Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Rechtssatz für 6Ob275/66 1Ob15/72 7Ob3...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0043051

Geschäftszahl

6Ob275/66; 1Ob15/72; 7Ob37/73; 1Ob77/73; 5Ob174/73; 1Ob67/74; 6Ob54/74; 6Ob92/74; 6Ob142/75; 1Ob515/76; 6Ob585/76; 5Ob577/77; 8Ob534/77; 6Ob719/78; 2Ob542/79 (2Ob543/79); 6Ob729/80; 5Ob583/81; 8Ob35/81; 7Ob801/81; 6Ob565/82; 8Ob70/82; 6Ob539/83; 2Ob50/95; 4Ob1007/96; 4Ob194/98b; 2Ob231/99f; 3Ob190/04v; 6Ob194/05f; 2Ob26/06x; 2Ob128/06x; 2Ob101/07b; 10Ob35/08g; 1Ob69/08s; 2Ob234/08p; 5Ob58/09d; 4Ob85/12x; 2Ob123/12w; 2Ob174/13x; 9Ob13/15z; 3Ob153/16w; 8ObA21/17x; 1Ob75/17m; 7Ob168/17g; 9ObA46/18g; 8Ob49/19t; 5Ob64/19a

Entscheidungsdatum

07.09.1966

Norm

ZPO §503 Z2 C1b

Rechtssatz

Wenn das Berufungsgericht einen Mangel des erstinstanzlichen Verfahrens infolge einer unrichtigen rechtlichen Beurteilung nicht wahrgenommen hat, liegt ein vom OGH wahrzunehmender Mangel des Berufungsverfahrens vor.

Entscheidungstexte

  • 6 Ob 275/66
    Entscheidungstext OGH 07.09.1966 6 Ob 275/66
    Veröff: SZ 39/139 = EvBl 1967/63 S 73
  • 1 Ob 15/72
    Entscheidungstext OGH 02.02.1972 1 Ob 15/72
  • 7 Ob 37/73
    Entscheidungstext OGH 28.03.1973 7 Ob 37/73
  • 1 Ob 77/73
    Entscheidungstext OGH 23.05.1973 1 Ob 77/73
    Beisatz: Revisionsgrund nach § 503 Z 4 ZPO. (T1)
  • 5 Ob 174/73
    Entscheidungstext OGH 14.11.1973 5 Ob 174/73
  • 1 Ob 67/74
    Entscheidungstext OGH 08.05.1974 1 Ob 67/74
  • 6 Ob 54/74
    Entscheidungstext OGH 09.05.1974 6 Ob 54/74
  • 6 Ob 92/74
    Entscheidungstext OGH 06.06.1974 6 Ob 92/74
  • 6 Ob 142/75
    Entscheidungstext OGH 19.12.1975 6 Ob 142/75
  • 1 Ob 515/76
    Entscheidungstext OGH 04.02.1976 1 Ob 515/76
  • 6 Ob 585/76
    Entscheidungstext OGH 24.06.1976 6 Ob 585/76
  • 5 Ob 577/77
    Entscheidungstext OGH 10.05.1977 5 Ob 577/77
  • 8 Ob 534/77
    Entscheidungstext OGH 14.09.1977 8 Ob 534/77
  • 6 Ob 719/78
    Entscheidungstext OGH 09.11.1978 6 Ob 719/78
  • 2 Ob 542/79
    Entscheidungstext OGH 02.10.1979 2 Ob 542/79
  • 6 Ob 729/80
    Entscheidungstext OGH 03.12.1980 6 Ob 729/80
    Vgl auch
  • 5 Ob 583/81
    Entscheidungstext OGH 02.06.1981 5 Ob 583/81
    Ähnlich
  • 8 Ob 35/81
    Entscheidungstext OGH 04.06.1981 8 Ob 35/81
  • 7 Ob 801/81
    Entscheidungstext OGH 04.03.1982 7 Ob 801/81
  • 6 Ob 565/82
    Entscheidungstext OGH 01.09.1982 6 Ob 565/82
    Beisatz: Hier: Verstoß gegen § 182 ZPO. (T2)
  • 8 Ob 70/82
    Entscheidungstext OGH 21.04.1983 8 Ob 70/82
  • 6 Ob 539/83
    Entscheidungstext OGH 10.05.1984 6 Ob 539/83
    Auch
  • 2 Ob 50/95
    Entscheidungstext OGH 29.06.1995 2 Ob 50/95
    Auch; Beisatz: Hat das Berufungsgericht einen Feststellungsmangel der Entscheidung des Erstgerichtes zu Unrecht nicht wahrgenommen, kann das mit Revision geltend gemacht werden. (T3)
  • 4 Ob 1007/96
    Entscheidungstext OGH 26.02.1996 4 Ob 1007/96
    Beis wie T1
  • 4 Ob 194/98b
    Entscheidungstext OGH 12.08.1998 4 Ob 194/98b
    Auch
  • 2 Ob 231/99f
    Entscheidungstext OGH 09.11.2000 2 Ob 231/99f
    Auch
  • 3 Ob 190/04v
    Entscheidungstext OGH 22.12.2004 3 Ob 190/04v
  • 6 Ob 194/05f
    Entscheidungstext OGH 16.02.2006 6 Ob 194/05f
    Beisatz: Dieser Leitsatz bezieht sich nicht auf den Fall, dass das Berufungsgericht einen primären Verfahrensmangel nach ausdrücklicher Prüfung verneint hat, unterläge doch andernfalls jede Entscheidung des Berufungsgerichts über eine Mängelrüge der Nachprüfung durch den Obersten Gerichtshof. (T4)
  • 2 Ob 26/06x
    Entscheidungstext OGH 31.08.2006 2 Ob 26/06x
    Beisatz: Dazu zählt auch der Fall, dass es die Behandlung einer Mängelrüge infolge der vermeintlichen rechtlichen Unerheblichkeit des gerügten Mangels unterließ. Erweist sich die zu Grunde gelegte Rechtsansicht als unrichtig, liegt ein Mangel des Berufungsverfahrens vor. (T5)
    Veröff: SZ 2006/122
  • 2 Ob 128/06x
    Entscheidungstext OGH 21.12.2006 2 Ob 128/06x
    Beis wie T5
  • 2 Ob 101/07b
    Entscheidungstext OGH 15.11.2007 2 Ob 101/07b
    Beisatz: Hier: Ausgehend von seiner unrichtigen Rechtsansicht, das Klagsvorbringen enthalte kein ausreichendes Tatsachenvorbringen in Hinblick auf einen möglichen Verstoß der Erstbeklagten gegen § 21 Abs 1 StVO, hat das Berufungsgericht den in der Berufung gerügten Verfahrensmangel der unterlassenen Einvernahme eines Zeugen zu diesem Thema verneint. (T6)
  • 10 Ob 35/08g
    Entscheidungstext OGH 06.05.2008 10 Ob 35/08g
    Vgl auch; Beis wie T4
  • 1 Ob 69/08s
    Entscheidungstext OGH 26.09.2008 1 Ob 69/08s
    Auch; Beisatz: Hier: Das Berufungsgericht hat infolge unrichtiger Annahme der Verfristung der Geltendmachung des behaupteten Verfahrensmangels die Mängelrüge inhaltlich nicht erledigt. (T7)
  • 2 Ob 234/08p
    Entscheidungstext OGH 29.04.2009 2 Ob 234/08p
    Veröff: SZ 2009/58
  • 5 Ob 58/09d
    Entscheidungstext OGH 09.06.2009 5 Ob 58/09d
    Beis ähnlich wie T5
  • 4 Ob 85/12x
    Entscheidungstext OGH 11.05.2012 4 Ob 85/12x
    Auch; Beis wie T4
  • 2 Ob 123/12w
    Entscheidungstext OGH 30.07.2013 2 Ob 123/12w
    Vgl auch
  • 2 Ob 174/13x
    Entscheidungstext OGH 19.09.2013 2 Ob 174/13x
    Vgl; Beis wie T6; Beisatz: Mangelhaftigkeit, aber keine Nichtigkeit des Verfahrens infolge Unterlassung von Zeugeneinvernahme. (T8)
  • 9 Ob 13/15z
    Entscheidungstext OGH 29.04.2015 9 Ob 13/15z
    Beis wie T5
  • 3 Ob 153/16w
    Entscheidungstext OGH 23.11.2016 3 Ob 153/16w
    Vgl auch
  • 8 ObA 21/17x
    Entscheidungstext OGH 30.05.2017 8 ObA 21/17x
    Auch
  • 1 Ob 75/17m
    Entscheidungstext OGH 30.08.2017 1 Ob 75/17m
  • 7 Ob 168/17g
    Entscheidungstext OGH 21.03.2018 7 Ob 168/17g
    Auch
  • 9 ObA 46/18g
    Entscheidungstext OGH 17.05.2018 9 ObA 46/18g
    Beis wie T4; Beis wie T5
  • 8 Ob 49/19t
    Entscheidungstext OGH 24.07.2019 8 Ob 49/19t
    Auch
  • 5 Ob 64/19a
    Entscheidungstext OGH 24.09.2019 5 Ob 64/19a
    Beis wie T4

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1966:RS0043051

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

02.12.2019

Dokumentnummer

JJR_19660907_OGH0002_0060OB00275_6600000_001

Rechtssatz für 6Ob599/81 2Ob701/87 9Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0039226

Geschäftszahl

6Ob599/81; 2Ob701/87; 9Ob1548/95; 1Ob2088/96g; 8Ob110/97b; 9ObA130/98b; 10ObS267/00p; 6Ob74/01b; 9Ob48/03d; 8Ob54/03d; 6Ob17/04z; 9Ob114/06i; 2Ob34/07z; 4Ob165/07d; 5Ob209/07g; 9Ob66/08h; 5Ob28/10v; 1Ob88/12s; 7Ob34/13w; 4Ob234/13k; 1Ob193/14k; 7Ob104/15t; 6Ob157/16f; 7Ob168/17g; 10ObS55/18p

Entscheidungsdatum

16.12.1981

Norm

ZPO §230 Abs3
ZPO §233
ZPO §240 Abs3 CIb
ZPO §240 Abs3 CIIb
ZPO §519 E4

Rechtssatz

Hat das Berufungsgericht das Vorliegen des Prozesshindernisses der Streitanhängigkeit von Amts wegen geprüft und - wenn auch nur in den Gründen seiner Entscheidung - verneint, liegt darin eine den OGH bindende Entscheidung.

