Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Rechtssatz für 3Ob54/65 8Ob313/65 8Ob7...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0036385

Geschäftszahl

3Ob54/65; 8Ob313/65; 8Ob72/66; 8Ob132/66; 5Ob226/70; 5Ob147/71; 7Ob207/71; 8Ob145/74; 6Ob678/83; 3Ob167/83; 5Ob587/85; 3Ob74/87; 4Ob574/87; 6Ob547/88; 3Ob1019/88; 8Ob527/89; 3Ob571/90; 3Ob562/91 (3Ob563/91); 3Ob110/91 (3Ob111/91, 3Ob112/91); 7Ob503/92; 7Ob502/92; 5Ob1586/92 (5Ob1587/92); 7Ob623/92; 8Ob1672/92; 8Ob1524/93; 7Ob1549/94; 8Ob528/94; 8Ob527/94; 1Ob589/95; 5Ob427/97y; 10ObS376/98m; 2Ob204/01s; 7Ob198/01w; 1Ob196/04m; 10Ob66/05m; 3Ob304/05k; 3Ob185/06m; 6Ob67/07g; 1Ob94/09v; 3Ob185/09s; 8Ob104/09s; 1Ob211/09z; 9ObA118/09g; 8Ob35/10w; 1Ob167/10f; 3Ob11/11f; 8Ob36/11v; 1Ob78/11v; 1Ob50/11a; 8Ob49/11f; 3Ob137/11k; 1Ob197/11v; 8Ob90/11k; 1Ob28/12t; 2Ob201/15w; 8Nc36/16k; 7Ob50/17d; 1Ob193/17i; 5Ob129/18h; 3Ob26/19y (3Ob36/19v)

Entscheidungsdatum

22.04.1965

Norm

AußStrG 2005 §6 Abs1
AußStrG 2005 §10 Abs4
AußStrG 2005 §65 Abs3 Z5
ZPO §84 I
ZPO §85
467 Z5 D
ZPO §506 Abs1 Z4 A
ZPO §520 Abs1 E2

Rechtssatz

Wenn der Rechtsmittelwerber trotz wiederholt gegebener Rechtsbelehrungen die Formvorschrift des § 467 Z 5 ZPO absichtlich verletzt (um Rechtsanwaltskosten zu sparen), dann steht in klarer und eindeutiger Weise fest, dass die Vorschriften der §§ 84, 85 ZPO nur missbraucht werden sollen. Das mangelhafte Rechtsmittel ist ohne Gewährung einer Frist gemäß § 85 Abs 2 ZPO zurückzuweisen.

