Rechtssatz für 2Ob740/55 5Ob226/69 6Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0032149

Geschäftszahl

2Ob740/55; 5Ob226/69; 6Ob95/16p

Entscheidungsdatum

27.06.2016

Rechtssatz

Eine Verbürgung für bedingte oder künftige Forderungen ist zulässig. Die Bürgschaft kann daher für eine Forderung aus einem dem Hauptschuldner zu gewährenden Kredit (Kreditbürgschaft) eingegangen werden. Die Bürgschaft äußert hier ihre Wirkung nur für den Fall, dass die Hauptschuld entsteht (nach Wolff bei Klang, 2.Auflage zu Paragraph 1351, ABGB).

Entscheidungstexte

  • 2 Ob 740/55
    Entscheidungstext OGH 29.02.1956 2 Ob 740/55
  • 5 Ob 226/69
    Entscheidungstext OGH 17.09.1969 5 Ob 226/69
  • 6 Ob 95/16p
    Entscheidungstext OGH 27.06.2016 6 Ob 95/16p
    Auch; nur: Eine Verbürgung für bedingte oder künftige Forderungen ist zulässig. (T1)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1956:RS0032149

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

17.08.2016

Dokumentnummer

JJR_19560229_OGH0002_0020OB00740_5500000_001

Rechtssatz für 7Ob534/56; 5Ob43/67; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0032062

Geschäftszahl

7Ob534/56; 5Ob43/67; 5Ob42/69; 6Ob242/70; 7Ob207/70; 7Ob53/71 (7Ob54/71; 7Ob55/71); 7Ob18/72; 5Ob57/73; 6Ob620/77; 8Ob209/79; 1Ob521/81; 3Ob540/81; 6Ob603/83; 4Ob601/89; 9Ob285/00b; 1Ob213/03k; 6Ob229/12p; 6Ob195/14s; 10Ob9/16w; 6Ob95/16p

Entscheidungsdatum

27.06.2016

Rechtssatz

Die Übernahme der Bürgschaft für einen in seiner Höhe ziffernmäßig noch nicht feststehenden Kredit ist grundsätzlich wirksam und entspricht den Bedürfnissen des Wirtschaftslebens.

Entscheidungstexte

  • 7 Ob 534/56
    Entscheidungstext OGH 30.10.1956 7 Ob 534/56
  • 5 Ob 43/67
    Entscheidungstext OGH 15.03.1967 5 Ob 43/67
    Beisatz: Bürgschaft für die in Zukunft fällig werdenden Sozialversicherungsbeiträge eines Unternehmens. (T1)
  • 5 Ob 42/69
    Entscheidungstext OGH 05.03.1969 5 Ob 42/69
    Beis wie T1; Veröff: SZ 42/36 = EvBl 1969/257 S 392 = SozM IA/e,785 = DRdA 1971,19 (ablehnend Dirschmied) = Arb 8606 = QuHGZ 1970/64 S 235
  • 6 Ob 242/70
    Entscheidungstext OGH 14.10.1970 6 Ob 242/70
    Beis wie T1
  • 7 Ob 207/70
    Entscheidungstext OGH 08.11.1970 7 Ob 207/70
    Beis wie T1; Beisatz: Diese Bürgschaft kann als Dauerschuldverhältnis aufgekündigt werden. (T2)
  • 7 Ob 53/71
    Entscheidungstext OGH 28.04.1971 7 Ob 53/71
    Beis wie T2; Beisatz: Bei unwiderruflicher Übernahme der Bürgschaft Auflösung nur aus wichtigem Grund. (T3)
    Veröff: EvBl 1971/281 S 522 = JBl 1971,521
  • 7 Ob 18/72
    Entscheidungstext OGH 02.02.1972 7 Ob 18/72
    Beis wie T3
  • 5 Ob 57/73
    Entscheidungstext OGH 11.04.1973 5 Ob 57/73
    Veröff: EvBl 1973/177 S 396 = QuHGZ 1973 3-4,419 = NZ 1974,77 = ZfRV 1973 H4,303 (mit zustimmender Glosse von Schinnerer)
  • 6 Ob 620/77
    Entscheidungstext OGH 30.06.1977 6 Ob 620/77
    Auch; HS X/XI/9
  • 8 Ob 209/79
    Entscheidungstext OGH 14.09.1979 8 Ob 209/79
    Beis wie T1
  • 1 Ob 521/81
    Entscheidungstext OGH 08.04.1981 1 Ob 521/81
    Auch; Beis wie T1
  • 3 Ob 540/81
    Entscheidungstext OGH 07.10.1981 3 Ob 540/81
    Beis wie T1
  • 6 Ob 603/83
    Entscheidungstext OGH 20.06.1984 6 Ob 603/83
    Auch; Beis wie T1; Beisatz: Das IESG hat für die Frage der Bestimmtheit der künftigen Hauptschuld (Sozialversicherungsbeiträge) keine Änderung gebracht. (T4)
    Veröff: SZ 57/112
  • 4 Ob 601/89
    Entscheidungstext OGH 07.11.1989 4 Ob 601/89
    Auch; Beis wie T1; Beis wie T2; Beis wie T3
  • 9 Ob 285/00b
    Entscheidungstext OGH 08.11.2000 9 Ob 285/00b
    Auch; Beis wie T1; Beisatz: Eine Bürgschaftsübernahme für künftig fällig werdende Sozialversicherungsbeiträge ist grundsätzlich zulässig und wirksam, zumal sich deren Höhe und Fälligkeit aus dem Gesetz ergibt und nach dem überschaubaren Stand der Beschäftigten richtet. (T5)
  • 1 Ob 213/03k
    Entscheidungstext OGH 16.12.2003 1 Ob 213/03k
    Auch; Beis wie T5; Veröff: SZ 2003/165
  • 6 Ob 229/12p
    Entscheidungstext OGH 19.12.2012 6 Ob 229/12p
    Vgl; Beis wie T5
  • 6 Ob 195/14s
    Entscheidungstext OGH 15.12.2014 6 Ob 195/14s
  • 10 Ob 9/16w
    Entscheidungstext OGH 13.04.2016 10 Ob 9/16w
    Beis ähnlich wie T5
  • 6 Ob 95/16p
    Entscheidungstext OGH 27.06.2016 6 Ob 95/16p
    Vgl; Beis ähnlich wie T5; Beisatz: Im Fall der Bürgschaft eines Gesellschafters für Sozialversicherungsbeiträge der Gesellschaft besteht für die Annahme einer Haftungsbegrenzung für die Zeit nach dem Ausscheiden aus der Gesellschaft im Wege der Vertragsauslegung kein Raum, wenn sich im Wortlaut der Bürgschaft dafür keine Grundlage findet (so bereits 7 Ob 53/71). (T6)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1956:RS0032062

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

24.02.2026

Dokumentnummer

JJR_19561030_OGH0002_0070OB00534_5600000_001

Rechtssatz für 3Ob608/82 7Ob265/01y 6O...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0016793

Geschäftszahl

3Ob608/82; 7Ob265/01y; 6Ob95/16p

Entscheidungsdatum

27.06.2016

Norm

ABGB §879 BIIo
BGB §138
HGB §383
HGB §374
  1. ABGB § 879 heute
  2. ABGB § 879 gültig ab 01.07.1992 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 275/1992

Rechtssatz

Als sogenannter Knebelungsvertrag ist ein Vertragshändlervertrag zB dann sittenwidrig, wenn die Kündigungsmöglichkeiten und die Kündigungsfolgen so gestaltet wären, dass eine Lösung der Eingliederung in die Organisation des Lieferanten oder Herstellers nur unter unzumutbaren Bedingungen möglich wäre, so dass der Vertragshändler in seiner unternehmerischen und wirtschaftlichen Bewegungsfreiheit in sittenwidriger Weise eingeschränkt wäre.

Entscheidungstexte

  • 3 Ob 608/82
    Entscheidungstext OGH 29.11.1982 3 Ob 608/82
  • 7 Ob 265/01y
    Entscheidungstext OGH 07.12.2001 7 Ob 265/01y
  • 6 Ob 95/16p
    Entscheidungstext OGH 27.06.2016 6 Ob 95/16p
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Gröbliche Benachteiligung („Knebelung“) durch eine Klausel in einer Bürgschaftserklärung, als darin die Haftung für künftig fällig werdende Sozialversicherungsbeiträge unwiderruflich übernommen wird und gleichzeitig eine Kündigung des Bürgschaftsvertrags nur mit Zustimmung des Sozialversicherungsträgers möglich ist, da die Bürgen so „bis in alle Zukunft für alle Sozialversicherungsbeiträge“ und ohne die Möglichkeit, diese Haftung zu beschränken, haften würden. (T1)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1982:RS0016793

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

17.08.2016

Dokumentnummer

JJR_19821129_OGH0002_0030OB00608_8200000_001

Rechtssatz für 6Ob607/91; 4Ob2307/96k; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0065238

Geschäftszahl

6Ob607/91; 4Ob2307/96k; 6Ob35/00s; 6Ob1/00s; 7Ob315/01a; 6Ob12/03p; 6Ob202/04f; 3Ob58/05h; 7Ob266/06b; 8Ob91/09d; 6Ob105/10z; 1Ob99/10f; 2Ob169/11h; 4Ob232/12i; 3Ob34/13s; 9Ob41/12p; 6Ob43/13m; 8Ob72/14t; 6Ob170/14i; 10Ob24/15z; 5Ob161/15k; 6Ob95/16p; 8Ob86/16d; 6Ob14/18d; 8Ob34/18k; 6Ob126/18z; 6Ob88/21s

Entscheidungsdatum

20.10.2021

Rechtssatz

Ein Geschäftsführer, der eine persönliche Bürgschaft für Schulden der GmbH übernimmt, ist mangels eines eigenen Unternehmens als Verbraucher anzusehen.

Entscheidungstexte

  • 6 Ob 607/91
    Entscheidungstext OGH 26.09.1991 6 Ob 607/91
    Veröff: EvBl 1992/51 S 233 = RdW 1992,75 = ÖBA 1992,578
  • 4 Ob 2307/96k
    Entscheidungstext OGH 17.12.1996 4 Ob 2307/96k
  • 6 Ob 35/00s
    Entscheidungstext OGH 29.03.2000 6 Ob 35/00s
  • 6 Ob 1/00s
    Entscheidungstext OGH 17.05.2000 6 Ob 1/00s
  • 7 Ob 315/01a
    Entscheidungstext OGH 11.02.2002 7 Ob 315/01a
    Beisatz: Eine Verbrauchereigenschaft des Geschäftsführers kann aber nicht angenommen werden, wenn er Alleingesellschafter der GmbH ist: Erfolgt doch die Haftungsübernahme als (Mit-)Kreditnehmer in einem solchen Fall letztlich im Interesse des Alleingesellschafters, der damit nicht nur als Geschäftsführer der GmbH, sondern in Wahrheit selbst unternehmerisch tätig wird. (T1) Veröff: SZ 2002/18
  • 6 Ob 12/03p
    Entscheidungstext OGH 20.02.2003 6 Ob 12/03p
    Beis wie T1
  • 6 Ob 202/04f
    Entscheidungstext OGH 21.04.2005 6 Ob 202/04f
  • 3 Ob 58/05h
    Entscheidungstext OGH 24.11.2005 3 Ob 58/05h
  • 7 Ob 266/06b
    Entscheidungstext OGH 14.02.2007 7 Ob 266/06b
    Beisatz: Hier: Mehrheitsgesellschafter ohne Geschäftsführungsbefugnis ist als Verbraucher zu qualifizieren. (T2)
    Veröff: SZ 2007/26
  • 8 Ob 91/09d
    Entscheidungstext OGH 28.01.2010 8 Ob 91/09d
    Vgl aber; Beis wie T1; Beisatz: Hier: Bürgschaft des geschäftsführenden Alleingesellschafters. (T3)
  • 6 Ob 105/10z
    Entscheidungstext OGH 24.06.2010 6 Ob 105/10z
    Vgl aber; Beisatz: Hier: Gleichbeteiligte Gesellschafter‑Geschäftsführer mit Alleinvertretungsbefugnis sind jeweils als Unternehmer zu qualifizieren. (T4)
  • 1 Ob 99/10f
    Entscheidungstext OGH 06.07.2010 1 Ob 99/10f
    Beis wie T1
  • 2 Ob 169/11h
    Entscheidungstext OGH 24.04.2012 2 Ob 169/11h
    Vgl Beis wie T1; Vgl aber Beis wie T2; Vgl Beis wie T4; Beisatz: Für die Unternehmerqualifikation eines (hier geschäftsführenden) GmbH-Gesellschafters ist erforderlich, dass dieser die Mehrheit der Geschäftsanteile oder zumindest 50 % hievon hält. (T5)
    Beisatz: Eine geringere Beteiligung (ohne gesellschaftsvertraglich eingeräumte Sperrminorität) verschafft dem Gesellschafter typischerweise keinen entscheidenden Einfluss auf die Geschäftsführung. (T6)
    Bem: Ob für das Vorliegen einer Unternehmerstellung auch die Geschäftsführer‑Stellung erforderlich ist, konnte in casu dahingestellt bleiben. (T7)
    Bem: Mit ausführlicher Darstellung von Schrifttum und Judikatur. (T8)
  • 4 Ob 232/12i
    Entscheidungstext OGH 19.03.2013 4 Ob 232/12i
    Auch; Ähnlich Beis wie T1; Beis wie T4; Veröff: SZ 2013/30
  • 3 Ob 34/13s
    Entscheidungstext OGH 19.06.2013 3 Ob 34/13s
    Auch; Beis wie T5; Beis wie T6
  • 9 Ob 41/12p
    Entscheidungstext OGH 31.07.2013 9 Ob 41/12p
    Auch; Beis wie T5; Veröff: SZ 2013/72
  • 6 Ob 43/13m
    Entscheidungstext OGH 16.12.2013 6 Ob 43/13m
    Vgl; Beisatz: Nach ständiger Rechtsprechung ist die Verbraucher‑ bzw Unternehmereigenschaft eines Gesellschafters in wirtschaftlicher Betrachtungsweise zu beurteilen. Eine formelle Geschäftsführerstellung ist für den beherrschenden Einfluss und damit die Qualifikation eines Gesellschafters als Unternehmer nicht erforderlich. (T9)
    Beisatz: Die unternehmerische Tätigkeit iSd § 1 KSchG kann sich auch über mehrere formaljuristische Unternehmensträger erstrecken. (T10)
    Veröff: SZ 2013/122
  • 8 Ob 72/14t
    Entscheidungstext OGH 25.08.2014 8 Ob 72/14t
    Vgl; Beisatz: Maßgeblich ist, ob der betroffene Vertragspartner angesichts der Interessenidentität zwischen Gesellschafter und Gesellschaft in Wahrheit selbst unternehmerisch tätig wird und dementsprechend einen entscheidenden Einfluss auf die Geschäftsführung nehmen kann. Der bloße Umstand, ob der Gesellschafter darüber hinaus auch Geschäftsführer ist, ist demgegenüber nicht ausschlaggebend. (T11)
  • 6 Ob 170/14i
    Entscheidungstext OGH 29.01.2015 6 Ob 170/14i
    Vgl aber; Beis wie T9; Beis wie T11; Beis ausdrücklich gegenteilig T2; Beisatz: Bei einer wirtschaftlichen Betrachtungsweise und bei der Beurteilung, welchen Einfluss eine bestimmte Person auf die Geschäftsführung der Gesellschaft nahm bzw nehmen konnte, kommt es maßgeblich auf die Umstände des Einzelfalls an. (T12)
    Hier: Ein Hälftegesellschafter, der zwar nie Geschäftsführer war, jedoch sämtliche wichtige wirtschaftliche Entscheidungen nur unter seiner Einbindung und nach vorangegangener Rücksprache mit ihm getroffen wurden und der nicht nur ein eigenes wirtschaftliches Interesse, sondern auch Kenntnis über die wirtschaftlichen Verhältnisse des Unternehmens hatte, ist Unternehmer und nicht Verbraucher. (T13)
  • 10 Ob 24/15z
    Entscheidungstext OGH 28.04.2015 10 Ob 24/15z
    Beis ähnlich wie T9; Beis ähnlich wie T11
  • 5 Ob 161/15k
    Entscheidungstext OGH 22.03.2016 5 Ob 161/15k
    Vgl auch; Beis ähnlich wie T9; Beis ähnlich wie T11
  • 6 Ob 95/16p
    Entscheidungstext OGH 27.06.2016 6 Ob 95/16p
    Vgl; Beis wie T9 nur: Nach ständiger Rechtsprechung ist die Verbraucher‑ bzw Unternehmereigenschaft eines Gesellschafters in wirtschaftlicher Betrachtungsweise zu beurteilen. (T14)
    Beis wie T11; Beisatz: Hier: Beide Bürgen waren jeweils selbständig vertretungsbefugte Geschäftsführer, der Erstbeklagte darüber hinaus Mehrheitsgesellschafter mit 51 % und der Zweitbeklagte Minderheitsgesellschafter mit 49 %, sodass sie beide nicht als Verbraucher anzusehen sind, zumal sich für eine (allfällige) Dominanz des Erstbeklagten gegenüber dem Zweitbeklagten keine Anhaltspunkte finden (Ablehnung von 2 Ob 169/11h, wonach für die Unternehmerqualifikation eine Beteiligung von zumindest 50 % erforderlich sei). (T15)
  • 8 Ob 86/16d
    Entscheidungstext OGH 30.05.2017 8 Ob 86/16d
    Vgl; Beis wie T14; Beis wie T11 nur: Maßgeblich ist, ob der betroffene Vertragspartner angesichts der Interessenidentität zwischen Gesellschafter und Gesellschaft in Wahrheit selbst unternehmerisch tätig wird. (T16)
  • 6 Ob 14/18d
    Entscheidungstext OGH 28.02.2018 6 Ob 14/18d
    Vgl aber; Beis ähnlich wie T11; Beis wie T12; Beisatz: Hier: 40%-Gesellschafter, der auch Geschäftsführer und unternehmens­intern der „Chef“ war, als Unternehmer qualifiziert, zumal der Gesellschaftsvertrag für zahlreiche Maßnahmen eine 3/4-Mehrheit vorsah. (T17)
  • 8 Ob 34/18k
    Entscheidungstext OGH 23.03.2018 8 Ob 34/18k
    Vgl
  • 6 Ob 126/18z
    Entscheidungstext OGH 20.12.2018 6 Ob 126/18z
    Vgl auch; Beisatz: Betreiber des Unternehmens ist derjenige, in dessen Namen unternehmensbezogene Geschäfte abgeschlossen werden. Gesellschafter einer rechtsfähigen Gesellschaft betreiben das Unternehmen der Gesellschaft nicht, da die unternehmensbezogenen Geschäfte nicht in ihrem Namen abgeschlossen werden. Die Rechtsprechung hat jedoch in bestimmten Fällen, insbesondere bei Interessenidentität zwischen Gesellschafter und Gesellschaft, die Gesellschafter im Verhältnis zu Dritten vom Anwendungsbereich verbraucherschützender Bestimmungen ausgenommen. (T18); Veröff: SZ 2018/112
  • 6 Ob 88/21s
    Entscheidungstext OGH 20.10.2021 6 Ob 88/21s
    Vgl; Beis wie T9; Beis wie T11; Beis wie T14

