Rechtssatz für 1Ob545/80 6Ob196/05z 8O...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0023927

Geschäftszahl

1Ob545/80; 6Ob196/05z; 8Ob62/16z

Entscheidungsdatum

30.08.2016

Norm

ABGB §1295 IIf6
GmbHG §25
  1. ABGB § 1295 heute
  2. ABGB § 1295 gültig ab 01.01.1917 zuletzt geändert durch RGBl. Nr. 69/1916
  1. GmbHG § 25 heute
  2. GmbHG § 25 gültig ab 01.01.2016 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 112/2015
  3. GmbHG § 25 gültig von 01.08.2010 bis 31.12.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 58/2010
  4. GmbHG § 25 gültig von 01.01.1991 bis 31.07.2010 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 10/1991

Rechtssatz

Die Haftung des Geschäftsführers greift gegenüber dem Gläubiger nicht nur dann Platz, wenn er selbst das Rechtsgeschäft abgeschlossen hat, sondern auch wenn er den Abschluss durch eine allgemeine oder besondere ermächtigte dritte Person herbeigeführt hat. Die Haftung des Geschäftsführers kommt insbesondere dann in Betracht, wenn er gegen ihm bekanntes oder schuldhaftes unbekannt gebliebenes rechtswidriges Verhalten von Personen, die für die Gesellschaft, etwa als Handlungsbevollmächtigte, tätig werden, nicht einschreitet.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 545/80
    Entscheidungstext OGH 26.03.1980 1 Ob 545/80
    Veröff: SZ 53/53 = GesRZ 1981,111; hiezu Kutschera zur Haftung des Geschäftsführers gemäß § 25 GmbHG GesRZ 1982,243
  • 6 Ob 196/05z
    Entscheidungstext OGH 01.12.2005 6 Ob 196/05z
    Vgl; Beisatz: Auch während eines anhängigen Konkurses besteht das Klagerecht von Gesellschaftsgläubigern (Altgläubigern und Neugläubigern) auf Schadenersatz, wenn der Anspruch auf Delikte des Organs der Gemeinschuldnerin gestützt wird. (T1)
    Beisatz: Hier: Geklagt ist eine OEG, die zivilrechtlich nach der Repräsentantenhaftung mithaftet. (T2)
  • 8 Ob 62/16z
    Entscheidungstext OGH 30.08.2016 8 Ob 62/16z
    Vgl auch; Bem: Darstellung der Haftung des Geschäftsführers gegenüber Dritten. (T3)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1980:RS0023927

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

24.01.2017

Dokumentnummer

JJR_19800326_OGH0002_0010OB00545_8000000_003

Rechtssatz für 6Ob159/69 5Ob153/73 2Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht, Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0023677

Geschäftszahl

6Ob159/69; 5Ob153/73; 2Ob220/73 (2Ob221/73); 8Ob65/76; 5Ob594/76; 8Ob46/77; 7Ob606/77; 5Ob511/78; 7Ob603/78; 8Ob117/78; 3Ob622/78; 1Ob545/80; 8Ob533/79; 2Ob169/80; 9Os43/80; 3Ob619/80; 1Ob533/81; 8Ob3/81; 8Ob517/81; 6Ob581/81; 2Ob243/80; 3Ob633/81; 1Ob606/82; 9Os68/82; 8Ob82/83; 7Ob610/85; 5Ob1301/85; 2Ob664/85; 2Ob625/86; 8Ob29/87; 7Ob726/88; 4Ob615/89; 2Ob553/90; 12Os135/91; 1Ob2269/96z; 1Ob214/99y; 10Ob26/01y; 14Os141/01; 6Ob196/05z; 7Ob219/06s; 4Ob220/08v; 1Ob51/12z; 4Ob5/13h; 4Ob151/15g; 4Ob176/15h; 8Ob62/16z; 6Ob75/18z; 4Ob222/18b; 10Ob100/18f; 6Ob168/19b

Entscheidungsdatum

20.02.2020

Norm

ABGB §1295 IIf6
GmbHG §25
StGB §161 Abs1
  1. ABGB § 1295 heute
  2. ABGB § 1295 gültig ab 01.01.1917 zuletzt geändert durch RGBl. Nr. 69/1916
  1. GmbHG § 25 heute
  2. GmbHG § 25 gültig ab 01.01.2016 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 112/2015
  3. GmbHG § 25 gültig von 01.08.2010 bis 31.12.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 58/2010
  4. GmbHG § 25 gültig von 01.01.1991 bis 31.07.2010 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 10/1991

Rechtssatz

Wer bei Ausübung der Tätigkeit als Geschäftsführer einer GmbH gegen die Gläubiger gerichtete strafbare Handlungen begeht, haftet persönlich gegenüber den Gläubigern für den Schaden.