Entscheidungstexte

  • 3 Ob 54/65
    Entscheidungstext OGH 22.04.1965 3 Ob 54/65
    Veröff: JBl 1965,475
  • 8 Ob 313/65
    Entscheidungstext OGH 26.10.1965 8 Ob 313/65
  • 8 Ob 72/66
    Entscheidungstext OGH 15.03.1966 8 Ob 72/66
  • 8 Ob 132/66
    Entscheidungstext OGH 03.05.1966 8 Ob 132/66
    Veröff: EvBl 1966/406 S 521
  • 5 Ob 226/70
    Entscheidungstext OGH 18.11.1970 5 Ob 226/70
    Veröff: EvBl 1971/139 S 240
  • 5 Ob 147/71
    Entscheidungstext OGH 23.06.1971 5 Ob 147/71
  • 7 Ob 207/71
    Entscheidungstext OGH 24.11.1971 7 Ob 207/71
  • 8 Ob 145/74
    Entscheidungstext OGH 09.07.1974 8 Ob 145/74
  • 6 Ob 678/83
    Entscheidungstext OGH 09.06.1983 6 Ob 678/83
  • 3 Ob 167/83
    Entscheidungstext OGH 30.11.1983 3 Ob 167/83
    Auch
  • 5 Ob 587/85
    Entscheidungstext OGH 15.10.1985 5 Ob 587/85
    Auch
  • 3 Ob 74/87
    Entscheidungstext OGH 13.05.1987 3 Ob 74/87
  • 4 Ob 574/87
    Entscheidungstext OGH 15.09.1987 4 Ob 574/87
    Auch
  • 6 Ob 547/88
    Entscheidungstext OGH 24.03.1988 6 Ob 547/88
    Vgl auch
  • 3 Ob 1019/88
    Entscheidungstext OGH 27.04.1988 3 Ob 1019/88
  • 8 Ob 527/89
    Entscheidungstext OGH 23.02.1989 8 Ob 527/89
    Ähnlich; Beisatz: Hier: Ablehnungssache (T1)
  • 3 Ob 571/90
    Entscheidungstext OGH 27.06.1990 3 Ob 571/90
  • 3 Ob 562/91
    Entscheidungstext OGH 13.11.1991 3 Ob 562/91
    Auch
  • 3 Ob 110/91
    Entscheidungstext OGH 23.10.1991 3 Ob 110/91
    Beisatz: Die Bestimmung der ZPO über die Möglichkeit der Verbesserung von Formgebrechen haben den Zweck, eine Partei von Nachteilen zu schützen, die versehentlich oder in Unkenntnis der Formvorschriften einen Formfehler begeht. Sie finden aber dort ihre Grenze, wo sie ausschließlich zur Verschleppung oder Verzögerung des Verfahrens benützt werden. (T2)
  • 7 Ob 503/92
    Entscheidungstext OGH 30.01.1992 7 Ob 503/92
  • 7 Ob 502/92
    Entscheidungstext OGH 30.01.1992 7 Ob 502/92
  • 5 Ob 1586/92
    Entscheidungstext OGH 13.10.1992 5 Ob 1586/92
  • 7 Ob 623/92
    Entscheidungstext OGH 12.11.1992 7 Ob 623/92
    nur: Steht in klarer und eindeutiger Weise fest, dass die Vorschriften der §§ 84, 85 ZPO nur missbraucht werden sollen. Das mangelhafte Rechtsmittel ist ohne Gewährung einer Frist gemäß § 85 Abs 2 ZPO zurückzuweisen. (T3); Beisatz: Hier: Berufung ohne Anfechtungserklärung, Anfechtungsgründe und Unterschrift eines Rechtsanwalts trotz entsprechender Belehnung. (T4)
  • 8 Ob 1672/92
    Entscheidungstext OGH 26.11.1992 8 Ob 1672/92
    Auch
  • 8 Ob 1524/93
    Entscheidungstext OGH 11.03.1993 8 Ob 1524/93
    Auch
  • 7 Ob 1549/94
    Entscheidungstext OGH 29.06.1994 7 Ob 1549/94
    Auch
  • 8 Ob 528/94
    Entscheidungstext OGH 10.11.1994 8 Ob 528/94
    Auch; Beis wie T2
  • 8 Ob 527/94
    Entscheidungstext OGH 24.05.1995 8 Ob 527/94
    Auch; Beis wie T2
  • 1 Ob 589/95
    Entscheidungstext OGH 27.07.1995 1 Ob 589/95
    Vgl; nur T3; Beis wie T2
  • 5 Ob 427/97y
    Entscheidungstext OGH 25.11.1997 5 Ob 427/97y
    Vgl auch
  • 10 ObS 376/98m
    Entscheidungstext OGH 24.11.1998 10 ObS 376/98m
    Ähnlich
  • 2 Ob 204/01s
    Entscheidungstext OGH 06.09.2001 2 Ob 204/01s
    Vgl auch
  • 7 Ob 198/01w
    Entscheidungstext OGH 26.09.2001 7 Ob 198/01w
    Vgl auch; Beis wie T2
  • 1 Ob 196/04m
    Entscheidungstext OGH 12.10.2004 1 Ob 196/04m
    Vgl auch; Beisatz: Auch im Verfahren außer Streitsachen. (T5); Beisatz: Hier: "Leerer Rekurs". (T6); Beisatz: Ob ein Rechtsmissbrauch vorliegt, ist grundsätzlich nach den jeweiligen Umständen des Einzelfalls zu beurteilen. (T7)
  • 10 Ob 66/05m
    Entscheidungstext OGH 28.06.2005 10 Ob 66/05m
