Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Rechtssatz für 4Ob337/70 6Ob795/82 4Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0032688

Geschäftszahl

4Ob337/70; 6Ob795/82; 4Ob541/89; 2Ob512/90; 6Ob238/15s

Entscheidungsdatum

01.09.1970

Norm

ABGB §1330 Abs2 BII

Rechtssatz

Zwar können nur unrichtige Tatsachenbehauptungen und nicht Werturteile und Kritiken Ansprüche nach § 1330 Abs 2 ABGB begründen. Ergibt sich aber aus den Äußerungen zwangsläufig der Vorwurf einer unrichtigen Tatsache, dann kann dem hiedurch Betroffenen der Schutz nach dieser Gesetzesstelle nicht versagt werden (Hier: Vorwurf eines standeswidrigen und unlauteren Verhaltens gegen einen Rechtsanwalt bei der Abfassung eines Gesetzentwurfs).

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 337/70
    Entscheidungstext OGH 01.09.1970 4 Ob 337/70
    Veröff: ÖBl 1970,148
  • 6 Ob 795/82
    Entscheidungstext OGH 05.04.1984 6 Ob 795/82
    Auch; nur: Zwar können nur unrichtige Tatsachenbehauptungen und nicht Werturteile und Kritiken Ansprüche nach § 1330 Abs 2 ABGB begründen. (T1)
    Veröff: ÖBl 1984,130
  • 4 Ob 541/89
    Entscheidungstext OGH 27.06.1989 4 Ob 541/89
    Vgl auch; Beisatz: Tatsachen im Sinne des § 1330 Abs 2 ABGB sind Umstände, die ihrer allgemeinen Natur nach objektiv überprüfbar sind, während Werturteile als rein subjektive Aussagen der objektiven Überprüfbarkeit entziehen. (T2)
  • 2 Ob 512/90
    Entscheidungstext OGH 25.04.1990 2 Ob 512/90
    Auch; nur T1; Beis wie T2 nur: Tatsachen im Sinne des § 1330 Abs 2 ABGB sind Umstände, die ihrer allgemeinen Natur nach objektiv überprüfbar sind. (T3)
    Veröff: ÖBl 1990,256
  • 6 Ob 238/15s
    Entscheidungstext OGH 30.08.2016 6 Ob 238/15s
    Auch; Beis wie T3; Veröff: SZ 2016/81

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1970:RS0032688

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

04.05.2018

Dokumentnummer

JJR_19700901_OGH0002_0040OB00337_7000000_003

Rechtssatz für 4Ob320/77 6Ob2334/96w 6...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0031859

Geschäftszahl

4Ob320/77; 6Ob2334/96w; 6Ob2393/96x; 6Ob78/99k; 6Ob328/00d; 6Ob291/03t; 6Ob235/02f; 6Ob40/04g; 6Ob295/03f; 6Ob52/09d; 6Ob21/13a; 1Ob96/15x; 6Ob238/15s

Entscheidungsdatum

14.06.1977

Norm

ABGB §1330 Abs2 BIII
ABGB §1330 Abs2 BIV

Rechtssatz

Auch auf Widerruf einer kreditschädigenden Tatsachenbehauptung kann nur derjenige in Anspruch genommen werden, der die Unwahrheit der von ihm verbreiteten Mitteilung zumindest kennen musste; es ist also Verschulden erforderlich.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 320/77
    Entscheidungstext OGH 14.06.1977 4 Ob 320/77
    Veröff: SZ 50/86 = EvBl 1978/38 S 121 = ÖBl 1978,3 (mit Anmerkung von Schönherr)
  • 6 Ob 2334/96w
    Entscheidungstext OGH 27.02.1997 6 Ob 2334/96w
    Veröff: SZ 70/38
  • 6 Ob 2393/96x
    Entscheidungstext OGH 27.02.1997 6 Ob 2393/96x
  • 6 Ob 78/99k
    Entscheidungstext OGH 20.01.2000 6 Ob 78/99k
    Vgl auch; Beisatz: Die fahrlässige Unkenntnis des Beklagten von der Unwahrheit seiner Behauptungen hat der Kläger zu beweisen. Insoweit kommt auch keine Bindungswirkung der strafgerichtlichen Verurteilung nach § 6 MedG in Betracht. (T1)
  • 6 Ob 328/00d
    Entscheidungstext OGH 22.02.2001 6 Ob 328/00d
    Auch; Beisatz: Ein Verschulden des Täters kann nur verneint werden, wenn er gute Gründe hatte, seine Behauptung als wahr anzusehen. (T2)
  • 6 Ob 291/03t
    Entscheidungstext OGH 18.12.2003 6 Ob 291/03t
    Auch
  • 6 Ob 235/02f
    Entscheidungstext OGH 29.01.2004 6 Ob 235/02f
    Auch
  • 6 Ob 40/04g
    Entscheidungstext OGH 26.08.2004 6 Ob 40/04g
    Auch; Beis wie T2
  • 6 Ob 295/03f
    Entscheidungstext OGH 14.07.2005 6 Ob 295/03f
    Vgl auch; Beisatz: Der in § 1330 Abs 2 ABGB normierte Anspruch auf Widerruf und dessen Veröffentlichung steht nur zu, wenn eine unwahre, kreditschädigende Tatsachenbehauptung im Sinn dieser Gesetzesstelle vorliegt und den Täter ein Verschulden trifft. Wiederholungsgefahr ist für diesen Anspruch nicht erforderlich. Der Widerruf von Äußerungen, die auf ihren Wahrheitsgehalt im Beweisweg objektiv nicht überprüft werden können, weil sie nur eine subjektive Meinung, ein wertendes Urteil enthalten, kann nicht verlangt werden. (T3)
  • 6 Ob 52/09d
    Entscheidungstext OGH 18.12.2009 6 Ob 52/09d
    Auch; Beisatz: Wahre Tatsachenbehauptungen und Meinungsäußerungen (Werturteile) fallen nicht unter § 1330 Abs 2 ABGB. Widerruf und Unterlassung können daher nach dieser Gesetzesstelle auch nicht aufgetragen werden. (T4)
  • 6 Ob 21/13a
    Entscheidungstext OGH 08.05.2013 6 Ob 21/13a
    Vgl auch; Beisatz: Die Ansicht, dass zwar grundsätzlich der Wahrheitsbeweis Umstände oder Tatsachen des Privat‑ oder Familienlebens betreffend nicht geführt werden darf, die Frage der (Un‑)Wahrheit aber zu prüfen ist, wenn der Verletzte Widerruf und Veröffentlichung begehrt, ist durchaus schlüssig. (T5)
  • 1 Ob 96/15x
    Entscheidungstext OGH 08.07.2015 1 Ob 96/15x
    Vgl
  • 6 Ob 238/15s
    Entscheidungstext OGH 30.08.2016 6 Ob 238/15s
    Vgl auch; Beis wie T4 nur: Wahre Tatsachenbehauptungen und Meinungsäußerungen (Werturteile) fallen nicht unter § 1330 Abs 2 ABGB. (T6); Beisatz: Die deliktische Haftung wegen Rufschädigung (§ 1330 Abs 2 ABGB) erfordert die Verbreitung unwahrer Tatsachenbehauptungen. (T7); Veröff: SZ 2016/81

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1977:RS0031859

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

04.05.2018

Dokumentnummer

JJR_19770614_OGH0002_0040OB00320_7700000_004

Rechtssatz für 4Ob36/91 4Ob3/92 4Ob82/...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0079693

Geschäftszahl

4Ob36/91; 4Ob3/92; 4Ob82/94; 6Ob26/95; 6Ob22/95; 4Ob2364/96t; 4Ob197/97t; 4Ob314/97y; 6Ob173/98d; 6Ob208/98a; 6Ob145/01v; 6Ob192/01f; 6Ob62/02i; 6Ob14/03g; 6Ob251/03k; 6Ob96/04t; 6Ob295/03f; 6Ob344/04p; 6Ob211/05f; 4Ob97/07d; 4Ob50/10x; 4Ob39/10d; 6Ob213/10g; 15Os106/10t (15Os49/11m, 15Os50/11h); 4Ob91/11b; 6Ob46/12a; 6Ob238/15s; 6Ob102/17v; 6Ob25/18x

Entscheidungsdatum

28.05.1991

Norm

ABGB §1330 A
ABGB §1330 BI
MedienG §6 Abs2 Z2
StGB §111 Abs3
UWG §7 E1

Rechtssatz

Der Wahrheitsbeweis ist schon dann als erbracht anzusehen, wenn er den Inhalt der Mitteilung im Wesentlichen bestätigt.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 36/91
    Entscheidungstext OGH 28.05.1991 4 Ob 36/91
    Veröff: ÖBl 1991,87 = MR 1992,35
  • 4 Ob 3/92
    Entscheidungstext OGH 17.12.1991 4 Ob 3/92
    Beisatz: Nintendo (T1)
    Veröff: GRURInt 1992,677 = MR 1992,67 (Walter) = ÖBl 1992,71
  • 4 Ob 82/94
    Entscheidungstext OGH 19.09.1994 4 Ob 82/94
  • 6 Ob 26/95
    Entscheidungstext OGH 22.08.1995 6 Ob 26/95
  • 6 Ob 22/95
    Entscheidungstext OGH 01.06.1995 6 Ob 22/95
    Auch; Beisatz: Es genügt der Beweis der Richtigkeit des Tatsachenkerns. (T2)
  • 4 Ob 2364/96t
    Entscheidungstext OGH 17.12.1996 4 Ob 2364/96t
  • 4 Ob 197/97t
    Entscheidungstext OGH 07.07.1997 4 Ob 197/97t
  • 4 Ob 314/97y
    Entscheidungstext OGH 19.12.1997 4 Ob 314/97y
  • 6 Ob 173/98d
    Entscheidungstext OGH 24.09.1998 6 Ob 173/98d
    Beis wie T2
  • 6 Ob 208/98a
    Entscheidungstext OGH 25.02.1999 6 Ob 208/98a
    Auch; Beis wie T2; Beisatz: Eine Äußerung ist noch grundsätzlich als richtig anzusehen, wenn sie nur in unwesentlichen Details nicht der Wahrheit entspricht. (T3)
  • 6 Ob 145/01v
    Entscheidungstext OGH 21.06.2001 6 Ob 145/01v
    Vgl; Beisatz: Der Wahrheitsbeweis wegen gegen ein bestimmtes Rechtssubjekt (Medium) gerichteten, kreditschädigenden und ehrenbeleidigenden Vorwürfen kann nur durch den Beweis der Richtigkeit dieser Behauptungen in Bezug auf jenes Rechtssubjekt (Medium) erbracht werden, gegen das sich die Vorwürfe richten. (T4)
  • 6 Ob 192/01f
    Entscheidungstext OGH 13.09.2001 6 Ob 192/01f
    Auch; Beis wie T3
  • 6 Ob 62/02i
    Entscheidungstext OGH 12.12.2002 6 Ob 62/02i
  • 6 Ob 14/03g
    Entscheidungstext OGH 26.06.2003 6 Ob 14/03g
    Auch
  • 6 Ob 251/03k
    Entscheidungstext OGH 23.10.2003 6 Ob 251/03k
  • 6 Ob 96/04t
    Entscheidungstext OGH 27.05.2004 6 Ob 96/04t
  • 6 Ob 295/03f
    Entscheidungstext OGH 14.07.2005 6 Ob 295/03f
    Auch; Beisatz: Hier: Es ist kein unwichtiges Detail, ob ein Dienstgeber seiner Anmeldepflicht von sich aus und lediglich um einen Tag verspätet nachkommt. (T5)
  • 6 Ob 344/04p
    Entscheidungstext OGH 25.08.2005 6 Ob 344/04p
  • 6 Ob 211/05f
    Entscheidungstext OGH 15.12.2005 6 Ob 211/05f
    Beis wie T3
  • 4 Ob 97/07d
    Entscheidungstext OGH 10.07.2007 4 Ob 97/07d
  • 4 Ob 50/10x
    Entscheidungstext OGH 11.05.2010 4 Ob 50/10x
  • 4 Ob 39/10d
    Entscheidungstext OGH 13.07.2010 4 Ob 39/10d
    Auch
  • 6 Ob 213/10g
    Entscheidungstext OGH 17.11.2010 6 Ob 213/10g
    Auch
  • 15 Os 106/10t
    Entscheidungstext OGH 29.06.2011 15 Os 106/10t
    Auch; Beis ähnlich wie T2
  • 4 Ob 91/11b
    Entscheidungstext OGH 19.10.2011 4 Ob 91/11b
  • 6 Ob 46/12a
    Entscheidungstext OGH 19.04.2012 6 Ob 46/12a
  • 6 Ob 238/15s
    Entscheidungstext OGH 30.08.2016 6 Ob 238/15s
    Vgl; Beisatz: Auf unwesentliche Details kommt es nicht an. (T6); Veröff: SZ 2016/81
  • 6 Ob 102/17v
    Entscheidungstext OGH 07.07.2017 6 Ob 102/17v
    Beis wie T2; Beis wie T3; Beis wie T6
  • 6 Ob 25/18x
    Entscheidungstext OGH 28.02.2018 6 Ob 25/18x
    Beis wie T2

