Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Rechtssatz für 12Os14/91 15Os117/94 15...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0095118

Geschäftszahl

12Os14/91; 15Os117/94; 15Os73/95; 11Os83/99; 13Os120/00; 13Os162/00; 14Os42/03; 11Os88/05h; 14Os15/06x; 15Os113/12z; 12Os41/17x; 13Os102/18a

Entscheidungsdatum

07.03.1991

Norm

StGB §206 Abs1

Rechtssatz

Das Tatbild dieses Versuchsdeliktes ist schon mit der Berührung der Geschlechtsteile erfüllt. Zur Deliktsvollendung ist (auf der subjektiven Tatseite) ein auf Beischlaf gerichteter Vorsatz erforderlich. Beischlaf ist das (wenn auch nur unvollständige) Eindringen des männlichen Gliedes in die Scheide.

Entscheidungstexte

  • 12 Os 14/91
    Entscheidungstext OGH 07.03.1991 12 Os 14/91
  • 15 Os 117/94
    Entscheidungstext OGH 08.09.1994 15 Os 117/94
    nur: Das Tatbild dieses Versuchsdeliktes ist schon mit der Berührung der Geschlechtsteile erfüllt. (T1)
  • 15 Os 73/95
    Entscheidungstext OGH 12.10.1995 15 Os 73/95
    nur: Das Tatbild dieses Versuchsdeliktes ist schon mit der Berührung der Geschlechtsteile erfüllt. Zur Deliktsvollendung ist (auf der subjektiven Tatseite) ein auf Beischlaf gerichteter Vorsatz erforderlich. (T2)
  • 11 Os 83/99
    Entscheidungstext OGH 23.11.1999 11 Os 83/99
    nur T1; Beisatz: Das Tatbild des § 206 Abs 1 StGB stellt auch in der Fassung des Strafrechtsänderungsgesetzes 1998, BGBl I Nr 153/1998 auf das Unternehmen des Beischlafes mit einer unmündigen Person ab. (T3)
  • 13 Os 120/00
    Entscheidungstext OGH 31.01.2001 13 Os 120/00
    Vgl auch; Beisatz: Unternehmen des Beischlafs im Sinn des § 206 Abs 1 StGB (vor wie nach dem StRÄG 1998) ist nur bei einem auf Beischlaf gerichteten Vorsatz gegeben. (T4)
  • 13 Os 162/00
    Entscheidungstext OGH 07.03.2001 13 Os 162/00
    nur T1; Beisatz: Die Tat ist bereits dann unternommen und das Delikt vollendet, wenn es zwar noch zu keinem Eindringen (des Fingers) in den After des Tatopfers, wohl aber mit darauf gerichtetem Vorsatz bereits zur diesbezüglichen Berührung gekommen ist. Es kommt weder auf die Dauer des Eingriffes noch auf die Häufigkeit und die Tiefe des Eindringens in den After an. (T5)
  • 14 Os 42/03
    Entscheidungstext OGH 24.06.2003 14 Os 42/03
    Vgl; Beis wie T5; Beisatz: Hier: digitale Vaginalpenetration. (T6)
  • 11 Os 88/05h
    Entscheidungstext OGH 27.09.2005 11 Os 88/05h
    Vgl; Beis wie T6; Beisatz: Für das Tatbildmerkmal des „Unternehmens" des mit Strafe bedrohten Angriffes kommt es auf dessen Dauer und Vollständigkeit nicht an. (T7)
  • 14 Os 15/06x
    Entscheidungstext OGH 04.04.2006 14 Os 15/06x
    Vgl; Beis wie T6; Beis wie T7
  • 15 Os 113/12z
    Entscheidungstext OGH 27.02.2013 15 Os 113/12z
    Auch; nur T1
  • 12 Os 41/17x
    Entscheidungstext OGH 21.09.2017 12 Os 41/17x
    Auch; nur T1
  • 13 Os 102/18a
    Entscheidungstext OGH 10.10.2018 13 Os 102/18a
    Auch; Beis wie T5; Beisatz: Hier: Berührung des Anus der Unmündigen mit dem Penis des Angeklagten. (T8)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1991:RS0095118

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

22.11.2018

Dokumentnummer

JJR_19910307_OGH0002_0120OS00014_9100000_001

Rechtssatz für 15Os88/01 12Os88/01 (12O...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0115581

Geschäftszahl

15Os88/01; 12Os88/01 (12Os100/01); 15Os146/02; 15Os11/03; 14Os42/03; 12Os3/04; 11Os35/05i; 13Os43/06g; 12Os72/06i; 13Os141/06v; 11Os130/08i; 13Os179/08k; 13Os92/09t (13Os104/09g, 13Os130/09f); 15Os3/10w; 13Os20/12h; 11Os97/14w; 11Os116/14i; 11Os126/14k; 13Os102/18a

Entscheidungsdatum

23.08.2001

Norm

StPO §281 Abs1 Z10
StGB §15 C2
StGB §201 Abs1
StGB §201 Abs2
StGB §206 Abs1
StGB §206 Abs2

Rechtssatz

Nach der durch die Strafgesetznovelle 1989, BGBl 1989/242, grundlegend geänderten neuen Rechtslage ist auch für die Tatvollendung des § 201 Abs 1 und 2 StGB der "Vollzug" des Beischlafs und einer diesem gleichzusetzenden geschlechtlichen Handlung nicht mehr Voraussetzung. Vielmehr genügt für deren Vollendung das "Unternehmen" dieser verpönten geschlechtlichen Handlung. Die Tat ist demnach bereits dann "unternommen" und das Delikt vollendet, wenn der Täter die dem Beischlaf gleichzusetzende geschlechtliche Handlung vorzunehmen und das Tatopfer diese zu erdulden beginnt.