    Vgl auch; Beisatz: Nur dann, wenn eine Partei prozessuale Formvorschriften absichtlich und rechtsmissbräuchlich verletzt, ist ihr die Möglichkeit der Verbesserung zu versagen. (T8)
  • 3 Ob 304/05k
    Entscheidungstext OGH 21.12.2005 3 Ob 304/05k
    Auch
  • 3 Ob 185/06m
    Entscheidungstext OGH 13.09.2006 3 Ob 185/06m
    nur T3; Beis ähnlich wie T8; Beisatz: Hier: Anwaltspflicht musste wegen bisherigen, wiederholt erteilten Verbesserungsaufträgen ebenso bekannt sein wie der Umstand, dass neue Verfahrenshilfeanträge nur bei geänderten Verhältnissen Erfolg haben können. (T9)
  • 6 Ob 67/07g
    Entscheidungstext OGH 19.04.2007 6 Ob 67/07g
    nur T3
  • 1 Ob 94/09v
    Entscheidungstext OGH 26.05.2009 1 Ob 94/09v
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Verletzung der Formvorschrift des § 520 Abs 1 ZPO. (T10); Beisatz: Auch wenn einer Partei regelmäßig gemäß §§ 84 f ZPO die Möglichkeit einzuräumen ist, Formmängel einer Prozesshandlung - zu denen auch die fehlende anwaltliche Vertretung gehört - innerhalb einer vom Gericht zu setzenden Frist zu beheben, gilt dies doch in jenen Fällen nicht, wo die Partei ihre Eingabe im Bewusstsein ihrer Fehlerhaftigkeit eingebracht hat. (T11)
  • 3 Ob 185/09s
    Entscheidungstext OGH 30.09.2009 3 Ob 185/09s
    Beis wie T8; Beis wie T11
  • 8 Ob 104/09s
    Entscheidungstext OGH 29.09.2009 8 Ob 104/09s
    Auch; Beis ähnlich wie T11
  • 1 Ob 211/09z
    Entscheidungstext OGH 17.11.2009 1 Ob 211/09z
  • 9 ObA 118/09g
    Entscheidungstext OGH 29.10.2009 9 ObA 118/09g
    Vgl auch; Beis wie T11
  • 8 Ob 35/10w
    Entscheidungstext OGH 22.04.2010 8 Ob 35/10w
    Auch; Beis wie T11
  • 1 Ob 167/10f
    Entscheidungstext OGH 20.10.2010 1 Ob 167/10f
    Auch; Beis wie T10
  • 3 Ob 11/11f
    Entscheidungstext OGH 23.02.2011 3 Ob 11/11f
    Auch; Beis wie T2; Beis wie T7
  • 8 Ob 36/11v
    Entscheidungstext OGH 26.04.2011 8 Ob 36/11v
    Auch; Beis wie T2
  • 1 Ob 78/11v
    Entscheidungstext OGH 28.04.2011 1 Ob 78/11v
    Auch; Beis wie T1
  • 1 Ob 50/11a
    Entscheidungstext OGH 31.03.2011 1 Ob 50/11a
    Auch; Beis wie T9
  • 8 Ob 49/11f
    Entscheidungstext OGH 29.06.2011 8 Ob 49/11f
    Auch
  • 3 Ob 137/11k
    Entscheidungstext OGH 24.08.2011 3 Ob 137/11k
    Vgl auch; Beis wie T2; Beis wie 11
  • 1 Ob 197/11v
    Entscheidungstext OGH 13.10.2011 1 Ob 197/11v
    Auch; Beis wie T1; Beis wie T10
  • 8 Ob 90/11k
    Entscheidungstext OGH 29.09.2011 8 Ob 90/11k
    Auch
  • 1 Ob 28/12t
    Entscheidungstext OGH 01.03.2012 1 Ob 28/12t
    Auch; Beis wie T10
  • 2 Ob 201/15w
    Entscheidungstext OGH 19.11.2015 2 Ob 201/15w
    Beis wie T11
  • 8 Nc 36/16k
    Entscheidungstext OGH 16.01.2017 8 Nc 36/16k
    Auch; Beis wie T2; Beis wie T5; Beisatz: Hier: Handschriftliche, weitgehend unleserliche Eingabe mit beleidigenden Äußerungen. (T12)
  • 7 Ob 50/17d
    Entscheidungstext OGH 29.03.2017 7 Ob 50/17d
    Auch; Beis wie T11; Beisatz: Hier: Rechtsmittelwerber vertritt im Revisionsrekurs ausdrücklich und trotz Kenntnis der Rechtslage aus Vorentscheidungen die Ansicht, keine Anwaltsfertigung zu benötigen. (T13)
  • 1 Ob 193/17i
    Entscheidungstext OGH 15.11.2017 1 Ob 193/17i
    Auch; Beis wie T5; Beis wie T11; Beis wie T13
  • 5 Ob 129/18h
    Entscheidungstext OGH 28.08.2018 5 Ob 129/18h
    Vgl auch; Beis wie T11
  • 3 Ob 26/19y
    Entscheidungstext OGH 20.02.2019 3 Ob 26/19y
    Vgl; Beis wie T11; Beisatz: Hier: Unzweifelhafte Kenntnis vom Verbesserungserfordernis (Originalunterschrift fehlte auch bei den weiteren Rekursen offenbar absichtlich). (T14)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1965:RS0036385

