Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Rechtssatz für Prä536/32 3Ob19/66 1Ob7...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0051738

Geschäftszahl

Prä536/32; 3Ob19/66; 1Ob710/87; 8ObA320/94; 1Ob2190/96g; 8Ob2239/96i; 3Ob2434/96d; 8Ob235/99p; 1Ob170/00g; 8ObA104/01d; 3Ob58/06k; 4Ob213/06m; 2Ob266/08v; 3Ob5/10x; 2Ob8/14m; 1Ob211/14g; 10Ob27/16t

Entscheidungsdatum

23.01.1934

Norm

AO §24
KO §54
ZPO §41 A1

Rechtssatz

1) Zu den im § 24 AO genannten Nebengebühren einer Forderung gehören auch die mit ihrer Geltendmachung verbundenen Prozesskosten und Exekutionskosten.

2) Im Sinne der §§ 54 Abs 1 KO und 24 Abs 1 AO ist der Anspruch auf Kostenersatz nicht erst mit dem Kostenzuspruch, sondern bedingt durch den Prozesserfolg mit der Vornahme der einzelnen Prozesshandlungen als entstanden anzusehen. Unterliegt die Hauptforderung dem Ausgleiche, so erstrecken sich die Wirkung des Ausgleiches auf jenen Teil der Prozesskosten, der auf die bis zur Eröffnung des Ausgleichsverfahrens vorgenommenen Prozesshandlungen entfällt.

3) Die Exekution während des Ausgleichsverfahrens ist auch für solche Prozesskosten und Exekutionskosten versagt, die durch die Geltendmachung einer dem Ausgleiche unterliegenden Forderung als nach Eröffnung des Ausgleichsverfahrens entstanden anzusehen sind.

Entscheidungstexte

  • Prä 536/32
    Entscheidungstext OGH 23.01.1934 Prä 536/32
    Veröff: SZ 16/16 = Judikat 48
  • 3 Ob 19/66
    Entscheidungstext OGH 23.03.1966 3 Ob 19/66
    Vgl; Beisatz: Es ist nie bestritten worden, dass Prozesskostenforderungen der vom Ausgleich nicht berührten Gläubiger ungehemmt wie die bevorrechtete Hauptforderung selbst eingetrieben werden können, mag der Exekutionstitel vor oder erst nach Eröffnung des Ausgleichsverfahrens entstanden sein (Neumann - Lichtblau S 247). (T1)
    Veröff: JBl 1967,40
  • 1 Ob 710/87
    Entscheidungstext OGH 10.02.1988 1 Ob 710/87
    nur: 2) Im Sinne der §§ 54 Abs 1 KO und 24 Abs 1 AO ist der Anspruch auf Kostenersatz nicht erst mit dem Kostenzuspruch, sondern bedingt durch den Prozesserfolg mit der Vornahme der einzelnen Prozesshandlungen als entstanden anzusehen. (T2)
    Veröff: WBl 1988,203 = SZ 61/31
  • 8 ObA 320/94
    Entscheidungstext OGH 16.03.1995 8 ObA 320/94
    nur T2;
  • 1 Ob 2190/96g
    Entscheidungstext OGH 26.07.1996 1 Ob 2190/96g
    Auch; nur T2
  • 8 Ob 2239/96i
    Entscheidungstext OGH 12.09.1996 8 Ob 2239/96i
    nur T2; Beisatz: Daher sind die bis zur Konkurseröffnung aufgelaufenen, wenngleich bis dahin noch nicht zugesprochenen Kosten Konkursforderungen. (T3)
  • 3 Ob 2434/96d
    Entscheidungstext OGH 25.03.1998 3 Ob 2434/96d
    nur: 1) Zu den im § 24 AO genannten Nebengebühren einer Forderung gehören auch die mit ihrer Geltendmachung verbundenen Prozesskosten und Exekutionskosten. Im Sinne der §§ 54 Abs 1 KO und 24 Abs 1 AO ist der Anspruch auf Kostenersatz nicht erst mit dem Kostenzuspruch, sondern bedingt durch den Prozesserfolg mit der Vornahme der einzelnen Prozesshandlungen als entstanden anzusehen. (T4)
    Beis wie T3
  • 8 Ob 235/99p
    Entscheidungstext OGH 24.02.2000 8 Ob 235/99p
    Auch; nur T2; Veröff: SZ 73/39
  • 1 Ob 170/00g
    Entscheidungstext OGH 19.12.2000 1 Ob 170/00g
    nur T2; Beis wie T3
  • 8 ObA 104/01d
    Entscheidungstext OGH 25.10.2001 8 ObA 104/01d
    Auch; nur T2; Beis wie T3
  • 3 Ob 58/06k
    Entscheidungstext OGH 29.03.2006 3 Ob 58/06k
    Auch; nur T2; Veröff: SZ 2006/48
  • 4 Ob 213/06m
    Entscheidungstext OGH 23.04.2007 4 Ob 213/06m
    Auch; nur: Der Anspruch auf Kostenersatz ist nicht erst mit dem Kostenzuspruch, sondern bedingt durch den Prozesserfolg mit der Vornahme der einzelnen Prozesshandlungen als entstanden anzusehen. (T5)
    Beisatz: Der Senat lehnt die gegenteilige Rechtsprechung (RS0035914) ausdrücklich ab. (T6)
    Veröff: SZ 2007/59
  • 2 Ob 266/08v
    Entscheidungstext OGH 16.07.2009 2 Ob 266/08v
    Vgl; nur T5; Bem: Eine inhaltliche Positionierung zur bestehenden Judikaturdivergenz (RS0035914) war in dieser Rechtssache nicht erforderlich. (T7)
  • 3 Ob 5/10x
    Entscheidungstext OGH 27.01.2010 3 Ob 5/10x
    Gegenteilig; Beisatz: Zumindest bei gesetzlicher Anordnung der Vollstreckbarkeit (§ 505 Abs 4 ZPO) kann nicht angenommen werden, der hereinzubringende Anspruch wäre noch nicht entstanden. (T8)
  • 2 Ob 8/14m
    Entscheidungstext OGH 09.07.2014 2 Ob 8/14m
    Vgl; nur T5
  • 1 Ob 211/14g
    Entscheidungstext OGH 22.01.2015 1 Ob 211/14g
    Vgl; nur T5
  • 10 Ob 27/16t
    Entscheidungstext OGH 11.10.2016 10 Ob 27/16t
    Vgl auch; Beis wie T3; Ähnlich nur T5

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1934:RS0051738

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

29.11.2016

Dokumentnummer

JJR_19340123_OGH0002_000PRA00536_3200000_001

Rechtssatz für 2Ob214/62 2Ob246/63 (2Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0010075

Geschäftszahl

2Ob214/62; 2Ob246/63 (2Ob247/63); 2Ob304/63; 6Ob212/64; 2Ob319/65; 2Ob381/65; 7Ob388/65; 2Ob97/69; 2Ob151/69 (2Ob187/69); 10Os144/70; 2Ob392/70; 2Ob19/72; 8Ob89/75; 1Ob173/75; 8Ob5/77; 8Ob67/77; 1Ob714/80; 1Ob593/81; 6Ob645/81; 7Ob25/84; 6Ob530/85; 8Ob40/86; 6Ob577/85; 1Ob574/87; 8Ob35/87; 6Ob602/89; 4Ob525/90; 6Ob595/90; 2Ob285/01b; 1Ob54/03b; 1Ob143/04t; 3Ob216/06w; 2Ob176/07g; 1Ob46/11p; 10Ob27/16t; 8Ob43/17g

Entscheidungsdatum

06.09.1962

Norm

ABGB §305
ABGB §306
ABGB §1323 C1

Rechtssatz

Muss der Schätzungswert vergütet werden, dann muss der Beschädigte in die Lage versetzt werden, sich ein Ersatzstück anzuschaffen; demnach ist nicht der Verkaufswert, sondern der Ankaufswert maßgebend, dies aber mit der Einschränkung, dass für die Abnützung ein angemessener Abschlag vom Ankaufspreise einer neuen Sache vorzunehmen ist, wenn es sich um den Ersatz für eine alte Sache handelt.

