Rechtssatz für 5Ob81/91; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0044088

Geschäftszahl

5Ob81/91; 8Ob1567/92; 8Ob1643/92 (8Ob1644/92); 7Ob1658/92; 1Ob504/93; 8Ob1617/93; 8Ob652/93; 3Ob157/93; 9Ob1534/94; 9Ob1535/94; 3Ob507/94; 7Ob555/94; 10Ob521/94; 4Ob1005/95; 4Ob1545/95; 2Ob280/91 (2Ob581/95); 1Ob574/95; 1Ob2094/96i; 1Ob2015/96x; 2Ob2107/96h; 4Ob2052/96k; 5Ob2147/96p; 7Ob2415/96i; 4Ob78/97t; 10Ob44/97m; 8ObA36/97w; 9Ob167/97t; 5Ob41/98k; 8Ob177/98g; 5Ob200/98t; 5Ob207/98x; 8ObA46/99v; 9Ob46/99a; 5Ob58/99m; 2Ob66/99s; 9ObA259/99z; 10Ob360/99k; 8ObS34/00h; 1Ob94/00f; 9Ob35/00p; 6Ob137/00s; 5Ob247/00k; 8Ob183/00w; 2Ob25/01t; 6Ob333/00i; 9Ob278/00y; 9ObA281/00i; 2Ob201/01z; 9Ob248/01p; 6Ob107/02g; 7Ob69/02a; 8Ob146/02g; 8ObA201/02w; 6Ob100/03d; 4Ob147/03a; 3Ob288/03d; 10ObS81/04s; 3Ob131/04t; 7Ob179/04f; 8ObA47/05b; 6Ob287/05g; 10Ob143/05k; 8Ob118/05v; 8ObA7/07y; 7Ob117/07t; 10Ob33/07m; 3Ob218/07s; 8Ob116/07b; 4Ob249/07g; 10Ob24/08i; 5Ob60/08x; 8Ob50/08y; 5Ob24/08b; 1Ob6/08a; 6Ob22/09t; 8ObS9/09w; 7Ob259/09b; 7Ob246/09s; 2Ob239/09z; 6Ob113/09z; 6Ob43/10g; 8ObA56/10h; 9ObA89/10v; 3Ob241/10b; 3Ob21/11a; 8Ob17/11z; 8ObA10/11w; 5Ob239/10y; 2Ob57/11p; 1Ob51/11y; 6Ob77/11h; 6Ob117/11s; 6Ob230/11h; 4Ob191/11h; 1Ob264/11x; 7Ob221/11t; 3Ob25/12s; 1Ob211/11b; 9Ob16/12m; 1Ob71/12s; 4Ob21/13m; 3Ob102/13s; 8ObA42/13d; 7Ob114/13k; 9ObA48/13v; 10Ob31/13a; 9ObA60/13h; 8ObA73/13p; 5Ob227/13p; 9ObA167/13v; 10ObS47/14f; 9ObA79/14d; 9ObA81/14y; 9ObA74/14v; 6Ob224/14f; 7Ob126/14a; 3Ob226/14b; 6Ob57/15y; 1Ob200/15s; 10Ob22/16g; 1Ob125/16p; 9ObA38/17d; 1Ob10/17b; 1Ob132/17v; 8ObA55/16w; 6Ob153/17v; 1Ob171/17d; 1Ob207/17y; 1Ob230/17f; 1Ob17/18h; 7Ob59/18d; 5Ob11/18f; 8ObA21/18y; 8Ob114/18z; 8Ob101/19i; 8Ob22/21z; 4Ob41/21i; 6Ob87/21v; 4Ob82/21v; 8Ob94/21p; 4Ob72/22z; 6Ob102/22a; 8Ob1/23i; 8Ob27/23p; 2Ob112/23v; 8ObA76/23v; 1Ob197/23m

Entscheidungsdatum

05.03.2024

Norm

AußStrG 2005 §62 Abs1
DSGVO Art6 Abs1 litf
WEG §15
ZPO §502
ZPO §508a
  1. ZPO § 502 heute
  2. ZPO § 502 gültig von 01.01.2031 bis 30.04.2022 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 148/2020
  3. ZPO § 502 gültig ab 01.01.2031 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 61/2022
  4. ZPO § 502 gültig von 01.05.2022 bis 31.12.2030 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 61/2022
  5. ZPO § 502 gültig von 01.01.2021 bis 30.04.2022 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 148/2020
  6. ZPO § 502 gültig von 01.07.2009 bis 31.12.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 52/2009
  7. ZPO § 502 gültig von 01.01.2005 bis 30.06.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 128/2004
  8. ZPO § 502 gültig von 01.01.2005 bis 31.12.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 112/2003
  9. ZPO § 502 gültig von 01.01.2003 bis 31.12.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 76/2002
  10. ZPO § 502 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 98/2001
  11. ZPO § 502 gültig von 01.01.1998 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 140/1997
  12. ZPO § 502 gültig von 01.08.1989 bis 31.12.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 343/1989
  1. ZPO § 508a heute
  2. ZPO § 508a gültig ab 01.01.1998 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 140/1997
  3. ZPO § 508a gültig von 01.08.1989 bis 31.12.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 343/1989

Rechtssatz

Eine Einzelfallentscheidung ist für den OGH nur dann überprüfbar, wenn im Interesse der Rechtssicherheit ein grober Fehler bei der Auslegung der anzuwendenden Rechtsnorm, konkret bei der Auslegung des unbestimmten Gesetzesbegriffs der Unzumutbarkeit korrigiert werden müsste. Gebietet das Gesetz die Entscheidung nach billigem Ermessen, könnte letztlich nur eine eklatante Überschreitung dieses Ermessens aufgegriffen werden.

Anmerkung

Bem: Der Rechtssatz wird wegen der Häufigkeit seiner Zitierung ("überlanger RS") nicht bei jeder einzelnen Bezugnahme, sondern nur fallweise mit einer Gleichstellungsindizierung versehen.

