Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Rechtssatz für 1Ob612/95 4Ob1521/96 10...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0074223

Geschäftszahl

1Ob612/95; 4Ob1521/96; 10ObS251/99f; 9ObA119/01t; 3Ob81/01k; 10ObS38/02i; 6Ob297/02y; 1Ob190/07h; 4Ob114/08f; 8Ob77/08v; 3Ob42/09m; 1Ob240/08p; 5Ob78/09w; 3Ob1/11k; 3Ob19/11g (3Ob37/11d); 3Ob46/11b; 3Ob108/11w; 3Ob147/11f; 8ObA26/11y; 2Ob127/12h; 4Ob177/12a; 1Ob138/13w; 9ObA2/14f; 5Ob117/14p; 8ObA29/15w; 3Ob17/16w; 3Ob90/17g; 1Ob10/17b; 4Ob183/17s; 8Ob34/18k; 8Ob159/18t

Entscheidungsdatum

17.10.1995

Norm

ZPO §503 Z2 C1b
AußStrG 2005 §66 Abs1

Rechtssatz

In der Berufung nicht gerügte Verfahrensmängel erster Instanz dürfen vom Berufungsgericht nicht wahrgenommen und können nicht mehr als Revisionsgrund geltend gemacht werden (so schon EFSlg 55100 und 57817).

