Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Rechtssatz für 4Ob59/75 4Ob119/76 4Ob1...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0010088

Geschäftszahl

4Ob59/75; 4Ob119/76; 4Ob132/76; 4Ob2/77; 4Ob60/78; 4Ob3/83; 4Ob82/85; 4Ob147/85 (4Ob148/85-4Ob150/85); 9ObA16/87; 9ObA503/89-4; 9ObA295/89; 9ObA109/90; 9ObA84/91; 9ObA136/92; 9ObA601/92; 9ObA247/92; 9ObA603/92; 9ObA606/92; 9ObA605/93; 9ObA142/93 (9ObA143/93); 9ObA196/93; 9ObA216/93 (9ObA217/93); 9ObA272/93; 9ObA611/93; 9ObA608/93; 9ObA612/93; 9ObA146/94; 8ObA289/94; 9ObA165/94; 1Ob606/94; 9ObA49/95; 9ObA121/95; 9ObA62/95; 9ObA100/95; 9ObA82/95 (9ObA83/95); 8ObA2105/96h; 8ObA11/97v; 9ObA15/97i; 8ObA190/97t; 9ObA117/97i; 9ObA240/97b; 9ObA54/98a; 8ObA105/98v; 9ObA308/98d; 9ObA19/99f; 9ObA48/99w; 9ObA228/99s; 9ObA170/99m; 9ObA25/00t; 9ObA149/00b; 9ObA122/00g; 8ObA151/00i; 9ObA347/00w; 9ObA69/01i; 9ObA126/01x; 9ObA215/01k; 9ObA208/01f; 9ObA257/01m; 8ObA120/01g; 9ObA289/01t; 8ObA137/02h; 9ObA58/03z; 8ObA30/04a; 8ObA133/04y; 9ObA61/05v; 8ObA95/05m; 8ObA75/06x; 8ObA79/06k; 9ObA18/06x; 8ObA56/06b; 9ObA148/07s; 8ObA70/07p; 9ObA10/09z; 8ObA20/09p; 9ObA79/09x; 8ObA74/09d; 9ObA48/09p; 9ObA90/09i; 9ObA153/09d; 9ObA157/09t; 8ObA39/10h; 8ObA8/10z; 8ObA76/10z; 9ObA109/10k; 9ObA92/10k; 8ObA73/10h; 9ObA62/10y; 9ObA14/11s; 9ObA24/11m; 9ObA33/11k; 9ObA90/11t; 9ObA112/11b; 9ObA13/12w; 9ObA80/11x; 9ObA83/11p; 8ObA22/12m; 9ObA3/12z; 9ObA136/11g; 9ObA14/12t; 9ObA72/13y; 9ObA29/13z; 9ObA104/13d; 9ObA131/13z; 9ObA81/13x; 9ObA129/13f; 9ObA91/13t; 9ObA105/13a; 9ObA147/13b; 9ObA76/15i; 9ObA37/16f; 8ObS7/16m; 9ObA43/17i; 9ObA93/17t; 9ObA19/19p; 9ObA76/19w; 9ObA119/18t