Entscheidungstexte

  • 5 Ob 81/91
    Entscheidungstext OGH 08.10.1991 5 Ob 81/91
  • 8 Ob 1567/92
    Entscheidungstext OGH 21.05.1992 8 Ob 1567/92
    Beisatz: Hier: Ausmessung der Ausgleichszahlung gemäß § 83 Abs 1 EheG. (T1)
  • 8 Ob 1643/92
    Entscheidungstext OGH 08.10.1992 8 Ob 1643/92
    Auch
  • 7 Ob 1658/92
    Entscheidungstext OGH 26.11.1992 7 Ob 1658/92
  • 1 Ob 504/93
    Entscheidungstext OGH 29.01.1993 1 Ob 504/93
    Auch; nur: Eine Einzelfallentscheidung ist für den OGH nur dann überprüfbar, wenn im Interesse der Rechtssicherheit ein grober Fehler bei der Auslegung der anzuwendenden Rechtsnorm, konkret bei der Auslegung des unbestimmten Gesetzesbegriffs der Unzumutbarkeit korrigiert werden müsste. (T2)
  • 8 Ob 1617/93
    Entscheidungstext OGH 30.09.1993 8 Ob 1617/93
    nur: Gebietet das Gesetz die Entscheidung nach billigem Ermessen, könnte letztlich nur eine eklatante Überschreitung dieses Ermessens aufgegriffen werden. (T3)
    Beis wie T1
  • 8 Ob 652/93
    Entscheidungstext OGH 16.12.1993 8 Ob 652/93
    Auch; nur T2
  • 3 Ob 157/93
    Entscheidungstext OGH 23.03.1994 3 Ob 157/93
    Auch
  • 9 Ob 1534/94
    Entscheidungstext OGH 20.04.1994 9 Ob 1534/94
    Auch; nur T3
  • 9 Ob 1535/94
    Entscheidungstext OGH 04.05.1994 9 Ob 1535/94
    Auch; nur T3; Beisatz: Hier: § 83 Abs 1 EheG. (T4)
  • 3 Ob 507/94
    Entscheidungstext OGH 25.05.1994 3 Ob 507/94
    Auch; nur T2
  • 7 Ob 555/94
    Entscheidungstext OGH 31.08.1994 7 Ob 555/94
    Vgl; Beisatz: Im Einzelfall verbleibender Ermessensspielraum, ob schikanöse Rechtsausübung vorliegt und ob Werkmängel unerheblich sind. (T5)
  • 10 Ob 521/94
    Entscheidungstext OGH 28.02.1995 10 Ob 521/94
    nur T2
  • 4 Ob 1005/95
    Entscheidungstext OGH 17.01.1995 4 Ob 1005/95
    Vgl; nur T2
  • 4 Ob 1545/95
    Entscheidungstext OGH 25.04.1995 4 Ob 1545/95
    Auch; nur T2; Beisatz: Hier: Frage der stillschweigenden Bevollmächtigung. (T6)
  • 2 Ob 280/91
    Entscheidungstext OGH 23.11.1995 2 Ob 280/91
    nur T2, Beisatz: Hier: Zumutbarkeit von Sicherungsmaßnahmen bei der Gastwirtehaftung. (T7)
  • 1 Ob 574/95
    Entscheidungstext OGH 17.10.1995 1 Ob 574/95
    Auch; nur T3
  • 1 Ob 2094/96i
    Entscheidungstext OGH 04.06.1996 1 Ob 2094/96i
    Auch; nur T3
  • 1 Ob 2015/96x
    Entscheidungstext OGH 26.03.1996 1 Ob 2015/96x
    Auch; nur T3
  • 2 Ob 2107/96h
    Entscheidungstext OGH 13.06.1996 2 Ob 2107/96h
    nur: Eine Einzelfallentscheidung ist für den OGH nur dann überprüfbar, wenn im Interesse der Rechtssicherheit ein grober Fehler bei der Auslegung der anzuwendenden Rechtsnorm korrigiert werden müsste. (T8)
    Beisatz: Bewegt sich das Berufungsgericht im Rahmen der Grundsätze einer ständigen Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofes und trifft es seine Entscheidung ohne krasse Fehlbeurteilung aufgrund der besonderen Umstände des Einzelfalles, so liegt eine erhebliche Rechtsfrage nicht vor. (T9)
  • 4 Ob 2052/96k
    Entscheidungstext OGH 16.04.1996 4 Ob 2052/96k
    Auch; Beisatz: Eine an den besonderen Umständen des Einzelfalls orientierte, letztlich dem billigen Ermessen des Gerichtes anheimgestellte Entscheidung ist, wenn sich keine eklatante Fehlbeurteilung erkennen lässt, nicht revisibel. (T10)
    Beisatz: Hier: Höhe des Entgelts (der "Leihgebühr" für Notenmaterial). (T11)
  • 5 Ob 2147/96p
    Entscheidungstext OGH 12.11.1996 5 Ob 2147/96p
    Vgl auch; Beis wie T9; Beisatz: Hier: Die Ansicht des Rekursgerichts, aus dem gestellten Antrag ergebe sich mit hinreichender Deutlichkeit, dass die Antragsteller eine bestimmte Benützung eines Liegenschaftsteiles anstreben, stellt jedenfalls keine krasse Fehlbeurteilung dar. (T12)
  • 7 Ob 2415/96i
    Entscheidungstext OGH 02.04.1997 7 Ob 2415/96i
    Auch; nur T2
  • 4 Ob 78/97t
    Entscheidungstext OGH 18.03.1997 4 Ob 78/97t
    Auch; nur T3; Beis wie T4
  • 10 Ob 44/97m
    Entscheidungstext OGH 22.05.1997 10 Ob 44/97m
    Vgl auch
  • 8 ObA 36/97w
    Entscheidungstext OGH 12.06.1997 8 ObA 36/97w
    nur T2; Beisatz: Hier: Es ist eine Frage des Einzelfalles, ob eine Beraterin in einem Schlankheitsstudio eine Angestelltentätigkeit ausübt oder nicht. (T13)
  • 9 Ob 167/97t
    Entscheidungstext OGH 05.11.1997 9 Ob 167/97t
    Auch
  • 5 Ob 41/98k
    Entscheidungstext OGH 24.02.1998 5 Ob 41/98k
    Vgl auch
  • 8 Ob 177/98g
    Entscheidungstext OGH 24.08.1998 8 Ob 177/98g
    Auch; nur T3; Beis wie T4
  • 5 Ob 200/98t
    Entscheidungstext OGH 29.09.1998 5 Ob 200/98t
    Vgl auch; nur T8; Beisatz: Hier: § 14 Abs 1 AußStrG. (T14)
  • 5 Ob 207/98x
    Entscheidungstext OGH 29.09.1998 5 Ob 207/98x
    Vgl auch; nur T8; Beisatz: Hier: Haftungsfragen wegen Verletzung der Verwahrungspflicht beziehungsweise Beaufsichtigungspflicht des Tierhalters sowie Überprüfung eines allfälligen Mitverschuldens des Geschädigten. (T15)
  • 8 ObA 46/99v
    Entscheidungstext OGH 25.02.1999 8 ObA 46/99v
    Auch; Beisatz: Die von den Umständen des Einzelfalles abhängige Ermessensentscheidung über die Schwere eines Verschuldens betrifft - solange der zweiten Instanz kein an die Grenzen des Missbrauches gehender Fehler unterlief oder der Ermessensspielraum eklatant überschritten wurde - keine erhebliche Rechtsfrage. (T16)
    Beisatz: Hier: An der Versäumung der Frist für den Einspruch gegen einen Zahlungsbefehl. (T17)
  • 9 Ob 46/99a
    Entscheidungstext OGH 17.03.1999 9 Ob 46/99a
    Auch; nur T8
  • 5 Ob 58/99m
    Entscheidungstext OGH 23.03.1999 5 Ob 58/99m
    Vgl; Beisatz: Die Beurteilung der Genehmigungsfähigkeit einer dem § 13 Abs 2 WEG zu unterstellenden Änderung hängt stets von den Umständen des Einzelfalls ab, sodass nur eine grobe Verkennung der Rechtslage, etwa ein Abweichen von Leitlinien der einschlägigen Judikatur, die Anrufung des Obersten Gerichtshofes rechtfertigen könnte. (T18)
  • 2 Ob 66/99s
    Entscheidungstext OGH 11.03.1999 2 Ob 66/99s
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Schmerzengeld. (T19)
  • 9 ObA 259/99z
    Entscheidungstext OGH 12.01.2000 9 ObA 259/99z
    nur T2; Beis wie T13
  • 10 Ob 360/99k
    Entscheidungstext OGH 25.01.2000 10 Ob 360/99k
    Auch; nur T2
  • 8 ObS 34/00h
    Entscheidungstext OGH 24.02.2000 8 ObS 34/00h
    nur T8
  • 1 Ob 94/00f
    Entscheidungstext OGH 28.04.2000 1 Ob 94/00f
    Auch; Beisatz: Eine erhebliche Rechtsfrage nur dann zu lösen, wenn das Berufungsgericht den vorgegebenen Ermessensrahmen grob missachtet hätte. (T20)
    Beisatz: Hier: Umfang des immateriellen Schadenersatzes für nicht dem Gesetz entsprechende Haft. (T21)
  • 9 Ob 35/00p
    Entscheidungstext OGH 31.05.2000 9 Ob 35/00p
    Beis wie T20
  • 6 Ob 137/00s
    Entscheidungstext OGH 28.06.2000 6 Ob 137/00s
    Vgl auch; nur T3; Beis wie T1; Beisatz: Die nach dem Grundsatz der Billigkeit zu erfolgende Aufteilung des ehelichen Gebrauchsvermögens und der ehelichen Ersparnisse hängt jeweils von den Umständen des Einzelfalles ab. Eine erhebliche Rechtsfrage liegt nur dann vor, wenn dargetan wird, dass die zweite Instanz bei Beurteilung dieses Einzelfalles in Überschreitung ihres Ermessensbereiches von den allgemeinen Grundsätzen abgewichen ist. (T22)
  • 5 Ob 247/00k
    Entscheidungstext OGH 24.10.2000 5 Ob 247/00k
    Auch; nur T3; Beisatz: Hier: Beurteilungsspielraum gemäß § 19 Abs 3 WEG, ob das gesetzliche Modell der Kostenverteilung zugunsten eines gerechteren aufgegeben werden soll. (T23)
  • 8 Ob 183/00w
    Entscheidungstext OGH 21.12.2000 8 Ob 183/00w
    nur T8; Beisatz: Hier: Verneinung eines Instruktionsfehlers im Sinne des § 5 PHG. (T24)
  • 2 Ob 25/01t
    Entscheidungstext OGH 22.02.2001 2 Ob 25/01t
    Vgl auch; Beis wie T19
  • 6 Ob 333/00i
    Entscheidungstext OGH 26.04.2001 6 Ob 333/00i
    Vgl auch; nur T3; Beis ähnlich wie T9
  • 9 Ob 278/00y
    Entscheidungstext OGH 11.04.2001 9 Ob 278/00y
    Auch; nur T8; Beis wie T9
  • 9 ObA 281/00i
    Entscheidungstext OGH 25.04.2001 9 ObA 281/00i
    nur T2
  • 2 Ob 201/01z
    Entscheidungstext OGH 06.09.2001 2 Ob 201/01z
    Auch; nur T3; Beis wie T19
  • 9 Ob 248/01p
    Entscheidungstext OGH 24.10.2001 9 Ob 248/01p
    Vgl auch; Beis wie T22
  • 6 Ob 107/02g
    Entscheidungstext OGH 16.05.2002 6 Ob 107/02g
    Auch; Beis wie T24
  • 7 Ob 69/02a
    Entscheidungstext OGH 29.04.2002 7 Ob 69/02a
    Auch; Beis wie T14
  • 8 Ob 146/02g
    Entscheidungstext OGH 19.09.2002 8 Ob 146/02g
    Vgl auch; nur T8
  • 8 ObA 201/02w
    Entscheidungstext OGH 19.09.2002 8 ObA 201/02w
    Auch; Beisatz: Hier: Frage der Unterbrechung eines Rechtsstreites gemäß § 191 ZPO. (T25)
  • 6 Ob 100/03d
    Entscheidungstext OGH 26.06.2003 6 Ob 100/03d
    Auch; Beisatz: Hier: Die Beurteilung, ob bestimmte festgestellte Mängel gänzlich unerheblich sind. (T26)
  • 4 Ob 147/03a
    Entscheidungstext OGH 16.12.2003 4 Ob 147/03a
    Auch; nur T2; Beisatz: Hier: Auslegung von Willenserklärungen. (T27)
  • 3 Ob 288/03d
    Entscheidungstext OGH 25.02.2004 3 Ob 288/03d
    nur T8
  • 10 ObS 81/04s
    Entscheidungstext OGH 18.05.2004 10 ObS 81/04s
    nur T8
  • 3 Ob 131/04t
    Entscheidungstext OGH 29.06.2004 3 Ob 131/04t
    Vgl auch; Beis wie T16 nur: Die von den Umständen des Einzelfalles abhängige Ermessensentscheidung stellt - solange der zweiten Instanz kein an die Grenzen des Missbrauches gehender Fehler unterlief - keine erhebliche Rechtsfrage. (T28)
  • 7 Ob 179/04f
    Entscheidungstext OGH 08.09.2004 7 Ob 179/04f
    Auch
  • 8 ObA 47/05b
    Entscheidungstext OGH 08.09.2005 8 ObA 47/05b
    Auch; nur T2
  • 6 Ob 287/05g
    Entscheidungstext OGH 26.01.2006 6 Ob 287/05g
  • 10 Ob 143/05k
    Entscheidungstext OGH 17.02.2006 10 Ob 143/05k
    Auch; Beisatz: Die Beurteilung der Billigkeit bzw Unbilligkeit hängt von den im Einzelfall gegebenen Umständen ab. (T29)
  • 8 Ob 118/05v
    Entscheidungstext OGH 23.11.2006 8 Ob 118/05v
    Vgl auch; Beisatz: Ob den Kläger ein Mitverschulden am von ihm geltend gemachten Schaden trifft, ist eine Frage des Einzelfalls, die die Voraussetzungen des § 502 Abs 1 ZPO nicht verwirklicht. (T30)
  • 8 ObA 7/07y
    Entscheidungstext OGH 31.01.2007 8 ObA 7/07y
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Zur Frage, ob ein konkretes Verhalten einen Entlassungsgrund verwirklicht. (T31)
  • 7 Ob 117/07t
    Entscheidungstext OGH 20.06.2007 7 Ob 117/07t
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Die Frage, „ob die Benutzung eines unzureichend gesicherten Wanderweges ein Mitverschulden im Sinn einer Sorglosigkeit gegenüber eigenen Gütern darstellt", ist eine Frage des Einzelfalls. (T32)
  • 10 Ob 33/07m
    Entscheidungstext OGH 26.06.2007 10 Ob 33/07m
    Vgl auch; Beis wie T30
  • 3 Ob 218/07s
    Entscheidungstext OGH 23.10.2007 3 Ob 218/07s
    Auch; Beis ähnlich wie T28; Beisatz: Hier: Auswahl des Sachverständigen. (T33)
  • 8 Ob 116/07b
    Entscheidungstext OGH 17.12.2007 8 Ob 116/07b
    Auch; nur T2; Beisatz: Hier: Unzumutbarkeit nach § 364 Abs 3 ABGB. (T34)
  • 4 Ob 249/07g
    Entscheidungstext OGH 14.02.2008 4 Ob 249/07g
    Auch; Beisatz: Hier: Verkehrssicherungspflicht bei Niveauunterschied im Gehsteig. (T35)
