Rechtssatz für 14Os118/03 13Os125/03 1...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0118286

Geschäftszahl

14Os118/03; 13Os125/03; 12Os154/07z; 26Os5/16d; 22Ds2/17i

Entscheidungsdatum

27.06.2017

Norm

StPO §259
StPO §281 Abs1 Z9
  1. StPO § 259 heute
  2. StPO § 259 gültig ab 01.01.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 93/2007
  3. StPO § 259 gültig von 01.03.1988 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 605/1987
  1. StPO § 281 heute
  2. StPO § 281 gültig ab 01.03.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 223/2022
  3. StPO § 281 gültig von 01.01.2008 bis 28.02.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 93/2007
  4. StPO § 281 gültig von 01.01.2006 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 119/2005
  5. StPO § 281 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/1997
  6. StPO § 281 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 55/1999
  7. StPO § 281 gültig von 01.01.2000 bis 31.12.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 55/1999
  8. StPO § 281 gültig von 01.01.1998 bis 31.12.1999 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/1997
  9. StPO § 281 gültig von 01.01.1994 bis 31.12.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 526/1993
  10. StPO § 281 gültig von 01.03.1988 bis 31.12.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 605/1987

Rechtssatz

Als gegen einen Freispruch im schöffengerichtlichen Verfahren gerichteter materieller Nichtigkeitsgrund kommt nur Paragraph 281, Absatz eins, Ziffer 9, Litera a, StPO in Frage, auch dann, wenn der Freispruch auf mangelnde Strafwürdigkeit nach Paragraph 42, StGB gegründet wurde.

Entscheidungstexte

  • 14 Os 118/03
    Entscheidungstext OGH 18.11.2003 14 Os 118/03
  • 13 Os 125/03
    Entscheidungstext OGH 07.04.2004 13 Os 125/03
    Auch; nur: Als gegen einen Freispruch im schöffengerichtlichen Verfahren gerichteter materieller Nichtigkeitsgrund kommt nur § 281 Abs 1 Z 9 lit a StPO in Frage. (T1)
  • 12 Os 154/07z
    Entscheidungstext OGH 21.02.2008 12 Os 154/07z
    Auch; nur T1
  • 26 Os 5/16d
    Entscheidungstext OGH 18.11.2016 26 Os 5/16d
    Vgl auch
  • 22 Ds 2/17i
    Entscheidungstext OGH 27.06.2017 22 Ds 2/17i
    Vgl auch

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2003:RS0118286

Im RIS seit

18.12.2003

Zuletzt aktualisiert am

04.09.2017

Dokumentnummer

JJR_20031118_OGH0002_0140OS00118_0300000_002

Rechtssatz für 6Bkd1/95 6Bkd6/97 16Bkd...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0101393

Geschäftszahl

6Bkd1/95; 6Bkd6/97; 16Bkd2/99; 16Bkd2/08; 16Bkd1/08; 16Bkd7/09; 16Bkd6/11; 22Os2/16h; 26Os5/16d; 22Ds2/17i; 25Ds6/17z; 25Ds2/19i; 20Ds13/20x; 26Ds10/20z; 26Ds15/21m

Entscheidungsdatum

07.09.2022

Norm

DSt 1990 §1 Abs1 B
DSt 1990 §3
RL-BA 1977 §16

Rechtssatz

Wenngleich nicht verkannt wird, dass Verstöße eines Rechtsanwaltes gegen das Doppelvertretungsverbot im Regelfall ein gravierendes Disziplinarvergehen darstellen, so kommt es doch bei der Gewichtung des Verschuldens unter dem Aspekt des Paragraph 3, DSt - dessen Anwendung bei keiner Berufspflichtenverletzung generell ausgeschlossen ist - auch bei derartigen Verstößen stets auf die Umstände des Einzelfalles an. Lassen diese erkennen, dass das Verschulden des gegen das in Rede stehende Verbot verstoßenden Rechtsanwalts in concreto erheblich hinter dem typischer Fälle solcher Verstöße zurückbleibt, so ist das Verschulden als geringfügig einzustufen.

Entscheidungstexte

  • 6 Bkd 1/95
    Entscheidungstext OGH 24.06.1996 6 Bkd 1/95
  • 6 Bkd 6/97
    Entscheidungstext OGH 29.06.1998 6 Bkd 6/97
  • 16 Bkd 2/99
    Entscheidungstext OGH 27.03.2000 16 Bkd 2/99
    Beisatz: Hier: § 16 RL-BA. (T1)
  • 16 Bkd 2/08
    Entscheidungstext OGH 29.09.2008 16 Bkd 2/08
    Auch; Beisatz: Hier: Geringes Verschulden bejaht. (T2)
  • 16 Bkd 1/08
    Entscheidungstext OGH 29.09.2008 16 Bkd 1/08
    Auch; Beisatz: Ein (in der Folge zu spät finalisiertes) Festhalten an - beiderseits aufrechten - Vertretungsverhältnissen stellt kein im Sinn des § 3 DSt geringfügiges Verschulden dar. (T3)
  • 16 Bkd 7/09
    Entscheidungstext OGH 20.12.2010 16 Bkd 7/09
    Vgl auch
  • 16 Bkd 6/11
    Entscheidungstext OGH 06.02.2012 16 Bkd 6/11
    Vgl; nur: Bei der Gewichtung des Verschuldens unter dem Aspekt des § 3 DSt - dessen Anwendung bei keiner Berufspflichtenverletzung generell ausgeschlossen ist – kommt es stets auf die Umstände des Einzelfalles an. Lassen diese erkennen, dass das Verschulden des gegen das in Rede stehende Verbot verstoßenden Rechtsanwalts in concreto erheblich hinter dem typischer Fälle solcher Verstöße zurückbleibt, so ist das Verschulden als geringfügig einzustufen. (T4)
  • 22 Os 2/16h
    Entscheidungstext OGH 07.12.2016 22 Os 2/16h
    Auch; nur T4
  • 26 Os 5/16d
    Entscheidungstext OGH 18.11.2016 26 Os 5/16d
    Auch; nur T4
  • 22 Ds 2/17i
    Entscheidungstext OGH 27.06.2017 22 Ds 2/17i
    Auch; nur T4
  • 25 Ds 6/17z
    Entscheidungstext OGH 23.10.2017 25 Ds 6/17z
    Auch
  • 25 Ds 2/19i
    Entscheidungstext OGH 08.06.2020 25 Ds 2/19i
    Vgl
  • 20 Ds 13/20x
    Entscheidungstext OGH 18.05.2021 20 Ds 13/20x
    Vgl; Beisatz: Hier: § 28 Abs 2 RL-BA 2015. (T5)
  • 26 Ds 10/20z
    Entscheidungstext OGH 17.06.2021 26 Ds 10/20z
    Vgl
  • 26 Ds 15/21m
    Entscheidungstext OGH 07.09.2022 26 Ds 15/21m
    Vgl