Entscheidungstexte

  • 2 Ob 214/62
    Entscheidungstext OGH 06.09.1962 2 Ob 214/62
    Veröff: SZ 35/87
  • 2 Ob 246/63
    Entscheidungstext OGH 24.10.1963 2 Ob 246/63
    Veröff: ZVR 1964/100 S 126
  • 2 Ob 304/63
    Entscheidungstext OGH 30.01.1964 2 Ob 304/63
  • 6 Ob 212/64
    Entscheidungstext OGH 18.11.1964 6 Ob 212/64
    Veröff: SZ 37/165
  • 2 Ob 319/65
    Entscheidungstext OGH 05.11.1965 2 Ob 319/65
  • 2 Ob 381/65
    Entscheidungstext OGH 25.11.1965 2 Ob 381/65
  • 7 Ob 388/65
    Entscheidungstext OGH 15.12.1965 7 Ob 388/65
    nur: Muss der Schätzungswert vergütet werden, dann muss der Beschädigte in die Lage versetzt werden, sich ein Ersatzstück anzuschaffen; demnach ist nicht der Verkaufswert, sondern der Ankaufswert maßgebend. (T1)
  • 2 Ob 97/69
    Entscheidungstext OGH 03.06.1969 2 Ob 97/69
    Beisatz: Maßgebend ist der Preis, der beim Kauf eines gleichwertigen Fahrzeuges mit Werkstattgarantie an einen seriösen Händler zu bezahlen wäre. (T2)
    Veröff: ZVR 1970/35 S 46
  • 2 Ob 151/69
    Entscheidungstext OGH 11.12.1969 2 Ob 151/69
    Beis wie T2; Veröff: ZVR 1970/135 S 186
  • 10 Os 144/70
    Entscheidungstext OGH 01.12.1970 10 Os 144/70
    nur T1
  • 2 Ob 392/70
    Entscheidungstext OGH 08.07.1971 2 Ob 392/70
  • 2 Ob 19/72
    Entscheidungstext OGH 02.03.1972 2 Ob 19/72
    Zweiter Rechtsgang zu 2 Ob 392/70
  • 8 Ob 89/75
    Entscheidungstext OGH 14.05.1975 8 Ob 89/75
    Beis wie T2; Veröff: RZ 1976/3 S 16 = ZVR 1976/15 S 17
  • 1 Ob 173/75
    Entscheidungstext OGH 10.09.1975 1 Ob 173/75
    Veröff: SZ 48/89 = EvBl 1976/91 S 178
  • 8 Ob 5/77
    Entscheidungstext OGH 23.02.1977 8 Ob 5/77
  • 8 Ob 67/77
    Entscheidungstext OGH 27.04.1977 8 Ob 67/77
    nur T1; Beis wie T2
  • 1 Ob 714/80
    Entscheidungstext OGH 29.04.1981 1 Ob 714/80
    Beisatz: Zu ersetzen ist der Gebrauchswert, der sich nach Gebrauchsdauer und der noch möglichen Dauer der Benutzbarkeit richtet, zuzüglich der Kosten, die durch die vorzeitige Anschaffung einer neuen Sache entstehen (Koziol, Haftpflichtrecht 2 I 219 und in JBl 1965, 344 f). (T3)
    Veröff: SZ 54/65 = JBl 1982,601
  • 1 Ob 593/81
    Entscheidungstext OGH 17.06.1981 1 Ob 593/81
    nur T1; Beisatz: Diese Grundsätze gelten aber nur dann, wenn die Sache dem Eigentümer unfreiwillig entzogen oder vernichtet wurde; (hier: freiwillig verpfändete Sache). (T4)
    Veröff: SZ 54/95 = EvBl 1982/36 S 123
  • 6 Ob 645/81
    Entscheidungstext OGH 27.01.1982 6 Ob 645/81
  • 7 Ob 25/84
    Entscheidungstext OGH 24.05.1984 7 Ob 25/84
  • 6 Ob 530/85
    Entscheidungstext OGH 05.06.1986 6 Ob 530/85
    nurT1; Veröff: EvBl 1987/79 S 311
  • 8 Ob 40/86
    Entscheidungstext OGH 19.11.1986 8 Ob 40/86
    Veröff: JBl 1987,325
  • 6 Ob 577/85
    Entscheidungstext OGH 14.05.1987 6 Ob 577/85
    Vgl; Veröff: EvBl 1988/17 S 114 = JBl 1987,789
  • 1 Ob 574/87
    Entscheidungstext OGH 26.05.1987 1 Ob 574/87
    nur T1; Beisatz: Der aufzuwendende Wiederbeschaffungspreis kann nicht ohne weiteres mit dem bei einer zwangsweisen Versteigerung erzielten Meistbot oder den zugrundegelegten Schätzungswerten gleichgesetzt werden, da bei Festsetzung des Schätzwertes andere wirtschaftliche Erwägungen eine Rolle spielen als bei der Ermittlung des Wiederkaufspreises. (T5)
  • 8 Ob 35/87
    Entscheidungstext OGH 19.11.1987 8 Ob 35/87
    nur T1; Beisatz: Hier: Kosten der Wiederherstellung des beschädigten Teiles einer Fichtenhecke. (T6)
    Veröff: ZVR 1988/104 S 226
  • 6 Ob 602/89
    Entscheidungstext OGH 07.09.1989 6 Ob 602/89
    nur: Für die Abnützung ein angemessener Abschlag vom Ankaufspreise einer neuen Sache vorzunehmen ist, wenn es sich um den Ersatz für eine alte Sache handelt. (T7)
    Veröff: WoBl 1990,98
  • 4 Ob 525/90
    Entscheidungstext OGH 03.04.1990 4 Ob 525/90
    Auch; JBl 1990,721
  • 6 Ob 595/90
    Entscheidungstext OGH 24.10.1991 6 Ob 595/90
    nur T7
  • 2 Ob 285/01b
    Entscheidungstext OGH 29.11.2001 2 Ob 285/01b
    Vgl auch; Beisatz: Die vollen Reparaturkosten sind aber nur dann zu ersetzen, wenn dadurch keine Verbesserung der beschädigten Sache herbeigeführt wird. (T8)
  • 1 Ob 54/03b
    Entscheidungstext OGH 18.03.2004 1 Ob 54/03b
    Auch
  • 1 Ob 143/04t
    Entscheidungstext OGH 27.09.2005 1 Ob 143/04t
    Auch
  • 3 Ob 216/06w
    Entscheidungstext OGH 25.04.2007 3 Ob 216/06w
    Vgl; Beisatz: Hier: Unzulässiger Doppelzuspruch bei Berechnung der Wertminderung vom Verkaufspreis und gleichzeitiger Berücksichtigung eines „Rohgewinnentgangs". (T9)
  • 2 Ob 176/07g
    Entscheidungstext OGH 29.05.2008 2 Ob 176/07g
    Vgl; nur T1; Beisatz: Der Austauschwert bestimmt sich nach jenem Betrag, um den die Sache im Verkehr angeschafft werden kann. (T10)
    Veröff: SZ 2008/73
  • 1 Ob 46/11p
    Entscheidungstext OGH 21.06.2011 1 Ob 46/11p
    Ähnlich; Beisatz: Hier: Volatile Wertpapiere. (T11)
  • 10 Ob 27/16t
    Entscheidungstext OGH 11.10.2016 10 Ob 27/16t
    Auch
  • 8 Ob 43/17g
    Entscheidungstext OGH 30.05.2017 8 Ob 43/17g
    Auch; Beis wie T10

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1962:RS0010075

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

18.08.2017

Dokumentnummer

JJR_19620906_OGH0002_0020OB00214_6200000_001

Rechtssatz für 8Ob289/68 6Ob563/80 9Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0030499

Geschäftszahl

8Ob289/68; 6Ob563/80; 9Ob51/11g; 9ObA56/11t; 10Ob27/16t

Entscheidungsdatum

03.12.1968

Norm

ABGB §1323 D
ABGB §1331

Rechtssatz

Der Wert der besonderen Vorliebe muss als solcher im Verfahren erster Instanz ausdrücklich verlangt werden.

Entscheidungstexte

  • 8 Ob 289/68
    Entscheidungstext OGH 03.12.1968 8 Ob 289/68
    Veröff: EvBl 1969/179 S 268
  • 6 Ob 563/80
    Entscheidungstext OGH 18.06.1980 6 Ob 563/80
    Beisatz: Gleiches gilt auch für die bei groben Verschulden zustehende volle Genugtuung im Sinn der §§ 1323, 1331 erster Fall ABGB, welche auch den entgangenen Gewinn umfasst. (T1)
  • 9 Ob 51/11g
    Entscheidungstext OGH 25.11.2011 9 Ob 51/11g
    Auch
  • 9 ObA 56/11t
    Entscheidungstext OGH 30.04.2012 9 ObA 56/11t
    Vgl auch; Beis ähnlich wie T1
  • 10 Ob 27/16t
    Entscheidungstext OGH 11.10.2016 10 Ob 27/16t
    Vgl auch; Beis wie T1

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1968:RS0030499

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

18.11.2016

Dokumentnummer

JJR_19681203_OGH0002_0080OB00289_6800000_003

Rechtssatz für 1Ob173/75 8Ob544/91 9Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0030138