Entscheidungstexte

  • 6 Ob 599/81
    Entscheidungstext OGH 16.12.1981 6 Ob 599/81
    Veröff: SZ 54/190 = RZ 1982/55 S 199
  • 2 Ob 701/87
    Entscheidungstext OGH 09.02.1988 2 Ob 701/87
  • 9 Ob 1548/95
    Entscheidungstext OGH 10.05.1995 9 Ob 1548/95
    Auch; Beisatz: Hier: Frage der inländischen Gerichtsbarkeit. (T1)
  • 1 Ob 2088/96g
    Entscheidungstext OGH 18.03.1997 1 Ob 2088/96g
    Auch; Beis wie T1; Veröff: SZ 70/45
  • 8 Ob 110/97b
    Entscheidungstext OGH 10.07.1997 8 Ob 110/97b
    Beis wie T1
  • 9 ObA 130/98b
    Entscheidungstext OGH 08.07.1998 9 ObA 130/98b
    Auch; Beis wie T1
  • 10 ObS 267/00p
    Entscheidungstext OGH 05.12.2000 10 ObS 267/00p
    Ähnlich; Beisatz: Hier: Zulässigkeit des Rechtsweges. (T2)
  • 6 Ob 74/01b
    Entscheidungstext OGH 26.04.2001 6 Ob 74/01b
    Ähnlich; nur: Hat das Berufungsgericht das Vorliegen des Prozesshindernisses der Streitanhängigkeit geprüft und verneint, liegt darin eine den OGH bindende Entscheidung. (T3)
    Beisatz: Hier: Rechtskraft. (T4)
  • 9 Ob 48/03d
    Entscheidungstext OGH 07.05.2003 9 Ob 48/03d
    Ähnlich; Beis wie T1
  • 8 Ob 54/03d
    Entscheidungstext OGH 26.02.2004 8 Ob 54/03d
    nur T3; Beis wie T1, Beis wie T2; Beisatz: Gleichgültig, ob die Nichtigkeit in der Berufung geltend gemacht oder von Amts wegen in Erwägung gezogen wurde. (T5)
  • 6 Ob 17/04z
    Entscheidungstext OGH 25.03.2004 6 Ob 17/04z
    Auch; Beis wie T1
  • 9 Ob 114/06i
    Entscheidungstext OGH 01.02.2007 9 Ob 114/06i
    Auch; Beisatz: Hier: Vorliegen des Prozesshindernisses der Nichtigkeit. (T6)
  • 2 Ob 34/07z
    Entscheidungstext OGH 23.03.2007 2 Ob 34/07z
    Vgl; Beisatz: Hier: Prozesshindernis der rechtskräftig entschiedenen Sache. (T7)
  • 4 Ob 165/07d
    Entscheidungstext OGH 13.11.2007 4 Ob 165/07d
    Beisatz: Diese Fallgestaltung unterscheidet sich von der nach einem Teil der jüngeren Rechtsprechung grundsätzlich bekämpfbaren Abänderung einer vom Erstgericht ausgesprochenen Klagszurückweisung, weil sie eine Sachentscheidung des Erstgerichts voraussetzt. (T7a)
    Bem: Änderung der versehentlich ein zweites Mal vergebenen Beisatznummer (T7) auf (T7a) - September 2015 (T7b)
    Beisatz: Hier: Fehlende Parteifähigkeit der Klägerin. (T8)
  • 5 Ob 209/07g
    Entscheidungstext OGH 05.02.2008 5 Ob 209/07g
    Vgl auch; Beisatz: Es entspricht einer Linie der Rechtsprechung, dass eine bloß implizite Bejahung der Rechtswegzulässigkeit, etwa durch meritorische Behandlung eines Begehrens, für eine bindende Bejahung der Zulässigkeit des (hier: außerstreitigen) Rechtswegs nicht ausreicht. (T9)
  • 9 Ob 66/08h
    Entscheidungstext OGH 01.04.2009 9 Ob 66/08h
    Auch; Beis wie T1
  • 5 Ob 28/10v
    Entscheidungstext OGH 22.06.2010 5 Ob 28/10v
    Ähnlich; ähnlich nur T3
  • 1 Ob 88/12s
    Entscheidungstext OGH 22.06.2012 1 Ob 88/12s
    Ähnlich; Beis wie T2
  • 7 Ob 34/13w
    Entscheidungstext OGH 27.03.2013 7 Ob 34/13w
    Ähnlich; Beisatz: Im Provisorialverfahren ist die Verneinung eines im Rekursverfahren gerügten Nichtigkeitsgrundes nicht weiter anfechtbar. Dies gilt auch dann, wenn das Gericht zweiter Instanz die Nichtigkeit von Amts wegen geprüft und ‑ wenn auch nur in den Gründen seiner Entscheidung ‑ verneint hat. (T10)
  • 4 Ob 234/13k
    Entscheidungstext OGH 17.02.2014 4 Ob 234/13k
    Vgl auch
  • 1 Ob 193/14k
    Entscheidungstext OGH 22.10.2014 1 Ob 193/14k
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Verneintes Prozesshindernis der Klagezurücknahme unter Anspruchsverzicht für eine auf denselben Anspruch gegründete Aufrechnungseinrede. (T11)
  • 7 Ob 104/15t
    Entscheidungstext OGH 29.07.2015 7 Ob 104/15t
    Vgl; Beis wie T10
  • 6 Ob 157/16f
    Entscheidungstext OGH 29.11.2016 6 Ob 157/16f
    Auch; nur T3; Beis wie T5
  • 7 Ob 168/17g
    Entscheidungstext OGH 21.03.2018 7 Ob 168/17g
  • 10 ObS 55/18p
    Entscheidungstext OGH 17.07.2018 10 ObS 55/18p
    Auch; Beis wie T8

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1981:RS0039226

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

17.08.2018

Dokumentnummer

JJR_19811216_OGH0002_0060OB00599_8100000_001

Rechtssatz für 9ObA172/90 2Ob568/91 2O...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0017832

Geschäftszahl

9ObA172/90; 2Ob568/91; 2Ob577/91; 7Ob1657/92; 8ObA206/95; 7Ob543/95; 4Ob2094/96m; 4Ob595/95; 3Ob2135/96h; 9ObA83/98s; 1Ob28/99w; 9ObA264/01s; 8ObA116/04y; 3Ob249/04w; 6Ob157/05i; 1Ob219/06x; 4Ob47/08b; 2Ob12/08s; 7Ob251/09a; 8ObA23/09d; 6Ob100/10i; 3Ob191/11a; 10Ob41/12w; 7Ob29/13k; 7Ob11/14i; 1Ob37/14v; 5Ob141/14t; 3Ob94/15t; 8Ob121/15z; 5Ob166/15w; 9ObA86/17p; 7Ob168/17g

Entscheidungsdatum

24.10.1990

Norm

ABGB §914 I

Rechtssatz

Als Mittel der ergänzenden Vertragsauslegung kommen der hypothetische Parteiwille, die Übung des redlichen Verkehrs, der Grundsatz von Treu und Glauben sowie die Verkehrsauffassung in Betracht, wobei unter diesen Aspekten keine feste Rangfolge besteht, sondern unter Berücksichtigung aller Möglichkeiten die Lücke so zu schließen ist, wie es der Gesamtregelung des Vertrages gemessen an der Parteienabsicht am besten entspricht.

Entscheidungstexte

  • 9 ObA 172/90
    Entscheidungstext OGH 24.10.1990 9 ObA 172/90
    Veröff: SZ 63/191 = WBl 1991,101 = ecolex 1991,115
  • 2 Ob 568/91
    Entscheidungstext OGH 11.11.1991 2 Ob 568/91
  • 2 Ob 577/91
    Entscheidungstext OGH 11.12.1991 2 Ob 577/91
    nur: Als Mittel der ergänzenden Vertragsauslegung kommen der hypothetische Parteiwille, die Übung des redlichen Verkehrs, der Grundsatz von Treu und Glauben sowie die Verkehrsauffassung in Betracht. (T1)
  • 7 Ob 1657/92
    Entscheidungstext OGH 26.11.1992 7 Ob 1657/92
    Auch; nur T1
  • 8 ObA 206/95
    Entscheidungstext OGH 27.04.1995 8 ObA 206/95
  • 7 Ob 543/95
    Entscheidungstext OGH 13.09.1995 7 Ob 543/95
    nur T1; Veröff: SZ 68/162
  • 4 Ob 2094/96m
    Entscheidungstext OGH 14.05.1996 4 Ob 2094/96m
    Auch; nur T1
  • 4 Ob 595/95
    Entscheidungstext OGH 25.06.1996 4 Ob 595/95
    nur T1
  • 3 Ob 2135/96h
    Entscheidungstext OGH 11.03.1998 3 Ob 2135/96h
  • 9 ObA 83/98s
    Entscheidungstext OGH 20.05.1998 9 ObA 83/98s
  • 1 Ob 28/99w
    Entscheidungstext OGH 08.06.1999 1 Ob 28/99w
    Auch
  • 9 ObA 264/01s
    Entscheidungstext OGH 28.11.2001 9 ObA 264/01s
    Vgl auch
  • 8 ObA 116/04y
    Entscheidungstext OGH 22.12.2004 8 ObA 116/04y
    Veröff: SZ 2004/189
  • 3 Ob 249/04w
    Entscheidungstext OGH 27.07.2004 3 Ob 249/04w
  • 6 Ob 157/05i
    Entscheidungstext OGH 25.08.2005 6 Ob 157/05i
    Vgl auch; Beisatz: Ungeachtet der Unredlichkeit aller Beteiligten bei der Steuerhinterziehung kommt es auf die fiktive Absicht redlicher Parteien an, was sie für den nicht vorbedachten Fall vereinbart hätten. (T2)
  • 1 Ob 219/06x
    Entscheidungstext OGH 26.06.2007 1 Ob 219/06x
  • 4 Ob 47/08b
    Entscheidungstext OGH 20.05.2008 4 Ob 47/08b
    nur T1
  • 2 Ob 12/08s
    Entscheidungstext OGH 26.06.2008 2 Ob 12/08s
  • 7 Ob 251/09a
    Entscheidungstext OGH 16.12.2009 7 Ob 251/09a
  • 8 ObA 23/09d
    Entscheidungstext OGH 29.09.2009 8 ObA 23/09d
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Ergänzende Auslegung einer Altersteilzeitvereinbarung („geblockte" Altersteilzeit). (T3); Veröff: SZ 2009/128
  • 6 Ob 100/10i
    Entscheidungstext OGH 24.06.2010 6 Ob 100/10i
    Vgl auch
  • 3 Ob 191/11a
    Entscheidungstext OGH 08.11.2011 3 Ob 191/11a
  • 10 Ob 41/12w
    Entscheidungstext OGH 20.11.2012 10 Ob 41/12w
    Auch
  • 7 Ob 29/13k
    Entscheidungstext OGH 03.07.2013 7 Ob 29/13k
  • 7 Ob 11/14i
    Entscheidungstext OGH 19.03.2014 7 Ob 11/14i
  • 1 Ob 37/14v
    Entscheidungstext OGH 18.09.2014 1 Ob 37/14v
    Beisatz: Ein unsachliches Ergebnis ohne angemessenen Interessenausgleich der beteiligten Vertragsparteien lässt sich über eine ergänzende Vertragsauslegung nicht erzielen, weil es nicht der hypothetischen Absicht vernünftiger Parteien entsprechen kann. (T4)
    Veröff: SZ 2014/84
  • 5 Ob 141/14t
    Entscheidungstext OGH 23.10.2014 5 Ob 141/14t
  • 3 Ob 94/15t
    Entscheidungstext OGH 19.08.2015 3 Ob 94/15t
    Auch
  • 8 Ob 121/15z
    Entscheidungstext OGH 25.11.2015 8 Ob 121/15z
    Auch; nur T1; Beisatz: In erster Linie ist dabei auf den Vertragszweck Bedacht zu nehmen. (T5)
  • 5 Ob 166/15w
    Entscheidungstext OGH 23.02.2016 5 Ob 166/15w
    Auch; Beis wie T5
  • 9 ObA 86/17p
    Entscheidungstext OGH 25.07.2017 9 ObA 86/17p
  • 7 Ob 168/17g
    Entscheidungstext OGH 21.03.2018 7 Ob 168/17g