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1996:RS0101393

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

07.11.2022

Dokumentnummer

JJR_19960624_OGH0002_006BKD00001_9500000_001

Rechtssatz für 12Bkd1/94; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0056168

Geschäftszahl

12Bkd1/94; 9Bkd1/94; 16Bkd2/94; 11Bkd2/95; 16Bkd4/95; 10Bkd8/95; 10Bkd5/96; 1Bkd11/99; 9Bkd1/98; 11Bkd9/00; Ds8/01; 15Bkd1/02; 2Bkd2/02; 10Bkd1/03; 4Bkd3/03; 7Bkd9/03; 16Bkd5/05; 6Bkd1/06; 16Bkd4/06; 11Bkd2/06; 11Bkd1/07; 10Bkd5/05; 11Bkd1/08; 6Bkd5/09; 10Bkd10/09; 6Bkd7/09; 12Bkd4/10; 13Bkd2/10; 24Os6/15k; 23Os2/15i; 26Os4/16g; 23Ds1/17z; 22Ds2/17i; 23Ds2/17x (23Ds3/17v; 23Ds4/17s); 21Ds1/18m; 20Ds5/18t; 26Ds9/18z; 23Ds3/19x; 20Ds11/20b; 25Ds1/21w; 29Ds1/20y; 28Ds12/21k; 21Ds1/23v

Entscheidungsdatum

28.09.2023

Norm

DSt 1990 §1 Abs1 H
MRK Art10 Abs2 IV4j
RAO §9 Abs1
StGG Art13
  1. RAO § 9 heute
  2. RAO § 9 gültig ab 22.03.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 19/2020
  3. RAO § 9 gültig von 01.08.2019 bis 21.03.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 61/2019
  4. RAO § 9 gültig von 25.05.2018 bis 31.07.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 32/2018
  5. RAO § 9 gültig von 01.09.2013 bis 24.05.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 159/2013
  6. RAO § 9 gültig von 01.07.2010 bis 31.08.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 38/2010
  7. RAO § 9 gültig von 29.12.2007 bis 30.06.2010 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 111/2007
  8. RAO § 9 gültig von 29.10.2003 bis 28.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 93/2003
  9. RAO § 9 gültig von 01.07.1996 bis 28.10.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 304/1996

Rechtssatz

Das verfassungsgesetzlich gewährleistete Recht auf Freiheit der Meinungsäußerung fordert besondere Zurückhaltung bei der Beurteilung einer Äußerung als strafbares Disziplinarvergehen (Erkenntnis des VfGH vom 30.11.1993, B 1355/93).