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1991:RS0065238

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

30.04.2025

Dokumentnummer

JJR_19910926_OGH0002_0060OB00607_9100000_002

Rechtssatz für 1Ob558/89 8Ob14/91 7Ob2...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0014606

Geschäftszahl

1Ob558/89; 8Ob14/91; 7Ob278/01k; 2Ob50/02w; 6Ob259/06s; 6Ob212/09h; 6Ob95/16p; 6Ob94/22z

Entscheidungsdatum

29.08.2022

Norm

ABGB §864a
KSchG §25b Abs2
  1. ABGB § 864a heute
  2. ABGB § 864a gültig ab 01.10.1979 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 140/1979
  1. KSchG § 25b heute
  2. KSchG § 25b gültig ab 01.01.1997 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 6/1997

Rechtssatz

Die in ein umfangreiches Vertragsformblatt aufgenommene Klausel, ein Bürge, der die Haftung für einen zeitlich und der Höhe nach begrenzten Kredit übernimmt, hafte darüber hinaus mit dem Kreditnehmer abgeschlossenen oder künftig abzuschließenden Kreditverträgen, ist ungewöhnlich im Sinne des Paragraph 864 a, ABGB.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 558/89
    Entscheidungstext OGH 24.05.1989 1 Ob 558/89
    Veröff: SZ 62/99 = EvBl 1989/149 S 597 = RdW 1989,302 = ÖBA 1990,217
  • 8 Ob 14/91
    Entscheidungstext OGH 27.06.1991 8 Ob 14/91
    Veröff: ÖBA 1992,281 = ecolex 1991,768
  • 7 Ob 278/01k
    Entscheidungstext OGH 19.12.2001 7 Ob 278/01k
    Vgl auch
  • 2 Ob 50/02w
    Entscheidungstext OGH 18.04.2002 2 Ob 50/02w
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Eine Klausel, wonach ein Anerkenntnis des Hauptschuldners für den Bürgen verbindlich ist, ist ungewöhnlich im Sinne des § 864a ABGB. (T1)
  • 6 Ob 259/06s
    Entscheidungstext OGH 30.11.2006 6 Ob 259/06s
    Auch; Beisatz: Die Beurteilung der „Ungewöhnlichkeit" einer Klausel iSd § 864a ABGB ist stets von der Kasuistik des Einzelfalls geprägt und auf die singuläre Rechtsbeziehung der Streitteile zugeschnitten, sodass darin grundsätzlich keine erhebliche Rechtsfrage iSd § 502 Abs 1 ZPO zu erblicken ist. (T2)
    Beisatz: Hier: Erstreckungsklausel in einer Pfandbestellungsvereinbarung. (T3)
  • 6 Ob 212/09h
    Entscheidungstext OGH 17.12.2009 6 Ob 212/09h
    Vgl auch; Bem: Hier: Erstreckungsklausel in den Bürgschaftsformularen eines Kreditunternehmens. (T4)
    Beisatz: In Ansehung der Zinsenregelung verstößt die Klausel zudem gegen § 25b Abs 2 KSchG, weil der Bürge für die vom Hauptschuldner geschuldeten Zinsen unabhängig davon einzustehen hat, ob die Bank der Verständigungspflicht über den Verzug des Hauptschuldners entsprochen hat. (T5)
  • 6 Ob 95/16p
    Entscheidungstext OGH 27.06.2016 6 Ob 95/16p
    Beisatz: Hier: Ungewöhnlichkeit verneint, da die Bürgschaftserklärung kurz gehalten und die verwendete Formulierung eindeutig ist. (T6)
  • 6 Ob 94/22z
    Entscheidungstext OGH 29.08.2022 6 Ob 94/22z
    Vgl; Beis wie T2; Beisatz: Hier: Ungewöhnlichkeit einer Erstreckungsklausel im Pfandbestellungsvertrag verneint. (T7)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1989:RS0014606

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

04.10.2022

Dokumentnummer

JJR_19890524_OGH0002_0010OB00558_8900000_001

Rechtssatz für 1Ob282/71; 4Ob602/73; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0016431

Geschäftszahl

1Ob282/71; 4Ob602/73; 1Ob175/74; 5Ob590/77; 7Ob543/79; 1Ob746/78; 1Ob623/79; 5Ob610/80 (5Ob611/80-5Ob614/80); 3Ob540/81; 3Ob580/81; 6Ob765/81; 5Ob729/82; 4Ob162/82; 3Ob604/82; 6Ob614/89; 3Ob525/89; 5Ob536/90; 2Ob549/90; 4Ob1504/95; 9ObA2264/96y; 5Ob348/97f; 8ObA167/98m; 8Ob253/99k; 10Ob80/00p; 8Ob15/01s; 8ObA156/01a; 3Ob300/01s; 9Ob160/02y; 3Ob66/06m; 8ObA76/06v; 7Ob142/07v; 5Ob192/10m; 6Ob224/12b; 1Ob222/15a; 6Ob95/16p; 8ObA59/18m; 8Ob73/19x; 1Ob47/21z; 8Ob104/20g; 2Ob138/22s; 8Ob40/24a; 1Ob57/24z

Entscheidungsdatum

19.11.2024

Norm

ABGB §878
ABGB §879
  1. ABGB § 878 heute
  2. ABGB § 878 gültig ab 01.01.1917 zuletzt geändert durch RGBl. Nr. 69/1916
  1. ABGB § 879 heute
  2. ABGB § 879 gültig ab 01.07.1992 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 275/1992