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1991:RS0079693

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

04.05.2018

Dokumentnummer

JJR_19910528_OGH0002_0040OB00036_9100000_002

Rechtssatz für 4Ob82/92 4Ob52/93 4Ob40...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0031883

Geschäftszahl

4Ob82/92; 4Ob52/93; 4Ob40/93; 4Ob133/93; 4Ob99/93; 4Ob168/93; 6Ob17/94; 4Ob134/94; 6Ob1007/95; 6Ob26/95; 6Ob22/95; 6Ob24/95; 4Ob49/95; 6Ob31/95; 6Ob2060/96a; 4Ob2115/96z; 4Ob2364/96t; 6Ob2300/96w; 4Ob2382/96i; 6Ob245/97s; 6Ob343/97b; 6Ob380/97v; 6Ob93/98i; 6Ob212/98i; 6Ob304/98v; 6Ob37/98d; 6Ob254/98s; 6Ob21/99b; 6Ob10/99k; 6Ob289/98p; 4Ob72/99p; 6Ob130/99g; 6Ob160/99v; 8ObA45/99x; 6Ob185/99w; 6Ob196/99p; 6Ob202/99w; 6Ob22/00d; 4Ob49/00k; 4Ob60/00b; 6Ob308/99h; 6Ob79/00m; 6Ob88/00k; 4Ob84/00g; 4Ob55/00t; 4Ob266/00x; 6Ob264/00t; 6Ob276/00g; 6Ob320/00b; 6Ob23/01b; 6Ob41/01z; 6Ob114/01k; 6Ob138/01i; 6Ob249/01p; 7Ob290/01z; 6Ob47/02h; 6Ob238/02x; 8ObA196/02k; 4Ob27/03d; 4Ob297/02h; 6Ob55/03m; 6Ob315/02w; 6Ob79/03s; 4Ob162/03g; 7Ob106/03v; 4Ob196/03g; 4Ob204/03h; 8Ob122/03d; 4Ob18/04g; 10Ob1/04a; 7Ob98/04v; 6Ob224/04s; 9ObA37/05i; 6Ob295/03f; 6Ob211/05f; 6Ob11/06w; 6Ob129/06y; 6Ob97/06t; 6Ob153/06b; 4Ob105/06d; 6Ob159/06k; 3Ob160/06k; 6Ob197/05x; 6Ob291/06x; 6Ob250/06t; 6Ob3/07w; 6Ob79/07x; 4Ob97/07d; 6Ob207/07w; 4Ob233/07d; 4Ob236/07w; 4Ob84/08v; 4Ob60/08i; 6Ob285/07s; 6Ob110/08g; 6Ob51/08f; 6Ob123/08v; 4Ob171/08p; 4Ob176/08y; 6Ob256/08b; 4Ob224/08g; 6Ob62/09z; 6Ob66/09p; 4Ob132/09d; 6Ob52/09d; 4Ob64/10f; 4Ob112/10i; 4Ob39/10d; 6Ob162/10g; 4Ob118/10x; 3Ob223/10f; 6Ob192/10v; 6Ob220/10m; 6Ob262/10p; 4Ob233/10h; 4Ob174/10g; 4Ob83/11a; 6Ob232/10a; 6Ob187/11k; 6Ob245/11i; 3Ob7/12v; 9ObA77/11f; 6Ob162/12k; 6Ob170/13p; 6Ob122/13d; 6Ob45/14g; 6Ob51/14i; 6Ob89/14b; 6Ob17/15s; 6Ob143/14v; 4Ob80/15s; 6Ob116/16a; 6Ob238/15s; 6Ob245/16x; 3Ob3/17p; 6Ob202/16y; 6Ob66/16y; 6Ob24/17y; 6Ob62/17m; 6Ob61/17i; 6Ob102/17v; 6Ob149/17f; 6Ob230/17t; 6Ob243/17d; 6Ob124/18f; 4Ob177/18k; 6Ob220/18y; 6Ob99/19f