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1990:RS0017832

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

29.05.2018

Dokumentnummer

JJR_19901024_OGH0002_009OBA00172_9000000_001

Rechtssatz für 6Ob70/00p 6Ob39/01f 9Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0113932

Geschäftszahl

6Ob70/00p; 6Ob39/01f; 9Ob156/01h; 9ObA264/01s; 6Ob287/01a; 8Ob21/03a; 2Bkd5/02; 7Ob155/04a; 8ObA34/05s; 7Ob3/05z; 6Ob305/05d; 9ObA142/05f; 3Ob268/06t; 4Ob184/06x; 6Ob212/05b; 7Ob255/06k; 8Ob9/07t; 4Ob67/07t; 16Ok5/07; 4Ob248/07k; 9Ob45/07v; 4Ob111/08i; 2Ob40/09k; 9Ob45/09x; 1Ob233/09k; 8ObA28/10s; 5Ob16/10d; 9ObA80/10w; 3Ob135/11s; 9ObA97/11x; 8Ob93/11a; 4Ob93/11x; 8ObA93/11a; 9ObA135/11k; 9ObA122/11y; 9ObA25/12k; 7Ob93/12w; 1Ob8/13b; 4Ob98/13k; 7Ob91/13b; 3Ob200/13b; 7Ob11/14i; 4Ob17/14z; 6Ob125/14x; 2Ob236/13i; 9ObA137/14h; 3Ob186/14w; 2Ob236/14s; 9ObA51/15p; 7Ob161/15z; 9ObA20/16f; 6Ob87/16m; 7Ob42/16a; 9ObA28/16g; 7Ob225/14k; 7Ob222/15w; 9ObA128/16p; 3Ob237/16y; 8ObA62/16z; 3Ob26/17w; 9ObA43/17i; 7Ob106/17i; 7Ob139/17t; 9ObA18/17p; 7Ob168/17g; 1Ob63/18y

Entscheidungsdatum

17.05.2000

Norm

ABGB §914 I

Rechtssatz

Die Auslegung der Erklärung ist am Empfängerhorizont zu messen, wobei die aus der Erklärung abzuleitenden Rechtsfolgen nicht danach zu beurteilen sind, was der Erklärende sagen wollte oder was der Erklärungsempfänger darunter verstanden hat, sondern wie die Erklärung bei objektiver Beurteilung der Sachlage durch einen redlichen und verständigen Menschen zu verstehen war. Auf konkrete Umstände, namentlich auf den Geschäftszweck und die Interessenlage ist hiebei Bedacht zu nehmen. Treten nach Abschluss der Vereinbarung Problemfälle auf, die von den Parteien nicht bedacht und daher auch nicht ausdrücklich geregelt wurden, ist unter Berücksichtigung der übrigen Vertragsbestimmungen und des von den Parteien verfolgten Zweckes sowie unter Heranziehung der Verkehrssitte zu prüfen, welche Lösung redliche und vernünftige Parteien für diesen Fall vereinbart hätten (ergänzende Vertragsauslegung).

Hier: Inhalt eines Schenkungsvertrages ermittelt aus der Vertragsformulierung in Verbindung mit den von den Vertragsparteien verfolgten Zielsetzungen.

Entscheidungstexte

  • 6 Ob 70/00p
    Entscheidungstext OGH 17.05.2000 6 Ob 70/00p
  • 6 Ob 39/01f
    Entscheidungstext OGH 15.03.2001 6 Ob 39/01f
    Vgl auch; nur: Die Auslegung der Erklärung ist am Empfängerhorizont zu messen, wobei die aus der Erklärung abzuleitenden Rechtsfolgen nicht danach zu beurteilen sind, was der Erklärende sagen wollte oder was der Erklärungsempfänger darunter verstanden hat, sondern wie die Erklärung bei objektiver Beurteilung der Sachlage durch einen redlichen und verständigen Menschen zu verstehen war. (T1)
    Beisatz: Für das Vorliegen ebenso wie für die Bedeutung einer Erklärung kommt es nicht primär auf den Willen des Erklärenden, sondern vielmehr auf das Verständnis an, das ein redlicher Erklärungsempfänger von dieser gewinnen durfte und gewonnen hat. Für die Interpretation eines Verhaltens ist daher maßgeblich, welche Umstände aus der Sicht des Empfängers auf welche Erklärungsbedeutung schließen lassen. (T2)
  • 9 Ob 156/01h
    Entscheidungstext OGH 24.10.2001 9 Ob 156/01h
    Auch; nur: Treten nach Abschluss der Vereinbarung Problemfälle auf, die von den Parteien nicht bedacht und daher auch nicht ausdrücklich geregelt wurden, ist unter Berücksichtigung der übrigen Vertragsbestimmungen und des von den Parteien verfolgten Zweckes sowie unter Heranziehung der Verkehrssitte zu prüfen, welche Lösung redliche und vernünftige Parteien für diesen Fall vereinbart hätten (ergänzende Vertragsauslegung). (T3)
  • 9 ObA 264/01s
    Entscheidungstext OGH 28.11.2001 9 ObA 264/01s
    nur T3
  • 6 Ob 287/01a
    Entscheidungstext OGH 11.07.2002 6 Ob 287/01a
    Auch; nur T1; Beisatz: Hier: Gerichtlicher Vergleich. (T4)
  • 8 Ob 21/03a
    Entscheidungstext OGH 20.03.2003 8 Ob 21/03a
    Vgl auch; Beisatz: Die maßgeblichen Auslegungskriterien müssen immer dem Vertrag selbst oder den ihn begleitenden maßgeblichen Umständen zu entnehmen sein. (T5)
  • 2 Bkd 5/02
    Entscheidungstext OGH 10.03.2003 2 Bkd 5/02
    nur T1; Beisatz: Hier: Treuhandvereinbarung. (T6)
  • 7 Ob 155/04a
    Entscheidungstext OGH 29.09.2004 7 Ob 155/04a
    Auch; nur T1
  • 8 ObA 34/05s
    Entscheidungstext OGH 06.10.2005 8 ObA 34/05s
    Auch; nur T1
  • 7 Ob 3/05z
    Entscheidungstext OGH 19.10.2005 7 Ob 3/05z
    Auch; Veröff: SZ 2005/149
  • 6 Ob 305/05d
    Entscheidungstext OGH 16.02.2006 6 Ob 305/05d
    Beisatz: Hier: Akkreditiv, Geschäftszweck, Sicherungsfunktion. (T7)
  • 9 ObA 142/05f
    Entscheidungstext OGH 22.02.2006 9 ObA 142/05f
    nur T3
  • 3 Ob 268/06t
    Entscheidungstext OGH 30.11.2006 3 Ob 268/06t
    Auch; nur T1
  • 4 Ob 184/06x
    Entscheidungstext OGH 21.11.2006 4 Ob 184/06x
    Auch; Beisatz: Die von der Rechtsprechung geforderte objektive Betrachtungsweise bedeutet nur, dass der Kläger nicht das tatsächliche Verständnis der Mitteilung durch den Empfänger nachzuweisen hat, sondern dass insofern ein objektiver Empfängerhorizont maßgebend ist. (T8)
    Beisatz: Hier: Bedeutungsinhalt einer Schutzrechtsverwarnung. (T9)
    Veröff: SZ 2006/170
  • 6 Ob 212/05b
    Entscheidungstext OGH 21.12.2006 6 Ob 212/05b
    Auch; Beis wie T5
  • 7 Ob 255/06k
    Entscheidungstext OGH 14.02.2007 7 Ob 255/06k
    Auch; Beisatz: Auch immerwährende Leistungsversprechen müssen nicht „ewig" dauern (Folgeentscheidung zu 6 Ob 70/00p). (T10)
    Veröff: SZ 2007/25
  • 8 Ob 9/07t
    Entscheidungstext OGH 22.02.2007 8 Ob 9/07t
    nur T1; Beisatz: Dabei ist auf die konkreten Umstände, namentlich auf den Geschäftszweck und die Interessenlage Bedacht zu nehmen. (T11)
  • 4 Ob 67/07t
    Entscheidungstext OGH 22.05.2007 4 Ob 67/07t
    Auch; Beis wie T11
  • 16 Ok 5/07
    Entscheidungstext OGH 05.12.2007 16 Ok 5/07
    Auch; Beis wie T11
    Veröff: SZ 2007/191
  • 4 Ob 248/07k
    Entscheidungstext OGH 11.03.2008 4 Ob 248/07k
    Auch
  • 9 Ob 45/07v
    Entscheidungstext OGH 20.08.2008 9 Ob 45/07v
    Auch; Beis wie T4
  • 4 Ob 111/08i
    Entscheidungstext OGH 26.08.2008 4 Ob 111/08i
    Auch; nur T1
  • 2 Ob 40/09k
    Entscheidungstext OGH 03.09.2009 2 Ob 40/09k
    Auch; nur T1; Beisatz: Hier: Einlösungsangebot des Vorkaufsverpflichteten. (T12)
  • 9 Ob 45/09x
    Entscheidungstext OGH 29.10.2009 9 Ob 45/09x
    Auch; nur T1
  • 1 Ob 233/09k
    Entscheidungstext OGH 29.01.2010 1 Ob 233/09k
    Auch; nur T3
  • 8 ObA 28/10s
    Entscheidungstext OGH 22.07.2010 8 ObA 28/10s
    Auch; Beis ähnlich wie T11
  • 5 Ob 16/10d
    Entscheidungstext OGH 15.07.2010 5 Ob 16/10d
    Vgl
  • 9 ObA 80/10w
    Entscheidungstext OGH 26.05.2011 9 ObA 80/10w
    Auch; nur: Die Auslegung der Erklärung ist am Empfängerhorizont zu messen, wobei die aus der Erklärung abzuleitenden Rechtsfolgen nicht danach zu beurteilen sind, was der Erklärende sagen wollte oder was der Erklärungsempfänger darunter verstanden hat, sondern wie die Erklärung bei objektiver Beurteilung der Sachlage durch einen redlichen und verständigen Menschen zu verstehen war. Auf konkrete Umstände, namentlich auf den Geschäftszweck und die Interessenlage ist hiebei Bedacht zu nehmen. (T13)
  • 3 Ob 135/11s
    Entscheidungstext OGH 24.08.2011 3 Ob 135/11s
    Auch
  • 9 ObA 97/11x
    Entscheidungstext OGH 29.08.2011 9 ObA 97/11x
    Auch
  • 8 Ob 93/11a
    Entscheidungstext OGH 24.10.2011 8 Ob 93/11a
    Auch
  • 4 Ob 93/11x
    Entscheidungstext OGH 22.11.2011 4 Ob 93/11x
    Auch; Beisatz: Für die Auslegung sind auch die von einer Partei in Werbeunterlagen getätigten Äußerungen heranzuziehen. (T14)
    Beisatz: Hier: Vertragsauslegung zur Beurteilung, ob ein aliud geliefert wurde (MEL‑Zertifikat [ADC] statt Aktie). (T15)
  • 8 ObA 93/11a
    Entscheidungstext OGH 20.01.2012 8 ObA 93/11a
    Vgl auch; nur T1
  • 9 ObA 135/11k
    Entscheidungstext OGH 29.03.2012 9 ObA 135/11k
    Vgl auch
  • 9 ObA 122/11y
    Entscheidungstext OGH 29.03.2012 9 ObA 122/11y
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Einstufung von nicht in den AVB genannten Reisebüromitarbeiter der ÖBB. (T16)
  • 9 ObA 25/12k
    Entscheidungstext OGH 29.03.2012 9 ObA 25/12k
    Vgl auch
  • 7 Ob 93/12w
    Entscheidungstext OGH 28.11.2012 7 Ob 93/12w
    Vgl auch; Veröff: SZ 2012/132
  • 1 Ob 8/13b
    Entscheidungstext OGH 07.03.2013 1 Ob 8/13b
    Auch; nur T13
  • 4 Ob 98/13k
    Entscheidungstext OGH 18.06.2013 4 Ob 98/13k
    Vgl auch; nur ähnlich T13
  • 7 Ob 91/13b
    Entscheidungstext OGH 02.10.2013 7 Ob 91/13b
    nur T3; Beisatz: Hier: Die Streitteile besprachen nicht, was mit dem gemeinsam geschaffenen Vermögenswert geschehen solle, wenn der Zweck seiner Anschaffung - der Mutter eine unentgeltliche Wohngelegenheit zur Verfügung zu stellen - wegfällt. (T17)
  • 3 Ob 200/13b
    Entscheidungstext OGH 22.01.2014 3 Ob 200/13b
    Auch; Beis wie T2; Beis wie T5
  • 7 Ob 11/14i
    Entscheidungstext OGH 19.03.2014 7 Ob 11/14i
    Auch; nur T3
  • 4 Ob 17/14z
    Entscheidungstext OGH 20.05.2014 4 Ob 17/14z
    Vgl auch; nur T13; Beis wie T11
  • 6 Ob 125/14x
    Entscheidungstext OGH 17.09.2014 6 Ob 125/14x
    Auch; nur T1
  • 2 Ob 236/13i
    Entscheidungstext OGH 27.11.2014 2 Ob 236/13i
    Auch
  • 9 ObA 137/14h
    Entscheidungstext OGH 29.01.2015 9 ObA 137/14h
    Auch
  • 3 Ob 186/14w
    Entscheidungstext OGH 21.01.2015 3 Ob 186/14w
    Auch; Beis wie T2; Beis wie T5; Beisatz: Hier: Bestätigung einer nach KSchG nichtigen Klausel? (T18)
  • 2 Ob 236/14s
    Entscheidungstext OGH 08.06.2015 2 Ob 236/14s
    Auch; Beisatz: Es reicht grundsätzlich weder für die Offenlegung der Vollmacht noch für die (objektive) Erkennbarkeit eines Vertretungsverhältnisses aus, wenn der Vertragspartner den Wunsch äußert, dass die Rechnung an einen anderen gesendet werden soll. (T19)
  • 9 ObA 51/15p
    Entscheidungstext OGH 29.07.2015 9 ObA 51/15p
    Beis wie T2
  • 7 Ob 161/15z
    Entscheidungstext OGH 16.10.2015 7 Ob 161/15z
    Auch
  • 9 ObA 20/16f
    Entscheidungstext OGH 18.03.2016 9 ObA 20/16f
    Vgl auch
  • 6 Ob 87/16m
    Entscheidungstext OGH 30.05.2016 6 Ob 87/16m
    Vgl; Beisatz: Bei der Auslegung von Verträgen nach § 914 ABGB sind sämtliche den Vertragsabschluss begleitende Umstände zu berücksichtigen. (T20)
  • 7 Ob 42/16a
    Entscheidungstext OGH 15.06.2016 7 Ob 42/16a
    Auch; Beisatz: Kein Konkurrenzschutz durch bloß ergänzende Vertragsauslegung, wenn der Vermieter im selben Haus ein benachbartes Bestandobjekt an einen Konkurrenten vermietet, wenn sich das Haus in einer belebten Geschäftsstraße befindet. (T21)
  • 9 ObA 28/16g
    Entscheidungstext OGH 24.06.2016 9 ObA 28/16g
  • 7 Ob 225/14k
    Entscheidungstext OGH 18.02.2015 7 Ob 225/14k
    Auch; Beisatz: Hier: Geltendmachung der dauernden Invalidität in der Unfallversicherung. (T22)
  • 7 Ob 222/15w
    Entscheidungstext OGH 27.01.2016 7 Ob 222/15w
    Auch; Beis wie T22
  • 9 ObA 128/16p
    Entscheidungstext OGH 29.11.2016 9 ObA 128/16p
    Auch
  • 3 Ob 237/16y
    Entscheidungstext OGH 26.01.2017 3 Ob 237/16y
    Auch; nur T1; Beis wie T2; Beis wie T5; Veröff: SZ 2017/7
  • 8 ObA 62/16z
    Entscheidungstext OGH 29.06.2017 8 ObA 62/16z
    Auch
  • 3 Ob 26/17w
    Entscheidungstext OGH 07.06.2017 3 Ob 26/17w
    Vgl auch; Beis wie T2; Beis wie T5
  • 9 ObA 43/17i
    Entscheidungstext OGH 24.05.2017 9 ObA 43/17i
    Auch
  • 7 Ob 106/17i
    Entscheidungstext OGH 29.11.2017 7 Ob 106/17i
    Vgl
  • 7 Ob 139/17t
    Entscheidungstext OGH 24.01.2018 7 Ob 139/17t
    Auch
  • 9 ObA 18/17p
    Entscheidungstext OGH 24.05.2017 9 ObA 18/17p
    nur T1
  • 7 Ob 168/17g
    Entscheidungstext OGH 21.03.2018 7 Ob 168/17g
    Auch
  • 1 Ob 63/18y
    Entscheidungstext OGH 17.07.2018 1 Ob 63/18y
    Auch; Beis wie T2; Beisatz: Hier: Beauftragung eines Rechtsanwalts per E-Mail; keine hinreichend bestimmte Erklärung. (T23)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2000:RS0113932