Entscheidungsdatum

21.10.1975

Norm

ABGB §6
ABGB §7
ArbVG §2
ArbVG §11

Rechtssatz

Der normative Teil eines Kollektivvertrages ist gemäß den §§ 6 und 7 ABGB nach seinem objektiven Inhalt auszulegen; maßgeblich ist, welchen Willen des Normgebers der Leser dem Text entnehmen kann. Die Vernehmung von Personen, die am Zustandekommen des Kollektivvertrages mitgewirkt haben, über ihre Absichten kommt daher nicht in Betracht.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 59/75
    Entscheidungstext OGH 21.10.1975 4 Ob 59/75
    Veröff: EvBl 1976/94 S 182 = IndS 1976 2,983 = SozM IIIB,208 = Arb 9421 = JBl 1977,162
  • 4 Ob 119/76
    Entscheidungstext OGH 09.11.1976 4 Ob 119/76
    Veröff: ZAS 1978/16 S 105 (Mayer - Maly)
  • 4 Ob 132/76
    Entscheidungstext OGH 01.02.1977 4 Ob 132/76
    Veröff: EvBl 1977/252 S 607 = Arb 9567
  • 4 Ob 2/77
    Entscheidungstext OGH 01.02.1977 4 Ob 2/77
    Veröff: Arb 9553
  • 4 Ob 60/78
    Entscheidungstext OGH 19.12.1978 4 Ob 60/78
  • 4 Ob 3/83
    Entscheidungstext OGH 12.04.1983 4 Ob 3/83
  • 4 Ob 82/85
    Entscheidungstext OGH 09.07.1985 4 Ob 82/85
  • 4 Ob 147/85
    Entscheidungstext OGH 26.11.1985 4 Ob 147/85
    nur: Der normative Teil eines Kollektivvertrages ist gemäß den §§ 6 und 7 ABGB nach seinem objektiven Inhalt auszulegen. (T1)
    Veröff: Arb 10480
  • 9 ObA 16/87
    Entscheidungstext OGH 01.07.1987 9 ObA 16/87
    Beisatz: Auch eine als Betriebsvereinbarung anzusehende Dienstordnung ist nach den §§ 6 und 7 ABGB auszulegen. (T2)
  • 9 ObA 503/894
    Entscheidungstext OGH 22.11.1989 9 ObA 503/894
    nur T1
  • 9 ObA 295/89
    Entscheidungstext OGH 22.11.1989 9 ObA 295/89
    Beisatz: Die Normadressaten, denen nur der Text des Kollektivvertrages zur Verfügung steht, können die Vorstellungen, welche die Kollektivvertragsparteien beim Abschluss vom Inhalt der Normen besessen haben, weder kennen noch feststellen. Sie müssen sich vielmehr darauf verlassen können, dass die Absicht der Parteien in erkennbarer Weise im Vertragstext ihren Niederschlag gefunden hat. (T3)
    Veröff: RZ 1990/89 S 206
  • 9 ObA 109/90
    Entscheidungstext OGH 13.06.1990 9 ObA 109/90
    nur T1; Beisatz: Hier: Ebenso Betriebsvereinbarung. (T4)
    Veröff: ZAS 1991/3 S 21 (Marhold) = Arb 10864
  • 9 ObA 84/91
    Entscheidungstext OGH 24.04.1992 9 ObA 84/91
    nur T1
  • 9 ObA 136/92
    Entscheidungstext OGH 08.07.1992 9 ObA 136/92
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Berücksichtigung der "authentischen Interpretation" durch Kollektivvertragsparteien. (T5)
  • 9 ObA 601/92
    Entscheidungstext OGH 30.09.1992 9 ObA 601/92
    nur T1; Beis wie T3
  • 9 ObA 247/92
    Entscheidungstext OGH 16.12.1992 9 ObA 247/92
    Vgl auch; Beis wie T3; Beisatz: § 48 ASGG (T6)
    Veröff: ZAS 1993/16 S 186 (R Strasser)
  • 9 ObA 603/92
    Entscheidungstext OGH 30.09.1992 9 ObA 603/92
    nur T1; Beis wie T3
  • 9 ObA 606/92
    Entscheidungstext OGH 17.03.1993 9 ObA 606/92
    nur: Der normative Teil eines Kollektivvertrages ist gemäß den §§ 6 und 7 ABGB nach seinem objektiven Inhalt auszulegen; maßgeblich ist, welchen Willen des Normgebers der Leser dem Text entnehmen kann. (T7)
    Veröff: SZ 66/36 = WBl 1993,292 = DRdA 1994,38 (Jabornegg)
  • 9 ObA 605/93
    Entscheidungstext OGH 11.08.1993 9 ObA 605/93
    nur T7; Beis wie T3; Veröff: DRdA 1994,244 (Schwarz)
  • 9 ObA 142/93
    Entscheidungstext OGH 08.09.1993 9 ObA 142/93
    Auch; nur T1; Beis wie T3; Beis wie T4; Beis wie T6
  • 9 ObA 196/93
    Entscheidungstext OGH 13.10.1993 9 ObA 196/93
    nur T1; Beis wie T3; Beis wie T4; Beisatz: Hier: Betriebsvereinbarung für das Werk Judenburg der VOEST Alpine AG. (T8)
  • 9 ObA 216/93
    Entscheidungstext OGH 08.09.1993 9 ObA 216/93
    Auch; Beis wie T3; Beis wie T5; Beisatz: Eine von einem gesetzlichen Begriff abweichende Bedeutung eines in einer Betriebsvereinbarung verwendeten Wortes muss daher klar und unmissverständlich zum Ausdruck gebracht werden (hier: Sozialplan). (T9)
  • 9 ObA 272/93
    Entscheidungstext OGH 10.11.1993 9 ObA 272/93
    Auch; Beis wie T3
  • 9 ObA 611/93
    Entscheidungstext OGH 10.12.1993 9 ObA 611/93
    nur T1; Beis wie T3
  • 9 ObA 608/93
    Entscheidungstext OGH 29.10.1993 9 ObA 608/93
    nur T1; Beis wie T3; Beis wie T4
  • 9 ObA 612/93
    Entscheidungstext OGH 24.11.1993 9 ObA 612/93
    nur T1; Beis wie T3; Beis wie T4
  • 9 ObA 146/94
    Entscheidungstext OGH 13.07.1994 9 ObA 146/94
    nur T1; Beis wie T3
  • 8 ObA 289/94
    Entscheidungstext OGH 25.09.1994 8 ObA 289/94
    nur T1
  • 9 ObA 165/94
    Entscheidungstext OGH 28.09.1994 9 ObA 165/94
    Auch; nur T7; Beis wie T3
  • 1 Ob 606/94
    Entscheidungstext OGH 23.09.1994 1 Ob 606/94
    Auch; nur T7; Beis wie T3; Beisatz: Kollektivverträge sind im normativen Teil nach den Regeln, die für die Auslegung von Gesetzen gelten, auszulegen. Bei Auslegung von Kollektivverträgen ist im Zweifel davon auszugehen, dass die Kollektivvertragsparteien eine vernünftige, zweckentsprechende und praktisch durchführbare Regelung treffen sowie einen gerechten Ausgleich der sozialen und wirtschaftlichen Interessen herbeiführen wollten. (T10)
  • 9 ObA 49/95
    Entscheidungstext OGH 10.05.1995 9 ObA 49/95
    Auch; Beisatz: Hier: Betriebsvereinbarung (T11)
    Beis wie T6
  • 9 ObA 121/95
    Entscheidungstext OGH 28.06.1995 9 ObA 121/95
    nur T1
  • 9 ObA 62/95
    Entscheidungstext OGH 12.07.1995 9 ObA 62/95
    Beis wie T3; Beisatz: Auf die Verhandlungsprotokolle der Kollektivvertragsparteien kann daher, soweit sie im Vertragstext nicht ihren Niederschlag gefunden haben, nicht Bedacht genommen werden. (T12)
  • 9 ObA 100/95
    Entscheidungstext OGH 28.06.1995 9 ObA 100/95
    nur T1; Beis wie T11
  • 9 ObA 82/95
    Entscheidungstext OGH 23.08.1995 9 ObA 82/95
    nur T7; Beisatz: Hier: Betriebsvereinbarung der ÖMV Werkstoff PCD - Polymere GesmbH. (T13)
  • 8 ObA 2105/96h
    Entscheidungstext OGH 23.05.1996 8 ObA 2105/96h
    Vgl auch; Beis wie T6; Beis wie T10; Beisatz: Hiebei können auch Regelungen in anderen Kollektivverträgen berücksichtigt werden. (T14)
  • 8 ObA 11/97v
    Entscheidungstext OGH 30.01.1997 8 ObA 11/97v
    nur T1; Beis wie T3
  • 9 ObA 15/97i
    Entscheidungstext OGH 30.04.1997 9 ObA 15/97i
    Ähnlich; nur T7; Beis wie T2
    Veröff: SZ 70/88
  • 8 ObA 190/97t
    Entscheidungstext OGH 10.07.1997 8 ObA 190/97t
    Vg auch; Beis wie T10; Beisatz: Dabei ist auch ein "Blick über den Kollektivvertrags-Rand" als zusätzliches Auslegungskriterium heranzuziehen. Bei Anwendung des kollektivvertragsübergreifenden Auslegungskriteriums der Sachgerechtigkeit lässt sich bei allen Kollektivverträgen für Angestellte das Senioritätsprinzip mit unterschiedlicher Ausprägung feststellen. Der Durchführung dieses Grundsatzes dient häufig die Anrechnung von Vordienstzeiten (Berufsjahren) in der Weise, dass die Kollektivvertragspartner dadurch das Element der Berufserfahrung als sachgerecht bei der Entgeltfindung anerkennen. (T15)
  • 9 ObA 117/97i
    Entscheidungstext OGH 10.09.1997 9 ObA 117/97i
    nur T1; Beis wie T6
  • 9 ObA 240/97b
    Entscheidungstext OGH 11.02.1998 9 ObA 240/97b
    nur T7; Beis wie T10
  • 9 ObA 54/98a
    Entscheidungstext OGH 29.04.1998 9 ObA 54/98a
    nur T1; Beis wie T3; Beisatz: Für den Normadressaten kann nur der in der Norm objektiv erkennbare Wille des Normengebers maßgebend sein. (T16)
  • 8 ObA 105/98v
    Entscheidungstext OGH 17.09.1998 8 ObA 105/98v
    nur T7
  • 9 ObA 308/98d
    Entscheidungstext OGH 17.03.1999 9 ObA 308/98d
    nur T7
  • 9 ObA 19/99f
    Entscheidungstext OGH 19.05.1999 9 ObA 19/99f
    nur T7
  • 9 ObA 48/99w
    Entscheidungstext OGH 05.05.1999 9 ObA 48/99w
    nur T1; Beis wie T4; Beis wie T6; Beisatz: Demzufolge sind Motive der (hier:) Betriebsvereinbarungspartner nicht relevant. (T17)
  • 9 ObA 228/99s
    Entscheidungstext OGH 13.10.1999 9 ObA 228/99s
    nur T7
  • 9 ObA 170/99m
    Entscheidungstext OGH 03.11.1999 9 ObA 170/99m
  • 9 ObA 25/00t
    Entscheidungstext OGH 05.04.2000 9 ObA 25/00t
    nur T7; Beis wie T3 nur: Die Normadressaten müssen sich darauf verlassen können, dass die Absicht der Parteien in erkennbarer Weise im Vertragstext ihren Niederschlag gefunden hat. (T18)
  • 9 ObA 149/00b
    Entscheidungstext OGH 14.06.2000 9 ObA 149/00b
    Auch; nur T1; Beisatz: Hier: Sozialplan; Der Zweck des Sozialplanes, die sich aus einer betrieblichen Änderung für alle oder einen erheblichen Teil der Arbeitnehmerschaft ergebenden wesentlichen Nachteile zu verhindern, zu beseitigen oder zu mildern, ist bei der Auslegung zu berücksichtigen. (T19)
  • 9 ObA 122/00g
    Entscheidungstext OGH 14.06.2000 9 ObA 122/00g
    nur T7; Beis wie T18
  • 8 ObA 151/00i
    Entscheidungstext OGH 21.12.2000 8 ObA 151/00i
    nur T7; Beis wie T18; Beisatz: Hier: Kollektivvertrag für Angestellte der Versicherungsunternehmen Außendienst (KVA) - Begriff Werbeaußendienst. (T20)
  • 9 ObA 347/00w
    Entscheidungstext OGH 28.03.2001 9 ObA 347/00w
    nur T7; Beis wie T4; Beisatz: § 22 der Pensionszuschussordnung des Österreichischen Gewerkschaftsbundes. (T21)
  • 9 ObA 69/01i
    Entscheidungstext OGH 23.05.2001 9 ObA 69/01i
    nur: Maßgeblich ist, welchen Willen des Normgebers der Leser dem Text entnehmen kann. (T22)
    Beis wie T11
  • 9 ObA 126/01x
    Entscheidungstext OGH 07.06.2001 9 ObA 126/01x
    Auch; nur T1; Beis wie T10
  • 9 ObA 215/01k
    Entscheidungstext OGH 05.09.2001 9 ObA 215/01k
    Auch; nur T1; Beis wie T10
  • 9 ObA 208/01f
    Entscheidungstext OGH 19.09.2001 9 ObA 208/01f
    Auch; Beis wie T4
  • 9 ObA 257/01m
    Entscheidungstext OGH 24.10.2001 9 ObA 257/01m
    nur T1; Beisatz: Die subjektive Absicht der beteiligten Personen ist nicht maßgeblich. (T23)
    Beis wie T19
  • 8 ObA 120/01g
    Entscheidungstext OGH 28.03.2002 8 ObA 120/01g
    Beis wie T4; Beisatz: Ablehnung der Meinung von Runggaldier in DRdA 2000,338. (T24)
  • 9 ObA 289/01t
    Entscheidungstext OGH 17.04.2002 9 ObA 289/01t
    nur T7; Beis wie T3
  • 8 ObA 137/02h
    Entscheidungstext OGH 13.02.2003 8 ObA 137/02h
    Auch; Beis wie T4
  • 9 ObA 58/03z
    Entscheidungstext OGH 08.10.2003 9 ObA 58/03z
    nur T7; Beisatz: Eine aus dem Text nicht hervorgehende Absicht der Kollektivvertragspartner hat außer Betracht zu bleiben. (T25)
  • 8 ObA 30/04a
    Entscheidungstext OGH 15.04.2004 8 ObA 30/04a
    nur T1
  • 8 ObA 133/04y
    Entscheidungstext OGH 30.06.2005 8 ObA 133/04y
    nur T7; Beisatz: Hier: Auslegung, ob die Kollektivvertragsparteien des Kollektivvertrages für das Hotel- und Gastgewerbe Wien mit ihrer Verweisung auf die „Lohnsätze" des Kollektivvertrages der jeweiligen „facheinschlägigen" Branche auch auf die in diesem Kollektivvertrag vorgesehenen Istlohnerhöhungen verweisen wollten, verneint. (T26)
  • 9 ObA 61/05v
    Entscheidungstext OGH 16.12.2005 9 ObA 61/05v
    Beis wie T3; Beis wie T19; Beis wie T23
  • 8 ObA 95/05m
    Entscheidungstext OGH 13.07.2006 8 ObA 95/05m
    Auch; Beisatz: Betriebsvereinbarungen sind nach den Regeln der §§ 6 und 7 ABGB für die Gesetzesauslegung zu interpretieren, steht doch den Normadressaten (ua Arbeitnehmer) grundsätzlich nur der Text der jeweiligen Regelung zur Verfügung. Ausgangspunkt ist also der jeweilige Text und der daraus erkennbare Zweck der Regelung. (T27)
  • 8 ObA 75/06x
    Entscheidungstext OGH 21.09.2006 8 ObA 75/06x
    nur T7
  • 8 ObA 79/06k
    Entscheidungstext OGH 23.11.2006 8 ObA 79/06k
    Auch; Beisatz: Eine Betriebsvereinbarung ist nach herrschender Auffassung gemäß §§ 6 f ABGB auszulegen. (T28)
  • 9 ObA 18/06x
    Entscheidungstext OGH 01.02.2007 9 ObA 18/06x
    nur T7; Beis wie T18
  • 8 ObA 56/06b
    Entscheidungstext OGH 15.03.2007 8 ObA 56/06b
    Auch; Beisatz: Auch bei dem hier maßgeblichen Firmenkollektivvertrag ist die Interpretation vorweg ausgehend vom Text wie bei einem Gesetz nach §§ 6 und 7 ABGB vorzunehmen. Dabei ist subsidiär aber auch auf frühere Texte zurückzugreifen und immer zu unterstellen, dass die Kollektivvertragsparteien eine vernünftige, zweckentsprechende und praktisch durchführbare Regelung anstreben, die einen gerechten Ausgleich zwischen den Interessen herbeiführen will. (T29)
  • 9 ObA 148/07s
    Entscheidungstext OGH 28.11.2007 9 ObA 148/07s
    nur T1
  • 8 ObA 70/07p
    Entscheidungstext OGH 22.11.2007 8 ObA 70/07p
    nur T7; Beis wie T3; Beisatz: Maßgeblich für die Auslegung von Kollektivverträgen ist, welchen Willen des Normgebers der (verständige) Leser aus dem Vertragstext entnehmen kann, nicht aber, was der Normgeber seinerzeit wirklich gewollt oder später unverbindlich geäußert hat. (T30)
    Beisatz: So wie es nicht Sache der Rechtsprechung ist, eine unbefriedigende Regelung des Gesetzes zu korrigieren, darf auch einem Kollektivvertrag nicht zu diesem Zweck eine Deutung gegeben werden, die dem klaren und unzweideutig formulierten Wortlaut der Norm zuwiderliefe. (T31)
    Veröff: SZ 2007/182
  • 9 ObA 10/09z
    Entscheidungstext OGH 01.04.2009 9 ObA 10/09z
    nur T1; Beis wie T4
  • 8 ObA 20/09p
    Entscheidungstext OGH 18.06.2009 8 ObA 20/09p
    nur T7; Beisatz: Hier: Einstufung nach der Lohn- und Zulagenordnung des Kollektivvertrags für die Arbeiter des Güterbeförderungsgewerbes. (T32)
  • 9 ObA 79/09x
    Entscheidungstext OGH 04.08.2009 9 ObA 79/09x
    Beis wie T12
  • 8 ObA 74/09d
    Entscheidungstext OGH 18.02.2010 8 ObA 74/09d
    Auch; Beis wie T10; Beisatz: Hier: Auslegung von Punkt XVII Z 1 des KollV für Handelsangestellte. (T33)
  • 9 ObA 48/09p
    Entscheidungstext OGH 11.05.2010 9 ObA 48/09p
    Auch; nur T7; Beis wie T10 nur: Bei Auslegung von Kollektivverträgen ist im Zweifel davon auszugehen, dass die Kollektivvertragsparteien eine vernünftige, zweckentsprechende und praktisch durchführbare Regelung treffen wollten. (T34)
  • 9 ObA 90/09i
    Entscheidungstext OGH 30.06.2010 9 ObA 90/09i
    Ähnlich; nur T1; Beis wie T4; Beis wie T28
  • 9 ObA 153/09d
    Entscheidungstext OGH 03.09.2010 9 ObA 153/09d
    nur T7; Beisatz: Keine Rückwirkung der Vordienstzeitenanrechnung aufgrund des klaren Normtexts des § 32 Abs 4 BAGS‑KollV (in der bis 31. 12. 2007 geltenden Fassung). (T35)
  • 9 ObA 157/09t
    Entscheidungstext OGH 03.09.2010 9 ObA 157/09t
    nur T1; Beis ähnlich wie T9
  • 8 ObA 39/10h
    Entscheidungstext OGH 04.11.2010 8 ObA 39/10h
    Auch; nur T1; Beis wie T10; Beis ähnlich wie T25; Beisatz: Hier: Anhang III des Kollektivvertrag für Dienstnehmer/Dienstnehmerinnen der Privatkrankenanstalten Österreichs. (T36)
  • 8 ObA 8/10z
    Entscheidungstext OGH 23.11.2010 8 ObA 8/10z
    Auch; nur T1
  • 8 ObA 76/10z
    Entscheidungstext OGH 23.11.2010 8 ObA 76/10z
    Auch; nur T1; Beis wie T34
  • 9 ObA 109/10k
    Entscheidungstext OGH 22.12.2010 9 ObA 109/10k
    Auch; nur T1
  • 9 ObA 92/10k
    Entscheidungstext OGH 24.11.2010 9 ObA 92/10k
    Auch; nur T1; Beis wie T4; Beis wie T28; Beisatz: Im Zweifel ist zu unterstellen, dass die Vertragsparteien eine vernünftige, zweckentsprechende und praktisch durchführbare Regelung treffen sowie einen gerechten Ausgleich der sozialen und wirtschaftlichen Interessen herbeiführen und daher eine Ungleichbehandlung der Normadressaten vermeiden wollten. (T37)
    Beisatz: Hier: Die in der Betriebsvereinbarung der Austrian Airlines AG vom 22. 12. 1994 über eine zusätzliche Alters-, Invaliditäts- und Hinterbliebenenversorgung normierte Nachschusspflicht. (T38)
  • 8 ObA 73/10h
    Entscheidungstext OGH 22.02.2011 8 ObA 73/10h
    Auch; nur T1; Beis wie T37
  • 9 ObA 62/10y
    Entscheidungstext OGH 27.04.2011 9 ObA 62/10y
    Auch; nur T7; Beis wie T11
  • 9 ObA 14/11s
    Entscheidungstext OGH 30.03.2011 9 ObA 14/11s
    Auch; nur T1; Beis wie T4; Beis wie T11
  • 9 ObA 24/11m
    Entscheidungstext OGH 30.03.2011 9 ObA 24/11m
    nur T1; Beisatz: Hier: § 10 Z 3 KollV für das graphische Gewerbe ‑ Mantelvertrag für Arbeiter. (T39)
  • 9 ObA 33/11k
    Entscheidungstext OGH 28.06.2011 9 ObA 33/11k
    nur T7; Beisatz: Hier: Kollektivvertrag für Handelsangestellte, Einstufung von „Ladenkassieren in Selbstbedienungsläden". (T40)
  • 9 ObA 90/11t
    Entscheidungstext OGH 29.08.2011 9 ObA 90/11t
    nur T22; Beis wie T3; Beis wie T31
  • 9 ObA 112/11b
    Entscheidungstext OGH 25.10.2011 9 ObA 112/11b
    nur T7; Beis wie T37 nur: Im Zweifel ist zu unterstellen, dass die Vertragsparteien eine vernünftige, zweckentsprechende und praktisch durchführbare Regelung treffen sowie einen gerechten Ausgleich der sozialen und wirtschaftlichen Interessen herbeiführen wollten. (T41)
    Beisatz: Hier: Tagesgelder nach der Lohn- und Zulagenordnung des Kollektivvertrags für die Arbeiter des Güterbeförderungsgewerbes. (T42)
  • 9 ObA 13/12w
    Entscheidungstext OGH 27.02.2012 9 ObA 13/12w
    Auch; nur T1
  • 9 ObA 80/11x
    Entscheidungstext OGH 27.02.2012 9 ObA 80/11x
    Auch; nur T1; Beisatz: Von den Kollektivvertragsparteien verfasste und kundgemachte Anmerkungen zu Bestimmungen sind als authentische Interpretation anzusehen. (T43)
  • 9 ObA 83/11p
    Entscheidungstext OGH 30.04.2012 9 ObA 83/11p
    Auch
  • 8 ObA 22/12m
    Entscheidungstext OGH 24.04.2012 8 ObA 22/12m
    Auch
  • 9 ObA 3/12z
    Entscheidungstext OGH 24.09.2012 9 ObA 3/12z
    Auch; Beisatz: Hier: Auslegung von Bestimmungen betreffend die Übergangsversorgung für Flugverkehrsleiter. (T44)
  • 9 ObA 136/11g
    Entscheidungstext OGH 22.10.2012 9 ObA 136/11g
    Auch; Beis wie T3; Beis wie T12; Beis wie T25; Beis wie T30; Beis wie T31; Beis wie T34; Beisatz: Hier: Auslegung des Begriffs „Kraftfahrer, die im Linienverkehr bei Einmannbetrieb eingesetzt sind“ iSd Punktes 7. der Lohnordnung zum KollV für Dienstnehmer in privaten Autobusbetrieben. (T45)
  • 9 ObA 14/12t
    Entscheidungstext OGH 24.09.2012 9 ObA 14/12t
    Auch; Beis wie T44
  • 9 ObA 72/13y
    Entscheidungstext OGH 24.07.2013 9 ObA 72/13y
    Auch; nur T7; Beisatz: Hier: Auslegung des Begriffs „Monat“ in § 2 Abs 2 lit a des KV für ArbeiterInnen im Fleischergewerbe. (T46)
  • 9 ObA 29/13z
    Entscheidungstext OGH 27.09.2013 9 ObA 29/13z
    Auch
  • 9 ObA 104/13d
    Entscheidungstext OGH 27.09.2013 9 ObA 104/13d
    Auch; nur T7
  • 9 ObA 131/13z
    Entscheidungstext OGH 29.10.2013 9 ObA 131/13z
    Beis wie T18; Beisatz: Hier: Berücksichtigung (nur) des Überstundengrundentgelts bei den Sonderzahlungen nach § 26 Abs 1 BAGS-KV. (T47)
  • 9 ObA 81/13x
    Entscheidungstext OGH 29.10.2013 9 ObA 81/13x
    nur T7; Beis wie T3; Beis wie T18
  • 9 ObA 129/13f
    Entscheidungstext OGH 29.10.2013 9 ObA 129/13f
    Auch; Beis wie T2; Beis wie T3; Beis wie T10; Beisatz: Hier: Einstufung von SozialarbeiterInnen nach dem Kollektivvertrag für ArbeitnehmerInnen des Fonds Soziales Wien. (T48)
  • 9 ObA 91/13t
    Entscheidungstext OGH 26.11.2013 9 ObA 91/13t
    Auch; Veröff: SZ 2013/112
  • 9 ObA 105/13a
    Entscheidungstext OGH 26.11.2013 9 ObA 105/13a
    Auch; Beis wie T27; Beis wie T28; Beis wie T38
  • 9 ObA 147/13b
    Entscheidungstext OGH 26.02.2014 9 ObA 147/13b
    Auch
  • 9 ObA 76/15i
    Entscheidungstext OGH 21.12.2015 9 ObA 76/15i
  • 9 ObA 37/16f
    Entscheidungstext OGH 25.05.2016 9 ObA 37/16f
    Auch; nur: Der normative Teil eines Kollektivvertrages ist gemäß den §§ 6 und 7 ABGB nach seinem objektiven Inhalt auszulegen. (T49)
  • 8 ObS 7/16m
    Entscheidungstext OGH 16.12.2016 8 ObS 7/16m
    nur T1
  • 9 ObA 43/17i
    Entscheidungstext OGH 24.05.2017 9 ObA 43/17i
    nur T7; Beisatz: Hier: Verfall der Ansprüche nach dem Kollektivvertrag für Arbeiter in der Bauindustrie und im Baugewerbe. (T50)
  • 9 ObA 93/17t
    Entscheidungstext OGH 30.10.2017 9 ObA 93/17t
  • 9 ObA 19/19p
    Entscheidungstext OGH 24.04.2019 9 ObA 19/19p
    Beisatz: Hier: Art IX Abs 6 des Kollektivvertrags für Arbeiter im eisen- und metallverarbeitenden Gewerbe. (T51)
    Beis wie T18
  • 9 ObA 76/19w
    Entscheidungstext OGH 23.07.2019 9 ObA 76/19w
    Auch; Beisatz: Hier: Anspruch auf Erschwerniszulage nach dem Kollektivvertrag für Handelsarbeiter verneint. (T52)
  • 9 ObA 119/18t
    Entscheidungstext OGH 27.08.2019 9 ObA 119/18t
    Vgl; Beis wie T18; Beis wie T25