Entscheidungstexte

  • 6 Ob 159/69
    Entscheidungstext OGH 02.07.1969 6 Ob 159/69
    Veröff: SZ 42/104 = EvBl 1970/63 S 100 = JBl 1972,141 (vgl aber Ostheim); hiezu auch Schuppich in GesRZ 1972,30; Hiezu zustimmend Pfersmann in ÖJZ 1973,311; hiezu Doralt: Zur schadenersatzrechtlichen Haftung des Geschäftsführers der GmbH bei fahrlässiger Krida, JBl 1972,120
  • 5 Ob 153/73
    Entscheidungstext OGH 03.10.1973 5 Ob 153/73
  • 2 Ob 220/73
    Entscheidungstext OGH 21.03.1974 2 Ob 220/73
    Beisatz: In jedem Fall obliegt es dem Geschäftsführer, sich bei Abschluss des Gesellschaftsvertrages beziehungsweise der Vereinbarung mit den Gesellschaftern betreffen den Umfang seiner Tätigkeit über die ihn nach dem Gesetz treffenden Verpflichtungen - sh §§ 18 Abs 1, 20 Abs 2 1. Satz GmbHG - zu informieren und sich diesen gemäß zu verhalten (hier: interne Einschränkung des Wirkungskreises - § 486 Z 2 StG). (T1)
    Veröff: HS 9664
  • 8 Ob 65/76
    Entscheidungstext OGH 26.05.1976 8 Ob 65/76
  • 5 Ob 594/76
    Entscheidungstext OGH 15.06.1976 5 Ob 594/76
    Veröff: GesRZ 1976,99
  • 8 Ob 46/77
    Entscheidungstext OGH 25.05.1977 8 Ob 46/77
    Veröff: SZ 50/75
  • 7 Ob 606/77
    Entscheidungstext OGH 17.11.1977 7 Ob 606/77
    Beisatz: Fahrlässige Krida. (T2)
  • 5 Ob 511/78
    Entscheidungstext OGH 13.06.1978 5 Ob 511/78
    Veröff: GesRZ 1979,36
  • 7 Ob 603/78
    Entscheidungstext OGH 29.06.1978 7 Ob 603/78
    Vgl; Beisatz: Auch nach deutschem Recht haftet der Geschäftsführer einer GmbH dem geschädigten Dritten gegenüber für einen ihm aus einer unerlaubten Handlung bei der Ausübung seiner Geschäftsführung zugefügten Schaden, sofern der Tatbestand eines gegenüber Dritten verübten Deliktes vorliegt (hier § 263d StGB). (T3)
  • 8 Ob 117/78
    Entscheidungstext OGH 20.12.1978 8 Ob 117/78
    Beis wie T2
  • 3 Ob 622/78
    Entscheidungstext OGH 11.07.1978 3 Ob 622/78
    Veröff: SZ 52/116 = EvBl 1980/4 S 14 = JBl 1980,38
  • 1 Ob 545/80
    Entscheidungstext OGH 26.03.1980 1 Ob 545/80
    Veröff: SZ 53/53 = GesRZ 1981,110
  • 8 Ob 533/79
    Entscheidungstext OGH 10.04.1980 8 Ob 533/79
  • 2 Ob 169/80
    Entscheidungstext OGH 10.02.1981 2 Ob 169/80
    Vgl; Beisatz: Haftung nur für die durch eine verspätete Konkurseröffnung eintretende Schmälerung der Konkursquote. (T4)
  • 9 Os 43/80
    Entscheidungstext OGH 02.12.1980 9 Os 43/80
    Beisatz: Doch deckt sich in der Regel der Schadenersatzanspruch ex delicto nicht mit der Forderung es contractu (Doralt in JBl 1972,121 ff; für einen Privatbeteiligtenzuspruch im Regelfall zusätzliche Feststellungen über die Schadenshöhe erforderlich). (T5) Veröff: SSt 51/54
  • 3 Ob 619/80
    Entscheidungstext OGH 25.03.1981 3 Ob 619/80
    Vgl; Beisatz: Ein Verstoß gegen Vertragsverpflichtungen der GmbH ( - sie hatte sich als Generalunternehmerin verpflichtet, sogleich nach Erhalt der Zahlungen des Bauherrn die damit abgegoltenen Leistungen des Subunternehmers zu berichtigen - ), kann für sich allein keine Haftung des organschaftlichen Vertreters für eine ohne Beziehung auf einen Vertrag (§ 1295 ABGB) verursachte widerrechtliche Beschädigung begründen. (T6)
  • 1 Ob 533/81
    Entscheidungstext OGH 08.04.1981 1 Ob 533/81
  • 8 Ob 3/81
    Entscheidungstext OGH 15.06.1981 8 Ob 3/81
    Beisatz: Hat er Dienstnehmeranteile vorenthalten, tritt ihn persönlich die strafrechtliche Verantwortlichkeit und auch die Schadenersatzpflicht gegenüber der Krankenkasse. (T7)
    Veröff: GesRZ 1981,232
  • 8 Ob 517/81
    Entscheidungstext OGH 09.07.1981 8 Ob 517/81
    Vgl
  • 6 Ob 581/81
    Entscheidungstext OGH 04.11.1981 6 Ob 581/81
    Auch
  • 2 Ob 243/80
    Entscheidungstext OGH 15.12.1981 2 Ob 243/80
    Auch; Beis wie T2; Beisatz: Die Haftung des Geschäftsführers einer in Konkurs verfallenen GmbH hängt davon ab, ob der Gläubiger nicht schon im Konkurs - bis zur endgültigen Aufteilung der allenfalls noch durch Drittschuldnerzahlungen bereicherten Masse - Befriedigung erlangt. (T8)
  • 3 Ob 633/81
    Entscheidungstext OGH 10.02.1982 3 Ob 633/81
    Auch; Beis wie T4
  • 1 Ob 606/82
    Entscheidungstext OGH 16.06.1982 1 Ob 606/82