  • 10 Ob 24/08i
    Entscheidungstext OGH 10.03.2008 10 Ob 24/08i
    Auch; Beisatz: Die Auslegung von Willenserklärungen im Einzelfall und Auslegungsfragen über die Erklärungsabsicht im Einzelfall sind vom Obersten Gerichtshof - von groben Auslegungsfehlern und sonstigen krassen Fehlbeurteilungen abgesehen - nicht zu überprüfen. (T36)
  • 5 Ob 60/08x
    Entscheidungstext OGH 01.04.2008 5 Ob 60/08x
    Vgl; Beisatz: Die Auslegung eines außerstreitigen Antrags ist ebenso einzelfallbezogen (5 Ob 2147/96p) wie die Beurteilung, ob durch eine Neuformulierung des Spruchs das Begehren überschritten wird. (T37)
  • 8 Ob 50/08y
    Entscheidungstext OGH 28.04.2008 8 Ob 50/08y
    Vgl; Beisatz: Die Anwendung von von der Rechtsprechung bereits entwickelten Grundsätzen im Einzelfall stellt nur dann eine erhebliche Rechtsfrage im Sinne des § 528 Abs 1 ZPO dar, wenn es sich um eine aus Gründen der Rechtssicherheit aufzugreifende Fehlbeurteilung handelt. (T38)
  • 5 Ob 24/08b
    Entscheidungstext OGH 15.04.2008 5 Ob 24/08b
    Vgl auch; Beisatz: Auch eine Ermessensentscheidung fordert vom Rechtsanwender eine nachvollziehbare Subsumtion des festgestellten Sachverhalts unter die gesetzlichen Vorgaben unter Heranziehung der von der Rechtsprechung vorgegebenen Wertungen. Erst die Beurteilung, ob eine erhebliche Rechtsfrage vorliegt, lässt die Umstände des Einzelfalls zurücktreten, nachdem diese allerdings vorher geprüft wurden. (T39)
    Beisatz: Wird die Untersuchung der konkret vorgetragenen, bei der Ermessensausübung zu berücksichtigenden Kriterien mit unzureichender Begründung unterlassen, liegt insofern eine erhebliche Rechtsfrage vor. (T40)
  • 1 Ob 6/08a
    Entscheidungstext OGH 10.06.2008 1 Ob 6/08a
    Auch; Beisatz: Hier: Frage, ob Klage pflegschaftsgerichtlich zu genehmigen ist. (T41)
  • 6 Ob 22/09t
    Entscheidungstext OGH 26.03.2009 6 Ob 22/09t
    Vgl; Beisatz: Hier: Verkehrssicherungspflichten und Verschuldensteilung. (T42)
  • 8 ObS 9/09w
    Entscheidungstext OGH 27.08.2009 8 ObS 9/09w
    Auch; Beisatz: Hier: Beurteilung, ob ein beherrschender Einfluss im Sinne des § 1 Abs 6 Z 2 IESG besteht. (T43)
  • 7 Ob 259/09b
    Entscheidungstext OGH 27.01.2010 7 Ob 259/09b
    Auch; Beis ähnlich wie T9
  • 7 Ob 246/09s
    Entscheidungstext OGH 16.12.2009 7 Ob 246/09s
    Auch; Beis wie T41
  • 2 Ob 239/09z
    Entscheidungstext OGH 18.12.2009 2 Ob 239/09z
    Beisatz: Hier: Frage, ob die verweigerte Zustimmung zur Adoption gemäß § 181 Abs 3 ABGB zu ersetzen ist. (T44)
  • 6 Ob 113/09z
    Entscheidungstext OGH 14.01.2010 6 Ob 113/09z
    nur T2; Bem: Hier: Beurteilung, ob „Unzumutbarkeit" im Sinne des § 933a Abs 2 Satz 2 ABGB vorliegt. (T45)
  • 6 Ob 43/10g
    Entscheidungstext OGH 19.03.2010 6 Ob 43/10g
    Vgl auch; Bem: Hier: Ausmaß eines Mitverschuldens des Geschädigten. (T46)
  • 8 ObA 56/10h
    Entscheidungstext OGH 22.09.2010 8 ObA 56/10h
    Auch; nur T2; Beis wie T31
  • 9 ObA 89/10v
    Entscheidungstext OGH 29.09.2010 9 ObA 89/10v
    Auch; nur T8
  • 3 Ob 241/10b
    Entscheidungstext OGH 19.01.2011 3 Ob 241/10b
    Auch
  • 3 Ob 21/11a
    Entscheidungstext OGH 23.02.2011 3 Ob 21/11a
    nur T8
  • 8 Ob 17/11z
    Entscheidungstext OGH 22.02.2011 8 Ob 17/11z
    nur T8
  • 8 ObA 10/11w
    Entscheidungstext OGH 22.02.2011 8 ObA 10/11w
    Auch; nur T8
  • 5 Ob 239/10y
    Entscheidungstext OGH 08.03.2011 5 Ob 239/10y
    Vgl auch; nur ähnlich T8
  • 2 Ob 57/11p
    Entscheidungstext OGH 07.04.2011 2 Ob 57/11p
    Auch; Beis wie T26
  • 1 Ob 51/11y
    Entscheidungstext OGH 28.04.2011 1 Ob 51/11y
    Auch; Beis ähnlich wie T35; Beis wie T42
  • 6 Ob 77/11h
    Entscheidungstext OGH 18.07.2011 6 Ob 77/11h
    Vgl auch
  • 6 Ob 117/11s
    Entscheidungstext OGH 14.09.2011 6 Ob 117/11s
    Auch; Beis wie T42
  • 6 Ob 230/11h
    Entscheidungstext OGH 24.11.2011 6 Ob 230/11h
    Auch
  • 4 Ob 191/11h
    Entscheidungstext OGH 20.12.2011 4 Ob 191/11h
    Vgl auch; Beis wie T30
  • 1 Ob 264/11x
    Entscheidungstext OGH 31.01.2012 1 Ob 264/11x
    Auch; nur T8
  • 7 Ob 221/11t
    Entscheidungstext OGH 25.01.2012 7 Ob 221/11t
    Vgl auch
  • 3 Ob 25/12s
    Entscheidungstext OGH 14.03.2012 3 Ob 25/12s
  • 1 Ob 211/11b
    Entscheidungstext OGH 22.12.2011 1 Ob 211/11b
    Auch; nur T8
  • 9 Ob 16/12m
    Entscheidungstext OGH 30.04.2012 9 Ob 16/12m
    Vgl auch; Beis wie T46
  • 1 Ob 71/12s
    Entscheidungstext OGH 22.06.2012 1 Ob 71/12s
    Auch; nur T3; Beisatz: Hier: Frage des Ausschlusses bzw der Einschränkung des Ersatzanspruchs im Fall des § 3 Abs 2 Satz 1 StEG 2005. (T47)
  • 4 Ob 21/13m
    Entscheidungstext OGH 17.04.2013 4 Ob 21/13m
    Auch; Beisatz: Hier: Verschuldensbemessung bei der Ehescheidung. (T48)
  • 3 Ob 102/13s
    Entscheidungstext OGH 19.06.2013 3 Ob 102/13s
    Auch; nur T8
  • 8 ObA 42/13d
    Entscheidungstext OGH 27.06.2013 8 ObA 42/13d
    Auch; Beis wie T31
  • 7 Ob 114/13k
    Entscheidungstext OGH 03.07.2013 7 Ob 114/13k
    Auch; Beisatz: Hier: Auslegung des Prozessvorbringens. (T49)
  • 9 ObA 48/13v
    Entscheidungstext OGH 25.06.2013 9 ObA 48/13v
    Vgl auch; Beis wie T31
  • 10 Ob 31/13a
    Entscheidungstext OGH 23.07.2013 10 Ob 31/13a
    Auch
  • 9 ObA 60/13h
    Entscheidungstext OGH 27.09.2013 9 ObA 60/13h
    Auch
  • 8 ObA 73/13p
    Entscheidungstext OGH 28.10.2013 8 ObA 73/13p
    Auch; Beisatz: Die Frage, ob ein bestimmtes festgestelltes Verhalten die Kriterien der sexuellen Belästigung nach § 6 Abs 2 GlBG erfüllt, ist einzelfallbezogen und begründet in der Regel, außer bei krasser Fehlbeurteilung, keine erhebliche Rechtsfrage iSd § 502 Abs 1 ZPO. (T50)
  • 5 Ob 227/13p
    Entscheidungstext OGH 17.12.2013 5 Ob 227/13p
    nur T8; Beisatz: Hier: Frage ob nach § 180 Abs 1 Z 2 ABGB idF KindNamRÄG 2013 das Gericht ‑ sofern dies dem Wohl des Kindes entspricht ‑ eine Phase der vorläufigen elterlichen Verantwortung anzuordnen hat, wenn ein Elternteil gegen den Willen des anderen die Übertragung der alleinigen Obsorge an ihn oder seine Beteiligung an der Obsorge anstrebt. (T51)
  • 9 ObA 167/13v
    Entscheidungstext OGH 29.01.2014 9 ObA 167/13v
    Beis wie T50
  • 10 ObS 47/14f
    Entscheidungstext OGH 19.05.2014 10 ObS 47/14f
    Auch; Beisatz: Hier: § 258 Abs 4 lit d ASVG. (T52)
  • 9 ObA 79/14d
    Entscheidungstext OGH 25.09.2014 9 ObA 79/14d
    Beisatz: Hier: Entscheidung über Berechtigung zum Urlaubsantritt anlässlich einer Feststellungsklage gemäß § 4 Abs 4 UrlG. (T53)
  • 9 ObA 81/14y
    Entscheidungstext OGH 25.09.2014 9 ObA 81/14y
    Auch; Beisatz: Hier: Frage, ob eine Dienstnehmerin an einer Selbstbedienungstankstelle samt Waschanlage, Shop und Bistro (ohne organisatorische Trennung zwischen Tankstellenbereich und Shop) eine Angestelltentätigkeit ausübt oder nicht. (T54)
  • 9 ObA 74/14v
    Entscheidungstext OGH 25.09.2014 9 ObA 74/14v
    Beis ähnlich wie T13
  • 6 Ob 224/14f
    Entscheidungstext OGH 16.01.2015 6 Ob 224/14f
    Auch; Beis ähnlich wie T28
  • 7 Ob 126/14a
    Entscheidungstext OGH 10.12.2014 7 Ob 126/14a
    Vgl; nur T8
  • 3 Ob 226/14b
    Entscheidungstext OGH 18.02.2015 3 Ob 226/14b
    Auch
  • 6 Ob 57/15y
    Entscheidungstext OGH 27.04.2015 6 Ob 57/15y
    Auch; Beis wie T25; Beisatz: Dieselben Maßstäbe sind für die Frage der Unterbrechung eines Firmenbuchverfahrens nach § 19 FBG und die in Abs 2 dieser Bestimmung genannten Kriterien anzuwenden. Danach hat das Gericht von einer Unterbrechung abzusehen oder sie aufzuheben und aufgrund der Aktenlage zu entscheiden, wenn das rechtliche oder wirtschaftliche Interesse an einer raschen Erledigung erheblich überwiegt. (T55)
  • 1 Ob 200/15s
    Entscheidungstext OGH 25.02.2016 1 Ob 200/15s
  • 10 Ob 22/16g
    Entscheidungstext OGH 13.04.2016 10 Ob 22/16g
    Auch
  • 1 Ob 125/16p
    Entscheidungstext OGH 30.08.2016 1 Ob 125/16p
    Auch; Beis wie T41
  • 9 ObA 38/17d
    Entscheidungstext OGH 20.04.2017 9 ObA 38/17d
    Auch; Beis wie T50
  • 1 Ob 10/17b
    Entscheidungstext OGH 28.06.2017 1 Ob 10/17b
    Auch
  • 1 Ob 132/17v
    Entscheidungstext OGH 12.07.2017 1 Ob 132/17v
    Vgl
  • 8 ObA 55/16w
    Entscheidungstext OGH 24.08.2017 8 ObA 55/16w
    nur T3; Beisatz: Hier: Ausgleichsanspruch des Handelsvertreters nach § 24 Abs 1 HVertrG. (T56)
  • 6 Ob 153/17v
    Entscheidungstext OGH 26.09.2017 6 Ob 153/17v
    Auch; Beis wie T10
  • 1 Ob 171/17d
    Entscheidungstext OGH 29.11.2017 1 Ob 171/17d
    Auch
  • 1 Ob 207/17y
    Entscheidungstext OGH 15.12.2017 1 Ob 207/17y
    Vgl auch
  • 1 Ob 230/17f
    Entscheidungstext OGH 27.02.2018 1 Ob 230/17f
    Vgl auch; nur T8
  • 1 Ob 17/18h
    Entscheidungstext OGH 21.03.2018 1 Ob 17/18h
  • 7 Ob 59/18d
    Entscheidungstext OGH 20.04.2018 7 Ob 59/18d
    Vgl
  • 5 Ob 11/18f
    Entscheidungstext OGH 15.05.2018 5 Ob 11/18f
  • 8 ObA 21/18y
    Entscheidungstext OGH 29.05.2018 8 ObA 21/18y
    nur T8; Beis wie T9
  • 8 Ob 114/18z
    Entscheidungstext OGH 26.02.2019 8 Ob 114/18z
    Auch; Beisatz: Hier: Auslegung des Umfangs einer Dienstbarkeit. (T57)
  • 8 Ob 101/19i
    Entscheidungstext OGH 25.10.2019 8 Ob 101/19i
    nur T8; Beis wie T9
  • 8 Ob 22/21z
    Entscheidungstext OGH 30.04.2021 8 Ob 22/21z
    Beis wie T19
  • 4 Ob 41/21i
    Entscheidungstext OGH 20.04.2021 4 Ob 41/21i
    Vgl; Beis wie T37
  • 6 Ob 87/21v
    Entscheidungstext OGH 23.06.2021 6 Ob 87/21v
    Vgl; nur T8; Beis wie T9; Beisatz: Hier: Nach Art 6 Abs 1 lit f DSGVO vorzunehmende Interessenabwägung. (T58)
  • 4 Ob 82/21v
    Entscheidungstext OGH 17.09.2021 4 Ob 82/21v
  • 8 Ob 94/21p
    Entscheidungstext OGH 14.09.2021 8 Ob 94/21p
    nur T8
  • 4 Ob 72/22z
    Entscheidungstext OGH 24.05.2022 4 Ob 72/22z
    Vgl; nur T2; Beisatz: Hier: „berechtigte Gründe“ bzw Unzumutbarkeit als unbestimmter Gesetzesbegriff. (T59)
  • 6 Ob 102/22a
    Entscheidungstext OGH 17.10.2022 6 Ob 102/22a
    Vgl; nur T8; Beis wie T9; Beis wie T58
  • 8 Ob 1/23i
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 23.02.2023 8 Ob 1/23i
    vgl; Beisatz: Ob die Voraussetzungen für einen Entzug der Eigenverwaltung nach § 186 Abs 2 IO vorliegen, ist nach den jeweiligen Umständen zu beurteilen und hat dementsprechend keine über den Einzelfall hinausgehende Bedeutung. (T60)
  • 8 Ob 27/23p
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 21.04.2023 8 Ob 27/23p
    nur T9: Hier: Frage, ob ehemalige Lebensgefährten durch schlüssiges Handeln eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts geschlossen habe. (T61)
  • 2 Ob 112/23v
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 27.06.2023 2 Ob 112/23v
    vgl; Beisatz wie T30
  • 8 ObA 76/23v
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 13.12.2023 8 ObA 76/23v
    vgl; nur T8
  • 1 Ob 197/23m
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 05.03.2024 1 Ob 197/23m
    Beisatz wie T1; Beisatz wie T4; Beisatz wie T22
    Beisatz: Hier: Keine Bedenken gegen die Nichtberücksichtigung eines künftigen „Pensionsnachteils“ aufgrund von Kinderbetreuungszeiten. (T62)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1991:RS0044088