Anmerkung

Bem: Der Rechtssatz wird wegen der Häufigkeit seiner Zitierung ("überlanger RS") nicht bei jeder einzelnen Bezugnahme, sondern nur fallweise mit einer Gleichstellungsindizierung versehen.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1975:RS0010088

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

16.10.2019

Dokumentnummer

JJR_19751021_OGH0002_0040OB00059_7500000_001

Rechtssatz für 1Ob36/79 6Ob613/83 1Ob8...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0008900

Geschäftszahl

1Ob36/79; 6Ob613/83; 1Ob8/95; 1Ob99/98k; 8ObA339/99g; 2Ob92/11k; 8ObA76/12b; 9ObA119/18t

Entscheidungsdatum

14.12.1979

Norm

ABGB §6
ABGB §7
ABGB §9

Rechtssatz

Im Zweifel hebt das spätere Gesetz alle, auch die spezielleren Gesetze eines bestimmten Rechtsgebietes dann auf, wenn es selbst eine sogenannte Kodifikation ist, also eine beabsichtigte vollständige und abschließende Regelung eines ganzen Rechtsgebietes; in diesem Fall schließt nur eine allgemeine Klausel, wie zum Beispiel "unberührt bleiben ..." diese Wirkung aus. (hier: AHG)

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 36/79
    Entscheidungstext OGH 14.12.1979 1 Ob 36/79
    Veröff: SZ 52/186 = EvBl 1980/100 S 322 = BankArch 1980,258 (Glosse v. Schinnerer) = JBl 1989,539 (größtenteils zust. Koziol) = ÖZW 1980,85 (mit Gl. v. Frotz)
  • 6 Ob 613/83
    Entscheidungstext OGH 02.02.1984 6 Ob 613/83
    Veröff: SZ 57/29 = EvBl 1984,90 S 351 = JBl 1984,614
  • 1 Ob 8/95
    Entscheidungstext OGH 17.10.1995 1 Ob 8/95
    Veröff: SZ 68/191
  • 1 Ob 99/98k
    Entscheidungstext OGH 25.08.1998 1 Ob 99/98k
    nur: Im Zweifel hebt das spätere Gesetz alle, auch die spezielleren Gesetze eines bestimmten Rechtsgebietes dann auf, wenn es selbst eine sogenannte Kodifikation ist, also eine beabsichtigte vollständige und abschließende Regelung eines ganzen Rechtsgebietes. (T1); Beisatz: Liegt eine Kodifikation nicht vor, ist die Frage der Weitergeltung der älteren speziellen Norm durch Auslegung zu lösen. (T2)
  • 8 ObA 339/99g
    Entscheidungstext OGH 24.02.2000 8 ObA 339/99g
    nur T1; Hier: Betriebsvereinbarung. (T3)
  • 2 Ob 92/11k
    Entscheidungstext OGH 30.08.2012 2 Ob 92/11k
    nur T1; Auch Beis wie T2; Veröff: SZ 2012/81
  • 8 ObA 76/12b
    Entscheidungstext OGH 24.01.2013 8 ObA 76/12b
    Auch; nur T1; Beisatz: Die Bestimmungen des GlBG stehen zu den allgemeinen schadenersatzrechtlichen Vorschriften im Derogationsverhältnis. Siehe auch RS0128508. (T4); Veröff: SZ 2013/11
  • 9 ObA 119/18t
    Entscheidungstext OGH 27.08.2019 9 ObA 119/18t
    Vgl; nur T1

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1979:RS0008900

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

16.10.2019

Dokumentnummer

JJR_19791214_OGH0002_0010OB00036_7900000_001

Rechtssatz für 9ObS41/87 9ObS46/87 10O...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0008905

Geschäftszahl

9ObS41/87; 9ObS46/87; 10ObS204/88; 4Ob48/04v; 9ObA11/04i; 1Ob222/05m; 2Ob237/07b; 4Ob53/09m; 10ObS31/10x; 8ObA85/13b; 8ObA69/14a; 9ObA76/15i; 9ObA119/18t; 2Ob41/19x

Entscheidungsdatum

27.01.1988

Norm

ABGB §8

Rechtssatz

Von einer authentischen Interpretation spricht man, wenn das zur Aufstellung oder Änderung der Grundnorm berechtigte Organ bestimmt, in welchem Sinn sie zu verstehen ist. Dies bedeutet die Anordnung einer Rückwirkung.

