein Junge, nenne den Namen Allahs, benutze deine Rechte beim Essen, und iss das, was gerade vor dir ist.“ (Bukhari)

Ich esse so, dass ich mich gesund halte

Die Schülerinnen und Schüler sollen erkennen, dass ein religiöser Mensch jemand ist, der auch auf sein Essen achtet und Maß hält. Das Essen als Gabe Gottes soll bewusster genossen werden und darüber reflektiert werden, in welcher Weise es dem Menschen nutzt – und in welcher Weise auch eine göttliche Gabe missbraucht und dadurch schädlich werden kann. Von Abu Karima al-Mikdad bin Ma`dikarib: Ich hörte Allahs Gesandten (a.s.) sagen: „Der Mensch füllt kein schlechteres Gefäß als seinen Bauch. Einige Bissen genügen für die Kinder Adams, um ihren Rücken aufrecht zu halten. Aber wenn das nicht möglich ist, dann soll ein Drittel (des Magens) für sein Essen, ein Drittel für sein Trinken und ein Drittel für sein (freies) Atmen (vorbehalten sein).“ (Tirmidhi)

Ibn Abbas berichtete: Ich hörte Allahs Gesandten (a.s.) sagen: „Ein Gläubiger ist nicht jemand, der sich satt ist, während sein Nachbar an seiner Seite hungrig ist!“ (Baihaqi)

2. Schulstufe: Ich gehöre zu Dir

Die Schülerinnen und Schüler sollen in dieser Einheit erfahren, dass ihr Bekenntnis zu Gott sie in höchstmöglicher Form befreit und ihrem Herzen Frieden schenkt. Sie sollen über die Schöpfung und den Schöpfer reflektieren und nachdenken und wissen, dass Allah immer mit ihnen ist und dass sie sich immer auf Ihn verlassen können. Glaube soll nicht als eine Verpflichtung, sondern als eine Erfüllung vermittelt werden, als die Befriedigung des menschlichsten Bedürfnisses nach Sinn im Leben. Allah ist ein liebender, barmherziger, erbarmender Gott, Der die Menschen erschaffen und für sie nur das Beste bestimmt hat. Die Schülerinnen und Schüler sollen weiterhin erfahren, dass sie jederzeit mit Allah sein können – entsprechend dem Hadith Qudsi: „Allah der Hocherhabene spricht: Ich bin mit dem Gedanken meines Dieners an Mich, und Ich bin mit Ihm, wenn er Meiner gedenkt… „ (Bukhari, Muslim u.a.)

Du bist mein einziger Gott

In diesem Abschnitt sollen die Schülerinnen und Schüler die Einheit Gottes und Seine Einzigartigkeit erkennen und reflektieren.

Du liebst mich und hast mir alles geschenkt

Die Schülerinnen und Schüler sollen Gott als Schöpfer und Gewährer von Rizq erkennen und wissen, dass er sie mit allem versorgt hat, was sie im Leben benötigen.

Allah hat alles erschaffen: (ar-Ruum 30/21-25)

Auf Dich kann ich mich verlassen

Die Schülerinnen und Schüler können in diesem Kontext die Geschichte von Hadschar (r) und Ismail (a.s.), als Ibrahim (a.s.) sie in der Wüste hinterlassen musste, kennenlernen und Hadschars (r) vollkommenes Vertrauen auf Allah (t), Der sie auch nicht enttäuschte. In dieser Geschichte kann darüber hinaus betont werden, wie wichtig es ist, dass sowohl Frauen als auch Männer sich engagieren und wie sehr die Aktivität und das Handeln beider zum Vorbild für andere Menschen werden können. Vgl. at-Talaaq 65/3.

Ich teile mein Leben mit Dir und bitte nur Dich

In dieser Einheit sollen die Schülerinnen und Schüler eine grundlegende Einführung in das rituelle Gebet erhalten – mit allem, was dafür erforderlich ist: Gebetswaschung (Wudu), Voraussetzungen und Pflichten des Gebets, Gebetstexte (besonders auch At-Tahiyaat). Wichtig ist, dass zunächst die Bedeutung des Gebets und erst danach die Form des Gebets vermittelt werden. In der Behandlung des Sinnes des Gebets muss erarbeitet werden, dass Menschen nicht für Gott beten, oder nur, um eine Pflicht zu erfüllen, sondern dass sie selbst alleine diejenigen sind, die einen (durchaus auch konkreten) Nutzen aus dem Gebet und besonders auch aus dem rituellen Gebet ziehen, wenn es denn korrekt und sinnvoll – und das heißt auch sinnerfassend – verrichtet wurde. Die Schülerinnen und Schüler erfahren in diesem Kontext, dass sie mit Hilfe des Gebets alle ihre Wünsche und Sorgen mit Allah (t) teilen können: (al-An’am 6/164). Ziel muss deshalb immer auch sein, dass die arabischen Gebetstexte und Suren auch verstanden und verinnerlicht werden.

Ich lerne die Familie des Propheten und seine Freunde kennen

Die Schülerinnen und Schüler sollen in diesem Kapitel näheres über die Familie des Propheten (a.s.) und ihr vorbildhaftes und gleichzeitig doch sehr menschliches Leben erfahren. Gleichzeitig sollen sie (etwa mit der Geschichte von Abu Lahab) verstehen lernen, dass jeder Mensch für sein eigenes Leben selbst verantwortlich ist und dass eine gute Verwandtschaft noch lange keine Garantie für ein gutes Leben darstellen muss.

In der Auseinandersetzung mit dem Leben des Propheten (a.s.) sollen die Schülerinnen und Schüler erfahren, welche Bedeutung seine Worte, Taten und Handlungen für seine Gefährten (Sahaba) und für alle Muslime haben – sie sollen somit die zweite Quelle des Islam, den Hadith kennen und schätzen lernen.

Seine Frau und seine Töchter sind meine Vorbilder

Khadidscha (r) war eine besondere Frau, in vielerlei Hinsicht. Als Geschäftsfrau unterstützte sie den Propheten (a.s.) schon vor der ersten Offenbarung. Sie war der erste Mensch nach dem Propheten (a.s.), der den Islam annahm – und sie war seine stärkste Stütze. Das Jahr, in dem sie starb, wurde das Jahr der Trauer genannt.

Seine Frau Aischa (r) war eine sehr gelehrte Frau, die das Wissen, das sie direkt vom Propheten (a.s.) erhalten hatte, an viele Sahaba weitergab. Sie ist auch eine wichtige Überlieferin von Ahadith.

Seine Worte, Taten und Handlungen sind im Hadith festgehalten

Die Schülerinnen und Schüler sollen erfahren, dass die Aussagen, Handlungen und Billigungen des Propheten Muhammad (a.s.) von seinen Freunden und Gefährten schon zu seinen Lebzeiten festgehalten wurden und gemeinsam mit dem Qur´an die grundlegende Quelle des Islam darstellen. Sie sollen in diesem Zusammenhang einige Ahadith und ihre Inhalte erlernen. In diesem Kontext können sie auch die Biographien bedeutender Sahaba und ihre besonderen Eigenschaften kennenlernen und versuchen, Bezüge zu ihrem eigenen Leben herzustellen.