Entscheidungsdatum

24.11.1992

Norm

ABGB §1330 A
ABGB §1330 BII
BGB §661a
KSchG §5j
UWG §1 D2d
UWG §7 C
UrhG §78

Rechtssatz

Bei der Beurteilung der Frage, ob "Tatsachen" verbreitet wurden, kommt es demnach immer auf den Gesamtzusammenhang und den dadurch vermittelten Gesamteindruck der beanstandeten Äußerungen an; das Verständnis des unbefangenen Durchschnittslesers oder Durchschnittshörers, nicht aber der subjektive Wille des Erklärenden ist maßgebend.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 82/92
    Entscheidungstext OGH 24.11.1992 4 Ob 82/92
    Veröff: EvBl 1993/134 S 554 = ÖBl 1993,84 = MR 1993,17
  • 4 Ob 52/93
    Entscheidungstext OGH 04.05.1993 4 Ob 52/93
    Beisatz: Das gleiche gilt für den Bedeutungsinhalt der Äußerung. (T1)
  • 4 Ob 40/93
    Entscheidungstext OGH 04.05.1993 4 Ob 40/93
  • 4 Ob 133/93
    Entscheidungstext OGH 30.11.1993 4 Ob 133/93
  • 4 Ob 99/93
    Entscheidungstext OGH 13.07.1993 4 Ob 99/93
  • 4 Ob 168/93
    Entscheidungstext OGH 25.01.1994 4 Ob 168/93
    Veröff: SZ 67/10
  • 6 Ob 17/94
    Entscheidungstext OGH 13.07.1994 6 Ob 17/94
    Veröff: EvBl 1994/97 S 505
  • 4 Ob 134/94
    Entscheidungstext OGH 22.11.1994 4 Ob 134/94
  • 6 Ob 1007/95
    Entscheidungstext OGH 09.03.1995 6 Ob 1007/95
  • 6 Ob 26/95
    Entscheidungstext OGH 22.08.1995 6 Ob 26/95
  • 6 Ob 22/95
    Entscheidungstext OGH 01.06.1995 6 Ob 22/95
  • 6 Ob 24/95
    Entscheidungstext OGH 13.10.1995 6 Ob 24/95
  • 4 Ob 49/95
    Entscheidungstext OGH 10.10.1995 4 Ob 49/95
    nur: Bei der Beurteilung der Frage, ob "Tatsachen" verbreitet wurden, kommt es demnach immer auf den Gesamtzusammenhang und den dadurch ermittelten Gesamteindruck der beanstandeten Äußerungen an. (T2)
    Veröff: SZ 68/177
  • 6 Ob 31/95
    Entscheidungstext OGH 25.10.1995 6 Ob 31/95
    Beis wie T1
  • 6 Ob 2060/96a
    Entscheidungstext OGH 28.09.1996 6 Ob 2060/96a
    Beis wie T1
  • 4 Ob 2115/96z
    Entscheidungstext OGH 09.07.1996 4 Ob 2115/96z
    Auch; nur: Das Verständnis des unbefangenen Durchschnittslesers oder Durchschnittshörers, nicht aber der subjektive Wille des Erklärenden ist maßgebend. (T3)
    Beisatz: Auch nach § 7 UWG zu beurteilende Mitteilungen sind so auszulegen, wie sie von den angesprochenen Verkehrskreisen bei ungezwungener Auslegung verstanden werden, nicht aber so, wie sie gemeint oder verstanden werden sollten. Eine missverständliche Fassung geht stets zu Lasten des Mitteilenden. (T4)
  • 4 Ob 2364/96t
    Entscheidungstext OGH 17.12.1996 4 Ob 2364/96t
    nur T2
  • 6 Ob 2300/96w
    Entscheidungstext OGH 18.12.1996 6 Ob 2300/96w
    nur T2
  • 4 Ob 2382/96i
    Entscheidungstext OGH 28.01.1997 4 Ob 2382/96i
    nur T2
  • 6 Ob 245/97s
    Entscheidungstext OGH 29.10.1997 6 Ob 245/97s
    Beis wie T1
  • 6 Ob 343/97b
    Entscheidungstext OGH 24.11.1997 6 Ob 343/97b
  • 6 Ob 380/97v
    Entscheidungstext OGH 26.02.1998 6 Ob 380/97v
    nur T2; Beisatz: Dies gilt auch für an sich richtige Zitate, wenn der Gesamtinhalt eines Artikels durch das Verschweigen ihres wahren Sinnes im Textzusammenhang entstellt wird. (T5)
  • 6 Ob 93/98i
    Entscheidungstext OGH 27.05.1998 6 Ob 93/98i
    Beis wie T1
    Veröff: SZ 71/96
  • 6 Ob 212/98i
    Entscheidungstext OGH 10.09.1998 6 Ob 212/98i
    nur T2
  • 6 Ob 304/98v
    Entscheidungstext OGH 26.11.1998 6 Ob 304/98v
    nur T2
  • 6 Ob 37/98d
    Entscheidungstext OGH 26.11.1998 6 Ob 37/98d
    Beisatz: Die Ermittlung des Bedeutungsinhaltes ist im allgemeinen eine Rechtsfrage, die von den näheren Umständen des Einzelfalles, insbesondere aber von der konkreten Formulierung in ihrem Zusammenhang abhängt. (T6)
  • 6 Ob 254/98s
    Entscheidungstext OGH 26.11.1998 6 Ob 254/98s
    Auch; nur T2; Beis wie T1
  • 6 Ob 21/99b
    Entscheidungstext OGH 25.02.1999 6 Ob 21/99b
    nur T2; Veröff: SZ 72/39
  • 6 Ob 10/99k
    Entscheidungstext OGH 11.03.1999 6 Ob 10/99k
    Auch; nur T2
  • 6 Ob 289/98p
    Entscheidungstext OGH 25.03.1999 6 Ob 289/98p
    nur T2
  • 4 Ob 72/99p
    Entscheidungstext OGH 01.06.1999 4 Ob 72/99p
    Auch; nur T2
  • 6 Ob 130/99g
    Entscheidungstext OGH 15.07.1999 6 Ob 130/99g
    Beis wie T4 nur: Die Mitteilung ist so auszulegen, wie sie von den angesprochenen Verkehrskreisen bei ungezwungener Auslegung verstanden werden. (T7)
    Beis wie T6; Beisatz: Bringt der Beklagte in einem Medium für den verständigen, unbefangenen Durchschnittsleser erkennbar seine Auffassung zum Ausdruck, die Zusammenarbeit mit der Klägerin sei (nun) nicht mehr partnerschaftlich und (wirtschaftlich) erfolgreich, er befürchte, dass ihre Vorgangsweise zu einer sich verschlechternden wirtschaftlichen Lage und einem wirtschaftlichen Niedergang des Unternehmens führen werde, wird ein verständiger, unbefangener Durchschnittsleser dieser Äußerung aus ihrem Gesamtzusammenhang hingegen nicht entnehmen, dass die Klägerin tatsächlich vor dem wirtschaftlichen Niedergang stehe und Arbeitsplätze gefährdet wären. Diese wertende Meinungsäußerung des Beklagten ist nicht tatbestandsmäßig im Sinn des § 1330 Abs 2 ABGB. (T8)
  • 6 Ob 160/99v
    Entscheidungstext OGH 15.07.1999 6 Ob 160/99v
    Vgl auch; Beis wie T1; Beis wie T4 nur: Mitteilungen sind so auszulegen, wie sie von den angesprochenen Verkehrskreisen bei ungezwungener Auslegung verstanden werden. (T9)
    Beis wie T6
  • 8 ObA 45/99x
    Entscheidungstext OGH 08.07.1999 8 ObA 45/99x
    Auch
  • 6 Ob 185/99w
    Entscheidungstext OGH 16.09.1999 6 Ob 185/99w
    Vgl auch; Beis wie T7; Beis wie T6; Beisatz: Hier: Die Behauptung, ein Kind arbeite (beziehungsweise verrichte Kinderarbeit) kann nicht ohne weiteres mit der Behauptung gleichgesetzt werden, es werde von seinen Eltern zu Kinderarbeit veranlasst (und dadurch wirtschaftlich ausgebeutet). (T10)
  • 6 Ob 196/99p
    Entscheidungstext OGH 16.09.1999 6 Ob 196/99p
    Vgl auch; nur T2
  • 6 Ob 202/99w
    Entscheidungstext OGH 25.11.1999 6 Ob 202/99w
  • 6 Ob 22/00d
    Entscheidungstext OGH 24.02.2000 6 Ob 22/00d
    nur T2
  • 4 Ob 49/00k
    Entscheidungstext OGH 14.03.2000 4 Ob 49/00k
    Auch; nur: Bei der Beurteilung der Frage, ob "Tatsachen" verbreitet wurden, kommt es demnach immer auf den Gesamtzusammenhang und den dadurch vermittelten Gesamteindruck der beanstandeten Äußerungen an; das Verständnis des unbefangenen Durchschnittslesers. (T11)
    Beis wie T9
  • 4 Ob 60/00b
    Entscheidungstext OGH 14.03.2000 4 Ob 60/00b
    Auch; nur T2; Beis wie T1
  • 6 Ob 308/99h
    Entscheidungstext OGH 09.03.2000 6 Ob 308/99h
    Vgl auch; Beisatz: Wertende Äußerungen sind nach dem Gesamtzusammenhang, in dem sie verbreitet wurden, zu beurteilen. (T12)
  • 6 Ob 79/00m
    Entscheidungstext OGH 29.03.2000 6 Ob 79/00m
    Vgl auch; Beis wie T1
    Veröff: SZ 73/60
  • 6 Ob 88/00k
    Entscheidungstext OGH 13.04.2000 6 Ob 88/00k
    nur T11; Beis wie T6; Beisatz: Hier: Behauptung, dass die Heime der Klägerin Heimstätte illegalen Drogenhandels seien, in einem derartigen Heim Suchtgift in näher bezeichnetem Wert sichergestellt worden sei und durch die Kläger Drogenhändler gedeckt würden. (T13)
  • 4 Ob 84/00g
    Entscheidungstext OGH 12.04.2000 4 Ob 84/00g
    Vgl auch; Beis wie T4 nur: Auch nach § 7 UWG zu beurteilende Mitteilungen sind so auszulegen, wie sie von den angesprochenen Verkehrskreisen bei ungezwungener Auslegung verstanden werden, nicht aber so, wie sie gemeint oder verstanden werden. (T14)
  • 4 Ob 55/00t
    Entscheidungstext OGH 14.03.2000 4 Ob 55/00t
    Auch; nur T11; Beis wie T1
  • 4 Ob 266/00x
    Entscheidungstext OGH 24.10.2000 4 Ob 266/00x
  • 6 Ob 264/00t
    Entscheidungstext OGH 23.11.2000 6 Ob 264/00t
    Beis wie T6; Beis wie T7
  • 6 Ob 276/00g
    Entscheidungstext OGH 23.11.2000 6 Ob 276/00g
    Vgl auch; Beis wie T6; Beis wie T7
  • 6 Ob 320/00b
    Entscheidungstext OGH 17.01.2001 6 Ob 320/00b
    Vgl auch; nur T2; Beisatz: In die Ehre eines anderen eingreifende Äußerungen sind nach dem Gesamtzusammenhang, in dem sie fielen und dem dadurch vermittelten Gesamteindruck zu beurteilen. (T15)
  • 6 Ob 23/01b
    Entscheidungstext OGH 22.02.2001 6 Ob 23/01b
    Vgl auch; nur: Bei der Beurteilung der Frage, ob "Tatsachen" verbreitet wurden, kommt es demnach immer auf den Gesamtzusammenhang an. (T16)
    Beis wie T1
  • 6 Ob 41/01z
    Entscheidungstext OGH 15.03.2001 6 Ob 41/01z
    Vgl auch; Beis wie T6; Beis wie T7; Beisatz: Auch die Beurteilung der Frage, ob "Tatsachen" verbreitet werden, ist im Allgemeinen eine Rechtsfrage, die von den näheren Umständen des Einzelfalles, insbesondere von der konkreten Formulierung in ihrem Zusammenhang, abhängt. (T17)
  • 6 Ob 114/01k
    Entscheidungstext OGH 16.05.2001 6 Ob 114/01k
    Vgl auch; nur T16; Beis ähnlich wie T15
  • 6 Ob 138/01i
    Entscheidungstext OGH 21.06.2001 6 Ob 138/01i
    Vgl auch; nur T2; Beis wie T15; Beisatz: Die im gewerblichen Rechtsschutz für die blickfangartige Herausstellung im Titel maßgeblichen Argumente sind auf Presseaussendungen von Politikern im politischen Meinungskampf nicht ohne weiteres übertragbar. (T18)
  • 6 Ob 249/01p
    Entscheidungstext OGH 20.12.2001 6 Ob 249/01p
    Beisatz: Bei zeitlich auseinanderfallenden, inhaltlich aber in engem Zusammenhang stehenden rufschädigenden Tatsachenbehauptungen (§ 1330 Abs 2 ABGB) ist der Bedeutungsinhalt nach dem in einer Gesamtschau vermittelten Eindruck entscheidend. Beurteilungsmaßstab ist ein fiktiver Mitteilungsempfänger, dem alle Äußerungen zur Kenntnis gelangt sind. (T19)
    Beisatz: Dies kann dazu führen, dass eine Äußerung, die bei einer isolierten Betrachtung als wahrheitsgemäß beurteilt werden kann, auf Grund eines in der Gesamtschau herbeigeführten anderen Gesamteindrucks als falsche Tatsachenbehauptung qualifiziert werden muss. (T20)
    Veröff: SZ 74/204
  • 7 Ob 290/01z
    Entscheidungstext OGH 19.12.2001 7 Ob 290/01z
    Auch; Beisatz: Hier: Mehrdeutige Äußerungen. (T21)
    Beisatz: Hier: Gewinnzusage im Sinne des § 5j KSchG, Forderungsdurchsetzung durch Klagbarkeit wurde bejaht. (T22)
    Veröff: SZ 74/203
  • 6 Ob 47/02h
    Entscheidungstext OGH 16.05.2002 6 Ob 47/02h
  • 6 Ob 238/02x
    Entscheidungstext OGH 10.10.2002 6 Ob 238/02x
    Auch; Beis wie T1; Beisatz: Hier: Lügenvorwurf. (T23)
  • 8 ObA 196/02k
    Entscheidungstext OGH 17.10.2002 8 ObA 196/02k
    Auch; nur T2
  • 4 Ob 27/03d
    Entscheidungstext OGH 18.02.2003 4 Ob 27/03d
    Vgl auch; Beis wie T22; Beisatz: Zergliedernde Betrachtungsweise widerspricht dem bestehenden allgemeinen Grundsatz, dass im geschäftlichen Wettbewerb der Inhalt einer Ankündigung stets am Gesamteindruck zu messen ist, den die angesprochenen Verkehrskreise gewinnen. (T24)
  • 4 Ob 297/02h
    Entscheidungstext OGH 25.03.2003 4 Ob 297/02h
    Auch; Beis wie T19; Beisatz: Nimmt eine Werbeaussage nach dem Verständnis der angesprochenen Verkehrskreise auf eine unmittelbar vorangehende Werbung inhaltlich Bezug, ist der Sinngehalt der späteren Werbung nicht isoliert, sondern nach dem Verständnis von Verkehrsteilnehmern zu betrachten, die beide Aussagen kennen. (T25)
  • 6 Ob 55/03m
    Entscheidungstext OGH 24.04.2003 6 Ob 55/03m
    Auch
  • 6 Ob 315/02w
    Entscheidungstext OGH 20.03.2003 6 Ob 315/02w
    Vgl; Beis wie T23
  • 6 Ob 79/03s
    Entscheidungstext OGH 21.05.2003 6 Ob 79/03s
    Auch
  • 4 Ob 162/03g
    Entscheidungstext OGH 19.08.2003 4 Ob 162/03g
    Auch; nur T2
  • 7 Ob 106/03v
    Entscheidungstext OGH 05.08.2003 7 Ob 106/03v
    Auch; Beis wie T22; Beis wie T24
  • 4 Ob 196/03g
    Entscheidungstext OGH 07.10.2003 4 Ob 196/03g
    Auch; Beis ähnlich wie T19
  • 4 Ob 204/03h
    Entscheidungstext OGH 21.10.2003 4 Ob 204/03h
    Vgl; Beis wie T21; Beisatz: Im geschäftlichen Wettbewerb muss derjenige, der mehrdeutige Äußerungen macht, stets die für ihn ungünstigste Auslegung gegen sich gelten lassen ("Unklarheitenregel"). Diese Regel ist auch im Zusammenhang mit § 5j KSchG anwendbar. (T26)
  • 8 Ob 122/03d
    Entscheidungstext OGH 13.11.2003 8 Ob 122/03d
    Vgl; Beis wie T26
  • 4 Ob 18/04g
    Entscheidungstext OGH 10.02.2004 4 Ob 18/04g
    Auch; Beisatz: Die Frage, ob einem Schreiben eine bestimmte Äußerung entnommen werden kann, ist immer nach dem Verständnis der angesprochenen Verkehrskreise bei ungezwungener Auslegung zu beurteilen. (T27)
    Beisatz: Wie eine Äußerung im Einzelfall zu verstehen ist, hängt so sehr von den Umständen des konkreten Falls ab, dass dieser Frage keine darüber hinausgehende Bedeutung zukommt und sie daher keine erhebliche Rechtsfrage im Sinne des § 502 Abs 1 ZPO bildet. (T28)
  • 10 Ob 1/04a
    Entscheidungstext OGH 10.02.2004 10 Ob 1/04a
    Vgl; Beis wie T26
  • 7 Ob 98/04v
    Entscheidungstext OGH 16.06.2004 7 Ob 98/04v
    Vgl auch; Beisatz: Die Auslegungskriterien des BGH zu § 661a BGB entsprechen jenen des Obersten Gerichtshofes zu § 5j KSchG: Für eine Gewinnzusage oder vergleichbare Mitteilung ist nicht nur auf deren Inhalt, sondern auch auf die äußere Gestaltung abzustellen; die Zusendung muss abstrakt geeignet sein, beim durchschnittlichen Verbraucher in der Lage des Empfängers den Eindruck zu erwecken er werde einen - bereits gewonnenen - Preis erhalten; es kommt auf das subjektive Verständnis der Zusendung durch den konkreten Empfänger nicht an, sodass es nicht erforderlich ist, dass der Empfänger dem Schreiben tatsächlich Glauben schenkt und der Verbraucher, der die Gewinnzusage als bloßes Werbemittel durchschaut oder durchschauen könnte, die Leistung des angeblich gewonnenen Preises verlangen kann. (T29)