Entscheidungstexte

  • 9 ObS 41/87
    Entscheidungstext OGH 27.01.1988 9 ObS 41/87
    Veröff: SSV-NF 2/9
  • 9 ObS 46/87
    Entscheidungstext OGH 27.01.1988 9 ObS 46/87
    Veröff: JBl 1988,397 (Müller)
  • 10 ObS 204/88
    Entscheidungstext OGH 20.09.1988 10 ObS 204/88
    Auch; Beisatz: Auch auf die in der Rechtsmittelinstanz anhängigen Fälle anzuwenden. (T1)
  • 4 Ob 48/04v
    Entscheidungstext OGH 30.03.2004 4 Ob 48/04v
    Auch
  • 9 ObA 11/04i
    Entscheidungstext OGH 17.11.2004 9 ObA 11/04i
    Vgl; Beisatz: Hier: Kollektivvertragsbestimmung. (T2)
  • 1 Ob 222/05m
    Entscheidungstext OGH 13.12.2005 1 Ob 222/05m
    Beisatz: Die authentische Interpretation eines Gesetzes kann daher nur durch eine Erklärung des Gesetzgebers vorgenommen werden, die sich als Gesetz darstellt und auch als Gesetz kundgemacht worden ist. (T3)
  • 2 Ob 237/07b
    Entscheidungstext OGH 26.06.2008 2 Ob 237/07b
    Vgl auch; Beisatz: Die Aufklärung durch ein wesentliches Gesetz hat - sofern keine andere Regelung erfolgt - rückwirkende Kraft, da sie ab dem Inkrafttreten des „erklärten Gesetzes" gilt. (T4)
    Beis wie T3
  • 4 Ob 53/09m
    Entscheidungstext OGH 08.09.2009 4 Ob 53/09m
    Beis ähnlich wie T4; Veröff: SZ 2009/118
  • 10 ObS 31/10x
    Entscheidungstext OGH 01.06.2010 10 ObS 31/10x
    Beis ähnlich wie T4
  • 8 ObA 85/13b
    Entscheidungstext OGH 27.02.2014 8 ObA 85/13b
    Auch; Beisatz: Ob die Normunterworfenen auf eine bestimmte Rechtslage vertraut haben oder doch vertrauen durften und durch die rückwirkende Veränderung in einer berechtigten Erwartung enttäuscht wurden, kann immer nur nach der konkreten Änderung und den Umständen beurteilt werden. (T5)
    Beisatz: Hier: authentische Interpretation durch die Kollektivvertragsparteien der DO.A für Verwaltungsangestellte, Personal und zahntechnische Angestellte bei den Sozialversicherungsträgern Österreichs. (T6)
  • 8 ObA 69/14a
    Entscheidungstext OGH 27.05.2015 8 ObA 69/14a
    Auch
  • 9 ObA 76/15i
    Entscheidungstext OGH 21.12.2015 9 ObA 76/15i
    Auch
  • 9 ObA 119/18t
    Entscheidungstext OGH 27.08.2019 9 ObA 119/18t
    Vgl
  • 2 Ob 41/19x
    Entscheidungstext OGH 19.09.2019 2 Ob 41/19x
    Vgl; Beis wie T3; Beisatz: Hier: Keine authentische Interpretation durch die Materialien zu § 572 ABGB idF ErbRÄG 2015. (T7)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1988:RS0008905

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

04.12.2019

Dokumentnummer

JJR_19880127_OGH0002_009OBS00041_8700000_001

Rechtssatz für 9ObA168/88 9ObA90/04g 8...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0050921

Geschäftszahl

9ObA168/88; 9ObA90/04g; 8ObA43/07t; 8ObA42/15g; 9ObA76/15i; 9ObA119/18t

Entscheidungsdatum

31.08.1988

Norm

ArbVG §11 Abs2
ArbVG §14 Abs3

Rechtssatz

Ebenso wie die authentische Interpretation eines Gesetzes nur durch ein gehörig kundgemachtes Gesetz erfolgen kann, bedarf die authentische Interpretation eines KollV durch die Kollektivvertragsparteien zur Entfaltung der Normwirkung gemäß § 11 Abs 2 und § 14 Abs 3 ArbVG der Kundmachung ihres Abschlusses. Mangels Kundmachung kann daher ein Briefwechsel der Kollektivvertragsparteien nicht als gegenüber Dritten wirksame authentische Interpretation gewertet werden.

Entscheidungstexte

  • 9 ObA 168/88
    Entscheidungstext OGH 31.08.1988 9 ObA 168/88
    Veröff: SZ 61/181 = RdW 1989,71 = Arb 10727
  • 9 ObA 90/04g
    Entscheidungstext OGH 01.12.2004 9 ObA 90/04g
    Auch; nur: Ebenso wie die authentische Interpretation eines Gesetzes nur durch ein gehörig kundgemachtes Gesetz erfolgen kann, bedarf die authentische Interpretation eines KollV durch die Kollektivvertragsparteien zur Entfaltung der Normwirkung gemäß § 11 Abs 2 und § 14 Abs 3 ArbVG der Kundmachung ihres Abschlusses. (T1)
    Beisatz: "Authentische Interpretationen" durch die Kollektivvertragsparteien treten nicht neben die üblichen Interpretationsmethoden, sondern stellen - unter der Voraussetzung der ordnungsgemäßen Kundmachung- einen Akt der Rechtssetzung dar und entfalten somit Normwirkung. (T2)
  • 8 ObA 43/07t
    Entscheidungstext OGH 30.08.2007 8 ObA 43/07t
    Auch; Beis wie T2
  • 8 ObA 42/15g
    Entscheidungstext OGH 15.12.2015 8 ObA 42/15g
    Vgl auch; Beis wie T2
  • 9 ObA 76/15i
    Entscheidungstext OGH 21.12.2015 9 ObA 76/15i
    Vgl auch; Beis wie T2
  • 9 ObA 119/18t
    Entscheidungstext OGH 27.08.2019 9 ObA 119/18t
    Beis wie T2

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1988:RS0050921

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

16.10.2019

Dokumentnummer

JJR_19880831_OGH0002_009OBA00168_8800000_002

Rechtssatz für 9ObA295/89 9ObA601/92 9...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0010089

Geschäftszahl

9ObA295/89; 9ObA601/92; 9ObA603/92; 9ObA50/93; 9ObA606/92; 9ObA605/93; 9ObA142/93 (9ObA143/93); 9ObA196/93; 9ObA612/93; 9ObA165/94; 9ObA802/94; 8ObS3/95 (8ObS4/95 -8ObS7/95); 9ObA62/95; 8ObA11/97v; 9ObA15/97i; 9ObA54/98a; 9ObA179/01s; 9ObA108/01z; 9ObA289/01t; 8ObA30/04a; 8Ob126/04v; 9ObA71/04p; 9ObA61/05v; 8ObA10/06p; 9ObA141/05h; 8ObA44/06p; 9ObA193/05f; 8ObA86/06i; 8ObA56/06b; 8ObS10/07i; 8ObA43/07t; 9ObA22/07m; 9ObA75/07f; 8ObA82/08d; 8ObA51/08w; 9ObA119/08b; 8ObA18/09v; 9ObA81/08i; 9ObA115/08i; 9ObA38/09t; 9ObA92/08g; 9ObA21/09t; 8ObA12/09m; 8ObA32/09b; 8ObA74/09d; 9ObA143/09h; 9ObA94/10d; 8ObA39/10h; 8ObA8/10z; 9ObA109/10k; 9ObA24/11m; 9ObA112/11b; 9ObA13/12w; 9ObA110/11h; 9ObA158/11t; 9ObA83/11p; 8ObA22/12m; 8ObA10/12x; 9ObA79/12a; 9ObA136/11g; 9ObA129/12d; 9ObA81/13x; 9ObA91/13t; 9ObA105/13a; 9ObA97/14a; 8ObA69/14a; 9ObA92/15t; 8ObA42/15g; 9ObA76/15i; 9ObA124/15y; 9ObA143/15t; 9ObA4/16b; 9ObA37/16f; 9ObA120/16m; 9ObA146/16k; 9ObA164/16g; 8ObS7/16m; 9ObA12/17f; 9ObA58/17w; 9ObA43/17i; 9ObA74/17y; 9ObA78/17m; 9ObA93/17t; 9ObA140/17d; 9ObA141/17a; 9ObA74/18z; 9ObA19/19p; 9ObA76/19w; 9ObA119/18t

Entscheidungsdatum

22.11.1989

Norm

ABGB §6
ABGB §7
ArbVG §2
ArbVG §7

Rechtssatz

In erster Linie ist bei der Auslegung eines Kollektivvertrages der Wortsinn - auch im Zusammenhang mit den übrigen Regelungen - zu erforschen und die sich aus dem Text des Kollektivvertrages ergebende Absicht der Kollektivvertragsparteien zu berücksichtigen. Ein zwischen denselben Kollektivvertragsparteien abgeschlossener, inzwischen außer Kraft getretener Kollektivvertrag ist nur dann zur Auslegung der Parteienabsicht heranzuziehen, wenn die am Text des geltenden Kollektivvertrages orientierte Auslegung zu keinen eindeutigen Ergebnissen führt. Nur dies wird den an den normierten Teil des Kollektivvertrages zu stellenden Bestimmtheitserfordernissen gerecht und führt nicht zu dem mit dem Gebot der Rechtssicherheit unvereinbarten Ergebnis, dass der Kollektivvertragsinhalt von den Normadressaten nur mit archivalischem Fleiß ermittelt werden kann.