Ich lebe mit meinen Eltern zusammen

Die Schülerinnen und Schüler lernen in dieser Einheit zu reflektieren, welche Verpflichtungen Eltern ihnen gegenüber erfüllen (Versorgung, Pflege, Beratung, Erziehung) – und lernen auch, ihre Dankbarkeit auszudrücken. (al-Isra 17/23-24)

Abu Huraira (r) berichtete: „Ein Mann kam zum Gesandten Allahs (a.s.) und fragte: „O Gesandter Allahs, wer hat am meisten Anspruch auf meine gute Begleitung und Betreuung?“ Er (a.s.) sagte: „Deine Mutter!“ (Bukhari)

Über diese Dimension hinaus sollen den Kindern aber auch ihre Rechte vermittelt werden und ihre Ansprüche ihren Eltern gegenüber, gemäß dem Ausspruch des Gesandten (a.s.), der gesagt hat: „Ein Vater kann seinen Kindern nichts besseres geben als eine gute Erziehung.“ (Mischkat)

Es muss von dem Lehrer in diesem Kontext betont werden, dass weder Söhne noch Töchter bevorzugt werden dürfen, sondern beide das Recht haben, von ihren Eltern die beste Erziehung und Versorgung zu erhalten. Ibn Abbas berichtete: Allahs Gesandter (a.s.) hat gesagt: „Wer eine Tochter hat und (….) sie nicht missachtet und ihr seine Söhne nicht vorzieht, den lässt Allah in das Paradies eintreten.“ (Abu Dawud)

Sie sollen weiterhin erfahren, dass Eltern ein Anrecht auf gute Behandlung und Betreuung von ihren Kindern haben und darüber reflektieren, wieso dies in der Realität nicht immer leicht umzusetzen ist. Weiterhin sollen sie dazu angeregt werden, nachzudenken, wie denn eine gute Behandlung und Betreuung heute gestaltet werden könnte. Es können in diesem Zusammenhang zum Beispiel auch Muttertags- und Vatertagskarten gebastelt werden.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die Eltern in ihre Gebete einzuschließen – sowohl in ihren freien Bittgebeten (Du´a) als auch bei der Lesung spezieller Verse zu diesem Thema (Rabbena atina). Die Schülerinnen und Schüler sollen gefördert werden, sich in diesem Kontext in einer kreativen Art und Weise zu äußern.

Ich gehe mit meiner Familie in die Moschee

Die Schülerinnen und Schüler erfahren, wie eine Moschee aufgebaut ist, welche Funktionen sie erfüllen muss und kann, und welchen Stellenwert der Imam im Islam hat. Weiterhin erlernen sie beide Gebetsrufe. Sie erfahren, dass auch eine Frau den Frauen im Gebet vorstehen kann und besprechen die wichtige Funktion von Seelsorgerinnen und Seelsorgern.

Ich liebe Deine Schöpfung und ehre sie

Die Bedeutung der Schöpfung und der Respekt ihr gegenüber gehört zu den grundlegenden Inhalten der islamischen Bildungslehre. Die Schülerinnen und Schüler sollen in diesem Themenzirkel erfahren, welche Verpflichtungen dem Menschen obliegen, die Schöpfung zu schützen und zu bewahren. Auch der Tierschutz soll in diesem Abschnitt Berücksichtigung finden – so werden alle Tiere als Gottes Geschöpfe betrachtet und bedürfen des besonderen Schutzes und der besonderen Pflege durch den Menschen. Es können in diesem Kontext Ahadith und Geschichten gelesen und interpretiert werden, sowie mit schüleraktivierenden Methoden reflektiert werden, wie heute der Schutz der Schöpfung und ihre Bewahrung realisiert werden können. Möglich sind etwa die Thematisierung des Wassers und seiner Bedeutung für den Menschen sowie die Auseinandersetzung mit Ahadith, welche den Tierschutz sehr konkret betonen.

Abdullah bin Dschafar (r) sagte: Allahs Gesandter (a.s.) (…) betrat (eines Tages) die Einfriedung von einem Mann von den Ansar, und da war ein Kamel, und als es den Propheten (a.s.) sah, schrie es und seine Augen tränten. Da kam der Prophet (a.s.) und strich über seinen Hinterkopf. Da wurde es still. Da sagte er: „Wer ist der Herr dieses Kamels? Wem gehört dieses Kamel?“ Da kam ein junger Mann von den Ansar und sagte: „Mir, o Gesandter Allahs!“ Da sagte er: „Fürchtest du nicht Allah wegen dieses Tieres, von dem Allah dich zum Besitzer gemacht hat? Es hat sich bei mir beklagt, dass du es hungern lässt und es überanstrengst.“ (Abu Dawud)

An dieser Stelle kann auch die Geschichte des Mannes, der einen durstigen Hund tränkte, erarbeitet werden und verinnerlicht werden, dass wir einerseits zu einem guten Umgang mit allen Geschöpfen und der Natur verpflichtet sind und andererseits für jede gute Handlung belohnt werden: „O Gesandter Allahs, wird auch die Fürsorge für Tiere belohnt?“ Er sagte: „(Belohnung gibt es für die Fürsorge eines) jeden Geschöpfes, das atmet!“ (Bukhari, Muslim)

Adaab und Akhlaaq

In diesem Kapitel geht es um die ethisch-moralische Werteerziehung der Schülerinnen und Schüler auf der Grundlage der Quellen des Islam. In der Auseinandersetzung mit ihnen sollen die Schülerinnen und Schüler dazu befähigt werden, diese Werte im Kontext ihres Alltages zu überdenken und ihre Umsetzung zu reflektieren. Insgesamt sollen die Schülerinnen und Schüler ihre Sozialkompetenzen erweitern und vertiefen.

Ich respektiere die Meinung des Anderen

Die Schülerinnen und Schüler sollen in diesem Rahmen lernen, wie sie mit anderen Meinungen umgehen, und wie wichtig es ist, jegliche Überheblichkeit und Arroganz anderen Menschen gegenüber zu unterlassen. Sie sollen zum Beispiel in Rollenspielen erarbeiten, welche Folge der mangelnde Respekt anderen Menschen gegenüber haben könnte und wie es trainiert werden kann, anderen Menschen gut zu begegnen, auch wenn ihre Meinung nicht geteilt wird. „O ihr, die ihr glaubt! Keine Männer sollen (andere) Männer verspotten: es mag gut sein, dass jene besser als sie selbst sind; und keine Frauen (sollen andere) Frauen (verspotten): es mag gut sein, dass jene besser als sie selbst sind. Und ihr sollt einander auch nicht verleumden, noch einander beleidigen durch (schimpfliche) Beinamen.“ (Hudschurat 49/11)

Ich lasse dich aussprechen – so wie auch ich aussprechen möchte

Zum guten Umgang der Menschen miteinander gehört ein angemessenes Kommunikationsverhalten, welches von Schülerinnen und Schülern in der Regel in der ersten und zweiten Volksschulklasse zur Voraussetzung eines gelingenden Unterrichts erlernt werden soll. Die Schülerinnen und Schüler sollen in diesem Zusammenhang erfahren, wie sehr der Islam den sanften und guten Umgang der Menschen miteinander fördern und beleben möchte. Auch hier sind schüleraktivierende Methoden besonders erwünscht, da sie besser als andere eine Umsetzung der erlernten Inhalte ermöglichen. Aischa (r) berichtete, dass der Prophet (a.s.) sagte: „O Aischa, Allah ist gewiss sanft und liebt die Sanftheit. Und Er gibt für die Sanftheit, was Er für die Gewalt nicht gibt...“ (Muslim)

Ich denke, bevor ich handle

Die Schülerinnen und Schüler sollen in dieser Entwicklungsphase soweit wie möglich zum selbständigen Denken und Handeln geführt werden. Dass dies auch religiös begründet werden muss, kann z.B. den zitierten Ahadith entnommen werden. Wesentlich ist, dass die Schülerinnen und Schüler lernen, dass jeder Mensch für sein Handeln selbst verantwortlich ist und dass blinder Gehorsam abgelehnt wird. Weiterhin sollen sie dazu befähigt werden, Gruppenzugehörigkeiten kritisch zu hinterfragen.