Geschäftszahl

1Ob173/75; 8Ob544/91; 9ObA56/11t; 2Ob114/11w; 6Ob108/13w; 10Ob27/16t

Entscheidungsdatum

10.09.1975

Norm

ABGB §1323 A
ABGB §1323 D

Rechtssatz

Bei subjektiver Schadensberechnung (= Interessenersatz) sind alle Auswirkungen im Vermögen des Geschädigten festzustellen, sodass auch die tatsächliche Entwicklung des gesamten Vermögens nach dem schädigenden Ereignis und die vermutliche Entwicklung ohne dieses in die Betrachtung einzubeziehen sind; es ist der gesamte Nachteil zu ermitteln, der dem Vermögen zugefügt wurde, also neben der Entwicklung zwischen dem Zeitpunkt des Schadensereignisses und der Schadensfeststellung auch die zu erwartenden künftigen Entwicklungen nach dem gewöhnlichen Verlauf der Dinge.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 173/75
    Entscheidungstext OGH 10.09.1975 1 Ob 173/75
    Veröff: SZ 48/89 = EvBl 1976/91 S 178
  • 8 Ob 544/91
    Entscheidungstext OGH 10.10.1991 8 Ob 544/91
    Auch
  • 9 ObA 56/11t
    Entscheidungstext OGH 30.04.2012 9 ObA 56/11t
    Vgl auch; Beisatz: Hier kam aufgrund einer Intervention des vormaligen Arbeitgebers letztlich kein Arbeitsverhältnis mit dem in Aussicht genommenen neuen Arbeitgeber zustande - analoge Heranziehung der zu § 12 GlBG entwickelten Grundsätze. (T1)
  • 2 Ob 114/11w
    Entscheidungstext OGH 24.04.2012 2 Ob 114/11w
    Auch; nur: Bei subjektiver Schadensberechnung (= Interessenersatz) sind alle Auswirkungen im Vermögen des Geschädigten festzustellen, sodass auch die tatsächliche Entwicklung des gesamten Vermögens nach dem schädigenden Ereignis und die vermutliche Entwicklung ohne dieses in die Betrachtung einzubeziehen sind. (T2);
    Beisatz: Das subjektiv-konkrete Interesse wird berechnet, indem die tatsächliche Entwicklung des Vermögens jener, wie sie ohne das schädigende Ereignis eingetreten wäre, gegenüber gestellt wird. (T3)
  • 6 Ob 108/13w
    Entscheidungstext OGH 28.08.2014 6 Ob 108/13w
    nur T2; Beis wie T3
  • 10 Ob 27/16t
    Entscheidungstext OGH 11.10.2016 10 Ob 27/16t
    Auch

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1975:RS0030138

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

18.11.2016

Dokumentnummer

JJR_19750910_OGH0002_0010OB00173_7500000_004

Rechtssatz für 1Ob173/75 6Ob572/78 1Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0030273

Geschäftszahl

1Ob173/75; 6Ob572/78; 1Ob620/94; 10Ob27/16t

Entscheidungsdatum

10.09.1975

Norm

ABGB §1323 A
ABGB §1323 D

Rechtssatz

Bei subjektiver Schadensberechnung (= Interesseersatz) ist bei Schadenersatz wegen Eigentumsverletzung nicht nach dem Verkehrswert der Sache zu fragen, sondern deren Wert gerade im Vermögen des Geschädigten zu ermitteln.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 173/75
    Entscheidungstext OGH 10.09.1975 1 Ob 173/75
    Veröff: SZ 48/89 = EvBl 1976/91 S 178
  • 6 Ob 572/78
    Entscheidungstext OGH 11.05.1978 6 Ob 572/78
  • 1 Ob 620/94
    Entscheidungstext OGH 29.05.1995 1 Ob 620/94
    Auch; Veröff: SZ 68/101
  • 10 Ob 27/16t
    Entscheidungstext OGH 11.10.2016 10 Ob 27/16t

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1975:RS0030273

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

18.11.2016

Dokumentnummer

JJR_19750910_OGH0002_0010OB00173_7500000_005

Rechtssatz für 6Ob712/76 1Ob642/79 1Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0023471

Geschäftszahl

6Ob712/76; 1Ob642/79; 1Ob814/81; 2Ob13/84; 1Ob653/86; 8Ob35/87; 1Ob701/89; 2Ob234/05h; 1Ob46/11p; 9Ob50/11k; 10Ob27/16t; 1Ob70/18b; 9Ob22/19d

Entscheidungsdatum

17.02.1977

Norm

ABGB §1295 Ia6
ABGB §1323 A

Rechtssatz

Der Schadenersatzanspruch hat den Zweck, dem Geschädigten einen Ausgleich für die erlittene Einbuße zukommen zu lassen. Die primäre Funktion des gesamten Haftpflichtrechtes liegt in der Verwirklichung dieses Ausgleichsgedankens. Diese Funktion ist dem gesamten Haftpflichtrecht gemeinsam.

Entscheidungstexte

  • 6 Ob 712/76
    Entscheidungstext OGH 17.02.1977 6 Ob 712/76
    Veröff: JBl 1977,322 (hiezu Anmerkung von Pfersmann) = EvBl 1977/170 S 394 = SZ 50/26
  • 1 Ob 642/79
    Entscheidungstext OGH 27.06.1979 1 Ob 642/79
  • 1 Ob 814/81
    Entscheidungstext OGH 03.03.1982 1 Ob 814/81
    Veröff: SZ 55/28 = MietSlg 34037
  • 2 Ob 13/84
    Entscheidungstext OGH 10.04.1984 2 Ob 13/84
    nur: Der Schadenersatzanspruch hat den Zweck, dem Geschädigten einen Ausgleich für die erlittene Einbuße zukommen zu lassen. Die primäre Funktion des gesamten Haftpflichtrechtes liegt in der Verwirklichung dieses Ausgleichsgedankens. (T1) Veröff: JBl 1985,41 (hiezu zustimmend Apathy) = ZVR 1985/344 S 375 = RZ 1984/86 S 255
  • 1 Ob 653/86
    Entscheidungstext OGH 28.01.1987 1 Ob 653/86
    nur T1
  • 8 Ob 35/87
    Entscheidungstext OGH 19.11.1987 8 Ob 35/87
    Vgl; Beisatz: Im Fall der Schadenszufügung aus nur leichter Fahrlässigkeit und der damit verbundenen Verpflichtung, den positiven Schaden zu ersetzen, ist der Ausgleichsgedanke insofern eingeschränkt, als nicht auf einen vollen Ausgleich aller Nachteile des in seinen Rechtsgütern Verletzten abgestellt wird, sondern nur auf das verletzte Rechtsgut selbst, auf das die Bewertung allein abzustellen ist. Hier: Ersatz für eine teilweise zerstörte Fichtenhecke. (T2) Veröff: ZVR 1988/104 S 226
  • 1 Ob 701/89
    Entscheidungstext OGH 21.02.1990 1 Ob 701/89
    Zweiter Rechtsgang zu 1 Ob 814/81; Veröff: JBl 1990,718 (hiezu Huber)
  • 2 Ob 234/05h
    Entscheidungstext OGH 07.02.2007 2 Ob 234/05h
  • 1 Ob 46/11p
    Entscheidungstext OGH 21.06.2011 1 Ob 46/11p
    nur: Der Schadenersatzanspruch hat den Zweck, dem Geschädigten einen Ausgleich für die erlittene Einbuße zukommen zu lassen. (T3)
  • 9 Ob 50/11k
    Entscheidungstext OGH 29.05.2012 9 Ob 50/11k
    Auch; nur T3
  • 10 Ob 27/16t
    Entscheidungstext OGH 11.10.2016 10 Ob 27/16t
    Auch
  • 1 Ob 70/18b
    Entscheidungstext OGH 17.10.2018 1 Ob 70/18b
  • 9 Ob 22/19d
    Entscheidungstext OGH 15.05.2019 9 Ob 22/19d
    Beis wie T3

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1977:RS0023471

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

24.07.2019

Dokumentnummer

JJR_19770217_OGH0002_0060OB00712_7600000_001

Rechtssatz für 1Ob1/78 (1Ob2/78) 8Ob93/...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0022586

Geschäftszahl

1Ob1/78 (1Ob2/78); 8Ob93/78; 1Ob642/79; 1Ob636/80; 1Ob729/80; 1Ob814/81; 7Ob613/84; 7Ob1/85; 2Ob2/89; 1Ob701/89; 6Ob201/98x; 2Ob234/05h; 1Ob97/07g; 4Ob193/10a; 9Ob50/11k; 10Ob27/16t; 1Ob70/18b