Entscheidungstexte

  • 9 ObA 295/89
    Entscheidungstext OGH 22.11.1989 9 ObA 295/89
    Veröff: WBl 1990,214 = RZ 1990/89 S 206
  • 9 ObA 601/92
    Entscheidungstext OGH 30.09.1992 9 ObA 601/92
    nur: In erster Linie ist bei der Auslegung eines Kollektivvertrages der Wortsinn - auch im Zusammenhang mit den übrigen Regelungen - zu erforschen und die sich aus dem Text des Kollektivvertrages ergebende Absicht der Kollektivvertragsparteien zu berücksichtigen. Ein zwischen denselben Kollektivvertragsparteien abgeschlossener, inzwischen außer Kraft getretener Kollektivvertrag ist nur dann zur Auslegung der Parteienabsicht heranzuziehen, wenn die am Text des geltenden Kollektivvertrages orientierte Auslegung zu keinen eindeutigen Ergebnissen führt. (T1)
  • 9 ObA 603/92
    Entscheidungstext OGH 30.09.1992 9 ObA 603/92
    nur T1
  • 9 ObA 50/93
    Entscheidungstext OGH 14.04.1993 9 ObA 50/93
    nur: In erster Linie ist bei der Auslegung eines Kollektivvertrages der Wortsinn - auch im Zusammenhang mit den übrigen Regelungen - zu erforschen und die sich aus dem Text des Kollektivvertrages ergebende Absicht der Kollektivvertragsparteien zu berücksichtigen. (T2)
    Veröff: WBl 1993,292
  • 9 ObA 606/92
    Entscheidungstext OGH 17.03.1993 9 ObA 606/92
    nur T2; Veröff: SZ 66/36 = DRdA 1994,38 (Jabornegg) = WBl 1993,292
  • 9 ObA 605/93
    Entscheidungstext OGH 11.08.1993 9 ObA 605/93
    nur T2; Veröff: DRdA 1994,244 (Schwarz)
  • 9 ObA 142/93
    Entscheidungstext OGH 08.09.1993 9 ObA 142/93
    nur T1; Beisatz: Hier: Betriebsvereinbarung (T3)
    Beisatz: § 48 ASGG (T4)
  • 9 ObA 196/93
    Entscheidungstext OGH 13.10.1993 9 ObA 196/93
    nur T2; Beis wie T3; Beis wie T4; Beisatz: Hier: Betriebsvereinbarung für das Werk Judenburg der VOEST Alpine AG. (T5)
  • 9 ObA 612/93
    Entscheidungstext OGH 24.11.1993 9 ObA 612/93
    nur T1; Beis wie T3; Beis wie T4
  • 9 ObA 165/94
    Entscheidungstext OGH 28.09.1994 9 ObA 165/94
    nur T2
  • 9 ObA 802/94
    Entscheidungstext OGH 11.01.1995 9 ObA 802/94
    nur T2
  • 8 ObS 3/95
    Entscheidungstext OGH 11.05.1995 8 ObS 3/95
    Auch; nur T2
  • 9 ObA 62/95
    Entscheidungstext OGH 12.07.1995 9 ObA 62/95
    nur T2; Beisatz: Auf die Verhandlungsprotokolle der Kollektivvertragsparteien kann daher, soweit sie im Vertragstext nicht ihren Niederschlag gefunden haben, nicht Bedacht genommen werden. (T6)
  • 8 ObA 11/97v
    Entscheidungstext OGH 30.01.1997 8 ObA 11/97v
    nur T2
  • 9 ObA 15/97i
    Entscheidungstext OGH 30.04.1997 9 ObA 15/97i
    Ähnlich; nur T2; Beis wie T3
    Veröff: SZ 70/88
  • 9 ObA 54/98a
    Entscheidungstext OGH 29.04.1998 9 ObA 54/98a
    nur T2
  • 9 ObA 179/01s
    Entscheidungstext OGH 05.09.2001 9 ObA 179/01s
    nur: In erster Linie ist bei der Auslegung eines Kollektivvertrages die sich aus dem Text des Kollektivvertrages ergebende Absicht der Kollektivvertragsparteien zu berücksichtigen. (T7)
  • 9 ObA 108/01z
    Entscheidungstext OGH 05.09.2001 9 ObA 108/01z
    nur: In erster Linie ist bei der Auslegung eines Kollektivvertrages die sich aus dem Text des Kollektivvertrages ergebende Absicht der Kollektivvertragsparteien zu berücksichtigen. (T8)
    Veröff: SZ 74/144
  • 9 ObA 289/01t
    Entscheidungstext OGH 17.04.2002 9 ObA 289/01t
    nur T2
  • 8 ObA 30/04a
    Entscheidungstext OGH 15.04.2004 8 ObA 30/04a
    Auch; nur T2
  • 8 Ob 126/04v
    Entscheidungstext OGH 17.03.2005 8 Ob 126/04v
    Auch; nur T2
  • 9 ObA 71/04p
    Entscheidungstext OGH 06.04.2005 9 ObA 71/04p
    nur T2
  • 9 ObA 61/05v
    Entscheidungstext OGH 16.12.2005 9 ObA 61/05v
    nur T2
  • 8 ObA 10/06p
    Entscheidungstext OGH 23.02.2006 8 ObA 10/06p
    nur T2
  • 9 ObA 141/05h
    Entscheidungstext OGH 04.05.2006 9 ObA 141/05h
    nur T2; Veröff: SZ 2006/71
  • 8 ObA 44/06p
    Entscheidungstext OGH 19.06.2006 8 ObA 44/06p
    nur T2
  • 9 ObA 193/05f
    Entscheidungstext OGH 15.11.2006 9 ObA 193/05f
    nur T2
  • 8 ObA 86/06i
    Entscheidungstext OGH 31.01.2007 8 ObA 86/06i
    Vgl auch; Beisatz: Bei der Auslegung eines Kollektivvertrages ist in erster Linie der Wortsinn maßgeblich. (T9)
  • 8 ObA 56/06b
    Entscheidungstext OGH 15.03.2007 8 ObA 56/06b
    Vgl; Beisatz: Auch bei dem hier maßgeblichen Firmenkollektivvertrag ist die Interpretation vorweg ausgehend vom Text wie bei einem Gesetz nach §§ 6 und 7 ABGB vorzunehmen. Dabei ist subsidiär aber auch auf frühere Texte zurückzugreifen und immer zu unterstellen, dass die Kollektivvertragsparteien eine vernünftige, zweckentsprechende und praktisch durchführbare Regelung anstreben, die einen gerechten Ausgleich zwischen den Interessen herbeiführen will. (T10)
  • 8 ObS 10/07i
    Entscheidungstext OGH 18.04.2007 8 ObS 10/07i
    nur T2; Beisatz: Hier: Auslegung des Begriffes der "ununterbrochenen Betriebszugehörigkeit" in Abschn IV Pkt 3 des KollV für das eisen- und metallverarbeitende Gewerbe. (T11)
  • 8 ObA 43/07t
    Entscheidungstext OGH 30.08.2007 8 ObA 43/07t
    nur T2; Beisatz: Maßgebend ist zwar nur, welchen Willen des Normgebers der Leser aus dem Vertragstext entnehmen kann und nicht, was der Normgeber seinerzeit wirklich gewollt oder später unverbindlich geäußert hat, allerdings ist eine einvernehmliche Interpretation von Kollektivverträgen durch die Kollektivvertragspartner möglich (authentische Interpretation). (T12)
    Beisatz: Hier: Auslegung des § 8f Abs 4 DO.C. (T13)
  • 9 ObA 22/07m
    Entscheidungstext OGH 22.10.2007 9 ObA 22/07m
    Auch; nur T2
  • 9 ObA 75/07f
    Entscheidungstext OGH 22.10.2007 9 ObA 75/07f
    Auch; nur T2
  • 8 ObA 82/08d
    Entscheidungstext OGH 16.12.2008 8 ObA 82/08d
    nur T2; Beisatz: Den Kollektivvertragsparteien kann grundsätzlich unterstellt werden, dass sie eine vernünftige, zweckentsprechend praktisch durchführbare Regelung treffen wollten, die einen gerechten Ausgleich der sozialen und wirtschaftlichen Interessen herbeiführen soll, sodass jene Auslegung zu wählen ist, die diesen Anforderungen am ehesten entspricht. (T14)
    Beisatz: Hier: Auslegung des Kollektivvertrags für das eisen- und metallverarbeitende Gewerbe (Lohngruppen). (T15)
  • 8 ObA 51/08w
    Entscheidungstext OGH 27.01.2009 8 ObA 51/08w
    Auch; nur T2; Beis wie T14; Beisatz: Hier: Auslegung des Kollektivvertrags für das Bordpersonal der Austrian Airlines AG und die Lauda Air GmbH (ZLF-Tage). (T16)
  • 9 ObA 119/08b
    Entscheidungstext OGH 24.02.2009 9 ObA 119/08b
    Auch; nur T2; Beisatz: Eine von den Kollektivvertragsparteien mit einer Regelung verfolgte Absicht kann nur dann berücksichtigt werden, wenn sie im Text in hinreichender Weise ihren Niederschlag gefunden hat. (T17)
    Beisatz: Hier: Auslegung des Begriffes „Dienstreise" in Punkt B KollV für Handelsarbeiter - LohnO. (T18)
  • 8 ObA 18/09v
    Entscheidungstext OGH 02.04.2009 8 ObA 18/09v
    Auch; Beis wie T14; Beis ähnlich wie T16; Beisatz: Die Auslegung des Kollektivvertrags hat nach dem Wortsinn, aber auch nach der sich daraus ergebenden Absicht der Kollektivvertragsparteien zu erfolgen. (T19)
    Beisatz: Hier: Abgrenzung der Verwendungsgruppen im Zusatzkollektivvertrag für das Bordpersonal. (T20)
  • 9 ObA 81/08i
    Entscheidungstext OGH 29.06.2009 9 ObA 81/08i
    Auch; nur T2; Beis wie T17; Beisatz: Hier: Auslegung von § 5 Abs 1 des Kollektivvertrags Feuerfest- und Schornstein-(Kamin-)bau in der hier anzuwendenden Fassung vom 1. 5. 1994. (T21)
  • 9 ObA 115/08i
    Entscheidungstext OGH 26.08.2009 9 ObA 115/08i
    Auch; nur T2; Beis wie T14; Beisatz: Hier: Auslegung des § 10 RahmenkollV für Angestellte der Industrie vom 1. 11. 1991. (T22)
  • 9 ObA 38/09t
    Entscheidungstext OGH 04.08.2009 9 ObA 38/09t
    nur T2; Beis wie T3; Beis wie T17; Beisatz: Hier: Zur Frage, ob in einer Betriebsvereinbarung über die Gewährung von Pensionszuschüssen ein Widerrufsvorbehalt vereinbart wurde. (T23)
  • 9 ObA 92/08g
    Entscheidungstext OGH 26.08.2009 9 ObA 92/08g
    Vgl auch; nur T2; Beis wie T17; Beisatz: Hier: Mindestlohntarif. (T24)
    Veröff: SZ 2009/109
  • 9 ObA 21/09t
    Entscheidungstext OGH 26.08.2009 9 ObA 21/09t
    Vgl auch; Beis wie T23
  • 8 ObA 12/09m
    Entscheidungstext OGH 29.09.2009 8 ObA 12/09m
    Vgl auch; Beis wie T23; Beisatz: Hier: Pensionszuschussordnung für die Arbeitnehmer des Österreichischen Gewerkschaftsbundes. (T25)
  • 8 ObA 32/09b
    Entscheidungstext OGH 19.11.2009 8 ObA 32/09b
    Vgl auch; Beis ähnlich wie T14; Beisatz: Hier: Kollektivvertrag für die DienstnehmerInnen der Privatkrankenanstalten Österreichs. (T26)
  • 8 ObA 74/09d
    Entscheidungstext OGH 18.02.2010 8 ObA 74/09d
    Auch; Beis wie T14; Beis wie T19; Beisatz: Hier: Auslegung von Punkt XVII Z 1 des KollV für Handelsangestellte. (T27)
  • 9 ObA 143/09h
    Entscheidungstext OGH 29.09.2010 9 ObA 143/09h
    Auch; nur T2; Beisatz: Hier: Betriebsvereinbarung C.11. über die Gewährung eines Pensionszuschusses für die Mitglieder des Kabinenpersonals der AUSTRIAN AIRLINES. (T28)
  • 9 ObA 94/10d
    Entscheidungstext OGH 22.10.2010 9 ObA 94/10d
    nur: In erster Linie ist bei der Auslegung eines Kollektivvertrages der Wortsinn zu erforschen und die sich aus dem Text des Kollektivvertrages ergebende Absicht der Kollektivvertragsparteien zu berücksichtigen. (T29)
    Beis wie T14; Beis wie T19; Beisatz: Hier: § 20 iVm Anhang IV des Kollektivvertrags für die DienstnehmerInnen der Privatkrankenanstalten Österreichs. (T30)
  • 8 ObA 39/10h
    Entscheidungstext OGH 04.11.2010 8 ObA 39/10h
    Auch; Beis wie T26
  • 8 ObA 8/10z
    Entscheidungstext OGH 23.11.2010 8 ObA 8/10z
    Auch; nur T2
  • 9 ObA 109/10k
    Entscheidungstext OGH 22.12.2010 9 ObA 109/10k
    Auch; nur T2
  • 9 ObA 24/11m
    Entscheidungstext OGH 30.03.2011 9 ObA 24/11m
    nur T2; Beisatz: Hier: § 10 Z 3 KollV für das graphische Gewerbe ‑ Mantelvertrag für Arbeiter. (T31)
  • 9 ObA 112/11b
    Entscheidungstext OGH 25.10.2011 9 ObA 112/11b
    Vgl auch; nur T2; Beisatz: Hier: Tagesgelder nach der Lohn- und Zulagenordnung des Kollektivvertrags für die Arbeiter des Güterbeförderungsgewerbes. (T32)
  • 9 ObA 13/12w
    Entscheidungstext OGH 27.02.2012 9 ObA 13/12w
    nur T2
  • 9 ObA 110/11h
    Entscheidungstext OGH 27.02.2012 9 ObA 110/11h
    Vgl auch; nur T2; Beisatz: Hier: Senioritätsregelung für Flugbegleiter nach dem KollV für das Bordpersonal der Austrian Airlines und Lauda Air. (T33)
  • 9 ObA 158/11t
    Entscheidungstext OGH 27.02.2012 9 ObA 158/11t
    Vgl auch; nur T2; Beisatz: Hier: Zusatzpension nach den § 208 ff des KollV für die Dienstnehmer der Grazer Verkehrsbetriebe. (T34)
  • 9 ObA 83/11p
    Entscheidungstext OGH 30.04.2012 9 ObA 83/11p
    Auch
  • 8 ObA 22/12m
    Entscheidungstext OGH 24.04.2012 8 ObA 22/12m
    Auch
  • 8 ObA 10/12x
    Entscheidungstext OGH 28.06.2012 8 ObA 10/12x
    nur T2
  • 9 ObA 79/12a
    Entscheidungstext OGH 25.07.2012 9 ObA 79/12a
    Auch; nur T2
  • 9 ObA 136/11g
    Entscheidungstext OGH 22.10.2012 9 ObA 136/11g
    Auch; Beis wie T6; Beis wie T12; Beis wie T14; Beis wie T17
  • 9 ObA 129/12d
    Entscheidungstext OGH 26.11.2012 9 ObA 129/12d
    Vgl; nur T2; Beis wie T3; Beisatz: Hier: Sozialplan. (T35)
  • 9 ObA 81/13x
    Entscheidungstext OGH 29.10.2013 9 ObA 81/13x
    nur T2
  • 9 ObA 91/13t
    Entscheidungstext OGH 26.11.2013 9 ObA 91/13t
    Auch; nur T7; nur T8; Veröff: SZ 2013/112
  • 9 ObA 105/13a
    Entscheidungstext OGH 26.11.2013 9 ObA 105/13a
    Vgl; nur T1; Beis wie T3
  • 9 ObA 97/14a
    Entscheidungstext OGH 18.12.2014 9 ObA 97/14a
    Auch; Beis wie T17
  • 8 ObA 69/14a
    Entscheidungstext OGH 27.05.2015 8 ObA 69/14a
    Auch; Beis wie T12
  • 9 ObA 92/15t
    Entscheidungstext OGH 27.08.2015 9 ObA 92/15t
  • 8 ObA 42/15g
    Entscheidungstext OGH 15.12.2015 8 ObA 42/15g
    Auch; nur T2
  • 9 ObA 76/15i
    Entscheidungstext OGH 21.12.2015 9 ObA 76/15i
    Auch; nur T2
  • 9 ObA 124/15y
    Entscheidungstext OGH 27.01.2016 9 ObA 124/15y
    nur T2; Beis wie T17
  • 9 ObA 143/15t
    Entscheidungstext OGH 25.02.2016 9 ObA 143/15t
    Auch; Beisatz: Einem Mindestlohntarif darf in der Anwendung kein anderer Verstand beigelegt werden, als welcher aus der eigentümlichen Bedeutung der Worte in ihrem Zusammenhang und aus der klaren Absicht des Normgebers hervorleuchtet. Die Normadressaten, denen nur der Text der Norm zur Verfügung steht, müssen (und können) sich darauf verlassen, dass die Absicht des Normgebers im kundgemachten Text ihren Niederschlag gefunden hat. (T36)
  • 9 ObA 4/16b
    Entscheidungstext OGH 21.04.2016 9 ObA 4/16b
    Auch
  • 9 ObA 37/16f
    Entscheidungstext OGH 25.05.2016 9 ObA 37/16f
    Auch; nur: In erster Linie ist bei der Auslegung eines Kollektivvertrages der Wortsinn - auch im Zusammenhang mit den übrigen Regelungen - zu erforschen und die sich aus dem Text des Kollektivvertrages ergebende Absicht der Kollektivvertragsparteien zu berücksichtigen. (T37)
  • 9 ObA 120/16m
    Entscheidungstext OGH 28.10.2016 9 ObA 120/16m
    Auch; Beis wie T17; Beisatz: Eine über die Wortinterpretation nach den §§ 6, 7 ABGB hinausgehende Auslegung ist (nur) dann erforderlich, wenn die Formulierung mehrdeutig, missverständlich oder unvollständig ist, wobei der äußerst mögliche Wortsinn die Grenze jeglicher Auslegung bildet. (T38)
  • 9 ObA 146/16k
    Entscheidungstext OGH 29.11.2016 9 ObA 146/16k
    Auch
  • 9 ObA 164/16g
    Entscheidungstext OGH 26.01.2017 9 ObA 164/16g
  • 8 ObS 7/16m
    Entscheidungstext OGH 16.12.2016 8 ObS 7/16m
    nur T2
  • 9 ObA 12/17f
    Entscheidungstext OGH 28.06.2017 9 ObA 12/17f
    Auch
  • 9 ObA 58/17w
    Entscheidungstext OGH 28.06.2017 9 ObA 58/17w
  • 9 ObA 43/17i
    Entscheidungstext OGH 24.05.2017 9 ObA 43/17i
    nur T2; Beisatz: Hier: Verfall der Ansprüche nach dem Kollektivvertrag für Arbeiter in der Bauindustrie und im Baugewerbe. (T39)
  • 9 ObA 74/17y
    Entscheidungstext OGH 27.09.2017 9 ObA 74/17y
  • 9 ObA 78/17m
    Entscheidungstext OGH 27.09.2017 9 ObA 78/17m
  • 9 ObA 93/17t
    Entscheidungstext OGH 30.10.2017 9 ObA 93/17t
    nur T2
  • 9 ObA 140/17d
    Entscheidungstext OGH 30.01.2018 9 ObA 140/17d
    Auch
  • 9 ObA 141/17a
    Entscheidungstext OGH 30.01.2018 9 ObA 141/17a
    nur T2; Beisatz: Weist der Kollektivvertrag eine planwidrige Lücke auf, ist diese entsprechend den allgemeinen Grundsätzen für die Gesetzesauslegung im Weg der Analogie zu schließen. (T40); Veröff: SZ 2018/7
  • 9 ObA 74/18z
    Entscheidungstext OGH 24.07.2018 9 ObA 74/18z
  • 9 ObA 19/19p
    Entscheidungstext OGH 24.04.2019 9 ObA 19/19p
    Auch: Beisatz: Hier: Art IX Abs 6 des Kollektivvertrags für Arbeiter im eisen- und metallverarbeitenden Gewerbe. (T41)
  • 9 ObA 76/19w
    Entscheidungstext OGH 23.07.2019 9 ObA 76/19w
    Auch; Beisatz: Hier: Anspruch auf Erschwerniszulage nach dem Kollektivvertrag für Handelsarbeiter verneint. (T42)
  • 9 ObA 119/18t
    Entscheidungstext OGH 27.08.2019 9 ObA 119/18t
    Beis wie T6