Entscheidungstexte

  • 15 Os 88/01
    Entscheidungstext OGH 23.08.2001 15 Os 88/01
  • 12 Os 88/01
    Entscheidungstext OGH 06.12.2001 12 Os 88/01
  • 15 Os 146/02
    Entscheidungstext OGH 13.02.2003 15 Os 146/02
    Vgl auch
  • 15 Os 11/03
    Entscheidungstext OGH 06.03.2003 15 Os 11/03
    Vgl auch; Beisatz: Auch das Verbrechen des § 206 Abs 1 StGB ist mit dem Unternehmen (des Beischlafes oder) einer dem Beischlaf gleichzusetzenden Handlung bereits vollendet. (T1)
  • 14 Os 42/03
    Entscheidungstext OGH 24.06.2003 14 Os 42/03
    Auch
  • 12 Os 3/04
    Entscheidungstext OGH 12.02.2004 12 Os 3/04
    Auch; Beisatz: In objektiver Hinsicht genügt die Berührung der äußeren Geschlechtsteile von Täter oder Opfer für das vollendete Delikt. (T2)
  • 11 Os 35/05i
    Entscheidungstext OGH 23.08.2005 11 Os 35/05i
    Vgl
  • 13 Os 43/06g
    Entscheidungstext OGH 12.07.2006 13 Os 43/06g
    Auch
  • 12 Os 72/06i
    Entscheidungstext OGH 21.09.2006 12 Os 72/06i
    Auch; Beis wie T2
  • 13 Os 141/06v
    Entscheidungstext OGH 11.04.2007 13 Os 141/06v
    Auch; Beis wie T1
  • 11 Os 130/08i
    Entscheidungstext OGH 21.10.2008 11 Os 130/08i
    Auch; Beis wie T1; Beis wie T2
  • 13 Os 179/08k
    Entscheidungstext OGH 19.02.2009 13 Os 179/08k
    Auch
  • 13 Os 92/09t
    Entscheidungstext OGH 15.10.2009 13 Os 92/09t
    Auch
  • 15 Os 3/10w
    Entscheidungstext OGH 17.02.2010 15 Os 3/10w
  • 13 Os 20/12h
    Entscheidungstext OGH 10.05.2012 13 Os 20/12h
    Vgl auch: Beisatz: In objektiver Hinsicht genügt die Berührung der äußeren Geschlechtsteile für das vollendete Delikt. (T3)
  • 11 Os 97/14w
    Entscheidungstext OGH 25.11.2014 11 Os 97/14w
    Auch; Beis wie T2; Beis wie T3; Beisatz: Sofern der Täter mit dem Vorsatz handelt, das Tatopfer mit den qualifizierten Nötigungsmitteln zur Duldung des Beischlafs oder einer diesem gleichzusetzenden Handlung zu nötigen. (T4)
  • 11 Os 116/14i
    Entscheidungstext OGH 25.11.2014 11 Os 116/14i
    Beis wie T2; Beis wie T3
  • 11 Os 126/14k
    Entscheidungstext OGH 25.11.2014 11 Os 126/14k
    Auch; Beis wie T2; Beis wie T3; Beisatz: Sofern der Täter mit dem Vorsatz handelte, das Tatopfer mit Gewalt zur Duldung einer dem Beischlaf gleichzusetzenden Handlung zu nötigen. (T5)
  • 13 Os 102/18a
    Entscheidungstext OGH 10.10.2018 13 Os 102/18a
    Auch; Beis wie T2; Beisatz: Hier: Berührung des Anus der Unmündigen mit dem Penis des Angeklagten. (T6)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2001:RS0115581

Im RIS seit

22.09.2001

Zuletzt aktualisiert am

22.11.2018

Dokumentnummer

JJR_20010823_OGH0002_0150OS00088_0100000_001

Rechtssatz für 12Os119/06a 12Os35/07z...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0122137

Geschäftszahl

12Os119/06a; 12Os35/07z; 15Os54/06i; 14Os22/08d; 13Os14/08w; 15Os56/08m; 14Os68/09w; 14Os42/09x; 12Os70/09z; 13Os33/09s; 12Os79/09y; 13Os183/08y; 13Os7/10v; 15Os32/10k; 13Os132/10a; 15Os183/10s; 13Os38/11d; 13Os76/11t; 12Os115/11w; 12Os76/11k; 14Os162/11x; 11Os23/12k; 13Os1113/12k; 13Os131/12g; 13Os54/13k; 13Os70/13p; 13Os22/13d; 15Os166/13w; 15Os136/13h; 14Os28/14w; 15Os31/14v; 14Os27/14y; 11Os50/15k; 14Os69/15a; 13Os114/15m; 13Os27/16v; 13Os61/16v; 11Os37/17x; 14Os21/17w; 13Os132/16k; 13Os68/17z; 14Os88/17y (14Os115/17v); 13Os1/18y; 13Os41/18f; 13Os102/18a; 14Os47/18w (14Os96/18a)

Entscheidungsdatum

03.05.2007

Norm

StGB §15
StGB §34 Abs1 Z13
StPO §281 Abs1 Z11
FinStrG §13

Rechtssatz

Mit der im Zuge der Neufassung der Z 11 des § 281 Abs 1 StPO durch das StRÄG 1987 erfolgten Aufnahme des zweiten Falles dieser Bestimmung in den Katalog der Nichtigkeitsgründe sollte die Möglichkeit geschaffen werden, (ohne Schmälerung des Anwendungsbereichs der Berufung) die fehlerhafte Beurteilung von Strafzumessungstatsachen im Nichtigkeitsverfahren zu relevieren. Die rechtliche Bedeutung der Abgrenzung zwischen versuchter und vollendeter Tat beschränkt sich auf die Frage des Vorliegens des (gemäß § 23 Abs 2 FinStrG auch im Finanzstrafverfahren zu beachtenden) Milderungsumstands des § 34 Abs 1 Z 13 StGB, womit darauf bezogene Feststellungen Strafzumessungstatsachen betreffen und solcherart dem Regelungsbereich des § 281 Abs 1 Z 11 zweiter Fall StPO zugehören.