Rechtssatz

Teilnichtigkeit (Restgültigkeit) von Verträgen. Darüber, ob die Nichtigkeit des Teiles das Ganze ergreift oder nicht, entscheidet - anders als nach Paragraph 878,, zweiter Satz ABGB - nicht Natur und Zweck des Vertrages bzw der Parteiwillen, sondern Natur und Zweck des Verbotes. Dabei ist nach Mayer - Maly, Gschnitzer - GedS 283 der von der Gesetzeslage gewährte Spielraum iS einer Entscheidung für grundsätzliche Restgültigkeit zu nutzen.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 282/71
    Entscheidungstext OGH 28.10.1971 1 Ob 282/71
    Veröff: SZ 44/166 = EvBl 1972/122 S 233 = JBl 1972,322 = NZ 1973,30
  • 4 Ob 602/73
    Entscheidungstext OGH 29.01.1974 4 Ob 602/73
    Veröff: SZ 47/8 = EvBl 1974/137 S 295 = RZ 1974/61 S 102 = JBl 1974,479 = ÖA 1977,16
  • 1 Ob 175/74
    Entscheidungstext OGH 06.11.1974 1 Ob 175/74
  • 5 Ob 590/77
    Entscheidungstext OGH 28.06.1977 5 Ob 590/77
  • 7 Ob 543/79
    Entscheidungstext OGH 15.02.1979 7 Ob 543/79
  • 1 Ob 746/78
    Entscheidungstext OGH 14.03.1979 1 Ob 746/78
  • 1 Ob 623/79
    Entscheidungstext OGH 13.06.1979 1 Ob 623/79
  • 5 Ob 610/80
    Entscheidungstext OGH 21.10.1980 5 Ob 610/80
    nur: Teilnichtigkeit (Restgültigkeit) von Verträgen. Darüber, ob die Nichtigkeit des Teiles das Ganze ergreift oder nicht, entscheidet - anders als nach § 878, zweiter Satz ABGB - nicht Natur und Zweck des Vertrages bzw der Parteiwillen, sondern Natur und Zweck des Verbotes. (T1)
  • 3 Ob 540/81
    Entscheidungstext OGH 07.10.1981 3 Ob 540/81
    Beisatz: Der Zweck des Verbotes, zu weitreichende Bindungen hintanzuhalten, erfordert im Fall eines sittenwidrigen Ausschlusses der Geltendmachung der vorzeitigen Auflösung eines Dauerschuldverhältnisses nur, daß dieser Verzicht unwirksam sei und der betroffenen Vertragspartei trotz der vereinbarten Klausel das Recht zusteht, die vorzeitige Auflösung des Vertrages zu bewirken. (T2)
  • 3 Ob 580/81
    Entscheidungstext OGH 18.11.1981 3 Ob 580/81
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Zuwendungen an Ehebruchspartner. (T3)
    Veröff: NZ 1983,40
  • 6 Ob 765/81
    Entscheidungstext OGH 31.03.1982 6 Ob 765/81
    Auch; nur T1; Veröff: EvBl 1992,112 S 394
  • 5 Ob 729/82
    Entscheidungstext OGH 29.10.1982 5 Ob 729/82
    Auch; nur T1; Beis wie T2
  • 4 Ob 162/82
    Entscheidungstext OGH 23.11.1982 4 Ob 162/82
    nur T1; Beisatz: Teilnichtigkeit einer gegen § 37 Abs 2 AngG verstoßenden Konkurrenzklausel. (T4)
    Veröff: JBl 1984,448 = Arb 10132
  • 3 Ob 604/82
    Entscheidungstext OGH 01.12.1982 3 Ob 604/82
    Veröff: RdA 1984,228 (Mayer - Maly)
  • 6 Ob 614/89
    Entscheidungstext OGH 13.07.1989 6 Ob 614/89
  • 3 Ob 525/89
    Entscheidungstext OGH 04.10.1989 3 Ob 525/89
    nur T1; Veröff: JBl 1990,318
  • 5 Ob 536/90
    Entscheidungstext OGH 20.02.1990 5 Ob 536/90
    Beisatz: Hier: § 27 MRG - Ablöse. (T5)
    Veröff: SZ 63/23 = WoBl 1990,76 = JBl 1990,659 = MietSlg XLI/12
  • 2 Ob 549/90
    Entscheidungstext OGH 09.05.1990 2 Ob 549/90
    Veröff: ecolex 1991,29
  • 4 Ob 1504/95
    Entscheidungstext OGH 31.01.1995 4 Ob 1504/95
    Auch; nur T1
  • 9 ObA 2264/96y
    Entscheidungstext OGH 26.11.1997 9 ObA 2264/96y
    Auch; nur T1; Beisatz: Der Restgültigkeit ist der Vorzug zu geben; die Nichtigkeit von Nebenabreden hat dann nicht die Ungültigkeit des Gesamtvertrages zur Folge, wenn der Vertrag auch ohne diese Nebenabreden bestehen könnte. (T6)
    Beisatz: Hier: Einzelne Punkte des Dienstvertrages verstoßen gegen § 11 Abvs 1 ArbVG. (T7)
  • 5 Ob 348/97f
    Entscheidungstext OGH 10.02.1998 5 Ob 348/97f
  • 8 ObA 167/98m
    Entscheidungstext OGH 06.07.1998 8 ObA 167/98m
    Vgl; Beisatz: Hier: Bedingung in einer Betriebsvereinbarung. (T8)
  • 8 Ob 253/99k
    Entscheidungstext OGH 11.05.2000 8 Ob 253/99k
    Auch; nur T1; Beisatz: Im Bereich der Sittenwidrigkeitskontrolle von Bürgschaftserklärungen naher Angehöriger ist bloße Teilnichtigkeit möglich. (T9)
    Veröff: SZ 73/79
  • 10 Ob 80/00p
    Entscheidungstext OGH 11.07.2000 10 Ob 80/00p
    Vgl auch; Beis wie T9
  • 8 Ob 15/01s
    Entscheidungstext OGH 12.04.2001 8 Ob 15/01s
    Vgl; Beisatz: Gesamtnichtigkeit einer Vertragskonstruktion aus mehreren Klauseln mit dem Zweck, die Ausübung des Vorkaufsrechts durch Einräumung von weitreichenden Rechten an Bestandnehmer zu verleiden. (T10)
    Veröff: SZ 74/67
  • 8 ObA 156/01a
    Entscheidungstext OGH 05.07.2001 8 ObA 156/01a
    Vgl
  • 3 Ob 300/01s
    Entscheidungstext OGH 24.04.2002 3 Ob 300/01s
    Auch; nur T1; Beisatz: Der Schutz land-und forstwirtschaftlich genutzter Grundstücke verlangt es keineswegs, in einem gemeinsamen Vertrag vermietete Grundstücksflächen, die keine derartige Nutzung aufweisen, von einer allfälligen Nichtigkeitssanktion mitumfasst anzusehen. (T11)
    Beisatz: Hier: § 33 K-GVG. (T12)
  • 9 Ob 160/02y
    Entscheidungstext OGH 22.01.2003 9 Ob 160/02y
    Auch; Beis wie T5
  • 3 Ob 66/06m
    Entscheidungstext OGH 27.06.2006 3 Ob 66/06m
    Vgl auch; Beisatz: Der Grundsatz der „geltungserhaltenden Reduktion", dass also nur eine Teilnichtigkeit anzunehmen ist, hat zur Voraussetzung, dass die Teilnichtigkeit aus dem Verbotszweck der verletzten Norm oder aber aus dem Parteiwillen nach der Natur und dem Zweck des Vertrags abzuleiten ist. (T13)
  • 8 ObA 76/06v
    Entscheidungstext OGH 23.11.2006 8 ObA 76/06v
    Auch; Beisatz: Hier im Zusammenhang mit schriftlicher einvernehmlicher Auflösung gemäß § 10 Abs 7 MuttSchG in Unkenntnis der Schwangerschaft. (T14)
    Veröff: SZ 2006/174
  • 7 Ob 142/07v
    Entscheidungstext OGH 04.07.2007 7 Ob 142/07v
    Vgl; Beisatz: Bei zweiseitig verbindlichen Verträgen kann nicht nur der eine Teil für nichtig erklärt werden. Sind wesentliche Vertragsbestimmungen gesetzwidrig, ist der gesamte Vertrag nichtig. Soweit allerdings der Verbotszweck weder für noch gegen Restgültigkeit bzw gänzliche Unwirksamkeit spricht, hängt es entsprechend § 878 S 2 ABGB doch vom hypothetischen Parteiwillen ab, ob der Vertrag teilweise aufrecht bleibt oder nicht; dies gilt auch bei teilweise unerlaubter Hauptleistung. (T15)
    Beisatz: Hier: § 82 GmbHG. (T16)
  • 5 Ob 192/10m
    Entscheidungstext OGH 29.03.2011 5 Ob 192/10m
    Vgl; Beisatz: Hier: Benützungsregelung einer Liegenschaft. (T17)
  • 6 Ob 224/12b
    Entscheidungstext OGH 27.02.2013 6 Ob 224/12b
    Beisatz: § 879 Abs 2 Z 2 ABGB dient nach herrschender Auffassung dem Mandantenschutz und der Standesehre, nicht aber dem Schutz des Prozessgegners. (T18)
    Beisatz: Hier: Selbst wenn man die Anwendbarkeit des § 879 Abs 2 Z 2 auf eine Prozessfinanzierungs‑Rahmenvereinbarung unterstellt, wäre lediglich die Vereinbarung des Erfolghonorars, nicht aber auch die Abtretung von Ansprüchen zum Zweck der Klagsführung nichtig. Die bloße Abtretung des Anspruchs führt nicht zur Schlechterstellung der Anlegerin, sondern ‑ wegen der erfolgten Geltendmachung im Prozess ‑ zu deren Besserstellung. (T19)
  • 1 Ob 222/15a
    Entscheidungstext OGH 22.12.2015 1 Ob 222/15a
    Auch; Beis wie T6
  • 6 Ob 95/16p
    Entscheidungstext OGH 27.06.2016 6 Ob 95/16p
    Beis wie T2
  • 8 ObA 59/18m
    Entscheidungstext OGH 24.10.2018 8 ObA 59/18m
    Beis wie T6; Beisatz: Hier: Teilnichtigkeit wegen Kollusion. (T20)
  • 8 Ob 73/19x
    Entscheidungstext OGH 27.02.2020 8 Ob 73/19x
    Vgl; nur T1
  • 1 Ob 47/21z
    Entscheidungstext OGH 21.04.2021 1 Ob 47/21z
    Auch; Beis wie T6
  • 8 Ob 104/20g
    Entscheidungstext OGH 23.02.2021 8 Ob 104/20g
    Vgl; Beis wie T15
  • 2 Ob 138/22s
    Entscheidungstext OGH 27.09.2022 2 Ob 138/22s
  • 8 Ob 40/24a
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 26.08.2024 8 Ob 40/24a
    Beisatz: Hier: Quota-litis-Vereinbarung: Nach § 879 Abs 2 Z 2 ABGB ist lediglich die Vereinbarung des Erfolgshonorars in der konkreten Form nichtig, während der Rest der Vereinbarung gültig bleibt. (T21)
  • 1 Ob 57/24z
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 19.11.2024 1 Ob 57/24z
    Beisatz wie T6

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1971:RS0016431

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

04.08.2025

Dokumentnummer

JJR_19711028_OGH0002_0010OB00282_7100000_001

Rechtssatz für 6Ob777/80; 7Ob541/81; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0016420

Geschäftszahl

6Ob777/80; 7Ob541/81; 6Ob571/83; 7Ob595/85; 6Ob524/86; 1Ob511/87; 8Ob531/93; 9ObA2264/96y; 1Ob176/98h; 9Ob70/00k; 6Ob322/00x; 3Ob234/04i; 9Ob62/04i; 7Ob190/04y; 7Ob222/04d; 2Ob98/03f; 1Ob68/05i; 7Ob204/05h; 6Ob172/05w; 3Ob236/05k; 1Ob83/07y; 7Ob202/07t; 6Ob241/07w; 9Ob68/08b; 7Ob93/12w; 7Ob84/12x; 2Ob22/12t; 5Ob9/13d; 1Ob222/15a; 3Ob132/15f; 6Ob95/16p; 8Ob132/15t; 9ObA86/17p; 10Ob48/18h; 1Ob47/21z; 7Ob219/20m; 4Ob208/21y; 4Ob15/22t; 6Ob199/22s; 8Ob81/22b; 7Ob183/22w; 1Ob164/23h; 1Ob57/24z

Entscheidungsdatum

19.11.2024

Norm

ABGB §878
ABGB §879
ABGB §879 Abs3
KSchG §6
  1. ABGB § 878 heute
  2. ABGB § 878 gültig ab 01.01.1917 zuletzt geändert durch RGBl. Nr. 69/1916
  1. ABGB § 879 heute
  2. ABGB § 879 gültig ab 01.07.1992 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 275/1992
  1. ABGB § 879 heute
  2. ABGB § 879 gültig ab 01.07.1992 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 275/1992
  1. KSchG § 6 heute
  2. KSchG § 6 gültig ab 01.01.2026 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 110/2025
  3. KSchG § 6 gültig von 01.01.2004 bis 31.12.2025 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 91/2003
  4. KSchG § 6 gültig von 01.03.1997 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 6/1997
  5. KSchG § 6 gültig von 01.01.1997 bis 28.02.1997 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 6/1997
  6. KSchG § 6 gültig von 01.10.1979 bis 31.12.1996

Rechtssatz

Die Sittenwidrigkeit einer Klausel hat noch nicht die Unwirksamkeit des ganzen Vertrages zur Folge.