Im RIS seit

16.06.2000

Zuletzt aktualisiert am

26.02.2019

Dokumentnummer

JJR_20000517_OGH0002_0060OB00070_00P0000_001

Rechtssatz für 4Ob221/06p 4Ob57/08y 7O...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0121961

Geschäftszahl

4Ob221/06p; 4Ob57/08y; 7Ob201/12b; 4Ob143/14d; 1Ob37/14v; 5Ob141/14t; 10Ob13/17k; 8Ob107/16t; 6Ob51/17v; 4Ob5/18s; 7Ob168/17g; 9Ob73/17a; 9Ob16/18w

Entscheidungsdatum

20.03.2007

Norm

KSchG §28a

Rechtssatz

Die beanstandete Verhaltensweise muss für eine Vielzahl von Verträgen oder außervertraglichen Rechtsverhältnissen von Bedeutung sein, was vor allem bei gesetzwidrigen Verhaltensweisen im Massengeschäft der Fall ist.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 221/06p
    Entscheidungstext OGH 20.03.2007 4 Ob 221/06p
  • 4 Ob 57/08y
    Entscheidungstext OGH 08.07.2008 4 Ob 57/08y
    Auch; Veröff: SZ 2008/96
  • 7 Ob 201/12b
    Entscheidungstext OGH 23.01.2013 7 Ob 201/12b
    Beisatz: Hier: Zahlscheingebühr eines Versicherers. (T1)
    Veröff: SZ 2013/5
  • 4 Ob 143/14d
    Entscheidungstext OGH 17.09.2014 4 Ob 143/14d
    Auch; Beisatz: Hier: Aus einem einzigen Fall unmittelbar nach Inkrafttreten der Bestimmung § 100 Abs 1 TKG könnte noch nicht auf die für die Anwendung von § 28a KSchG erforderliche ständige Praxis des Unternehmens geschlossen werden. (T2)
  • 1 Ob 37/14v
    Entscheidungstext OGH 18.09.2014 1 Ob 37/14v
    Auch; Beisatz: Der Unterlassungsanspruch nach § 28a KSchG setzt nach der Rechtsprechung voraus, dass eine unlautere Geschäftspraxis zum Nachteil der Verbraucher vorliegt, denen für eine Vielzahl von Verträgen oder außervertraglichen Rechtsverhältnissen in den Geschäftsbereichen Bedeutung zukommt. (T3)
    Veröff: SZ 2014/84
  • 5 Ob 141/14t
    Entscheidungstext OGH 23.10.2014 5 Ob 141/14t
    Auch; Beis wie T3
  • 10 Ob 13/17k
    Entscheidungstext OGH 21.03.2017 10 Ob 13/17k
    Beisatz: Hier: Ankündigung einer Bank, bei Kreditverträgen keine „Negativzinsen“ an Kreditnehmer zu zahlen. (T4); Veröff: SZ 2017/36
  • 8 Ob 107/16t
    Entscheidungstext OGH 30.05.2017 8 Ob 107/16t
    Auch; nur: Das beanstandete Verhalten muss für eine Vielzahl von Verträgen oder außer-vertraglichen Rechtsverhältnissen von Bedeutung sein. (T5)
    Beisatz: Diese Voraussetzungen sind erfüllt, wenn der geltend gemachte Unterlassungsanspruch zahlreiche Kunden einer (großen) österreichischen Bank betrifft. (T6)
  • 6 Ob 51/17v
    Entscheidungstext OGH 29.08.2017 6 Ob 51/17v
    Auch; Beis wie T6
  • 4 Ob 5/18s
    Entscheidungstext OGH 23.01.2018 4 Ob 5/18s
  • 7 Ob 168/17g
    Entscheidungstext OGH 21.03.2018 7 Ob 168/17g
  • 9 Ob 73/17a
    Entscheidungstext OGH 25.04.2018 9 Ob 73/17a
  • 9 Ob 16/18w
    Entscheidungstext OGH 24.01.2019 9 Ob 16/18w
    Beis wie T6

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2007:RS0121961

Im RIS seit

19.04.2007

Zuletzt aktualisiert am

09.04.2019

Dokumentnummer

JJR_20070320_OGH0002_0040OB00221_06P0000_020

Rechtssatz für 7Ob89/08a 9Ob69/11d 2Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0123499

Geschäftszahl

7Ob89/08a; 9Ob69/11d; 2Ob59/12h; 7Ob93/12w; 6Ob206/12f; 2Ob84/13m; 4Ob117/14f; 2Ob20/14a; 5Ob160/15p; 1Ob192/16s; 9Ob14/17z; 1Ob113/17z; 6Ob220/16w; 10Ob60/17x; 7Ob168/17g; 6Ob210/17a; 1Ob57/18s

Entscheidungsdatum

23.04.2008

Norm

ABGB §864a
ABGB §879 Abs3 E
KSchG §28

Rechtssatz

Was unter den (auch noch in den §§ 879 Abs 3 ABGB und 28 KSchG verwendeten) Begriffen „Allgemeine Geschäftsbedingungen" und „Vertragsformblätter" zu verstehen ist, hat der Gesetzgeber nicht definiert. Im Hinblick auf eine teleologische Verwandtschaft zwischen dem Anliegen des deutschen AGBG einerseits und dem KSchG andererseits wird nach herrschender Meinung eine Orientierung an § 305 BGB (ehemals § 1 AGBG) für angezeigt erachtet (so schon 7 Ob 207/04y). Diese Definition deckt auch den Begriff der „Vertragsformblätter" ab; eine Differenzierung zwischen diesen und Allgemeinen Geschäftsbedingungen ist auch entbehrlich, da die rechtlichen Konsequenzen der Verwendung gesetzwidriger Klauseln völlig gleich sind.