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

19.04.2024

Dokumentnummer

JJR_19911008_OGH0002_0050OB00081_9100000_001

Entscheidungstext 6Ob87/21v

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Fundstelle

DaKo 2021/65 S 114 - DaKo 2021,114 = jusIT 2022/11 S 32 (Thiele) ‑ jusIT 2022,32 (Thiele) = ZIK 2022/40 S 39 - ZIK 2022,39 ‑ Creditscoring

Geschäftszahl

6Ob87/21v

Entscheidungsdatum

23.06.2021

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat als Revisionsgericht durch den Senatspräsidenten Hon.-Prof. Dr. Gitschthaler als Vorsitzenden, die Hofräte Univ.-Prof. Dr. Kodek und Dr. Nowotny, die Hofrätin Dr. Faber und den Hofrat Mag. Pertmayr als weitere Richter in der Rechtssache der klagenden Partei M*, vertreten durch Mag. Bernhard Hofer, Rechtsanwalt in Wien, gegen die beklagte Partei C* GmbH, *, vertreten durch Pitzal/Cerny/Partner Rechtsanwälte OG in Wien, wegen Datenlöschung, über die Revision der klagenden Partei gegen das Urteil des Oberlandesgerichts Wien als Berufungsgericht vom 15. Februar 2021, GZ 12 R 89/20a-28, womit das Urteil des Landesgerichts für Zivilrechtssachen Wien vom 20. August 2020, GZ 6 Cg 2/20p-22, bestätigt wurde, in nichtöffentlicher Sitzung zu Recht erkannt:

Spruch

Der Revision wird nicht Folge gegeben.

Die klagende Partei ist schuldig, der beklagten Partei binnen 14 Tagen die mit 833,88 EUR (darin 138,98 EUR USt) bestimmten Kosten des Revisionsverfahrens zu ersetzen.