Entscheidungsdatum

25.01.1978

Norm

ABGB §1293
ABGB §1323 A

Rechtssatz

Der Schadenersatzanspruch hat den Zweck, einen Ausgleich für die erlittene Einbuße zukommen zu lassen. Die primäre Funktion des gesamten Haftpflichtrechtes liegt in der Verwirklichung dieses Ausgleichsgedankens.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 1/78
    Entscheidungstext OGH 25.01.1978 1 Ob 1/78
    Veröff: SZ 51/7
  • 8 Ob 93/78
    Entscheidungstext OGH 28.06.1978 8 Ob 93/78
    Vgl
  • 1 Ob 642/79
    Entscheidungstext OGH 27.06.1979 1 Ob 642/79
  • 1 Ob 636/80
    Entscheidungstext OGH 27.08.1980 1 Ob 636/80
    Veröff: SZ 53/107 = NZ 1981,105 = JBl 1982,486; hiezu kritisch Berger JBl 1982,464
  • 1 Ob 729/80
    Entscheidungstext OGH 17.12.1980 1 Ob 729/80
    nur: Die primäre Funktion des gesamten Haftpflichtrechtes liegt in der Verwirklichung dieses Ausgleichsgedankens. (T1) Veröff: SZ 53/173 = JBl 1981,537 (hiezu teilweise kritisch Koziol)
  • 1 Ob 814/81
    Entscheidungstext OGH 03.03.1982 1 Ob 814/81
    Veröff: SZ 55/28 = MietSlg 34037
  • 7 Ob 613/84
    Entscheidungstext OGH 30.08.1984 7 Ob 613/84
    nur T1
  • 7 Ob 1/85
    Entscheidungstext OGH 31.01.1985 7 Ob 1/85
    Veröff: VersR 1985,894
  • 2 Ob 2/89
    Entscheidungstext OGH 10.05.1989 2 Ob 2/89
    nur: Der Schadenersatzanspruch hat den Zweck, einen Ausgleich für die erlittene Einbuße zukommen zu lassen. (T2)
  • 1 Ob 701/89
    Entscheidungstext OGH 21.02.1990 1 Ob 701/89
    Zweiter Rechtsgang zu 1 Ob 814/81; Veröff: JBl 1990,718 (hiezu Huber)
  • 6 Ob 201/98x
    Entscheidungstext OGH 25.03.1999 6 Ob 201/98x
    nur T1; Veröff: SZ 72/55
  • 2 Ob 234/05h
    Entscheidungstext OGH 07.02.2006 2 Ob 234/05h
  • 1 Ob 97/07g
    Entscheidungstext OGH 29.11.2007 1 Ob 97/07g
  • 4 Ob 193/10a
    Entscheidungstext OGH 15.12.2010 4 Ob 193/10a
  • 9 Ob 50/11k
    Entscheidungstext OGH 29.05.2012 9 Ob 50/11k
    Auch; nur T2
  • 10 Ob 27/16t
    Entscheidungstext OGH 11.10.2016 10 Ob 27/16t
    Auch
  • 1 Ob 70/18b
    Entscheidungstext OGH 17.10.2018 1 Ob 70/18b

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1978:RS0022586

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

07.11.2018

Dokumentnummer

JJR_19780125_OGH0002_0010OB00001_7800000_002

Rechtssatz für 6Ob792/79 1Ob627/83 1Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0031865

Geschäftszahl

6Ob792/79; 1Ob627/83; 1Ob50/87; 1Ob2377/96g; 1Ob66/98g; 1Ob143/04t; 10Ob27/16t; 8Ob43/17g

Entscheidungsdatum

06.02.1980

Norm

ABGB §1332

Rechtssatz

Auch der nach § 1332 ABGB zu bemessende Ersatz für einen abhanden gekommenen Gebrauchsgegenstand hat sich nach dem Wiederbeschaffungswert (und nicht etwa nach dem Verkaufswert) auszurichten (hier: gebrauchte Autobestandteile).

Entscheidungstexte

  • 6 Ob 792/79
    Entscheidungstext OGH 06.02.1980 6 Ob 792/79
  • 1 Ob 627/83
    Entscheidungstext OGH 11.05.1983 1 Ob 627/83
    nur: Auch der nach § 1332 ABGB zu bemessende Ersatz für einen abhanden gekommenen Gebrauchsgegenstand hat sich nach dem Wiederbeschaffungswert (und nicht etwa nach dem Verkaufswert) auszurichten. (T1)
  • 1 Ob 50/87
    Entscheidungstext OGH 20.01.1988 1 Ob 50/87
    nur T1
  • 1 Ob 2377/96g
    Entscheidungstext OGH 14.10.1997 1 Ob 2377/96g
  • 1 Ob 66/98g
    Entscheidungstext OGH 24.03.1998 1 Ob 66/98g
    Auch; nur T1
  • 1 Ob 143/04t
    Entscheidungstext OGH 27.09.2005 1 Ob 143/04t
    Auch; Beisatz: Der Austauschwert bestimmt sich nach jenem Betrag, um den die Sache im Verkehr angeschafft werden kann (Ankaufswert). (T2)
  • 10 Ob 27/16t
    Entscheidungstext OGH 11.10.2016 10 Ob 27/16t
    Auch
  • 8 Ob 43/17g
    Entscheidungstext OGH 30.05.2017 8 Ob 43/17g
    Auch; Beis wie T2

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1980:RS0031865

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

18.08.2017

Dokumentnummer

JJR_19800206_OGH0002_0060OB00792_7900000_001

Rechtssatz für 4Ob536/83 1Ob2342/96k 1...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0010074

Geschäftszahl

4Ob536/83; 1Ob2342/96k; 10Ob264/99t; 3Ob324/04z; 2Ob176/07g; 4Ob44/11s; 7Ob59/14y; 10Ob27/16t

Entscheidungsdatum

12.04.1983

Norm

ABGB §305
ABGB §934

Rechtssatz

Der für die Beurteilung des Vorliegens der Voraussetzungen einer Verkürzung über die Hälfte im Sinne des § 934 ABGB maßgebliche "gemeine Wert" ist der "gemeine Preis" des § 305 ABGB. Darunter ist der Austauschwert (Ankaufswert oder Verkaufswert), der Ertragswert oder der Kostenwert zu verstehen.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 536/83
    Entscheidungstext OGH 12.04.1983 4 Ob 536/83
    Veröff: RZ 1984/29 S 95
  • 1 Ob 2342/96k
    Entscheidungstext OGH 15.12.1997 1 Ob 2342/96k
  • 10 Ob 264/99t
    Entscheidungstext OGH 21.03.2000 10 Ob 264/99t
    nur: Der für die Beurteilung des Vorliegens der Voraussetzungen einer Verkürzung über die Hälfte im Sinne des § 934 ABGB maßgebliche "gemeine Wert" ist der "gemeine Preis" des § 305 ABGB. (T1)
  • 3 Ob 324/04z
    Entscheidungstext OGH 30.06.2005 3 Ob 324/04z
    Vgl auch; Beisatz: Auf die Errichtungskosten eines Mietgegenstandes kann es für die Beurteilung eines Bestandvertrags nach § 934 ABGB nicht ankommen. Die Substanz und deren Herstellungskosten sind eben nicht Gegenstand eines Bestandvertrags. Für den „gemeinen Wert" des Gebrauchs kommt daher die Berücksichtigung der Errichtungskosten nicht in Betracht. (T2)
  • 2 Ob 176/07g
    Entscheidungstext OGH 29.05.2008 2 Ob 176/07g
    Auch; nur: Darunter ist der Austauschwert (Ankaufswert oder Verkaufswert), der Ertragswert oder der Kostenwert zu verstehen. (T3); Veröff: SZ 2008/73
  • 4 Ob 44/11s
    Entscheidungstext OGH 05.07.2011 4 Ob 44/11s
    Auch; nur T1; Beisatz: Der gemeine Wert ist jener Nutzen, den die Sache mit Rücksicht auf Zeit und Ort gewöhnlich und allgemein leistet, in der Regel also der Verkehrswert. (T4); Beisatz: Bei einem Aktienkauf als Spekulationsgeschäft ist auf den Marktwert zum Anschaffungszeitpunkt abzustellen. (T5); Beisatz: Hier: Preis im außerbörslichen Handel. (T6); Veröff: SZ 2011/83
  • 7 Ob 59/14y
    Entscheidungstext OGH 07.05.2014 7 Ob 59/14y
    Auch; Beisatz: Der nach § 934 ABGB maßgebliche „gemeine Wert“ ist nach ständiger Rechtsprechung der „gemeine Preis“ des § 305 ABGB. (T7)
    Beisatz: Das ist jener Nutzen, den die Sache mit Rücksicht auf Zeit und Ort gewöhnlich und allgemein leistet. Dieser Preis entspricht regelmäßig dem Austauschwert (Ankaufs‑ oder Verkaufswert); manchmal auch dem Ertragswert oder dem Wert der Herstellungskosten. (T8)
    Beisatz: Welcher Wert im Einzelfall in Betracht kommt, hängt vom rechtlichen Zweck ab, für den die Wertermittlung erfolgt. (T9)
    Beisatz: Grundsätzlich ist bei der Wertermittlung nach § 934 ABGB der Verkaufswert entscheidend. Darunter ist bei marktgängigen Waren der „Marktpreis“ zu verstehen. Der „Marktpreis“ ist der Durchschnittspreis, der sich unabhängig von besonderen zufälligen Umständen der „Preisbildung“ aus dem Vergleich einer größeren Anzahl von Kaufverträgen über Waren der entsprechenden Beschaffenheit ergibt, also der Wert, den die Sache im Verkehr am Ort und zur Zeit der Schätzung gewöhnlich und allgemein hat. (T10)
  • 10 Ob 27/16t
    Entscheidungstext OGH 11.10.2016 10 Ob 27/16t
    Vgl