Entscheidungstexte

  • 12 Bkd 1/94
    Entscheidungstext OGH 30.05.1994 12 Bkd 1/94
  • 9 Bkd 1/94
    Entscheidungstext OGH 09.05.1994 9 Bkd 1/94
    Vgl auch; Beisatz: Die Grenzen des unumwundenen Vorbringens sind schon im Hinblick auf das Recht der freien Meinungsäußerung (Art 13 StGG, Art 10 MRK) weit zu ziehen. (T1)
  • 16 Bkd 2/94
    Entscheidungstext OGH 20.03.1994 16 Bkd 2/94
  • 11 Bkd 2/95
    Entscheidungstext OGH 20.11.1995 11 Bkd 2/95
  • 16 Bkd 4/95
    Entscheidungstext OGH 18.03.1996 16 Bkd 4/95
  • 10 Bkd 8/95
    Entscheidungstext OGH 24.02.1997 10 Bkd 8/95
  • 10 Bkd 5/96
    Entscheidungstext OGH 21.04.1997 10 Bkd 5/96
    Beisatz: Der Rechtsschutzauftrag an einen Verteidiger im Zusammenhalt mit dem verfassungsgesetzlich gewährleisteten Recht auf Freiheit der Meinungsäußerung schließt auch ein Vorbringen ein, das verletzen, schockieren oder beunruhigen kann. (T2); Beisatz: Hier: Kritik des Disziplinarbeschuldigten am VerbotsG (insbesondere dessen § 3g) welche sich noch einigermaßen in einem von bestimmten Rechtsgelehrten vorgegeben Rahmen hält. (T3)
  • 1 Bkd 11/99
    Entscheidungstext OGH 20.12.1999 1 Bkd 11/99
    Auch; Beisatz: Das Recht auf Freiheit der Meinungsäußerung steht dem Rechtsanwalt auch in eigener Sache zu. (T4); Beisatz: Die einfachgesetzlichen Verpflichtungen, die Rechte des Rechtsanwaltes, seine Partei mit "Eifer" zu vertreten, und seine Befugnis zu "unumwundenen" Vorbringen gelten auch in eigener Sache des Rechtsanwaltes. (T5)
  • 9 Bkd 1/98
    Entscheidungstext OGH 25.09.2000 9 Bkd 1/98
    Beisatz: Das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung gilt nicht nur für "Nachrichten" oder "Ideen", die ein positives Echo haben oder die als unschädlich oder gleichgültig angesehen werden. Dieses für ein demokratisches Gemeinwesen unverzichtbare Grundrecht steht jedermann zu; umso mehr muss das Recht sachlicher Kritik den Berufsgenossen selbst eröffnet sein. (T6)
  • 11 Bkd 9/00
    Entscheidungstext OGH 26.02.2001 11 Bkd 9/00
    Auch
  • Ds 8/01
    Entscheidungstext OGH 18.03.2002 Ds 8/01
    Beisatz: Im gleichen Sinn VfGH vom 25.9.2001, B47/00, wonach auch eine im Wortüberschwang erfolgende Kritik in einer demokratischen Gesellschaft zu tolerieren und nicht mit einer disziplinären Verurteilung zu sanktionieren ist. (T7)
  • 15 Bkd 1/02
    Entscheidungstext OGH 18.11.2002 15 Bkd 1/02
    Auch
  • 2 Bkd 2/02
    Entscheidungstext OGH 13.01.2003 2 Bkd 2/02
    Auch
  • 10 Bkd 1/03
    Entscheidungstext OGH 24.03.2003 10 Bkd 1/03
  • 4 Bkd 3/03
    Entscheidungstext OGH 03.11.2003 4 Bkd 3/03
    Vgl auch; Beis wie T2
  • 7 Bkd 9/03
    Entscheidungstext OGH 03.05.2004 7 Bkd 9/03
  • 16 Bkd 5/05
    Entscheidungstext OGH 24.10.2005 16 Bkd 5/05
  • 6 Bkd 1/06
    Entscheidungstext OGH 25.09.2006 6 Bkd 1/06
    Vgl auch; Beisatz: Unsachliche und bei einer Gesamtbetrachtung in erkennbar beleidigender Absicht vorgenommene Äußerungen über das berufliche Wirken von Standeskollegen genießen nicht den Schutz der freien Meinungsäußerung, da in einer demokratischen Gesellschaft ein dringendes soziales Bedürfnis besteht, das Ansehen der Rechtsprechung zu wahren. (T8)
  • 16 Bkd 4/06
    Entscheidungstext OGH 16.10.2006 16 Bkd 4/06
    Beis wie T4; Beisatz: Bei prozessualen Vorbringen genügt ein äußerst schmales Tatsachensubstrat, um eine an sich beleidigende Äußerung zu rechtfertigen. (T9)
  • 11 Bkd 2/06
    Entscheidungstext OGH 09.10.2006 11 Bkd 2/06
    Vgl auch; Beisatz: Die Behauptung in einer schriftlichen Erklärung gegenüber einem amerikanischen Gericht, bestimmte Vorgänge in einem österreichischen Verfahren - wenn diese auch keine Mangelhaftigkeit nach den österreichischen Verfahrensgesetzen begründen - würden wesentliche Grundsätze des Rechts der USA verletzen, sodass es sich beim Verfahren gegen die Mandantin vor dem österreichischen Gericht um keinen fairen Prozess (fair trial) gehandelt habe, bewegt sich im Rahmen erlaubter Kritik. (T10)
  • 11 Bkd 1/07
    Entscheidungstext OGH 29.10.2007 11 Bkd 1/07
    Auch; Beis wie T1; Beis wie T8 nur: Unsachliche und bei einer Gesamtbetrachtung in erkennbar beleidigender Absicht vorgenommene Äußerungen genießen nicht den Schutz der freien Meinungsäußerung, da in einer demokratischen Gesellschaft ein dringendes soziales Bedürfnis besteht, das Ansehen der Rechtsprechung zu wahren. (T11)
    Beisatz: Die Grenze der freien Meinungsäußerung ist darin zu sehen, ob eine Äußerung oder ein Verhalten in einer demokratischen Gesellschaft noch hinzunehmen ist, ohne dass die öffentliche Ordnung oder das Ansehen oder die Unparteilichkeit der Rechtsprechung dadurch Schaden erleiden. Die Beurteilung hängt sohin davon ab, wie weit Äußerung und/oder Verhalten - trotz eines gewissen Wort- oder Verhaltensüberschwanges - noch als energische und zielbewusste Vertretung des Mandanten angesehen werden können. (T12)
  • 10 Bkd 5/05
    Entscheidungstext OGH 02.06.2008 10 Bkd 5/05
    Auch; Beis wie T7; Beisatz: Hier: Äußerung des Beklagtenvertreters, es bestehe der dringende Verdacht, dass sich der Kläger widerrechtlich in den Besitz eines Einzelgesprächsnachweises gesetzt habe, da er als Richter entsprechende Möglichkeiten habe. (T13)
    Bem: Die von der OBDK zunächst bestätigte Verurteilung wurde nach einer erfolgreichen VfGH-Beschwerde (B 579/07) in einen Freispruch abgeändert. (T14)
  • 11 Bkd 1/08
    Entscheidungstext OGH 09.06.2008 11 Bkd 1/08
    Beis wie T11; Beis wie T12
  • 6 Bkd 5/09
    Entscheidungstext OGH 15.02.2010 6 Bkd 5/09
  • 10 Bkd 10/09
    Entscheidungstext OGH 08.03.2010 10 Bkd 10/09
    Auch; Beisatz: Soll unter dem Gesichtspunkt der Standes- und Berufungspflichtenverletzung eine Meinungsäußerung disziplinär geahndet werden, so handelt es sich dabei zwar um einen vom Gesetz vorgesehenen Eingriff im Sinne des Art 10 Abs 2 EMRK, er muss allerdings einen oder mehrere der in Art 10 Abs 2 EMRK genannten rechtfertigenden Zwecke verfolgen und zur Erreichung dieser Zwecke in einer demokratischen Gesellschaft notwendig sein. Die Gewährleistung des Ansehens und der Unparteilichkeit der Rechtsprechung ist eine taugliche Einschränkung des Rechtes der freien Meinungsäußerung des Rechtsanwalts. (T15)
  • 6 Bkd 7/09
    Entscheidungstext OGH 26.07.2010 6 Bkd 7/09
    Auch; Beis wie T4
  • 12 Bkd 4/10
    Entscheidungstext OGH 29.11.2010 12 Bkd 4/10
    Vgl auch; Beis wie T11
  • 13 Bkd 2/10
    Entscheidungstext OGH 18.10.2010 13 Bkd 2/10
    Auch
  • 24 Os 6/15k
    Entscheidungstext OGH 09.09.2015 24 Os 6/15k
    Beisatz: Es verletzt Ehre und Ansehen des Standes, Justizangehörigen ohne sachliche Grundlage und ohne Not im Rahmen von Rechtsschutzeingaben – über die (zulässige) Behauptung von Gesetzesverletzungen hinaus – doloses Vorgehen aus unlauteren Motiven zu unterstellen. (T16)
  • 23 Os 2/15i
    Entscheidungstext OGH 09.11.2015 23 Os 2/15i
    Vgl; Beis wie T11
  • 26 Os 4/16g
    Entscheidungstext OGH 21.12.2016 26 Os 4/16g
    Vgl auch; Beisatz: Nach ständiger Rechtsprechung werden aber die Grenzen des § 9 Abs 1 RAO und des Art 10 MRK überschritten, wenn sich der Rechtsanwalt unsachlicher und/oder erkennbar beleidigender Äußerungen bedient. (T17)
    Beisatz: Hier: Keine Äußerung im Wortüberschwang, sondern nach Überlegung verfasstes und abgeschicktes Schreiben. (T18)
  • 23 Ds 1/17z
    Entscheidungstext OGH 12.06.2017 23 Ds 1/17z
    Vgl auch
  • 22 Ds 2/17i
    Entscheidungstext OGH 27.06.2017 22 Ds 2/17i
    Vgl auch; Beis ähnlich wie T11
  • 23 Ds 2/17x
    Entscheidungstext OGH 28.08.2017 23 Ds 2/17x
    Vgl auch; Beis ähnlich wie T11
  • 21 Ds 1/18m
    Entscheidungstext OGH 25.04.2018 21 Ds 1/18m
  • 20 Ds 5/18t
    Entscheidungstext OGH 16.10.2018 20 Ds 5/18t
    Auch; Beis ähnlich wie T11
  • 26 Ds 9/18z
    Entscheidungstext OGH 10.12.2018 26 Ds 9/18z
    Beis wie T16; Beis wie T17, Beis wie T18
  • 23 Ds 3/19x
    Entscheidungstext OGH 16.01.2020 23 Ds 3/19x
    Vgl; Beis wie T11
  • 20 Ds 11/20b
    Entscheidungstext OGH 09.03.2021 20 Ds 11/20b
    Vgl; Beis wie T8; Beis wie T11; Beis wie T17
  • 25 Ds 1/21w
    Entscheidungstext OGH 18.10.2021 25 Ds 1/21w
    Vgl
  • 29 Ds 1/20y
    Entscheidungstext OGH 28.03.2022 29 Ds 1/20y
    Vgl
  • 28 Ds 12/21k
    Entscheidungstext OGH 23.08.2022 28 Ds 12/21k
    Vgl; Beis wie T11
  • 21 Ds 1/23v
    Entscheidungstext OGH 28.09.2023 21 Ds 1/23v
    vgl; Beisatz wie T11