  • 6 Ob 224/04s
    Entscheidungstext OGH 17.02.2005 6 Ob 224/04s
  • 9 ObA 37/05i
    Entscheidungstext OGH 06.04.2005 9 ObA 37/05i
    Auch; Beis wie T1
  • 6 Ob 295/03f
    Entscheidungstext OGH 14.07.2005 6 Ob 295/03f
    Auch; Beisatz: Ob durch eine Äußerung Tatsachen verbreitet werden oder eine wertende Meinungsäußerung vorliegt, richtet sich nach dem Gesamtzusammenhang und dem dadurch vermittelten Gesamteindruck für den unbefangenen Durchschnittsadressaten. Wesentlich ist, ob sich ihr Bedeutungsinhalt auf einen Tatsachenkern zurückführen lässt, der einem Beweis zugänglich ist, sodass sie nicht nur subjektiv angenommen oder abgelehnt, sondern als richtig oder falsch beurteilt werden kann. Hier: Eine Artikelüberschrift, die offen lässt, was oder wer damit gemeint ist, ist nicht isoliert zu betrachten. (T30)
  • 6 Ob 211/05f
    Entscheidungstext OGH 15.12.2005 6 Ob 211/05f
  • 6 Ob 11/06w
    Entscheidungstext OGH 16.02.2006 6 Ob 11/06w
  • 6 Ob 129/06y
    Entscheidungstext OGH 29.06.2006 6 Ob 129/06y
    Auch; nur T2
  • 6 Ob 97/06t
    Entscheidungstext OGH 24.05.2006 6 Ob 97/06t
    Vgl auch; Beis wie T6
  • 6 Ob 153/06b
    Entscheidungstext OGH 31.08.2006 6 Ob 153/06b
    Auch; Beis wie T28
  • 4 Ob 105/06d
    Entscheidungstext OGH 28.09.2006 4 Ob 105/06d
    Auch; Beis wie T5; Beis ähnlich wie T30; Beisatz: Hier: § 7 UWG. (T31)
  • 6 Ob 159/06k
    Entscheidungstext OGH 12.10.2006 6 Ob 159/06k
    Auch; Beis wie T30 nur: Ob durch eine Äußerung Tatsachen verbreitet werden oder eine wertende Meinungsäußerung vorliegt, richtet sich nach dem Gesamtzusammenhang und dem dadurch vermittelten Gesamteindruck für den unbefangenen Durchschnittsadressaten. Wesentlich ist, ob sich ihr Bedeutungsinhalt auf einen Tatsachenkern zurückführen lässt, der einem Beweis zugänglich ist, sodass sie nicht nur subjektiv angenommen oder abgelehnt, sondern als richtig oder falsch beurteilt werden kann. (T32)
    Beisatz: Das Recht auf freie Meinungsäußerung deckt unwahre Tatsachenbehauptungen nicht. Daher dürfen auch Werturteile, die konkludente Tatsachenbehauptungen sind, nicht schrankenlos geäußert werden; allerdings sind angesichts der heutigen Reizüberflutung selbst überspitzte Formulierungen unter Umständen hinzunehmen, soweit kein massiver Wertungsexzess vorliegt. (T33)
    Beisatz: Hier: Inserat in einer Faschingszeitung im Zuge einer politischen Auseinandersetzung. (T34)
  • 3 Ob 160/06k
    Entscheidungstext OGH 30.11.2006 3 Ob 160/06k
    Auch; nur T3; Beis ähnlich wie T12; Beis ähnlich wie T21; Beis ähnlich wie T28; Beisatz: Die Frage, ob das Aufrechterhalten einer verbotenen Äußerung gegenüber einem Medium auch ohne explizite Wiederholung bereits einen Verstoß gegen ein auferlegtes Unterlassungsgebot bildet, ist nicht anders zu beurteilen als die Frage, wie eine Äußerung auszulegen ist. (T35)
  • 6 Ob 197/05x
    Entscheidungstext OGH 30.11.2006 6 Ob 197/05x
    Auch; Beis wie T7; Beisatz: Hier: Artikel in einer Studentenzeitung über ein von der Hochschülerschaft durchgeführtes Vergabeverfahren. (T36)
  • 6 Ob 291/06x
    Entscheidungstext OGH 21.12.2006 6 Ob 291/06x
    Auch; Beisatz: Ist der Kläger aber nach den Feststellungen gerade nicht in die von der breiten Öffentlichkeit mit unseriösen Spekulationsgeschäften im karibischen Raum assoziierte „Bawag-Affäre" verwickelt, so war die inkriminierte Äußerung jedenfalls unwahr. (T37)
  • 6 Ob 250/06t
    Entscheidungstext OGH 30.11.2006 6 Ob 250/06t
    Auch; nur T2; Beis ähnlich wie T7; Beis wie T32; Beis wie T33
  • 6 Ob 3/07w
    Entscheidungstext OGH 15.02.2007 6 Ob 3/07w
    Auch; nur T2; Beisatz: Bei den vom Rekursgericht zur Ermittlung des Gesamtzusammenhangs, in dem die beanstandete Äußerung fiel, und des dadurch vermittelten Gesamteindrucks als offenkundig im Sinn des § 269 ZPO herangezogenen tatsächlichen Umständen handelt es sich um Tatsachenfeststellungen, deren Richtigkeit im Revisionsrekursverfahren nicht überprüft werden kann. (T38)
  • 6 Ob 79/07x
    Entscheidungstext OGH 21.06.2007 6 Ob 79/07x
    Beis wie T19; Beis wie T32 nur: Wesentlich ist, ob sich ihr Bedeutungsinhalt auf einen Tatsachenkern zurückführen lässt, der einem Beweis zugänglich ist, sodass sie nicht nur subjektiv angenommen oder abgelehnt, sondern als richtig oder falsch beurteilt werden kann. (T39)
  • 4 Ob 97/07d
    Entscheidungstext OGH 10.07.2007 4 Ob 97/07d
    Beis wie T1; Beis wie T14; Beis wie T30; Beis wie T31
  • 6 Ob 207/07w
    Entscheidungstext OGH 13.09.2007 6 Ob 207/07w
    Beis wie T28
  • 4 Ob 233/07d
    Entscheidungstext OGH 22.01.2008 4 Ob 233/07d
    Auch; Beis wie T39
  • 4 Ob 236/07w
    Entscheidungstext OGH 22.01.2008 4 Ob 236/07w
    Beis wie T30
  • 4 Ob 84/08v
    Entscheidungstext OGH 10.06.2008 4 Ob 84/08v
    Auch; Beis wie T6; Beis wie T28
  • 4 Ob 60/08i
    Entscheidungstext OGH 20.05.2008 4 Ob 60/08i
    Beis wie T30
  • 6 Ob 285/07s
    Entscheidungstext OGH 10.04.2008 6 Ob 285/07s
  • 6 Ob 110/08g
    Entscheidungstext OGH 07.07.2008 6 Ob 110/08g
    Vgl; Beisatz: Hauptverfahren zum Provisorialverfahren 6 Ob 159/06k mit Bezugnahme auf die Entscheidung MR 2007, 419 (Lindon und Otchakovsky-Laurens/Frankreich) des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte. (T40)
  • 6 Ob 51/08f
    Entscheidungstext OGH 05.06.2008 6 Ob 51/08f
  • 6 Ob 123/08v
    Entscheidungstext OGH 07.08.2008 6 Ob 123/08v
    Beis wie T28
  • 4 Ob 171/08p
    Entscheidungstext OGH 18.11.2008 4 Ob 171/08p
    Beis wie T39
  • 4 Ob 176/08y
    Entscheidungstext OGH 20.01.2009 4 Ob 176/08y
    Vgl auch; Beis ähnlich wie T6; Beis ähnlich wie T28
  • 6 Ob 256/08b
    Entscheidungstext OGH 17.12.2008 6 Ob 256/08b
    Auch; Beis wie T28
  • 4 Ob 224/08g
    Entscheidungstext OGH 20.01.2009 4 Ob 224/08g
    Auch
  • 6 Ob 62/09z
    Entscheidungstext OGH 02.07.2009 6 Ob 62/09z
    Auch; Beis wie T32; Beis wie T33
  • 6 Ob 66/09p
    Entscheidungstext OGH 05.08.2009 6 Ob 66/09p
    Beis wie T17; Beis wie T30; Beisatz: Hier: Vorwurf der zweckfremden Verwendung von Subventionen. (T41)
  • 4 Ob 132/09d
    Entscheidungstext OGH 20.10.2009 4 Ob 132/09d
    Vgl; Beis wie T6; Beis wie T7
  • 6 Ob 52/09d
    Entscheidungstext OGH 18.12.2009 6 Ob 52/09d
    Beis wie T7; Beis wie T32; Bem: Hier: Die Bezeichnung „verdorben" für die der Speiseeisverordnung nicht entsprechenden Speiseeisproben ist im gegebenen Zusammenhang unter dem Blickwinkel der Freiheit der Meinungsäußerung eine zulässige Wertung eines nicht der einschlägigen Rechtsvorschrift entsprechenden Zustands, der in der Medieninformation wahrheitsgemäß dargestellt wird. (T42)
  • 4 Ob 64/10f
    Entscheidungstext OGH 13.07.2010 4 Ob 64/10f
    Auch; Beis wie T1; Beis wie T9
  • 4 Ob 112/10i
    Entscheidungstext OGH 13.07.2010 4 Ob 112/10i
    Vgl auch; Beisatz: Auch eine Mitteilung, die in die Form eines richtig wiedergegebenen Zitats gekleidet ist, kann tatbildlich iSd § 1330 Abs 2 ABGB und § 7 UWG sein. (T43)
  • 4 Ob 39/10d
    Entscheidungstext OGH 13.07.2010 4 Ob 39/10d
    Beisatz: Entscheidend für die Qualifikation einer Äußerung als Tatsachenbehauptung ist, ob sich ihr Bedeutungsinhalt auf einen Tatsachenkern zurückführen lässt, der einem Beweis zugänglich ist. (T44)
  • 6 Ob 162/10g
    Entscheidungstext OGH 01.09.2010 6 Ob 162/10g
    Vgl auch; Beis wie T6
  • 4 Ob 118/10x
    Entscheidungstext OGH 31.08.2010 4 Ob 118/10x
    Vgl auch
  • 3 Ob 223/10f
    Entscheidungstext OGH 14.12.2010 3 Ob 223/10f
    Auch; nur T2; Beis wie T7; Beis wie T28; Beis wie T35
  • 6 Ob 192/10v
    Entscheidungstext OGH 17.12.2010 6 Ob 192/10v
    Vgl; Beis wie T6
  • 6 Ob 220/10m
    Entscheidungstext OGH 17.12.2010 6 Ob 220/10m
    Beis wie T6
  • 6 Ob 262/10p
    Entscheidungstext OGH 28.01.2011 6 Ob 262/10p
    Vgl; Beis wie T6
  • 4 Ob 233/10h
    Entscheidungstext OGH 23.03.2011 4 Ob 233/10h
    Vgl; Beis wie T1
  • 4 Ob 174/10g
    Entscheidungstext OGH 10.05.2011 4 Ob 174/10g
    Vgl; nur ähnlich T2; nur ähnlich T3; Beisatz: Hier: Bildnisschutz nach § 78 UrhG. (T45)
  • 4 Ob 83/11a
    Entscheidungstext OGH 21.06.2011 4 Ob 83/11a
    Auch
  • 6 Ob 232/10a
    Entscheidungstext OGH 18.07.2011 6 Ob 232/10a
    Auch; Beis wie T6; Beisatz: Nur wenn die Schlagzeile (die Überschrift, der Titel oder ähnliche Hervorhebungen) vollständige Tatsachenbehauptungen enthält oder wenn Tatsachenbehauptungen mit denjenigen im Folgetext nicht in Einklang zu bringen sind, ist diese isoliert zu beurteilen (so schon 6 Ob 92/04d). (T46)
  • 6 Ob 187/11k
    Entscheidungstext OGH 14.09.2011 6 Ob 187/11k
    Vgl; Beis wie T6
  • 6 Ob 245/11i
    Entscheidungstext OGH 21.12.2011 6 Ob 245/11i
    Auch; Beis ähnlich wie T5; Beis wie T6
  • 3 Ob 7/12v
    Entscheidungstext OGH 14.03.2012 3 Ob 7/12v
    Vgl auch; nur T3; Beis wie T6
  • 9 ObA 77/11f
    Entscheidungstext OGH 29.03.2012 9 ObA 77/11f
    nur T2; Beis wie T6
  • 6 Ob 162/12k
    Entscheidungstext OGH 15.10.2012 6 Ob 162/12k
    nur T11; Beis wie T39; Beisatz: Hier: Unter Berücksichtigung des Gesamtzusammenhanges stellt sich die Formulierung „journalistischer Bettnässer“ als - wenn auch plakativ, unhöflich und grob formulierte - Wertung dar. (T47)
  • 6 Ob 170/13p
    Entscheidungstext OGH 30.09.2013 6 Ob 170/13p
    Auch; Beisatz: Hier: Behauptung eines Rechtsanwalts ein anderer Rechtsanwalt hätte ihm in einem Schreiben gewerbsmäßig Betrug vorgeworfen ist eine zulässige Meinungsäußerung. (T48)
  • 6 Ob 122/13d
    Entscheidungstext OGH 28.11.2013 6 Ob 122/13d
    Auch; Beis wie T46; Beisatz: Hier: Überschrift eines Postings ist nicht isoliert zu beurteilen. (T49)
  • 6 Ob 45/14g
    Entscheidungstext OGH 26.06.2014 6 Ob 45/14g
    Auch; Beisatz: Hier: Behauptung der Tatsache, Mitarbeiter der Klägerin hätten der Mutter des Beklagten durch Verabreichung eines überdosierten Beruhigungsmedikaments schweren körperlichen Schaden zugefügt. (T50)
  • 6 Ob 51/14i
    Entscheidungstext OGH 26.06.2014 6 Ob 51/14i
    Auch; Beis wie T6
  • 6 Ob 89/14b
    Entscheidungstext OGH 09.10.2014 6 Ob 89/14b
    Auch; Beis ähnlich wie T49; Beisatz: Bei der Beurteilung des maßgeblichen Gesamtzusammenhangs kommt es sowohl auf die Kurzdarstellung als auch auf den verlinkten Beitrag an. (T51)
  • 6 Ob 17/15s
    Entscheidungstext OGH 19.02.2015 6 Ob 17/15s
    Auch; Beis wie T6
  • 6 Ob 143/14v
    Entscheidungstext OGH 19.03.2015 6 Ob 143/14v
    Auch; Beis wie T12; Beis wie T28
  • 4 Ob 80/15s
    Entscheidungstext OGH 11.08.2015 4 Ob 80/15s
    Auch; Beisatz: Hier: § 2 UWG. (T52)
  • 6 Ob 116/16a
    Entscheidungstext OGH 20.07.2016 6 Ob 116/16a
    Auch; Beis wie T6; Beis wie T7; Beisatz: Hier: Zur Auslegung des Begriffs "Gewerkschaft". (T53)
  • 6 Ob 238/15s
    Entscheidungstext OGH 30.08.2016 6 Ob 238/15s
    Auch; Beis wie T1; Beis wie T7; Beis wie T32; Beisatz: Die Ermittlung des Bedeutungsinhalts einer Äußerung und die Abgrenzung zwischen Tatsachenbehauptung und Meinungsäußerung sind Rechtsfragen. (T54)
    Beisatz: Hier: Die Äußerungen, eine Chemikalie sei gesundheitlich bedenklich und Kinder‑Tattoos seien „eigentlich ein ungeeignetes Spielzeug“, sind Wertungen und fallen daher nicht unter § 1330 Abs 2 ABGB. (T55); Veröff: SZ 2016/81
  • 6 Ob 245/16x
    Entscheidungstext OGH 22.12.2016 6 Ob 245/16x
    Vgl; Beis wie T12
  • 3 Ob 3/17p
    Entscheidungstext OGH 26.01.2017 3 Ob 3/17p
    Vgl; Beis wie T6; Beis wie T28
  • 6 Ob 202/16y
    Entscheidungstext OGH 30.01.2017 6 Ob 202/16y
    Beis wie T1; Beis wie T7; Beis wie T28; Beis wie T39; Beis wie T54
  • 6 Ob 66/16y
    Entscheidungstext OGH 29.11.2016 6 Ob 66/16y
    Auch; nur T3
  • 6 Ob 24/17y
    Entscheidungstext OGH 27.02.2017 6 Ob 24/17y
    Vgl; Beis wie T1; Beis wie T6; Beis wie T28
  • 6 Ob 62/17m
    Entscheidungstext OGH 19.04.2017 6 Ob 62/17m
    Auch; Beis wie T1; Beisatz: Hier: Bezeichnung einer Personengruppe als „Bande“. (T56)
  • 6 Ob 61/17i
    Entscheidungstext OGH 29.05.2017 6 Ob 61/17i
    Vgl; Beis wie T1
  • 6 Ob 102/17v
    Entscheidungstext OGH 07.07.2017 6 Ob 102/17v
    Beis wie T1; Beis ähnlich wie T6; Beis ähnlich wie T28
  • 6 Ob 149/17f
    Entscheidungstext OGH 29.08.2017 6 Ob 149/17f
    Auch; Beis wie T1; Beis ähnlich wie T24; Beis wie T28; Beis wie T32
  • 6 Ob 230/17t
    Entscheidungstext OGH 21.12.2017 6 Ob 230/17t
    Auch; Beisatz: Maßgeblich ist aber auch nicht, ob sich bloß der Kläger in einer bestimmten Art und Weise angesprochen fühlt, die sich weder aus der Äußerung selbst noch aus dem vermittelten Gesamteindruck ergibt. (T57)
  • 6 Ob 243/17d
    Entscheidungstext OGH 28.02.2018 6 Ob 243/17d
    Vgl auch; Beis wie T33
  • 6 Ob 124/18f
    Entscheidungstext OGH 25.10.2018 6 Ob 124/18f
    Vgl auch; Beis wie T33
  • 4 Ob 177/18k
    Entscheidungstext OGH 23.10.2018 4 Ob 177/18k
    Auch; Beis wie T46; Beis wie T49; Beiatz: §§ 1, 11 UWG. (T58)
  • 6 Ob 220/18y
    Entscheidungstext OGH 27.02.2019 6 Ob 220/18y
    Beis wie T57
  • 6 Ob 99/19f
    Entscheidungstext OGH 24.10.2019 6 Ob 99/19f
    Auch; nur T3; Beis wie T6; Beis wie T57