Entscheidungstexte

  • 6 Ob 777/80
    Entscheidungstext OGH 17.12.1980 6 Ob 777/80
  • 7 Ob 541/81
    Entscheidungstext OGH 18.02.1982 7 Ob 541/81
  • 6 Ob 571/83
    Entscheidungstext OGH 24.02.1983 6 Ob 571/83
    Auch
  • 7 Ob 595/85
    Entscheidungstext OGH 04.07.1985 7 Ob 595/85
    Beisatz: Es ist daher ein derartiger Aufstellungsvertrag ohne eine längere zeitliche Bindung undenkbar. (T1)
    Veröff: SZ 58/119
  • 6 Ob 524/86
    Entscheidungstext OGH 27.02.1986 6 Ob 524/86
    Auch; Beisatz: Kann bei Fortfall von wichtigen Nebenabreden das Geschäft ohne weiteres weiter bestehen, sind nur diese Vertragsklauseln unwirksam. (T2)
    Veröff: SZ 59/42
  • 1 Ob 511/87
    Entscheidungstext OGH 18.02.1987 1 Ob 511/87
    Veröff: MietSlg XXXIX/12
  • 8 Ob 531/93
    Entscheidungstext OGH 25.03.1993 8 Ob 531/93
    Auch; Beis wie T2; Beisatz: Hier: Verzicht auf bestimmte Kündigungsgründe des MRG. (T3)
  • 9 ObA 2264/96y
    Entscheidungstext OGH 26.11.1997 9 ObA 2264/96y
    Beis wie T2
  • 1 Ob 176/98h
    Entscheidungstext OGH 25.08.1998 1 Ob 176/98h
    Vgl auch; Beisatz: Regelungen sind infolge Teilnichtigkeit geltungserhaltend zu reduzieren und bleiben im nicht gesetzwidrigen Umfang gültig. (T4)
    Beisatz: Hier: Bindungsfrist eines Teilzeitnutzungsvertrags. (T5)
    Veröff: SZ 71/141
  • 9 Ob 70/00k
    Entscheidungstext OGH 26.04.2000 9 Ob 70/00k
    Vgl auch; Beis wie T4
  • 6 Ob 322/00x
    Entscheidungstext OGH 22.02.2001 6 Ob 322/00x
    Auch; Beis ähnlich wie T4
  • 3 Ob 234/04i
    Entscheidungstext OGH 26.01.2005 3 Ob 234/04i
    Auch; Beisatz: Die gesetzwidrige Vertragsbestimmung bewirkt nach dem Normzweck des § 6 KSchG die Teilnichtigkeit des Darlehensvertrags ex tunc. (T6)
    Veröff: SZ 2005/10
  • 9 Ob 62/04i
    Entscheidungstext OGH 06.04.2005 9 Ob 62/04i
    Auch; Beis wie T6
  • 7 Ob 190/04y
    Entscheidungstext OGH 20.04.2005 7 Ob 190/04y
    Auch; Beis wie T6
  • 7 Ob 222/04d
    Entscheidungstext OGH 20.04.2005 7 Ob 222/04d
    Auch; Beis wie T6
  • 2 Ob 98/03f
    Entscheidungstext OGH 11.08.2005 2 Ob 98/03f
    Beis wie T6
  • 1 Ob 68/05i
    Entscheidungstext OGH 09.11.2005 1 Ob 68/05i
    Beisatz: Scheidet ein ersatzloses Wegfallen der nichtigen Bestimmung aus, hat eine Vertragsanpassung nach den allgemeinen Regeln der Vertragsinterpretation und Vertragsergänzung zu erfolgen. Die Frage nach dem hypothetischen Parteiwillen hat sich daran zu orientieren, was redliche und vernünftige Parteien bei angemessener Berücksichtigung der Interessen beider Teile vereinbart hätten, wenn sie sich bei Vertragsschluss der Ungültigkeit der von ihnen gewollten Zinsanpassungsklausel bewusst gewesen wären. (T7)
    Beisatz: Im Falle von Schwierigkeiten bei der Feststellung eines „hypothetischen Parteiwillens" bleibe noch immer die Ergänzung nach redlicher Verkehrsübung, Treu und Glauben und so weiter, also die Feststellung dessen, was „sich" für diesen Vertrag „gehört". Auch dies könnte dazu führen, dass eine Gleitklausel (im Sinne des § 6 Abs 1 Z 5 KSchG neu) als vernünftige Mitte gefunden wird. (T8)
  • 7 Ob 204/05h
    Entscheidungstext OGH 25.01.2006 7 Ob 204/05h
    Beis wie T7; Beis wie T8
  • 6 Ob 172/05w
    Entscheidungstext OGH 16.02.2006 6 Ob 172/05w
    Beis ähnlich wie T7; Beis ähnlich wie T8
  • 3 Ob 236/05k
    Entscheidungstext OGH 26.04.2006 3 Ob 236/05k
    Auch; Beis wie T6; Beis wie T7; Beis wie T8 nur: Im Falle von Schwierigkeiten bei der Feststellung eines „hypothetischen Parteiwillens" bleibe noch immer die Ergänzung nach redlicher Verkehrsübung, Treu und Glauben usw. (T9)
    Beisatz: Der Oberste Gerichtshof hat bereits in der Entscheidung 9 Ob 62/04i; ebenso 6 Ob 172/05w, eine aus dem Mittel von VIBOR/EURIBOR und SMR (Sekundärmarktrendite) gebildete, von zahlreichen Kreditinstituten seit 1997 verwendete Klausel als dem hypothetischen Parteiwillen am ehesten entsprechend angesehen, wenn schon in der ursprünglichen Klausel Elemente des Kreditmarkts als auch des Geldmarkts und Kapitalmarkts angedeutet waren. (T10)
  • 1 Ob 83/07y
    Entscheidungstext OGH 22.10.2007 1 Ob 83/07y
    Vgl auch; Beisatz: War nach dem tatsächlichen Parteiwillen beider Parteien ein Fixzinssatz vereinbart, so ist dieser dem Kreditvertrag zu Grunde zu legen, auch wenn in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen abweichend eine Zinsanpassungsklausel enthalten ist. Eine mit dem hypothetischen Parteiwillen redlicher Vertragsparteien zu füllende Vertragslücke liegt daher nicht vor. Die allenfalls gesetzwidrige Klausel entfiele mangels Regelungsbedarfs zur Gänze. (T11)
  • 7 Ob 202/07t
    Entscheidungstext OGH 12.12.2007 7 Ob 202/07t
    Beis wie T9; Beisatz: Hier: Art B.18.7. AUVB 2002, Kostentragungspflicht für ein Ärztekommissionsverfahren (siehe RS0122985). (T12)
  • 6 Ob 241/07w
    Entscheidungstext OGH 17.12.2008 6 Ob 241/07w
    Beisatz: Rechtlich erlaubt ist beim Vollamortisationsleasing eine von den Parteien an sich gewollte, durch die Nichtabgabe einer Kündigungserklärung bedingte Vertragsfortsetzung nach Eintritt der Vollamortisation zu einem Entgelt, das in angemessenem Verhältnis zum verbliebenen Gebrauchs- oder Verkehrswert des Leasingguts steht. (T13)
  • 9 Ob 68/08b
    Entscheidungstext OGH 29.06.2009 9 Ob 68/08b
    Auch; Beisatz: Eine § 6 Abs 1 KSchG widersprechende Klausel ist im Individualprozess geltungserhaltend zu reduzieren, sodass sie in ihrem zulässigen Inhalt gültig bleibt. (T14)
    Beisatz: Hier: Geltungserhaltende Reduktion einer vertraglichen Bestimmung über die Beschränkung der ordentlichen Kündigung des Treuhandvertrags bei einer kupierten Publikums-KG. (T15)
    Bem: Siehe dazu auch RS0124940. (T16)
  • 7 Ob 93/12w
    Entscheidungstext OGH 28.11.2012 7 Ob 93/12w
    Veröff: SZ 2012/132
  • 7 Ob 84/12x
    Entscheidungstext OGH 14.11.2012 7 Ob 84/12x
    Auch; Veröff: SZ 2012/115
  • 2 Ob 22/12t
    Entscheidungstext OGH 24.01.2013 2 Ob 22/12t
    Abweichend; Gegenteilig zu Beis wie T14; Beisatz: Eine geltungserhaltende Reduktion nicht ausgehandelter missbräuchlicher Klauseln im Individualprozess über ein Verbrauchergeschäft kommt aufgrund der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH 14. 6. 2012, C‑618/10 [Banco Espanol de Crédito]) nicht mehr in Frage. (T17)
    Veröff: SZ 2013/8
  • 5 Ob 9/13d
    Entscheidungstext OGH 17.12.2013 5 Ob 9/13d
    Auch
  • 1 Ob 222/15a
    Entscheidungstext OGH 22.12.2015 1 Ob 222/15a
    Auch; Beis wie T2
  • 3 Ob 132/15f
    Entscheidungstext OGH 20.01.2016 3 Ob 132/15f
    Auch; Beis wie T4; Beis wie T17; Beisatz: Beim Time‑Sharing‑Vertrag ist mangels Anwendbarkeit der Klausel‑RL weiterhin die Bindungsfrist geltungserhaltend auf die höchstzulässige Dauer zu reduzieren. Hier: 15 Jahre. (T18)
  • 6 Ob 95/16p
    Entscheidungstext OGH 27.06.2016 6 Ob 95/16p
    Beis wie T2
  • 8 Ob 132/15t
    Entscheidungstext OGH 27.01.2017 8 Ob 132/15t
    Beisatz: Scheidet eine nichtige Bestimmung aus dem Vertragstext aus, hat eine Vertragsanpassung zu erfolgen, die sich anhand des dispositiven Rechts, des hypothetischen Parteiwillens und mangels dessen Feststellbarkeit nach redlicher Verkehrsübung orientiert. (T19)
  • 9 ObA 86/17p
    Entscheidungstext OGH 25.07.2017 9 ObA 86/17p
  • 10 Ob 48/18h
    Entscheidungstext OGH 17.07.2018 10 Ob 48/18h
  • 1 Ob 47/21z
    Entscheidungstext OGH 21.04.2021 1 Ob 47/21z
    Beis wie T2
  • 7 Ob 219/20m
    Entscheidungstext OGH 30.06.2021 7 Ob 219/20m
  • 4 Ob 208/21y
    Entscheidungstext OGH 24.05.2022 4 Ob 208/21y
  • 4 Ob 15/22t
    Entscheidungstext OGH 24.05.2022 4 Ob 15/22t
    Beisatz: Hier: Sittenwidrige Klausel infolge ausreichend bestimmter Kreditvaluta verneint. (T20)
  • 6 Ob 199/22s
    Entscheidungstext OGH 18.11.2022 6 Ob 199/22s
    Vgl; Beis wie T20
  • 8 Ob 81/22b
    Entscheidungstext OGH 21.11.2022 8 Ob 81/22b
    Vgl; Beisatz: Hier: Bei ausreichender Bestimmtheit des Kreditvertrags bewirkt der Entfall einzelner („Konvertierungs-“)Klauseln keine Nichtigkeit (siehe bereits 6 Ob 24/22f; 9 Ob 66/21b; 4 Ob 15/22t; 1 Ob 9/22p). (T21)
  • 7 Ob 183/22w
    Entscheidungstext OGH 13.12.2022 7 Ob 183/22w
    Vgl; Beisatz: Hier: Kreditvertrag und optionaler Geldwechselvertrag (Trennungsmodell); auch bei Entfall der beanstandeten „Konvertierungsklausel“ hat die Kreditrückzahlung in der Fremdwährung zu erfolgen, keine (Gesamt-)Nichtigkeit des Kreditvertrags. (T22)
  • 1 Ob 164/23h
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 23.10.2023 1 Ob 164/23h
    Beisatz wie T20; Beisatz wie T21; Beisatz wie T22
    Beisatz: Die Frage der Zulässigkeit der Lückenfüllung, um eine allenfalls nichtige Konvertierungsklausel durch Anwendung des dispositiven Rechts zu ersetzen (hier: § 907b Abs 1 ABGB; § 905a ABGB aF), stellt sich nicht. (T23)
  • 1 Ob 57/24z
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 19.11.2024 1 Ob 57/24z
    vgl

Schlagworte

Fremdwährungskredit, Geldwechselvertrag

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1980:RS0016420

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

04.08.2025

Dokumentnummer

JJR_19801217_OGH0002_0060OB00777_8000000_001

Rechtssatz für 2Ob612/50; 6Ob221/72; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0016417

Geschäftszahl

2Ob612/50; 6Ob221/72; 4Ob9/79 (4Ob10/79); 5Ob674/81; 3Ob580/81; 5Ob598/83; 1Ob641/90; 7Ob2098/96x; 5Ob348/97f; 9ObA24/99s; 3Ob74/02g; 3Ob77/02y; 5Ob271/03v; 7Ob142/07v; 7Ob248/08h; 3Ob223/09d; 6Ob132/10w; 4Ob234/13k; 2Ob29/14z; 9Ob18/14h; 8Ob28/14x; 6Ob95/16p; 7Ob162/16y; 8ObA59/18m; 8ObA33/20s; 2Ob138/22s; 8ObA79/23k; 8Ob21/24g; 5Ob52/24v; 1Ob57/24z

Entscheidungsdatum

02.04.2025

Norm

ABGB §878
ABGB §879 CI
  1. ABGB § 878 heute
  2. ABGB § 878 gültig ab 01.01.1917 zuletzt geändert durch RGBl. Nr. 69/1916
  1. ABGB § 879 heute
  2. ABGB § 879 gültig ab 01.07.1992 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 275/1992

Rechtssatz

Die Nichtigkeit eines Vertrages tritt nur in jenem Umfang ein, den der Zweck des Verbotsgesetzes erheischt.

Entscheidungstexte

  • 2 Ob 612/50
    Entscheidungstext OGH 08.12.1950 2 Ob 612/50
  • 6 Ob 221/72
    Entscheidungstext OGH 22.02.1973 6 Ob 221/72
    Beisatz: Keine Geltendmachung von Amts wegen. (T1)
  • 4 Ob 9/79
    Entscheidungstext OGH 10.07.1979 4 Ob 9/79
  • 5 Ob 674/81
    Entscheidungstext OGH 15.09.1981 5 Ob 674/81
    Auch
  • 3 Ob 580/81
    Entscheidungstext OGH 18.11.1981 3 Ob 580/81
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Zuwendungen an Ehebruchspartner. (T2)
    Veröff: NZ 1983,40
  • 5 Ob 598/83
    Entscheidungstext OGH 19.06.1984 5 Ob 598/83
  • 1 Ob 641/90
    Entscheidungstext OGH 03.10.1990 1 Ob 641/90
    Beisatz: Selbst bei ausdrücklicher Nichtigkeitssanktion rechtfertigt der Normzweck unter Umständen die teleologische Reduktion der Rechtsfolgenanordnung, wenn die Sanktion ihrem Wortlaut nach auch Tatbestände erfasst , die vom Zweck der Verbotsnorm gar nicht betroffen sind . (T3)
    Anm: Veröff: EvBl 1991/78 S 351 = ÖBA 1991,220 = WBl 1991,70
  • 7 Ob 2098/96x
    Entscheidungstext OGH 17.07.1996 7 Ob 2098/96x
    Auch; Beisatz: Die Frage, ob Gesamt- oder Teilnichtigkeit eines Vertrages oder auch nur eines Vertragspunktes vorliegt, hängt vom Normzweck ab. Entscheidend ist nicht, ob die Parteien auch ohne verbotene Klauseln den Restvertrag geschlossen hätten, sondern welchen Schutzzweck die Verbotsnorm verfolgt. (T4)
  • 5 Ob 348/97f
    Entscheidungstext OGH 10.02.1998 5 Ob 348/97f
    Beis wie T4; Beisatz: Hier: § 32 Abs 8 WFG 1968. (T5)
  • 9 ObA 24/99s
    Entscheidungstext OGH 14.04.1999 9 ObA 24/99s
    Auch
  • 3 Ob 74/02g
    Entscheidungstext OGH 23.10.2002 3 Ob 74/02g
    Beisatz: Inwieweit der Verstoß gegen eine Verbotsnorm einen Vertrag nichtig macht, ergibt sich aus dem Zweck der Verbotsnorm. (T6)
    Veröff: SZ 2002/141
  • 3 Ob 77/02y
    Entscheidungstext OGH 28.05.2003 3 Ob 77/02y
    Vgl auch; Beisatz: Kein Vertragsteil kann sich darauf berufen, er hätte den Vertrag nur mit dem unerlaubten Inhalt oder gar nicht abgeschlossen. Eine solche Bedachtnahme auf den Parteiwillen widerspricht nämlich insbesondere dann dem Normzweck, wenn der andere Vertragspartner geschützt werden soll. (T7)
  • 5 Ob 271/03v
    Entscheidungstext OGH 10.02.2004 5 Ob 271/03v
    Vgl; Beisatz: Den zwingenden Normen entgegenstehende Vereinbarungen sind zufolge § 879 ABGB nichtig. (T8)
    Veröff: SZ 2004/24
  • 7 Ob 142/07v
    Entscheidungstext OGH 04.07.2007 7 Ob 142/07v
    Beisatz: Soweit allerdings der Verbotszweck weder für noch gegen Restgültigkeit bzw gänzliche Unwirksamkeit spricht, hängt es entsprechend § 878 S 2 ABGB doch vom hypothetischen Parteiwillen ab, ob der Vertrag teilweise aufrecht bleibt oder nicht; dies gilt auch bei teilweise unerlaubter Hauptleistung. (T9)
    Beisatz: Hier: § 82 GmbHG. (T10)
  • 7 Ob 248/08h
    Entscheidungstext OGH 03.06.2009 7 Ob 248/08h
    Beisatz: Hier: Verstoß gegen § 84 Abs 4 dritter Satz AktG - relative Nichtigkeit. (T11)
    Veröff: SZ 2009/75
  • 3 Ob 223/09d
    Entscheidungstext OGH 24.02.2010 3 Ob 223/09d
    auch
  • 6 Ob 132/10w
    Entscheidungstext OGH 01.09.2010 6 Ob 132/10w
    Vgl auch; Beis ähnlich wie T9; Beis wie T10
  • 4 Ob 234/13k
    Entscheidungstext OGH 17.02.2014 4 Ob 234/13k
    Auch
  • 2 Ob 29/14z
    Entscheidungstext OGH 28.03.2014 2 Ob 29/14z
    Auch; Beis wie T6; Beisatz: Der Verbotszweck des § 36 Abs 6 TabMG erfordert die Rechtsfolge der Nichtigkeit des Pacht- bzw Überlassungsvertrags zwischen den Streitteilen. Andernfalls würden die zwingenden Vergabekriterien des TabMG unterlaufen. (T12)
  • 9 Ob 18/14h
    Entscheidungstext OGH 29.04.2014 9 Ob 18/14h
    Auch; Beis wie T4; Beis wie T9
  • 8 Ob 28/14x
    Entscheidungstext OGH 30.10.2014 8 Ob 28/14x
    Auch; Beisatz: Ob ein Vertrag gemäß § 879 ABGB absolut oder nur relativ nichtig ist, hängt vom Zweck des verletzten Verbotsgesetzes ab. Der Vertrag ist absolut unwirksam, wenn andernfalls die Erreichung des vom Gesetzgeber angestrebten Zwecks gefährdet wäre. (T13)
    Veröff: SZ 2014/102
  • 6 Ob 95/16p
    Entscheidungstext OGH 27.06.2016 6 Ob 95/16p
    Beis wie T13
  • 7 Ob 162/16y
    Entscheidungstext OGH 09.11.2016 7 Ob 162/16y
    Veröff: SZ 2016/114
  • 8 ObA 59/18m
    Entscheidungstext OGH 24.10.2018 8 ObA 59/18m
    Beis wie T7; Beisatz: Hier: Teilnichtigkeit wegen Kollusion. (T14)
  • 8 ObA 33/20s
    Entscheidungstext OGH 24.04.2020 8 ObA 33/20s
    vgl; Beisatz wie T6
    Beisatz: Hier: Keine Reduktion auf das gesetzlich zulässige Ausmaß bei unrichtiger Aliquotierung im Rahmen der Rückerstattung von Ausbildungskosten nach § 2d AVRAG idF BGBl I 2015/152. (T15)
    Anm: Veröff: SZ 2020/38
  • 2 Ob 138/22s
    Entscheidungstext OGH 27.09.2022 2 Ob 138/22s
    Beisatz: Hier: § 9 Z 4 Oö Wettgesetz verlangt Teilnichtigkeit. (T16)
  • 8 ObA 79/23k
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 11.01.2024 8 ObA 79/23k
    vgl; Beisatz: Hier: Entlassung ohne Zustimmung des Personalvertreterausschusses nach § 22 Abs 2 NÖ Gemeinde-Personalvertretungsgesetz (NÖ GPVG). (T17)
  • 8 Ob 21/24g
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 26.06.2024 8 Ob 21/24g
    nur T13
  • 5 Ob 52/24v
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 02.04.2025 5 Ob 52/24v
    vgl; Beisatz wie T13
  • 1 Ob 57/24z
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 19.11.2024 1 Ob 57/24z
    Beisatz wie T9
    Beisatz: Auf den hypothetischen Parteiwillen ist (nur) dann abzustellen, wenn der Verbotszweck weder für noch gegen die Restgültigkeit bzw gänzliche Unwirksamkeit des Vertrags spricht, sich also diesbezüglich „neutral“ verhält. (T18)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1950:RS0016417