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1989:RS0010089

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

16.12.2019

Dokumentnummer

JJR_19891122_OGH0002_009OBA00295_8900000_001

Rechtssatz für 9ObA62/95 9ObA422/97t 9...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0051025

Geschäftszahl

9ObA62/95; 9ObA422/97t; 9ObA119/18t

Entscheidungsdatum

12.07.1995

Norm

ArbVG §3 Abs1

Rechtssatz

Für das Verhältnis zweier oder mehrerer normativer Teile von KollV gilt nicht das Günstigkeitsprinzip des § 3 Abs 1 ArbVG, sondern der allgemeine Grundsatz der Normenkonkurrenz, sodass der Abschluss eines KollV oder die Änderung von Kollektivvertragsbestimmungen durch einen neuen KollV den schon bestehenden KollV in diesem Bereich außer Kraft setzen.

Entscheidungstexte

  • 9 ObA 62/95
    Entscheidungstext OGH 12.07.1995 9 ObA 62/95
  • 9 ObA 422/97t
    Entscheidungstext OGH 25.02.1998 9 ObA 422/97t
    Vgl auch; Beisatz: Unter dem "Günstigkeitsprinzip" ist der Grundsatz zu verstehen, daß die jeweils nachrangigen Rechtsquellen die Stellung des Arbeitnehmers nicht verschlechtern, sondern nur verbessern können. Es kommt daher nicht zur Anwendung, wenn einander Normen gleichen Ranges gegenüberstehen, deren Verhältnis zweifelsfrei geregelt wird. (T1)
  • 9 ObA 119/18t
    Entscheidungstext OGH 27.08.2019 9 ObA 119/18t

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1995:RS0051025

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

16.10.2019

Dokumentnummer

JJR_19950712_OGH0002_009OBA00062_9500000_001

Rechtssatz für 9ObA119/18t

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0132822

Geschäftszahl

9ObA119/18t

Entscheidungsdatum

27.08.2019

Norm

ArbVG §11 Abs2
ArbVG §14 Abs3

Rechtssatz

Durch die Vereinbarung einer konsolidierten Fassung des Kollektivvertrags und der damit verbundenen Kundmachung des Gesamttextes des Kollektivvertrags inklusive Anhängen setzt diese Gesamtregelung sämtliche früheren Vereinbarungen der Kollektivvertragsparteien außer Kraft.

Entscheidungstexte

  • 9 ObA 119/18t
    Entscheidungstext OGH 27.08.2019 9 ObA 119/18t
    Beisatz: Von dieser materiellen Derogation ist auch eine authentische Interpretation umfasst, die in einer früheren Änderung des Kollektivvertrags enthalten war und dort ausdrücklich als Ergänzung zum Kollektivvertrag bezeichnet wurde. (T1)

Schlagworte

Auslegung

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2019:RS0132822

Im RIS seit

12.11.2019

Zuletzt aktualisiert am

13.11.2019

Dokumentnummer

JJR_20190827_OGH0002_009OBA00119_18T0000_001

Rechtssatz für 9ObA119/18t

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0132823

Geschäftszahl

9ObA119/18t

Entscheidungsdatum

27.08.2019

Norm

Kollektivvertrag für Dienstnehmer der Privatkrankenanstalten Österreichs §15

Rechtssatz

Nach § 15 Abs 1 des Kollektivvertrags für die DienstnehmerInnen der Privatkrankenanstalten Österreichs sind sämtliche Zulagen, die sich aus dem Kollektivvertrag ergeben, darunter auch variable und leistungsabhängige Zulagen wie Nacht‑ oder Sonntagszulagen bei Berechnung der Sonderzulagen zu berücksichtigen.

Entscheidungstexte

Schlagworte

Auslegung; authentische Interpretation

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2019:RS0132823

Im RIS seit

12.11.2019

Zuletzt aktualisiert am

13.11.2019

Dokumentnummer

JJR_20190827_OGH0002_009OBA00119_18T0000_002

Entscheidungstext 9ObA119/18t

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Fundstelle

ZAS‑Judikatur 2019/96 = ARD 6676/7/2019 = DRdA‑infas 2019/170 S 315 - DRdA‑infas 2019,315

Geschäftszahl

9ObA119/18t

Entscheidungsdatum

27.08.2019

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat in Arbeits- und Sozialrechtssachen durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofs Dr. Hopf als Vorsitzenden, die Hofrätinnen des Obersten Gerichtshofs Hon.-Prof. Dr. Dehn und Mag. Korn sowie die fachkundigen Laienrichter Wolfgang Jelinek und Mag. Harald Stelzer als weitere Richter in der Arbeitsrechtssache des Antragstellers Verband der Privatkrankenanstalten Österreichs, Lehargasse 3A/5M, 1060 Wien, vertreten durch Mag. Doris Braun, Rechtsanwältin in Graz, gegen den Antragsgegner Österreichischer Gewerkschaftsbund, Johann-Böhm-Platz 1, 1020 Wien, vertreten durch Freimüller/Obereder/Pilz Rechtsanwält_innen GmbH in Wien, über den gemäß § 54 Abs 2 ASGG gestellten Antrag auf Feststellung, den

Beschluss

gefasst:

Spruch

Der Antrag festzustellen, dass die dem Kollektivvertrag für die Dienstnehmerlnnen der Privatkrankenanstalten Österreichs unterliegenden Dienstnehmerlnnen gemäß § 15 dieses Kollektivvertrags Anspruch auf ein Urlaubsgeld und eine Weihnachtsremuneration in Höhe eines monatlichen Grundgehalts zuzüglich Funktionszulage, Überstundenpauschale, Pflegedienstzulage und sämtliche dem jeweiligen Dienstnehmer tatsächlich ständig gewährten, monatlich gleichbleibenden Zulagen auf Basis des Durchschnitts der in den letzten drei, der Auszahlung vorangegangenen Monate haben, wobei die den Dienstnehmerlnnen gewährten variablen, leistungsabhängigen Zulagen, wie insbesondere Nacht- oder Sonntagszulagen sowie eine Überstundenentlohnung nach § 13a dieses Kollektivvertrags (mit Ausnahme von Überstundenpauschalen) nicht einzubeziehen sind, wird abgewiesen.

Text

Begründung:

Die Kollektivvertragsfähigkeit der Parteien ergibt sich aus § 4 Abs 2 ArbVG. Beide sind daher im Sinn des § 54 Abs 2 erster Satz ASGG als Parteien des besonderen Feststellungsverfahrens legitimiert.

Der Kollektivvertrag für die Dienstnehmer der Privatkrankenanstalten Österreichs enthielt im Jahr 1992 unter „§ 15 Urlaubsgeld (13. Monatsbezug) und Weihnachtsremuneration (14. Monatsbezug)“ in Abs 1 folgende Bestimmung: „Allen Dienstnehmern gebührt jährlich ein Urlaubsgeld und eine Weihnachtsremuneration in Höhe eines laufenden Monatsentgeltes (Funktionszulage, Überstundenpauschale, Pflegedienstzulage und sämtliche dem jeweiligen Dienstnehmer tatsächlich gewährten kollektivvertraglichen Zulagen inbegriffen). Der Anspruch auf Urlaubsgeld und Weihnachtsremuneration gebührt nicht, wenn der Dienstnehmer schuldhaft entlassen wird oder ohne wichtigen Grund vorzeitig austritt oder die Kündigungsfrist nicht einhält.“

1993 beschlossen die Kollektivvertragsparteien eine „Abänderung bzw Ergänzung zum Kollektivvertrag“. Diese Vereinbarung enthält folgende Bestimmung:

4. In die ERGÄNZUNGEN ZUM KOLLEKTIVVERTRAG (einvernehmliche Auslegung der Vertragspartner) wird folgender Text aufgenommen:

zu § 15 Urlaubsgeld (13. Monatsbezug) und Weihnachtsremuneration (14. Monatsbezug):

Die einvernehmliche Auslegung des § 15 durch die Kollektivvertragspartner ist die, dass zur Berechnung des 13. und 14. Monatsgehalts das Grundgehalt sowie alle ständig gewährten, monatlich gleichbleibenden Zulagen herangezogen werden; über den Text des Kollektivvertrages hinaus auch die nicht kollektivvertraglichen Überzahlungen und Zulagen, wie immer sie bezeichnet sind. Nicht vereinbart ist die Einrechnung variabler, leistungsabhängiger Zulagen wie Nacht- oder Sonntagszulagen sowie Überstundenentgelte.“

In den Jahren 1994 bis 1997 wurden jeweils Änderungen des Kollektivvertrags zwischen den Kollektivvertragsparteien vereinbart, die jedoch § 15 nicht berührten.