    Beisatz: Liquidator verletzt vorsätzlich zugunsten der GmbH dadurch zugunsten der Gläubiger erlassene Schutzgesetze strafrechtlicher Natur (zum Beispiel § 134 StGB), dass ein Kenntnis der Zessionsvereinbarung eine einem Gläubiger abgetretene Forderung einzieht und dem Vermögen der GmbH zuführt. (T9)
  • 9 Os 68/82
    Entscheidungstext OGH 29.06.1982 9 Os 68/82
    Beis wie T5; Veröff: GesRZ 1982,318
  • 8 Ob 82/83
    Entscheidungstext OGH 06.10.1983 8 Ob 82/83
    Beisatz: Wer als Geschäftsführer ein dem Schutz der Gesellschaftsgläubiger dienendes Schutzgesetz übertritt. (T10)
    Veröff: HS XIV/XV/19
  • 7 Ob 610/85
    Entscheidungstext OGH 07.11.1985 7 Ob 610/85
    Beisatz: Über den Bereich der Schutzgesetzverletzung hinaus kann aber auch die Verletzung absolut geschützter Rechtsgüter oder die sittenwidrige Schädigung durch die Geschäftsführer deren Haftpflicht begründen. (T11)
    Veröff: HS XVI/XVII/7
  • 5 Ob 1301/85
    Entscheidungstext OGH 26.11.1985 5 Ob 1301/85
    Beis wie T10; Beisatz: Ein solcher Fall wird durch die Unterlassung der vertraglich geschuldeten Überbindung eines Bestandvertrages auf den Erwerber des Bestandobjektes aber nicht verwirklicht. (T12)
  • 2 Ob 664/85
    Entscheidungstext OGH 17.12.1985 2 Ob 664/85
    Auch; Beis wie T2; Beis wie T10; Veröff: SZ 58/210
  • 2 Ob 625/86
    Entscheidungstext OGH 07.04.1987 2 Ob 625/86
    Auch; Beis wie T2; Veröff: WBl 1987,186
  • 8 Ob 29/87
    Entscheidungstext OGH 21.10.1987 8 Ob 29/87
    Auch; Beis wie T4; Beis wie T10; Beisatz: Hier: Haftung des Geschäftsführers einer GmbH für Sozialversicherungsbeitragsrückstände, die während des Zeitraumes aufliefen, in dem er seine Verpflichtung zur Anmeldung des Konkurses vernachlässigte. (T13)
  • 7 Ob 726/88
    Entscheidungstext OGH 23.02.1989 7 Ob 726/88
    Beis wie T4; Beis wie T10; Beis wie T13; Veröff: EvBl 1989/122 S 462 = RZ 1989/39 S 114
  • 4 Ob 615/89
    Entscheidungstext OGH 07.11.1989 4 Ob 615/89
  • 2 Ob 553/90
    Entscheidungstext OGH 24.10.1990 2 Ob 553/90
    Beis wie T10
  • 12 Os 135/91
    Entscheidungstext OGH 19.12.1991 12 Os 135/91
    Vgl auch; Beis wie T5
  • 1 Ob 2269/96z
    Entscheidungstext OGH 16.12.1996 1 Ob 2269/96z
    Auch; Beis wie T10
  • 1 Ob 214/99y
    Entscheidungstext OGH 25.01.2000 1 Ob 214/99y
  • 10 Ob 26/01y
    Entscheidungstext OGH 20.03.2001 10 Ob 26/01y
    Beis wie T11
  • 14 Os 141/01
    Entscheidungstext OGH 03.12.2002 14 Os 141/01
    Ähnlich; Beis wie T2
  • 6 Ob 196/05z
    Entscheidungstext OGH 01.12.2005 6 Ob 196/05z
    Beisatz: Auch während eines anhängigen Konkurses besteht das Klagerecht von Gesellschaftsgläubigern (Altgläubigern und Neugläubigern) auf Schadenersatz, wenn der Anspruch auf Delikte des Organs der Gemeinschuldnerin gestützt wird. (T14)
    Beisatz: Hier: Geklagt ist eine OEG, die zivilrechtlich nach der Repräsentantenhaftung mithaftet. (T15)
  • 7 Ob 219/06s
    Entscheidungstext OGH 11.10.2006 7 Ob 219/06s
    Auch; Beis wie T6 nur: Ein Verstoß gegen Vertragsverpflichtungen der GmbH kann für sich allein keine Haftung des organschaftlichen Vertreters für eine ohne Beziehung auf einen Vertrag (§ 1295 ABGB) verursachte widerrechtliche Beschädigung begründen. (T16)
  • 4 Ob 220/08v
    Entscheidungstext OGH 20.01.2009 4 Ob 220/08v
    Auch; Beis wie T10; Veröff: SZ 2009/8
  • 1 Ob 51/12z
    Entscheidungstext OGH 11.10.2012 1 Ob 51/12z
    Vgl
  • 4 Ob 5/13h
    Entscheidungstext OGH 12.02.2013 4 Ob 5/13h
    Auch
  • 4 Ob 151/15g
    Entscheidungstext OGH 22.09.2015 4 Ob 151/15g
    Auch; Veröff: SZ 2015/100
  • 4 Ob 176/15h
    Entscheidungstext OGH 20.10.2015 4 Ob 176/15h
    Auch; Veröff: SZ 2015/111
  • 8 Ob 62/16z
    Entscheidungstext OGH 30.08.2016 8 Ob 62/16z
    Auch; Bem: Darstellung der Haftung des Geschäftsführers gegenüber Dritten. (T17)
  • 6 Ob 75/18z
    Entscheidungstext OGH 31.08.2018 6 Ob 75/18z
  • 4 Ob 222/18b
    Entscheidungstext OGH 27.11.2018 4 Ob 222/18b
    Vgl auch; Beis wie T10; Beis wie T11; Bem wie T17; Beisatz: Hier: Haftung des Geschäftsführers für die Vereitelung eines mit der GmbH geschlossenen Liegenschaftskaufvertrages. (T18)
  • 10 Ob 100/18f
    Entscheidungstext OGH 22.01.2019 10 Ob 100/18f
  • 6 Ob 168/19b
    Entscheidungstext OGH 20.02.2020 6 Ob 168/19b
    Vgl; Beis wie T10