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

04.08.2025

Dokumentnummer

JJR_19501208_OGH0002_0020OB00612_5000000_002

Rechtssatz für 1Ob35/61; 1Ob28/63; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0018305

Geschäftszahl

1Ob35/61; 1Ob28/63; 6Ob58/63; 6Ob131/65; 6Ob173/65; 7Ob293/65; 4Ob310/66; 7Ob197/66; 4Ob552/67; 1Ob276/67; 6Ob208/68; 1Ob278/68; 4Ob502/69; 7Ob14/70; 1Ob72/70; 7Ob53/71 (7Ob54/71; 7Ob55/71); 4Ob302/72; 1Ob14/72; 5Ob72/72; 8Ob185/72; 4Ob69/73; 3Ob127/73; 5Ob157/73; 1Ob143/73; 5Ob233/73; 7Ob223/73 (7Ob224/73); 3Ob45/74; 7Ob196/74; 1Ob172/74; 1Ob113/75 (1Ob115/75); 5Ob689/76; 5Ob552/78; 4Ob550/78; 4Ob351/78; 4Ob347/78 (4Ob377/78); 6Ob709/78; 5Ob770/78; 3Ob47/78; 1Ob587/79; 1Ob24/79; 7Ob779/79; 1Ob770/79; 5Ob719/79; 4Ob543/79; 6Ob695/80; 7Ob660/81; 3Ob540/81; 8Ob505/81; 4Ob529/82; 5Ob549/82; 6Ob504/83; 3Ob552/83; 5Ob51/83; 6Ob763/83; 8Ob607/84; 7Ob542/85; 8Ob522/87; 1Ob641/87; 1Ob694/87; 1Ob548/88; 1Ob550/88; 1Ob650/88; 6Ob688/88; 3Ob550/89; 7Ob618/89; 8Ob585/88; 3Ob564/91; 6Ob580/81 (6Ob508/92); 9ObA64/94; 7Ob515/95 (7Ob516/95); 9Ob2100/96f; 7Ob510/96; 10Ob351/97h; 9ObA229/97k; 1Ob334/98v; 1Ob326/98t; 2Ob35/99g; 7Ob292/98m; 9Ob32/99t; 10Ob247/99t; 7Ob347/99a; 1Ob181/00z; 6Ob110/00w; 7Ob69/01z; 6Ob159/01b; 7Ob252/01m; 9Ob218/02b; 3Ob151/02f; 4Ob179/02f; 1Ob238/03m; 6Ob150/04h; 6Ob328/04k; 6Ob283/05v; 6Ob169/06f; 4Ob221/06p; 10Ob45/08b; 4Ob229/07s; 4Ob91/08y; 1Ob113/08m; 8Ob119/08w; 5Ob220/09b; 9Ob17/10f; 4Ob211/09x; 17Ob2/10h; 7Ob187/10s; 7Ob250/11g; 1Ob40/12g; 8ObA64/11m; 2Ob92/11k; 7Ob192/12d; 5Ob79/13y; 7Ob235/13d; 5Ob4/14w; 6Ob68/15s; 2Ob20/15b; 6Ob95/16p; 7Ob208/15m; 3Ob220/16y; 5Ob93/17p; 7Ob17/18b; 8Ob11/18b; 7Ob152/18f (7Ob204/18b); 4Ob176/22v; 2Ob125/24g; 9Ob68/24a; 9Ob48/25m; 1Ob184/25b; 9Ob73/25p

Entscheidungsdatum

18.03.2026

Rechtssatz

Dauerschuldverhältnisse können aus wichtigen Gründen vor Ablauf der vereinbarten Zeit ohne Anwendung der sonst anwendbaren Kündigungstermine und Kündigungsfristen aufgelöst werden (gleicher Rechtssatz wie SZ 31/116), und zwar in der Regel ohne Nachfristsetzung.