Ich kann auch „Nein!“ sagen

Die Schülerinnen und Schüler sollen in diesem Kontext über Gruppenzwang und ähnliche soziale Zwänge reflektieren und erarbeiten, dass das Gefühl der persönlichen Verantwortlichkeit als Selbstkompetenz am besten davor schützen kann, einem Gruppenzwang zu erliegen. In diesem Kontext sollen die Schülerinnen und Schüler aber auch reflektieren, welche Vorteile eine Gemeinschaft hat und wie der Weg des gesunden Mittelmaßes zwischen extremer Ich-Bezogenheit und einem kollektiven Gruppenzwang gegangen werden kann. Folgende Quellen können hierzu besprochen werden:

Abu Fasila (r) fragte den Gesandten Allahs (a.s.): „Allahs Gesandter, ist es falsches Zusammenhalten wenn einer sein Volk liebt?“ Er antwortete: „Nein, aber falsches Zusammenhalten ist, wenn einer sein Volk im Unrecht unterstützt!“ (Mischkat)

Sowie: Allahs Gesandter (a.s.) hat gesagt: „Gehorsam ist nur in dem, was gut ist.“ (Bukhari)

Ich will viel Wissen erlangen

Die Schülerinnen und Schüler sollen von Beginn an Religion mit Wissen und Überzeugung verknüpfen und verbinden können und vermeintlichen Widersprüchen auf den Grund gehen.

Sie sollen erfahren, dass Allah (t) die Quelle allen Wissens ist und dass Er die Menschen besonders auszeichnet, welche sich um Wissen bemühen und sich Wissen aneignen.

Allahs Gesandter (a.s.) hat gesagt: „(…) Wer einen Weg einschlägt, auf ihm Wissen zu suchen, für den wird Allah einen Weg zum Paradiesgarten ebnen. Kein Volk versammelt sich in einem der Häuser Allahs, wo sie das Buch Allahs vortragen und es miteinander genau studieren, ohne dass auf sie eine innere Ruhe herabsteigt, das Erbarmen sie umschließt, die Engel sie umgeben, und Allah sie denen gegenüber erwähnt, die bei Ihm sind. Wer durch seine Taten nicht behindert ist, wird durch seine Herkunft nicht beschleunigt.“ (Muslim)

Ich lerne den Qur’an

Die Schülerinnen und Schüler sollen in diesem Kapitel die Verse sowohl in Deutsch als auch in Arabisch erlernen und auch ihre Inhalte erarbeiten.

Al-Fil (105) – Ich lerne über die Geschichte mit dem Elefanten

Al-Maa´uun (107) – Ich helfe den Anderen

In dieser Surah wird die soziale Dimension des islamischen Glaubens unmissverständlich ausgedrückt. Die Schülerinnen und Schüler sollen wissen, dass Religiosität nicht einhergehen kann mit einem harten Herzen und schlechtem Verhalten.

Abu Huraira (r) berichtete: Allahs Gesandter (a.s.) hat gesagt: „Allah, der Mächtige und Erhabene, wird am Tag der Auferstehung sagen: O Kind Adams, Ich habe dich um Speise gebeten, doch du hast Mich nicht gespeist.“ Der Mensch wird sagen: „O Herr, wie kann ich Dich speisen, wo Du doch der Herr der Welten bist!“ Er wird sagen: „Wusstest du nicht, dass einer Meiner Diener dich um Speise bat, doch du hast ihn nicht gespeist? Und wusstest du nicht, dass, wenn du ihn gespeist hättest, du den Lohn für diese Speise hier bei Mir gefunden hättest? O Sohn Adams, Ich habe dich um Trank gebeten, doch du hast Mich nicht getränkt.“ (Der Mensch) wird sagten: „O Herr, wie kann ich Dich tränken, wo Du doch der Herr der Welten bist!“ Er wird sagen: „Einer Meiner Knechte hat dich um Trank gebeten, doch du hast ihn nicht getränkt. Wenn du ihn aber getränkt hättest, so würdest du (den Lohn dafür) bei Mir finden.“ (Muslim)

Quraisch (106) – Ich erkenne Allahs Gaben

In der Auseinandersetzung mit der Sommer- und Winterreise der Quraisch sollen die Schülerinnen und Schüler über den Rizq von Allah und Seinen Schutz nachdenken und Bezüge zu ihrem eigenen Leben herstellen können.

Masad (111) – Ich liebe den Propheten (a.s.)

In dieser Surah sollen die Schülerinnen und Schüler eine Begebenheit aus dem Leben des Propheten (a.s.) erfahren und darüber reflektieren, wie sie ihre Liebe zum Propheten Muhammad (a.s.) heute ausdrücken würden.

Wir feiern das Ramadanfest

In dieser Einheit sollen die Schülerinnen und Schüler erfahren, warum im Monat Ramadan gefastet und wie dies heutzutage in den verschiedenen Ländern der Welt umgesetzt wird. Sie erlernen die Vorschriften, die mit dem Fasten verknüpft sind und erfahren, warum der Ramadan durch die Jahreszeiten wandert. Weiterhin erfahren sie, dass Fasten nicht nur eine körperliche, sondern auch eine spirituelle Dimension hat. Je nach Möglichkeit planen sie eine Ramadanabschlussfeier (Idul-Fitr; Zuckerfest) und führen diese auch durch. Dabei reflektieren sie, welche Bedeutung Feste als natürliche Unterbrechung des Alltags und zur Unterstützung einer zufriedenen Gemeinschaft haben. Je nach Gegebenheiten sollen die Lehrerinnen und Lehrer anders- bzw. nichtgläubige Schulkolleginnen und Schulkollegen zu dieser Feier einladen, um die interreligiöse Begegnung zu fördern.

Prophetengeschichten

Bei der Behandlung der Prophetengeschichten soll darauf geachtet werden, dass Aspekte, die die Lebenswirklichkeit der Schülerinnen und Schüler betreffen, hervorgehoben werden – es geht nicht um eine chronologische und vollständige Erzählung. Weiterhin sollte bei der Betrachtung von Wundern immer auch der dahinter liegende Sinn illustriert werden.

Die Geschichte von der Schöpfung des Menschen sowie die Geschichte von Adam und Hawa / Eva bieten sich in dieser Altersstufe ebenso an wie die die Geschichte der Propheten Ayyub / Hiob oder von Nuh / Noah.