Anmerkung

Bem: Der Rechtssatz wird wegen der Häufigkeit seiner Zitierung ("überlanger RS") nicht bei jeder einzelnen Bezugnahme, sondern nur fallweise mit einer Gleichstellungsindizierung versehen.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1992:RS0031883

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

10.12.2019

Dokumentnummer

JJR_19921124_OGH0002_0040OB00082_9200000_003

Rechtssatz für 6Ob192/01f 6Ob251/03k 6...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0115694

Geschäftszahl

6Ob192/01f; 6Ob251/03k; 6Ob40/04g; 4Ob18/06k; 6Ob250/06t; 6Ob236/09p; 4Ob50/10x; 15Os106/10t (15Os49/11m, 15Os50/11h); 6Ob106/14b; 6Ob238/15s; 6Ob25/18x

Entscheidungsdatum

13.09.2001

Norm

ABGB §1330 BIII
MedienG §6 Abs2 Z2
StGB §111 Abs3

Rechtssatz

Unwahr ist eine Äußerung dann, wenn ihr sachlicher Kern im Zeitpunkt der Äußerung nicht mit der Wirklichkeit übereinstimmt (4 Ob 213/99y).

Entscheidungstexte

  • 6 Ob 192/01f
    Entscheidungstext OGH 13.09.2001 6 Ob 192/01f
  • 6 Ob 251/03k
    Entscheidungstext OGH 23.10.2003 6 Ob 251/03k
  • 6 Ob 40/04g
    Entscheidungstext OGH 26.08.2004 6 Ob 40/04g
  • 4 Ob 18/06k
    Entscheidungstext OGH 14.03.2006 4 Ob 18/06k
  • 6 Ob 250/06t
    Entscheidungstext OGH 30.11.2006 6 Ob 250/06t
  • 6 Ob 236/09p
    Entscheidungstext OGH 15.04.2010 6 Ob 236/09p
  • 4 Ob 50/10x
    Entscheidungstext OGH 11.05.2010 4 Ob 50/10x
    Auch
  • 15 Os 106/10t
    Entscheidungstext OGH 29.06.2011 15 Os 106/10t
    Auch
  • 6 Ob 106/14b
    Entscheidungstext OGH 09.10.2014 6 Ob 106/14b
    Beisatz: Die Unrichtigkeit kann sich dabei auch aus der Unvollständigkeit des bekanntgegebenen Sachverhalts ergeben, wenn dadurch ein unrichtiger Eindruck erweckt wird. (T1)
    Beisatz: Hier: In Zusammenhang bringen der Klägerin mit der Gefahr einer Insolvenz. (T2)
  • 6 Ob 238/15s
    Entscheidungstext OGH 30.08.2016 6 Ob 238/15s
    Veröff: SZ 2016/81
  • 6 Ob 25/18x
    Entscheidungstext OGH 28.02.2018 6 Ob 25/18x

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2001:RS0115694

Im RIS seit

13.10.2001

Zuletzt aktualisiert am

04.05.2018

Dokumentnummer

JJR_20010913_OGH0002_0060OB00192_01F0000_002

Rechtssatz für 6Ob238/15s

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0130971

Geschäftszahl

6Ob238/15s

Entscheidungsdatum

30.08.2016

Norm

ABGB §1330 A

Rechtssatz

Einer Arbeiterkammer kommt bei Produkttests aufgrund des Grundrechts auf freie Meinungsäußerung für ihre Veröffentlichungen, ihre Untersuchungsmethoden und die vorgenommenen Wertungen ein erheblicher Spielraum zu, den sie benötigt, um ihrer Aufgabe, in Angelegenheiten des Konsumentenschutzes Maßnahmen zu treffen (§ 4 Abs 2 Z 5 ArbeiterkammerG 1992), gerecht werden zu können.