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1969:RS0023677

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

29.04.2020

Dokumentnummer

JJR_19690702_OGH0002_0060OB00159_6900000_001

Rechtssatz für 1Ob128/06i 3Ob25/11i 10...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0121621

Geschäftszahl

1Ob128/06i; 3Ob25/11i; 10ObS34/16x; 8Ob62/16z; 1Ob33/18m; 7Ob12/21x; 7Ob152/21k; 10ObS97/22w

Entscheidungsdatum

22.11.2022

Norm

ZPO §41
  1. ZPO § 41 heute
  2. ZPO § 41 gültig ab 01.03.1919 zuletzt geändert durch StGBl.Nr. 95/1919

Rechtssatz

Nicht zur zweckentsprechenden Rechtsverfolgung notwendig ist eine Vertagungsbitte, da die Verhinderung des Parteienvertreters einen allein im Bereich dieser Partei gelegenen Umstand darstellt, der nicht zu einer Kostenbelastung des Prozessgegners führen darf.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 128/06i
    Entscheidungstext OGH 17.10.2006 1 Ob 128/06i
  • 3 Ob 25/11i
    Entscheidungstext OGH 09.06.2011 3 Ob 25/11i
  • 10 ObS 34/16x
    Entscheidungstext OGH 07.06.2016 10 ObS 34/16x
  • 8 Ob 62/16z
    Entscheidungstext OGH 30.08.2016 8 Ob 62/16z
    Auch
  • 1 Ob 33/18m
    Entscheidungstext OGH 19.06.2018 1 Ob 33/18m
    Auch
  • 7 Ob 12/21x
    Entscheidungstext OGH 24.02.2021 7 Ob 12/21x
    Auch
  • 7 Ob 152/21k
    Entscheidungstext OGH 15.09.2021 7 Ob 152/21k
    Auch
  • 10 ObS 97/22w
    Entscheidungstext OGH 22.11.2022 10 ObS 97/22w
    Vgl

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2006:RS0121621

Im RIS seit

16.11.2006

Zuletzt aktualisiert am

11.01.2023

Dokumentnummer

JJR_20061017_OGH0002_0010OB00128_06I0000_002

Rechtssatz für 3Ob514/80; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0028566

Geschäftszahl

3Ob514/80; 6Ob696/81; 8Ob530/81; 4Ob578/81; 3Ob610/83; 8Ob1547/93; 10Ob528/94; 3Ob164/06y; 10Ob96/08b; 4Ob35/10s; 10Ob16/11t; 4Ob129/12t; 8Ob66/12g; 2Ob4/13x; 1Ob150/13k; 2Ob223/14d; 8Ob62/16z; 6Ob146/18s; 6Ob185/18a; 8Ob116/22z

Entscheidungsdatum

23.02.2023

Norm

ABGB §1313a I
ABGB §1313a IIb
ABGB §1315 I
  1. ABGB § 1313a heute
  2. ABGB § 1313a gültig ab 01.01.1917 zuletzt geändert durch RGBl. Nr. 69/1916
  1. ABGB § 1313a heute
  2. ABGB § 1313a gültig ab 01.01.1917 zuletzt geändert durch RGBl. Nr. 69/1916
  1. ABGB § 1315 heute
  2. ABGB § 1315 gültig ab 01.01.1917 zuletzt geändert durch RGBl. Nr. 69/1916

Rechtssatz

Der Gehilfe muss mit Willen des Schuldners im Rahmen der dem Schuldner obliegenden Verbindlichkeit tätig werden und es muss sich um einen Schaden handeln, der durch den Gehilfen bei der Erfüllung vertraglicher Verpflichtungen zugefügt wurde.