3. Schulstufe: Ich kenne den Weg

Alle Propheten hatten die gleiche Botschaft

Islam heißt sich Gott hingeben und dadurch Frieden erlangen – Frieden mit Gott, mit sich selbst, mit den Mitmenschen und der Schöpfung insgesamt. Die Schülerinnen und Schüler sollen erkennen, dass die Religion für den Menschen da ist. Jeder Mensch sucht nach dem Sinn im Leben und nach einer Orientierung, die ihm die Religion geben kann. Die Schülerinnen und Schüler sollen ihren eigenen Weg klar erkennen und über die gemeinsamen Inhalte der Religionen wissen. Sie sollen lernen, mit anderen trotz aller Unterschiede in Frieden und Gemeinschaft zu leben. In diesem Kontext kann auf verschiedene Herkunftsländer der Schülerinnen und Schüler eingegangen und verdeutlicht werden, dass sie als Teil der österreichischen Gesellschaft hier ihren Lebensmittelpunkt haben und auch hier verantwortlich sind. Dabei sollen die Begriffe Religionszugehörigkeit und Nationalität klar getrennt werden.

Ich glaube an Adam, Abraham, Moses, Jesus und Muhammad

Die Schülerinnen und Schüler sollen wissen, dass alle Propheten die gleiche Botschaft hatten, vgl. Baqara 2/136.

Verschiedene Propheten kamen in verschiedene Länder und zu unterschiedlichen Gemeinschaften

In diesem Kontext werden die Geschichten der Propheten Musa / Moses und Isa / Jesus genauer und tiefer erläutert. Die Schülerinnen und Schüler sollen erkennen, dass die Propheten zwar zu unterschiedlichen Völkern gesandt wurden, dass sie jedoch die gleiche Botschaft hatten. In diesem Zusammenhang bietet es sich an, dass die Kinder den Unterschied zwischen Religion und Kultur zumindest ansatzweise vermittelt bekommen. (vgl. auch an-Nahl 16/36,93 sowie Hud 11/118).

Jedem Gesandten wurde ein Buch offenbart

Die Schülerinnen und Schüler lernen die Bücher der Propheten kennen: Zabur (Psalmen), Thora, Evangelium und Qur´an.

Allah liebt alle Menschen und bevorzugt kein Volk

Allah hat die verschiedenen Völker und Nationen geschaffen, damit sie einander kennenlernen – die Zugehörigkeit zu einer Nation oder auch zu einer Familie kann nicht frei gewählt werden und stellt keinen Vorzug eines Menschen dar. Anhand von Rollenspielen etc. sollen die Schülerinnen und Schüler erkennen, dass Vielfalt eine Bereicherung für jede Gemeinschaft ist und dass es uns nicht ansteht, andere Menschen zu be- bzw. zu verurteilen: (Hudschurat 49/13)

Die Schülerinnen und Schüler sollen dazu ermuntert werden, Österreich als ihre Heimat anzuerkennen und sich als Österreicherinnen und Österreicher zu fühlen.

Es gibt nur einen Gott

In dieser Einheit soll der islamische Monotheismus erläutert werden und die Schülerinnen und Schüler dazu befähigt werden, eine sehr persönliche Beziehung zu Allah – dem Einen Gott – aufzubauen. Die Schülerinnen und Schüler sollen Allah als Einzigen und Einzigartigen Schöpfer der Menschen, Tiere und der Natur kennenlernen, als liebenden und anerkennenden Gott, Der sie erschuf und nur das Gute für sie bestimmte.

Ein Gott – eine Richtung – ein Ziel

Die Schülerinnen und Schüler lernen Kalimatul-Schahada und erfahren, was Tauhid in der konkreten Umsetzung im Alltag bedeutet. (Baqara 2/163)

Alle Menschen sind gleich – nur Gott ist Einzig

Die Schülerinnen und Schüler sollen verinnerlichen, dass kein Mensch allein aufgrund äußerer Merkmale besser ist als der andere. Alle Menschen sind gleich, wie folgender Hadith verdeutlicht: „Ihr Menschen: euer Gott ist ein Gott und euer Vater ist ein Vater: also gibt es keinen Vorzug eines Arabers gegenüber einem Nichtaraber, und keinen Vorzug eines Nichtarabers gegenüber einem Araber.“ (Baihaqi)

Vgl. auch: (asch-Schura 42:11), (adh-Dhariyat 51/49)

Er liebt die Menschen und freut sich über ihre Bemühungen

Die Schülerinnen und Schüler erfahren, dass Allah sich freut, wenn sie sich bemühen, immer Gutes zu tun und falsche Handlungen bereuen: (Baqara 2/222), (Ta-Ha 20/82)

Der Prophet (a.s.) sagte: „Wenn Allah einen Seiner Diener liebt, ruft Er Gabriel zu: „Wahrlich, Allah liebt den Soundso; also liebe ihn auch!“ Dann liebt ihn Gabriel. Darauf ruft Gabriel unter den Bewohnern des Himmels aus: „Wahrlich, Allah liebt Soundso, also liebt ihr ihn auch!“ Dann lieben ihn die Bewohner des Himmels. Abschließend wird für ihn bestimmt, dass er auf der Erde immer geliebt wird.“ (Abu Huraira, Bukhari)

Der Prophet Muhammad (a.s.) sagte: „Allah, Hocherhaben ist Er, sagte: „Ich erfülle die guten Erwartungen, die Mein Diener in sich über Mich hat; und Ich bin mit ihm, wenn er Meiner gedenkt: Wenn er Meiner in seinem Herzen gedenkt, dann gedenke auch Ich seiner bei Mir Selbst. Und wenn er Meiner in einer Versammlung gedenkt, so gedenke auch Ich seiner in einer Versammlung, die besser ist als jene. Und wenn er Mir um eine Handspanne entgegenkommt, dann komme Ich ihm eine Elle entgegen. Und wenn er Mir um eine Elle entgegenkommt, dann komme Ich ihm zwei Armlängen entgegen. Und wenn er auf Mich schreitend zukommt, dann komme Ich eilend zu ihm.“„ (Abu Huraira, Bukhari)

Andere Menschen gehen andere Wege

In diesem Themenkreis sollen die Schülerinnen und Schüler dazu befähigt werden, anderen Menschen ihren eigenen Weg zuzugestehen, und erkennen, dass Glaube und Überzeugung nur aus dem Innern eines Menschen kommen können.

Jeder wählt seinen Weg frei

Die Schülerinnen und Schüler erfahren in diesem Zusammenhang, dass jeder Mensch seinen Lebensweg frei wählt – und dass er in Angelegenheiten der Religion persönlich überzeugt sein muss, damit er Verantwortung für sein Leben übernehmen kann (vgl. asch-Schams 91/7-10, Baqara 2/256).

Glaube und Überzeugung kann nur aus dem Inneren eines Menschen kommen.

Yunus 10/99, al-Hujurat 49/14

Ich akzeptiere dich, so wie du bist

Dieser Aspekt betrifft die Herkunft eines Schulkollegen, seine Religion, seine Interessen etc. – es soll darum gehen, eine Klassengemeinschaft zu gestalten, in welcher Unterschiede möglich sind und auch wahrgenommen und respektiert werden, die sich jedoch trotzdem als eine Gemeinschaft versteht.

Ich bete nur Dich an

Die Schülerinnen und Schüler erfahren, dass sie jederzeit Gott bitten können und dass Er alleine anbetungswürdig ist. Das Gebet soll als persönliches Gespräch mit Allah erfahren werden – vor den Regeln des rituellen Gebets sollen die Schülerinnen und Schüler sich mit der Sinnhaftigkeit des Gebets für ihr persönliches Leben auseinandersetzen. Allerdings sollen sie in diesem Alter auch alle Regeln des täglichen rituellen Gebets erlernen, wie etwa die Gebetswaschung (Wudu), die Regeln des Gebets (Niyah, Qiyam, Rukuu, Sudschuud, Dschuluus), aber auch die notwendigen Gebetstexte (Tahiyaat etc.).