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

17.04.2019

Dokumentnummer

JJR_19650422_OGH0002_0030OB00054_6500000_001

Rechtssatz für 4Ob510/94 7Ob613/95 1Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0047258

Geschäftszahl

4Ob510/94; 7Ob613/95; 1Ob2082/96z; 6Ob20/97b; 1Ob79/98v; 6Ob22/02g (6Ob23/02d); 7Ob178/02f; 6Ob127/04a; 10Ob11/04x; 4Ob213/11v; 1Ob130/16y; 1Ob193/17i

Entscheidungsdatum

08.03.1994

Norm

ABGB §94
ABGB §140 Ac
ABGB idF KindNamRÄG 2013 §231
EheG §69 Abs2

Rechtssatz

Naturalleistungen sind nur unter bestimmten Voraussetzungen zu berücksichtigen: Der Unterhaltsberechtigte muß sich ausdrücklich oder doch schlüssig damit einverstanden erklären; ferner muß auf Grund eines stabilen Verhaltens des Unterhaltsschuldners die begründete Annahme bestehen, daß dieser die Naturalleistungen auch künftig erbringen werde.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 510/94
    Entscheidungstext OGH 08.03.1994 4 Ob 510/94
  • 7 Ob 613/95
    Entscheidungstext OGH 18.10.1995 7 Ob 613/95
    Auch; Beisatz: Hier: Wohnungskosten (T1)
  • 1 Ob 2082/96z
    Entscheidungstext OGH 23.04.1996 1 Ob 2082/96z
    Auch
  • 6 Ob 20/97b
    Entscheidungstext OGH 27.02.1997 6 Ob 20/97b
  • 1 Ob 79/98v
    Entscheidungstext OGH 30.10.1998 1 Ob 79/98v
    Auch; Beisatz: Prämienzahlung zur Krankenzusatzversicherung und Betriebskosten. (T2)
  • 6 Ob 22/02g
    Entscheidungstext OGH 18.04.2002 6 Ob 22/02g
  • 7 Ob 178/02f
    Entscheidungstext OGH 09.09.2002 7 Ob 178/02f
    Auch; Beis wie T1
  • 6 Ob 127/04a
    Entscheidungstext OGH 26.08.2004 6 Ob 127/04a
    Beisatz: Ob ein konkludentes Einverständnis vorliegt, richtet sich nach den Umständen des Einzelfalls. (T3)
  • 10 Ob 11/04x
    Entscheidungstext OGH 17.02.2006 10 Ob 11/04x
    Auch
  • 4 Ob 213/11v
    Entscheidungstext OGH 27.03.2012 4 Ob 213/11v
    Vgl; Beisatz: Hier: Zur Hilfsbedürftigkeit nach § 2 Abs 2 Kärntner Grundversorgungsgesetz (K‑GrvG). (T4)
  • 1 Ob 130/16y
    Entscheidungstext OGH 30.08.2016 1 Ob 130/16y
    Beis wie T3
  • 1 Ob 193/17i
    Entscheidungstext OGH 15.11.2017 1 Ob 193/17i
    Beisatz: Begehren die Kinder im erstinstanzlichen Verfahren ausschließlich Geldunterhalt, ohne sich die vom Vater erbrachten oder zu erbringenden Bausparleistungen anzurechnen, kann nicht von ihrem schlüssigen Zugeständnis ausgegangen werden, mag auch ihre Mutter als gesetzliche Vertreterin vor Einbringung des Unterhaltsfestsetzungsantrags mit der Erbringung von Naturalleistungen einverstanden gewesen sein. (T5)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1994:RS0047258

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

26.01.2018

Dokumentnummer

JJR_19940308_OGH0002_0040OB00510_9400000_003

Rechtssatz für 8Ob94/97z 3Ob89/97b 5Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0107278

Geschäftszahl

8Ob94/97z; 3Ob89/97b; 5Ob38/99w; 3Ob38/01m; 7Ob191/05x; 2Ob67/09f; 8Ob75/10b; 7Ob179/11s; 7Ob226/11b; 2Ob1/13f; 8Ob35/14a; 9Ob39/14x; 3Ob100/15z; 3Ob235/15b; 7Ob186/16b; 1Ob193/17i; 10Ob7/18d; 10Ob11/19v

Entscheidungsdatum

17.04.1997

Norm

ABGB §140 Bd
ABGB idF KindNamRÄG §231

Rechtssatz

Zahlungen des Unterhaltspflichtigen auf Bausparverträge oder Lebensversicherungsverträge dienen der Vermögensbildung und können daher dem Unterhaltsbegehren der Kinder nicht entgegengehalten werden.