Entscheidungstexte

  • 3 Ob 514/80
    Entscheidungstext OGH 23.04.1980 3 Ob 514/80
  • 6 Ob 696/81
    Entscheidungstext OGH 11.11.1981 6 Ob 696/81
    Auch; Veröff: JBl 1982,654
  • 8 Ob 530/81
    Entscheidungstext OGH 03.12.1981 8 Ob 530/81
    Veröff: JBl 1983,255 = ZVR 1982/266 S 236
  • 4 Ob 578/81
    Entscheidungstext OGH 14.09.1982 4 Ob 578/81
    Beisatz: Der Schuldner braucht nur dann für den Dritten zu haften, wenn er auf dessen Verwendung im Rahmen des Vertragsverhältnisses Einfluss hatte. (T1) Veröff: SZ 55/123
  • 3 Ob 610/83
    Entscheidungstext OGH 30.11.1983 3 Ob 610/83
    Auch
  • 8 Ob 1547/93
    Entscheidungstext OGH 22.04.1993 8 Ob 1547/93
    Vgl auch
  • 10 Ob 528/94
    Entscheidungstext OGH 09.04.1996 10 Ob 528/94
    nur: Der Gehilfe muss mit Willen des Schuldners im Rahmen der dem Schuldner obliegenden Verbindlichkeit tätig werden. (T2) Beisatz: Nicht jedes Gehilfenverhalten kann als Erfüllungshandlung des Geschäftsherrn angesehen werden. Es ist zu prüfen, ob der auskunftserteilende Angestellte zur Erfüllung (des Auskunftsvertrages) berufen war oder doch in zurechenbarer Weise ein entsprechender Anschein erweckt wurde. (T3)
    Veröff: SZ 69/86
  • 3 Ob 164/06y
    Entscheidungstext OGH 30.11.2006 3 Ob 164/06y
    Auch; nur T2; Beisatz: Hier: Schuldner hat dem Gläubiger die Beiziehung einer bestimmten Person als Baumeister vorgschlagen - den Auftrag an den Baumeister erteilte der Gläubiger selbst. (T4)
  • 10 Ob 96/08b
    Entscheidungstext OGH 22.12.2008 10 Ob 96/08b
    Auch; Beisatz: Der Geschäftsherr hat auch für jene Personen einzustehen, für die der Anschein der Gehilfenstellung besteht (Anscheinserfüllungsgehilfe). Dabei genügt, dass der Geschäftsherr in zurechenbarer Weise den Anschein einer Erfüllungsgehilfeneigenschaft erweckt. (T5)
  • 4 Ob 35/10s
    Entscheidungstext OGH 13.07.2010 4 Ob 35/10s
  • 10 Ob 16/11t
    Entscheidungstext OGH 31.05.2011 10 Ob 16/11t
    Auch; Beis wie T1
  • 4 Ob 129/12t
    Entscheidungstext OGH 17.12.2012 4 Ob 129/12t
    nur T2; Beis wie T5; Veröff: SZ 2012/139
  • 8 Ob 66/12g
    Entscheidungstext OGH 05.04.2013 8 Ob 66/12g
    Auch; nur T2; Beisatz: Hier: Selbstständige Vermögensberaterin. (T6); Veröff: SZ 2013/33
  • 2 Ob 4/13x
    Entscheidungstext OGH 17.06.2013 2 Ob 4/13x
    Auch; nur T2
  • 1 Ob 150/13k
    Entscheidungstext OGH 27.02.2014 1 Ob 150/13k
    Auch
  • 2 Ob 223/14d
    Entscheidungstext OGH 06.08.2015 2 Ob 223/14d
    Beis wie T1
  • 8 Ob 62/16z
    Entscheidungstext OGH 30.08.2016 8 Ob 62/16z
    Auch; nur T2
  • 6 Ob 146/18s
    Entscheidungstext OGH 31.08.2018 6 Ob 146/18s
    Veröff: SZ 2018/67
  • 6 Ob 185/18a
    Entscheidungstext OGH 21.11.2018 6 Ob 185/18a
  • 8 Ob 116/22z
    Entscheidungstext OGH 23.02.2023 8 Ob 116/22z
    vgl; Beisatz: Voraussetzung der Gehilfeneigenschaft ist die Eingliederung der betreffenden Person in den Herrschafts- und/oder Organisationsbereich des potentiell nach § 1315 ABGB zu Belangenden. (T7)
    Beisatz: Eine Haftung des Geschäftsherrn kommt daher nur in Betracht, wenn der Gehilfe in dessen Aufgaben- und Verantwortungsbereich tätig geworden ist. (T8)
    Beisatz: Die Zurechnung erfordert weiters einen inneren Zusammenhang zwischen dem übertragenen Aufgabengebiet und der Untüchtigkeit des Gehilfen. (T9)
    Beisatz: Hier: Unmittelbarer Schädiger war nicht im Auftrag der Beklagten tätig. (T10)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1980:RS0028566

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

27.04.2023

Dokumentnummer

JJR_19800423_OGH0002_0030OB00514_8000000_002

Entscheidungstext 8Ob62/16z

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Fundstelle

RWZ 2016/80 S 350 (Wenger) - RWZ 2016,350 (Wenger) = wbl 2016,646/214 - wbl 2016/214 = RdW 2016/549 S 749 - RdW 2016,749 = AnwBl 2016,641 = ecolex 2016/473 S 1081 - ecolex 2016,1081 = ZVR 2017/44 S 75 (Danzl, tabellarische Übersicht) - ZVR 2017,75 (Danzl, tabellarische Übersicht) = EvBl 2017/46 S 326 (Burtscher) - EvBl 2017,326 (Burtscher)