Ich spreche mit Allah

Die Schülerinnen und Schüler sollen das Gebet als persönliches Gespräch mit Gott verstehen lernen und den Sinn des Gebets erfassen (Baqara 2/186). In der Vorbereitung auf die Behandlung der rituellen täglichen fünf Gebete sollen die Schülerinnen und Schüler die Gebetswaschung (Wudu) sowie die Regeln des Gebets etc. und die besondere Stellung des Gemeinschaftsgebets erlernen. Sie sollen auch darüber reflektieren, ob es sich beim Gebet um eine äußere körperliche Handlung, die einfach nur erledigt werden muss, handelt oder um einen inneren Prozess der Spiritualität. (vgl. al-Insan 76:25)

Fünf Mal am Tag erinnere ich mich an Dich

Die fünf Gebete sind auf den Tag und die Nacht verteilt, damit die Beziehung mit Allah vertieft wird und das ständige Gedenken Gottes (Dhikr) unterstützt wird. Das Gebet in der Gemeinschaft hat einen bevorzugten Stellenwert, denn der Prophet (a.s.) sagte: „Das Gebet in der Gemeinschaft ist siebenundzwanzigmal besser als das einzeln verrichtete Gebet.“ (Bukhari)

Das Gebet gibt mir Kraft und strukturiert meinen Tag

Das tägliche rituelle Gebet stärkt die Beziehung zum Schöpfer, strukturiert den Tagesablauf und erinnert immer wieder an den Sinn des Daseins. Der Prophet (a.s.) sagte: „Allah sagte: „Ich habe das Gebet in zwei gleiche Teile geteilt. Die eine Hälfte ist für Mich und die andere ist für Meine Diener. Und Meinen Dienern gebührt, worum sie bitten. (…).“ (Muslim)

Beim Fasten geht es nicht nur ums Essen

Die Schülerinnen und Schüler sollen sich in diesem Schuljahr mit dem Fasten, seinen Vorzügen und Regeln auseinandersetzen, besonderen Stellenwert hat die Vermittlung des Fastens im Ramadan. In den weiteren Schulstufen können dann weitere Formen des Fastens näher erläutert werden, etwa das freiwillige Fasten an bestimmten Tagen, das Bußfasten etc.

Andere Menschen haben ein Recht auf mich (Zakat)

Die Zakat als dritte Säule des Islam findet im Alltag der Schülerinnen und Schüler kaum Erwähnung – hier sollen sie die regulierende Wirkung der Zakat kennenlernen und erfahren, warum von Gott Zakat zu einer Grundlage der Religion bestimmt wurde. Die Regeln der Zakat sollen dabei selbstverständlich auch vermittelt werden, angepasst an die Lebenswirklichkeit der Schülerinnen und Schüler.

(Baqara 2/110 und 271) Wichtig zu beachten ist bei dieser Thematik, dass Zakat ein Recht armer Menschen auf mein persönliches Eigentum darstellt und dass der Spender auf jegliche Angeberei oder ähnliches verzichtet. (al-Insan 76/8-9).

Adaab und Akhlaaq

Die ethischen Werte und Moralvorstellungen des Islam sollen anhand von Beispielen vermittelt und auf den Alltag der Schülerinnen und Schüler bezogen werden, z.B.

Sauberkeit (des Ortes, der Kleidung etc.)

Im Hadith werden Sauberkeit und Iman (Glaube, Überzeugung) klar miteinander verknüpft: „Sauberkeit kommt vom Iman“ ().

Den Schülerinnen und Schülern soll in der Auseinandersetzung mit dieser Thematik klar werden, dass ein gläubiger Mensch ein Mensch sein soll, der die Sauberkeit liebt – in all ihren Variationen. Sie sollen dazu befähigt werden, in ihrem Alltag auf Sauberkeit und Ordnung zu achten dies auch zu realisieren.

Ordnungsliebe

Die Schülerinnen und Schüler sollen in ihrer Liebe zur Ordnung unterstützt werden und dazu befähigt werden, selber für Ordnung und eine sinnvolle Zeiteinteilung verantwortlich zu sein.

Körperpflege

Die Schülerinnen und Schüler sollen erfahren, dass Körperpflege ein Ausdruck des Glaubens ist und dass der Prophet Muhammad (a.s.) die Menschen dazu aufgefordert hat, nach dem Essen die Zähne zu putzen und sich regelmäßig zu waschen und zu duschen und die Haare und den Körper insgesamt zu pflegen.

Großzügigkeit

Die Schülerinnen und Schüler sollen erkennen, dass Großzügigkeit zum Glauben gehört – so wie es im Hadith zu finden ist: „Zwei Eigenschaften dürfen sich nicht bei einem gläubigen Menschen finden: Geiz und schlechter Charakter!“ (Tabari). Vgl. auch 2/261.

Geduld

Geduld ist eine der wichtigsten positiven Charaktereigenschaften, die einem Menschen zugeschrieben werden kann – und der Schlüssel zu einem zufriedenen Leben. Die Schülerinnen und Schüler sollen die verschiedenen Dimensionen der Geduld erkennen und dazu befähigt werden, geduldig zu sein. Vgl. auch Surah al-Asr 103, Baqara 2/153, Hud 11/115, Kahf 18/28, Luqman 31/17, Schura 42/43, Qalam 68/48 (sowie den Bezug zum Propheten Yunus/Jonas).

Abu Said al-Chudri sagte: Der Prophet (a.s.) hat gesagt: „Wer sich ernsthaft um Geduld bemüht, dem gibt Allah Geduld, und niemandem wird Besseres und Umfangreicheres gewährt als Geduld.“ (Bukhari, Muslim)

Zufriedenheit

Die Schülerinnen und Schüler sollen in diesem Kapitel auch anhand der Quellen über Glück und Zufriedenheit reflektieren und erkennen, wie sehr sie im Vergleich zu anderen Kindern privilegiert sind – und wie dankbar sie dafür sein sollten: Sa´d berichtete, dass Allahs Gesandter (a.s.) gesagt hat: „Es gehört zum Glück des Kindes Adams, dass es zufrieden ist mit dem, was Allah ihm bestimmt hat, und es gehört zum Unglück des Kindes Adams, dass es ablässt, Gutes von Allah zu erbitten, und es gehört zum Unglück des Kindes Adams, dass es hadert mit dem, was Allah ihm bestimmt hat.“ (Tirmidhi)

Als goldene Regel für die Erlangung von Zufriedenheit kann auch folgender Ausspruch des Propheten Muhammad (a.s.) vermittelt werden: „Seht auf den, der unter euch ist (und weniger Möglichkeiten hat) und nicht auf den, der über euch ist, denn das ist geeigneter, damit ihr nicht Allahs Gnade (an euch) gering schätzt.“ (Muslim)

Trauer

Die Schülerinnen und Schüler sollen lernen, auch Trauer auszudrücken und konstruktiv mit dem Gefühl der Traurigkeit umgehen zu können. Darüber hinaus sollen sie befähigt werden, auch andere Menschen in ihrer Trauer wahrzunehmen – mit ihnen zu fühlen und ihnen so gut wie möglich zu helfen.