Entscheidungstexte

  • 8 Ob 94/97z
    Entscheidungstext OGH 17.04.1997 8 Ob 94/97z
  • 3 Ob 89/97b
    Entscheidungstext OGH 21.05.1997 3 Ob 89/97b
  • 5 Ob 38/99w
    Entscheidungstext OGH 13.04.1999 5 Ob 38/99w
    Vgl auch; nur: Zahlungen des Unterhaltspflichtigen auf Lebensversicherungsverträge dienen der Vermögensbildung und können daher dem Unterhaltsbegehren nicht entgegengehalten werden. (T1)
    Beisatz: Hier: Ehefrau. (T2)
  • 3 Ob 38/01m
    Entscheidungstext OGH 11.07.2001 3 Ob 38/01m
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Ausgaben für private Altersvorsorge sind als Ausgaben zur Vermögensbildung nicht abzugsfähig. (T3)
  • 7 Ob 191/05x
    Entscheidungstext OGH 14.12.2005 7 Ob 191/05x
    Auch
  • 2 Ob 67/09f
    Entscheidungstext OGH 18.12.2009 2 Ob 67/09f
    Vgl auch
  • 8 Ob 75/10b
    Entscheidungstext OGH 18.08.2010 8 Ob 75/10b
    Vgl auch; Beis wie T3; Beisatz: Zahlungen zu Zwecken der Vermögensbildung schmälern die Bemessungsgrundlage im Allgemeinen nicht. Eine Abzugspost bilden im Allgemeinen nur solche tatsächlichen Aufwendungen, die der Sicherung des Einkommens bzw der Erhaltung der wirtschaftlichen Existenz des Unterhaltspflichtigen dienen. In diesem Sinn sind verpflichtende Beiträge zur gesetzlichen Kranken-, Unfall- und Pensionsversicherung aus der Unterhaltsbemessungsgrundlage auszuscheiden. Beiträge für private Unfall-, Kranken- oder Lebensversicherungen sind hingegen im Allgemeinen nicht abzugsfähig. (T4)
    Beisatz: Da die staatliche Pensionsversicherung die Funktion der Existenzsicherung im Alter noch nicht aufgegeben hat und grundsätzlich nur existenzsichernde Ausgaben von der Bemessungsgrundlage abzugsfähig sind, stellen Beiträge zur privaten Pensionsvorsorge im Allgemeinen keine Abzugspost dar. (T5)
    Veröff: SZ 2010/98
  • 7 Ob 179/11s
    Entscheidungstext OGH 27.02.2012 7 Ob 179/11s
    Auch; Beis wie T4 nur: Zahlungen zu Zwecken der Vermögensbildung schmälern die Bemessungsgrundlage im Allgemeinen nicht. (T6)
    Beisatz: Dies gilt etwa für Zahlungen auf Bausparverträge oder Lebensversicherungen. (T7)
    Beisatz: Es besteht zur Zeit kein sachlich gerechtfertigter Grund, von der bisherigen Judikatur abzugehen, hat doch ‑ wie bereits in der Entscheidung 8 Ob 75/10b dargelegt wurde ‑ die staatliche Pensionsversicherung ihre Funktion der Existenzsicherung im Alter noch nicht verloren. (T8)
    Beisatz: Eine Abzugspost bilden im Allgemeinen nur solche tatsächlichen Aufwendungen, die der Sicherung des Einkommens und der Erhaltung der wirtschaftlichen Existenz des Unterhaltspflichtigen dienen. (T9)
    Beisatz: In diesem Sinn sind verpflichtende Beiträge zur gesetzlichen Kranken‑, Unfall‑ und Pensionsversicherung aus der Unterhaltsbemessungsgrundlage auszuscheiden, Beiträge für private Unfall‑, Kranken‑ oder Lebensversicherungen sind hingegen im Allgemeinen nicht abzugsfähig (8 Ob 75/10b mwN). Ebenso bilden Leistungen für eine private Pensionsvorsorge grundsätzlich keine Abzugspost (3 Ob 38/01m, 8 Ob 75/10b). (T10)
  • 7 Ob 226/11b
    Entscheidungstext OGH 25.01.2012 7 Ob 226/11b
    Vgl auch; Beis wie T4 nur: Zahlungen zu Zwecken der Vermögensbildung schmälern die Bemessungsgrundlage im Allgemeinen nicht. Eine Abzugspost bilden im Allgemeinen nur solche tatsächlichen Aufwendungen, die der Sicherung des Einkommens bzw der Erhaltung der wirtschaftlichen Existenz des Unterhaltspflichtigen dienen. (T11)
  • 2 Ob 1/13f
    Entscheidungstext OGH 19.12.2013 2 Ob 1/13f
    Auch; Beis wie T4
  • 8 Ob 35/14a
    Entscheidungstext OGH 28.04.2014 8 Ob 35/14a
    Vgl auch; Beis wie T2; Beis wie T6; Beisatz: Einzahlungen auf Bausparverträge können ebenso wie Prämienzahlungen auf Lebensversicherungen (auch wenn sie der Dienstgeber leistet) nicht von der Bemessungsgrundlage abgezogen werden. (T12);
    Veröff: SZ 2014/45
  • 9 Ob 39/14x
    Entscheidungstext OGH 26.08.2014 9 Ob 39/14x
    Vgl auch; Beis wie T2; Beisatz: Von der Unterhaltsbemessungsgrundlage grundsätzlich nicht abzugsfähig sind Einzahlungen in eine betriebliche Vorsorgekasse oder der Nachkauf von Pensionsversicherungszeiten zur Erlangung einer höheren Pension, weil diese Zahlungen Zwecken der Vermögensbildung dienen. (T13)
  • 3 Ob 100/15z
    Entscheidungstext OGH 18.11.2015 3 Ob 100/15z
    Auch; Veröff: SZ 2015/124
  • 3 Ob 235/15b
    Entscheidungstext OGH 16.12.2015 3 Ob 235/15b
    Auch; Beis wie T11
  • 7 Ob 186/16b
    Entscheidungstext OGH 30.11.2016 7 Ob 186/16b
    Vgl; Beis wie T11
  • 1 Ob 193/17i
    Entscheidungstext OGH 15.11.2017 1 Ob 193/17i
    Beisatz: Hier: Bausparvertrag. (T14)
  • 10 Ob 7/18d
    Entscheidungstext OGH 20.02.2018 10 Ob 7/18d
    Vgl auch
  • 10 Ob 11/19v
    Entscheidungstext OGH 26.03.2019 10 Ob 11/19v
    Vgl; Beis wie T11

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1997:RS0107278

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

14.05.2019

Dokumentnummer

JJR_19970417_OGH0002_0080OB00094_97Z0000_001

Rechtssatz für 10Ob118/97v 1Ob3/06g 9O...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0107507

Geschäftszahl

10Ob118/97v; 1Ob3/06g; 9Ob64/05k; 1Ob193/17i

Entscheidungsdatum

29.04.1997

Norm

ABGB §140 Ac
ABGB idF KindNamRÄG 2013 §231
EheG §66

Rechtssatz

Gemischte Unterhaltsleistungen (Geldleistungen und Naturalleistungen) sind dann, wenn eine Verpflichtung zur Leistung eines Geldunterhalts besteht, grundsätzlich unzulässig.