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 612/95
    Entscheidungstext OGH 17.10.1995 1 Ob 612/95
    Verstärkter Senat; Veröff: SZ 68/195
  • 4 Ob 1521/96
    Entscheidungstext OGH 27.02.1996 4 Ob 1521/96
  • 10 ObS 251/99f
    Entscheidungstext OGH 09.11.1999 10 ObS 251/99f
  • 9 ObA 119/01t
    Entscheidungstext OGH 11.07.2001 9 ObA 119/01t
    Vgl auch; Beisatz: Die Nichtberücksichtigung eines in der Berufung ungerügten Verfahrensfehlers durch das Gericht der zweiten Instanz bildet keinen Mangel des Berufungsverfahrens. (T1)
  • 3 Ob 81/01k
    Entscheidungstext OGH 20.11.2001 3 Ob 81/01k
    Auch
  • 10 ObS 38/02i
    Entscheidungstext OGH 18.06.2002 10 ObS 38/02i
    Auch; Beisatz: Es können - auch im Verfahren nach dem ASGG - in der Berufung nicht geltend gemachte (angebliche) Mängel des erstinstanzlichen Verfahrens nicht mehr mit Erfolg in der Revision gerügt werden. (T2)
  • 6 Ob 297/02y
    Entscheidungstext OGH 26.06.2003 6 Ob 297/02y
  • 1 Ob 190/07h
    Entscheidungstext OGH 22.10.2007 1 Ob 190/07h
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Revisionsrekurs im Außerstreitverfahren. (T3)
    Beisatz: Ein erstinstanzlicher Verfahrensmangel der im Rekurs nicht gerügt wurde, kann aber einen Mangel des Rekursverfahrens bilden, wenn das Rekursgericht diesen Mangel von Amts wegen hätte aufgreifen müssen. (T4)
  • 4 Ob 114/08f
    Entscheidungstext OGH 08.07.2008 4 Ob 114/08f
  • 8 Ob 77/08v
    Entscheidungstext OGH 02.09.2008 8 Ob 77/08v
    Auch; Veröff: SZ 2008/123
  • 3 Ob 42/09m
    Entscheidungstext OGH 19.05.2009 3 Ob 42/09m
  • 1 Ob 240/08p
    Entscheidungstext OGH 26.05.2009 1 Ob 240/08p
    Auch; nur: In der Berufung nicht gerügte Verfahrensmängel erster Instanz können nicht mehr als Revisionsgrund geltend gemacht werden. (T5)
  • 5 Ob 78/09w
    Entscheidungstext OGH 12.05.2009 5 Ob 78/09w
    Vgl; Beis wie T3; Beisatz: Ein im Rekurs nicht geltend gemachter Mangel des Verfahrens erster Instanz, welchen das Rekursgericht nicht von Amts wegen aufgreifen musste, kann nicht mehr erfolgreich im Revisionsrekurs geltend gemacht werden. (T6)
  • 3 Ob 1/11k
    Entscheidungstext OGH 23.02.2011 3 Ob 1/11k
    Auch; Beis wie T3
  • 3 Ob 19/11g
    Entscheidungstext OGH 23.02.2011 3 Ob 19/11g
    Vgl auch
  • 3 Ob 46/11b
    Entscheidungstext OGH 06.07.2011 3 Ob 46/11b
    Auch; Beis wie T1; Beis wie T3; Beisatz: Verfahrensfehler des Erstgerichts wurden aber im Rekurs nicht geltend gemacht und können daher im Revisionsrekurs nicht nachgeholt werden, zumal keine von der Qualität des § 66 Abs 1 Z 1 AußStrG 2005 in Rede stehen. (T7)
  • 3 Ob 108/11w
    Entscheidungstext OGH 24.08.2011 3 Ob 108/11w
    Ähnlich; Beis wie T3
  • 3 Ob 147/11f
    Entscheidungstext OGH 12.10.2011 3 Ob 147/11f
    Vgl auch; Beis wie T7
  • 8 ObA 26/11y
    Entscheidungstext OGH 28.03.2012 8 ObA 26/11y
    Auch; Beis wie T2
  • 2 Ob 127/12h
    Entscheidungstext OGH 07.08.2012 2 Ob 127/12h
    Vgl
  • 4 Ob 177/12a
    Entscheidungstext OGH 28.11.2012 4 Ob 177/12a
    Auch; Beis wie T3
  • 1 Ob 138/13w
    Entscheidungstext OGH 27.02.2014 1 Ob 138/13w
    Vgl auch; Beis wie T3
  • 9 ObA 2/14f
    Entscheidungstext OGH 25.06.2014 9 ObA 2/14f
    Beisatz: Hier: Behauptung, das Erstgericht habe gegen die Erörterungspflicht gemäß § 182a ZPO verstoßen. (T8)
  • 5 Ob 117/14p
    Entscheidungstext OGH 25.07.2014 5 Ob 117/14p
    Auch; Beisatz: Hier: Verstoß gegen § 405 ZPO (T9)
  • 8 ObA 29/15w
    Entscheidungstext OGH 28.04.2015 8 ObA 29/15w
    Auch
  • 3 Ob 17/16w
    Entscheidungstext OGH 18.05.2016 3 Ob 17/16w
    Auch; nur T5
  • 3 Ob 90/17g
    Entscheidungstext OGH 07.06.2017 3 Ob 90/17g
    Beis wie T7
  • 1 Ob 10/17b
    Entscheidungstext OGH 28.06.2017 1 Ob 10/17b
  • 4 Ob 183/17s
    Entscheidungstext OGH 23.01.2018 4 Ob 183/17s
  • 8 Ob 34/18k
    Entscheidungstext OGH 23.03.2018 8 Ob 34/18k
  • 8 Ob 159/18t
    Entscheidungstext OGH 19.12.2018 8 Ob 159/18t
    Auch; Beis wie T6

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1995:RS0074223

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

12.02.2019

Dokumentnummer

JJR_19951017_OGH0002_0010OB00612_9500000_002

Rechtssatz für 6Ob246/06d 1Ob68/07t 4O...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0121557