Ich werde geliebt

Die Schülerinnen und Schüler sollen wissen, dass sie liebenswürdig sind – und sie sollen erkennen, dass sie darüber hinaus durch ihr eigenes Verhalten noch mehr Liebe erlangen können – sowohl die Liebe Gottes als auch die Liebe der Eltern, Geschwister und Freunde sowie der Mitmenschen überhaupt – und auch die der Tiere. Allahs Gesandter (a.s.) hat gesagt: „Wer sich wünscht, dass Allah und Sein Gesandter ihn lieben, der soll die Wahrheit sagen, wenn er spricht, der soll zurückgeben, was ihm anvertraut wurde, und der soll seine Nachbarn gut behandeln.“ (Mischkat)

Wichtig ist in diesem Kontext zu vermitteln, dass die Liebe Gottes auch durch die Liebe der Mitmenschen erreicht wird. Es reicht nicht aus, ein gottgefälliges Leben zu leben – vielmehr muss der Mensch an seiner Gesellschaft teilhaben und sich immer und überall für das Gute einsetzen. Allahs Gesandter (a.s.) hat gesagt: „Wer nicht barmherzig ist, dem wird Barmherzigkeit nicht zuteil.“ (Bukhari)

Ein Mann kam zum Propheten (a.s.) und sagte: „O Gesandter Allahs, nenne mir ein Werk (das), wenn ich es vollbringe, mich Allah und die Menschen lieben!“ Er sagte: „Entsage der Welt, dann liebt dich Allah, und entsage dem, was den Menschen gehört, dann lieben dich die Menschen.“ (Ibn Madscha)

Weiterhin sollen die Schülerinnen und Schüler erfahren, dass die irdische Welt kein Hindernis für die Liebe darstellt – so werden sie mit dem Propheten (a.s.) sein, wenn sie ihn lieben: Ein Mann kam zu Allahs Gesandtem (a.s.) und sagte: „O Allahs Gesandter, was sagst du über einen Mann, der Leute liebt, aber er erreicht sie nicht?“ Da sagte Allahs Gesandter (a.s.): „Der Mensch ist mit dem, den er liebt!“ (Bukhari)

Ich lerne den Qur’an

Die Schülerinnen und Schüler sollen in diesem Kapitel die Verse sowohl in Deutsch als auch in Arabisch erlernen als auch ihre Inhalte erarbeiten.

Al-Asr (103) – Ich bin ein gläubiger Mensch, ich liebe die Wahrheit

Die Schülerinnen und Schüler sollen mit dieser Surah lernen, dass Glaube und gute Taten zusammengehören – und dass sie Wahrheitsliebe und Geduld diese ergänzen.

Al-Qadr (97) – Die Nacht des Qur’an

In dieser Surah sollen sich die Schülerinnen und Schüler mit der Nach der Allmacht, Lailatul-Qadr, auseinandersetzen, in welcher der Qur´an zum ersten Mal offenbart wurde und über ihre Vorzüge wissen.

Al-Kafirun (109) – Ich glaube was ich will – und du auch!

Die Schülerinnen und Schüler sollen mit dieser Surah die Klarheit des Qur´an in der freien Religionsausübung erkennen und reflektieren.

Amanar-Rasul (2/285) – Ich folge allen Propheten

Diese Ayah verdeutlicht die Gleichheit aller Propheten. Mit ihrem Tafsir sollen die Schülerinnen und Schüler befähigt werden, diese Gleicheit auszudrücken und detaillierter zu erläutern.

Kalima Tayyiba (Ibrahim 14/24) – Ich spreche nur gute Worte

Die Schülerinnen und Schüler sollen mit diesen Versen ihr eigenes Sprechverhalten kritisch reflektieren lernen. Die guten Auswirkungen schöner Worte – und in Gegenzug die negativen Auswirkungen böser Worte sollen möglichst an Beispielen aus dem Leben der Schülerinnen und Schüler erarbeitet und eine Art Anleitung zum „guten Sprechen“ präsentiert werden.

Ich lerne die Geschichte von Yunus/Jonas (a.s.) kennen

Die Schülerinnen und Schüler sollen exemplarisch an der Geschichte von Yunus / Jonas (a.s.) die Bedeutung der Geduld und der Standhaftigkeit erfahren – aber auch die Existenz von Sorge oder sogar Angst sowie Unzufriedenheit und Ungeduld beim Menschen reflektieren.

Bezug zu Qalam 68/48,

Wir feiern das neue Jahr – die Hidschra von Makkah nach Madinah

Die Schülerinnen und Schüler sollen in diesem Kapitel die grundlegenden Informationen über die islamische Zeitrechnung erfahren. Sie sollen die Namen der Monate erlernen und verstehen, warum im Islam ein Mondkalender Geltung erlangt hat und welche Vorteile dies für die Gesamtheit der Muslime hat.

4. Schulstufe: Ich bin einzigartig

Mich gibt es nur einmal - Ich bin verantwortlich

Die Schülerinnen und Schüler sollen wissen, dass sie mit ihren Fähigkeiten und ihrem Charakter besonders sind und Wertschätzung verdienen – und dass sie Verantworung tragen, die mit steigendem Alter auch steigen wird.

für mein eigenes Leben (Gesundheit, Essen, Körperpflege)

Der Körper ist ein Geschenk Gottes für den Menschen –und als Zeichen des Dankes und der Verantwortlichkeit sollen die Schülerinnen und Schüler verstärkt für eine gesunde Lebensführung sensibilisiert werden.

für meine Mitmenschen, Familie, Freunde und Nachbarn

Al-Aswad berichtete, dass er Aischa (r) fragte: „Was pflegte der Prophet, Allahs Segen und Friede auf ihm, zu Hause zu tun?“ Sie antwortete: „Er beschäftigte sich mit dem Anliegen seiner Familie, (d.h. er stellte sich in ihren Dienst,) und wenn es mit dem Gebet soweit war, begab er sich zum Gebet.“ (Bukhari)

Aischa (r) berichtete über den Propheten (a.s.): „Er nähte sein Gewand und seine Schuhe / Sandalen.“ (Sahih Albani)

für andere Menschen, besonders für Bedürftige (Zakat)

In diesem Kapitel sollen die Schülerinnen und Schüler die wesentlichen Informationen über Zakat erarbeiten und eventuell am Beispiel einer Hilfsorganisation verstehen, welch wichtige Dimensionen die Zakat heutzutage erfüllen kann.

für die Schöpfung (Natur und Tiere)

Die Schülerinnen und Schüler sollen in diesem Kontext erfahren, dass sie für die Bewahrung der Schöpfung Verantwortung tragen – und bezogen auf ihre Lebenswelt besonders für Tiere, die sich in ihrer Obhut befinden. Sie sollen wissen, dass diese auf eine gute Behandlung durch den Menschen angewiesen sind und dass sie – aus religiöser Perspektive – das Recht auf eine angemessene und artgerechte Haltung und Behandlung haben. In diesem Zusammenhang können viele unterschiedliche Geschichten und Ahadith erarbeitet werden, in welchen diese Inhalte enthalten sind.

Ich bete nur Dich an / Nur Du bist anbetungswürdig

In diesem Kapitel sollen die Schülerinnen und Schüler eine neue Dimension des Gebets kennenlernen – das sog. Sunna-Gebet und die Nawafil-Gebete. Sie sollen erörtern, inwiefern das Gebet zu einer echten Stütze in der Beziehung des Menschen zu ihrem Schöpfer werden kann.