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1983:RS0010074

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

18.11.2016

Dokumentnummer

JJR_19830412_OGH0002_0040OB00536_8300000_001

Rechtssatz für 1Ob710/87 8Ob13/94 8ObA...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0064270

Geschäftszahl

1Ob710/87; 8Ob13/94; 8ObA320/94; 8ObA311/95; 1Ob2190/96g; 8Ob2239/96i; 3Ob2434/96d; 8ObA134/99k; 8Ob235/99p; 8Ob254/99g; 1Ob170/00g; 8ObA104/01d; 9Ob162/02t; 8Ob121/04h; 2Ob287/08g; 8ObA30/09h; 9ObA61/09z; 1Ob105/10p; 9Ob4/12x; 2Ob8/14m; 10Ob27/16t

Entscheidungsdatum

10.02.1988

Norm

KO §19
KO §20
KO §21
KO §54

Rechtssatz

Prozesskosten und Exekutionskosten sind, wenn sie im Zuge einer Rechtsverfolgung entstehen, Nebengebühren des geltend gemachten Rechtes; sind sie hingegen Aufwand einer Rechtsverteidigung, so bilden sie eine selbständige Forderung. In beiden Fällen sind die bis zur Konkurseröffnung aufgelaufenen Kosten Konkursforderung; das gilt auch dann, wenn der Prozess gemäß § 8 Abs 3 KO gegen den Gemeinschuldner fortgesetzt wird. Der Kostenersatzanspruch kann im Konkurs jedenfalls insoweit als Konkursforderung geltend gemacht werden, als die Prozesskosten bereits durch die Vornahme der Prozesshandlungen vor Konkurseröffnung entstanden sind. Er ist dann auch zur Aufrechnung gegen Forderungen der Konkursmasse geeignet.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 710/87
    Entscheidungstext OGH 10.02.1988 1 Ob 710/87
    Veröff: SZ 61/31 = WBl 1988,203
  • 8 Ob 13/94
    Entscheidungstext OGH 15.12.1994 8 Ob 13/94
    nur: Prozesskosten und Exekutionskosten sind, wenn sie im Zuge einer Rechtsverfolgung entstehen, Nebengebühren des geltend gemachten Rechtes; sind sie hingegen Aufwand einer Rechtsverteidigung, so bilden sie eine selbständige Forderung. In beiden Fällen sind die bis zur Konkurseröffnung aufgelaufenen Kosten Konkursforderung. (T1)
  • 8 ObA 320/94
    Entscheidungstext OGH 16.03.1995 8 ObA 320/94
    Auch
  • 8 ObA 311/95
    Entscheidungstext OGH 28.03.1996 8 ObA 311/95
    Auch; nur T1
  • 1 Ob 2190/96g
    Entscheidungstext OGH 26.07.1996 1 Ob 2190/96g
    Auch; Beisatz: Die für diesen Zweck verselbständigten Kosten der Rechtsverteidigung verlieren erst nach einer allfälligen Bestreitung durch den Masseverwalter ihre rechtliche Selbständigkeit und sind diesfalls nach den allgemeinen Regeln im ursprünglichen, wieder aufzunehmenden Verfahren weiter zu verfolgen. (T2)
  • 8 Ob 2239/96i
    Entscheidungstext OGH 12.09.1996 8 Ob 2239/96i
    Auch; nur: Prozesskosten und Exekutionskosten sind, wenn sie im Zuge einer Rechtsverfolgung entstehen, Nebengebühren des geltend gemachten Rechtes; sind sie hingegen Aufwand einer Rechtsverteidigung, so bilden sie eine selbständige Forderung. In beiden Fällen sind die bis zur Konkurseröffnung aufgelaufenen Kosten Konkursforderung; das gilt auch dann, wenn der Prozess gemäß § 8 Abs 3 KO gegen den Gemeinschuldner fortgesetzt wird. Der Kostenersatzanspruch kann im Konkurs jedenfalls insoweit als Konkursforderung geltend gemacht werden, als die Prozesskosten bereits durch die Vornahme der Prozesshandlungen vor Konkurseröffnung entstanden sind. (T3)
  • 3 Ob 2434/96d
    Entscheidungstext OGH 25.03.1998 3 Ob 2434/96d
    nur T1
  • 8 ObA 134/99k
    Entscheidungstext OGH 09.12.1999 8 ObA 134/99k
    Auch; nur T3
  • 8 Ob 235/99p
    Entscheidungstext OGH 24.02.2000 8 Ob 235/99p
    Vgl auch; Veröff: SZ 73/39
  • 8 Ob 254/99g
    Entscheidungstext OGH 24.02.2000 8 Ob 254/99g
    Vgl auch; Veröff: SZ 73/40
  • 1 Ob 170/00g
    Entscheidungstext OGH 19.12.2000 1 Ob 170/00g
    Auch; Beisatz: Die im Konkurs angemeldeten und im Leistungsprozess verzeichneten Prozesskosten der klagenden Partei sind bereits mit Vornahme der einzelnen Prozesshandlungen durch den Prozesserfolg bedingte Konkursforderungen. (T4)
  • 8 ObA 104/01d
    Entscheidungstext OGH 25.10.2001 8 ObA 104/01d
    Vgl auch; Beis wie T4
  • 9 Ob 162/02t
    Entscheidungstext OGH 22.01.2003 9 Ob 162/02t
    Auch; nur: In beiden Fällen sind die bis zur Konkurseröffnung aufgelaufenen Kosten Konkursforderung. Der Kostenersatzanspruch kann im Konkurs jedenfalls insoweit als Konkursforderung geltend gemacht werden, als die Prozesskosten bereits durch die Vornahme der Prozesshandlungen vor Konkurseröffnung entstanden sind. (T5)
  • 8 Ob 121/04h
    Entscheidungstext OGH 17.02.2005 8 Ob 121/04h
    Vgl auch
  • 2 Ob 287/08g
    Entscheidungstext OGH 25.03.2009 2 Ob 287/08g
    Auch; nur T1; Veröff: SZ 2009/35
  • 8 ObA 30/09h
    Entscheidungstext OGH 23.03.2010 8 ObA 30/09h
    Vgl; nur: Die bis zur Konkurseröffnung aufgelaufenen Prozesskosten sind eine Konkursforderung gemäß § 51 KO. Die Klärung des Bestands und der Höhe der Konkursforderung ist Gegenstand des Prüfungsverfahrens iSd § 110 Abs 1 KO, bzw hier des gemäß § 113 KO fortgesetzten Prozesses. (T6)
  • 9 ObA 61/09z
    Entscheidungstext OGH 30.06.2010 9 ObA 61/09z
    Vgl; nur T6; Bem: Parallelverfahren zu 8 ObA 30/09h. (T7)
  • 1 Ob 105/10p
    Entscheidungstext OGH 06.07.2010 1 Ob 105/10p
    Vgl auch; Beisatz: Vor der Prüfungstagsatzung kann das Verfahren über die bis zur Konkurseröffnung aufgelaufenen Kosten nicht aufgenommen werden (§ 7 Abs 3 KO). (T8)
  • 9 Ob 4/12x
    Entscheidungstext OGH 22.08.2012 9 Ob 4/12x
    Vgl auch
  • 2 Ob 8/14m
    Entscheidungstext OGH 09.07.2014 2 Ob 8/14m
  • 10 Ob 27/16t
    Entscheidungstext OGH 11.10.2016 10 Ob 27/16t
    Auch

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1988:RS0064270

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

18.11.2016

Dokumentnummer

JJR_19880210_OGH0002_0010OB00710_8700000_002

Rechtssatz für 8ObA311/95 8ObS42/99y 8...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0097353

Geschäftszahl

8ObA311/95; 8ObS42/99y; 8ObA134/99k; 6Ob184/00b; 8ObA146/01f; 9Ob162/02t; 1Ob201/04x; 9ObA87/08x; 8ObA3/11s; 9Ob43/14k; 10Ob45/15p; 10Ob27/16t; 1Ob75/17m; 8Ob121/19f; 1Ob24/20s; 4Ob61/20d; 1Ob49/20t

Entscheidungsdatum

28.03.1996

Norm

IO §7
KO §6
KO §7
ZPO §159
ZPO §164
ZPO §165

Rechtssatz

Ist die Unterbrechung im Rechtsmittelverfahren nach dem vom Erstgericht durchzuführenden Vorverfahren eingetreten, dann ist im Sinne der Zuständigkeitsbestimmung des § 165 Abs 1 ZPO nach der Aktenvorlage an das Rechtsmittelgericht dieses zur Entscheidung über den Aufnahmeantrag zuständig (hier: Aufnahme des Verfahrens durch den Obersten Gerichtshof).