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1994:RS0056168

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

09.01.2024

Dokumentnummer

JJR_19940530_OGH0002_012BKD00001_9400000_002

Rechtssatz für 2Bkd12/93; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0055897

Geschäftszahl

2Bkd12/93; 16Bkd4/06; 11Bkd2/06; 10Bkd5/05; 14Bkd6/07; 14Bkd6/08; 9Bkd5/08; 14Bkd3/09; 10Bkd10/09; 16Bkd11/09; 9Bkd4/13; 23Os1/14s; 23Os2/15i; 22Ds2/17i; 23Ds2/17x (23Ds3/17v; 23Ds4/17s); 20Ds5/18t; 23Ds3/19x; 27Ds2/19d; 21Ds1/20i; 28Ds2/21i; 28Ds12/21k; 23Ds7/22i; 24Ds16/22w; 21Ds1/23v

Entscheidungsdatum

28.09.2023

Norm

DSt 1990 §1 Abs1 D
RAO §9 Abs1
  1. RAO § 9 heute
  2. RAO § 9 gültig ab 22.03.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 19/2020
  3. RAO § 9 gültig von 01.08.2019 bis 21.03.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 61/2019
  4. RAO § 9 gültig von 25.05.2018 bis 31.07.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 32/2018
  5. RAO § 9 gültig von 01.09.2013 bis 24.05.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 159/2013
  6. RAO § 9 gültig von 01.07.2010 bis 31.08.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 38/2010
  7. RAO § 9 gültig von 29.12.2007 bis 30.06.2010 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 111/2007
  8. RAO § 9 gültig von 29.10.2003 bis 28.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 93/2003
  9. RAO § 9 gültig von 01.07.1996 bis 28.10.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 304/1996

Rechtssatz

Ein Rechtsanwalt ist gemäß Paragraph 9, Absatz eins, RAO selbstverständlich befugt, alles was er nach dem Gesetz zur Vertretung seiner Partei für tunlich erachtet, unumwunden vorzubringen. Persönliche Angriffe gegen den Prozessgegner sind jedoch nur soweit zulässig, als sie erforderlich sind, um dem Rechtsstandpunkt seines eigenen Mandanten zum Durchbruch zu verhelfen. In diesem Rahmen ist er auch befugt, die Glaubwürdigkeit seines Prozessgegners zu bestreiten, allerdings nicht mit Formulierungen, die sachlich nicht nötig sind und nur darauf abzielen, den Prozessgegner zu beleidigen oder abzuqualifizieren.