Entscheidungstexte

  • 12 Os 119/06a
    Entscheidungstext OGH 03.05.2007 12 Os 119/06a
    Verstärkter Senat
  • 12 Os 35/07z
    Entscheidungstext OGH 31.05.2007 12 Os 35/07z
    Vgl auch
  • 15 Os 54/06i
    Entscheidungstext OGH 08.08.2007 15 Os 54/06i
    Auch; nur: Die rechtliche Bedeutung der Abgrenzung zwischen versuchter und vollendeter Tat beschränkt sich auf die Frage des Vorliegens des (gemäß § 23 Abs 2 FinStrG auch im Finanzstrafverfahren zu beachtenden) Milderungsumstands des § 34 Abs 1 Z 13 StGB, womit darauf bezogene Feststellungen Strafzumessungstatsachen betreffen und solcherart dem Regelungsbereich des § 281 Abs 1 Z 11 zweiter Fall StPO zugehören. (T1)
    Beisatz: Das Vorliegen oder Nichtvorliegen von Strafzumessungstatsachen kann nicht mit Mängelrüge, sondern ausschließlich mit Berufung angefochten werden. (T2)
  • 14 Os 22/08d
    Entscheidungstext OGH 15.04.2008 14 Os 22/08d
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Das Fehlen konkreter - die Zurechnung als vollendetes Verbrechen der betrügerischen Krida tragende - Feststellungen, ob und welche Gläubiger durch die Tathandlung tatsächlich einen Forderungsausfall erlitten haben begründet Nichtigkeit nach § 281 Abs 1 Z 11 zweiter Fall StPO. (T3)
  • 13 Os 14/08w
    Entscheidungstext OGH 23.04.2008 13 Os 14/08w
    Auch
  • 15 Os 56/08m
    Entscheidungstext OGH 05.06.2008 15 Os 56/08m
    Vgl; Beisatz: Ob aber der Erfolg allenfalls - zB weil der Risikozusammenhang fehlt - nicht objektiv zurechenbar ist, betrifft bei strafbaren Handlungen, die wie § 176 Abs 1 StGB auch hinsichtlich des Erfolgs Vorsatz erfordern, die für die Strafbemessung bedeutsame und demgemäß aus Z 11 zweiter Fall relevante Frage, ob nur Versuch und damit ein Milderungsgrund vorliegt. (T4)
  • 14 Os 68/09w
    Entscheidungstext OGH 21.07.2009 14 Os 68/09w
    Vgl; Beisatz: Mit der Behauptung eines inneren Widerspruchs (Z 5 dritter Fall) in Betreff der Anlasstat der schweren Erpressung, weil die Tatrichter an mehreren Stellen des Urteils (auch in der rechtlichen Beurteilung) misslungenen Versuch annahmen, die Tat aber unter §§ 144 Abs 1, 145 Abs 1 Z 1 erster Fall subsumierten, spricht der Beschwerdeführer keine entscheidende Tatsache, sondern eine dem Regelungsbereich des § 281 Abs 1 Z 11 zweiter Fall StPO zuzuordnende - hier zudem nicht relevante - Strafzumessungstatsache an. (T5)
  • 14 Os 42/09x
    Entscheidungstext OGH 21.07.2009 14 Os 42/09x
    Vgl; Beisatz: Hier: Schwerer Betrug nach §§ 146, 147 Abs 1 Z 1, Abs 3 StGB. Die Frage des tatsächlichen Eintritts eines Vermögensschadens ist - bei hier bejahtem und von der Beschwerde nicht in Abrede gestelltem Schädigungsvorsatz in Bezug auf einen 50.000 Euro übersteigenden Betrag - nicht schuld- oder subsumtionsrelevant. (T6)
  • 12 Os 70/09z
    Entscheidungstext OGH 02.07.2009 12 Os 70/09z
    Vgl; Beisatz: Die Abgrenzung zwischen Versuch und Vollendung betrifft hier (anders etwa bei behauptetem Rücktritt vom Versuch) keine entscheidende Tatsache iSd § 281 Abs 1 Z 5 StPO (vgl WK-StPO § 281 Rz 645). (T7)
  • 13 Os 33/09s
    Entscheidungstext OGH 19.11.2009 13 Os 33/09s
    Auch
  • 12 Os 79/09y
    Entscheidungstext OGH 26.11.2009 12 Os 79/09y
    Vgl; Beisatz: Hier: Sachbeschädigung nach §§ 15, 125, 126 Abs 1 Z 5 StGB. Unterbleiben der essentiellen Konstatierung des Vorsatzes, durch ihr Verhalten die Betriebssicherheit des Polizeifahrzeugs abstrakt zu gefährden oder dessen Funktionsfähigkeit zu beeinträchtigen. (T8)
  • 13 Os 183/08y
    Entscheidungstext OGH 17.12.2009 13 Os 183/08y
    Auch
  • 13 Os 7/10v
    Entscheidungstext OGH 04.03.2010 13 Os 7/10v
    Auch
  • 15 Os 32/10k
    Entscheidungstext OGH 21.04.2010 15 Os 32/10k
    Vgl auch
  • 13 Os 132/10a
    Entscheidungstext OGH 17.02.2011 13 Os 132/10a