Geschäftszahl

8Ob62/16z

Entscheidungsdatum

30.08.2016

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat als Revisionsgericht durch den Vizepräsidenten Prof. Dr. Spenling als Vorsitzenden, die Hofrätin Dr. Tarmann-Prentner, die Hofräte Mag. Ziegelbauer und Dr. Brenn und die Hofrätin Mag. Korn als weitere Richter in der Rechtssache der klagenden Partei C***** B*****, vertreten durch Dr. Sabine Wintersberger, Rechtsanwältin in Ried im Innkreis, gegen die beklagte Partei K***** B*****, vertreten durch Dr. Maximilian Schludermann, Rechtsanwalt in Wien, wegen 28.676,50 EUR sA, über die Revision der beklagten Partei gegen das Urteil des Oberlandesgerichts Wien als Berufungsgericht vom 21. März 2016, GZ 15 R 8/16f-49, mit dem das Urteil des Landesgerichts für Zivilrechtssachen Wien vom 26. November 2015, GZ 9 Cg 48/13i-45, bestätigt wurde, in nichtöffentlicher Sitzung zu Recht erkannt:

Spruch

Der Revision wird Folge gegeben.

Die Entscheidungen der Vorinstanzen werden dahin abgeändert, dass das Urteil lautet:

„Das Klagebegehren, die beklagte Partei sei schuldig, der klagenden Partei 28.676,50 EUR samt Anhang zu bezahlen, wird abgewiesen.

Die klagende Partei ist schuldig, der beklagten Partei binnen 14 Tagen die mit 11.301,86 EUR bestimmten Verfahrenskosten (darin 1.780,56 EUR USt und 618,50 EUR Barauslagen) zu ersetzen.“

Die klagende Partei ist schuldig, der beklagten Partei binnen 14 Tagen die mit insgesamt 6.044,18 EUR bestimmten Kosten des Berufungs- und Revisionsverfahrens (darin 599,03 EUR USt und 2.450 EUR Barauslagen) zu ersetzen.

Text

Entscheidungsgründe:

Die Klägerin schloss mit einer (mittlerweile liquidierten) Gastro GmbH im Juli 2010 einen Vertrag über die Einrichtung eines Restaurants und lieferte dieser unter Eigentumsvorbehalt unter anderem Stühle, Tische, ein Verkaufspult und Wandverbauten.

Die Beklagte war ab November 2011 allein vertretungsberechtigte Geschäftsführerin der Gastro GmbH.

Da die gelieferten Einrichtungsgegenstände nicht zur Gänze bezahlt wurden, brachte die Klägerin im Frühjahr 2012 Klage gegen die Gastro GmbH auf Herausgabe ihres Vorbehaltseigentums ein. Das über diese Klage ergangene Versäumungsurteil erwuchs in Rechtskraft.

Die Klägerin hatte geplant, die Demontage und Abholung des Mobiliars von einem ständig von ihr beauftragten Tischlerunternehmen durchführen zu lassen. Wegen der unmittelbar bevorstehenden Räumung des Lokals war ihr dies zeitlich aber nicht mehr möglich, weshalb ihr Geschäftsführer mit dem Vater der Beklagten vereinbarte, dass dieser die Einrichtungsgegenstände abbauen und für die Klägerin einlagern solle.

Der Vater der Beklagten, der weder Gesellschafter, noch Geschäftsführer der Gastro GmbH war, sowie vier von ihm beigezogene Helfer führten die Demontage in der Folge äußerst unprofessionell und unsachgemäß aus, wodurch ein Großteil des Mobiliars beschädigt und unbrauchbar wurde.

Die Klägerin begehrt, die Beklagte zum Ersatz des Schadens in Höhe des Klagsbetrags zu verpflichten.

Das Erstgericht gab dem Klagebegehren statt. Die Beklagte habe in ihrer Eigenschaft als Geschäftsführerin der Gastro GmbH nicht dafür gesorgt, dass ihre Gehilfen iSd Paragraph 1313 a, ABGB das Eigentum der Klägerin sorgfältig behandeln. Sie hafte für den dadurch eingetretenen, in der Klage der Höhe nach richtig berechneten Schaden auch persönlich.

Das Berufungsgericht gab dem Rechtsmittel der Beklagten keine Folge.

Bei einem unberechtigten Eingriff in fremdes Eigentumsrecht werde der Grundsatz, dass ein Geschäftsführer einer GmbH den Gläubigern der Gesellschaft nicht unmittelbar hafte, durchbrochen. Die Schädigung eines absolut geschützten Rechtsguts führe zur deliktischen Haftung. Zwar habe keine Vertragsbeziehung zwischen der Beklagten und ihrem Vater bzw dessen Gehilfen bestanden, sodass die Klägerin ihre Forderung nicht auf Paragraph 1313 a, ABGB stützen könne. Die Haftung der Beklagten gründe sich aber auf Paragraph 1315, ABGB, weil die an der Demontage beteiligten Personen keine Fachkräfte gewesen seien und sich angesichts des Schadensbildes als habituell untüchtig erwiesen hätten.

Gegen diese Entscheidung richtet sich die gemäß Paragraph 508, Absatz 3, ZPO nachträglich vom Berufungsgericht zur Klärung der Frage, inwieweit der Geschäftsführer einer GesmbH für Besorgungsgehilfen hafte, zugelassene Revision der Beklagten. Die Klägerin hat eine Revisionsbeantwortung erstattet.