Text

Entscheidungsgründe:

[1]       Die Beklagte betreibt eine Auskunftei über Kreditverhältnisse iSd Paragraph 152, GewO 1994. Sie sammelt und verarbeitet Zahlungserfahrungsdaten, die ihr von Inkassounternehmen und anderen Unternehmen automationsunterstützt als Datensatz übermittelt werden. In einer Rahmenvereinbarung haben sich diese Unternehmen gegenüber der Beklagten verpflichtet, Zahlungserfahrungsdaten erst dann zu übermitteln, wenn der Gläubiger nach Fälligkeit der Forderung den Schuldner zumindest dreimal vergeblich gemahnt und danach ein Inkassounternehmen eingeschaltet hat, durch das eine weitere vergebliche Mahnung erfolgte. Werden die Forderungen von den Schuldnern bestritten, speichert die Beklagte diese Datensätze nicht. Erfolgt eine Zahlung der Forderungen zu einem späteren Zeitpunkt, bleiben die Zahlungserfahrungsdaten zwar gespeichert; allerdings wird vermerkt, dass der Zahlungsstatus „positiv erledigt“ ist. Aus den gespeicherten Daten wird aufgrund eines von der Beklagten angewendeten Algorithmus ein Zahlenwert („score“) errechnet, der die Kreditwürdigkeit bzw Zahlungsausfallswahrscheinlichkeit einer Person oder eines Unternehmens widerspiegeln soll. Die Anzahl der negativen Zahlungserfahrungsdaten, die Höhe der aushaftenden Beträge, der Zeitraum seit der Erfassung der Forderung und das Zahlungsverhalten der betroffenen Person/des Unternehmens haben nach dem von der Beklagten festgelegten Algorithmus Einfluss auf den score, der insofern variabel ist, als er sich abhängig vom Zahlungsverhalten im Laufe der Zeit verbessert oder verschlechtert. Nach dem Löschungskonzept der Beklagten werden Zahlungserfahrungsdaten unabhängig von der Höhe der Forderung grundsätzlich nach zehn Jahren, Daten aus Forderungen von Telekommunikationsanbietern nach fünf Jahren gelöscht.

[2]       Die Klägerin schloss 2014 und 2015 bei zwei Mobilfunkbetreibern Mobilfunkverträge ab, bezahlte jedoch die Rechnungsbeträge von 364,13 und 1.452,19 EUR nicht. Einer gerichtlichen Geltendmachung gingen außergerichtliche Betreibungsversuche voraus. Gegen die Klägerin wurden Zahlungsbefehle vom 28. 1. und 18. 2. 2015 sowie zwei Exekutionsbewilligungen erlassen. Die Exekutionsverfahren wurden aufgrund geleisteter Zahlungen am 28. 5. und 10. 6. 2015 eingestellt. Aufgrund der nicht beglichenen Forderungen wurden der Beklagten von den Mobilfunkanbietern negative Zahlungserfahrungsdaten betreffend die Klägerin übermittelt, die sie in ihrer Datenbank erfasste und in der Zwischenzeit wieder löschte. In den Jahren 2017 und 2018 bestellte die Klägerin bei verschiedenen Unternehmen Waren über Web-Shops. Sie bezahlte zumindest fünf Rechnungen nicht, obwohl sie zwischen April 2017 und Juli 2018 über ausreichende finanzielle Mittel verfügte, um diese Forderungen vereinbarungsgemäß zu begleichen. Sie wurde daraufhin von einem Inkassounternehmen zur Zahlung aufgefordert. Nachdem diese Aufforderungen erfolglos geblieben waren, wurde die Klägerin abermals schriftlich mit fünf Mahnungen zur Begleichung der offenen Forderungen aufgefordert. In diesen Mahnungen fand sich jeweils der Hinweis, dass die Zahlungserfahrungsdaten über unbestrittene und nach Eintritt der Fälligkeit unbezahlte Forderungen sowie Adressdaten an die Beklagte zur Verwendung im Rahmen ihrer Gewerbeberechtigung gemäß Paragraph 152, GewO 1994 (Auskunftei über Kreditverhältnisse) übermittelt würden. Dies war der Klägerin bewusst. Sie wendete sich nicht an die Beklagte, um die Richtigkeit der Forderung zu bestreiten.

[3]       Die Klägerin beglich die Forderung von 101,37 EUR am 11. 12. 2018, die Forderung von 173,63 EUR am 19. 10. 2018, die Forderung von 105,70 EUR am 18. 5. 2018, die Forderung von 82,89 EUR am 22. 1. 2018 und die Forderung von 45,40 EUR am 21. 12. 2017. Aufgrund der in den Jahren 2017 und 2018 erfolgten Bestellungen der Klägerin und der nicht beglichenen Forderungen wurden der Beklagten folgende negative Zahlungserfahrungsdaten betreffend die Klägerin übermittelt und in der Datenbank der Beklagten wie folgt erfasst:

Eröffnet

Geschlossen

Kapital- forderung

Offen (EUR)

Forderungs- status

Zahlungs- status

Herkunft d. Information

25.06.2018

11.12.2018

101,37

0,00

außergericht.

Betreibung

positiv

erledigt

*

* gmbh

03.11.2017

19.10.2018

173,63

0,00

Betreibung durch

Rechtsanwalt

positiv

erledigt

*

* gmbh

16.06.2017

18.05.2018

105,70

0,00

außergericht. Betreibung

positiv

erledigt

*

* gmbh

24.04.2017

22.01.2018

82,89

0,00

außergericht. Betreibung

positiv

erledigt

*

* gmbh

15.08.2017

21.12.2017

45,4

0,00

außergericht. Betreibung

positiv

erledigt

*

* gmbh

[4]       Zum früheren Familiennamen der Klägerin („H*“) hatte die Beklagte fünf historische Meldedaten gespeichert, deren Löschung das Erstgericht (rechtskräftig) anordnete.

[5]       Die Teilnahme der Klägerin am Wirtschaftsleben wird durch die Eintragungen in der Datenbank der Beklagten insofern eingeschränkt, als ihr in vielen Bereichen (etwa im Internet) keine Bestellung auf Rechnung ermöglicht, Finanzierungsansuchen nicht gewährt und Mobilfunkverträge verweigert werden. Der Klägerin ist es aber möglich, Bestellungen gegen vorherige Bezahlung zu tätigen und „prepaid“-Mobiltelefone zu nutzen. Gemeinsam mit ihrem Ehemann werden der Klägerin auch Bankkredite gewährt.

[6]       Die Klägerin begehrt von der Beklagten die Löschung aller – soweit im Revisionsverfahren noch von Bedeutung – Zahlungserfahrungsdaten, die diese über sie gespeichert habe. Es bestehe keine Notwendigkeit mehr für die Eintragung, weil alle Fälle positiv erledigt und keine Forderungen mehr offen seien; im Übrigen handle es sich um Bagatellbeträge. Die finanzielle Situation der Klägerin habe sich mittlerweile erheblich verbessert, weshalb die veralteten Daten unvollständig seien und den Eindruck vermittelten, dass die Klägerin eine mangelnde Zahlungsmoral bzw Zahlungsschwierigkeiten habe. Die Verbreitung der Daten verteuerte bzw verunmögliche der Klägerin den Zugang zum wirtschaftlichen Leben. Die Beeinträchtigung und damit das Interesse der Klägerin an der Löschung der Daten sei weit höher als das Interesse möglicher Vertragspartner, die ohnehin nur Bagatellausfälle zu befürchten hätten.

[7]       Die Beklagte wandte ein, die datenschutzrechtliche Grundlage für die Verarbeitung der Daten seien berechtigte Interessen Dritter nach Artikel 6, Absatz eins, Litera f, DSGVO, bezwecke doch die Datenverarbeitung durch die Beklagte, jenen Unternehmen einen Zugriff auf die Daten zu ermöglichen, die bei Lieferung ihrer Waren bzw Dienstleistungen in Vorleistung treten und damit ein Kreditrisiko eingehen. Für sie sei es essentiell, die Zahlungsmoral ihrer potentiellen Vertragspartner einschätzen zu können. Würde die Beklagte sämtliche Forderungen löschen, entstünde bei den die Datenbank der Beklagten einsehenden Kunden ein verzerrtes und unrichtiges Bild über die Bonität der Klägerin. Die Daten seien für einen legitimen Zweck gemäß Artikel 5, Absatz eins, Litera d, DSGVO und rechtmäßig gemäß Artikel 6, Absatz eins, Litera f, DSGVO verarbeitet worden und hätten in dieser Form in der Datenbank der Beklagten zu verbleiben; die Interessen der Beklagten sowie ihrer Kunden würden jedenfalls das Interesse der Klägerin an der Löschung überwiegen.

[8]       Die Vorinstanzen wiesen das Löschungsbegehren hinsichtlich der Zahlungserfassungsdaten ab. Am Betrieb einer Bonitätsdatenbank bestünden Interessen in Bezug auf den Gläubigerschutz und die Risikominimierung dritter Kreditgeber, die von der Rechtsordnung geschützt seien, was sich schon aus Paragraph 152, GewO 1994, aber auch aus Paragraph 7, VKrG und Paragraph 25 a, KSchG ergebe, die an das Bestehen derartiger Register anknüpften. Auch der Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH) habe anerkannt, dass Bonitätsdatenbanken grundsätzlich geeignet seien, die Ungleichheit des Informationsstands von Gläubiger und Schuldner sowie die Ausfallsquote von Kreditnehmern zu verringern und dadurch den Wirkungsgrad des Kreditangebots zu erhöhen vergleiche Rs C-238/05, Asnef-Equifax). Die Verarbeitung bonitätsrelevanter Daten sei daher grundsätzlich zur Wahrung der berechtigten Interessen der Beklagten und ihrer Kunden, aber auch zum Schutz der Schuldner selbst erforderlich. Bei der nach Artikel 6, Absatz eins, Litera f, DSGVO für die Verarbeitung von Identitäts- und Bonitätsdaten gebotenen Abwägung der Interessen der Streitteile sowie der Kunden der Beklagten komme es auf die Höhe der einzelnen Forderungen, das Datum der Eintragung der Forderungen in die Datenbank, die Anzahl der Forderungen und die Zeit an, die seit Begleichung einer Forderung verstrichen sei und in der sich der Schuldner seither „wohl verhalten“ habe. Zwar seien hier die Forderungen allesamt gering, sie zeugten aber insgesamt von einem wiederholten Zahlungsverzug der Klägerin innerhalb eines Jahres. Die fünf gespeicherten Zahlungserfahrungsdatensätze hätten im Rahmen einer Risikoabwägung eine nicht unbeachtliche Aussagekraft, weshalb potentiellen Gläubigern der Klägerin ein hohes Interesse an der Verfügbarkeit dieser Daten zuzugestehen sei. Die Verbesserung der Einkommensverhältnisse der Klägerin lasse nicht den Schluss zu, dass es zu keinem neuerlichen Zahlungsverzug kommen werde. Der durch die Eintragung in die Bonitätsdatenbank bewirkte Eingriff in die Lebensführung der Klägerin sei nicht gravierend und zudem durch das Bestehen der Wirtschaftsgemeinschaft mit ihrem Ehegatten abgefedert. Die nach dem Löschungskonzept der Beklagten vorgesehene (generelle) Dauer von zehn Jahren bis zur Löschung von Zahlungserfahrungsdaten stehe zwar zum verfolgten Zweck außer Verhältnis; in concreto gehe es aber nur um die Frage, ob Zahlungserfahrungsdaten zu löschen seien, die vor längstens drei Jahren in die Datenbank der Beklagten aufgenommen wurden. Angesichts der Mehrzahl der Forderungen sei diese Speicherdauer nicht unangemessen lang.