    Vgl; Beisatz: Auf Vorsatz abstellende Körperverletzungsdelikte sind gegenüber vorsätzlich begangenen Tötungsdelikten (stillschweigend) subsidiär, wenn ein einheitliches Tatgeschehen vorliegt, das Angriffsobjekt ident ist und Ersteres nur als Vorstufe des Letzteren anzusehen ist, also nicht darüber hinaus greift. Demzufolge ist bei allen gestuften Erfolgsqualifikationen ‑ somit auch im Verhältnis der Fälle 3 bis 5 des § 143 StGB ‑ im Fall des Todeseintritts nur die darauf abstellende Vorschrift anzuwenden, nicht aber auch die für die Herbeiführung einer schweren Körperverletzung aufgestellte Qualifikationsnorm. Auch die Qualifikationsnorm des § 143 dritter Fall StGB wird daher vom Verbrechen des Mordes infolge stillschweigender Subsidiarität verdrängt. Dass der Mord bloß versucht wurde, ändert daran nichts. (T9)
  • 15 Os 183/10s
    Entscheidungstext OGH 04.05.2011 15 Os 183/10s
    Vgl; Beis ähnlich wie T7
  • 13 Os 38/11d
    Entscheidungstext OGH 14.07.2011 13 Os 38/11d
    Auch
  • 13 Os 76/11t
    Entscheidungstext OGH 13.10.2011 13 Os 76/11t
    Auch; Beisatz: Hier: Keine Feststellungen zur Abgrenzung zwischen Versuch (§ 13 FinStrG) und Vollendung (§ 23 Abs 2 letzter Satz FinStrG, § 34 Abs 1 Z 13 StGB). (T10)
  • 12 Os 115/11w
    Entscheidungstext OGH 18.10.2011 12 Os 115/11w
    Vgl auch; Beis ähnlich wie T7
  • 12 Os 76/11k
    Entscheidungstext OGH 15.11.2011 12 Os 76/11k
    Vgl auch; nur T1
  • 14 Os 162/11x
    Entscheidungstext OGH 06.03.2012 14 Os 162/11x
    Vgl; Beis wie T7
  • 11 Os 23/12k
    Entscheidungstext OGH 24.05.2012 11 Os 23/12k
    Vgl auch
  • 13 Os 1113/12k
    Entscheidungstext OGH 22.11.2012 13 Os 1113/12k
    Auch
  • 13 Os 131/12g
    Entscheidungstext OGH 02.07.2013 13 Os 131/12g
    Vgl auch
  • 13 Os 54/13k
    Entscheidungstext OGH 29.08.2013 13 Os 54/13k
    Auch
  • 13 Os 70/13p
    Entscheidungstext OGH 29.08.2013 13 Os 70/13p
    Vgl auch
  • 13 Os 22/13d
    Entscheidungstext OGH 02.07.2013 13 Os 22/13d
    Vgl
  • 15 Os 166/13w
    Entscheidungstext OGH 11.12.2013 15 Os 166/13w
    Auch; Beis wie T7
  • 15 Os 136/13h
    Entscheidungstext OGH 11.12.2013 15 Os 136/13h
    Beis wie T7
  • 14 Os 28/14w
    Entscheidungstext OGH 06.05.2014 14 Os 28/14w
    Vgl; Beis wie T7; Beisatz: Hier: Die Frage nach erfolgter Forderungsinitiative eines Gläubigers kann lediglich für die Abgrenzung zwischen versuchter und vollendeter betrügerischer Krida von Bedeutung sein. (T11)
  • 15 Os 31/14v
    Entscheidungstext OGH 23.04.2014 15 Os 31/14v
    Auch
  • 14 Os 27/14y
    Entscheidungstext OGH 12.08.2014 14 Os 27/14y
    Auch; Beis ähnlich wie T5; Beis ähnlich wie T6; Beis ähnlich wie T7
  • 11 Os 50/15k
    Entscheidungstext OGH 11.08.2015 11 Os 50/15k
    Auch; Beis wie T11
  • 14 Os 69/15a
    Entscheidungstext OGH 17.11.2015 14 Os 69/15a
    Auch; Beis wie T2
  • 13 Os 114/15m
    Entscheidungstext OGH 09.03.2016 13 Os 114/15m
    Auch; Beis wie T10
  • 13 Os 27/16v
    Entscheidungstext OGH 13.04.2016 13 Os 27/16v
    Auch
  • 13 Os 61/16v
    Entscheidungstext OGH 06.09.2016 13 Os 61/16v
    Auch
  • 11 Os 37/17x
    Entscheidungstext OGH 21.03.2017 11 Os 37/17x
    Auch
  • 14 Os 21/17w
    Entscheidungstext OGH 23.05.2017 14 Os 21/17w
    Auch
  • 13 Os 132/16k
    Entscheidungstext OGH 28.06.2017 13 Os 132/16k
    Auch; nur T1; Beis wie T2
  • 13 Os 68/17z
    Entscheidungstext OGH 11.10.2017 13 Os 68/17z
    Auch
  • 14 Os 88/17y
    Entscheidungstext OGH 13.02.2018 14 Os 88/17y
    Auch
  • 13 Os 1/18y
    Entscheidungstext OGH 14.03.2018 13 Os 1/18y
    Auch
  • 13 Os 41/18f
    Entscheidungstext OGH 09.05.2018 13 Os 41/18f
    Auch
  • 13 Os 102/18a
    Entscheidungstext OGH 10.10.2018 13 Os 102/18a
    Auch
  • 14 Os 47/18w
    Entscheidungstext OGH 09.10.2018 14 Os 47/18w
    Auch; Beis wie T3