Entscheidungstexte

  • 8 ObA 311/95
    Entscheidungstext OGH 28.03.1996 8 ObA 311/95
  • 8 ObS 42/99y
    Entscheidungstext OGH 09.09.1999 8 ObS 42/99y
    nur: Ist die Unterbrechung im Rechtsmittelverfahren nach dem vom Erstgericht durchzuführenden Vorverfahren eingetreten, dann ist im Sinne der Zuständigkeitsbestimmung des § 165 Abs 1 ZPO nach der Aktenvorlage an das Rechtsmittelgericht dieses zur Entscheidung über den Aufnahmeantrag zuständig. (T1)
  • 8 ObA 134/99k
    Entscheidungstext OGH 09.12.1999 8 ObA 134/99k
  • 6 Ob 184/00b
    Entscheidungstext OGH 15.03.2001 6 Ob 184/00b
  • 8 ObA 146/01f
    Entscheidungstext OGH 20.12.2001 8 ObA 146/01f
  • 9 Ob 162/02t
    Entscheidungstext OGH 22.01.2003 9 Ob 162/02t
    Auch
  • 1 Ob 201/04x
    Entscheidungstext OGH 12.10.2004 1 Ob 201/04x
    Vgl aber; Beisatz: Werden die Akten dem Obersten Gerichtshof erst nach der durch Konkurseröffnung eingetretenen Verfahrensunterbrechung vorgelegt, war aber das Berufungsverfahren zum Zeitpunkt der Unterbrechung bereits abgeschlossen, hat das Erstgericht über den Aufnahmeantrag abzusprechen und im Falle der Aufnahme die Akten dem Obersten Gerichtshof neuerlich vorzulegen. (T2)
  • 9 ObA 87/08x
    Entscheidungstext OGH 26.08.2009 9 ObA 87/08x
    Auch; Beisatz: Ist die Unterbrechung des Verfahrens (§ 7 Abs 1 KO) durch Konkurseröffnung im Revisionsstadium eingetreten, dann ist der Oberste Gerichtshof zur Entscheidung über den Aufnahmeantrag und die Berichtigung der Bezeichnung der Partei, über deren Vermögen der Konkurs eröffnet wurde, berufen. (T3)
    Veröff: SZ 2009/108
  • 8 ObA 3/11s
    Entscheidungstext OGH 25.01.2011 8 ObA 3/11s
    Auch; Beis wie T3
  • 9 Ob 43/14k
    Entscheidungstext OGH 29.01.2015 9 Ob 43/14k
    Auch; Beis wie T3
  • 10 Ob 45/15p
    Entscheidungstext OGH 30.06.2015 10 Ob 45/15p
  • 10 Ob 27/16t
    Entscheidungstext OGH 11.10.2016 10 Ob 27/16t
    Beis wie T3
  • 1 Ob 75/17m
    Entscheidungstext OGH 12.07.2017 1 Ob 75/17m
  • 8 Ob 121/19f
    Entscheidungstext OGH 19.12.2019 8 Ob 121/19f
    Vgl; Beis wie T3
  • 1 Ob 24/20s
    Entscheidungstext OGH 26.02.2020 1 Ob 24/20s
    Vgl auch
  • 4 Ob 61/20d
    Entscheidungstext OGH 20.05.2020 4 Ob 61/20d
  • 1 Ob 49/20t
    Entscheidungstext OGH 27.11.2020 1 Ob 49/20t

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1996:RS0097353

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

13.01.2021

Dokumentnummer

JJR_19960328_OGH0002_008OBA00311_9500000_001

Rechtssatz für 6Ob187/99i 2Ob176/07g 4...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0113651

Geschäftszahl

6Ob187/99i; 2Ob176/07g; 4Ob106/09f; 4Ob44/11s; 10Ob27/16t; 8Ob43/17g; 8Ob52/21m

Entscheidungsdatum

13.04.2000

Norm

ABGB §305
ABGB §934
ABGB §1332

Rechtssatz

Der gemeine Wert im Sinn des § 934 ABGB lässt sich gemäß § 305 ABGB mit dem ordentlichen Preis gleichsetzen, also jenem Nutzen, den die Sache mit Rücksicht auf Zeit und Ort gewöhnlich und allgemein leistet. Dies ist in erster Linie der Marktpreis, also Austauschwert einer Sache. Wenn sich kein wahrer Markt gebildet hat oder dieser im Verdacht ungerechter Preisbildung steht, ist auf den Ertrags- oder Gestehungskostenwert abzustellen.

Entscheidungstexte

  • 6 Ob 187/99i
    Entscheidungstext OGH 13.04.2000 6 Ob 187/99i
  • 2 Ob 176/07g
    Entscheidungstext OGH 29.05.2008 2 Ob 176/07g
    nur: Der gemeine Wert lässt sich gemäß § 305 ABGB mit dem ordentlichen Preis gleichsetzen, also jenem Nutzen, den die Sache mit Rücksicht auf Zeit und Ort gewöhnlich und allgemein leistet. (T1)
    Beisatz: In der Regel also im Verkehrswert. (T2)
    Veröff: SZ 2008/73
  • 4 Ob 106/09f
    Entscheidungstext OGH 19.11.2009 4 Ob 106/09f
    Vgl; Beisatz: Dieser besteht im vorliegenden Fall im Wiederbeschaffungspreis (Einkaufspreis) bzw (wenn die Wiederbeschaffung von gleichartigen Sachen [zu einem geringeren Preis] nicht möglich ist) im Herstellungswert von vergleichbaren Schmuckstücken (vgl 1 Ob 54/03b), nicht jedoch im Verkaufspreis. (T3)
  • 4 Ob 44/11s
    Entscheidungstext OGH 05.07.2011 4 Ob 44/11s
    Auch; nur ähnlich T1; Beis ähnlich wie T2; Beisatz: Bei einem Aktienkauf als Spekulationsgeschäft ist auf den Marktwert zum Anschaffungszeitpunkt abzustellen. (T4)
    Beisatz: Hier: Preis im außerbörslichen Handel. (T5)
    Veröff: SZ 2011/83
  • 10 Ob 27/16t
    Entscheidungstext OGH 11.10.2016 10 Ob 27/16t
    Auch
  • 8 Ob 43/17g
    Entscheidungstext OGH 30.05.2017 8 Ob 43/17g
    Auch; Beis ähnlich wie T3
  • 8 Ob 52/21m
    Entscheidungstext OGH 26.05.2021 8 Ob 52/21m

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2000:RS0113651

Im RIS seit

13.05.2000

Zuletzt aktualisiert am

13.07.2021

Dokumentnummer

JJR_20000413_OGH0002_0060OB00187_99I0000_002

Entscheidungstext 10Ob27/16t

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Fundstelle

ZVR 2017/44 S 75 (Danzl, tabellarische Übersicht) - ZVR 2017,75 (Danzl, tabellarische Übersicht) = ZVR 2018/9 S 30 - ZVR 2018,30

Geschäftszahl

10Ob27/16t

Entscheidungsdatum

11.10.2016

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat als Revisionsgericht durch den Hofrat Univ.-Prof. Dr. Neumayr als Vorsitzenden sowie durch den Hofrat Dr. Schramm, die Hofrätinnen Dr. Fichtenau und Dr. Tarmann-Prentner sowie den Hofrat Mag. Ziegelbauer als weitere Richter in der Rechtssache der klagenden Partei Dr. K*****, Rechtsanwalt, *****, als Masseverwalter der S***** GmbH, *****, AZ ***** des Landesgerichts *****, gegen die beklagte Partei Dr. B*****, vertreten durch Anwaltspartnerschaft Dr. Krückl, Dr. Lichtl, Dr. Huber, Mag. Eilmsteiner, Rechtsanwälte in Linz, wegen 34.161 EUR sA, über die Revision der klagenden Partei gegen das Urteil des Oberlandesgerichts Linz als Berufungsgericht vom 21. Jänner 2016, GZ 6 R 213/15h-42, womit infolge Berufungen der klagenden und der beklagten Partei das Urteil des Landesgerichts Linz vom 12. Oktober 2015, GZ 1 Cg 165/14a-35, bestätigt wurde, in nichtöffentlicher Sitzung den

Beschluss

gefasst:

Spruch

I. Das unterbrochene Verfahren wird aufgenommen. Die Bezeichnung der klagenden Partei wird wie im Kopf der Entscheidung ersichtlich berichtigt.