Entscheidungstexte

  • 2 Bkd 12/93
    Entscheidungstext OGH 12.12.1994 2 Bkd 12/93
  • 16 Bkd 4/06
    Entscheidungstext OGH 16.10.2006 16 Bkd 4/06
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Vorwürfe der Geisteskrankheit und der Verleitung zur falschen Zeugenaussage ohne Tatsachensubstrat in einem Rechtsstreit in eigener Sache. (T1)
  • 11 Bkd 2/06
    Entscheidungstext OGH 09.10.2006 11 Bkd 2/06
    Auch; nur: Ein Rechtsanwalt ist gemäß § 9 Abs 1 RAO selbstverständlich befugt, alles was er nach dem Gesetz zur Vertretung seiner Partei für tunlich erachtet, unumwunden vorzubringen. (T2)
    Beisatz: Die Behauptung in einer schriftlichen Erklärung gegenüber einem amerikanischen Gericht, bestimmte Vorgänge in einem österreichischen Verfahren - wenn diese auch keine Mangelhaftigkeit nach den österreichischen Verfahrensgesetzen begründen - würden wesentliche Grundsätze des Rechts der USA verletzen, sodass es sich beim Verfahren gegen die Mandantin vor dem österreichischen Gericht um keinen fairen Prozess (fair trial) gehandelt habe, bewegt sich im Rahmen erlaubter Kritik. (T3)
  • 10 Bkd 5/05
    Entscheidungstext OGH 06.11.2006 10 Bkd 5/05
    Auch; nur T2; Beisatz: Die Bestimmung des § 9 Abs 1 RAO ermöglicht dem Rechtsanwalt nicht, unterschiedslos alle Wünsche von Klienten unumwunden zu erfüllen. (T4)
  • 14 Bkd 6/07
    Entscheidungstext OGH 19.11.2007 14 Bkd 6/07
    Vgl auch; Beisatz: Die Grenzen zwischen zulässiger Meinungsäußerung, zulässigen Angriffs- und Verteidigungsmitteln im Sinne des § 9 RAO und disziplinarrechtlich relevanten Formulierungen sind dort zu ziehen, wo sachliche - wenn auch heftige - Kritik verlassen wird und in pauschalierende Polemik übergeht. Jedenfalls endet das Recht auf freie Meinungsäußerung dort, wo sie zur ungerechtfertigten Beleidigung wird. (T5)
  • 14 Bkd 6/08
    Entscheidungstext OGH 26.01.2009 14 Bkd 6/08
    Auch; Beisatz: Gemäß § 9 RAO ist der Rechtsanwalt befugt, alles, was er nach dem Gesetz zur Vertretung seiner Partei für dienlich erachtet, unumwunden vorzubringen, ihre Angriffs- und Verteidigungsmittel in jeder Weise zu gebrauchen, welche seinem Antrag, seinem Gewissen und den Gesetzen nicht widerstreiten. Es ist ihm unter gewissen Voraussetzungen auch gestattet, schonungslos zu behaupten, dass der andere die Unwahrheit sagt, etwas erlügt oder erdichtet, sofern derartige Behauptungen gutgläubig erhoben werden. Nur wenn der Boden der Sachlichkeit verlassen und die Schwelle zur Beleidigung überschritten wird, liegt ein disziplinär zu ahndendes Handeln des Rechtsanwalts vor. (T6)
    Beisatz: Vorliegen eines disziplinär zu ahndenden Verhaltens des Disziplinarbeschuldigten verneint, zumal seinem Schriftsatz ein ebenfalls nicht „zimperlicher" Schriftsatz der Gegenseite vorausgegangen war. (T7)
  • 9 Bkd 5/08
    Entscheidungstext OGH 11.05.2009 9 Bkd 5/08
    Vgl auch; Beisatz: Die Bezeichnung eines wegen schweren Betruges Verurteilten als „Gauner" in einem insbesondere über die Verjährung des Betrugsschadens geführten gerichtlichen Gespräch erfüllt bei Würdigung der konkreten Umstände noch keinen disziplinarrechtlich relevanten Tatbestand. (T8)
  • 14 Bkd 3/09
    Entscheidungstext OGH 25.05.2009 14 Bkd 3/09
    Auch; nur T2; Beis ähnlich wie T6; Beisatz: Unsachliche und beleidigende Äußerungen gehen über die Befugnis gemäß § 9 RAO zu unumwundenem Vorbringen jedenfalls hinaus, weil sie mit einer energischen und zielbewussten Vertretung des Mandanten kaum in Zusammenhang zu bringen sind. (T9)
  • 10 Bkd 10/09
    Entscheidungstext OGH 08.03.2010 10 Bkd 10/09
    Vgl auch; Beisatz: Schwerwiegende Vorwürfe des Rechtsmissbrauches oder des Verdachtes in diese Richtung dürfen von einem Rechtsanwalt nicht ohne eingehende Prüfung und nicht ohne entsprechende tatsächliche und rechtliche Anhaltspunkte erhoben werden. (T10)
  • 16 Bkd 11/09
    Entscheidungstext OGH 20.12.2010 16 Bkd 11/09
    Auch; nur T2
  • 9 Bkd 4/13
    Entscheidungstext OGH 16.12.2013 9 Bkd 4/13
    Auch
  • 23 Os 1/14s
    Entscheidungstext OGH 11.11.2014 23 Os 1/14s
    Auch
  • 23 Os 2/15i
    Entscheidungstext OGH 09.11.2015 23 Os 2/15i
    Auch; Beis wie T9
  • 22 Ds 2/17i
    Entscheidungstext OGH 27.06.2017 22 Ds 2/17i
    Auch; Beis ähnlich wie T9
  • 23 Ds 2/17x
    Entscheidungstext OGH 28.08.2017 23 Ds 2/17x
    Auch; Beis wie T9
  • 20 Ds 5/18t
    Entscheidungstext OGH 16.10.2018 20 Ds 5/18t
    Auch; Beis wie T9
  • 23 Ds 3/19x
    Entscheidungstext OGH 16.01.2020 23 Ds 3/19x
    Vgl; Beis wie T9
  • 27 Ds 2/19d
    Entscheidungstext OGH 30.01.2020 27 Ds 2/19d
    Vgl; Beis wie T9
  • 21 Ds 1/20i
    Entscheidungstext OGH 16.11.2020 21 Ds 1/20i
    Vgl
  • 28 Ds 2/21i
    Entscheidungstext OGH 23.08.2022 28 Ds 2/21i
    Vgl
  • 28 Ds 12/21k
    Entscheidungstext OGH 23.08.2022 28 Ds 12/21k
    Vgl; Beis wie T9
  • 23 Ds 7/22i
    Entscheidungstext OGH 06.07.2022 23 Ds 7/22i
    Vgl
  • 24 Ds 16/22w
    Entscheidungstext OGH 27.03.2023 24 Ds 16/22w
    vgl
  • 21 Ds 1/23v
    Entscheidungstext OGH 28.09.2023 21 Ds 1/23v
    vgl; Beisatz wie T9

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1994:RS0055897

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

09.01.2024

Dokumentnummer

JJR_19941212_OGH0002_002BKD00012_9300000_001

Rechtssatz für 16Bkd4/00; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0113534

Geschäftszahl

16Bkd4/00; 16Bkd6/00; 4Bkd8/04; 5Bkd4/07; 12Bkd4/08; 9Bkd4/09; 22Os2/16h; 26Os5/16d; 22Ds2/17i; 25Ds6/17z; 29Ds1/21z; 21Ds1/23v

Entscheidungsdatum

28.09.2023

Norm

DSt 1990 §3

Rechtssatz

Liegen sämtliche Voraussetzungen für die Anwendung des Paragraph 3, DSt vor, besteht ein Rechtsanspruch auf die Anwendung dieser Gesetzesstelle, da die Willensbildung über das Absehen von der Strafe eine dem Ermessen entzogene Entscheidung darstellt.