1998 beinhaltete der Kollektivvertragsabschluss (mittlerweile „Kollektivvertrag für die DienstnehmerInnen der Privatkrankenanstalten Österreichs“) nicht nur Abänderungen, sondern den gesamten konsolidierten Text des Kollektivvertrags; dieser wurde hinterlegt und veröffentlicht. § 15 Abs 1 entsprach unverändert der Fassung von 1992. Die Ergänzung zum Kollektivvertrag aus dem Jahr 1993 fand in die konsolidierte Fassung des Jahres 1998 keinen Eingang.

In den Folgejahren beinhaltete der Kollektivvertragsabschluss jeweils wiederum den gesamten Kollektivvertragstext. § 15 Abs 1 blieb bis 2015 unverändert. Die Ergänzung aus dem Jahr 1993 findet sich in keinem dieser Kollektivverträge. In einem Schreiben der Antragsgegnerin aus dem Jahr 2003 bestätigte diese allerdings, dass die einvernehmliche Auslegung des § 15 aus dem Jahr 1993 noch aufrecht sei. 2016 wurde § 15 Abs 1 insoweit geändert, als der zweite Satz entfiel. Der erste Satz über die Berechnung der Sonderzahlungen blieb unverändert.

Im Kollektivvertrag 2017 wurde § 15 Abs 1 wie folgt geändert:

„Allen Dienstnehmern gebühren jährlich ein Urlaubsgeld und eine Weihnachtsremuneration in der Höhe eines laufenden Monatsentgeltes (Funktionszulage, Überstundenpauschale, Pflegedienstzulage und sämtliche dem jeweiligen Dienstnehmer tatsächlich gewährte kollektivvertragliche Zulagen inbegriffen).

Für die Berechnung des laufenden Monatsentgelts des Urlaubsgeldes und der Weihnachtsremuneration ist der Durchschnitt der in den letzten drei der Auszahlung vorangegangenen Monate heranzuziehen (Bsp: Für die Zahlung des Urlaubsgeldes Ende Juni ist das durchschnittliche Entgelt der Monate März, April und Mai maßgebend).“

Diese Regelung findet sich auch in den nachfolgenden Kollektivverträgen.

Der Antragsteller begehrt die Feststellung, dass die dem Kollektivvertrag für die Dienstnehmerlnnen der Privatkrankenanstalten Österreichs unterliegenden Dienstnehmerlnnen gemäß § 15 dieses Kollektivvertrags Anspruch auf ein Urlaubsgeld und eine Weihnachtsremuneration in Höhe eines monatlichen Grundgehalts zuzüglich Funktionszulage, Überstundenpauschale, Pflegedienstzulage und sämtliche dem jeweiligen Dienstnehmer tatsächlich ständig gewährten, monatlich gleichbleibenden Zulagen auf Basis des Durchschnitts der in den letzten drei, der Auszahlung vorangegangenen Monate haben, wobei die den Dienstnehmerlnnen gewährten variablen, leistungsabhängigen Zulagen, wie insbesondere Nacht- oder Sonntagszulagen sowie eine Überstundenentlohnung nach § 13a dieses Kollektivvertrags (mit Ausnahme von Überstundenpauschalen) nicht einzubeziehen sind.

Er bringt vor, dass die „Ergänzung zum Kollektivvertrag“ aus dem Jahr 1993 in der Folge weder verändert, noch ergänzt oder gestrichen worden sei. Hätten die Kollektivvertragsparteien eine Änderung gewollt, hätten sie den Wortlaut des § 15 geändert, dessen erster Satz sei jedoch unverändert geblieben. Die Ergänzung im Jahr 2017 sei vor dem Hintergrund erfolgt, dass Unklarheit darüber bestanden habe, ob bei der Berechnung der Sonderzahlungen bei abweichenden Monatsentgelten ein Durchschnitt der letzten Monate zu bilden sei oder das letzte Monatsentgelt zugrunde zu legen sei.

Dessen ungeachtet habe der Antragsgegner dem Wunsch des Antragstellers auf Klarstellung über die Auslegung des § 15 im Kollektivvertragstext abgelehnt. Der Antragsgegner behaupte, dass entgegen dem Wortlaut der authentischen Interpretation auch variable Zulagen in die Bemessungsgrundlage aufzunehmen seien. Daraus ergebe sich das rechtliche Interesse des Antragstellers an der begehrten Feststellung.

Kollektivverträge seien wie Gesetze auszulegen. Von den Kollektivvertragsparteien gemeinsam verfasste Erläuterungen könnten, soweit sie zugänglich seien, dann zur Interpretation herangezogen werden, wenn der Inhalt im möglichen Wortsinn des Kollektivvertrags Deckung finde. Dies gelte für „objektives“ historisches Material – im Gegensatz zu subjektiven Ansichten und Aufzeichnungen – wie etwa gemeinsame Stellungnahmen und Erläuterungen der Parteien. Kollektivvertragsparteien könnten im Rahmen der Vertragsfreiheit auch einvernehmlich festlegen, wie ihre Vereinbarungen auszulegen seien. Eine solche authentische Interpretation stelle einen Akt der Rechtsetzung dar und entfalte bei gehöriger Kundmachung Normwirkung. Bei der Ergänzung im Jahr 1993 handle es sich um eine authentische Interpretation der Kollektivvertragsparteien, die auch kundgemacht worden sei. Diese gelte ab Inkrafttreten des „erklärten Gesetzes“. Auch in den nachfolgenden Fassungen sei die in Form einer authentischen Auslegung erfolgte einvernehmliche Interpretation nicht abgeändert, ergänzt oder aufgehoben worden, was ebenfalls für deren Gültigkeit auch noch betreffend des nunmehr in Kraft getretenen Kollektivvertrags spreche. Vom Antragsgegner sei in einem Schreiben aus dem Jahr 2003 die einvernehmliche Auslegung sogar bestätigt worden.

Damit ergebe sich, dass § 15 des Kollektivvertrags nicht so auszulegen sei, dass bei der Berechnung der Sonderzahlungen neben den in § 15 ausdrücklich aufgezählten Entgeltsbestandteilen auch noch sämtliche kollektivvertragliche Zulagen – sowohl fixe als auch variable – zu berücksichtigen seien. Vielmehr sei davon auszugehen, dass ausschließlich die ständig gewährten, monatlich gleichbleibenden Zulagen herangezogen werden, und nicht Nacht-, Sonntagszulagen oder Überstundenentgelte.

Der Antragsgegner bestritt. In keinem einzigen Kollektivvertrag außer dem des Jahres 1993 sei die vom Antragsteller behauptete „authentische Interpretation“ hinterlegt oder kundgemacht worden. Zum Kollektivvertrag existierten insgesamt drei Erläuterungen, die beiden ersten seien erstmals 1992 eingefügt worden und stünden bis heute in Geltung. Die Erläuterungen zu § 15 des Kollektivvertrags finde sich nur in dem Kollektivvertrag aus 1993. Darüber hinaus habe sich 1998 die Praxis der Kundmachung der Kollektivverträge geändert. Seit damals würden die Kollektivverträge in ihrem gesamten Text kundgemacht. In der Fassung 1998 finde sich jedoch nur die Erläuterung zu den Zulagen. Die Erläuterung zur Sonderfreizeit habe in § 16 Eingang gefunden. Die Erläuterung zu § 15 sei nicht übernommen worden. Daraus lasse sich ableiten, dass dies auch dem Willen der Kollektivvertragsparteien entsprochen habe.

Die Auslegung der Bestimmung habe sich am Wortlaut zu orientieren. Aus diesem ergebe sich, dass zur Höhe der Sonderzahlungen auf das laufende Monatsentgelt verwiesen werde. Der Begriff „Entgelt“ werde weit ausgelegt. Darunter werde jede Leistung, die der Arbeitnehmer vom Arbeitgeber dafür bekomme, dass er ihm seine Arbeitskraft zur Verfügung stelle, verstanden. Neben dem eigentlichen Gehalt betreffe dies auch das Entgelt für tatsächliche Mehrleistungen, die variabel seien. Auch die Entlohnung für geleistete Überstunden stelle laufendes Monatsentgelt dar.

In Klammer würden einzelne Positionen, die in die Berechnung einzubeziehen seien, angeführt. Die Aufzählung in § 15 Abs 1 des Kollektivvertrags habe rein deklarativen Charakter. Es sollten sämtliche kollektivvertragliche Zulagen unabhängig davon, ob sie Entgeltcharakter oder Aufwandsentschädigung darstellten, monatlich gleichbleibend oder variabel seien, einbezogen werden. Dazu komme, dass seit 2017 die Höhe des laufenden Entgelts auf Basis einer Durchschnittsberechnung der letzten drei Monate zu ermitteln sei. Daraus sei die Absicht der Kollektivvertragsparteien erkennbar, dass gerade nicht nur monatlich gleichbleibende Zulagen, sondern auch variable Zulagen zu berücksichtigen seien. Andernfalls ergebe die Durchschnittsberechnung keinen Sinn.

§ 15 Abs 1 des Kollektivvertrags sei daher nunmehr so auszulegen, dass das für die Sonderzahlungen relevante laufende Monatsentgelt neben dem eigentlichen Gehalt auch sämtliche ordentlichen und außerordentlichen Leistungen zusätzlicher Art – sohin etwa auch das Entgelt für nicht pauschalierte Überstunden – umfasse.

Rechtliche Beurteilung

Der vorliegende Feststellungsantrag ist zulässig, aber nicht berechtigt.

1. Gemäß § 54 Abs 2 ASGG können kollektivvvertragsfähige Körperschaften der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer im Rahmen ihres Wirkungsbereichs gegen eine kollektivvertragsfähige Körperschaft der Arbeitnehmer bzw der Arbeitgeber beim Obersten Gerichtshof einen Antrag auf Feststellung des Bestehens oder Nichtbestehens von Rechten oder Rechtsverhältnissen anbringen, die einen von namentlich bestimmten Person unabhängigen Sachverhalt betreffen.

Feststellungsanträge nach § 54 Abs 2 ASGG sind nach dem Vorbild des § 228 ZPO gestaltet. Nach dieser Bestimmung kann das Bestehen oder Nichtbestehen von Rechten oder Rechtsverhältnissen mit Feststellungsklage dann geltend gemacht werden, wenn ein rechtliches Interesse an der Feststellung besteht (8 ObA 17/17h mwN). Feststellungsanträge zur Klärung abstrakter Rechtsfragen, denen eine bloß theoretische Bedeutung zukommt, erfüllen nach ständiger Rechtsprechung die Voraussetzungen des rechtlichen Interesses nicht, weil abstrakte Rechtsfragen grundsätzlich nicht feststellungsfähig sind (9 ObA 18/16m; RS0109383; vgl auch Neumayr in Neumayr/Reissner, ZellKomm³ § 54 ASGG Rz 6). In diesem Sinn wurde bereits ausgesprochen, dass es nicht Aufgabe der Rechtsprechung ist, den Anwendungsbereich unbestimmter Gesetzesbegriffe ohne Berücksichtigung der im Einzelfall gegebenen besonderen Umstände generell und abstrakt einzugrenzen oder die möglichen Fallgruppen zu variieren und jeweils rechtlich zu beurteilen (RS0085664). Der Antrag nach § 54 Abs 2 ASGG muss ebenso wie eine Feststellungsklage der Prävention und der Prozessökonomie dienen. Insofern unterscheidet sich das Modell des besonderen Feststellungsverfahrens nach § 54 Abs 2 ASGG von einer reinen Gutachtertätigkeit (RS0109383). Für ein Feststellungsverfahren nach § 54 Abs 2 ASGG eignen sich daher nur Sachverhalte, aus denen eindeutige Rechtsfragen abgeleitet werden können (RS0085635). Der Umfang der Prüfungspflicht des Obersten Gerichtshofs hat sich dabei im Rahmen der vom Antrag umrissenen relevanten Fragestellungen zu halten.

2. Der Antragsteller hat sich im vorliegenden Fall zur Begründung des Feststellungsinteresses darauf berufen, dass mehrere Arbeitgeber, auf die der Kollektivvertrag für die DienstnehmerInnen der Privatkrankenanstalten Österreichs anzuwenden ist, mit der Forderung von Arbeitnehmerseite konfrontiert seien, auch variable Zulagen in die Bemessungsgrundlage für die Sonderzahlungen aufzunehmen. Ausgehend davon sind vom Gegenstand des Rechtsstreits auf Arbeitgeberseite und auf Arbeitnehmerseite jeweils zumindest drei Personen betroffen. Insoweit ist ein konkretes Feststellungsinteresse dargelegt.