II. Die Revision wird zurückgewiesen.

Der Anspruch der beklagten Partei auf Ersatz der mit 2.119,14 EUR (darin enthalten 353,19 EUR USt) bestimmten Kosten der Revisionsbeantwortung besteht als Insolvenzforderung im Konkurs der S***** GmbH, *****, AZ ***** des Landesgerichts *****, zu Recht.

Text

Begründung:

I. Zum Fortsetzungsbeschluss:

Über das Vermögen der vormaligen Klägerin (in der Folge auch: Schuldnerin) wurde nach Vorlage der Akten an das Revisionsgericht mit Beschluss vom 1. 6. 2016 des Landesgerichts *****, AZ *****, das Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung (mittlerweile: Konkursverfahren) eröffnet und Rechtsanwalt Dr. K***** zum Masseverwalter bestellt. Der Masseverwalter beantragte am 13. 9. 2016 beim Erstgericht die Fortsetzung des unterbrochenen Verfahrens.

Ist die Unterbrechung des Verfahrens gemäß § 7 Abs 1 IO im Revisionsstadium eingetreten, dann ist der Oberste Gerichtshof zur Entscheidung über den Aufnahmeantrag und die Berichtigung der Bezeichnung der Partei, über deren Vermögen das Insolvenzverfahren eröffnet wurde, berufen (§ 165 Abs 1 ZPO; RIS-Justiz RS0097353 ua).

II. Zur Entscheidung in der Hauptsache:

Die Schuldnerin betrieb unstrittig eine Autoreparaturwerkstätte und einen Kraftfahrzeughandel.

Der Beklagte hatte am 13. 8. 2014 bei der Schuldnerin einen Servicetermin für sein eigenes Fahrzeug. Anlässlich dieses Termins beabsichtigte der Beklagte, einen Porsche 997/911 Cabrio grau der Schuldnerin zur Probe zu fahren, weil er Interesse am Ankauf dieses Wagens hatte. Der Beklagte wurde von der Schuldnerin ausdrücklich darauf hingewiesen, dass dieser Porsche nicht vollkaskoversichert sei. Die Schuldnerin bot dem Beklagten ein technisch identes, vollkaskoversichertes Modell für die Probefahrt an. Dies lehnte der Beklagte ab, weil er sich nur für den grauen Porsche interessierte und diesen für die Probefahrt verwenden wollte.

Am Weg von der Probefahrt zurück zur Schuldnerin verursachte der Beklagte bei normalem bis starkem Regen auf der Autobahn einen Unfall, bei dem das Fahrzeug mit der Leitplanke kollidierte. Zu diesem war es entweder gekommen, weil der Beklagte eine wesentlich überhöhte Geschwindigkeit von 160 km/h anstelle der (äußerst) zulässigen 130 km/h einhielt und zusätzlich einen Fahrfehler beging, der zum Aquaplaning führte, oder weil der Beklagte, ohne einen Fahrfehler zu begehen, eine Geschwindigkeit „von einiges mehr als 160 km/h“ einhielt.

Am 13. 8. 2014 betrug der Wiederbeschaffungswert des Porsche durch einen Verbraucher 53.350 EUR, der Wrackwert 30.000 EUR und der Händlereinkaufswert 38.000 EUR. Die Reparaturkosten betragen grundsätzlich 27.203,88 EUR, bei einer Eigenreparatur durch die Schuldnerin hingegen bloß 15.600 EUR.

Der Beklagte bezahlte der Schuldnerin einen Selbstbehalt von 250 EUR.

Die klagende Partei begehrt nach Einschränkung die Zahlung des geschätzten Restwerts des Porsche in Höhe von 41.911 EUR sA. Durch den Unfall sei an diesem Wagen ein Totalschaden entstanden. Der Beklagte habe grob fahrlässig gehandelt. Das Wrack des Fahrzeugs sei nach wie vor vorhanden und nicht verkauft worden.

Der Beklagte wandte, soweit für das Revisionsverfahren noch von Bedeutung, ein, dass am Porsche kein Totalschaden entstanden sei. Auch wenn dem Beklagten grobe Fahrlässigkeit vorzuwerfen wäre, hätte die klagende Partei unter Berücksichtigung des Händlereinkaufswerts von 38.000 EUR und des Wrackwerts von 30.000 EUR lediglich einen Anspruch von 8.000 EUR, weil dem Händler nur der Einkaufswert (Wiederbeschaffungswert zum Zweck des Weiterverkaufs) und nicht der Verkaufspreis zustehe. Davon sei der vom Beklagten bereits bezahlte Selbstbehalt abzuziehen.

Das Erstgericht sprach der klagenden Partei 7.750 EUR sA zu und wies das Mehrbegehren von 34.161 EUR sA ab. Dem Beklagten sei eine grobe Sorgfaltswidrigkeit vorzuwerfen. Die klagende Partei habe als Kraftfahrzeughändlerin jedoch keinen Anspruch auf den Restwert des beschädigten Fahrzeugs, sondern nur auf den Wiederbeschaffungswert eines Händlers. Dieser Händlereinkaufswert betrage 38.000 EUR, wovon der Wrackwert von 30.000 EUR und der vom Beklagten bezahlte Selbstbehalt abzuziehen sei.

Das Berufungsgericht gab den von beiden Parteien gegen dieses Urteil erhobenen Berufungen nicht Folge. Im Umfang der Bestätigung des erstgerichtlichen Urteils über den Zuspruch von 7.750 EUR sA erwuchs seine Entscheidung unangefochten in Rechtskraft.

Das Berufungsgericht billigte die Rechtsansicht des Erstgerichts, dass bei der Schadensbemessung vom Händlereinkaufswert auszugehen sei, weil die klagende Partei sonst bereichert wäre. Dem Beklagten sei zwar grobes Verschulden vorzuwerfen. Die klagende Partei habe jedoch keinen Anspruch auf entgangenen Gewinn geltend gemacht, sodass ein Zuspruch über den vom Erstgericht zuerkannten Betrag hinaus nicht in Betracht komme.

Das Berufungsgericht sprach aus, dass die Revision zulässig sei, weil zur Frage, ob für ein im Zuge einer Probe- bzw Ersatzfahrt beschädigtes Fahrzeug eines Kraftfahrzeughändlers der Händlereinkaufswert oder Verkaufswert als Verkehrswert heranzuziehen sei, höchstgerichtliche Rechtsprechung fehle.

Gegen die Entscheidung des Berufungsgerichts im Umfang der Abweisung des Klagebegehrens in Höhe von 34.161 EUR sA richtet sich die Revision der klagenden Partei, mit der sie den Zuspruch auch dieses Teils des Klagebegehrens anstrebt.

Der Beklagte beantragt, die Revision zurück-, hilfsweise, sie abzuweisen.

Rechtliche Beurteilung

Die Revision ist entgegen dem den Obersten Gerichtshof nicht bindenden Zulassungsausspruch unzulässig. Die Zurückweisung der Revision kann sich auf die Ausführung der Zurückweisungsgründe beschränken (§ 510 Abs 3 ZPO).

1. Aufgabe des Schadenersatzrechts ist es, dem Geschädigten einen Ausgleich zu verschaffen (RIS-Justiz RS0022586; RS0023471), und nicht ihn zu bereichern (1 Ob 173/75; Wagner in Schwimann/Kodek4 Vor §§ 1293 ff ABGB Rz 4). Dieser Ausgleichsfunktion trägt die in § 1323 ABGB enthaltene Anordnung, alles in den vorigen Stand zurückzuversetzen, vorrangig Rechnung. Der Geschädigte soll so gestellt werden, wie er ohne schädigendes Ereignis stünde.

2.1 Die klagende Partei hat im Verfahren erster Instanz den Standpunkt vertreten, dass am beschädigten Fahrzeug ein Totalschaden eingetreten sei. Ausgehend davon hat sie nicht – wie dies von § 1323 erster Satz ABGB primär angeordnet wird – Naturalrestitution, sondern Geldersatz, nämlich die Vergütung des geschätzten Restwerts des beschädigten Fahrzeugs geltend gemacht.