Rechtliche Beurteilung

Die Revision ist zulässig, weil der Entscheidungsbegründung des Berufungsgerichts Widersprüche anhaften, die im Sinne der Rechtseinheit und Rechtssicherheit einer Korrektur bedürfen. Die Revision ist auch berechtigt.

1. Nach Paragraph 25, GmbHG haften Geschäftsführer nur für eigenes, schuldhaftes Verhalten und grundsätzlich nur der Gesellschaft, nicht aber einzelnen Gesellschaftern oder Gläubigern (ua Nowotny in Kalss/Nowotny/Schauer, Österreichisches Gesellschaftsrecht Kap 4.1 Rz 234 mwN).

Kapitalgesellschaften sind aus sich selbst heraus nicht handlungsfähig, sondern nur über ihre Organe, deren Handeln und Unterlassen im Rahmen ihres organschaftlichen Tätigkeitsbereichs der Gesellschaft zugerechnet wird. Die gesetzliche Ausgangslage spricht daher im Allgemeinen dagegen, Geschäftsführer Dritten gegenüber haftbar zu machen, wenn sie nur im Rahmen ihres gesellschaftsrechtlichen Verantwortungsbereichs agiert haben, vielmehr ist für eine Dritthaftung die Verletzung einer eigenen, nicht nur der Gesellschaft obliegenden Pflicht zu fordern (Koppensteiner, Zur Außenhaftung von Geschäftsführern und Vorständen, GES 2015, 379 [379 f]).

Ausnahmen von diesem Grundsatz bestehen im Fall einer ausdrücklichen gesetzlichen Anordnung (zB Paragraph 56, Absatz 3, GmbHG; Paragraph 64, Absatz eins, GmbHG; Paragraph 9, BAO; Paragraph 67, Absatz 10, ASVG), bei vorsätzlicher sittenwidriger Gläubigerschädigung, bei gerichtlich strafbaren Handlungen (Paragraph 1295, Absatz 2, ABGB; Paragraphen 153 c,, 153d StGB) oder schuldhafter Verletzung eines Schutzgesetzes. Eine unmittelbare Haftung ist auch zu bejahen, wenn sich der Geschäftsführer neben der Gesellschaft selbst rechtsgeschäftlich verpflichtet hat, aber auch wenn er ein besonderes persönliches Vertrauen des Gläubigers in Anspruch genommen hat und die Vertragsverhandlungen dadurch beeinflusst wurden (RIS-Justiz RS0019726; 6 Ob 210/15y), oder allgemein bei Handeln des Geschäftsführers im wirtschaftlichen Eigeninteresse (zu den Beispielen s Reich-Rohrwig in Straube/Ratka/Rauter, GmbHG Paragraph 25, Rz 260 ff).

Zur Abgrenzung, ob der Geschäftsführer – ausnahmsweise – als „Dritter“ aufgefasst werden kann, der auf den Willen der GmbH einwirkt, oder ob er – so der Regelfall – als Organ der GmbH nur deren Willen bildet und kein ihm selbst im Außenverhältnis zurechenbares Verhalten setzt, ist wesentlich, ob er Eigeninteressen oder Interessen außenstehender Dritter verfolgt, und ob ihm rechtswidrige Handlungen, die er als Organ in Vertretung der GmbH vorgenommen hat, zugleich auch als eigenes deliktisches Verhalten gegenüber dem Vertragspartner oder Gläubiger der GmbH zugerechnet werden können (Reich-Rohrwig aaO Rz 305 mwN).

2. Alle vorstehend genannten Haftungsgründe kommen im vorliegenden Fall nicht zum Tragen.

Weder kann sich die Klägerin auf eine besondere gesetzliche Anordnung der Dritthaftung stützen, noch hat sie auch nur behauptet, dass die Beklagte ein Schutzgesetz verletzt bzw Handlungen oder Unterlassungen in Schädigungsabsicht begangen habe, oder dass sie ein besonderes persönliches Vertrauen in Anspruch genommen habe.

3. Die Verpflichtung zur Herausgabe der unter Eigentumsvorbehalt stehenden Gegenstände traf nicht die Beklagte persönlich, sondern die Gastro GmbH, mit der allein die Klägerin in Vertragsbeziehung stand und der sie ihre Ware anvertraut hatte.

Der „Herrschafts- und Organisationsbereich“ der verpflichteten Gesellschaft, dem der Vater der Beklagten nach Ansicht des Berufungsgerichts – die von der Revisionswerberin auch nicht bekämpft wird – kraft Anscheins zuzurechnen war, ist nicht dem „Herrschafts- und Organisationsbereich“ der Beklagten gleichzusetzen.

Das Berufungsgericht hat daraus auch richtig abgeleitet, dass die mit der Demontage beschäftigten Arbeiter nicht persönliche Gehilfen der Beklagten iSd Paragraph 1313 a, ABGB waren, weil sie an der Erfüllung einer der Gastro GmbH obliegenden Leistung mitgewirkt haben.

4. Nach Paragraph 1315, ABGB haftet derjenige, welcher sich einer untüchtigen oder wissentlich einer gefährlichen Person zur Besorgung seiner Angelegenheiten bedient, für den Schaden, den sie in dieser Eigenschaft einem Dritten zufügt.