Entscheidungstexte

  • 16 Bkd 4/00
    Entscheidungstext OGH 08.05.2000 16 Bkd 4/00
  • 16 Bkd 6/00
    Entscheidungstext OGH 09.10.2000 16 Bkd 6/00
  • 4 Bkd 8/04
    Entscheidungstext OGH 04.07.2005 4 Bkd 8/04
    Vgl; Beisatz: Beide zur Anwendung des § 3 DSt notwendigen Elemente müssen kumulativ vorliegen. (T1)
  • 5 Bkd 4/07
    Entscheidungstext OGH 27.08.2007 5 Bkd 4/07
    Vgl; Beisatz: Die Geringfügigkeit des Verschuldens und die unbedeutenden Folgen müssen kumulativ gegeben sein. (T2)
  • 12 Bkd 4/08
    Entscheidungstext OGH 13.10.2008 12 Bkd 4/08
    Vgl; Beis wie T1; Beisatz: Hier: Disziplinarbeschuldigte berief sich bei einer FinanzOnline-Abfrage (Einheitswertabfrage zu einer Liegenschaft) auf eine tatsächlich nicht erteilte Vollmacht des Liegenschaftseigentümers. Die Oberste Berufungs- und Disziplinarkommission hob den Einstellungsbeschluss nach § 3 DSt auf und ordnete die weitere Untersuchung der Disziplinarsache mit der Begründung an, dass in diesem Fall kein bloß geringfügiges Verschulden im Sinne des § 3 DSt anzunehmen sei. (T3)
  • 9 Bkd 4/09
    Entscheidungstext OGH 10.05.2010 9 Bkd 4/09
  • 22 Os 2/16h
    Entscheidungstext OGH 07.12.2016 22 Os 2/16h
    Auch; Beis wie T1; Beis wie T2
  • 26 Os 5/16d
    Entscheidungstext OGH 18.11.2016 26 Os 5/16d
    Vgl auch; Beis wie T1; Beis wie T2
  • 22 Ds 2/17i
    Entscheidungstext OGH 27.06.2017 22 Ds 2/17i
    Vgl auch
  • 25 Ds 6/17z
    Entscheidungstext OGH 23.10.2017 25 Ds 6/17z
    Vgl auch; Beis wie T1; Beis wie T2
  • 29 Ds 1/21z
    Entscheidungstext OGH 28.03.2022 29 Ds 1/21z
    Vgl; Beis wie T1; Beis wie T2
  • 21 Ds 1/23v
    Entscheidungstext OGH 28.09.2023 21 Ds 1/23v
    vgl; Beisatz wie T1; Beisatz wie T2

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2000:RS0113534

Im RIS seit

07.06.2000

Zuletzt aktualisiert am

09.01.2024

Dokumentnummer

JJR_20000508_OGH0002_016BKD00004_0000000_002

Rechtssatz für Bkd15/80; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0073088

Geschäftszahl

Bkd15/80; Bkd29/88; Bkd93/90; Bkd79/90; 11Bkd2/92; 10Bkd3/99; 15Bkd1/02; 12Bkd2/02; 10Bkd2/04; Bkd6/06; 16Bkd11/09; 14Bkd2/11; 23Os2/15i; 22Ds2/17i; 23Ds2/17x (23Ds3/17v; 23Ds4/17s); 23Ds3/19x; 23Ds6/23v

Entscheidungsdatum

28.02.2024

Rechtssatz

Das Recht der freien Meinungsäußerung steht dem Rechtsanwalt, wie jedem anderen Staatsbürger, zu. Er muss sich allerdings mit seiner Kritik im Rahmen des Gesetzes halten und sie auf die im Gesetz vorgesehene Weise, sachlich, ohne beleidigendes Beiwerk, bei der zur Abstellung der von ihm behaupteten Mängel zuständigen Stelle vortragen.

Entscheidungstexte

  • Bkd 15/80
    Entscheidungstext OGH 30.06.1980 Bkd 15/80
    Veröff: AnwBl 1981,228
  • Bkd 29/88
    Entscheidungstext OGH 21.11.1988 Bkd 29/88
    nur: Das Recht der freien Meinungsäußerung steht dem Rechtsanwalt, wie jedem anderen Staatsbürger, zu. (T1)
    Veröff: AnwBl 1990,435
  • Bkd 93/90
    Entscheidungstext OGH 10.12.1990 Bkd 93/90
    Beisatz: Ein Rechtsanwalt ist zur Unterlassung eines verletzenden Benehmens gegenüber Gerichten und Behörden ebenso wie zur Unterlassung leichtfertiger Anschuldigungen gegen Richter verpflichtet; er darf aber Kritik an Entscheidungen bzw Verfügungen und damit auch Kritik an von ihm festgestellten Mängeln im beziehungsweise am Gerichtsbetrieb üben und hiebei seine Meinung frei und unumwunden zum Ausdruck bringen. (T2)
    Veröff: AnwBl 1991,639
  • Bkd 79/90
    Entscheidungstext OGH 12.11.1990 Bkd 79/90
  • 11 Bkd 2/92
    Entscheidungstext OGH 19.10.1992 11 Bkd 2/92
    nur T1; Beis wie T2
  • 10 Bkd 3/99
    Entscheidungstext OGH 11.09.2000 10 Bkd 3/99
  • 15 Bkd 1/02
    Entscheidungstext OGH 18.11.2002 15 Bkd 1/02
    Auch; Beisatz: Der Grundsatz der Meinungsfreiheit ist jedenfalls kein Freibrief für solche Äußerungen, durch die andere verspottet und bloßgestellt werden. (T3)
  • 12 Bkd 2/02
    Entscheidungstext OGH 07.10.2002 12 Bkd 2/02
    Vgl auch
  • 10 Bkd 2/04
    Entscheidungstext OGH 30.05.2005 10 Bkd 2/04
    Vgl auch; Beisatz: Unsachliche, beleidigende Äußerungen sind auch unter dem Gesichtspunkt der Meinungsfreiheit nicht zulässig. (T4)
  • Bkd 6/06
    Entscheidungstext OGH 12.03.2007 Bkd 6/06
    Vgl auch; Beis ähnlich wie T2
  • 16 Bkd 11/09
    Entscheidungstext OGH 20.12.2010 16 Bkd 11/09
  • 14 Bkd 2/11
    Entscheidungstext OGH 27.06.2011 14 Bkd 2/11
    Vgl; Beis wie T4
  • 23 Os 2/15i
    Entscheidungstext OGH 09.11.2015 23 Os 2/15i
  • 22 Ds 2/17i
    Entscheidungstext OGH 27.06.2017 22 Ds 2/17i
    Auch
  • 23 Ds 2/17x
    Entscheidungstext OGH 28.08.2017 23 Ds 2/17x
    Auch
  • 23 Ds 3/19x
    Entscheidungstext OGH 16.01.2020 23 Ds 3/19x
  • 23 Ds 6/23v
    Entscheidungstext OGH 28.02.2024 23 Ds 6/23v
    vgl

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1980:RS0073088

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

02.05.2024

Dokumentnummer

JJR_19800630_OGH0002_000BKD00015_8000000_004

Rechtssatz für Bkd29/88; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0055003

Geschäftszahl

Bkd29/88; 14Bkd2/11; 23Os2/15i; 22Ds2/17i; 23Ds2/17x (23Ds3/17v; 23Ds4/17s); 23Ds3/19x; 23Ds6/23v; 23Ds7/23s

Entscheidungsdatum

28.02.2024

Norm

DSt 1872 §2 G

Rechtssatz

Ein Rechtsanwalt hat sich einerseits wegen seiner hohen Bildung und andererseits wegen der Mittätigkeit in der Rechtspflege gegenüber einer ebenfalls in der Rechtspflege tätigen Behörde eines Sachlichen und korrekten Tones zu bedienen, es würde aber zu weit führen, jede kritische Bemerkung eines Rechtsanwaltes zum Anlass für eine disziplinäre Verfolgung zu nehmen (Bkd 74/84, 107/84). Dies gilt auch für Gespräche zwischen einem Rechtsanwalt und einem Journalisten, zumal Interviews durch Rechtsanwälte nicht grundsätzlich abgelehnt werden können oder sollen. Das Recht der freien Meinungsäußerung steht dem Rechtsanwalt wie jedem anderen Staatsbürger zu (Bkd 15/80).