Dagegen ist zur abstrakten Frage, welche Entgeltbestandteile grundsätzlich zur Bemessung der Sonderzahlungen heranzuziehen sind, insbesondere inwieweit auch eine Überstundenentlohnung nach § 13a des Kollektivvertrags Teil der Bemessungsgrundlage ist, vom Antragsteller kein ein konkretes rechtliches Interesse begründender Sachverhalt vorgebracht worden. Auf das Vorbringen des Antragsgegners in diesem Zusammenhang kommt es nicht an.

Soweit daher der Antrag über die Frage der Einbeziehung von variablen Zulagen hinausgeht, ist er aufgrund des nicht dargelegten rechtlichen Interesses an der begehrten konkreten Feststellung abzuweisen.

3. Zur Begründung für die Nichteinbeziehung variabler, leistungsabhängiger Zulagen beruft sich der Antragsteller auf die in der Änderung des Kollektivvertrags 1993 enthaltene authentische Interpretation der Kollektivvertragsparteien zu § 15 Abs 1 des Kollektivvertrags.

Von einer authentischen Interpretation spricht man dann, wenn das zur Aufstellung oder Änderung der Grundnorm berechtigte Organ bestimmt, in welchem Sinn sie zu verstehen ist (RS0008904). Kollektivvertragsparteien können im Rahmen der Vertragsfreiheit einvernehmlich festlegen, wie eine Vereinbarung auszulegen ist. Insoweit ist also auch eine authentische Interpretation bei Kollektivverträgen möglich (vgl Kodek in Rummel/Lukas, ABGB4 § 8 ABGB Rz 18). Ebenso wie die authentische Interpretation eines Gesetzes nur durch ein gehörig kundgemachtes Gesetz erfolgen kann, bedarf die authentische Interpretation eines Kollektivvertrags durch die Kollektivvertragsparteien zur Entfaltung der Normwirkung die Kundmachung ihres Abschlusses (RS0050921). „Authentische Interpretationen“ durch die Kollektivvertragsparteien treten nicht neben die üblichen Interpretationsmethoden, sondern stellen – unter der Voraussetzung der ordnungsgemäßen Kundmachung – einen Akt der Rechtsetzung dar und entfalten somit Normwirkung (RS0050921 [T2]).

Die in der Änderung des Kollektivvertrags 1993 enthaltene Ergänzung zum Kollektivvertrag, in der die Parteien einvernehmlich festlegten, wie § 15 Abs 1 des Kollektivvertrags zu verstehen ist, stellt eine derartige authentische Interpretation dar. Auch der Antragsgegner bestreitet nicht, dass diese einvernehmliche Auslegung der Kollektivvertragsparteien ordnungsgemäß kundgemacht wurde. Damit hat diese Regelung aber wie die anderen Änderungen des Kollektivvertrags normative Wirkung erhalten.

4. Da bis 1998 jeweils nur Ergänzungen und Änderungen des Kollektivvertrags vereinbart wurden, hatte dies zunächst keinen Einfluss auf die Wirksamkeit dieser authentischen Interpretation. Dagegen wurde im Jahr 1998 eine konsolidierte Fassung des Gesamtkollektivvertrags kundgemacht, in dem zwar § 15 Abs 1 des Kollektivvertrags unverändert übernommen wurde, die einvernehmliche Interpretation durch die Parteien jedoch nicht enthalten ist. Damit stellt sich die Frage, inwieweit die authentische Interpretation noch normative Wirksamkeit hat.

Für das Verhältnis zweier oder mehrerer normativer Teile von Kollektivverträgen gilt nicht das Günstigkeitsprinzip des § 3 Abs 1 ArbVG, sondern der allgemeine Grundsatz der Normenkonkurrenz, sodass der Abschluss eines Kollektivvertrags oder die Änderung von Kollektivvertragsbestimmungen durch einen neuen Kollektivvertrag den schon bestehenden Kollektivvertrag in diesem Bereich außer Kraft setzen (RS0051025). Allgemein gilt: Die spätere Norm hebt die frühere Norm auf, die spezielle Norm die allgemeinere Norm. Die spätere allgemeinere Norm hebt aber nicht die frühere spezielle Norm auf (vgl 8 ObA 339/99g). Im Zweifel hebt das spätere Gesetz alle, auch die spezielleren Gesetze eines bestimmten Rechtsgebiets dann auf, wenn es selbst eine sogenannte Kodifikation ist, also eine beabsichtigte, vollständige und abschließende Regelung eines ganzen Rechtsgebiets (RS0089000; vgl auch RS0082334 [T1]; vgl auch Strasser in Strasser/Jabornegg/Resch, § 3 ArbVG, Rz 17).

Durch die Vereinbarung der konsolidierten Fassung des Kollektivvertrags 1998 und der damit verbundenen Kundmachung des Gesamttextes des Kollektivvertrags inklusive Anhängen setzt diese Gesamtregelung sämtliche früheren Vereinbarungen der Kollektivvertragsparteien außer Kraft. Gerade der Umstand, dass die authentische Interpretation 1993 ursprünglich in der Änderung des Kollektivvertrags enthalten war und dort ausdrücklich als Ergänzung zum Kollektivvertrag bezeichnet wurde, machte sie zu einem Bestandteil der früheren Kollektivverträge, denen aber durch die Vereinbarung der konsolidierten Fassung 1998 materiell derogiert wurde. Es ist daher davon auszugehen, dass die Ergänzung zum Kollektivvertrag aus dem Jahr 1993 nach dem Kollektivvertragsabschluss 1998 keine normative Wirkung mehr hatte.

5. Es ist daher zu prüfen, inwieweit das einmal bestehende Verständnis der Kollektivvertragsparteien über die Auslegung des § 15 Abs 1 des Kollektivvertrags auch noch in der Folge für dessen Interpretation herangezogen werden kann.

Dabei ist davon auszugehen, dass es der ständigen Rechtsprechung entspricht, dass der normative Teil eines Kollektivvertrags nach den Auslegungsregeln der §§ 6, 7 ABGB auszulegen ist (RS0008807; RS0010088). Den Kollektivvertragsparteien kann dabei grundsätzlich unterstellt werden, dass sie eine vernünftige, zweckentsprechende und praktisch durchführbare Regelung treffen sowie einen gerechten Ausgleich der sozialen wirtschaftlichen Interessen herbeiführen wollten, sodass bei mehreren an sich in Betracht kommenden Auslegungsmöglichkeiten, wenn alle anderen Auslegungsgrundsätze versagen, jener der Vorzug zu geben ist, die diesen Anforderungen am meisten entspricht (RS0008828). Maßgeblich ist, welchen Willen des Normgebers der Leser dem Text entnehmen kann (RS0010088). Denn die Normadressaten, denen nur der Text des Kollektivvertrags zur Verfügung steht, können die Vorstellungen, die die Kollektivvertragsparteien beim Abschluss vom Inhalt der Normen besessen haben, weder kennen noch feststellen. Sie müssen sich vielmehr darauf verlassen können, dass die Absicht der Parteien in erkennbarer Weise im Vertragstext ihren Niederschlag gefunden hat (RS0010088 [T18]). Daher kann auf die Verhandlungsprotokolle der Kollektivvertragsparteien, soweit sie im Vertragstext nicht ihren Niederschlag gefunden haben, nicht Bedacht genommen werden (RS0010089 [T6]). In erster Linie ist der Wortsinn – auch im Zusammenhang mit den übrigen Regelungen – zu erforschen und die sich aus dem Text des Kollektivvertrags ergebende Absicht der Kollektivvertragsparteien zu berücksichtigen (RS0010089). Eine aus dem Text nicht hervorgehende Absicht der Kollektivvertragspartner hat außer Betracht zu bleiben (RS0010088 [T25]). Ein zwischen denselben Kollektivvertragsparteien abgeschlossener, inzwischen außer Kraft getretener Kollektivvertrag ist nur dann zur Auslegung der Parteienabsicht heranzuziehen, wenn die am Text des geltenden Kollektivvertrags orientierte Auslegung zu keinen eindeutigen Ergebnissen führt. Nur dies wird den an den normierten Teil des Kollektivvertrags zu stellenden Bestimmtheitserfordernissen gerecht und führt nicht zu dem mit dem Gebot der Rechtssicherheit unvereinbaren Ergebnis, dass der Kollektivvertragsinhalt von den Normadressaten nur mit archivarischen Fleiß ermittelt werden kann (RS0010089).

Der Text des Kollektivvertrags sieht nun vor, dass die Sonderzahlungen in der Höhe eines laufenden Monatsentgelts zu gewähren sind. „Monatsentgelt“ wird durch den Klammerausdruck dahingehend näher definiert, dass auch Zulagen in das Monatsentgelt eingerechnet werden. Dabei unterscheidet der Kollektivvertrag nicht zwischen variablen leistungsbezogenen und ständig gewährten Zulagen. Vielmehr enthält er ausdrücklich die Formulierung, dass „sämtliche, dem jeweiligen Dienstnehmer tatsächlich gewährten kollektivvertraglichen Zulagen“ inbegriffen sind. Nach dem Wortlaut der Regelung kommt es daher nur darauf an, ob eine Zulage sich aus dem Kollektivvertrag ableiten lässt und dem Dienstnehmer tatsächlich gewährt wird.

Die „Ergänzung“ aus dem Jahr 1993 enthielt gegenüber diesem Text des Kollektivvertrags sowohl eine Ausweitung (nicht kollektivvertragliche Überzahlungen und Zulagen), als auch eine Einschränkung (Nichteinrechnung variabler, leistungsabhängiger Zulagen). Dieses historische Verständnis der Kollektivvertragsparteien entspricht nicht dem Text der Regelung. Selbst wenn daher die Kollektivvertragsparteien auch nach 1998 von einem der außer Kraft getretenen authentischen Interpretation entsprechenden Verständnis des § 15 Abs 1 des Kollektivvertrags ausgegangen sein sollten, deckt sich dieses nicht mehr mit dem Wortlaut des § 15 Abs 1 in der ab 1998 geltenden Fassung des Kollektivvertrags ohne Ergänzung. Damit entspricht dieses Verständnis nicht dem Willen, den der verständige Leser dem Vertragstext entnehmen kann. Auf das, was der Normgeber seinerzeit wirklich gewollt oder später unverbindlich geäußert hat, kommt es aber nicht an (RS0010088 [T30]). Dass die Nacht- und Sonntagszulagen keine „kollektivvertraglichen Zulagen“ darstellen, behauptet auch der Antragsteller nicht.

6. Der Antragsteller vermag keine Argumente zu nennen, warum – von einem einvernehmlichen anderen Verständnis der Kollektivvertragsparteien abgesehen – variable Zulagen nicht in die Sonderzahlungen eingerechnet werden sollten. Gerade die seit dem Kollektivvertrag 2017 in § 15 Abs 1 enthaltene Anordnung einer Durchschnittsberechnung zur Ermittlung der Höhe der Sonderzahlungen auf Grundlage der letzten drei der Auszahlung vorangegangenen Monate, lässt zusätzlich zum Wortlaut auf ein Verständnis, dass auch variable Zulagen einzubeziehen sind, schließen.

Soweit der Antragsteller auf den Schriftwechsel aus dem Jahr 2003 verweist, ist daraus für ihn nichts zu gewinnen. Da eine authentische Interpretation, wie ausgeführt, einer gehörigen Kundmachung bedarf, kann ein Briefwechsel der Kollektivvertragsparteien nicht als gegenüber den Normunterworfenen wirksame authentische Interpretation gewertet werden (9 ObA 168/88). Eine Auslegung im Sinn des sich aus dem Briefwechsel ergebenden Verständnisses scheitert aber wie dargelegt am Wortlaut der Regelung.

Zusammengefasst sind daher sämtliche Zulagen, die sich aus dem Kollektivvertrag ergeben, darunter auch variable und leistungsabhängige Zulagen wie Nacht- oder Sonntagszulagen bei Berechnung der Sonderzahlungen zu berücksichtigen. Der Antrag ist daher auch, soweit er darauf gerichtet ist, dass die Sonderzahlungen unter Außerachtlassung dieser Zulagen berechnet werden, nicht berechtigt.

7. Der Antrag des Antragstellers ist daher insgesamt, zum einen wegen des nicht ausreichend dargestellten rechtlichen Interesses, zum anderen wegen inhaltlicher Unbegründetheit abzuweisen.

Textnummer

E126085

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2019:009OBA00119.18T.0827.000

Im RIS seit

20.09.2019

Zuletzt aktualisiert am

16.12.2019

Dokumentnummer

JJT_20190827_OGH0002_009OBA00119_18T0000_000