Entscheidungstexte

  • 10 Ob 118/97v
    Entscheidungstext OGH 29.04.1997 10 Ob 118/97v
  • 1 Ob 3/06g
    Entscheidungstext OGH 04.04.2006 1 Ob 3/06g
  • 9 Ob 64/05k
    Entscheidungstext OGH 15.11.2006 9 Ob 64/05k
  • 1 Ob 193/17i
    Entscheidungstext OGH 15.11.2017 1 Ob 193/17i
    Beisatz: Hier: Bedienung eines Bausparvertrages. (T1)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1997:RS0107507

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

26.01.2018

Dokumentnummer

JJR_19970429_OGH0002_0100OB00118_97V0000_001

Rechtssatz für 2Ob67/09f 1Ob193/17i 10...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0125634

Geschäftszahl

2Ob67/09f; 1Ob193/17i; 10ObS80/19s

Entscheidungsdatum

18.12.2009

Norm

ABGB §140 Aa
ABGB §140 Ba
ABGB idF KindNamRÄG 2013 §231 Aa

Rechtssatz

Die Vermögensbildung zu Sparzwecken stellt (jedenfalls bei unbestimmter Verwendung oder mit längerfristigem Ansparziel) kein den Unterhaltsanspruch erhöhendes Bedürfnis des Kindes dar. Im Regelfall sind Maßnahmen der Vermögensbildung auch nicht als Naturalunterhaltsleistung anrechenbar, da der Unterhalt der Befriedigung der gegenwärtigen Bedürfnisse des Unterhaltsberechtigten dient.

Entscheidungstexte

  • 2 Ob 67/09f
    Entscheidungstext OGH 18.12.2009 2 Ob 67/09f
  • 1 Ob 193/17i
    Entscheidungstext OGH 15.11.2017 1 Ob 193/17i
    Beisatz: Nach der Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofs und einhelliger Lehre dienen Zahlungen des Unterhaltspflichtigen auf Bausparverträge der Vermögensbildung und können daher den Unterhaltsbegehren der Kinder nicht entgegen gehalten werden. (T1)
  • 10 ObS 80/19s
    Entscheidungstext OGH 30.07.2019 10 ObS 80/19s

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2009:RS0125634

Im RIS seit

17.01.2010

Zuletzt aktualisiert am

30.10.2019

Dokumentnummer

JJR_20091218_OGH0002_0020OB00067_09F0000_003

Entscheidungstext 1Ob193/17i

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Fundstelle

Zak 2018/44 S 33 - Zak 2018,33 = EvBl 2018/59 S 418 - EvBl 2018,418 = iFamZ 2018/2 S 5 - iFamZ 2018,5 = EF‑Z 2018/38 S 78 (Gitschthaler) - EF‑Z 2018,78 (Gitschthaler)

Geschäftszahl

1Ob193/17i

Entscheidungsdatum

15.11.2017

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat durch den Hofrat Univ.-Prof. Dr. Bydlinski als Vorsitzenden sowie die Hofräte Mag. Wurzer, Mag. Dr. Wurdinger und die Hofrätinnen Dr. Hofer-Zeni-Rennhofer und Dr. Kodek als weitere Richter in der Pflegschaftssache der Minderjährigen 1. J***** E*****, geboren ***** 2008, und 2. A***** E*****, geboren ***** 2013, beide vertreten durch Dr. Robert Kerschbaumer, Rechtsanwalt in Lienz, wegen Unterhalts, über den Revisionsrekurs beider Kinder gegen den Beschluss des Landesgerichts Klagenfurt als Rekursgericht vom 14. September 2017, GZ 3 R 139/17a-15, mit dem der Beschluss des Bezirksgerichts Spittal an der Drau vom 3. August 2017, GZ 2 Pu 8/17w-10, bestätigt wurde, den

Beschluss

gefasst:

Spruch

I. Die Revisionsrekursbeantwortung des Vaters B***** A*****, wird zurückgewiesen.

II. Dem Revisionsrekurs wird Folge gegeben.

Die Beschlüsse der Vorinstanzen, die hinsichtlich der Zahlung der monatlichen Handykosten durch den Vater für J***** E***** und hinsichtlich der Abweisung der Unterhaltsmehrbegehren beider Kinder unberührt bleiben (Punkte I.1., III. und IV. des erstinstanzlichen Beschlusses), werden unter Aufhebung der jeweiligen Verpflichtung des Vaters zur Leistung von Naturalunterhalt (Zahlung der monatlichen „Bausparprämien“; Punkte I.2. und II.1. des erstinstanzlichen Beschlusses) dahin abgeändert, dass die Entscheidung über die Verpflichtung zur Leistung von Geldunterhalt lautet:

„I. B***** A***** ist schuldig, zum Unterhalt seines Sohnes J***** E***** angefangen vom 1. August 2016 bis auf weiteres, längstens jedoch bis zu dessen Selbsterhaltungsfähigkeit einen monatlichen Unterhaltsbetrag von 330 EUR zu Handen dessen gesetzlicher Vertreterin M***** E***** zu zahlen.