Entscheidungstexte

  • 6 Ob 238/15s
    Entscheidungstext OGH 30.08.2016 6 Ob 238/15s
    Beisatz: Es ist nicht außer Verhältnis zu den Aufgaben und Zielen einer sachlichen Verbraucheraufklärung, wenn eine Arbeiterkammer bei ihren Tests im Interesse des Verbraucherschutzes gerade im Sicherheitsbereich (Gesundheitsgefährdung) strengere Anforderungen stellt, als sie der Hersteller des getesteten Produkts nach Rechtsvorschriften einhalten muss oder nach unverbindlichen Vorschriften einhalten soll. Es gehört zum Beurteilungsspielraum der Arbeiterkammer, die Bedeutung der Sicherheit für die Beurteilung eines Produkts besonders hoch anzusetzen und mit ihren Bedenken an die Öffentlichkeit zu treten. (T1); Veröff: SZ 2016/81

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2016:RS0130971

Im RIS seit

04.11.2016

Zuletzt aktualisiert am

04.05.2018

Dokumentnummer

JJR_20160830_OGH0002_0060OB00238_15S0000_001

Entscheidungstext 6Ob238/15s

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Fundstelle

VbR 2017/8 S 22 - VbR 2017,22 = RdW 2017/25 S 20 - RdW 2017,20 = RZ 2017,21 EÜ7 - RZ 2017 EÜ7 = SZ 2016/81

Geschäftszahl

6Ob238/15s

Entscheidungsdatum

30.08.2016

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat als Revisionsgericht durch den Hofrat Dr. Gitschthaler als Vorsitzenden und durch die Hofräte Dr. Schramm, Dr. E. Solé Dr. Nowotny und Dr. Hargassner als weitere Richter in der Rechtssache der klagenden Partei H*****, vertreten durch Fiebinger Polak Leon & Partner Rechtsanwälte GmbH in Wien, wider die beklagte Partei Kammer für Arbeiter und Angestellte für Oberösterreich, 4020 Linz, Volksgartenstraße 40, vertreten durch Kosesnik-Wehrle & Langer Rechtsanwälte KG in Wien, wegen 123.824,86 EUR sA, infolge außerordentlicher Revision der beklagten Partei gegen das Zwischenurteil des Oberlandesgerichts Linz als Berufungsgericht vom 27. Oktober 2015, GZ 1 R 122/15i-14, womit infolge Berufung der klagenden Partei das Urteil des Landesgerichts Linz vom 19. Mai 2015, GZ 38 Cg 136/14h-9, abgeändert wurde, in nichtöffentlicher Sitzung zu Recht erkannt:

Spruch

Der Revision wird Folge gegeben.

Das angefochtene Urteil wird dahin abgeändert, dass das Urteil des Erstgerichts einschließlich der Kostenentscheidung wiederhergestellt wird.

Die klagende Partei ist schuldig, der beklagten Partei die mit 10.700,12 EUR (davon 875,02 EUR Umsatzsteuer und 5.450 EUR Barauslagen) bestimmten Kosten des Rechtsmittelverfahrens binnen 14 Tagen zu ersetzen.

Text

Entscheidungsgründe:

Die beklagte Arbeiterkammer beauftragte am 13. 5. 2013 die Umweltbundesamt GmbH mit der Untersuchung 14 verschiedener Kinder-Tattoos unterschiedlicher Anbieter, darunter die vom Kläger vertriebenen Tattoos mit den Motiven „Disney Princess“ und „Thor“, auf Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), Phthalate, weitere organische Parameter und Schwermetalle sowie mit der Analyse auf Organozinnverbindungen, Screening und Lösungsmittelreste. Bei Positivbefunden forderte sie ein humantoxilogisches Gutachten an.

In der vom Umweltbundesamt erstellten „Interpretation der Untersuchungsergebnisse“, heißt es auszugsweise:

„ ...

Hintergrund: 
Kindertattoos werden im Gegensatz zu echten Tätowierungen auf die Haut geklebt und sind daher nur eine begrenzte Zeit in Kontakt mit der Haut. Dabei kann es dennoch, in Abhängigkeit von den Stoffeigenschaften und der Klebedauer, zur Aufnahme der Stoffe über die Haut kommen. Aufgrund der geringen Masse lässt sich der Schadstoffgehalt eines Einzel-Tattoos nicht exakt quantifizieren, daher kann im Rahmen dieser Untersuchung auch keine definitive Aufnahmemenge berechnet und kein toxikologisches Gutachten erstellt werden. Die Ergebnisse werden im Folgenden dargestellt, die Einstufungen und rechtlichen Regelungen der nachgewiesenen Stoffe zusammengefasst, und die Bedeutung der Ergebnisse interpretiert.

Chemische Analysen: 
Um eine ausreichende Probemenge für die chemischen Analysen zu erreichen, wurden mehrere gleiche Tattoos zu einer Einzelprobe vereinigt. In den Prüfberichten sind Bestimmungsgrenzen (BG) und Nachweisgrenzen (NG) der jeweiligen Methoden angegeben. In Tabelle 1 sind die untersuchten Parametergruppen und Einzelparameter dargestellt, in Tabelle 2 die Ergebnisse der chemischen Analysen. Unterhalb der NG sind die Stoffe mit der chemisch-analytischen Methode nicht nachweisbar (n.n.), unterhalb der BG sind sie zwar vorhanden, aber in zu geringen Mengen für eine stichhaltige Konzentrationsbestimmung. Der Bereich zwischen NG und BG wird als <BG angegeben, und oberhalb der BG werden die Konzentrationen in µg/g und fett gedruckt dargestellt (Tabelle 2).

[...]

Beschreibung der potentiellen Gesundheitsgefährdung
Aufgrund der äußerst geringen Menge an Chemikalien, die ein einzelnes Tattoo aufgrund seines geringen Gewichts (5-15 mg/Tattoo) abgeben kann, ist die Menge, die über die Haut aufgenommen werden kann, sehr gering, und eine akute Gesundheitsgefährdung ist nicht zu erwarten. Dennoch sind eine Reihe unerwünschter, weil gesundheitsschädlicher Stoffe in den Tattoos nachzuweisen und insbesondere Kinder sollten diesen möglichst wenig ausgesetzt werden. Dies gilt insbesondere für allergieauslösende (z.B. Nickel) und hormonwirksame (z.B. Organozinnverbindungen), reproduktionstoxische (z.B. DibutyIzinn), krebserregende (z.B. Tributylphosphat) und ätzende (z.B. Nonylphenol) Substanzen. Die im Folgenden aufgeführten Einstufungen nach CLP-Verordnung dienen zur Charakterisierung des Gefahrenpotentials der Stoffe, wobei die Kategorie 1 immer die Kategorie mit der höchsten Gefährlichkeit darstellt. Nur die im Zusammenhang mit dieser Untersuchung relevanten Einstufungen zur Gesundheit (hingegen nicht jene zu z.B. Umweltgefährdung) sind aufgeführt. Falls keine in der CLP-Verordnung definierten Einstufungen existieren, wurden die Selbsteinstufungen der Industrie angegeben.

Ergebnisse:

In Tabelle 2 sind die Ergebnisse der Analysen dargestellt, die im Folgenden kurz zusammengefasst sind:

In allen Tattooproben waren zumindest zwei verschiedene gesundheitlich bedenkliche Chemikalien/-gruppen nachweisbar. In fünf Tattoos waren fünf verschiedene Chemikalien/-gruppen nachweisbar. In einem Tattoo waren sogar sechs der sieben Chemikaliengruppen vertreten (bsb Tattoos, Tattoo-Block).

Drei Tattoos überschritten die Grenzwerte der Spielzeugrichtlinie für Organozinn. Der Wert wird von Trixibelle Tattoo 16-fach (insgesamt 3,2 µg/g, bsb Tattoo 4-fach (1 µg/g) und Dino-Tattoo 3,5-fach (0,7 µg/g) überschritten.

Bei Vergleich mit maximal tolerierbaren Konzentrationen in Tätowiermitteln laut Europa-Rat-Resolution würde ein Tattoo die maximal tolerierbare Konzentration für Blei überschreiten (Monster Tattoo), sowie neun Tattoos die maximal tolerierbare PAK-Konzentration (Tattoo Pirates, bsb Tattoos, Disney Princess Tattoos, Thor Tattoos, Star Wars Tattoos, Monster Tattoos, Dino Tattoos, Design Tattoos, Tattoo Block). Dabei ist zu bemerken, dass die Klebetattoos im Gegensatz zu echten Tätowiermitteln nur kurzfristig aufgeklebt und nicht injiziert werden, andererseits handelt es sich um Produkte, die für Kinder vorgesehen sind, die als besonders sensibel gegenüber chemikalienbedingten Wirkungen gelten. Laut Meinung des deutschen Bundesinstituts für Risikobewertung BfR sollte die Exposition von Kindern gegenüber CMR-Stoffen (kanzerogen-mutagen-reproduktionstoxisch) und Schwermetallen aufgrund ihrer Gefährlichkeit so gering wie möglich sein (BfR 2008, 2009, 2012).

Zwei Tattoos überschritten auch die in den Kriterien des „Geprüfte Sicherheit“-GS-Zeichens festgelegten PAK-Höchstkonzentrationen für Produkte mit länger als 30 Sekunden dauernden Hautkontakt (Tattoo Pirates, Tattoo-Block).

Hinsichtlich Produktsicherheit daher zu beanstanden wären: bsb, Dino und Trixibelle Tattoo (Organozinn), Monster Tattoo (Blei, PAK), Tattoo Pirates, Tattoo Block (PAK, sieben der acht Gruppen nachgewiesen), bsb-Tattoos (PAK).

Alle Tattoos enthalten bedenkliche Stoffe und sind nicht als zufriedenstellend zu bewerten. ...“

In der Tabelle 2 „Ergebnisse der chemischen Analysen auf Schwermetalle, Organozinnverbindungen, Phtalate, Organophosphate, PAK und Lösemittel“ seines Untersuchungsberichts trug das Umweltbundesamt beim Produkt Thor-Tattoo, bei dem Phthalate nicht nachweisbar waren, den Phthalatersatzstoff TXIB mit dem Wert 60 µg/g (0,006 %) ein.

Ein Mitarbeiter der Beklagten bereitete sodann den Text für eine Presseaussendung vor, der von einem Juristen und vom Abteilungsleiter Dr. G***** R***** noch einmal überprüft wurde. Dabei ging es der Beklagten darum, einen Text zu verfassen, der auch für einen Konsumenten verständlich ist, nicht hingegen etwa darum, (wissentlich) falsche Fakten zu verbreiten. Dabei haben sich die Mitarbeiter der Beklagten auf das Umweltbundesamt verlassen.