[9]       Das Berufungsgericht ließ die Revision zu, weil Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofs zur nach Artikel 5, Absatz eins, Litera e, DSGVO zulässigen Speicherdauer von – von Auskunfteien iSd Paragraph 152, GewO gesammelten – Bonitätsdaten fehle und diese Frage über den vorliegenden Einzelfall hinaus für viele Personen, deren Daten in einer Bonitätsdatenbank verarbeitet werden, von Bedeutung sei; der Entscheidungsgegenstand übersteige 5.000 EUR.

[10]     Hierzu hat der Oberste Gerichtshof erwogen:

Rechtliche Beurteilung

[11]     Zwar kann eine Interessenabwägung, ob die Speicherdauer von Daten verhältnismäßig ist oder nicht, regelmäßig nur bezogen auf den jeweiligen Einzelfall erfolgen. Dies begründet – von krassen Fehlbeurteilungen abgesehen – in der Regel keine erhebliche Rechtsfrage (RS0044088 [T8, T9]). Der vorliegende Fall bietet jedoch Gelegenheit zur Klarstellung der hier geltenden Grundsätze. Die Revision ist daher zulässig; sie ist aber nicht berechtigt.

[12]     A. Löschungsbegehren und Speicherdauer (Artikel 5, Absatz eins, Litera c und Litera e, DSGVO)

[13]     1.1. Nach den Feststellungen erfasst die Beklagte im Rahmen des Gewerbes der Kreditauskunftei gemäß Paragraph 152, GewO in der von ihr geführten Datenbank personenbezogene Daten iSd Artikel 4, Ziffer eins, DSGVO, die ihr von anderen Unternehmen zur Verfügung gestellt werden. Derart in der Datenbank gespeicherte Daten werden wiederum Dritten zur Abfrage bereitgestellt.

[14]     Das Löschungskonzept der Beklagten sieht bei Zahlungserfahrungsdaten eine Löschung nach zehn Jahren vor (unabhängig von weiteren Kriterien); Mobilfunkdaten werden nach fünf Jahren gelöscht. Eine Differenzierung hinsichtlich der Höhe der Forderung oder des Forderungsstatus erfolgt in Bezug auf die Dauer der Speicherung der Zahlungserfahrungsdaten nicht. Der Zeitablauf findet lediglich hinsichtlich der Bemessung des sogenannten „Score“ – also der Bewertung der Bonität der betroffenen Person – Berücksichtigung. Dies betrifft aber lediglich die Risikobewertung, die aufgrund der verarbeiteten Daten erstellt wird. Der Umstand, dass aufgrund von Zeitablauf andere Schlüsse aus den verarbeiteten Daten gezogen werden, hat allerdings keinen Einfluss auf die Frage der Rechtmäßigkeit der Speicherdauer der Daten selbst.

[15]     1.2. In weiten Teilen ihrer Rechtsmittelausführungen nimmt die Klägerin zu der nach dem grundsätzlichen Löschungskonzept der Beklagten vorgesehenen Löschung von Bonitätsdaten erst nach zehn Jahren Stellung. Mit ihren Überlegungen zur Unzulässigkeit einer derart langen Speicherdauer vermag sie aber schon deshalb keinen Rechtsfehler des Berufungsgerichts aufzuzeigen, weil die damit relevierte Frage – wie schon von den Vorinstanzen zutreffend erkannt – zur abschließenden rechtlichen Beurteilung des vorliegenden Falles gar nicht maßgeblich ist. Hier ist lediglich zu prüfen, ob die Datenverarbeitung durch Zeitablauf seit der ersten Eintragung eines die Klägerin betreffenden Datensatzes in die Datenbank der Beklagten im Frühjahr 2017 bereits zum Schluss der Verhandlung erster Instanz unzulässig geworden ist, weil die verarbeiteten personenbezogenen Daten der Klägerin für die Erfüllung der Zwecke, für die sie ursprünglich erhoben wurden, nicht mehr notwendig sind. Ein Löschungsanspruch der Klägerin nach Artikel 17, Absatz eins, DSGVO lässt sich demgegenüber nicht darauf stützen, dass eine von der Beklagten bloß beabsichtigte Speicherdauer von insgesamt zehn Jahren unzulässig wäre. Die darauf abzielenden Argumente der Klägerin gehen daher schon im Ansatz fehl.

[16]     2. Aber auch insoweit als die Klägerin erkennbar die seit der ersten Eintragung in die Datenbank der Beklagten bis zum Schluss der Verhandlung erster Instanz verstrichene Speicherdauer von rund drei Jahren als unzulässig lang kritisiert, verabsäumt sie es, der sowohl in der methodischen Herleitung als auch im Ergebnis überzeugenden Rechtsauffassung der Vorinstanzen stichhaltige rechtliche Erwägungen entgegenzusetzen:

[17]     2.1. Der Grundsatz der Speicherbegrenzung in Artikel 5, Absatz eins, Litera f,) konkretisiert den Grundsatz der Datenminimierung (Litera c, leg cit) in Bezug auf die Speicherdauer. Bei der Speicherung personenbezogener Daten darf die Identifizierung der betroffenen Personen nur so lange möglich sein, wie es für die Verarbeitungszwecke erforderlich ist. Mit diesem Grundsatz der Speicherbegrenzung wird eine zeitliche Grenze der Verarbeitung personenbezogener Daten normiert (Herbst in Kühling/Buchner, DS-GVO BDSG3 [2020] Artikel 5, Rz 64). Es handelt sich daher um eine Ausprägung des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit (Schantz in BeckOK Datenschutzrecht Artikel 5, Rz 32).

[18]     2.2. Die Frist bzw die Kriterien, nach denen sich der Zeitpunkt der Löschung bestimmt, müssen auf das für die Verarbeitungszwecke unbedingt erforderliche Mindestmaß beschränkt sein. Die Festlegung der Fristen bzw Kriterien bedarf daher meist einer Einzelfallbetrachtung, in der die Erforderlichkeit der Aufbewahrung von Daten anhand der Verarbeitungszwecke beurteilt wird (Hötzendorfer/Tschohl/Kastelitz in Knyrim, DatKomm Artikel 5, DSGVO Rz 49 f; siehe auch Herbst in Kühling/Buchner, DS-GVO BDSG3 [2020] Artikel 17, Rz 17). Wie lange die Aufbewahrung zulässig ist, hängt vom Zweck ab und wird erheblich variieren (Reimer in Sydow, Europäische Datenschutzgrundverordnung2 [2018] Artikel 5, Rz 39). Nach Frenzel erzeugt die Formulierung für den Verantwortlichen einen Rechtfertigungsdruck (Frenzel in Paal/Pauly, DS-GVO BDSG3 [2021] Artikel 5, Rz 43; zust Schantz in BeckOK Datenschutzrecht Artikel 5, Rz 32).

[19]     2.3. Im Rahmen dieser Einzelfallentscheidung muss auf die konkreten Gegebenheiten und Zwecke des zugrundeliegenden Verhältnisses abgestellt werden. Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts haben historische Zahlungsinformationen umso weniger Aussagekraft, je länger sie zurückliegen und je länger es zu keinen weiteren Zahlungsstockungen und Zahlungsausfällen gekommen ist (BVwG W258 2216873-1 zu einem ähnlich gelagerten Fall; bestätigt durch BVwG W274 2232028-1). Dem Alter der Forderung bzw dem Zeitpunkt des Feststehens des endgültigen Ausfalls der Forderung, dem Zeitpunkt etwaiger Tilgungen und dem seitherigen „Wohlverhalten“ des Schuldners kommen bei der Abwägung entscheidende Bedeutung zu. Als Richtlinie, wie lange Bonitätsdaten zur Beurteilung der Bonität eines (potentiellen) Schuldners geeignet sind, können nach dem Bundesverwaltungsgericht Beobachtungs- oder Löschungsfristen in rechtlichen Bestimmungen herangezogen werden, die dem Gläubigerschutz dienen oder die Erfordernisse an eine geeignete Bonitätsbeurteilung näher festlegen.

[20]     2.4. Solche Bestimmungen finden sich beispielsweise in der Kapitaladäquanzverordnung (Verordnung [EU] Nr 575/2013), in der Kreditinstitute unter anderem verpflichtet werden, ihre Kunden zu bewerten und diverse Risiken ihrer Forderungen abzuschätzen. Hier geht der (EU-)Verordnungsgeber davon aus, dass für die Beurteilung der Bonität eines (potentiellen) Schuldners bzw des Risikos einer Forderung Daten über etwaige Zahlungsausfälle über einen Zeitraum von zumindest fünf Jahren relevant sind.

[21]     3.1. Im vorliegenden Fall kann – wie bereits ausgeführt – die Frage der höchstzulässigen Speicherdauer dahingestellt bleiben, weil die Daten der Klägerin erst drei Jahre gespeichert wurden und dies unter Zugrundelegung der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts jedenfalls zulässig wäre. Lediglich der Vollständigkeit halber ist auf Folgendes hinzuweisen:

[22]     Bei der im Rahmen der Beurteilung der Speicherdauer vorzunehmenden Interessenabwägung sind die sich widerstreitenden Interessen gegenüberzustellen und abzuwägen. Dabei muss abgewogen werden, wie schwer die Speicherdauer in die Sphäre des Betroffenen eingreift und wie essentiell die Daten für den Verantwortlichen sind.