Anmerkung

Bem: Der Rechtssatz wird wegen der Häufigkeit seiner Zitierung ("überlanger RS") nicht bei jeder einzelnen Bezugnahme, sondern nur fallweise mit einer Gleichstellungsindizierung versehen.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2007:RS0122137

Im RIS seit

02.06.2007

Zuletzt aktualisiert am

22.11.2018

Dokumentnummer

JJR_20070503_OGH0002_0120OS00119_06A0000_001

Rechtssatz für 12Os119/06a 12Os66/07h...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0122138

Geschäftszahl

12Os119/06a; 12Os66/07h; 14Os117/07y; 15Os126/07d; 15Os56/08m; 14Os74/08a; 11Os130/08i; 15Os55/09s; 12Os188/08a; 14Os7/09z; 14Os42/09x; 11Os16/10b; 14Os82/09d; 11Os21/10p (11Os58/10d); 12Os128/10f; 13Os129/10k; 13Os132/10a; 15Os30/11t; 11Os66/11g; 13Os71/11g; 12Os115/11w; 15Os59/12h; 14Os90/13m; 15Os103/13f; 13Os54/13k; 11Os101/13g (11Os139/13w); 11Os2/14z; 14Os60/14a; 15Os19/15f; 11Os5/15t; 11Os39/15t; 11Os87/15a; 11Os50/15k; 17Os15/15g; 12Os106/15b; 12Os77/15p; 13Os114/15m; 13Os12/16p; 13Os27/16v; 14Os29/16w (14Os42/16g); 13Os86/16w; 13Os105/15p (13Os106/15k); 13Os61/16v; 12Os119/16s; 11Os4/17y; 11Os13/27x; 12Os150/16z; 14Os21/17w; 14Os85/17g; 15Os92/17v; 14Os120/17d; 14Os20/18z; 11Os33/18i; 13Os1/18y; 13Os41/18f; 12Os146/17p; 13Os102/18a; 14Os47/18w (14Os96/18a)

Entscheidungsdatum

03.05.2007

Norm

StGB §15
StPO §281 Abs1 Z10
StPO §281 Abs1 Z11
FinStrG §13

Rechtssatz

Der Nichtigkeitsgrund des § 281 Abs 1 Z 10 StPO setzt voraus, dass die der Entscheidung zugrunde liegende Tat einem Strafgesetz unterzogen wurde, das darauf nicht anzuwenden ist, wogegen die versuchte Tat dem selben Gesetz zu unterstellen ist wie die vollendete, nämlich der durch sie verletzten materiellen Strafnorm. Erst bei der dem Subsumtionsvorgang nachgelagerten Strafbemessung wird die Frage der Abgrenzung zwischen dem Versuchs- und dem Vollendungsstadium rechtlich relevant (§ 34 Abs 1 Z 13 StGB [iVm § 23 Abs 2 FinStrG]).