2.2 Wurde eine Sache – wie hier nach dem Vorbringen der klagenden Partei im Verfahren erster
Instanz – völlig zerstört und beruhte das Verhalten des Schädigers (was hier nicht der Fall war) auf leichter Fahrlässigkeit, so ist nach § 1332 ABGB der gemeine Wert der Sache zu ersetzen. Dieser besteht im Sinn des § 305 ABGB in dem zu schätzenden Nutzen, den die Sache mit Rücksicht auf Zeit und Ort gewöhnlich und allgemein leistet, in der Regel also im Verkehrswert (RIS-Justiz RS0113651). Der gemeine Wert einer Sache kann im Austausch-, im Ertrags- und allenfalls im Herstellungswert gefunden werden (RIS-Justiz RS0010074). Der Austauschwert bestimmt sich nach jenem Betrag, um den die Sache im Verkehr wieder angeschafft werden kann. Dazu ist nach der Rechtsprechung entgegen der Rechtsansicht der Revisionswerberin auf den Einkaufswert und nicht auf den Verkaufswert abzustellen, weil der Geschädigte vorrangig in die Lage versetzt werden soll, sich eine entsprechende Sache wieder anzuschaffen (2 Ob 176/07g mwH; RIS-Justiz RS0010075 mwH; RS0031865; ausdrücklich zustimmend auch für den hier vorliegenden Fall, in dem der Händler die Möglichkeit hat, die Sache zu einem höheren Preis zu verkaufen als einzukaufen, Koziol, Haftpflichtrecht I³ Rz 10/16; Reischauer in Rummel³ § 1332 ABGB Rz 3, 8 mwH).

3.1 Vor dem Hintergrund dieser Rechtslage ist die Beurteilung des Berufungsgerichts, dass die Schadensbemessungsgrundlage im konkreten Fall der Händlereinkaufswert sei, weil die Schuldnerin um diesen Preis einen gleichwertigen Ersatzwagen anschaffen und – mit Gewinn – weiterveräußern konnte, nicht unvertretbar. Dass ihr die Beschaffung eines gleichwertigen, ebenfalls zur Veräußerung bestimmten Fahrzeugs grundsätzlich nicht möglich wäre (vgl Harrer/Wagner in Schwimann/Kodek4 § 1332 ABGB Rz 3), hat die klagende Partei nicht behauptet. Sie hat auch nicht vorgebracht, dass der Verkaufswert eines um den Händlereinkaufswert neu angeschafften vergleichbaren Fahrzeugs geringer wäre als jener Wert, den sie bei Verkauf des (nunmehr beschädigten) Fahrzeugs erzielt hätte, oder ihre Verkaufschancen in einem solchen Fall beeinträchtigt wären. Die vom Berufungsgericht als erheblich bezeichnete Rechtsfrage stellt sich daher hier nicht, die Revisionswerberin bringt zu ihr im Übrigen nichts Stichhaltiges vor.

3.2 Ist dem Schädiger – wie hier – grobe Fahrlässigkeit vorzuwerfen, so hat er dem Geschädigten gemäß §§ 1323, 1324, 1331 ABGB neben dem positiven Schaden auch den gesamten subjektiv berechneten Schaden, das Interesse, zu ersetzen. Das Interesse ist dabei die Differenz zwischen dem Vermögen des Geschädigten, wie es ohne das schädigende Ereignis bestünde, und dem Vermögensstand, der tatsächlich gegeben ist. Es ist nicht nach dem Verkehrswert der Sache zu fragen, sondern deren Wert gerade im Vermögen des Geschädigten zu ermitteln (1 Ob 173/75; RIS-Justiz RS0030138; RS0030273).

3.3 Die bei grobem Verschulden zustehende volle Genugtuung im Sinn der §§ 1323, 1331 erster Fall ABGB, welche auch den entgangenen Gewinn umfasst, muss im Verfahren erster Instanz ausdrücklich behauptet werden (RIS-Justiz RS0030499 [T1]), mehrere in einer Klage geltend gemachte Schadenersatzansprüche müssen beziffert und individualisiert sein (RIS-Justiz RS0031014). Die Vorinstanzen haben das bereits dargestellte Vorbringen der klagenden Partei dahin ausgelegt, dass die klagende Partei Schadenersatzansprüche in diesem Sinn – insbesondere auch entgangenen Gewinn – nicht geltend gemacht hat. Die Frage der Auslegung des Vorbringens kann naturgemäß nur jeweils anhand des konkreten Verfahrens vorgenommen werden. Ihre Beurteilung stellt damit regelmäßig keine erhebliche Rechtsfrage iSd § 502 Abs 1 ZPO dar. Die klagende Partei führt in der Revision – letztlich begründungslos – lediglich aus, dass im konkreten Fall ein solches Vorbringen zur Begründung ihrer Ansprüche nicht erforderlich gewesen wäre, womit sie keine Korrekturbedürftigkeit der Rechtsansicht des Berufungsgerichts aufzeigt.

4.1 Die klagende Partei hat im Verfahren erster Instanz weder behauptet, dass das Fahrzeug repariert worden sei, noch den Zuspruch von Reparaturkosten begehrt, sodass den dahingehenden Revisionsausführungen kein entsprechendes Vorbringen zugrunde liegt. Daher bedarf es auch keiner Auseinandersetzung mit der auch in der Revision behaupteten vermeintlichen (sekundären) Mangelhaftigkeit des Berufungsverfahrens, wonach „im Gutachten bei den Reparaturkosten“ keine Differenzierungen in Brutto- oder Nettobeträge vorgenommen worden wären. Entgegen ihren Ausführungen im Rechtsmittelverfahren hat die klagende Partei im Verfahren erster Instanz überdies – wie ausgeführt – den Standpunkt vertreten und vorgebracht, dass am Fahrzeug ein Totalschaden eingetreten sei.

4.2 Auch den weiteren, erstmals im Rechtsmittelverfahren aufgestellten Behauptungen, wonach der klagenden Partei Kosten durch Überprüfungs- und Servicearbeiten am angekauften Wagen sowie enorme Finanzierungskosten entstanden seien, liegt kein entsprechendes Vorbringen der klagenden Partei im Verfahren erster Instanz zugrunde, sodass es sich dabei um unbeachtliche Neuerungen handelt. Dies gilt auch für die in der Revision angestellten Berechnungen zum Wrackwert, der nach Ansicht der klagenden Partei „auf Basis Händlerein- bzw -verkauf“ angepasst werden müsste. Ein dahingehendes Vorbringen hat die klagende Partei nicht erstattet, sondern lediglich vorgebracht, dass das Wrack nach wie vor vorhanden und nicht verkauft worden sei.

5. Das Berufungsgericht hat die von der klagenden Partei bereits in der Berufung geltend gemachte Mangelhaftigkeit des Verfahrens erster Instanz, wonach zu Unrecht kein Obergutachter beigezogen worden sei, verneint. Dieser behauptete Verfahrensmangel kann mit der Revision daher nicht mehr aufgegriffen werden (RIS-Justiz RS0042963), dies auch nicht mit der Behauptung, das Berufungsverfahren sei mangelhaft geblieben, weil das Berufungsgericht der Mängelrüge nicht gefolgt sei (RIS-Justiz RS0042963 [T58]).

Mangels Aufzeigens einer erheblichen Rechtsfrage im Sinn des § 502 Abs 1 ZPO war die Revision daher zurückzuweisen.

Die Kostenentscheidung beruht auf den §§ 41, 50 ZPO. Der Beklagte hat auf die Unzulässigkeit der Revision hingewiesen. Prozesskosten bilden, wenn sie – wie hier – Aufwand einer Rechtsverteidigung darstellen, eine selbständige Forderung. In diesem Fall sind die bis zur Eröffnung des Insolvenzverfahrens aufgelaufenen Kosten (hier also auch die Kosten der Revisionsbeantwortung) Insolvenzforderung (RIS-Justiz RS0051738 [T3]; Obermaier, Kostenhandbuch² Rz 8 mwH). Der Kostenersatzanspruch kann im Insolvenzverfahren jedenfalls insoweit als Insolvenzforderung geltend gemacht werden, als die Prozesskosten bereits durch die Vornahme der Prozesshandlungen vor Konkurseröffnung entstanden sind (RIS-Justiz RS0051738 [T3, T5]). Er ist dann auch zur Aufrechnung gegen Forderungen der Konkursmasse geeignet (RIS-Justiz RS0064270). Der Beklagte hat an Kosten für die Revisionsbeantwortung 2.119,14 EUR (inklusive 353,19 EUR USt) verzeichnet und, wie sich dies aus der von Amts wegen beigeschafften Forderungsanmeldung des Beklagten im Konkursverfahren der Schuldnerin ergibt, eine bedingte Forderung in dieser Höhe und aus diesem Titel am 22. 7. 2016 auch im Konkursverfahren angemeldet.

Schlagworte

1 Generalabonnement,10 Konkurs- und Ausgleichsachen,21 Zivilgerichtliche Verkehrsentscheidungen

Textnummer

E116063

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2016:0100OB00027.16T.1011.000

Im RIS seit

09.11.2016

Zuletzt aktualisiert am

23.01.2018

Dokumentnummer

JJT_20161011_OGH0002_0100OB00027_16T0000_000