[23]     Die Beklagte betreibt eine Wirtschaftsauskunftei iSd Paragraph 152, GewO. Dieses Geschäftsfeld ist denklogisch auf die Verarbeitung von Zahlungserfahrungsdaten angewiesen. Zu den Aufgaben dieser Gewerbetreibenden gehört nämlich die Erteilung von Auskünften über die Kreditwürdigkeit von Unternehmen wie von Privatpersonen an Dritte. Dies dient einerseits dem wirtschaftlichen Interesse der Wirtschaftsauskunftei, andererseits auch den Interessen in Bezug auf den Gläubigerschutz und die Risikominimierung Dritter.

[24]     3.2. Unter Zugrundelegung der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts sind solche Daten zumindest fünf Jahre zu speichern, um ein möglichst aussagekräftiges Bild über die Bonität eines möglichen Schuldners zu geben. Hinzuweisen ist dabei auf einen Bescheid der Datenschutzbehörde, wonach eine generelle Löschung der bonitätsrelevanten Daten in Bonitätsdatenbanken erst sieben Jahre nach Tilgung der Schuld im Hinblick auf Artikel 6, Absatz eins, Litera f, DSGVO und der geänderten Rechtslage (gegenständlich Paragraph 256, IO) jedenfalls nicht verhältnismäßig sei (DSB-D123.193/0003-DSB/2018; Revision S 7). Gegen diesen Bescheid wurde am 4. 1. 2019 eine Bescheidbeschwerde erhoben, weshalb dieser nicht rechtskräftig ist. Eine Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts steht – soweit überblickbar – noch aus.

[25]     3.3. Nach Ansicht der Klägerin spricht gegen die zehnjährige Speicherdauer, dass sich eine valide Auskunft nicht auf Daten stützen könne, die ein Jahrzehnt alt sind. In einer modernen, digitalisierten und von volatilerem Arbeitsmarkt geprägten Zeit können derart veraltete Daten nicht nur zu Schäden für die betroffenen Personen, sondern auch für potenzielle Gläubiger, die um einen wirtschaftlich leistungsfähigen Geschäftspartner gebracht würden, führen.

[26]     Diese Argumente gegen eine absolute Speicherdauer von zehn Jahren können allerdings die Argumente für eine derartige Speicherdauer nicht überwiegen. Vielmehr ist es gerade notwendig, Zahlungserfahrungsdaten über einen langen Zeitraum zu erfassen, um auch Tendenzen feststellen und Momentaufnahmen vermeiden zu können. Es mag stimmen, dass der (bis zu) zehnjährige Zeitraum aus Sicht der Klägerin (subjektiv) nachteilig erscheint, auch wenn Daten im gegenständlichen Fall nicht so lange gespeichert wurden. Aus der Sicht eines Schuldners, der sämtliche Rechnungen pünktlich bezahlt, stellt ein zehnjähriger Zeitraum wiederum einen Vorteil dar. Ein verständiger Empfänger dieser Daten wird auch in der Lage sein, diese Daten einschätzen zu können. So hat das Erstgericht zutreffend festgestellt, dass auch dem „Wohlverhalten“ eines Schuldners seit der Begleichung bei der Abwägung Bedeutung zukommt.

[27]     Aus Sicht der gesamten Branche ist es demnach unabdingbar, eine objektive, transparente und vor allem wahrheitsgemäße Auskunft über die Zahlungsfähigkeit und -schwierigkeit von Schuldnern zu gewährleisten. Dies ist nur möglich, wenn die Daten über einen gewissen (längeren) Zeitraum gespeichert bleiben. Nicht zuletzt dient die Speicherung neben den Interessen der Beklagten vor allem den Interessen Dritter (etwa Unternehmen, die bei der Lieferung ihrer Waren oder Dienstleistungen ein Kreditrisiko eingehen). Eine kürzere Speicherdauer wäre demgegenüber geeignet, ein verzerrtes Bild zu vermitteln.

[28]     3.4. Welche für sie günstigen rechtlichen Konsequenzen die Klägerin aus ihrem Verweis auf die Entscheidung der Datenschutzbehörde vom 28. 5. 2018, DSB-D216.580/0002-DSB/2018, ziehen will, bleibt offen. In diesem Bescheid wurde lediglich ausgesprochen, dass die zeitlich unbegrenzte Speicherung von personenbezogenen Daten den Grundsatz der Speicherbegrenzung verletzt (DSB-D216.580/0002-DSB/2018). Eine solche liegt hier aber ohnehin nicht vor.

[29]     B. Verarbeitung von Daten (Artikel 6, Absatz eins, Litera f, DSGVO)

[30]     4.1. Da die Speicherdauer nicht gegen Artikel 5, DSGVO verstößt, ermöglicht davon ausgehend Artikel 6, Absatz eins, Litera f, die Datenverarbeitung im Anschluss an eine Abwägung der berührten Interessen, soweit diese zu Gunsten des Verantwortlichen entschieden wird (Frenzel in Paal/Pauly, DS-GVO BDSG3 [2021] Artikel 6, Rz 26). Vorweg ist anzumerken, dass diese Bestimmung nach herrschender Ansicht sehr vage formuliert ist und mitunter zu Rechtsunsicherheit führen könnte (Buchner/Petri in Kühling/Buchner, DS-GVO BDSG3 [2020] Artikel 6, Rz 142 ff; Reimer in Sydow, Europäische Datenschutzgrundverordnung2 [2018] Artikel 6, Rz 59; Kastelitz/Hötzendorfer/Tschohl in Knyrim, DatKomm Artikel 6, DSGVO Rz 50).

[31]     4.2. Artikel 6, Absatz eins, Litera f, DSGVO ermöglicht die Verarbeitung personenbezogener Daten in Gleichordnungsverhältnissen unter Privaten, wenn sie zur Wahrung der berechtigten Interessen eines Verantwortlichen oder eines Dritten erforderlich ist. Diese berechtigten Interessen stellen zwar keine ausreichende Begründung für die Rechtmäßigkeit der Verarbeitung dar, wenn die Interessen oder Grundrechte und Grundfreiheiten der betroffenen Person, die den Schutz personenbezogener Daten erfordern, überwiegen (Kastelitz/Hötzendorfer/Tschohl in Knyrim, DatKomm Artikel 6, DSGVO Rz 49; vergleiche zur Bestimmung berechtigter Interessen auch die Stellungnahme 06/2014 der Artikel-29-Datenschutzgruppe, 30 ff); ein bloßes Tangieren der Rechte der betroffenen Person macht die Datenverarbeitung aber nicht unzulässig (Schulz in Gola, DS-GVO2 [2018] Artikel 6, Rz 58). Es verbietet sich auch, generell die Abwägung im Zweifel gegen die Verarbeitung ausgehen zu lassen (Reimer in Sydow, Europäische Datenschutzgrundverordnung2 [2018] Artikel 6, Rz 63).

[32]     4.3. Die Interessenabwägung folgt einem dreigliedrigen Schema: 1. Vorliegen eines berechtigten Interesses, 2. Erforderlichkeit der Verarbeitung der personenbezogenen Daten zur Verwirklichung des berechtigten Interesses und 3. kein Überwiegen der Grundrechte und Grundfreiheiten der betroffenen Person (siehe nur Kastelitz/Hötzendorfer/Tschohl in Knyrim, DatKomm Artikel 6, DSGVO Rz 51). Zu bestimmen ist zunächst das Interesse des Verantwortlichen auf Grundlage der Zweckbestimmung. In Betracht kommen rechtliche, wirtschaftliche oder ideelle Interessen. Dieses Interesse ist weit zu verstehen, was insbesondere in ErwGr 47 S 2, 6, 7 angedeutet wird (Frenzel in Paal/Pauly, DS-GVO BDSG3 [2021] Artikel 6, Rz 26). Ist das Interesse ermittelt, ist sodann normativ zu bestimmen, ob dieses Interesse gegen die Rechtsordnung der Union, des jeweiligen Mitgliedstaats oder gegen datenschutzrechtliche Grundsätze, einschließlich des Erforderlichkeitsgrundsatzes und des Gebots von Treu und Glauben, verstößt (Schulz in Gola, DS-GVO2 [2018] Artikel 6, Rz 57). In einem letzten Schritt ist zu prüfen, ob die Schutzwürdigkeit der betroffenen Person überwiegt. Ein Indiz für das Überwiegen der Interessen, Grundrechte und Grundfreiheiten des Betroffenen gegenüber dem Verarbeitungsinteresse des Verantwortlichen kann insbesondere darin zu erkennen sein, dass die Datenverarbeitung in einem Kontext erfolgt, in dem ein Betroffener vernünftigerweise nicht mit einer Verarbeitung rechnen muss (Spindler/Dalby in Spindler/Schuster, Artikel 6, DSGVO Rz 19).

[33]     4.4. Für die Beurteilung der Rechtmäßigkeit der Datenverarbeitung ist demnach im Ergebnis eine Abwägung der berührten Interessen im Einzelfall aus objektiver Sicht vorzunehmen (so bereits das Berufungsgericht; siehe auch Schulz in Gola, DS-GVO2 [2018] Artikel 6, Rz 67). Somit handelt es sich auch bei der Frage der Verarbeitung von Daten iSd Artikel 6, Absatz eins, Litera f, DSGVO um eine Frage, die – von krassen Fehlbeurteilungen abgesehen – in der Regel keine erhebliche Rechtsfrage darstellt (RS0044088 [T8, T9]). Vielmehr hängt die Entscheidung ausschließlich vom Ausgang der Abwägung der jeweiligen einander gegenüberstehenden Interessen im konkreten Fall ab.