Auf ihrer Homepage berichtete die Beklagte ab 18. 9. 2013 wie folgt:

„Gesundheitlich bedenkliche Chemikalien in Kinder-Tattoos

Die Konsumentenschützer der Arbeiterkammer Oberösterreich haben 14 Kinder-Tattoos getestet. Erschreckendes Ergebnis: In allen Proben waren zumindest zwei gesundheitlich bedenkliche Chemikalien enthalten.

Verkauft werden sie als harmlose Abziehbilder, die auf die Haut übertragen werden. Doch der Schein trügt: Kinder-Tattoos sind schädlicher, als gedacht. Sie können allergieauslösende, krebserregende, hormonwirksame (das bedeutet, sie stehen im Verdacht, z.B. Unfruchtbarkeit auszulösen) und ätzende Substanzen wie Nickel, Blei, Organozinnverbindungen, Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) und Weichmacher enthalten. Bei 14 untersuchten Proben kommen in allen zumindest zwei dieser Substanzen vor. Auch wenn die Schadstoffe nur in geringen Dosen abgegeben werden, ist dieses Ergebnis bedenklich.

Ergebnisse im Detail:

(Die Untersuchungen wurden vom Umweltbundesamt Wien durchgeführt.)

Kinder-Tattoos sind, wie der Test zeigt, eigentlich ein ungeeignetes Spielzeug!

Dem war folgende Tabelle angeschlossen:

In einer Presseaussendung vom 18. 9. 2013 teilte die Beklagte mit: 

„Schadstoffe in Kinder-Tattoos

Abziehbilder, die für ein paar Tage die Haut schmücken, sind bei Kindern sehr beliebt. Die Konsumentenschützer der Arbeiterkammer Oberösterreich haben 14 solcher Abzieh-Tattoos getestet. Das erschreckende Ergebnis: In allen Proben waren zumindest zwei gesundheitlich bedenkliche Chemikalien nachweisbar. Das 'Block-Tattoo' wies sogar bei sämtlichen untersuchten Schadstoffgruppen erhöhte Werte auf. 'Angesichts der Testergebnisse rate ich Eltern, diese Produkte nicht zu verwenden' stellt Dr. G***** R***** fest.

Die Testergebnisse finden Sie unter www.ooe.konsumentenschutz.at

Untersucht wurden die Tattoos auf allergieauslösende, hormonwirksame, krebserregende und ätzende Substanzen wie Nickel, Blei, Organozinnverbindungen, Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) und Weichmacher. Obwohl Abzieh-Tattoos sich nicht ständig auf der Haut befinden, kann es zu einer Aufnahme der vor allem für Kinder bedenklichen Schadstoffe kommen.

Ergebnisse im Detail: 
Drei Tattoos überschritten die Grenzwerte der Spielzeugrichtlinien für Organozinn. Der Wert des Trixibelle Tattoo überschritt diesen hormonwirksamen Wert sogar um das 16-fache. Die maximal tolerierbare Bleikonzentration in Tätowiermitteln ist von einem Produkt (Tattoo Monster) überschritten worden und neun der getesteten Produkte erreichten die maximal tolerierbare PAK-Konzentration (Pirates, bsb, Disney Princess, Thor, Star Wars, Monster, Dino, Design und Block). Zwei Testprodukte überschritten auch die PAK-Höchstkonzentration für Produkte mit länger als 30 Sekunden Hautkontakt (Pirates und Block). Hinsichtlich Produktsicherheit wurden folgende Tattoos beanstandet:
wegen erhöhter Organozinnwerte bsb, Dino und Trixibelle Tattoo,              
wegen erhöhter Bleiwerte Monster Tattoo und              
wegen erhöhter PAKwerte bsb Pirates und Block Tattoo.
Die Untersuchungen wurden vom Umweltbundesamt Wien durchgeführt.“

Von „erhöhten“ Werten sprach die Beklagte immer dann, wenn ein Stoff nachweisbar und bestimmbar war, weil sie befürchtete, dass sonst „ein Konsument das Ganze als harmlos verstehen“ würde, und es ihr darum ging, die (potentiellen) Risiken für Kinder aufzuzeigen, auch wenn es keine Grenzwertüberschreitung gab.

Die auf diese Art von der Beklagten berichteten Testergebnisse wurden von zahlreichen Medien aufgegriffen, in denen die Kinder-Tattoos etwa als „gefährlich“, „giftig“, „gesundheitsschädlich“, „bei Test durchgefallen“ oder „schädlicher als gedacht“ bezeichnet wurden.

In einer Pressekonferenz vom 7. 2. 2014 im Rahmen der „AK-Konsumentenschutzbilanz 2013“ teilte die Beklagte mit, ihr sei es im vergangenen Jahr gelungen, mit ihren Produkttests dazu beizutragen, dass gesundheitsschädliche Kinder-Tattoos aus den Regalen verschwinden.

Der Kläger begehrt von der Beklagten die Zahlung eines Schadenersatzes von 123.824,86 EUR samt Zinsen. Er habe als Lizenznehmer mehrerer Marken Tattoos produzieren lassen und fixe Abnehmer für seine unbedenklichen und nicht gesundheitsschädlichen Produkte gehabt. Auf diese ablösbaren Hauttattoos sei die Kosmetikverordnung anzuwenden. Fast alle der getesteten Produkte unterschritten die erlaubten Grenzwerte, in 95 % sei nicht einmal ein Zehntel der erlaubten Grenzwerte überschritten worden. Spielzeug- und Kosmetikverordnungen seien penibel eingehalten worden. Aufgrund der vernichtenden Berichterstattung der Beklagten und der falschen Behauptung in den Medien, dass die Tattoos gesundheitsschädlich seien, sei nichts mehr bestellt worden. Obwohl die geltenden Grenzwerte bei Weitem unterschritten worden und die Kinder-Tattoos ungefährlich seien, habe die Beklagte vom Kauf abgeraten. Sie habe das Gutachten des Umweltbundesamts falsch interpretiert und grob fahrlässig falsche Fakten veröffentlicht, wodurch die Produkte unverkäuflich geworden seien. Sie habe nicht zwischen bedenklichen und unbedenklichen Produkten unterschieden, obwohl die Produkte des Klägers auch aus der Sicht des Umweltbundesamts völlig unbedenklich gewesen seien. Sie habe gewusst, dass die Produkte keine Tätowiermittel, die unter die Haut gespritzt werden, sondern kosmetische Produkte seien, und sie habe mit ihrer undifferenzierten Vorverurteilung die gesamte Produktlinie (Kinder-Tattoos) ruiniert.

Die Beklagte beantragte die Abweisung des Klagebegehrens. Sie sei von den Ergebnissen der Untersuchung des Umweltbundesamts ausgegangen. In allen Tattoos seien zumindest zwei gesundheitlich bedenkliche Chemikaliengruppen nachweisbar gewesen. Alle Tattoos seien nach dem Untersuchungsbericht als nicht zufriedenstellend zu bewerten. Sie habe die Produkte des Klägers nicht als gesundheitsschädlich bezeichnet. Die ungekürzte Veröffentlichung der Untersuchungsergebnisse hätte kein anderes Kaufverhalten zur Folge gehabt. Die für Kinder, die als besonders sensibel gegenüber chemikalienbedingten Wirkungen gelten, vorgesehenen Produkte des Klägers seien nicht unbedenklich. Die Mitteilung in der Pressekonferenz vom 7. 2. 2014 sei für den behaupteten Schaden nicht kausal gewesen.

Das Erstgericht wies das Klagebegehren ab. Dass Kinder-Tattoos nicht der Kosmetikverordnung und/oder der Spielzeugverordnung unterlägen, habe die Beklagte nicht behauptet. Auf welcher Rechtsgrundlage der Kläger eine Bewertung unter den Vorgaben dieser Verordnungen durch die Beklagte erzwingen möchte, sei nicht ersichtlich. Dass das Umweltbundesamt nur Grenzwerte nach der Spielzeugrichtline dokumentiert habe, nicht aber jene der Kosmetikverordnung, könne der Beklagten nicht im Rahmen des § 1330 ABGB vorgeworfen werden. Die Beklagte habe auch nicht behauptet, dass die Kriterien des GS-Sicherheitszeichens verbindlich seien. Dass sie in ihrer Tabelle von „erhöhten“ Werten spreche, sei im Hinblick auf die Ausführungen des Umweltbundesamts unter der Rubrik „Beschreibung der potentiellen Gesundheitsgefährdung“ seines Berichts nicht zu beanstanden. Dass die Produkte nationale oder internationale Grenzwerte überschritten, habe die Beklagte nicht behauptet. Da das Umweltbundesamt in der Tabelle 2 seines Berichts beim Produkt Thor-Tattoo in der Spalte „Phthalate“ einen Phthalatersatzstoff ausgewiesen habe, habe die Beklagte wie ein durchschnittlicher Leser der Interpretation der Untersuchungsergebnisse das Gefahrenpotential dieses Stoffs als durchaus vergleichbar verstehen dürfen. Es sei nämlich nicht ersichtlich, wieso das Umweltbundesamt, das keinen expliziten Prüfauftrag für Phthalatersatzstoffe gehabt habe, diesen sonst in die Tabelle aufgenommen hätte. Beim Vergleich des „Monster-Tattoos“ mit der „Tätowiermittelresolution“ könnten zwar aufgrund der verkürzten Darstellung der Beklagten Leser meinen, diese Resolution würde auch für Kinder-Tattoos gelten. Falsch sei die Berichterstattung aber nicht. Ein Tattoo des Klägers sei in diesem Punkt auch nicht betroffen.

Das Berufungsgericht änderte dieses Urteil dahin ab, dass es das Klagebegehren als dem Grunde nach zu Recht bestehend erkannte, und sprach aus, dass die ordentliche Revision nicht zulässig sei. In der von der Beklagten erstellten Tabelle werde bei den Schadstoffbelastungen zwischen „nicht nachgewiesen“, „nachgewiesen“ und „erhöht“ unterschieden. Bei dieser Konstellation deute die Verwendung des Begriffs „erhöht“ (ohne Klarstellung) auf die Überschreitung bestimmter Grenzwerte hin. Die Verwendung des Begriffs „erhöhte Werte“ in der Tabelle lasse einen durchschnittlich informierten Konsumenten allein aufgrund der Unterscheidung in „nachgewiesen“ und „erhöht“ darauf schließen, dass eine schädliche Substanz nicht nur per se, sondern in einem solchen Ausmaß vorkomme, dass sie über einem einschlägigen Richtwert liege (einen bestimmten Grenzwert überschritten habe). Tatsächlich sei aber die Schadstoffbelastung mit Nickel und Blei bei keinem Tattoo überschritten worden. Selbst die bei der Tätowierresolution maximal tolerierbare PAK-Konzentration sei nicht überschritten worden. Bei den Lösungsmittelresten seien beim Tattoo „Disney-Princess“ überhaupt nur geringe Spuren von Aceton gefunden worden. Trotzdem werde der Wert als „erhöht“ bezeichnet. Die Darstellung der Schadstoffbelastungen mit dem Begriff „erhöht“ in der Tabelle bei der Verbreitung und Veröffentlichung der Untersuchungsergebnisse sei eine falsche Tatsachenbehauptung, die auf kein wahres Tatsachensubstrat zurückgeführt werden könne, weil Grenzwertüberschreitungen nicht nachgewiesen worden seien. Die Darstellungen der Beklagten seien als Verbreitung unwahrer Tatsachen im Sinn des § 1330 Abs 2 ABGB zu qualifizieren. Daher sei ein klagsstattgebendes Zwischenurteil zu fällen.