II. B***** A***** ist schuldig, zum Unterhalt seines Sohnes A***** E***** angefangen vom 1. August 2016 bis auf weiteres, längstens jedoch bis zu dessen Selbsterhaltungsfähigkeit einen monatlichen Unterhaltsbetrag von 310 EUR zu Handen dessen gesetzlicher Vertreterin M***** E***** zu zahlen.

Die bis zum Eintritt der Rechtskraft fälligen Beträge sind binnen 14 Tagen, die künftig fällig werdenden Unterhaltsbeträge jeweils am 1. eines jeden Monats im Voraus zu entrichten.“

Text

Begründung:

Der Vater schloss (im Oktober 2015) für jeden seiner beiden Söhne einen Bausparvertrag ab. Er leistet dafür je Sohn einen monatlichen Sparbeitrag von 30 EUR.

Im Revisionsrekursverfahren ist allein strittig, ob im Umfang dieser Sparleistungen eine Verpflichtung zur Zahlung von Geldunterhalt (Standpunkt der Kinder) oder die Möglichkeit zur Leistung von Naturalunterhalt (Standpunkt des Vaters) besteht.

Die Kinder begehrten im erstinstanzlichen Verfahren vom Vater jeweils monatliche Geldunterhaltsbeträge.

Der Vater wendete – soweit für das Revisionsrekursverfahren von Relevanz – ein, dass er für beide Kinder Bausparleistungen von jeweils 30 EUR monatlich erbringe. Er werde die beiden Bausparverträge auch weiterhin bedienen.

Das Erstgericht verpflichtete den Vater zur Leistung eines Geldunterhalts von monatlich 300 EUR für seinen Sohn J***** unter anderem unter Anrechnung eines Naturalunterhalts von 30 EUR für die „Bausparprämie“ und eines Geldunterhalts von monatlich 280 EUR für seinen Sohn A***** unter Anrechnung eines Naturalunterhalts von 30 EUR ebenfalls für die „Bausparprämie“. Weiters verpflichtete es den Vater gegenüber seinen Söhnen zur Zahlung der jeweiligen monatlichen „Bausparprämie“ (an die Bausparkasse) als Naturalleistung. Der Vater habe die Bausparleistungen für die beiden Söhne während aufrechter Haushaltsgemeinschaft gezahlt und die Mutter habe als gesetzliche Vertreterin ihr Einverständnis zu diesem Naturalunterhalt nicht zurückgenommen, sodass diese Zahlungen entsprechend anzurechnen seien. Die Geldunterhaltsverpflichtung des Vaters reduziere sich demnach um 30 EUR monatlich je Kind. Sollte der Vater die angerechneten Leistungen einstellen oder vermindern, so rechtfertige dies eine Neubemessung des Unterhalts bis zur vollen gesetzmäßigen Höhe.

Das Rekursgericht gab dem Rekurs der Söhne nicht Folge. Es teilte die Rechtsansicht des Erstgerichts und führte ergänzend aus, dass sich „die Mutter“ im erstinstanzlichen Verfahren zum Vorbringen des Vaters zum Naturalunterhalt nicht geäußert und sich auch nicht dagegen ausgesprochen habe, sodass ihre konkludente Zustimmung anzunehmen sei. Dem Rekurs sei kein Widerruf der Zustimmung oder ein Antrag auf Wegfall des Naturalunterhalts zu entnehmen. Unter diesen besonderen Umständen des Einzelfalls könne daher die als Leistungsverpflichtung formulierte Anrechnung der monatlichen „Bausparprämie“ als Naturalunterhalt gebilligt werden, auch wenn grundsätzlich Leistungen zur Vermögensbildung (wie das Bausparen) keinen Unterhaltscharakter hätten.

Das Rekursgericht sprach aus, dass der ordentliche Revisionsrekurs zulässig sei, weil es die Zahlung von „Bausparprämien“, die von der (nicht zitierten) überwiegenden Rechtsprechung als Vermögensbildungs-maßnahme angesehen werde, als Naturalunterhalt gebilligt habe.

Nur gegen die Kürzung des Geldunterhalts um die vom Vater zu tragende monatliche Bausparleistung von jeweils 30 EUR richtet sich der Revisionsrekurs der Kinder mit einem Abänderungsantrag.

Der Vater begehrt in der – nicht anwaltlich gefertigten – Revisionsrekursbeantwortung erkennbar, dem Rechtsmittel seiner Söhne nicht Folge zu geben.

Rechtliche Beurteilung

I. Gemäß § 6 Abs 1 iVm § 65 Abs 3 Z 5 AußStrG müssen sich die Parteien in Verfahren, in denen einander Anträge zweier oder mehrerer Parteien gegenüberstehen können, durch einen Rechtsanwalt vertreten lassen. Im Unterhaltsfestsetzungsverfahren stehen einander die Anträge der Kinder und des Vaters gegenüber. Für das Revisionsrekursverfahren herrscht daher Anwaltspflicht.

Dem Vater wurden sowohl die Entscheidung des Rekursgerichts als auch der Revisionsrekurs der Kinder jeweils mit angeschlossener Rechtsmittelbelehrung zugestellt. Die Revisionsrekursbeantwortung hat er persönlich verfasst und sie ist nicht anwaltlich gefertigt. Er vertritt darin ausdrücklich den Standpunkt, er sei „nicht gewillt, auch noch einen Rechtsbeistand für vorliegende Angelegenheit in Anspruch zu nehmen“.