Entscheidungstexte

  • 12 Os 119/06a
    Entscheidungstext OGH 03.05.2007 12 Os 119/06a
    Verstärkter Senat
  • 12 Os 66/07h
    Entscheidungstext OGH 28.06.2007 12 Os 66/07h
    Auch; nur: Erst bei der dem Subsumtionsvorgang nachgelagerten Strafbemessung wird die Frage der Abgrenzung zwischen dem Versuchs- und dem Vollendungsstadium rechtlich relevant. (T1)
  • 14 Os 117/07y
    Entscheidungstext OGH 13.11.2007 14 Os 117/07y
    Vgl auch; nur T1
  • 15 Os 126/07d
    Entscheidungstext OGH 22.11.2007 15 Os 126/07d
    Vgl auch
  • 15 Os 56/08m
    Entscheidungstext OGH 05.06.2008 15 Os 56/08m
    Vgl; Beisatz: Ob aber der Erfolg allenfalls - zum Beispiel weil der Risikozusammenhang fehlt - nicht objektiv zurechenbar ist, betrifft bei strafbaren Handlungen, die wie § 176 Abs 1 StGB auch hinsichtlich des Erfolgs Vorsatz erfordern, die für die Strafbemessung bedeutsame und demgemäß aus Z 11 zweiter Fall relevante Frage, ob nur Versuch und damit ein Milderungsgrund vorliegt. (T2)
  • 14 Os 74/08a
    Entscheidungstext OGH 08.07.2008 14 Os 74/08a
    Vgl auch
  • 11 Os 130/08i
    Entscheidungstext OGH 21.10.2008 11 Os 130/08i
    Vgl auch
  • 15 Os 55/09s
    Entscheidungstext OGH 13.05.2009 15 Os 55/09s
    nur T1
  • 12 Os 188/08a
    Entscheidungstext OGH 26.03.2009 12 Os 188/08a
    Vgl; Beisatz: Der teils unrichtigen Bezeichnung von Beteiligungsform (§ 12 StGB) und Verwirklichungsstadium (§ 15 StGB) im Ausspruch nach § 260 Abs 1 Z 2 StPO kommt keine Nichtigkeitsrelevanz zu, weil sie nicht den für den Schuldspruch maßgeblichen Tatbestand des Verbrechen des Mordes nach § 75 StGB betrifft. (T3)
    Bem: Vgl WK-StPO § 260 Rz 30. (T4)
  • 14 Os 7/09z
    Entscheidungstext OGH 21.04.2009 14 Os 7/09z
    Vgl
  • 14 Os 42/09x
    Entscheidungstext OGH 21.07.2009 14 Os 42/09x
    Vgl; Beisatz: Hier: Schwerer Betrug nach §§ 146, 147 Abs 1 Z 1, Abs 3 StGB. Die Frage des tatsächlichen Eintritts eines Vermögensschadens ist - bei hier bejahtem und von der Beschwerde nicht in Abrede gestelltem Schädigungsvorsatz in Bezug auf einen 50.000 Euro übersteigenden Betrag - nicht schuld- oder subsumtionsrelevant. (T5)
  • 11 Os 16/10b
    Entscheidungstext OGH 02.03.2010 11 Os 16/10b
    Auch; nur T1
  • 14 Os 82/09d
    Entscheidungstext OGH 26.01.2010 14 Os 82/09d
    Vgl; Beisatz: Hier: Begünstigung eines Gläubigers nach § 158 Abs 1 (iVm § 161 Abs 1 StGB). Aus der angestrebten (ex post) niedrigeren Bewertung der Liegenschaften durch den Sachverständigen wäre nämlich allenfalls der - nicht entscheidende - Schluss auf bloß versuchte statt vollendeter Tatbegehung abzuleiten gewesen. (T6)
  • 11 Os 21/10p
    Entscheidungstext OGH 22.06.2010 11 Os 21/10p
    Vgl auch
  • 12 Os 128/10f
    Entscheidungstext OGH 11.11.2010 12 Os 128/10f
    Vgl auch
  • 13 Os 129/10k
    Entscheidungstext OGH 16.12.2010 13 Os 129/10k
    Auch
  • 13 Os 132/10a
    Entscheidungstext OGH 17.02.2011 13 Os 132/10a
    Vgl; Beisatz: Auf Vorsatz abstellende Körperverletzungsdelikte sind gegenüber vorsätzlich begangenen Tötungsdelikten (stillschweigend) subsidiär, wenn ein einheitliches Tatgeschehen vorliegt, das Angriffsobjekt ident ist und Ersteres nur als Vorstufe des Letzteren anzusehen ist, also nicht darüber hinaus greift. Demzufolge ist bei allen gestuften Erfolgsqualifikationen ‑ somit auch im Verhältnis der Fälle 3 bis 5 des § 143 StGB ‑ im Fall des Todeseintritts nur die darauf abstellende Vorschrift anzuwenden, nicht aber auch die für die Herbeiführung einer schweren Körperverletzung aufgestellte Qualifikationsnorm. Auch die Qualifikationsnorm des § 143 dritter Fall StGB wird daher vom Verbrechen des Mordes infolge stillschweigender Subsidiarität verdrängt. Dass der Mord bloß versucht wurde, ändert daran nichts. (T7)
  • 15 Os 30/11t
    Entscheidungstext OGH 04.05.2011 15 Os 30/11t
    Vgl auch
  • 11 Os 66/11g
    Entscheidungstext OGH 30.06.2011 11 Os 66/11g
    Vgl; Beisatz: Eine irrtümliche Vertauschung im Urteils- bzw Anklagetenor von vollendeten und versuchten Angriffen tangiert keine entscheidende Tatsache. (T8)
  • 13 Os 71/11g
    Entscheidungstext OGH 14.07.2011 13 Os 71/11g
    Auch
  • 12 Os 115/11w
    Entscheidungstext OGH 18.10.2011 12 Os 115/11w
    Vgl auch
  • 15 Os 59/12h
    Entscheidungstext OGH 27.06.2012 15 Os 59/12h
    Vgl auch
  • 14 Os 90/13m
    Entscheidungstext OGH 27.08.2013 14 Os 90/13m
    Auch
  • 15 Os 103/13f
    Entscheidungstext OGH 21.08.2013 15 Os 103/13f
  • 13 Os 54/13k
    Entscheidungstext OGH 29.08.2013 13 Os 54/13k
    Vgl auch
  • 11 Os 101/13g
    Entscheidungstext OGH 29.10.2013 11 Os 101/13g
    Vgl auch
  • 11 Os 2/14z
    Entscheidungstext OGH 11.02.2014 11 Os 2/14z
    Auch
  • 14 Os 60/14a
    Entscheidungstext OGH 12.08.2014 14 Os 60/14a
    Auch
  • 15 Os 19/15f
    Entscheidungstext OGH 25.03.2015 15 Os 19/15f
    Auch
  • 11 Os 5/15t
    Entscheidungstext OGH 28.04.2015 11 Os 5/15t
    Auch
  • 11 Os 39/15t
    Entscheidungstext OGH 25.06.2015 11 Os 39/15t
    Auch
  • 11 Os 87/15a
    Entscheidungstext OGH 22.08.2015 11 Os 87/15a
    Auch
  • 11 Os 50/15k
    Entscheidungstext OGH 11.08.2015 11 Os 50/15k
    Auch
  • 17 Os 15/15g
    Entscheidungstext OGH 22.09.2015 17 Os 15/15g
    Auch
  • 12 Os 106/15b
    Entscheidungstext OGH 17.12.2015 12 Os 106/15b
    Auch
  • 12 Os 77/15p
    Entscheidungstext OGH 28.01.2016 12 Os 77/15p
    Auch
  • 13 Os 114/15m
    Entscheidungstext OGH 09.03.2016 13 Os 114/15m
    Auch
  • 13 Os 12/16p
    Entscheidungstext OGH 13.04.2016 13 Os 12/16p
    Auch
  • 13 Os 27/16v
    Entscheidungstext OGH 13.04.2016 13 Os 27/16v
    Auch
  • 14 Os 29/16w
    Entscheidungstext OGH 28.06.2016 14 Os 29/16w
    Auch
  • 13 Os 86/16w
    Entscheidungstext OGH 06.09.2016 13 Os 86/16w
    Auch
  • 13 Os 105/15p
    Entscheidungstext OGH 06.09.2016 13 Os 105/15p
    Auch
  • 13 Os 61/16v
    Entscheidungstext OGH 06.09.2016 13 Os 61/16v
    Auch
  • 12 Os 119/16s
    Entscheidungstext OGH 26.01.2017 12 Os 119/16s
    Auch
  • 11 Os 4/17y
    Entscheidungstext OGH 14.02.2017 11 Os 4/17y
    Auch
  • 11 Os 13/27x
    Entscheidungstext OGH 21.03.2017 11 Os 13/27x
    Auch
  • 12 Os 150/16z
    Entscheidungstext OGH 02.03.2017 12 Os 150/16z
    Auch
  • 14 Os 21/17w
    Entscheidungstext OGH 23.05.2017 14 Os 21/17w
    Auch
  • 14 Os 85/17g
    Entscheidungstext OGH 07.11.2017 14 Os 85/17g
    Auch
  • 15 Os 92/17v
    Entscheidungstext OGH 13.12.2017 15 Os 92/17v
    Auch
  • 14 Os 120/17d
    Entscheidungstext OGH 13.02.2018 14 Os 120/17d
    Auch
  • 14 Os 20/18z
    Entscheidungstext OGH 06.03.2018 14 Os 20/18z
    Auch
  • 11 Os 33/18i
    Entscheidungstext OGH 10.04.2018 11 Os 33/18i
    Auch; Beisatz: Im System der Nichtigkeitsgründe ressortieren diesbezügliche Urteilsfehler in den Regelungsbereich der Z 11 zweiter Fall. Sie können daher nicht aus Z 5 des § 281 Abs 1 StPO bekämpft werden. (T9)
  • 13 Os 1/18y
    Entscheidungstext OGH 14.03.2018 13 Os 1/18y
    Auch
  • 13 Os 41/18f
    Entscheidungstext OGH 09.05.2018 13 Os 41/18f
    Auch
  • 12 Os 146/17p
    Entscheidungstext OGH 19.04.2018 12 Os 146/17p
    Auch
  • 13 Os 102/18a
    Entscheidungstext OGH 10.10.2018 13 Os 102/18a
    Auch
  • 14 Os 47/18w
    Entscheidungstext OGH 09.10.2018 14 Os 47/18w
    Auch