Rechtliche Beurteilung

Die vom Kläger beantwortete außerordentliche Revision der Beklagten ist aus Gründen der Rechtssicherheit zulässig; sie ist auch berechtigt.

Der geltend gemachte Schadenersatzanspruch besteht nicht.

1. Auf eine sittenwidrige Schädigung oder auf Rechtsmissbrauch (§ 1295 Abs 2 ABGB) hat der Kläger sein Schadenersatzbegehren schon in der Berufung nicht mehr gestützt.

2.1. Die deliktische Haftung (6 Ob 161/97p ua) wegen Rufschädigung (§ 1330 Abs 2 ABGB) erfordert die Verbreitung unwahrer Tatsachenbehauptungen. Wahre Tatsachenbehauptungen und Meinungsäußerungen (Werturteile) fallen nicht unter diese Gesetzesstelle (6 Ob 52/09d ua).

2.2. Tatsachen im Sinn des § 1330 Abs 2 ABGB sind Umstände, die ihrer allgemeinen Natur nach objektiv überprüfbar sind (stRsp, zB 6 Ob 52/09d mwN). Für die Einordnung einer Äußerung als Tatsachenbehauptung ist wesentlich, ob sich ihr Bedeutungsinhalt auf einen Tatsachenkern zurückführen lässt, der einem Beweis zugänglich ist (6 Ob 295/03f mwN), sodass sie nicht nur subjektiv angenommen oder abgelehnt, sondern als richtig oder falsch beurteilt werden kann (6 Ob 52/09d; 6 Ob 295/03f je mwN).

2.3. Unwahr ist eine Äußerung dann, wenn ihr sachlicher Kern im Zeitpunkt der Äußerung nicht mit der Wirklichkeit übereinstimmt (6 Ob 236/09p ua).

2.4. Sinn und Bedeutungsgehalt einer beanstandeten Äußerung wie auch die Frage, ob Tatsachen verbreitet werden oder eine wertende Meinungsäußerung vorliegt, richten sich nach dem Gesamtzusammenhang und dem dadurch vermittelten Gesamteindruck der Äußerung für den unbefangenen Durchschnittsadressaten (6 Ob 295/03f ua). Die Äußerung ist so auszulegen, wie sie vom angesprochenen Verkehrskreis bei ungezwungener Auslegung verstanden wird (RIS-Justiz RS0031883, vgl auch RS0031815).

2.5. Die Ermittlung des Bedeutungsinhalts einer Äußerung und die Abgrenzung zwischen Tatsachenbehauptung und Meinungsäußerung sind Rechtsfragen (6 Ob 52/09d mwN; 4 Ob 132/09d ua). Die Äußerungen, eine Chemikalie sei gesundheitlich bedenklich und Kinder-Tattoos seien „eigentlich ein ungeeignetes Spielzeug“, sind Wertungen der Testergebnisse und fallen daher nicht unter § 1330 Abs 2 ABGB.

3.1. Zu Unrecht legt das Berufungsgericht dem Ausdruck, ein in der Tabelle genannter Schadstoff sei „erhöht“, die Bedeutung bei, dass diese schädliche Substanz über einem einschlägigen Richtwert liege und Schadstoffbelastungen nicht nur nachgewiesen wurden, sondern einen bestimmten Grenzwert überschritten haben. Diese Beurteilung vernachlässigt den Gesamtzusammenhang, in dem die von der Beklagten verbreitete Tabelle steht.

3.2. Die Tabelle steht im unmittelbaren Bezugszusammenhang mit dem vorgeschalteten Text der Mitteilung der Beklagten auf ihrer Homepage und darf nicht isoliert von diesem ausgelegt werden. In der Beschreibung der „Ergebnisse im Detail“ wird vom Überschreiten der Grenzwerte der Spielzeugrichtlinie für Organozinn bei drei der untersuchten Tattoos, vom Überschreiten der in den Kriterien des „Geprüfte Sicherheits-Zeichens“ festgelegten PAK-Höchstkonzentration bei zwei Tattoos, vom Überschreiten maximaler Konzentrationen für Blei bei einem Tattoo, davon geschrieben, dass neun Tattoos die maximal tolerierbare PAK-Konzentration erreichten, und sieben Tattoos angeführt, deren Produktsicherheit allein wegen ihres Organozinngehalts, allein wegen der PAK-Konzentration oder wegen Übersteigens der maximal tolerierbaren Konzentrationen an Blei und PAK zu beanstanden sind. Wird im vorgeschalteten Text vom Erreichen einer maximal tolerierbaren Konzentration gesprochen und auch dieser Umstand in der Tabelle mit „erhöht“ beschrieben, so ist ein Verständnis der an Produkttests interessierten Konsumenten (der von der Mitteilung angesprochene Verkehrskreis) in dem vom Berufungsgericht gefundenen Sinn wenn schon nicht ausgeschlossen, so doch sehr fernliegend. Zudem zeigt auch schon ein kurzer Blick etwa auf die Spalte „Nickel, Blei“ der Tabelle dem Leser, dass „erhöht“ nicht die Bedeutung hat, diese Substanzen lägen in einer bestimmte Grenzwerte übersteigenden Konzentration vor. Denn in dieser Spalte findet sich der Ausdruck „erhöht“ bei zwölf von 14 Tattoos, während im Text von weniger Tattoos die Rede ist, die einen Grenzwert, eine maximal tolerierbare Konzentration oder eine festgelegte Höchstkonzentration überschreiten.

3.3. „Erhöht“ ist im gegebenen Bezugszusammenhang zum einen dahin zu verstehen, dass die Substanz in einer Konzentration über der Nachweisgrenze vorliegt. Insofern liegt eine Tatsachenbehauptung vor, die nach den Feststellungen der Vorinstanzen im Wesentlichen wahr ist. Dass in der Spalte „Lösungsmittelreste“ der Tabelle der Ausdruck „erhöht“ das Untersuchungsergebnis „ev. Spuren von“ zB Aceton, also allein den Umstand bezeichnet, dass der Stoff gefunden wurde, ist im gegebenen Zusammenhang ein unwesentliches Detail, auf das es nicht ankommt (vgl 6 Ob 295/03f mwN). Denn der an Produkttests Interessierte entnimmt der gesamten Mitteilung der Beklagten, dass sie ihren Werturteilen auch zugrundelegt, dass eine Chemikalie bloß nachgewiesen wurde. Dass von den detektierten Phthalatersatzstoffen keine Gesundheitsgefährdung ausgehen kann, hat der Kläger nicht dargelegt.

Zum anderen bringt der Ausdruck „erhöht“ in der Tabelle auch die Wertung der Beklagten im vorgeschalteten Text vom Vorliegen einer gesundheitlich bedenklichen Substanz zum Ausdruck. Denn nur die ersten zwei in der Tabelle angeführten Tattoos weisen zwei Chemikalien mit „erhöhten“ Werten aus, während Organozinn, Phthalate und Lösungsmittel nicht nachgewiesen sind. Im Text gab die Beklagte die Beurteilung des Umweltbundesamts wieder, dass in allen Proben zwei gesundheitlich bedenkliche Chemikalien enthalten waren. Der Spalte „Gesamtbewertung“ in Verbindung mit den Zeilen der Tabelle entnimmt der Adressat, dass die Beklagte ihrer Gesamtbewertung auch zugrundelegt, ob eine Chemikalie bloß nachgewiesen wurde.

              4.1. In seiner Berufung hat der Kläger die Auffassung vertreten, es richte sich nach den auf dieses Produkt anwendbaren europäischen Vorschriften (Verordnungen und in nationales Recht umgesetzte Richtlinien), ob ein Produkt als sicher einzustufen sei oder nicht. Subsidiär könnten Resolutionen des Europarats (Anm: eine solche ist die „Tätowiermittelrichtlinie“) herangezogen werden, wenn diese einschlägig sind. Die auf das Produkt anwendbaren gesetzlichen Vorschriften gäben aber jenen Rahmen vor, der für die Beurteilung heranzuziehen sei, ob ein Produkt gemäß diesen Vorschriften als gesundheitsgefährlich einzustufen sei. Der Beklagten sei vorzuwerfen, dass sie in ihrer Veröffentlichung nicht darauf hingewiesen habe, dass die Richtlinie 2009/48/EG über die Sicherheit von Spielzeug, umgesetzt durch die Spielzeugverordnung 2011, BGBl II 2003/211, nicht auf Kinder-Tattoos Anwendung finde. Sie habe es auch unterlassen, eine Evaluierung zu beauftragen, die sich an den gesetzlichen Vorschriften orientiere, die auf Kinder-Tattoos anzuwenden seien. Da die Tätowiermittelresolution weder nach ihrem Inhalt noch nach ihren Erwägungsgründen einen Hinweis darauf biete, dass diese auch nur annähernd Anwendung auf vorübergehende Sticker-Tattoos finde, sei die Berichterstattung schon deswegen falsch, weil sie sich auf eine Resolution stütze, die auf die getesteten Produkte keine Anwendung finde.

              4.2. Abgesehen davon, dass diese Ausführungen nicht die für das Klagebegehren relevante Frage der in den Mitteilungen der Beklagten enthaltenen unwahren Tatsachenbehauptungen, denen im Rahmen der Mitteilung eigenständige Bedeutung zukommt, betreffen, ist ihnen zu erwidern:

              4.3. Arbeiterkammern sind in Durchführung ihrer Interessenvertretungsaufgabe insbesondere dazu berufen, in Angelegenheiten des Konsumentenschutzes Maßnahmen zu treffen (§ 4 Abs 2 Z 5 ArbeiterkammerG 1992).

              4.4. Nach der Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofs kommt einer Arbeiterkammer bei Produkttests aufgrund des Grundrechts auf freie Meinungsäußerung für ihre Veröffentlichungen, ihre Untersuchungsmethoden und die vorgenommenen Wertungen ein erheblicher Spielraum zu, den sie benötigt, um ihrer Aufgabe gerecht werden zu können (6 Ob 52/09d).

              4.5. Es ist nicht außer Verhältnis zu den Aufgaben und Zielen einer sachlichen Verbraucheraufklärung, wenn die Beklagte bei ihren Tests im Interesse des Verbraucherschutzes gerade im Sicherheitsbereich (Gesundheitsgefährdung) strengere Anforderungen stellt, als sie der Hersteller des getesteten Produkts nach Rechtsvorschriften einhalten muss oder nach unverbindlichen Vorschriften einhalten soll. Es gehört zum Beurteilungsspielraum der Beklagten, die Bedeutung der Sicherheit für die Beurteilung eines Produkts besonders hoch anzusetzen und mit ihren Bedenken an die Öffentlichkeit zu treten (vgl BGH VI ZR 144/86 NJW 1987, 2222 = GRUR 1987, 468 – Warentest IV).

5. Auf die Mitteilung in der Pressekonferenz der Beklagten vom 7. 2. 2014 hat der Kläger sein Begehren in der Berufung nicht mehr gestützt. Im Übrigen hat er das Vorbringen der Beklagten, diese Mitteilung sei für den behaupteten Schaden nicht kausal gewesen, weil der Kläger schon zuvor mit Schadenersatzansprüchen von 83.000 EUR an die Beklagte herangetreten sei, nicht konkretisiert bestritten.

6. Die Kostenentscheidung beruht auf §§ 41, 50 Abs 2 ZPO.

Textnummer

E115769

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2016:0060OB00238.15S.0830.000

Im RIS seit

05.10.2016

Zuletzt aktualisiert am

30.01.2019

Dokumentnummer

JJT_20160830_OGH0002_0060OB00238_15S0000_000