Entscheidungstexte

  • 7 Ob 89/08a
    Entscheidungstext OGH 23.04.2008 7 Ob 89/08a
    Veröff: SZ 2008/54
  • 9 Ob 69/11d
    Entscheidungstext OGH 29.05.2012 9 Ob 69/11d
    Vgl; nur: Was unter den (auch noch in den §§ 879 Abs 3 ABGB und 28 KSchG verwendeten) Begriffen „Allgemeine Geschäftsbedingungen" und „Vertragsformblätter" zu verstehen ist, hat der Gesetzgeber nicht definiert. (T1)
    Beisatz: Nach der Rechtsprechung sind unter Allgemeinen Geschäftsbedingungen alle für eine Vielzahl von Verträgen vorformulierten Vertragsbedingungen zu verstehen, die eine Vertragspartei (Verwender) der anderen Vertragspartei bei Abschluss eines Vertrags stellt. Gleichgültig ist, ob die Bestimmungen einen äußerlich gesonderten Bestandteil des Vertrags bilden oder in die Vertragsurkunde selbst aufgenommen werden, welchen Umfang sie haben, in welcher Schriftart sie verfasst sind und welche Form der Vertrag hat (7 Ob 15/10x; 7 Ob 89/08a ua). Allgemeine Geschäftsbedingungen liegen nur dann nicht vor, wenn Vertragsbedingungen zwischen den Vertragsparteien im Einzelnen ausgehandelt sind (7 Ob 89/08a). (T2)
  • 2 Ob 59/12h
    Entscheidungstext OGH 30.08.2012 2 Ob 59/12h
    Auch; nur T1; Beis wie T2; Veröff: SZ 2012/83
  • 7 Ob 93/12w
    Entscheidungstext OGH 28.11.2012 7 Ob 93/12w
    Auch; Auch Beis wie T2; Nicht verhandelte und aus der Sicht des Verwenders eines Vertragsformulars jedenfalls beizubehaltende Klauseln in Vertragsformularen stellen Vertragsformblätter im Sinn des § 879 Abs 3 ABGB dar, auch wenn andere Vertragspunkte erörtert und über Wunsch des Vertragspartners abgeändert wurden. (T3)
    Beisatz: Hier: Erhaltungspflicht des Bestandnehmers in einem Einkaufszentrum. (T4)
    Veröff: SZ 2012/132
  • 6 Ob 206/12f
    Entscheidungstext OGH 27.02.2013 6 Ob 206/12f
    Vgl; Beisatz: Hier: Unter Verwendung von Textbausteinen im Wege automatischer Textverarbeitung erstellte Verträge, die bloß für den Einzelfall angepasst werden. (T5)
  • 2 Ob 84/13m
    Entscheidungstext OGH 29.04.2014 2 Ob 84/13m
    Vgl; Beisatz: Hier: Bedingungen für Partizipationsscheine (T6)
    Veröff: SZ 2014/47
  • 4 Ob 117/14f
    Entscheidungstext OGH 17.07.2014 4 Ob 117/14f
    Vgl; Beis wie T2 nur: Nach der Rechtsprechung sind unter Allgemeinen Geschäftsbedingungen alle für eine Vielzahl von Verträgen vorformulierten Vertragsbedingungen zu verstehen, die eine Vertragspartei (Verwender) der anderen Vertragspartei bei Abschluss eines Vertrags stellt. Gleichgültig ist, ob die Bestimmungen einen äußerlich gesonderten Bestandteil des Vertrags bilden oder in die Vertragsurkunde selbst aufgenommen werden, welchen Umfang sie haben, in welcher Schriftart sie verfasst sind und welche Form der Vertrag hat (7 Ob 15/10x; 7 Ob 89/08a ua). (T7)
    Beisatz: Hier: „Mitteilungen“ über die Umstellung auf elektronische Rechnungen sind „allgemeine Geschäftsbedingungen“ bzw. „Vertragsformblätter iSv § 28 KschG. (T8)
  • 2 Ob 20/14a
    Entscheidungstext OGH 18.12.2014 2 Ob 20/14a
    Vgl; Beis wie T3; Beis wie T4
  • 5 Ob 160/15p
    Entscheidungstext OGH 23.02.2016 5 Ob 160/15p
    Vgl auch; Beis wie T2; Beis ähnlich wie T8
  • 1 Ob 192/16s
    Entscheidungstext OGH 23.11.2016 1 Ob 192/16s
    Vgl; Beis wie T8; Beisatz: Hier: AGB‑Klauseln im Reisevermittlungsvertrag; Verbandsklage. (T9)
  • 9 Ob 14/17z
    Entscheidungstext OGH 24.05.2017 9 Ob 14/17z
    Vgl auch; Beis wie T7; Beisatz: Auch eine durch ein Schreiben oder eine Mitteilung erklärte Änderung eines bestimmten Vertragspunkts unterliegt der Kontrolle von Allgemeinen Geschäftsbedingungen nach § 28 KschG. (T10); Veröff: SZ 2017/62
  • 1 Ob 113/17z
    Entscheidungstext OGH 30.08.2017 1 Ob 113/17z
    Vgl; Beis wie T1; Beis wie T2; Beis wie T7
  • 6 Ob 220/16w
    Entscheidungstext OGH 26.09.2017 6 Ob 220/16w
    Vgl; Beisatz: Anleihebedingungen unterliegen der Inhaltskontrolle nach § 879 Abs 3 ABGB. Dass der benachteiligte Vertragspartner ein qualifizierter Anleger im Sinn des § 5 Abs 1 Z 5a KMG ist, steht der Anwendung nicht entgegen. (T11)
  • 10 Ob 60/17x
    Entscheidungstext OGH 20.02.2018 10 Ob 60/17x
    Vgl auch; Beis wie T7; Beisatz: Hier: Festlegung von Mahngebühren einer Bank in einer – „Unsere Konditionen“ – übertitelten Preisauflistung. (T12); Veröff: SZ 2018/10
  • 7 Ob 168/17g
    Entscheidungstext OGH 21.03.2018 7 Ob 168/17g
    Vgl; Beis wie T2
  • 6 Ob 210/17a
    Entscheidungstext OGH 24.05.2018 6 Ob 210/17a
    Vgl; Beis wie T7
  • 1 Ob 57/18s
    Entscheidungstext OGH 29.05.2018 1 Ob 57/18s
    Beis wie T2

Schlagworte

EKZ

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2008:RS0123499

Im RIS seit

23.05.2008

Zuletzt aktualisiert am

17.12.2019

Dokumentnummer

JJR_20080423_OGH0002_0070OB00089_08A0000_001

Rechtssatz für 7Ob11/14i 7Ob168/17g

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0129406

Geschäftszahl

7Ob11/14i; 7Ob168/17g

Entscheidungsdatum

19.03.2014

Norm

ABGB §914 I
KSchG §28a

Rechtssatz

Die Frage, ob im Licht der Judikatur des EuGH überhaupt eine ergänzende Vertragsauslegung zulässig wäre, kann im Verbandsprozess nicht geklärt werden.

Entscheidungstexte

  • 7 Ob 11/14i
    Entscheidungstext OGH 19.03.2014 7 Ob 11/14i
    Beisatz: Die Beurteilung, ob eine „ergänzende Vertragsauslegung“ zur Lückenfüllung grundsätzlich zulässig ist und bejahendenfalls welchen Inhalt sie hat, ist (mangels Einigung der Parteien) dem Gericht vorbehalten, das diese Frage im Individualprozess (hier: zwischen Versicherer und Versicherungsnehmer) zu beantworten hat. (T1)
  • 7 Ob 168/17g
    Entscheidungstext OGH 21.03.2018 7 Ob 168/17g
    Beisatz: Der Vorwurf gegenüber der Beklagten besteht nicht lediglich darin, bislang ungeklärte oder zweifelhafte Ansprüche geltend zu machen, sondern darin, dass sie ihren Versicherungsnehmern nicht etwa eine Änderung der Allgemeinen Geschäftsbedingungen anbietet, sondern den Eindruck erweckt, sie könne sich auf eine gesicherte Rechtslage stützen, durch einseitige Willenserklärung mit konstitutiver Wirkung die für nichtig erkannten Klauseln ergänzen und auf diese Weise rechtmäßig eine Zahlungspflicht ableiten, der sich der Versicherungsnehmer nur durch einen Prozess entziehen könne. Das verstößt gegen § 6 Abs 3 KSchG. (T2)

Schlagworte

geltungserhaltende Reduktion

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2014:RS0129406

Im RIS seit

13.06.2014

Zuletzt aktualisiert am

29.05.2018

Dokumentnummer

JJR_20140319_OGH0002_0070OB00011_14I0000_001

Entscheidungstext 7Ob168/17g

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Fundstelle

Zak 2018/325 S 174 - Zak 2018,174 = ZFR 2018/193 S 422 - ZFR 2018,422 = VbR 2018/74 S 145 - VbR 2018,145 = RdW 2018/420 S 570 - RdW 2018,570 = JBl 2018,722 = Fidler, JBl 2018,741 = VersR 2018,1537 = ecolex 2019/131 S 318 - ecolex 2019,318 = ÖBA 2019,522/2586 - ÖBA 2019/2586

Geschäftszahl

7Ob168/17g

Entscheidungsdatum

21.03.2018

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat als Revisionsgericht durch die Senatspräsidentin Dr. Kalivoda als Vorsitzende und die Hofrätinnen und Hofräte Dr. Höllwerth, Dr. E. Solé, Mag. Malesich und MMag. Matzka als weitere Richter in der Rechtssache der klagenden Partei B*****, vertreten durch Dr. Walter Reichholf, Rechtsanwalt in Wien, gegen die beklagte Partei A***** SE *****, vertreten durch die Schönherr Rechtsanwälte GmbH in Wien, wegen Unterlassung und Urteilsveröffentlichung, über die Revision der beklagten Partei, gegen das Urteil des Oberlandesgerichts Wien als Berufungsgericht vom 30. Juni 2017, GZ 4 R 45/17t-11, mit dem das Urteil des Handelsgerichts Wien vom 23. Jänner 2017, GZ 19 Cg 65/16d-6, bestätigt wurde, zu Recht erkannt:

Spruch

Der Revision wird nicht Folge gegeben.

Die beklagte Partei ist schuldig, der klagenden Partei binnen 14 Tagen die mit 2.197,80 EUR (darin 366,30 EUR an USt) bestimmten Kosten ihrer Revisionsbeantwortung zu ersetzen.

Text

Entscheidungsgründe:

Die Klägerin ist eine klagebefugte Einrichtung im Sinn der Unterlassungsklagenrichtlinie (2009/22/EG), des § 29 KSchG und des § 14 UWG.

Die Beklagte ist ein im Bereich der Rechtsschutzversicherung tätiges Versicherungsunternehmen, welches regelmäßig in Kontakt mit Verbrauchern tritt. Den von der Beklagten an Verbraucher vertriebenen Rechtsschutzversicherungen liegen die Allgemeinen Bedingungen für die Rechtsschutz-Versicherung (ARB 2012) zugrunde.