Anmerkung

Bem: Der Rechtssatz wird wegen der Häufigkeit seiner Zitierung ("überlanger RS") nicht bei jeder einzelnen Bezugnahme, sondern nur fallweise mit einer Gleichstellungsindizierung versehen.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2007:RS0122138

Im RIS seit

02.06.2007

Zuletzt aktualisiert am

22.11.2018

Dokumentnummer

JJR_20070503_OGH0002_0120OS00119_06A0000_002

Entscheidungstext 13Os102/18a

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Geschäftszahl

13Os102/18a

Entscheidungsdatum

10.10.2018

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat am 10. Oktober 2018 durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofs Dr. Lässig als Vorsitzenden sowie die Hofräte und die Hofrätinnen des Obersten Gerichtshofs Dr. Nordmeyer, Mag. Michel, Dr. Oberressl und Dr. Brenner in Gegenwart der Rechtspraktikantin Mag. Holzer als Schriftführerin in der Strafsache gegen Peter G***** wegen des Verbrechens des schweren sexuellen Missbrauchs von Unmündigen nach § 206 Abs 1 und Abs 3 vierter Fall StGB und weiterer strafbarer Handlungen über die Nichtigkeitsbeschwerde und die Berufung des Angeklagten gegen das Urteil des Landesgerichts für Strafsachen Graz als Schöffengericht vom 19. April 2018, GZ 16 Hv 129/17v-19, nach Anhörung der Generalprokuratur in nichtöffentlicher Sitzung zu Recht erkannt:

Spruch

In Stattgebung der Nichtigkeitsbeschwerde wird das angefochtene Urteil, das im Übrigen unberührt bleibt, in der Subsumtion der dem Schuldspruch B/2 zugrunde liegenden Tat nach § 206 Abs 3 vierter Fall StGB, demzufolge auch im Strafausspruch aufgehoben und die Sache im Umfang der Aufhebung zu neuer Verhandlung und Entscheidung an das Landesgericht für Strafsachen Graz verwiesen.

Mit seiner Berufung gegen den Ausspruch über die Strafe wird der Angeklagte auf die Aufhebung des Strafausspruchs verwiesen.

Zur Entscheidung über die Berufung gegen den Ausspruch über die privatrechtlichen Ansprüche werden die Akten vorerst dem Oberlandesgericht Graz zugeleitet.

Dem Angeklagten fallen auch die Kosten des bisherigen Rechtsmittelverfahrens zur Last.