Entscheidungstexte

  • Bkd 29/88
    Entscheidungstext OGH 21.11.1988 Bkd 29/88
    Veröff: AnwBl 1990,435
  • 14 Bkd 2/11
    Entscheidungstext OGH 27.06.2011 14 Bkd 2/11
    Auch; Beisatz: Die Begriffe „frech“, „Abstempelung“, „unverschämt“ sind an sich bereits geeignet, im Kontext als beleidigend, zumindest Anstand und Sitte widerstreitend gewertet zu werden. (T1)
  • 23 Os 2/15i
    Entscheidungstext OGH 09.11.2015 23 Os 2/15i
    Vgl
  • 22 Ds 2/17i
    Entscheidungstext OGH 27.06.2017 22 Ds 2/17i
    Auch
  • 23 Ds 2/17x
    Entscheidungstext OGH 28.08.2017 23 Ds 2/17x
    Auch
  • 23 Ds 3/19x
    Entscheidungstext OGH 16.01.2020 23 Ds 3/19x
    Vgl
  • 23 Ds 6/23v
    Entscheidungstext OGH 28.02.2024 23 Ds 6/23v
    vgl
  • 23 Ds 7/23s
    Entscheidungstext OGH 28.02.2024 23 Ds 7/23s
    vgl

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1988:RS0055003

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

02.05.2024

Dokumentnummer

JJR_19881121_OGH0002_000BKD00029_8800000_001

Entscheidungstext 22Ds2/17i

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Rechtsgebiet

Strafrecht

Geschäftszahl

22Ds2/17i

Entscheidungsdatum

27.06.2017

Kopf

Der Oberste Gerichtshof als Disziplinargericht für Rechtsanwälte und Rechtsanwaltsanwärter hat am 27. Juni 2017 durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofs Dr. Philipp als Vorsitzenden, die Anwaltsrichter Dr. Mascher und Dr. Waizer sowie den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofs Hon.-Prof. Dr. Sailer in Gegenwart der Richteramtsanwärterin MMag. Spunda als Schriftführerin in der Disziplinarsache gegen *****, Rechtsanwalt in *****, wegen der Disziplinarvergehen der Berufspflichtenverletzung und der Beeinträchtigung von Ehre oder Ansehen des Standes über die Berufung des Kammeranwalts gegen das Erkenntnis des Disziplinarrats der Rechtsanwaltskammer Tirol vom 11. April 2016, AZ D 15-50 (3 DV 16-09), nach mündlicher Verhandlung in Anwesenheit des Vertreters der Generalprokuratur, Generalanwalt Mag. Stani, des Kammeranwalts Dr. Schmidinger und des Beschuldigten zu Recht erkannt:

Spruch

Der Berufung wird nicht Folge gegeben.

Text

Gründe:

Mit dem angefochtenen Erkenntnis wurde ***** vom Vorwurf, er habe die Disziplinarvergehen der Berufspflichtenverletzung und der Beeinträchtigung von Ehre oder Ansehen des Standes dadurch begangen, dass er in der Nichtigkeitsbeschwerde für seinen Mandanten Dr. Heinrich S***** im Verfahren AZ 29 Hv 26/15x des Landesgerichts Innsbruck ausführte: „Ob Divergenzen zwischen dem Inhalt der Beweisaufnahme und seiner Darstellung im Urteil Ergebnis von Wahrnehmungsstörungen und Fehlern bei der richterlichen Informationsverarbeitung oder gelegentlich Produkt unbewusster Einseitigkeit sind, kann dahinstehen.“, unter Anwendung des Paragraph 3, DSt gemäß Paragraph 38, (Absatz eins, erster Fall) DSt freigesprochen.

Nach den wesentlichen Feststellungen des Disziplinarrats hat der seit über 30 Jahren in die Liste der Tiroler Rechtsanwälte eingetragene, disziplinarrechtlich unbescholtene Beschuldigte im „Innpiratenfall“ als von Amts wegen bestellter Verfahrenshelfer den Zweitangeklagten Dr. Heinrich S***** verteidigt (AZ 29 Hv 26/15x des Landesgerichts Innsbruck). In der Hauptverhandlung vom 1. Juni 2015 kam es zwischen ihm und der Vorsitzenden zu Unstimmigkeiten, weil er sich während der Vernehmung des Erstgeklagten von seinem Platz erhob, zu seinem Mandanten ging und sich neben ihn in die erste Reihe setzte, um mit ihm zu sprechen. Die Vorsitzende forderte ihn hierauf auf, dies zu unterlassen, woraufhin er erwiderte, dass derartiges laut Gesetz nicht verboten sei. Weiters verlangte er die Protokollierung, dass die Vorsitzende daraufhin gesagt habe, dass eine Unterhaltung mit seinem Mandanten während der Vernehmung störend sei und ihm dies somit verboten würde. Er rügte diese Erklärung als Beeinträchtigung der Verteidigungsrechte.

Nachdem Dr. S***** in erster Instanz verurteilt worden war, brachte der Beschuldigte namens seines Mandanten eine Nichtigkeitsbeschwerde ein, in der er die im Spruch genannten Ausführungen tätigte.

Diese erfolgten deshalb, weil die Vorsitzende bereits während der Verhandlung aus seiner Sicht Zeugenaussagen einseitig zum Nachteil seines Mandanten würdigte und andererseits einem Entlastungszeugen bereits während dessen Aussage eine Unglaubwürdigkeit unter Hinweis auf strafrechtliche Konsequenzen unterstellte.