Bringt ein Rechtsmittelwerber die Eingabe im Bewusstsein ihrer Fehlerhaftigkeit ein (RIS-Justiz RS0036385 [T5, T11]) und vertritt er überdies dezidiert den Standpunkt, keine anwaltliche Vertretung zu benötigen, ist die Rechtsmittelbeantwortung ohne Durchführung eines Verbesserungsverfahren (vgl dazu § 10 Abs 4 AußStrG) zurückzuweisen (vgl 7 Ob 50/17d = RIS-Justiz RS0036385 [T13]).

II. Der Revisionsrekurs der Söhne ist zulässig und berechtigt.

1. Nach der Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofs und einhelliger Lehre (Gitschthaler, Unterhaltsrecht3 [2015] Rz 107 [3.]; Schwimann/Kolmasch, Unterhaltsrecht8 [2016] 183; Neuhauser in Schwimann/Kodek, ABGB4 § 231 Rz 477; Barth/Neumayr in Fenyves/Kerschner/Vonkilch, Klang3 § 140 ABGB Rz 5 FN 19, Rz 49) dienen Zahlungen des Unterhaltspflichtigen auf Bausparverträge der Vermögensbildung und können daher den Unterhaltsbegehren der Kinder nicht entgegen gehalten werden. Nach herrschender Auffassung stellt die Vermögensbildung zu Sparzwecken (jedenfalls bei unbestimmter Verwendung oder mit längerfristigem Ansparziel) kein den Unterhaltsanspruch erhöhendes Bedürfnis des Kindes dar. Im Regelfall sind Maßnahmen zur Vermögensbildung des Unterhaltsberechtigten auch nicht als Naturalunterhaltsleistungen anrechenbar, weil der Unterhalt der Befriedigung des gegenwärtigen Bedürfnisses des Unterhaltsberechtigten dient (2 Ob 67/09f = RIS-Justiz RS0125634; 3 Ob 100/15z = SZ 2015/124, jeweils mwN).

2. Bei der Bedienung der Bausparverträge handelt es sich um Geldleistungen des Unterhaltsschuldners (Vater) an Dritte (Bausparkasse), mögen diese Zahlungen später auch dem Kind zugute kommen. Selbst wenn vorerst die Gewähr für eine regelmäßige Erbringung dieser Leistungen durch den Vater gegeben wäre, gingen die Vorinstanzen davon aus, dass eine effiziente Durchsetzung der Bausparleistungen im Exekutionsverfahren nicht möglich sei, verwiesen sie doch die Kinder bei Nichterbringung der angerechneten Leistungen auf die Neufestsetzung des Geldunterhalts. Auch dieser Umstand spricht gegen die Anrechenbarkeit (vgl Gitschthaler, Einige aktuelle Probleme des Kinderunterhaltsrechts, ÖJZ 1994, 10 [11]). Insofern hat es beim Grundsatz zu bleiben, dass gemischte Unterhaltsleistungen (Geldleistungen und Naturalleistungen) in der Regel nicht zulässig sind (RIS-Justiz RS0107507).

3. Naturalleistungen wären nur unter bestimmten Voraussetzungen zu berücksichtigen: Der Unterhaltsberechtigte muss sich ausdrücklich oder doch schlüssig damit einverstanden erklären; ferner muss aufgrund eines stabilen Verhaltens des Unterhaltsschuldners die begründete Annahme bestehen, dass dieser die Naturalleistungen auch künftig erbringen werde (RIS-Justiz RS0047258).

Begehren aber beide Kinder im erstinstanzlichen Verfahren ausschließlich Geldunterhalt, ohne sich die vom Vater erbrachten oder zu erbringenden Bausparleistungen anzurechnen, kann entgegen der Ansicht der Vorinstanzen nicht von ihrem schlüssigen Zugeständnis ausgegangen werden, mag auch ihre Mutter als gesetzliche Vertreterin vor Einbringung des Unterhaltsfestsetzungsantrags mit der Erbringung von Naturalleistungen einverstanden gewesen sein.

4. Diese Überlegungen führen dazu, dass der Vater auch im Ausmaß der monatlichen Bausparleistungen zur Zahlung von Geldunterhalt gegenüber seinen Söhnen verpflichtet ist.

Dem Revisionsrekurs der Kinder ist daher Folge zu geben und die Geldunterhaltsverpflichtung um die Höhe der jeweiligen monatlichen Bausparleistung von 30 EUR zu erhöhen. Die entsprechende Verpflichtung des Vaters zur Naturalleistung hat zu entfallen. Die Geldleistung hat jeweils am Monatsersten zu erfolgen (§ 1418 Satz 2 ABGB; 9 Ob 33/15s).

Textnummer

E120145

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2017:0010OB00193.17I.1115.000

Im RIS seit

20.12.2017

Zuletzt aktualisiert am

30.05.2018

Dokumentnummer

JJT_20171115_OGH0002_0010OB00193_17I0000_000