Die Parteien führten mit gleicher Rollenverteilung vor dem Handelsgericht Wien zu 18 Cg 100/13i einen Vorprozess. In den ARB war zur Zeit des Vorprozesses folgende Regelung für eine Wertanpassung enthalten:

„1. Sie [gemeint: die Prämie und die Versicherungssumme] unterliegen jenen Veränderungen des Versicherungstarifes, die sich aufgrund von Veränderungen des Gesamtindex der Verbraucherpreise 2000 oder bei dessen Entfall des entsprechenden Nachfolgeindex ergeben. Die jeweilige Tarifberechnung erfolgt unter Anwendung der Indexziffer des letzten Monats eines jeden Kalendervierteljahres (Berechnungsmonat). Die für die jeweilige Tarifberechnung gültige Indexziffer ist aus der Polizze ersichtlich.

Eine Tarifänderung wirkt auf die Prämie und Versicherungssumme frühestens ab der Prämienhauptfälligkeit, die drei Monate nach Ablauf des Berechnungsmonats eintritt. Die Prämienhauptfälligkeit ist Tag und Monat, die auf der Polizze unter 'Ablauf der Versicherung' eingetragen sind. Beträgt der Unterschied mehr als 0,5 % und unterbleibt trotzdem ganz oder teilweise eine Wertanpassung, kann dieser Unterschied bei späteren Wertanpassungen angerechnet werden.

2. Der Versicherungsnehmer ist berechtigt, die Wertanpassung unbeschadet des Fortbestandes der sonstigen Vertragsbestimmungen unter Einhaltung einer Frist von drei Monaten auf den Zeitpunkt der nächsten Prämienhauptfälligkeit zu kündigen. Tritt nach der Kündigung eine Erhöhung des Tarifes aufgrund der Wertanpassung in Kraft, vermindert sich die Leistung von A***** im gleichen Verhältnis, in dem die vom Versicherungsnehmer zu zahlende Prämie zu der im Zeitpunkt des Versicherungsfalles gültigen Tarifprämie steht.“

Der Fachsenat erkannte mit Urteil vom 9. 4. 2015, 7 Ob 62/15s, die Beklagte schuldig, die Verwendung der zuvor wiedergegebenen oder sinngleicher Klauseln in Allgemeinen Geschäftsbedingungen und Vertragsformblättern im geschäftlichen Verkehr mit Verbrauchern zu unterlassen und es weiters zu unterlassen, sich auf diese oder sinngleiche Klauseln zu berufen, soweit diese unzulässigerweise vereinbart worden sind. Der Fachsenat begründete diese Entscheidung zusammengefasst damit, dass diese Klauseln den Versicherungsnehmer zur Wertanpassung verpflichteten. Dafür bestehe kein schutzwürdiges Interesse des Versicherers, weil nicht nur die Prämie, sondern auch die Versicherungssumme gleichermaßen der Inflation unterliege und sich daher die Äquivalenz nicht verschiebe. Durch die Regelung sichere sich der Versicherer die stetige Erhöhung der Prämie unabhängig vom konkreten Willen des Versicherungsnehmers. Die in den ARB zwingend vorgesehene und unter Sanktion gestellte Wertanpassung sei unwirksam. Sie verstoße gegen §§ 864a und 879 Abs 3 ABGB und es fehle auch an der durch § 6 Abs 1 Z 5 KSchG gebotenen Zweiseitigkeit.

Die Beklagte wandte sich nach Urteilszustellung an ihre Kunden. Mit einem an „Sehr geehrte(r) Kundin(e)“ gerichteten, jeweils gleichlautenden Schreiben teilte sie ua mit, dass

- sie sich gegenüber Verbrauchern auf die bisher vereinbarte Wertanpassungsklausel nicht mehr berufen und diese Regelung der ARB oder sinngleiche Klauseln nicht mehr verwenden dürfe und

- aus ihrer Sicht „nun eine ergänzende Vertragsauslegung zur Anpassung von Prämie und Versicherungssumme zu erfolgen [hat]“.

Auf der Rückseite des Schreibens druckte die Beklagte eine „Klausel NEU“ ab, die wie folgt lautet:

Wann und wie erfolgt eine Anpassung von Prämie und Versicherungssumme?

1. Die vereinbarte Jahresprämie und die vereinbarte Versicherungssumme sind jeweils in EURO (Nominalbetrag) im Versicherungsschein (Polizze) dokumentiert.

2. Der Nominalbetrag der Jahresprämie und der Versicherungssumme erhöht oder vermindert sich mit Wirksamkeit zur jeweiligen Prämienhauptfälligkeit (Anpassung) gemäß dem von Statistik Austria verlautbarten Verbraucherpreisindex VPI 2000, sofern die Voraussetzungen gemäß Punkt 4 vorliegen. 'Prämienhauptfälligkeit' ist Tag und Monat, die im Versicherungsschein unter 'Ablauf der Versicherung' eingetragen sind. Eine Anpassung der Jahresprämie erfolgt erstmals frühestens zu derjenigen Prämienhauptfälligkeit, die drei Monate nach Vertragsabschluss liegt.

3. Der vereinbarten Jahresprämie und der vereinbarten Versicherungssumme liegt eine im Versicherungsschein (Polizze) dokumentierte Indexzahl zugrunde (Index-Ausgangswert). Diese Indexzahl ergibt sich aus dem vereinbarten VPI 2000 für dasjenige Monat, das sechs Monate vor dem Inkrafttreten desjenigen Prämientarifs liegt, der dem Versicherungsvertrag zugrunde liegt.

4. A***** prüft jährlich, ob die Voraussetzungen für eine Anpassung vorliegen. Die Entwicklung des VPI führt unter den folgenden Voraussetzungen zu einer Anpassung:

4.1. Der Veränderungswert ergibt sich aus der prozentuellen Veränderung der Indexzahl des Ausgangswertes gegenüber der Indexzahl des vereinbarten VPI für dasselbe Monat des Folgejahres (Index-Vergleichswert).

4.2. Eine Anpassung zur Prämienhauptfälligkeit unterbleibt, sofern und solange der Veränderungswert 0,5 % nicht übersteigt. Der Index-Ausgangswert bleibt unverändert.

4.3. Beträgt der Veränderungswert mehr als 0,5 %, dann ist A***** verpflichtet, die Anpassung entsprechend dem Veränderungswert durchzuführen.

4.4. Erfolgt eine Anpassung, dann gilt für die nächstfolgende Anpassung

– die Indexzahl des Vergleichswertes der vorgenommenen Prämien- und Versicherungs-
summenanpassung als neuer Index-Ausgangswert und

– die angepasste Prämie und Versicherungssumme in EURO als Basis.

5. A***** verpflichtet sich, den Versicherungsnehmer über die Anpassungen (aktueller Veränderungswert, neuer Index-Ausgangswert, die konkrete Höhe der angepassten Prämie und Versicherungssumme) mit der jeweiligen Information zur Prämienhauptfälligkeit in geschriebener Form zu informieren.

6. Wird der VPI 2000 von Statistik Austria nicht mehr veröffentlicht, dann gilt der damit verkettete VPI der Statistik Austria als vereinbart. Wird kein VPI mehr veröffentlicht, dann gilt der von Gesetz wegen an seine Stelle tretende Nachfolgeindex als vereinbart.

7. Die sonstigen Rechte und Pflichten aus dem abgeschlossenen Versicherungsvertrag bleiben von dieser Anpassung unberührt. Dies gilt insbesondere auch für Vertragsbestimmungen und gesetzliche Regelungen, die aufgrund einer Vergrößerung oder Verminderung des versicherten Risikos eine Änderung der Prämie vorsehen (Artikel 13, §§ 23 ff VersVG) sowie für eine Veränderung der in der Prämie enthaltenen Versicherungssteuer (Artikel 12).“

Im Schreiben gab die Beklagte bekannt, dass dies ihr Vorschlag einer Neuregelung sei, dass dieser Vorschlag dem Parteiwillen entspreche und dass es dem Versicherungskunden freistehe, sollte er mit der Regelung nicht einverstanden sein, „die vorgeschlagene Regelung vom Gericht in einem Zivilverfahren überprüfen zu lassen oder Einwendungen in einem von A***** eingeleiteten Gerichtsverfahren zu erheben“.

Zugleich gab die Beklagte in individualisierten Schreiben den Versicherungsnehmern die Prämienerhöhung auf Basis der vorgeschlagenen „Vertragsergänzung“ wie folgt bekannt:

„Rechtsschutz-Versicherungspolizze Nr. …

Die Prämie für Ihre Versicherung wird im ... fällig.

Bitte verwenden Sie zur Sicherstellung einer richtigen Zahlungszuordnung den Originalzahlschein. …

Wir ersuchen Sie, den auf dem Zahlschein angeführten Betrag in den nächsten Tagen einzuzahlen.

…“

Die Klägerin begehrte, die Beklagte schuldig zu erkennen, „es im geschäftlichen Verkehr mit Verbrauchern zu unterlassen,

1.1. Versicherungsnehmern im Rahmen bestehender Rechtsschutzversicherungsverträge Wert-
anpassungen unter Berufung auf vertraglich vereinbarte Indexklauseln und/oder angeblich dem Parteiwillen entsprechende Neuregelungen, die etwa im Rahmen ergänzender Vertragsauslegung an die Stelle der alten, unwirksamen Regelungen treten sollen, bekanntzugeben, obwohl es ihr durch Urteil des Obersten Gerichtshofs vom 9. 4. 2015, 7 Ob 62/15s, gerichtlich untersagt ist, diese oder sinngleiche Indexklauseln zu verwenden oder sich darauf zu berufen, sofern mit den einzelnen Versicherungsnehmern auch keine anderen, zulässigen Indexklauseln vereinbart wurden;

1.2. gegenüber Versicherungsnehmern im Rahmen bestehender Rechtsschutzversicherungsverträge, die die laut Urteil des Obersten Gerichtshofs vom 9. 4. 2015, 7 Ob 62/15s, unzulässige Indexklausel enthalten haben, zu behaupten, die von der Beklagten vorgeschlagene Neuregelung der Wertsicherung oder sinngleiche Klauseln würden den Argumenten des Obersten Gerichtshofs in der Entscheidung 7 Ob 62/15s Rechnung tragen und es hätte eine gerichtliche Klärung zur Folge, wenn der Versicherungsnehmer die von der Beklagten vorgeschlagene Neuregelung nicht akzeptiere;

1.3. Versicherungsnehmern im Rahmen bestehender Rechtsschutzversicherungsverträge erhöhte Prämien aufgrund von Indexanpassungen in Rechnung zu stellen, und auch die Zahlung der erhöhten Prämien zu fordern, obwohl es keine vertragliche Grundlage für derartige Prämienerhöhungen gibt, etwa deshalb, weil die Indexanpassung auf einer laut Urteil des Obersten Gerichtshofs vom 9. 4. 2015, 7 Ob 62/15s, unzulässigen Indexklausel gründet.“

Darüber hinaus stellte die Klägerin ein Urteilsveröffentlichungsbegehren.

Die Klägerin brachte dazu vor, dass das Verhalten der Beklagten gesetzwidrig im Sinn des § 28a KSchG und eine unlautere Geschäftspraktik im Sinn der §§ 1 und 2 UWG sei. Der Wegfall der unzulässigen Klausel habe zu keiner Vertragslücke geführt, weshalb eine „ergänzende Vertragsauslegung“ in diesem Fall nicht zulässig sei. Die von der Beklagten behauptete „ergänzende Vertragsauslegung“ stelle in Wahrheit den Versuch einer jedenfalls unzulässigen teleologischen Reduktion der im Vorprozess verbotenen Klauseln dar.