Anmerkung

Bem: Der Rechtssatz wird wegen der Häufigkeit seiner Zitierung ("überlanger RS") nicht bei jeder einzelnen Bezugnahme, sondern nur fallweise mit einer Gleichstellungsindizierung versehen.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 35/61
    Entscheidungstext OGH 15.03.1961 1 Ob 35/61
    Veröff: EvBl 1961/294 S 392 = JBl 1962,319 (mit Glosse von Schwimann)
  • 1 Ob 28/63
    Entscheidungstext OGH 20.03.1963 1 Ob 28/63
  • 6 Ob 58/63
    Entscheidungstext OGH 27.03.1963 6 Ob 58/63
  • 6 Ob 131/65
    Entscheidungstext OGH 12.05.1965 6 Ob 131/65
    Beisatz: Hier: Unterhaltsvertrag (T1)
  • 6 Ob 173/65
    Entscheidungstext OGH 18.06.1965 6 Ob 173/65
    Veröff: MietSlg 17202
  • 7 Ob 293/65
    Entscheidungstext OGH 13.10.1965 7 Ob 293/65
  • 4 Ob 310/66
    Entscheidungstext OGH 31.03.1966 4 Ob 310/66
    Beisatz: Patentlizenzvertrag. Sind wichtige Gründe gegeben, dann ist der Vertrag schon mit der Auflösungserklärung aufgelöst; ein Rechtsgestaltungsbegehren ist unzulässig. (T2)
    Veröff: ÖBl 1966,106 = JBl 1967,209 = MietSlg 18208
  • 7 Ob 197/66
    Entscheidungstext OGH 21.12.1966 7 Ob 197/66
  • 4 Ob 552/67
    Entscheidungstext OGH 14.11.1967 4 Ob 552/67
  • 1 Ob 276/67
    Entscheidungstext OGH 25.01.1968 1 Ob 276/67
    Beisatz: Die Nichterfüllung der bedungenen Sicherung eines verzinslichen Darlehens durch Einräumung einer Hypothek auf den ersten Satz ist eine schwerwiegende Vertragsverletzung, die zur Auflösung berechtigt. (T3)
  • 6 Ob 208/68
    Entscheidungstext OGH 11.09.1968 6 Ob 208/68
    Beisatz: Wichtige Gründe = Umstände, die es einer Partei billigerweise nicht mehr zumutbar erscheinen lassen, das Vertragsverhältnis aufrecht zu halten, insbesondere Verstöße gegen Treu und Glauben im geschäftlichen Verkehr. (T4)
  • 1 Ob 278/68
    Entscheidungstext OGH 28.11.1968 1 Ob 278/68
    Beisatz: Gilt auch für Sukzessivlieferungsverträge, die längere Zeit dauern (hier: Fernlernkurs von vierzig Monaten). (T5)
    Veröff: EvBl 1969/196 S 296
  • 4 Ob 502/69
    Entscheidungstext OGH 28.01.1969 4 Ob 502/69
    Beis wie T4
    Veröff: SZ 42/15 = MietSlg 21714(15)
  • 7 Ob 14/70
    Entscheidungstext OGH 04.02.1970 7 Ob 14/70
    Beisatz: Hier: Erwerbsgesellschaft des bürgerlichen Rechts. (T6)
  • 1 Ob 72/70
    Entscheidungstext OGH 18.06.1970 1 Ob 72/70
    Beisatz: Bezug einer Loseblatt - Gesetzessammlung. (T7)
  • 7 Ob 53/71
    Entscheidungstext OGH 28.04.1971 7 Ob 53/71
    Beisatz: Hier: Unwiderrufliche Bürgerschaft für künftige Sozialversicherungsbeiträge. (T8)
    Veröff: EvBl 1971/281 S 522 = JBl 1971,521
  • 4 Ob 302/72
    Entscheidungstext OGH 29.02.1972 4 Ob 302/72
    Beis wie T4; Veröff: SZ 45/20 = ÖBl 1972,121
  • 1 Ob 14/72
    Entscheidungstext OGH 15.03.1972 1 Ob 14/72
    Veröff: SZ 45/29 = MietSlg 24042
  • 5 Ob 72/72
    Entscheidungstext OGH 11.04.1972 5 Ob 72/72
    Beisatz: Musikautomaten - Aufstellungsvertrag (T9)
    Veröff: HS 8364
  • 8 Ob 185/72
    Entscheidungstext OGH 19.09.1972 8 Ob 185/72
    Beisatz: Ob wichtige Gründe vorliegen, ist nach objektiven Maßstäben unter Berücksichtigung aller Umstände des Falles zu beurteilen. Vertragsverletzungen, die eine sofortige Vertragsauflösung rechtfertigen können, sind nach Treu und Glauben im Geschäftsverkehr innerhalb angemessener Frist geltend zu machen. (T10)
  • 4 Ob 69/73
    Entscheidungstext OGH 04.09.1973 4 Ob 69/73
    Beis wie T4; Beisatz: Beschränkung des Auflösungsrechtes muss ausdrücklich vereinbart sein. (T11)
  • 3 Ob 127/73
    Entscheidungstext OGH 25.09.1973 3 Ob 127/73
    Beisatz: Hier: Wohnungsrecht, verbunden mit Pflegevertrag (ausführliche Begründung). (T12)
    Veröff: EvBl 1974/50 S 125 = JBl 1974,618 (dazu Mayerhofer JBl 1974,593)
  • 5 Ob 157/73
    Entscheidungstext OGH 24.10.1973 5 Ob 157/73
    Beis wie T4; Beisatz: Hier: Eigenhändlervertrag mit Alleinvertriebsrecht. (T13)
    Veröff: SZ 46/109 = JBl 1975,34 (teilweise kritisch Bydlinski)
  • 1 Ob 143/73
    Entscheidungstext OGH 31.10.1973 1 Ob 143/73
    Beisatz: Hier: Alleinvertretungsvertrag; Bezugnahme auf Art 107 SchweizerOR. (T14)
    Veröff: HS 8392
  • 5 Ob 233/73
    Entscheidungstext OGH 09.01.1974 5 Ob 233/73
    Beis wie T4; Beis wie T10; Beisatz: Hier: Kündigung eines Bürgschaftsvertrages. Abtretung des Geschäftsanteils und Ausscheiden als Geschäftsführer kein wichtiger Grund. (T15)
  • 7 Ob 223/73
    Entscheidungstext OGH 21.03.1974 7 Ob 223/73
    Beis wie T4
  • 3 Ob 45/74
    Entscheidungstext OGH 30.08.1974 3 Ob 45/74
    Beisatz: Analog zu §§ 1117, 1210 ABGB, Hier Pflicht Immissionen zu unterlassen. (T16)
    Veröff: EvBl 1975/31 S 67 = JBl 1975,203
  • 7 Ob 196/74
    Entscheidungstext OGH 10.10.1974 7 Ob 196/74
    Veröff: QuHGZ 1975 2/127
  • 1 Ob 172/74
    Entscheidungstext OGH 06.11.1974 1 Ob 172/74
    Veröff: MietSlg 26039
  • 1 Ob 113/75
    Entscheidungstext OGH 02.07.1975 1 Ob 113/75
    Beis wie T4; Beisatz: Wichtiger Grund ist unter Umständen aber auch eine nachträgliche Erschwerung der geschuldeten Leistung selbst dann, wenn die Schwierigkeit nicht so weit geht, dass die Leistung rechtlich als unmöglich angesehen werden müsste (SZ 31/116). (T17)
    Veröff: SZ 48/77 = EvBl 1976/93 S 181
  • 5 Ob 689/76
    Entscheidungstext OGH 07.12.1976 5 Ob 689/76
    Beis wie T4
  • 5 Ob 552/78
    Entscheidungstext OGH 04.04.1978 5 Ob 552/78
    Beisatz: Hier: Vorzeitige Aufhebung des Bestandverhältnisses an einem bei einer Tankstelle aufgestellten Kaffee - Kakao - Dispenser wegen Auflösung des Pachtverhältnisses an dieser Tankstelle, allerdings nur unter der Voraussetzung, dass diese Verknüpfung bereits bei Abschluss des Bestandverhältnisses erkennbar war; es genügt hiezu, dass im Mietvertrag der Unternehmensgegenstand (Tankstelle) der Mieterin angeführt war und derartige Geräte nur im Geschäftsbetrieb verwendet werden; in einem solchen Fall sind allfällige gegenteilige Geschäftsbedingungen der Vermieterin bedeutungslos. (T18)
  • 4 Ob 550/78
    Entscheidungstext OGH 05.09.1978 4 Ob 550/78
    Auch
  • 4 Ob 351/78
    Entscheidungstext OGH 24.10.1978 4 Ob 351/78
  • 4 Ob 347/78
    Entscheidungstext OGH 28.11.1978 4 Ob 347/78
    Beisatz: Lizenz Vertrag ("Guhl") (T19)
    Veröff: ÖBl 1979,94
  • 6 Ob 709/78
    Entscheidungstext OGH 14.12.1978 6 Ob 709/78
    Auch; Beisatz: Es muss sich aber um Gründe handeln, welche nicht schon im Zeitpunkt der Begründung des Dauerschuldverhältnisses bekannt waren (hier: Wohnheim - Pensionsvertrag). (T20)
  • 5 Ob 770/78
    Entscheidungstext OGH 16.01.1978 5 Ob 770/78
    Beisatz: Benützungsvereinbarung (T21)
  • 3 Ob 47/78
    Entscheidungstext OGH 02.05.1979 3 Ob 47/78
    Beis wie T21
  • 1 Ob 587/79
    Entscheidungstext OGH 02.05.1979 1 Ob 587/79
    Beis wie T4; Beis wie T10; Beisatz: Vereinbarung zwischen einem Schiverleih und einer Schischule. (T22)
  • 1 Ob 24/79
    Entscheidungstext OGH 13.07.1979 1 Ob 24/79
    Beis wie T4; Beis wie T17
  • 7 Ob 779/79
    Entscheidungstext OGH 14.12.1979 7 Ob 779/79
    Vgl auch; Beisatz: Beherbergungsvertrag (T23)
    Veröff: SZ 52/189
  • 1 Ob 770/79
    Entscheidungstext OGH 14.12.1979 1 Ob 770/79
    Beis wie T4; Beis wie T17; Beis wie T20; Beisatz: Der wichtige Grund darf nicht schon bei Begründung des Dauerschuldverhältnisses bekannt gewesen sein. (T24)
  • 5 Ob 719/79
    Entscheidungstext OGH 12.02.1980 5 Ob 719/79
    Beis wie T21
    Veröff: SZ 53/24 = JBl 1980,651
  • 4 Ob 543/79
    Entscheidungstext OGH 25.03.1980 4 Ob 543/79
    Auch; Beis wie T4
    Veröff: EvBl 1980/175 S 517
  • 6 Ob 695/80
    Entscheidungstext OGH 27.08.1980 6 Ob 695/80
    Beisatz: Wohnungsleihvertrag - Auflösung durch Räumungsklage. (T25)
  • 7 Ob 660/81
    Entscheidungstext OGH 01.10.1981 7 Ob 660/81
    Auch; Beisatz: Bei Verstoß gegen Treu und Glauben gegenüber dem Vertragspartner. (T26)
    Veröff: MietSlg 33192
  • 3 Ob 540/81
    Entscheidungstext OGH 07.10.1981 3 Ob 540/81
    Auch; Beis wie T8; Beisatz: Die erst in der Klagebeantwortung zu erblickende Auflösungserklärung kann nicht in die Vergangenheit wirken. (T27)
  • 8 Ob 505/81
    Entscheidungstext OGH 03.12.1981 8 Ob 505/81
    Vgl; Beisatz: Es geht jedoch nicht an eine einzelne Teilverpflichtung, die allein vom Klagebegehren erfasst ist, aus den wechselseitigen Zusammenhang der in dem vorliegenden einheitlichen Rechtsverhältnis vereinbarten Leistungen und Gegenleistungen herauszubrechen und diese unter Aufrechterhaltung des übrigen Vertragsinhaltes für sich allein für erloschen zu erklären. (T28)
  • 4 Ob 529/82
    Entscheidungstext OGH 15.06.1982 4 Ob 529/82
    Beisatz: Hier: "Bewachungsvertrag" (T29)
  • 5 Ob 549/82
    Entscheidungstext OGH 26.04.1983 5 Ob 549/82
    Beis wie T5
  • 6 Ob 504/83
    Entscheidungstext OGH 19.05.1983 6 Ob 504/83
    Beisatz: Nachträgliche Preisregelung ist wichtiger Grund. (T30)
  • 3 Ob 552/83
    Entscheidungstext OGH 15.06.1983 3 Ob 552/83
    Beisatz: Wenn die einem Dauerschuldverhältnis immer zugrunde liegende Vertrauensbasis weggefallen ist. (T31)
  • 5 Ob 51/83
    Entscheidungstext OGH 04.10.1983 5 Ob 51/83
    Auch; Beisatz: Hier: Dauerrechtsverhältnis des Fruchtgenusses wegen Nichteinhaltung der vereinbarten Zahlungen. (T32)
  • 6 Ob 763/83
    Entscheidungstext OGH 12.01.1984 6 Ob 763/83
    Auch; Beis wie T31; Beisatz: Der Verlust der einem Dauerschuldverhältnis stets zugrunde liegender Vertrauensbasis ist - im allgemeinen - bei Insolvenz des Vertragspartners anzunehmen. (T33)
  • 8 Ob 607/84
    Entscheidungstext OGH 22.11.1984 8 Ob 607/84
    Beis wie T4; Beis wie T31
    Veröff: SZ 57/186 = JBl 1985,350
  • 7 Ob 542/85
    Entscheidungstext OGH 09.05.1985 7 Ob 542/85
    Beis wie T4; Beisatz: Hier: Kritische Äußerung eines Konsulenten über den Geschäftsführer gegenüber einem wirtschaftlich aus Unternehmen Beteiligten: kein ausreichender Grund. (T34)
  • 8 Ob 522/87
    Entscheidungstext OGH 03.09.1987 8 Ob 522/87
  • 1 Ob 641/87
    Entscheidungstext OGH 21.10.1987 1 Ob 641/87
    Beis wie T4 nur: Wichtige Gründe = Umstände, die es einer Partei billigerweise nicht mehr zumutbar erscheinen lassen, das Vertragsverhältnis aufrecht zu halten. (T35)
    Veröff: SZ 60/218 = EvBl 1988/31 S 207 = RdW 1988,88
  • 1 Ob 694/87
    Entscheidungstext OGH 10.02.1988 1 Ob 694/87
  • 1 Ob 548/88
    Entscheidungstext OGH 13.04.1988 1 Ob 548/88
    Beis wie T31; Beis wie T35; Beisatz: Die vorzeitige Beendigung eines Dauerschuldverhältnisses ist auch während laufender Kündigungsfrist zulässig. (T36)
  • 1 Ob 550/88
    Entscheidungstext OGH 18.05.1988 1 Ob 550/88
  • 1 Ob 650/88
    Entscheidungstext OGH 11.10.1988 1 Ob 650/88
    Beis wie T13; Beis wie T35
  • 6 Ob 688/88
    Entscheidungstext OGH 10.11.1988 6 Ob 688/88
  • 3 Ob 550/89
    Entscheidungstext OGH 28.06.1989 3 Ob 550/89
    Auch; Beis wie T20
  • 7 Ob 618/89
    Entscheidungstext OGH 06.07.1989 7 Ob 618/89
    Auch
  • 8 Ob 585/88
    Entscheidungstext OGH 20.07.1989 8 Ob 585/88
  • 3 Ob 564/91
    Entscheidungstext OGH 23.10.1991 3 Ob 564/91
  • 6 Ob 580/81
    Entscheidungstext OGH 06.02.1992 6 Ob 580/81
  • 9 ObA 64/94
    Entscheidungstext OGH 16.03.1994 9 ObA 64/94
    Auch; Beisatz: Auch wenn dies nicht eigens vereinbart wurde. (T37)
    Veröff: SZ 67/42
  • 7 Ob 515/95
    Entscheidungstext OGH 27.01.1995 7 Ob 515/95
    Beisatz: Hier: Lizenzvertrag (T38)
  • 9 Ob 2100/96f
    Entscheidungstext OGH 13.11.1996 9 Ob 2100/96f
    Auch; Beis wie T20; Beis wie T24
  • 7 Ob 510/96
    Entscheidungstext OGH 30.07.1996 7 Ob 510/96
    Beis wie T4; Beisatz: Der Umstand, dass sich die klagende Partei als Müllzulieferer (zunächst) nicht bereit fand, den Altlastensanierungsbeitrag zu übernehmen, stellt keinen solchen Grund dar. Der Gesetzgeber nennt den Deponiebetreiber als Beitragsschuldner (§ 4 Z 1 Altlastensanierungsgesetz). Dessen Vermögen sollte abgeschöpft werden. Eine Überwälzung der Vermögensnachteile vom Deponiebetreiber auf den Zulieferer (und bis zurück zum Gemeindebürger) ist gesetzlich nicht vorgesehen. Die Gesetzesmaterialien (Blg 898 XVII GP zu Art I § 4 und Allgemeiner Teil der Erläuterungen zur RV, Seite 10) legen zwar die spekulativen Erwartungen des Gesetzgebers über die wirtschaftlichen Auswirkungen der betreffenden Bestimmung dar, erlauben es jedoch nicht, entgegen dem ausdrücklichen Gesetzeswortlaut eine andere Person als Kostentragungspflichtigen ansehen. (T39)
  • 10 Ob 351/97h
    Entscheidungstext OGH 15.10.1997 10 Ob 351/97h
    Auch
  • 9 ObA 229/97k
    Entscheidungstext OGH 11.03.1998 9 ObA 229/97k
    Vgl auch; Beis wie T35; Beis wie T37; Beisatz: Hier: Die Vertragsbeziehung zwischen dem ehemaligen Arbeitnehmer und dem eine Betriebspension leistenden Arbeitgeber ist als Dauerschuldverhältnis anzusehen. (T40)
  • 1 Ob 334/98v
    Entscheidungstext OGH 15.12.1998 1 Ob 334/98v
    Auch; nur: Dauerschuldverhältnisse können aus wichtigen Gründen vor Ablauf der vereinbarten Zeit aufgelöst werden. (T41)
  • 1 Ob 326/98t
    Entscheidungstext OGH 23.02.1999 1 Ob 326/98t
    Auch; Beisatz: Gründe, mit denen schon bei Abschluss des Dauerrechtsverhältnisses gerechnet werden musste, oder Veränderungen, die von den Vertragsparteien offensichtlich in Kauf genommen wurden, können dessen vorzeitige Auflösung jedenfalls nicht rechtfertigen. (T42)
  • 2 Ob 35/99g
    Entscheidungstext OGH 25.03.1999 2 Ob 35/99g
    nur T41
  • 7 Ob 292/98m
    Entscheidungstext OGH 14.04.1999 7 Ob 292/98m
    Auch; Beis ähnlich T35; Beisatz: Hier: Einseitige vorzeitige Auflösung eines Handelsvertretungsvertrages (§ 22 Abs 3 HVertrG). (T43)
  • 9 Ob 32/99t
    Entscheidungstext OGH 19.05.1999 9 Ob 32/99t
    Beis wie T23; nur T41
  • 10 Ob 247/99t
    Entscheidungstext OGH 16.11.1999 10 Ob 247/99t
    Auch; Beis wie T31
  • 7 Ob 347/99a
    Entscheidungstext OGH 12.07.2000 7 Ob 347/99a
    Auch; Beisatz: Hier: Kooperationsübereinkommen. (T44)
  • 1 Ob 181/00z
    Entscheidungstext OGH 29.08.2000 1 Ob 181/00z
    Auch; Beis wie T4; Beis wie T24; Beis wie T31; Beis wie T42
  • 6 Ob 110/00w
    Entscheidungstext OGH 23.11.2000 6 Ob 110/00w
    Auch; Veröff: SZ 73/182
  • 7 Ob 69/01z
    Entscheidungstext OGH 27.04.2001 7 Ob 69/01z
    Auch; Beisatz: Hier: Verstoß des Versicherers gegen die vereinbarte Bestklausel. (T45)
    Veröff: SZ 74/83
  • 6 Ob 159/01b
    Entscheidungstext OGH 23.08.2001 6 Ob 159/01b
    Beisatz: Ein wichtiger Grund ist gegeben, wenn die Fortsetzung des Vertragsverhältnisses wegen Verlustes des Vertrauens in den Partner, schwerwiegender Leistungsstörungen oder des Wegfalles der Geschäftsgrundlage unzumutbar geworden ist. (T46)
  • 7 Ob 252/01m
    Entscheidungstext OGH 07.12.2001 7 Ob 252/01m
    Auch
  • 9 Ob 218/02b
    Entscheidungstext OGH 18.12.2002 9 Ob 218/02b
    Vgl auch; Beisatz: War die beklagte Partei aber berechtigt, eine unverzügliche Vertragsauflösung ohne weitere Nachfristsetzung zu erklären, so konnte sie die tatsächlich gewährte Nachfrist auch mit einer Bedingung verknüpfen (nämlich die Behebung sämtlicher, auch weniger ins Gewicht fallende Mängel). (T47)
  • 3 Ob 151/02f
    Entscheidungstext OGH 23.10.2002 3 Ob 151/02f
    Vgl auch; nur T41; Beis wie T31; Beisatz: Die wichtigen Gründe in der Person des Bestandnehmers müssen die Interessen des Bestandgebers soweit nachteilig berühren, dass sie bei objektiver Betrachtungsweise einen verständigen Bestandgeber zur Vertragsauflösung veranlassen würden und diese als gerechte, dem Sachverhalt adäquate Maßnahme erscheinen lassen. (T48)
  • 4 Ob 179/02f
    Entscheidungstext OGH 19.11.2002 4 Ob 179/02f
    Auch; Beisatz: Hier: Vorzeitiger Vertragsrücktritt durch Kreditinstitut. (T49)
    Veröff: SZ 2002/153
  • 1 Ob 238/03m
    Entscheidungstext OGH 17.10.2003 1 Ob 238/03m
    Auch; Beis wie T46; Beisatz: Es genügt aber nicht, wenn das Vertrauen in die Person des Vertragspartners ganz allgemein erschüttert ist, vielmehr muss dieser Vertrauensverlust tatsächlich - und schon aus Gründen der Logik - einen Bezug zum konkreten Dauerschuldverhältnis haben. Die Frage der Unzumutbarkeit der Fortsetzung eines Dauerschuldverhältnisses kann nur aus einer umfassenden Sicht aller dafür und dagegen sprechenden Gegebenheiten des Einzelfalls beantwortet werden. (T50)
  • 6 Ob 150/04h
    Entscheidungstext OGH 23.09.2004 6 Ob 150/04h
    Auch
  • 6 Ob 328/04k
    Entscheidungstext OGH 21.04.2005 6 Ob 328/04k
    Auch; Beisatz: Obligatorisches Wohnrecht; ein beiderseitiges, jeweils die Sphäre des anderen verletzendes Verhalten ist, ohne dass ein Überwiegen des Verschuldens auf einer Seite feststellbar wäre, kein wichtiger Grund. (T51)
  • 6 Ob 283/05v
    Entscheidungstext OGH 30.11.2006 6 Ob 283/05v
    Beisatz: Die Frage der Unzumutbarkeit der Fortsetzung des Vertragsverhältnisses für einen der Vertragspartner kann nur nach einer umfassenden Sicht aller dafür und dagegen sprechenden Gegebenheiten des Einzelfalls beantwortet werden. (T52)
    Beisatz: Die Streichung des Klägers aus der Liste der sicherheitstechnischen Zentren berechtigt zur außerordentlichen Kündigung, da eine Streichung aus der Liste dem Arbeitgeber indiziert, dass die gesetzlichen Voraussetzungen für den Betrieb eines sicherheitstechnischen Zentrums nicht (mehr) erfüllt sind. (T53)
  • 6 Ob 169/06f
    Entscheidungstext OGH 21.12.2006 6 Ob 169/06f
    Beis wie T52; Beisatz: Hier: Vertrag über Büroräumlichkeiten und Büroorganisations- sowie Personaldienstleistungen. (T54)
  • 4 Ob 221/06p
    Entscheidungstext OGH 20.03.2007 4 Ob 221/06p
  • 10 Ob 45/08b
    Entscheidungstext OGH 06.05.2008 10 Ob 45/08b
    Beis wie T52
  • 4 Ob 229/07s
    Entscheidungstext OGH 20.05.2008 4 Ob 229/07s
    Auch; Beisatz: Das gilt - abgesehen von einer aufgrund Vereinbarung unter keinen Umständen entziehbaren Verwaltung, die nur durch Ausschluss nach § 1210 ABGB beendet werden könnte - auch für die Verwalterbestellung in der Gesellschaft bürgerlichen Rechts. (T55)
    Veröff: SZ 2008/65
  • 4 Ob 91/08y
    Entscheidungstext OGH 10.06.2008 4 Ob 91/08y
    Auch; Beisatz: Ob eine Klausel, die eine Sperre des Diensteangebots bei noch aufrechtem Mobiltelefonievertrag unter Andauern der Zahlungspflicht des Kunden für auf die Zeit der Sperre entfallende Grundentgelte ermöglicht, zulässig ist, unterliegt unabhängig von den Voraussetzungen einer außerordentlichen Kündigung eines Dauerschuldverhältnisses aus wichtigem Grund einer nachprüfenden Kontrolle. (T56)
  • 1 Ob 113/08m
    Entscheidungstext OGH 11.08.2008 1 Ob 113/08m
    Auch; nur T41; Beisatz: Als wichtige Gründe kommen insbesondere Vertragsverletzungen, der Verlust des Vertrauens in die Person des Schuldners oder schwerwiegende Änderungen der Verhältnisse in Betracht, welche die Fortsetzung des Vertragsverhältnisses nicht mehr zumutbar machen (RIS-Justiz RS0027780; RdW 1999, 589). (T57)
  • 8 Ob 119/08w
    Entscheidungstext OGH 02.04.2009 8 Ob 119/08w
    Vgl aber; Beisatz: Hier: Zur Frage der Möglichkeit einer fristlosen Kündigung (sofortigen Beendigung aus besonders wichtigen Gründen) bei Heimverträgen trotz der Regelung des § 27i KSchG. (T58)
  • 5 Ob 220/09b
    Entscheidungstext OGH 15.12.2009 5 Ob 220/09b
    Vgl; Beis ähnlich wie T50; Beis wie T57;Beisatz: Dass der Wegfall der Vertrauensbasis dazu berechtigt, ein Dauerschuldverhältnis aufzulösen, setzt voraus, dass ein Bezug zum konkreten Dauerschuldverhältnis besteht. (T59)
    Bem: Hier: Problematisches Eltern-Kind-Verhältnis kein wichtiger Grund für die Auflösung eines Wohnrechts. (T60)
  • 9 Ob 17/10f
    Entscheidungstext OGH 24.03.2010 9 Ob 17/10f
    Auch; Beis ähnlich wie T52; Beisatz: Hier: Schotterabbauvertrag. (T61)
  • 4 Ob 211/09x
    Entscheidungstext OGH 23.02.2010 4 Ob 211/09x
    Auch; Beis wie T52; Beis wie T57
  • 17 Ob 2/10h
    Entscheidungstext OGH 21.06.2010 17 Ob 2/10h
    Vgl auch; Beis ähnlich wie T57; Beisatz: Hier: Namensrechtlicher Gestattungsvertrag. (T62)
    Veröff: SZ 2010/70
  • 7 Ob 187/10s
    Entscheidungstext OGH 15.12.2010 7 Ob 187/10s
    Auch; Beis wie T38
  • 7 Ob 250/11g
    Entscheidungstext OGH 25.01.2012 7 Ob 250/11g
    Auch; Beis wie T52; Beis wie T57
  • 1 Ob 40/12g
    Entscheidungstext OGH 23.03.2012 1 Ob 40/12g
  • 8 ObA 64/11m
    Entscheidungstext OGH 24.10.2012 8 ObA 64/11m
    Vgl; Bem: Zur Kündigung eines Pensionskassenvertrags siehe RS0128271. (T63)
    Veröff: SZ 2012/112
  • 2 Ob 92/11k
    Entscheidungstext OGH 30.08.2012 2 Ob 92/11k
    Auch; nur T41; Auch Beis wie T31; Auch Beis wie T46; Beis wie T57; Beisatz: Auf § 3 Errichtungsgesetz 1973 basierender Durchführungsvertrag vom 12. 9. 1973 betreffend die Aufbringung von Mitteln für die Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung Linz infolge materieller Derogation dieser Bestimmung durch das Universitätsgesetz 2002. (T64)
    Veröff: SZ 2012/81
  • 7 Ob 192/12d
    Entscheidungstext OGH 19.12.2012 7 Ob 192/12d
    Auch; Veröff: SZ 2012/144
  • 5 Ob 79/13y
    Entscheidungstext OGH 28.08.2013 5 Ob 79/13y
  • 7 Ob 235/13d
    Entscheidungstext OGH 29.01.2014 7 Ob 235/13d
    Vgl auch; Beisatz: Welche schwerwiegenden Gründe im Einzelfall die Unzumutbarkeit der Fortsetzung eines Dauerschuldverhältnisses bewirken und zu dessen Auflösung berechtigen, ist eine Frage der Abwägung im Anlassfall und kann nur aus einer umfassenden Sicht aller dafür und dagegen sprechenden Gegebenheiten des Einzelfalls beantwortet werden. (T65)
  • 5 Ob 4/14w
    Entscheidungstext OGH 26.09.2014 5 Ob 4/14w
    Vgl; Beisatz: Das im Kern unverzichtbare Kündigungsrecht bei Dauerschuldverhältnissen gilt grundsätzlich auch für „obligationsähnliche“ Genussrechtsverhältnisse. Es besteht jedoch nicht, wenn der geltend gemachte Grund ausschließlich in die Risikosphäre des Gläubigers fällt. Verwirklicht sich ausschließlich das vom Gläubiger zu tragende Kapitalmarktrisiko, kommt weder eine außerordentliche Kündigung noch eine Berufung auf den Wegfall der Geschäftsgrundlage in Betracht. (T66)
  • 6 Ob 68/15s
    Entscheidungstext OGH 29.06.2015 6 Ob 68/15s
    Auch
  • 2 Ob 20/15b
    Entscheidungstext OGH 25.02.2016 2 Ob 20/15b
    Beisatz: Die Anordnung einer sechstägigen Kündigungsfrist in AGB verstößt gegen § 879 Abs 3 ABGB. (T67)
    Beisatz: Schon die Änderungsmitteilung berechtigt den Mobilfunk‑Teilnehmer zur Kündigung, sie ‑ und nicht erst die Änderung selbst ‑ bildet also den „wichtigen Grund“. Das führt dazu, dass die Kündigungserklärung des Teilnehmers mit dem Zugang an den Betreiber wirksam wird, sofern dies noch vor dem mitgeteilten Zeitpunkt des Inkrafttretens erfolgt und der Teilnehmer nicht einen bestimmten Kündigungstermin nennt. (T68); Veröff: SZ 2016/22
  • 6 Ob 95/16p
    Entscheidungstext OGH 27.06.2016 6 Ob 95/16p
    Vgl; Beis wie T8; Beisatz: Die bloße Bekanntgabe von Fakten kann einer Willenserklärung nicht gleichgehalten werden, sodass aus dem Umstand, dass ein Gesellschafter, der eine Bürgschaftserklärung für künftig fällig werdende Sozialversicherungsbeiträge der Gesellschaft abgegeben hat, sein Ausscheiden aus der Gesellschaft unmittelbar dem Gläubiger zur Kenntnis bringt, eine außerordentliche Kündigung, die zudem bloß für ab dem Zeitpunkt der Kündigung entstehende Verbindlichkeiten gelten würde, nicht abgeleitet werden kann (so bereits 7 Ob 618/89). (T69)
  • 7 Ob 208/15m
    Entscheidungstext OGH 06.07.2016 7 Ob 208/15m
    Auch; Beisatz: Betrifft Versicherungsvertrag. (T70)
  • 3 Ob 220/16y
    Entscheidungstext OGH 29.03.2017 3 Ob 220/16y
  • 5 Ob 93/17p
    Entscheidungstext OGH 20.07.2017 5 Ob 93/17p
    Auch; Beis wie T42
  • 7 Ob 17/18b
    Entscheidungstext OGH 21.02.2018 7 Ob 17/18b
    Beis wie T52; Beis wie T57; Beis wie T65
  • 8 Ob 11/18b
    Entscheidungstext OGH 25.06.2018 8 Ob 11/18b
    Auch; Beis wie T57; Beis wie T52; Beis wie T65
  • 7 Ob 152/18f
    Entscheidungstext OGH 30.01.2019 7 Ob 152/18f
    Vgl
  • 4 Ob 176/22v
    Entscheidungstext OGH 22.11.2022 4 Ob 176/22v
    Beis wie T52; Beis wie T57; Beis wie T65; Beisatz: Hier: Maklervertrag. (T71)
  • 2 Ob 125/24g
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 10.09.2024 2 Ob 125/24g
    vgl; Beisatz nur wie T50: Hier: Kein Zusammenhang zwischen einem partiellen Pflichtteilsverzicht und der Einräumung eines Nutzungsrechtes an einer Almhütte. (T72)
  • 9 Ob 68/24a
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 23.10.2024 9 Ob 68/24a
  • 9 Ob 48/25m
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 17.07.2025 9 Ob 48/25m
    Beisatz: Hier: Mitgliedsprogramm eines Versandunternehmens. (T73)
  • 1 Ob 184/25b
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 27.01.2026 1 Ob 184/25b
    vgl
  • 9 Ob 73/25p
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 18.03.2026 9 Ob 73/25p
    Beisatz: Hier: Vertragskündigung aus wichtigem Grund, weil die Klägerin ihre Verpflichtung zur Beistellung und Aufrechterhaltung der vereinbarten Sicherheit (einverleibungsfähige Höchstbetragshypothek) nicht mehr erfüllen konnte. (T74)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1961:RS0018305