Freiwilliges Gebet und Gebet in der Nacht (freiwillige rituelle Gebete)

Die Schülerinnen und Schüler sollen in diesem Schuljahr eine neue Form des Gebetes kennenlernen – das sogenannte Qiyam, oder Tahadschud. Sie sollen erfahren, dass eine besondere Beziehung zu Gott auch mit der Verrichtung besonderer Gebete erzielt werden kann, und dass die Nacht als Zeitpunkt der Zwie- und der Aussprache mit Gott besonders gut geeignet ist, weil man in der Regel ungestört ist und sich viel besser im Gebet vertiefen kann. Vgl. al-Furqan 25/64, Ali-Imran 3/191 sowie as-Sadschda 32/15-17 und adh-Dhariyat 51/15-18.

Das Freitagsgebet und seine Vorzüge

Die Schülerinnen und Schüler sollen über die Verpflichtung zum Freitagsgebet wissen und die besonderen Vorzüge sowohl des Freitagsgebetes als auch des Freitags an sich kennen.

Duaa nach jedem Gebet

Die Schülerinnen und Schüler sollen eine Auswahl an Bittgebeten nach den rituellen Gebeten mit ihren Bedeutungen und Vorzügen kennenlernen.

Ich besuche Dich (Hadsch und Umra) und Deinen Propheten (Ziyaarah)

Die Schülerinnen und Schüler sollen die grundlegenden Informationen über Hadsch und Umra kennen und zwischen ihnen und der Ziyaarah unterscheiden können. Sie sollen wissen, dass die Hadsch zu den fünf Säulen des Islam gehört und für jeden Muslim, der dazu in der Lage ist, verpflichtend ist, vgl. Baqara 2/196. Anhand von Filmen kann die Atmosphäre der Pilgerfahrt vermittelt werden, es bietet sich – für die Erlernung der Stationen der Hadsch – auch die Methode des Stationenbetriebs an. So können sich die Schülerinnen und Schüler auf spielerische Weise die Inhalte der Hadsch und Umra aneignen.

Im Gespräch mit Dir finde ich Ruhe und Zuversicht

Die Schülerinnen und Schüler sollen erfahren, dass das direkte und vertrauliche Gespräch mit Gott innere Ruhe und Zuversicht schenkt und es als Quelle der Gewissheit wahrnehmen. Sie sollen wissen, dass Gott jederzeit für sie da ist und sie sich zu allen Zeiten und an allen Orten und mit jedem Thema an Ihn wenden können. Vgl. Baqara 2/186 sowie ar-Ra’ad 13/28.

Ich faste – nur für Dich!

Die Schülerinnen und Schüler sollen erfahren, dass das Fasten eine besondere Beziehung des Menschen zu Allah ausdrückt – es ist ein unsichtbarer Gottesdienst, bei dem man nicht beobachtet werden kann. Weiterhin drückt das Fasten eine starke Beherrschung des Menschen über seinen Körper aus – und kann zu einer körperlichen, seelischen und geistigen Steigerung des Selbstbewusstseins führen. In diesem Zusammenhang sollen die Schülerinnen und Schüler auch erfahren, welche Regeln für das Fasten gelten, welche Ausnahmen existieren und dass Fasten erst mit religiöser Volljährigkeit verpflichtend wird.

Ich bestimme selbst über mich

Die Schülerinnen und Schüler sollen erfahren, dass ein Ziel des Fastens auch ist, besser mit seinem eigenen Körper umgehen zu können und über sich selbst zu bestimmen. Erst in der praktischen Umsetzung sind die Vorzüge des Fastens deutlich erkennbar.

Die Schülerinnen und Schüler sollen sich mit unterschiedlichen Ahadith und Qur´anversen damit auseinandersetzen, warum es im Islam einen Fastenmonat – d.h. eine zeitlich begrenzte Fastenzeit gibt – und welche Vorzüge es hat. Sie sollen weiterhin erfahren, dass Allah (t) es nicht wünscht, wenn Menschen sich mehr aufbürden, als sie zu tragen vermögen.

Ich faste nur für Dich

Das Fasten ist der einzige unsichtbare Gottesdienst – niemand kann beim Fasten gesehen werden. Daraus folgt, dass das Fasten als Ibada nur an Allah ausgerichtet sein kann und auch nur Ihm gewidmet werden darf.

Fasten stärkt mein Selbstbewusstsein

Ein durchgestandener Fastentag stärkt das eigene Selbstbewusstsein und das Vertrrauen in die eigene Persönlichkeit sehr. In diesem Kontext können sich die Schülerinnen und Schüler darüber austauschen, welche praktischen Erfahrungen sie mit Fastentagen hatten.

Akhlaaq

Die Schülerinnen und Schüler sollen sich in diesem Kapitel wieder mit ethisch-moralischen Werten des Islams auseinandersetzen und ihre Umsetzung im Alltag reflektieren.

Ich mische mich nicht in fremde Angelegenheiten ein

Die Schülerinnen und Schüler sollen wissen, dass sich ein gläubiger Mensch nicht in die Angelegenheiten eines Anderen einmischen darf – und sollen kritisch reflektieren, wo die Grenze zwischen einer guten Nachbarschaft bzw. Freundschaft und dem Einmischen in fremde Angelegenheiten besteht. Allahs Gesandter (a.s.) hat gesagt: „Zum guten Islam eines Menschen gehört zu lassen, was ihn nicht angeht.“ (Tirmidhi u.a.)

Ich denke nicht nur an mich (Selbstlosigkeit)

Die Schülerinnen und Schüler sollen mit dem hohen Charaktermerkmal der Selbstlosigkeit konfrontiert werden und versuchen, dieses mit ihrer Lebenswirklichkeit in Verbindung zu setzen. Der Propheten (a.s.) hat gesagt: „Keiner von euch ist gläubig, bis er für seine Geschwister wünscht, was er für sich selbst wünscht.“ (Bukhari und Muslim)

Ich wünsche den anderen das gleiche wie mir

Die Schülerinnen und Schüler sollen einen hervorragenden Umgang mit anderen Menschen herstellen können. Umar (r) berichtete: … ich hörte Allahs Gesandten (a.s.) sagen: „Wer sich selbst vor Allah erniedrigt, den erhöht Allah, und obwohl er sich selbst als gering ansieht, halten ihn die Menschen für bedeutend, und wer sich angeberisch hervortut, den erniedrigt Allah, und die Menschen sehen ihn als gering an, obwohl er sich selbst für bedeutend hält.“ (Mischkat)

Abu Huraira (r) berichtete: Der Prophet (a.s.) hat gesagt: „Hütet euch vor Neid, denn der Neid frisst die guten Taten auf wie das Feuer den Brennstoff auffrisst.“ (Abu Dawud)

Ich traue mir etwas zu!