[34]           4.5. Soweit die Klägerin kritisiert, bei der Beurteilung der (anhaltenden) Notwendigkeit der Datenverarbeitung hätten die konkreten Umstände, namentlich auch die „Schwere der Vermögensschäden“ ihrer Gläubiger, berücksichtigt werden müssen, ist dem entgegenzuhalten, dass das Bereithalten von Bonitätsdaten, wie schon von den Vorinstanzen überzeugend herausgearbeitet (Paragraph 510, Absatz 3, ZPO), neben der Vermeidung von Zahlungsausfällen gerade auch der Hintanhaltung des Risikos von bloßen Zahlungsverzögerungen dient. Ein entsprechendes Interesse potenzieller Gläubiger der Klägerin, Informationen über deren Zahlungsverhalten in der Vergangenheit zu erlangen, um daraus ein allenfalls erhöhtes (temporäres) Ausfallsrisiko ableiten zu können, erstreckt sich dabei naturgemäß nicht nur auf die nicht (rechtzeitig) erfolgte Zahlung ins Gewicht fallender Verbindlichkeiten, lässt doch jedenfalls auch die mehrfach unterbliebene Begleichung von Kleinbeträgen über Monate hinweg und trotz wiederholter Mahnungen Rückschlüsse auf etwaige finanzielle Probleme oder aber eine schwache Zahlungsmoral zu. Der von der Klägerin hervorgehobene Umstand, dass ihren früheren Gläubigern aufgrund der letztlich doch erfolgten Zahlung der Verbindlichkeiten kein Vermögensschaden entstanden sein mag, kann vor diesem Hintergrund von vornherein nicht entscheidend sein. Zugleich ist, wie das Berufungsgericht zutreffend betont, künftigen Gläubigern auch dann ein berechtigtes Informationsinteresse betreffend das frühere Zahlungsverhalten der Klägerin zuzubilligen, wenn die Information bloß der besseren Einschätzung ihres Kreditrisikos in Ansehung geringfügiger Forderungen dient.

[35]           4.6. Ausgehend von diesen Überlegungen überzeugt auch die Rechtsansicht der Klägerin nicht, bei „Positivdaten“ einer Privatperson – gemeint sind Daten über Zahlungserfahrungen, bei denen der Schuldner letztlich vollständig bezahlt hat – könne eine Verarbeitung im Allgemeinen nicht auf Grundlage von Artikel 6, Absatz eins, Litera f, DSGVO erfolgen, weil regelmäßig das schutzwürdige Interesse der betroffenen Person überwiege. Diese nicht näher begründete Auffassung basiert offenbar im Wesentlichen auf der (wie zuvor dargelegt), unzutreffenden Prämisse, dass Daten über solche Zahlungserfahrungen für potenzielle Gläubiger von vornherein keinen substanziellen Wert haben. Ein darüber hinausgehendes nachvollziehbares Argument dafür, warum die Interessenabwägung im angesprochenen Fall in der Regel zugunsten der betroffenen Person ausfallen soll, bleibt die Revision schuldig.

[36]           4.7. Wenn die Klägerin in diesem Zusammenhang generell anzweifelt, dass die Bonitätsdatenbank der Beklagten geeignet sei, künftigen Gläubigern als Grundlage für eine sachliche Bewertung des Ausfallsrisikos zu dienen, und dazu sinngemäß vorbringt, in der Datenbank würde nicht zwischen (großen) Zahlungsausfällen und (geringfügigen) Zahlungsstockungen differenziert, entfernt sie sich von den Feststellungen, wonach den einzelnen Datensätzen einerseits die Höhe der jeweils unberichtigt gebliebenen Forderung und eine allfällige nachfolgende Zahlung im Detail zu entnehmen sind und andererseits bei der algorithmusbasierten Berechnung der künftigen Zahlungsausfallswahrscheinlichkeit die Höhe der aushaftenden Beträge und das Zahlungsverhalten des einzelnen Schuldners sehr wohl berücksichtigt wird.

[37]           4.8. Bei ihrer in dieselbe Richtung weisenden Kritik, die in Frage stehenden Daten seien „veraltet“ und spiegelten die tatsächliche wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Klägerin ohnedies nicht wider, lässt die Klägerin außer Acht, dass sie in den Jahren 2017 und 2018 wirtschaftlich in der Lage gewesen wäre, die geringen Beträge rechtzeitig, jedenfalls nach Einmahnung zu bezahlen; schon deshalb kann von veralteten Daten nicht die Rede sein. Der bloße Umstand, dass die in der Datenbank der Beklagten bereitgestellten Datensätze als solche keinen verlässlichen Rückschluss auf den spezifischen Grund des (temporären) Zahlungsausfalls zulassen, macht die Information für künftige Gläubiger indes nicht wertlos: Ausgehend davon, dass unberichtigt gebliebene Forderungen von der Beklagten dann nicht in der Datenbank gespeichert werden, wenn sie der Schuldner bestritten hat, haben die mehrfachen Datenbankeintragungen betreffend die Klägerin nämlich insoweit Aussagekraft, als sie ein durchaus beachtliches Indiz für eine entweder zahlungsunfähige oder zahlungsunwillige Schuldnerin sind.

[38]           4.9. Der Hinweis der Klägerin in ihrer Revision auf die Entscheidung 6 Ob 195/08g geht schon allein deshalb fehl, weil dieser Paragraph 28, Absatz 2, DSG 2000 zugrunde lag, der vom Verfassungsgerichtshof mit Erkenntnis vom 8. 10. 2015, G 264/2015, wegen Verstoßes gegen die Meinungsäußerungs- und Informationsfreiheit des Artikel 10, EMRK als verfassungswidrig aufgehoben wurde.

[39]     4.10. Die Klägerin vertritt zwar zutreffend, dass im Rahmen der nach Artikel 6, Absatz eins, Litera f, DSGVO gebotenen Interessenabwägung zu ihren Gunsten zu berücksichtigen sei, dass sie durch die Datenspeicherung beachtliche Einschnitte in ihrer alltäglichen Lebensführung zu erdulden hat, wobei sich diese vor allem daraus ergeben, dass ihr etwa der Abschluss von Kredit- oder Mobilfunkverträgen verwehrt wird. Die Vorinstanzen haben jedoch überzeugend dargelegt, dass dies in der Gesamtauswirkung letztlich nicht dazu führt, dass die Klägerin in einem unzumutbaren Maß von der Teilnahme am Wirtschaftsleben sowie an moderner Telekommunikation abgeschnitten wäre. Die berechtigten Informationsinteressen künftiger Gläubiger der Klägerin prävalieren deshalb im Ergebnis gegenüber dem schutzwürdigen Geheimhaltungsinteresse der Klägerin, dies auch mit Blick auf die vorangegangenen Überlegungen, wonach die mehrfachen Datenbankeinträge für künftige Gläubiger der Klägerin durchaus Aussagekraft für ihre Risikobewertung haben, auch wenn die Eintragungen zum Teil bereits auf das Jahr 2017 zurückgehen, jeweils keine hohen Forderungen betreffen und sich aus den Datensätzen ergibt, dass die Klägerin letztlich alle Verbindlichkeiten bezahlt hat.

[40]           4.11. Tatsächlich sind nach ErwGr 47 zur DSGVO auch die vernünftigen Erwartungen einer betroffenen Person in die Interessenabwägung einzubeziehen. Mit ihrem Vorbringen, sie hätte nicht damit rechnen müssen, dass ihre Daten zum Zweck der Bonitätsbeurteilung verarbeitet werden, setzt sich die Klägerin jedoch über die gegenteiligen Sachverhaltsannahmen der Vorinstanzen hinweg.

[41]     4.12. Zusammenfassend ist somit hinsichtlich der Interessenabwägung keine Fehlbewertung durch die Vorinstanzen erkennbar, wobei ergänzend auf deren umfangreichen Ausführungen zur Interessenabwägung verwiesen werden kann.

[42]     C. Automatisierte Einzelfallentscheidungen/„Profiling“ (Artikel 22, DSGVO)

[43]     5. Nach Ansicht der Revision erfolgte die Verarbeitung durch die Beklagte mittels Profiling gemäß Artikel 4, Absatz 4, DSGVO und zieht dadurch auch automatisierte Einzelfallentscheidungen gemäß Artikel 22, DSGVO nach sich. Mit diesem erstmals im Revisionsverfahren erhobenen Vorbringen verstößt die Klägerin jedoch gegen das Neuerungsverbot.

[44]            D. Keine Öffentlichkeit der Daten

[45]     6. Die Klägerin behauptet schließlich, ihre Dateien seien öffentlich zugänglich, weil diese nicht nur einem von vornherein bestimmten, nach außen hin begrenzten Personenkreis zugänglich sind, sondern jedem Unternehmer, der ein konkretes berechtigtes Interesse wegen einer von ihm zu erbringenden Vorleistung behauptet, gewährt werden.

[46]     Dabei missversteht die Klägerin aber schon den Begriff der „Öffentlichkeit“. Darunter ist in der DSGVO regelmäßig die Allgemeinheit und somit ein individuell nicht bestimmbarer Personenkreis zu verstehen vergleiche Kastelitz/Hötzendorfer/Tschohl in Knyrim, DatKomm Artikel 9, DSGVO Rz 41). Vom Erstgericht wurde festgestellt, dass aus den gespeicherten Daten ein score errechnet wird, der den Kunden der Beklagten als Grundlage für die Entscheidung zur Verfügung gestellt wird, ob mit einer Person bzw einem Unternehmen kontrahiert wird bzw zu welchen Konditionen. Damit handelt es sich um einen nach außen hin begrenzten Personenkreis, weil nur Kunden der Beklagten Zugang zu diesen Daten haben. Von „Öffentlichkeit“ iSd DSGVO kann daher keine Rede sein.

[47]     7. Das angefochtene Urteil erweist sich somit daher als frei von Rechtsirrtum, sodass der unbegründeten Revision ein Erfolg zu versagen war.

[48]     Die Entscheidung über die Kosten des Revisionsverfahrens gründet auf Paragraphen 41,, 50 ZPO.

Schlagworte

Creditscoring

Textnummer

E132444

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2021:E132444

Im RIS seit

19.08.2021

Zuletzt aktualisiert am

23.03.2022

Dokumentnummer

JJT_20210623_OGH0002_0060OB00087_21V0000_000