Der Gehilfe ist auch iSd Paragraph 1315, ABGB nur dann ein solcher, wenn er mit Willen des Schuldners im Rahmen der dem Schuldner obliegenden Verbindlichkeit tätig wird (RIS-Justiz RS0028566).

Das Berufungsgericht hat in seinen Rechtsausführungen festgehalten, dass die Beklagte „als Geschäftsführerin“ der GmbH ihren Vater mit Demontage und Einlagerung beauftragt habe. Abgesehen davon, dass ein solcher Auftrag nach den erstgerichtlichen Feststellungen gar nicht stattgefunden hat (sondern der Vater eigenmächtig mit dem Geschäftsführer der Klägerin verhandelt hat), ist der Entscheidung des Berufungsgerichts nicht zu entnehmen, weshalb es in Widerspruch zu seiner eigenen Annahme einer Vertretungshandlung – und in Widerspruch zu seinen Ausführungen iZm Paragraph 1313 a, ABGB – davon ausgegangen ist, dass der Vater und dessen Helfer nicht Angelegenheiten der GmbH, sondern eigene Angelegenheiten der Beklagten besorgt hätten. Diese Beurteilung ist in den Feststellungen nicht gedeckt. Mangels einer Gehilfenstellung des Vaters und seiner Leute im Verhältnis zur Beklagten besteht auch keine Rechtsgrundlage für deren Haftung nach Paragraph 1315, ABGB.

5. Das Berufungsgericht hat eine unmittelbare Haftung der Beklagten als Geschäftsführerin auch deswegen bejaht, weil die Schädigung der Klägerin durch einen Eingriff in ihr Eigentumsrecht verwirklicht worden sei.

Es hat sich dabei auf die herrschende Lehre und Rechtsprechung bezogen, wonach Geschäftsleiter, die im Rahmen ihrer Organfunktionen tätig werden, neben der Gesellschaft auch persönlich haften, wenn sie dabei absolute Rechte eines anderen, zB dessen körperliche Integrität oder dessen Eigentum, verletzen. Dieser Auffassung, die in der Lehre kontrovers diskutiert wird (Koppensteiner aaO, 385 f mwN), liegt der Modellfall zugrunde, dass mit einer Handlung bzw Unterlassung des Organs nicht bloß eine die Gesellschaft treffende Verpflichtung, sondern eine jedermann angehende Pflicht (Achtung fremden Eigentums, Achtung der körperlichen Integrität) missachtet wurde. Der in seinen Rechten Verletzte soll dann nicht nur auf die Gesellschaft, sondern auf das schädigende Organ unmittelbar zugreifen können, wenn dieses ihm gegenüber auch eine individuelle Verfehlung begangen hat (Koppensteiner, aaO mwN).

Grundlage für die Außenhaftung ist in diesen Fällen aber immer ein eigenes, rechtswidriges Handeln des Geschäftsführers.

Diese Voraussetzung ist hier nicht erfüllt. Nach dem für den Obersten Gerichtshof bindend festgestellten Sachverhalt war die Beklagte in die Vereinbarung zwischen ihrem Vater und der Klägerin über die Selbstdemontage und Einlagerung der Einrichtungsgegenstände überhaupt nicht eingebunden. Weder hat der Geschäftsführer der Klägerin mit ihr gesprochen, noch steht fest, dass sie ihrem Vater einen Auftrag erteilt hat.

Auch für eine Schädigung durch rechtswidrige Unterlassung – die voraussetzen würde, dass die Beklagte die ohne ihre Mitwirkung getroffene Vereinbarung sowie die mangelnde fachliche Eignung ihres Vaters und seiner Helfer vorweg gekannt und sie eine Warn- bzw Verhinderungspflicht getroffen hätte – besteht kein Anhaltspunkt. Andere haftungsbegründende Umstände wurden von der klagenden Partei nicht vorgebracht.

Der Revision war daher Folge zu geben.

Die Entscheidung über die Verfahrenskosten gründet sich auf Paragraphen 41,, 50 ZPO.

Die klagende Partei hat in ihren Einwendungen gegen das in erster Instanz gelegte Kostenverzeichnis der Beklagten richtig darauf hingewiesen, dass für den Antrag auf Verlegung eines Augenscheinstermins kein Kostenersatz gebührt (RIS-Justiz RS0121621), weil der Anlass dafür im Bereich der Beklagten gelegen war. Ebenso berechtigt ist die Einwendung, dass für die Stellungnahme vom 12. 12. 2014, mit der lediglich eine Aufschlüsselung der verzeichneten Sachverständigengebühr und die Erstreckung einer Frist begehrt wurden, Kostenersatz nur nach TP 2 RATG zusteht. Für die Einwendungen selbst gebührt nach Paragraph 54, Absatz eins a, ZPO kein Kostenersatz.

An Sachverständigenkosten hatte die Beklagte in erster Instanz 606,50 EUR zu tragen.

Schlagworte

Gruppe: Handelsrecht,Gesellschaftsrecht,Wertpapierrecht

Textnummer

E115617

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2016:0080OB00062.16Z.0830.000

Im RIS seit

16.09.2016

Zuletzt aktualisiert am

21.04.2017

Dokumentnummer

JJT_20160830_OGH0002_0080OB00062_16Z0000_000