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

01.06.2026

Dokumentnummer

JJR_19610315_OGH0002_0010OB00035_6100000_001

Entscheidungstext 6Ob95/16p

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Fundstelle

NZ 2016/105 S 308 - NZ 2016,308 = Mann‑Kommenda, Zak 2016/613 S 324 - Mann‑Kommenda, Zak 2016,324 = Zak 2016/635 S 335 - Zak 2016,335 = ZFR 2016/256 S 553 - ZFR 2016,553 = ÖBA 2016,922/2297 - ÖBA 2016/2297 = ecolex 2016/429 S 982 - ecolex 2016,982 = GES 2016,414 = ZIK 2017/56 S 39 - ZIK 2017,39 = Boeck, VbR 2022/76 S 132 - Boeck, VbR 2022,132

Geschäftszahl

6Ob95/16p

Entscheidungsdatum

27.06.2016

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat als Revisionsgericht durch den Senatspräsidenten Hon.-Prof. Dr. Kuras als Vorsitzenden und durch die Hofräte Dr. Schramm, Dr. Gitschthaler, Univ.-Prof. Dr. Kodek und Dr. Nowotny als weitere Richter in der Rechtssache der klagenden Partei * Gebietskrankenkasse, *, vertreten durch Dr. Reinhold Gsöllpointner und Dr. Robert Pirker, Rechtsanwälte in Salzburg, gegen die beklagten Parteien 1. J* K*, vertreten durch Dr. Franz Hitzenbichler und Dr. Bernhard Zettl, Rechtsanwälte in Salzburg, 2. G* K*, vertreten durch Dr. Erich Greger und Dr. Günther Auer, Rechtsanwälte in Oberndorf, wegen 226.934,99 EUR sA, über die Revisionen der beklagten Parteien gegen das Urteil des Oberlandesgerichts Linz als Berufungsgericht vom 23. Februar 2016, GZ 6 R 26/16k-43, mit dem das Urteil des Landesgerichts Salzburg vom 2. Dezember 2015, GZ 13 Cg 68/14a-22, bestätigt wurde, in nichtöffentlicher Sitzung den

Beschluss

gefasst:

Spruch

Die Revisionen werden zurückgewiesen.

Die Beklagten sind jeweils schuldig, der Klägerin die mit 2.712,42 EUR (darin 452,07 EUR Umsatzsteuer) bestimmten Kosten deren Revisionsbeantwortungen binnen 14 Tagen zu ersetzen.

Begründung:

Rechtliche Beurteilung

Entgegen dem – den Obersten Gerichtshof nicht bindenden (Paragraph 508 a, Absatz eins, ZPO) – Ausspruch des Berufungsgerichts ist die ordentliche Revision nicht zulässig:

1. Das Berufungsgericht hat seinen Zulässigkeitsausspruch damit begründet, es fehle Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofs zur Frage, inwieweit die in einem Vertragsformular vereinbarte Unwiderruflichkeit einer Bürgschaft auch für künftig fällig werdende Forderungen im Hinblick auf die Entscheidung des Gerichtshofs der Europäischen Union (EuGH) vom 30. 5. 2013, C-397/11 (Erika Jörös/Aegon Magyarország Hitel Zrt) die Nichtigkeit des gesamten Vertrags und nicht bloß der einzelnen Vertragsbestimmung bewirkt. Auf die Beantwortung dieser Frage kommt es hier jedoch gar nicht an.

1.1. Nach der Entscheidung des EuGH ist Artikel 6, Absatz eins, der Richtlinie 93/13/EWG des Rates vom 5. 4. 1993 über missbräuchliche Klauseln in Verbraucherverträgen dahin auszulegen, dass das nationale Gericht, das die Missbräuchlichkeit einer Vertragsklausel feststellt, zum einen – ohne einen entsprechenden Antrag des Verbrauchers abwarten zu müssen – alle Konsequenzen ziehen muss, die sich nach nationalem Recht aus dieser Feststellung ergeben, um sicher sein zu können, dass diese Klausel für den Verbraucher unverbindlich ist, und zum anderen – grundsätzlich anhand objektiver Kriterien – prüfen muss, ob der betreffende Vertrag ohne diese Klausel bestehen kann. Die Richtlinie 93/13 ist dahin auszulegen, dass das nationale Gericht, das von Amts wegen die Missbräuchlichkeit einer Vertragsklausel festgestellt hat, das innerstaatliche Prozessrecht nach Möglichkeit so anzuwenden hat, dass alle Konsequenzen gezogen werden, die sich nach nationalem Recht aus der Feststellung der Missbräuchlichkeit der fraglichen Klausel ergeben, damit es sicher sein kann, dass diese Klausel für den Verbraucher unverbindlich ist.

Sowohl Richtlinie als auch Entscheidung des EuGH beziehen sich somit ausschließlich auf Verbraucherverträge.