Da im Schöffenverfahren praktisch keine Möglichkeit besteht, die Beweiswürdigung zu bekämpfen, wollte der Beschuldigte mit dem inkriminierten Satz plakativ darstellen, wie die Sachlage tatsächlich war, bzw wie das Verfahren tatsächlich gelaufen ist. Dies insbesondere im Zusammenhang mit der Verweigerung der anwaltlichen Verteidigerrechte, um dem Obersten Gerichtshof die Möglichkeit zu geben, das Verfahren zu beheben.

Nicht feststellbar war, dass das Verhalten des Beschuldigten irgendwelche Folgen nach sich gezogen hat.

Rechtliche Beurteilung

Der gegen die Anwendung des Paragraph 3, DSt gerichteten, auf Paragraph 281, Absatz eins, Ziffer 10, (inhaltlich Ziffer 9, Litera a, ;, vergleiche Ratz, WK-StPO Paragraph 281, Rz 634; RIS-Justiz RS0118286) StPO gestützten, auch wegen Schuld ausgeführten Berufung des Kammeranwalts kommt keine Berechtigung zu.

Nach Paragraph 9, Absatz eins, RAO ist jeder Rechtsanwalt befugt, alles, was er nach dem Gesetz zur Vertretung seiner Partei für dienlich erachtet, unumwunden vorzubringen und ihre Angriffs- und Verteidigungsmittel in jeder Weise zu gebrauchen, welche seinem Auftrag, seinem Gewissen und den Gesetzen nicht widerstreiten. Unsachliche oder beleidigende Äußerungen sind aber weder unter dem Gesichtspunkt gewissenhafter Vertretung (RIS-Justiz RS0055897 [T9]) noch unter jenem der Meinungsfreiheit (RIS-Justiz RS0056168 [T11]) zulässig.

Der spezielle Status von Rechtsanwälten verleiht ihnen eine zentrale Position in der Rechtspflege als Vermittler zwischen Öffentlichkeit und Gerichten. Im Hinblick auf die Schlüsselrolle der Rechtsanwälte in der Gerichtsbarkeit eines Rechtsstaats kann von ihnen legitimerweise erwartet werden, zur ordnungsgemäßen Rechtspflege beizutragen und damit das öffentliche Vertrauen in diese aufrecht zu erhalten. In der Beurteilung der Reichweite zulässiger Kritik durch Rechtsanwälte sind nach der Rechtsprechung des EGMR das Recht der Öffentlichkeit auf Erhalt von Informationen über Fragen juristischer Entscheidungen, die Erfordernisse ordnungsgemäßer Rechtspflege sowie die Würde von Rechtsberufen zu berücksichtigen (Grabenwarter/Pabel EMRK6 Paragraph 23, Rz 30).

Wohl steht das Recht auf freie Meinungsäußerung (Artikel 10, Absatz eins, MRK) dem Rechtsanwalt wie jedem anderen Staatsbürger zu, er muss sich allerdings mit seiner Kritik im Rahmen des Gesetzes halten und sie sachlich, ohne beleidigendes Beiwerk vortragen vergleiche RIS-Justiz RS0073088, RS0055003).

Zutreffend weist der Berufungswerber darauf hin, dass – wie hier – unsachliche, beleidigende Äußerungen über die Befugnis des Paragraph 9, RAO jedenfalls hinausgehen, wenn sie mit einer zielbewussten Vertretung des Mandanten kaum in Zusammenhang zu bringen und lediglich Ausdruck einer mit persönlicher Animosität geführten Auseinandersetzung sind. Unsachliche Unterstellungen genießen ebenso wie beleidigende Äußerungen nicht den Schutz der freien Meinungsäußerung.

Bei der Gewichtung des Verschuldens unter dem Aspekt des Paragraph 3, DSt – dessen Anwendung bei keinem Disziplinarvergehen generell ausgeschlossen ist – kommt es stets auf die Umstände des Einzelfalls an. Lassen diese erkennen, dass das Verschulden des gegen das in Rede stehende Verbot verstoßenen Rechtsanwalts in concreto erheblich hinter dem typischer Fälle solcher Verstöße zurückbleibt, so ist das Verschulden als geringfügig einzustufen (RIS-Justiz RS0101393).

Motiv für die unsachliche und beleidigende Äußerung war nach den vom Disziplinarrat getroffenen Feststellungen im vorliegenden Fall allerdings nicht eine mit persönlicher Animosität geführte Auseinandersetzung zwischen dem Beschuldigten und der Vorsitzenden, sondern der – letztlich erfolglose – Versuch des Beschuldigten, durch ein plakatives – wenn auch überzogenes – Herausstellen der seines Erachtens ungerechtfertigten und unrichtigen Beweiswürdigung des Erstgerichts eine Abänderung oder Aufhebung des verurteilenden Erkenntnisses des Schöffengerichts zu Gunsten seines Mandanten zu erreichen. Die Äußerungen des Beschuldigten sind also durchaus mit einer zielbewussten Vertretung des Mandanten in Zusammenhang zu bringen.

Die vom Disziplinarrat festgestellten und im Protokoll der Hauptverhandlung vom 1. Juni 2015 beim Landesgericht Innsbruck protokollierten Vorkommnisse lassen eine deutlich angespannte Atmosphäre – vom Disziplinarrat als extreme Situation bezeichnet – während dieser Hauptverhandlung erkennen, welche dem Beschuldigten auch noch zwei Monate später, bei Ausarbeitung des Rechtsmittels, in Erinnerung war.

Damit ist die Beurteilung des Disziplinarrats, wonach im Hinblick auf die Umstände und Motive des Beschuldigten dessen Verhalten einen geringfügigen Schuldgehalt aufweist, der erheblich hinter dem typischer Fälle solcher Verstöße zurückbleibt, vertretbar und nicht zu beanstanden.

Da das inkriminierte Verhalten nach den auch unter dem Aspekt der Schuldberufung aufgrund logisch und empirisch einwandfreier Beweiswürdigung getroffenen Feststellungen keine Folgen nach sich gezogen hat, mithin sämtliche Voraussetzungen für die Anwendung des Paragraph 3, DSt vorliegen (RIS-Justiz RS0113534), war der Berufung ein Erfolg zu versagen.

Schlagworte

Strafrecht,Standes- und Disziplinarrecht

Textnummer

E118792

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2017:0220DS00002.17I.0627.000

Im RIS seit

10.08.2017

Zuletzt aktualisiert am

10.08.2017

Dokumentnummer

JJT_20170627_OGH0002_0220DS00002_17I0000_000