Die Schülerinnen und Schüler sollen in der vierten Schulstufe ein Selbstbewusstsein entwickelt haben, das ihnen ermöglicht, selbständig Lösungen für Konflikte zu finden und die eigenen Gefühle immer mehr unter Kontrolle zu haben. Allahs Gesandter (a.s.) hat gesagt: „Drei Dinge gehören zum guten Wesen des Glaubens: dass man, wenn man zornig ist, sich nicht fehlleiten lässt, dass man, wenn man mit jemandem zufrieden ist, sich nicht vom Recht abbringen lässt, und dass man, wenn man Macht hat, sich nicht aneignet, was einem nicht zusteht.“ (Mischkat)

Weiterhin sollen die Schülerinnen und Schüler erfahren, wie fehlerhafte Handlungen ausgeglichen und Reue auch im praktischen Handeln ausgedrückt werden kann. Allahs Gesandter (a.s.) hat gesagt: „Sei dir Allahs bewusst, wo immer du bist und lasse der bösen Tat die gute Tat folgen, sie damit auszulöschen, und begegne den Menschen mit gutem Wesen.“ (Tirmidhi)

Auch die folgenden Überlieferungen sollten mit den Schülerinnen und Schülern besprochen und erarbeitet werden – geht es doch um grundsätzliche Fragen des Glaubens und der Persönlichkeit des Gläubigen. Vor dem Übergang in eine andere Schule sollten die Schülerinnen und Schüler mit Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen ausgestattet sein, um diese neue Phase im Leben kreativ und mit einer klaren Perspektive beschreiten zu können.

Von Abu Amr – Sufyan ibn Abdullah (r), der gesagt hat: Ich sprach: „O Gesandter Allahs, sage mir ein Wort über den Islam, das ich von keinem anderen als dir erfragen kann.“ Er sagte: „Sprich: Ich glaube an Allah, den einzigen Gott – dann stehe dazu!“ (Muslim)

Anas, (r) berichtet, dass Allahs Gesandter (a.s.) gesagt hat: „Stehe deinem Bruder bei, ob er Unrecht tut oder ihm Unrecht geschieht.“ Jemand fragte: „O Gesandter Allahs, gewiss stehe ich ihm bei, wenn ihm Unrecht geschieht, aber wie soll ich ihm beistehen, wo er im Unrecht ist?“ Der Prophet sagte: „Verwehre ihm das Unrecht. Das ist dein Beistand für ihn!“ (Bukhari, Muslim)

Ich habe einen schönen Charakter/ein reines Herz

Die Schülerinnen und Schüler sollen anhand ihrer eigenen Persönlichkeit über gute Absicht (Niyya) und die darauf aufbauenden Handlungen reflektieren. Sie sollen in der Lage sein, sich selbst ein Urteil über eine Angelegenheit bilden zu können und auf ihre innere Stimme zu vertrauen: Allahs Gesandter (a.s.) hat gesagt: „Tugendhaftigkeit ist Schönheit des Charakters, und Sünde ist, was in deiner Seele webt, und du möchtest nicht, dass die Menschen davon erfahren.“ (Muslim)

Und nach Wabisa ibn Ma´bad (r), der gesagt hat: Ich kam zu Allahs Gesandtem (a.s.), und er sagte: „Du bist gekommen, nach der Tugendhaftigkeit zu fragen?“ Ich sagte: „Ja“. Er sagte: „Befrage dein Herz. Rechtschaffenheit ist das, worüber die Seele und das Herz besänftigt und beruhigt sind. Und Sünde ist, was in der Seele webt und in der Brust widerhallt, selbst wenn die Menschen dir wieder und wieder einen guten Bescheid darüber gegeben haben (d.h. selbst wenn die Menschen es gutgeheißen haben).“ (Ahmad und Darimi)

Abu Huraira (r) berichtete vom Allahs Gesandten (a.s.), der gesagt hat: „Wer es einem Menschen in Bedrängnis erleichtert, dem wird es Allah in dieser Welt und im Jenseits erleichtern (Muslim)

In der Auseinandersetzung mit dem folgenden Hadith sollen die Schülerinnen und Schüler eine klare Verantwortung auch für ihr eigenes Leben erkennen und wissen, dass sie von Allah (t) reichliche Gaben erhalten haben und auch noch werden. Auch Anas (r) berichtete: Ich hörte Allahs Gesandten (a.s.) sagen: „Allah der Erhabene hat gesagt: O Sohn Adams, so lange du Mich anflehst und auf Mich hoffst, vergebe Ich dir, was von dir ist und beachte es nicht. O Sohn Adams, wenn auch deine Missetaten bis zu den Wolken des Himmels reichten, und du Mich um Verzeihung bittest, so vergebe Ich dir. O Sohn Adams, wenn du Mir Sünden brächtest, nahezu gleich der gesamten Erde, und du Mir nichts beigesellst, würde Ich dir gewiss nahezu gleichermaßen Verzeihung entgegen bringen.“ (Hasan Sahih: Tirmidhi)

Ich lerne den Qur’an

Die Schülerinnen und Schüler sollen in diesem Kapitel die Verse sowohl in Deutsch als auch in Arabisch erlernen als auch ihre Inhalte erarbeiten.

At-Tin (95) – Ich bin auf beste Art und Weise erschaffen worden

Ad-Duha (93) – Ich vertraue auf Allah und weise keinen Menschen zurück

Al-Humasa (104) – Ich bin ein zufriedener Mensch und meckere nicht

Al-Takaathur (102) – Ich besuche den Friedhof und gedenke der

Verstorbenen

Ayatul-Kursi (2/286) – Allah ist immer bei mir und beschützt mich

Wir feiern das Opferfest

Die Schülerinnen und Schüler sollen alle wichtigen Informationen über das Opferfest erhalten und in der Lage sein, diese auch zu reflektieren und ihre Bedeutung auf ihr Leben zu übertragen. Darüber hinaus wäre es wünschenswert, wenn sie eine Feier in der Schule organisieren und ihre Mitschülerinnen und Mitschüler hierzu einladen.

Die Geschichte von Ibrahim / Abraham (a.s.)

Die Erinnerung an Hadschar (r) und Ismail (a.s.)

Wir laden Gäste zu unserer Feier

Sabine und ich reden über Religion

Die Schülerinnen und Schüler sollen dazu befähigt werden, mit Kindern anderer religiöser Zugehörigkeit einen respektvollen und anerkennenden Austausch auch über religiöse Inhalte zu haben. Sie sollen erkennen, welch zahlreiche Gemeinsamkeiten sie unabhängig von ihrer unterschiedlichen religiösen Zugehörigkeit haben und wie schön es ist, gemeinsam mit dem anderen das Leben zu gestalten.

Wir haben die gleiche Heimat / Österreich ist unsere gemeinsame Heimat

Die Schülerinnen und Schüler sollen Österreich als Heimat bzw. als Bezugspunkt in ihrem Leben annehmen und keinen Widerspruch zwischen ihrer Hinwendung zu Österreich und ihrem Muslimsein konstruieren. Sie sollen wissen, dass Religon und Nationalität bzw. Herkunft unterschiedliche Kategorien sind und dass sie als Österreicherinnen bzw. Österreicher (bzw. als Schülerinnen und Schüler mit dem Lebensmittelpunkt Österreich) einen Teil der Gesellschaft darstellen und Verantwortung tragen.

Wir tauschen uns über unsere Religionen aus – über Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Ausgehend von der tatsächlichen Klassensituation können sich in diesem Kontext Schülerinnen und Schüler in einem Projekt über die Gemeinsamkeiten und Unterschiede ihrer Religion austauschen und darüber reflektieren. Sie sollen wissen, dass nur durch Respekt und Anerkennung ein friedliches Miteinander bewahrt werden kann.

Ich respektiere die Religion von Sabine

Ich gratuliere ihr zu ihren Festen

Schlagworte

Bildungsaufgabe, Konzentrationsfähigkeit, Muttertagskarte, Sommerreise, Zwiesprache

Im RIS seit

08.08.2011

Zuletzt aktualisiert am

08.08.2011

Gesetzesnummer

20007378

Dokumentnummer

NOR40130389