1.2. Nach nunmehr ständiger Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofs ist die Verbraucher- beziehungsweise Unternehmereigenschaft eines Gesellschafters in wirtschaftlicher Betrachtungsweise zu beurteilen (7 Ob 315/01a; 3 Ob 141/03m; 6 Ob 12/03p; 9 Ob 27/05v; 8 Ob 91/09d; 6 Ob 105/10z; 1 Ob 99/10f; 6 Ob 43/13m GesRZ 2014, 193 [Hackl]; 6 Ob 170/14i). Darin liegt der Sache nach eine teleologische Reduktion (4 Ob 232/12i; 6 Ob 43/13m; 6 Ob 170/14i). Maßgeblich ist demnach, ob der betroffene Vertragspartner angesichts der Interessenidentität zwischen Gesellschafter und Gesellschaft in Wahrheit selbst unternehmerisch tätig wird (6 Ob 43/13m; 6 Ob 170/14i).

Demgemäß stellte der erkennende Senat bereits in der Entscheidung 6 Ob 105/10z darauf ab, ob der Gesellschafter maßgeblichen Einfluss auf die Entscheidungen und Handlungen der Gesellschaft ausüben konnte (ebenso 6 Ob 43/13m; 6 Ob 170/14i); dieser Fall betraf eine Konstellation, in der beide Gesellschafter jeweils 50 % der Anteile hielten. Auf diese Entscheidung Bezug nehmend erachtete es der 2. Senat als für die Unternehmerqualifikation eines (geschäftsführenden) GmbH-Gesellschafters für erforderlich, dass dieser die Mehrheit der Geschäftsanteile oder zumindest 50 % hievon hält; eine geringere Beteiligung (ohne gesellschaftsvertraglich eingeräumte Sperrminorität) verschaffe dem Gesellschafter typischerweise keinen entscheidenden Einfluss auf die Geschäftsführung (2 Ob 169/11h).

In der Entscheidung 4 Ob 232/12i übertrug der 4. Senat im Fall eines atypischen Kommanditisten, der zusammen mit seinem Bruder die Geschäfte der KG führte, diese Auffassung auch auf den geschäftsführenden Gesellschafter einer Personengesellschaft. In der Entscheidung 8 Ob 72/14t stellte der 8. Senat klar, es sei maßgeblich, ob der betroffene Vertragspartner angesichts der Interessenidentität zwischen Gesellschafter und Gesellschaft in Wahrheit selbst unternehmerisch tätig wird und dementsprechend einen entscheidenden Einfluss auf die Geschäftsführung nehmen kann.

In den Entscheidungen 6 Ob 43/13m und 6 Ob 170/14i erachtete es auch der erkennende Senat als für die Unanwendbarkeit konsumentenschutzrechtlicher Vorschriften in erster Linie maßgeblich, inwieweit der Gesellschafter Einfluss auf die Geschäftsführung der Gesellschaft nehmen kann, wobei der bloße Umstand, ob der Gesellschafter „darüber hinaus“ auch Geschäftsführer ist, demgegenüber nicht ausschlaggebend sei.

1.3. Im vorliegenden Fall waren die Beklagten zum Zeitpunkt der Unterfertigung der Bürgschaftserklärungen zugunsten der K* GmbH jeweils selbstständig vertretungsbefugte Geschäftsführer, der Erstbeklagte darüber hinaus Mehrheitsgesellschafter mit 51 % und der Zweitbeklagte Minderheitsgesellschafter mit 49 %. Angesichts der in den Entscheidungen 4 Ob 232/12i, 6 Ob 43/13m und 6 Ob 170/14i angestellten Erwägungen und unter Bedachtnahme auf den Grundsatz, dass maßgeblich der Einfluss des Gesellschafters auf die Geschäftsführung ist vergleiche dazu den Sachverhalt der Entscheidung 6 Ob 170/14i, wo der wirtschaftlich erfahrene Hälftegesellschafter zwar nicht Geschäftsführer war, jedoch in sämtlichen Angelegenheiten und in wirtschaftlichen Belangen die Entscheidungen gemeinsam mit seinem Mitgesellschafter traf), sind beide Beklagte nicht als Verbraucher anzusehen. Für eine (allfällige) Dominanz des Erstbeklagten als (Mehrheits-)Gesellschafter gegenüber dem Zweitbeklagten als 49 %-Gesellschafter und Geschäftsführer finden sich in den Feststellungen keine Anhaltspunkte. Die Entscheidung 2 Ob 169/11h ist aufgrund der später ergangenen Rechtsprechung als überholt anzusehen.

1.4. Damit ist die Entscheidung des EuGH für den vorliegenden Fall nicht relevant. Die vom Berufungsgericht als erheblich bezeichnete Rechtsfrage ist hier nicht zu beantworten.

2. Aber auch den Beklagten gelingt es nicht, eine erhebliche Rechtsfrage im Sinn des Paragraph 502, Absatz eins, ZPO aufzuzeigen.

2.1. Die Beklagten unterfertigten am 19. 8. 2011 gleichlautende Bürgschaftsverträge mit folgendem Inhalt:

Ich ..., geb. am …, wohnhaft in ... (bitte keine Firmenstempel verwenden) erkläre hiermit, dass ich aus freien Stücken gegenüber der [Klägerin] für die am Tage des Vertragsabschlusses von der [Gesellschaft] geschuldeten Sozialversicherungsbeiträge inkl. aller Nebengebühren sowie für alle künftig fällig werdenden Sozialversicherungsbeiträge, Beitragsnachträge, Beitragszuschläge, Verzugszinsen und andere Nebengebühren iSd Paragraph 1357, ABGB vorbehaltlos und unwiderruflich die Haftung als Bürge und Zahler übernehme. Eine Kündigung dieses Vertrages ist nur mit Zustimmung der [Klägerin] möglich. Nebenabreden jeder Art, die diesen Vertrag betreffen, sind nur dann gültig, wenn sie in schriftlicher Form getroffen werden. Zugleich erkläre ich, dass ich zahlungsfähig bin.

Wird die Verjährung der Einforderung festgestellter Beitragsschulden gemäß Paragraph 68, Absatz 2, ASVG unterbrochen, so gilt diese Unterbrechung auch gegen den Bürgen.

Als Gerichtsstand wird * vereinbart.

Diese Bürgschaftsverträge waren jeweils mit Name, Geburtsdatum und Anschrift der Beklagten ausgefüllt und auch von der Klägerin gefertigt.

Nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens über die Gesellschaft und Abschluss eines Sanierungsplans nimmt die Klägerin die Beklagten nunmehr für die offenen Beitragsrückstände in Anspruch.

2.2. Beide Beklagte meinen im Revisionsverfahren, es sei rechtswidrig, dass ihre Haftung in den Bürgschaftserklärungen auch auf „alle künftig fällig werdenden Sozialversicherungsbeiträge (…)“ ausgedehnt worden sei.

2.2.1. Es ist in der Rechtsprechung zwar tatsächlich anerkannt, dass eine in ein umfangreiches Vertragsformblatt aufgenommene Klausel, wonach der Bürge, der die Haftung für einen zeitlich und der Höhe nach begrenzten Kredit übernimmt, darüber hinaus auch für alle mit dem Kreditnehmer abgeschlossenen oder künftig abzuschließenden Kreditverträge hafte, ungewöhnlich im Sinn des Paragraph 864 a, ABGB sein kann (RIS-Justiz RS0014606). Im vorliegenden Fall ist aber zu berücksichtigen, dass die Bürgschaftserklärung kurz gehalten und die verwendete Formulierung eindeutig ist. Nach den Feststellungen der Vorinstanzen haben die Beklagten im Übrigen die Bürgschaftsverträge durchgelesen und deren Inhalt auch erfasst.

2.2.2. Nach ständiger Rechtsprechung ist eine Verbürgung für bedingte oder künftige Forderungen zulässig (RIS-Justiz RS0032149, RS0032062, RS0032143), was auch bereits explizit zu Sozialversicherungsbeiträgen festgehalten wurde (5 Ob 42/69 SZ 42/36; 6 Ob 603/83 SZ 57/112; 9 Ob 285/00b).

Auch wenn etwa eine Klausel gemäß Paragraph 879, Absatz 3, ABGB unwirksam ist, wonach der Bürge für alle künftigen Forderungen der Bank gegen den Schuldner haftet (6 Ob 212/09h), so enthalten doch die hier zu beurteilenden Bürgschaftserklärungen eine inhaltliche Umschreibung der Forderungen (Sozialversicherungsbeiträge, Beitragsnachträge, Beitragszuschläge, Verzugszinsen und andere Nebengebühren), für die die Beklagten haften sollen. Ein von „vorneherein unabschätzbares Zahlungsrisiko“ besteht demnach entgegen der in den Revisionen vertretenen Auffassungen nicht, wobei in diesem Zusammenhang darauf hinzuweisen ist, dass die Beklagten als Gesellschafter und Geschäftsführer der Gesellschaft jederzeit wussten, wieviele Mitarbeiter sie beschäftigten und welche Sozialversicherungsbeiträge (zumindest größenordnungs-, mäßig) anfallen würden vergleiche 9 Ob 285/00b; dazu, dass die künftigen Forderungen hinreichend „bestimmbar“ sind, etwa auch 4 Ob 601/89; 6 Ob 603/83; konkret zu Sozialversicherungsbeiträgen schon 5 Ob 42/69, wo auch auf die Regelung von Verzugszinsen und Nebengebühren im ASVG hingewiesen wurde). Dass – wie die Beklagten meinen – die Bestimmungen des ASVG häufig novelliert werden, ändert daran nichts.

2.3. Die Vorinstanzen sind von einer Nichtigkeit und einer gröblichen Benachteiligung der Beklagten insoweit ausgegangen, als deren Haftung für künftig fällig werdende Beiträge unwiderruflich übernommen wurde und gleichzeitig eine Kündigung des Bürgschaftsvertrags nur mit Zustimmung der Klägerin möglich ist; die Beklagten würden so „bis in alle Zukunft für alle Sozialversicherungsbeiträge“ und ohne die Möglichkeit, diese Haftung zu beschränken, haften. Dies ist im Revisionsverfahren im Wesentlichen nicht mehr strittig vergleiche dazu auch RIS-Justiz RS0016793 [„Knebelung“]), die Beklagten gehen jedoch davon aus, dass durch diese Nichtigkeit der gesamte Bürgschaftsvertrag zu Fall gebracht werde. Dem ist jedoch nicht zu folgen:

Nach ständiger Rechtsprechung hat die Sittenwidrigkeit einer Klausel noch nicht die Unwirksamkeit des ganzen Vertrags zur Folge (RIS-Justiz RS0016420). Kann bei Fortfall von Nebenabreden das Geschäft ohne weiteres weiter bestehen, sind nur diese Vertragsklauseln unwirksam (RIS-Justiz RS0016420 [T2]). Darüber, ob die Nichtigkeit des Teils das Ganze angreift oder nicht, entscheiden Natur und Zweck des Verbots, wobei im Zweifel Restgültigkeit anzunehmen ist vergleiche RIS-Justiz RS0016431). Die Nichtigkeit eines Vertrags tritt nur in jenem Umfang ein, den der Zweck des Verbotsgesetzes erheischt (RIS-Justiz RS0016417). Der Vertrag ist zwar dann absolut unwirksam, wenn andernfalls die Erreichung des vom Gesetzgeber angestrebten Zwecks gefährdet wäre (RIS-Justiz RS0016417 [T13]). Im Fall eines sittenwidrigen Ausschlusses der Geltendmachung der vorzeitigen Auflösung eines Dauerschuldverhältnisses (wie im vorliegenden Fall) erfordert es der Verbotszweck aber nur, dass dieser Verzicht unwirksam ist und der betroffenen Vertragspartei trotz der vereinbarten Klausel das Recht zusteht, die vorzeitige Auflösung des Vertrags zu bewirken (RIS-Justiz RS0016431 [T2]).

2.4. Ob tatsächlich, wie der Erstbeklagte meint, für Konstellationen wie die vorliegende eine Nachbegrenzungshaftung analog Paragraph 160, UGB denkbar ist, bedarf keiner weiteren Erörterung: Eine Begrenzung auf Forderungen, die innerhalb von fünf Jahren nach dem Ausscheiden des Bürgen aus der Gesellschaft fällig werden, würde seine Haftung nicht beseitigen. Der Erstbeklagte schied per 5. 10. 2012 aus der Gesellschaft aus, die Klägerin macht jedoch Beitragsforderungen bloß bis 2013 geltend.

Die Annahme einer Haftungsbegrenzung für die Zeit nach dem Ausscheiden im Wege der Vertragsauslegung hat der Oberste Gerichtshof bereits in der Entscheidung 7 Ob 53/71 abgelehnt, wenn sich im Wortlaut der Bürgschaft dafür – wie im vorliegenden Fall – keine Grundlage findet.

Nach der Entscheidung 7 Ob 618/89 kann die bloße Bekanntgabe von Fakten einer Willenserklärung nicht gleichgehalten werden, sodass aus dem Umstand, dass der Erstbeklagte sein Ausscheiden als Gesellschafter und Geschäftsführer unmittelbar der Klägerin zur Kenntnis brachte, eine außerordentliche Kündigung nicht abgeleitet werden kann; eine sonstige Kündigung des Erstbeklagten konnten die Tatsacheninstanzen jedoch nicht feststellen.

Der Erstbeklagte hat sich zwar in der Klagebeantwortung ausdrücklich auf eine außerordentliche Kündigung berufen. Ob dies im Sinn der Entscheidungen 7 Ob 53/71 und 7 Ob 618/89 selbst als außerordentliche Kündigung interpretiert werden könnte, kann jedoch dahin gestellt bleiben. Eine solche hätte nämlich lediglich zur Folge, dass für ab dem Zeitpunkt der Kündigung entstandene Verbindlichkeiten keine Haftung mehr besteht. Da die Klagebeantwortung des Erstbeklagten am 22. 1. 2015 beim Erstgericht eingebracht und am selben Tag den Klagevertretern übermittelt wurde, die Klägerin jedoch ausschließlich Beitragsschulden für die Zeit vor dem 5. 11. 2013 geltend macht, wäre daraus für den Erstbeklagten nichts gewonnen (7 Ob 618/89).

3. Die Entscheidung über die Kosten des Revisionsverfahrens gründet sich auf Paragraphen 41, 50, ZPO. Die Klägerin hat in den Revisionsbeantwortungen auf die Unzulässigkeit der Revisionen hingewiesen. Die Schriftsätze sind daher als zur zweckentsprechenden Rechtsverteidigung notwendig anzusehen.

Schlagworte

1 Generalabonnement, 16 Handels- und gesellschaftliche Entscheidungen

Textnummer

E115074

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2016:E115074

Im RIS seit

14.07.2016

Zuletzt aktualisiert am

14.09.2022

Dokumentnummer

JJT_20160627_OGH0002_0060OB00095_16P0000_000