Text

Gründe:

Mit dem angefochtenen Urteil wurde Peter G***** mehrerer Verbrechen des sexuellen Missbrauchs von Unmündigen nach § 207 Abs 1 StGB (A), mehrerer Verbrechen des schweren sexuellen Missbrauchs von Unmündigen nach § 206 Abs 1 StGB (B/1), des Verbrechens des schweren sexuellen Missbrauchs von Unmündigen nach § 206 Abs 1 und Abs 3 vierter Fall StGB (B/2), des Verbrechens des schweren sexuellen Missbrauchs von Unmündigen nach „§§ 15, 206 Abs 1 StGB“ (B/3) und mehrerer Vergehen des Missbrauchs eines Autoritätsverhältnisses nach § 212 Abs 1 Z 2 StGB (C) schuldig erkannt.

Danach hat er – soweit für die Erledigung der Nichtigkeitsbeschwerde von Bedeutung – in Gr*****

(B/2) „zwischen Sommer 2013 und 2014“ (US 4) mit einer unmündigen Person, nämlich der am 28. Oktober 2002 geborenen Sarah S*****, eine dem Beischlaf gleichzusetzende gleichgeschlechtliche Handlung unternommen, indem er mit seinem erigierten Penis in ihren Mund eindrang, ihren Kopf nach vorne und zurück bewegte und schließlich in ihren Mund ejakulierte, womit eine besondere Erniedrigung des Opfers einherging.

Rechtliche Beurteilung

Gegen die Subsumtion nach § 206 Abs 3 vierter Fall StGB richtet sich die aus Z 10 des § 281 Abs 1 StPO erhobene Nichtigkeitsbeschwerde des Angeklagten.

Im Ergebnis zu Recht wendet sich die Subsumtionsrüge gegen die Unterstellung der dem Schuldspruch B/2 zugrundeliegenden Tat (auch) unter den Qualifikationstatbestand des § 206 Abs 3 StGB idF BGBl I 2013/116.

Die Strafgesetze sind auf Taten anzuwenden, die nach dem Inkrafttreten begangen wurden. Auf früher begangene Taten sind sie dann anzuwenden, wenn die Gesetze, die zur Tatzeit gegolten haben, für den Täter in ihrer Gesamtauswirkung nicht günstiger waren (§ 61 StGB).

Der Qualifikationstatbestand der „besonderen Erniedrigung“ war in der bis zum 31. Juli 2013 in Geltung gestandenen Fassung des § 206 Abs 3 StGB nicht enthalten, sondern wurde erst durch BGBl I 2013/116 in die auch im Zeitpunkt der Urteilsfällung geltende Fassung des § 206 Abs 3 StGB aufgenommen. Diese Gesetzesänderung trat mit 1. August 2013 in Kraft.

Der Frage, ob die Tat bis zum oder nach dem 31. Juli 2013 begangen wurde, kommt somit entscheidungswesentliche Bedeutung zu.

Auf Basis der Feststellungen, wonach die vom Schuldspruch B/2 umfassten geschlechtlichen Handlungen „zu einem nicht näher bekannten Zeitpunkt zwischen Sommer 2013 und 2014“ (US 4) gesetzt wurden, lässt sich dies nicht beurteilen. Damit bleibt aber auch offen, ob sich Urteilszeitrecht und Tatzeitrecht tatsächlich voneinander unterscheiden, womit einem allfälligen Günstigkeitsvergleich (§ 61 zweiter Satz StGB) die Basis fehlt.

Der dargestellte Subsumtionsfehler (Z 10) führte bereits bei der nichtöffentlichen Beratung zur Aufhebung des angefochtenen Urteils wie aus dem Spruch ersichtlich (§ 285e StPO).

Sollte sich der Tatzeitpunkt im zweiten Rechtsgang nicht im rechtlich relevanten Umfang bestimmen lassen, wird auf der Feststellungsebene von dem für den Angeklagten günstigeren Tatzeitpunkt auszugehen sein (RIS-Justiz RS0131758).

Hinzugefügt sei, dass das Erstgericht zum Schuldspruch B/3 nach den diesbezüglichen Konstatierungen (US 4) zu Unrecht vom Deliktsstadium des Versuchs (§ 15 StGB) ausging (US 6), weil die Tat mit der (vom tatbestandsgemäßen Vorsatz getragenen) Berührung des Anus der Unmündigen mit dem Penis des Angeklagten vollendet war (vgl RIS-Justiz RS0095118 [T5] und RS0115581 [T2]). Dieser – im Übrigen nicht zum Nachteil des Angeklagten (§ 290 Abs 1 zweiter Satz StPO) wirkende – Rechtsfehler hat aber schon deshalb auf sich zu beruhen, weil die Abgrenzung zwischen Versuch und Vollendung (nicht die Subsumtion, sondern bloß) die Strafbemessung betrifft (12 Os 119/06a, EvBl 2007/130, 700 [verst Senat]; RIS-Justiz RS0122137 und RS0122138) und der Strafausspruch ohnedies von der Aufhebung umfasst ist.

Mit seiner Berufung wegen des Ausspruchs über die Strafe war der Beschwerdeführer auf die Aufhebung dieses Ausspruchs zu verweisen.

Zur Entscheidung über die angemeldete (aber nicht ausgeführte) Berufung gegen den Ausspruch über die privatrechtlichen Ansprüche (ON 18 S 6) waren die Akten zunächst dem Oberlandesgericht Graz zuzuleiten (§ 285i StPO).

Der Kostenausspruch beruht auf § 390a Abs 1 StPO.

Textnummer

E123036

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2018:0130OS00102.18A.1010.000

Im RIS seit

31.10.2018

Zuletzt aktualisiert am

31.10.2018

Dokumentnummer

JJT_20181010_OGH0002_0130OS00102_18A0000_000