Die Beklagte beantragte die Abweisung der Klage. Durch den Wegfall der im Vorprozess beanstandeten Wertanpassungsklausel sei eine Vertragslücke entstanden und es sei zulässig, diese durch eine „ergänzende Vertragsauslegung“ zu füllen. Die Beklagte informiere in den Schreiben die Versicherungsnehmer über den von ihr eingenommenen Rechtsstandpunkt, was nicht unzulässig sein könne. Die sich aus der gebotenen ergänzenden Vertragsauslegung inhaltlich ergebende neue Klausel trage den Kritikpunkten des Obersten Gerichtshofs in allen Belangen Rechnung.

Das Erstgericht gab dem Unterlassungsbegehren statt und ermächtigte die Klägerin eine bestimmte Fassung des Urteilsspruchs in der K*****-Zeitung auf bestimmte Art und Weise zu veröffentlichen. Rechtlich war das Erstgericht der Ansicht, dass eine ergänzende Vertragsauslegung eine Lücke voraussetze, die nach dem ursprünglichen Regelungsplan der Parteien zu einem untragbaren Ergebnis führen würde. Eine solche sei hier aber nicht vorhanden. Die „ergänzende Vertragsauslegung“ der Beklagten sei gesetzwidrig im Sinn des § 28a KSchG und das Unterlassungsbegehren schon aus diesem Grund berechtigt. Außerdem seien die versendeten Schreiben zusätzlich als eine zumindest irreführende Geschäftspraktik im Sinn des § 2 Abs 1 UWG zu qualifizieren.

Das Berufungsgericht gab der von der Beklagten erhobenen Berufung nicht Folge. Es vertrat die Rechtsansicht, dass der Erledigung der Berufung die materielle Rechtskraft des Titels aus dem Vorprozess nicht entgegenstehe, weil die jeweils erhobenen Begehren ein aliud darstellten.

In der Sache baue die Argumentation der Beklagten auf der Prämisse auf, dass es auch im Verhältnis zwischen Unternehmer und Verbraucher nach Wegfall einer missbräuchlichen Klausel grundsätzlich erlaubt sei, eine entstandene Lücke im Wege einer ergänzenden Vertragsauslegung zu schließen. Ob dies mit Art 6 Abs 1 der Richtlinie 93/13/EWG vereinbar sei, sei strittig, könne aber offen bleiben, weil sich durch den Wegfall der Klauseln keine Vertragslücke ergebe. Der Oberste Gerichtshof habe in seinem Urteil im Vorprozess ausgeführt, dass es dann, wenn der Wert der Versicherungssumme inflationsbedingt sinke, an den Vertragsparteien liege, ob und gegebenenfalls in welchem Ausmaß sie eine Anpassung des Versicherungsvertrags vornehmen wollten. Er halte demnach das Fehlen einer Wertanpassungsklausel für den Bereich der Rechtsschutzversicherung für unproblematisch, weshalb eine ergänzende Vertragsauslegung nicht notwendig sei.

Die Inflation wirke sich – entgegen der Ansicht der Beklagten – auf die Leistung des Versicherers und die Gegenleistung des Versicherungsnehmers unter dem Gesichtspunkt der Verwaltungskosten nicht unterschiedlich aus, weil nicht nur den Versicherer, sondern auch den Versicherungsnehmer ein gewisser Verwaltungsaufwand (zB für Kontoführung, Internet und Telefonie) treffe.

Insgesamt nehme die Beklagte mit der in Anspruch genommenen ergänzenden Vertragsauslegung gegenüber ihren Kunden einen inhaltlich unrichtigen Rechtsstandpunkt ein, aus dem sie abstrakt unberechtigte Zahlungsansprüche ableite.

Schließlich sei es ein fundamentaler Widerspruch, wenn der Geltungsgrund von Zahlungspflichten des Verbrauchers in entscheidender Hinsicht bloß in einer ergänzenden Vertragsauslegung post festum liege, widerspreche dies doch dem Transparenzgebot des § 6 Abs 3 KSchG. Die Beklagte sei daher unterlassungspflichtig.

Das Berufungsgericht sprach aus, dass die ordentliche Revision nicht zulässig sei, weil die Frage, ob eine Vertragslücke vorliegt, eine solche des Einzelfalls sei.

Gegen dieses Urteil richtet sich die Revision der Beklagten wegen Mangelhaftigkeit des Verfahrens und unrichtiger rechtlicher Beurteilung mit dem Antrag auf Abänderung dahin, dass die Klagebegehren abgewiesen werden. Hilfsweise stellt die Beklagte auch einen Aufhebungsantrag.

Die Klägerin erstattete eine – ihr freigestellte – Revisionsbeantwortung mit dem Antrag, die Revision der Beklagten zurückzuweisen, hilfsweise ihr keine Folge zu geben.

Rechtliche Beurteilung

Die Revision ist zulässig, weil noch keine gesicherte Rechtsprechung zur Frage vorliegt, ob der Unternehmer im Verbandsprozess eine ergänzende Vertragsauslegung für sich in Anspruch nehmen kann. Die Revision ist allerdings nicht berechtigt.

I. Zur Nichtigkeit:

1. Das Berufungsgericht hat betreffend den Vorprozess (7 Ob 62/15s) das Vorliegen des Prozesshindernisses der Rechtskraft von Amts wegen geprüft und verneint; damit besteht eine den Obersten Gerichtshof bindende Entscheidung (9 Ob 114/06i; RIS-Justiz RS0039226), mit der das Vorliegen dieses Nichtigkeitsgrundes verneint ist.

II. Zur Mangelhaftigkeit des Verfahrens:

Unter den „Rechtsfragen des Verfahrensrechts“ macht die Beklagte keinen Mangel des erstinstanzlichen Verfahrens geltend, den das Berufungsgericht infolge einer unrichtigen rechtlichen Beurteilung nicht wahrgenommen hat (RIS-Justiz RS0043051):

1. Der Fachsenat ist bereits bei seiner Entscheidung im Vorprozess von der von der Beklagten für die Zulässigkeit ihres Vorgehens betonten Äquivalenz zwischen Versicherungssumme und Prämie ausgegangen. Dieses Äquivalenzverhältnis wird durch den Vertrag und im Zeitpunkt des Vertragsabschlusses festgelegt und bleibt auch in weiterer Folge erhalten. Die Versicherungssumme, die gegebenenfalls zu erbringenden Versicherungsleistungen und die Versicherungsprämien unterliegen nämlich wertmäßig denselben inflationsbedingten Schwankungen. Diese Umstände waren schon Beurteilungsgrundlage der Entscheidung im Vorprozess und bedurften folglich keiner Beweisaufnahme durch einen Sachverständigen.

2. Gleiches gilt für die Erwägungen zur wirtschaftlichen Sinnhaftigkeit. Die Einholung eines Sachverständigengutachtens ist daher auch insoweit nicht erforderlich. Abgesehen davon muss, selbst wenn man – wie offenbar Rabl (Zur aktuellen Judikatur über die ergänzende Vertragsauslegung bei nichtigen Klauseln, ÖBA 2015, 246 [247]) – ganz generell meinen wollte, dass „die Vereinbarung einer Wertanpassung des Entgelts bei einem Dauerrechtsverhältnis nicht nur sachlich gerechtfertigt, sondern geradezu ein Gebot der Vernunft ist“, die Entscheidung für eine Wertanpassung von beiden Parteien getroffen werden und dem Versicherungsnehmer auch die Möglichkeit offen stehen, eine Erhöhung abzulehnen, wenn er sie für sich als nicht notwendig erachtet (7 Ob 62/15s).

3. Nach Ansicht der Beklagten ist das Verfahren auch deshalb mangelhaft geblieben, weil ein benannter Zeuge nicht einvernommen worden sei, mit dem die Beklagte hätte beweisen wollen, dass sie sich redlich bemüht habe, die Anforderungen der Entscheidung 7 Ob 62/15s möglichst getreu umzusetzen. Aufgabe eines Zeugen ist allerdings (nur), über von ihm gemachte Wahrnehmungen von Tatsachen vor Gericht auszusagen (Frauenberger in Fasching/Konecny3 III/1 Vor §§ 320 ff ZPO Rz 1). Die Beurteilung, ob das inkriminierte Vorgehen der Beklagten rechtswidrig ist oder nicht, kann dagegen nicht zulässiger Gegenstand einer Zeugenaussage sein.

4. Ein Mangel des Berufungsverfahrens liegt somit nicht vor.

III. Zur unrichtigen rechtlichen Beurteilung:

1. Die aktive Klagslegitimation der Klägerin im Sinn der Unterlassungsklagenrichtlinie (2009/22/EG), des § 29 KSchG und des § 14 UWG ist unstrittig.

2. Das Berufungsgericht ist in seiner rechtlichen Beurteilung vorrangig davon ausgegangen, dass das Fehlen einer Wertanpassungsklausel für den Bereich der Rechtsschutzversicherung unproblematisch sei, deshalb keine Vertragslücke vorliege und damit auch kein Bedarf nach einer ergänzenden Vertragsauslegung bestehe.

Ob nun tatsächlich eine Vertragslücke auch dann verneint werden kann, wenn die Parteien – wie hier – eine vertragliche Regelung gerade zur Wertanpassung getroffen haben, soll dahingestellt bleiben. Selbst wenn man nämlich im Sinn des von der Beklagten vertretenen Standpunkts das Vorliegen einer Vertragslücke bejahen wollte, ist daraus, wie zu zeigen sein wird, im Ergebnis nichts zu gewinnen.

3.1. Wer im geschäftlichen Verkehr in Allgemeinen Geschäftsbedingungen, die er von ihm geschlossenen Verträgen zugrunde legt, oder in hiebei verwendeten Formblättern für Verträge Bedingungen vorsieht, die gegen ein gesetzliches Verbot oder gegen die guten Sitten verstoßen, oder wer solche Bedingungen für den geschäftlichen Verkehr empfiehlt, kann nach § 28 Abs 1 KSchG auf Unterlassung geklagt werden. Dieses Verbot schließt auch das Verbot ein, sich auf eine solche Bedingung zu berufen, soweit sie unzulässigerweise vereinbart worden ist.

3.2. Nach der Rechtsprechung sind unter Allgemeinen Geschäftsbedingungen alle für eine Vielzahl von Verträgen vorformulierten Vertragsbedingungen zu verstehen, die eine Vertragspartei der anderen bei Abschluss eines Vertrags stellt; gleichgültig ist, ob die Bestimmungen einen äußerlich gesonderten Bestandteil des Vertrags bilden oder in der Vertragsurkunde selbst aufgenommen sind, welchen Umfang sie haben, in welcher Schriftart sie verfasst sind und welche Form der Vertrag hat (7 Ob 93/12w; 4 Ob 117/14f; RIS-Justiz RS0123499 [T2]). Ein Vertragsformblatt, das Allgemeinen Geschäftsbedingungen gleichzuhalten ist (7 Ob 207/04y; 7 Ob 89/08a), liegt auch dann vor, wenn es sich nur auf Teile des Vertrags oder auf bestimmte Vertragspunkte bezieht (7 Ob 93/12w). Die von der Beklagten an ihre Kunden gerichteten, von der Klägerin beanstandeten Schreiben mit der „Klausel NEU“ sind demnach „allgemeine Geschäftsbedingungen“ bzw „Vertragsformblätter“ im Sinn des § 28 KSchG.

4.1. Nach § 28a Abs 1 KSchG kann, wer im geschäftlichen Verkehr mit Verbrauchern im Zusammenhang mit der Vereinbarung von missbräuchlichen Vertragsklauseln gegen ein gesetzliches Gebot oder Verbot verstößt, und dadurch jeweils die allgemeinen Interessen der Verbraucher beeinträchtigt, unbeschadet des § 28 Abs 1 KSchG auf Unterlassung geklagt werden.

4.2. § 28a KSchG erweitert den Anwendungs-
bereich der Verbandsklagen auf gesetzwidrige Geschäftspraktiken von Unternehmern im geschäftlichen Verkehr mit Verbrauchern, beschränkt auf die in § 28a Abs 1 KSchG angegebenen Vertragsverhältnisse und außervertraglichen Rechtsverhältnisse (Kathrein/Schoditsch in KBB5 § 28a KSchG Rz 1). Der Unterlassungsanspruch gemäß § 28a KSchG setzt (ua) voraus, dass das beanstandete Verhalten die „allgemeinen Interessen der Verbraucher“ beeinträchtigt. Die beanstandete Verhaltensweise muss daher für eine Vielzahl von Verträgen oder außervertraglichen Rechtsverhältnissen von Bedeutung sein (7 Ob 201/12b; 4 Ob 143/14d mwN; 10 Ob 13/17k; RIS-Justiz RS0121961). Nach den Materialien ist dies vor allem bei gesetzwidrigen Verhaltensweisen im Massengeschäft der Fall (ErläutRV 1998 BlgNR 20. GP 33 f). Diese Voraussetzungen sind im vorliegenden Fall erfüllt, weil der geltend gemachte Unterlassungsanspruch zahlreiche Kunden der Beklagten, einer großen österreichischen Versicherung, betrifft.

5.1. Der Fachsenat hat in einem vergleichbaren Fall zu 7 Ob 11/14i das Vorliegen einer gesetzwidrigen Geschäftspraxis erkannt und die Rechtsansicht vertreten, dass die Frage, ob im Licht der Judikatur des EuGH nach Nichtigerklärung einer Vertragsklausel eine ergänzende Vertragsauslegung zulässig ist, nicht im Verbandsprozess geklärt werden könne. Die Zulässigkeit und gegebenenfalls der Inhalt einer zur Lückenfüllung vorzunehmenden ergänzenden Vertragsauslegung müssten mangels Einigung der Parteien dem Gericht vorbehalten bleiben und erforderlichenfalls im Individualprozess geklärt werden.

5.2. Die Entscheidung 7 Ob 11/14i (RIS-Justiz RS0129406) hat im Schrifttum unterschiedliche Reaktionen ausgelöst:

Kietaibl (ÖBA 2014/2042, 683 [685]) vertrat zusammengefasst den Standpunkt, dass ohne inhaltliche Prüfung der vom Unternehmer vertretenen Auslegung der Unterlassungsklage nur mit dem Argument stattgegeben hätte werden können, dass Lückenfüllung durch ergänzende Auslegung in Verbraucherverträgen generell (und damit unabhängig von ihrem Inhalt) unzulässig und deshalb eine gesetzwidrige Praxis im Sinn des § 28a KSchG sei. Lasse man diese Frage aber offen und/oder gehe davon aus, dass sie im Verbandsverfahren nicht geklärt werden könne, so wäre auch der Unterlassungsanspruch zu verneinen gewesen.

Nach Graf (Von nichtigen Klauseln, rechtswidrigen Geschäftspraktiken, Verbandsprozessen und ergänzender Vertragsauslegung, ecolex 2014, 1043 [1045]) erfordere eine gegen eine bestimmte Geschäftspraxis gerichtete, auf § 28a KSchG gestützte Unterlassungsklage eine inhaltliche Beurteilung dieser Praxis durch das Gericht auch dann, wenn sie auf eine ergänzende Vertragsauslegung gestützt wird.

Vonkilch (Versicherungsrechtliche Dauerrabatt-
rückforderung qua ergänzender Vertragsauslegung? Zak 2015/115, 64) überzeugt es nicht, eine Rechtswidrigkeit schon allein darin zu erblicken, dass sich ein Vertragsteil gegenüber seinem Kontrahenten vor dem Ergehen einer dies bejahenden gerichtlichen Entscheidung auf das Bestehen von Ansprüchen beruft, die ihre Berechtigung in einer ergänzenden Auslegung des zwischen ihnen bestehenden Vertrags haben.

Nach Palma (Ist die außergerichtliche Geltendmachung von zweifelhaften Ansprüchen eine gesetzwidrige Praxis? ZFR 2015/79, 162 [165]) stellt die außergerichtliche Geltendmachung von zweifelhaften Ansprüchen kein rechtswidriges Verhalten dar, weswegen sich hierdurch kein Anspruch gemäß § 28a KSchG begründen lasse. Auch aus der Art und Weise, wie der beklagte Versicherer seine Forderung geltend gemacht habe, lasse sich kein rechtswidriges Verhalten ableiten, denn es stehe jedem zu, Forderungen, auch wenn sie zweifelhaft sind, mit entsprechendem Nachdruck geltend zu machen.

Leupold/Ramharter (Die ergänzende Auslegung von Verbraucherverträgen im Lichte des Europarechts, ÖBA 2015, 16 [35 f]) erscheint die Geschäftspraxis unzulässig, dem Kunden gegenüber den Eindruck zu erwecken, das in Anspruch genommene Recht bestehe schon unabhängig von einer richterlichen Entscheidung. Erwecke der Unternehmer den Eindruck, die richterliche Vertragsergänzung sei gar nicht notwendig, in einem Prozess gehe es nur noch darum, den Verbraucher durch richterlichen Befehl und mit Kostenfolgen zur Zahlung des entsprechenden Betrags zu verhalten, entstehe beim Verbraucher ein falsches Bild von seiner Rechtsposition.

5.3. Der 1. Senat vertrat in der Entscheidung 1 Ob 37/14v (= VbR 2015/8 [krit Fidler]) die Rechtsansicht, dass die systematisch gehandhabte Praxis, durch Vorschiebung eindeutig nicht tauglicher Rechtsgründe Konsumenten als ehemalige Partner eines Vermögensverwaltungsvertrags zur Zahlung jener Beträge zu veranlassen, die in einer rechtskräftig als nach dem KSchG unzulässig erkannten Klausel ihrer Allgemeinen Geschäftsbedingungen festgelegt waren, eine über Unterlassungsklage nach § 28a KSchG zu verbietende Geschäftspraxis sei. Die Frage der Zulässigkeit einer ergänzenden Vertragsauslegung im Verbandsprozess könne bei diesem Ergebnis auf sich beruhen.

6. Der Fachsenat hält trotz der im Schrifttum geäußerten Bedenken an dem zu 7 Ob 11/14i gewonnenen Ergebnis fest:

6.1. Die Beklagte geht im Wesentlichen davon aus, dass das von der Klägerin beanstandete Schreiben mit der „Klausel NEU“ zur Klarstellung der Rechtslage notwendig sei und damit die vom Fachsenat in der Entscheidung im Vorprozess vertretene Rechtsansicht umgesetzt werde. Dem ist zunächst zu entgegnen, dass die Rechtslage nach dem Vorprozess insofern völlig zweifelsfrei klargestellt ist, als die dort als nichtig erkannten Klauseln unwirksam sind, ersatzlos entfallen (7 Ob 11/14i) und daher nicht mehr Teil des Vertrags mit den betreffenden Versicherungsnehmern sind. Ob sich bei Unwirksamkeit einer Klausel, die dispositives Recht abbedingen sollte, die Vertragslücke insofern ipso iure schließt, als wieder dispositives Recht an die Stelle der weggefallenen vertraglichen Vereinbarung tritt, ist hier nicht zu beurteilen. Auf eine solche dispositive gesetzliche Regelung beruft sich die Beklagte nämlich nicht; sie stützt sich vielmehr auf eine vermeintlich zulässige einseitig vorgegebene „ergänzende Vertragsauslegung“ zum Zweck der Schließung der nach dem Entfall der Klauseln entstandenen „Vertragslücke“.

6.2. Treten nach Abschluss der Vereinbarung Problemfälle auf, die von den Parteien nicht bedacht und daher auch nicht ausdrücklich geregelt wurden, ist unter Berücksichtigung der übrigen Vertragsbestimmungen und des von den Parteien verfolgten Zwecks sowie unter Heranziehung der Verkehrssitte zu prüfen, welche Lösung redliche und vernünftige Parteien für diesen Fall vereinbart hätten (ergänzende Vertragsauslegung; RIS-Justiz RS0113932). Als Mittel der ergänzenden Vertragsauslegung kommen der hypothetische Parteiwille, die Übung des redlichen Verkehrs, der Grundsatz von Treu und Glauben sowie die Verkehrsauffassung in Betracht, wobei es unter diesen Aspekten keine feste Rangfolge gibt, sondern unter Berücksichtigung aller Möglichkeiten die Lücke so zu schließen ist, wie es der Gesamtregelung des Vertrags gemessen an der Parteienabsicht am besten entspricht (RIS-Justiz RS0017832).

6.3. Der Vorwurf gegenüber der Beklagten besteht – entgegen der im Schrifttum verschiedentlich vertretenen Ansicht – nicht lediglich darin, bislang ungeklärte oder zweifelhafte Ansprüche geltend zu machen, die allein die Beklagte nach eigenem Auslegungsverständnis für berechtigt, angemessen und rechtsrichtig hält. Der Beklagten ist vielmehr anzulasten, dass sie ihren Versicherungsnehmern nicht etwa eine Änderung der Allgemeinen Geschäftsbedingungen anbietet, sondern den Eindruck erweckt, sie könne sich auf eine gesicherte Rechtslage stützen, durch einseitige Willenserklärung mit konstitutiver Wirkung die für nichtig erkannten Klauseln ergänzen und auf diese Weise rechtmäßig eine Zahlungspflicht ableiten, der sich der Versicherungsnehmer nur durch einen Prozess entziehen könne. Damit wird die Rechtslage zur Ermittlung des hypothetischen Parteiwillens unrichtig dargestellt und der Versicherungsnehmer insbesondere durch Androhung der Notwendigkeit eines Rechtsstreits dahin unter Druck gesetzt, sich dem einseitig vorgetragenen Standpunkt der Beklagten zu fügen, noch dazu – im Gegensatz zur Bedingungslage des Vorprozesses verschärfend – ohne Möglichkeit, sich der Prämienanpassung zu entziehen. Durch diese unrichtige Darstellung der Sach- und Rechtslage verstößt die Beklagte in ihren auch als „allgemeine Geschäftsbedingungen“ bzw „Vertragsformblätter“ zu wertenden Schreiben jedenfalls gegen das Transparenzgebot des § 6 Abs 3 KSchG. Damit erweisen sich die Begehren der Klägerin nach §§ 28, 28a KSchG als berechtigt (zur Möglichkeit der Überschneidung der Anwendungsbereiche dieser Bestimmungen vgl 4 Ob 143/14d). Der Revision der Beklagten war deshalb nicht Folge zu geben.

7. Die Kostenentscheidung beruht auf §§ 50, 41 ZPO.

Textnummer

E121317

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2018:0070OB00168.17G.0321.000

Im RIS seit

08.05.2018

Zuletzt aktualisiert am

09.07.2019

Dokumentnummer

JJT_20180321_OGH0002_0070OB00168_17G0000_000