Geschäftszahl

6Ob246/06d; 1Ob68/07t; 4Ob90/07z; 1Ob128/07s; 1Ob95/08i; 9Ob43/08a; 1Ob179/08t; 8ObA90/08f; 2Ob137/08y; 9Ob50/08f; 2Ob119/09b; 3Ob269/09v; 2Ob206/09x; 9ObA35/10b; 8Ob9/10x; 8Ob128/10x; 1Ob12/11p; 6Ob157/11y; 2Ob204/10d; 9Ob58/11m; 3Ob56/12z; 1Ob4/12p; 9ObA101/12m; 2Ob92/11k; 9Ob2/12b; 1Ob209/12k; 1Ob168/12f; 2Ob43/12f; 2Ob22/12t; 4Ob52/13w; 2Ob65/12s; 9Ob37/13a; 9Ob41/13i; 2Ob173/12y; 7Ob154/13t; 7Ob235/12b; 1Ob221/13a; 5Ob118/13h; 5Ob157/14w; 10ObS98/14f; 1Ob212/14d; 8ObA78/14z; 1Ob199/14t; 7Ob153/14x; 9ObA159/14v; 1Ob43/15b; 1Ob79/15x; 4Ob235/14h; 2Ob237/14p; 4Ob107/15m; 6Ob11/16k; 3Ob17/16w; 9ObA43/16p; 3Ob90/16f; 2Ob116/16x; 2Ob202/15t; 1Ob21/16v; 1Ob193/16p; 2Ob124/16y; 3Ob131/16k; 6Ob157/16f; 3Ob141/16f; 9ObA9/17i; 2Ob48/16x; 10Ob70/15i; 3Ob83/17b; 2Ob91/16w; 9Ob14/17z; 2Ob142/16w; 7Ob80/17s; 1Ob116/17s; 9ObA37/17g; 7Ob191/17i; 4Ob231/17z; 1Ob215/17z; 9Ob83/17x; 8Ob131/17y; 4Ob25/18g; 9Ob8/18v; 10Ob14/18h; 9ObA35/18i; 2Ob164/17g; 6Ob133/18d; 4Ob170/18f

Entscheidungsdatum

09.11.2006

Norm

ZPO §266 DVI
ZPO §492 Abs2
ZPO §503 Z2 C2a
ZPO §503 Z2 C2c

Rechtssatz

Die Berücksichtigung des Inhalts einer in den Feststellungen der Vorinstanzen - wenn auch ohne wörtliche Wiedergabe - enthaltenen Urkunde, deren Echtheit überdies zugestanden wurde, im Rahmen der rechtlichen Beurteilung erfordert nicht die amtswegige Durchführung einer mündlichen Berufungsverhandlung.

Entscheidungstexte

  • 6 Ob 246/06d
    Entscheidungstext OGH 09.11.2006 6 Ob 246/06d
  • 1 Ob 68/07t
    Entscheidungstext OGH 03.05.2007 1 Ob 68/07t
    Vgl; Beisatz: Hat das Berufungsgericht aber die Auffassung vertreten, die unpräzisen Feststellungen des Erstgerichts zum Inhalt einer Urkunde (hier: Treuhandauftrag) seien nicht ausreichend, und hat es diese durch die Wiedergabe des unstrittigen Wortlauts der betreffenden Urkunde ersetzt, ist dies prozessual unbedenklich, weil unstrittiges Parteienvorbringen - und dazu gehört auch der Inhalt einer von beiden Seiten für bedeutsam angesehenen Urkunde - ohne weiteres der Entscheidung zu Grunde zu legen ist (§§ 266 f ZPO). (T1)
  • 4 Ob 90/07z
    Entscheidungstext OGH 12.06.2007 4 Ob 90/07z
  • 1 Ob 128/07s
    Entscheidungstext OGH 03.04.2008 1 Ob 128/07s
    Auch; Beisatz: Hier: Berücksichtigung im Revisionsverfahren. (T2)
    Beisatz: Eine im Verfahren vorgelegte Urkunde, die ihrem Inhalt nach unstrittig ist, ist der Entscheidung des Revisionsgerichts ohne weiteres zugrunde zu legen. (T3)
  • 1 Ob 95/08i
    Entscheidungstext OGH 16.09.2008 1 Ob 95/08i
  • 9 Ob 43/08a
    Entscheidungstext OGH 25.11.2008 9 Ob 43/08a
    Auch
  • 1 Ob 179/08t
    Entscheidungstext OGH 25.11.2008 1 Ob 179/08t
    Auch
  • 8 ObA 90/08f
    Entscheidungstext OGH 02.04.2009 8 ObA 90/08f
    Auch; Beis wie T2
  • 2 Ob 137/08y
    Entscheidungstext OGH 16.04.2009 2 Ob 137/08y
    Vgl; Vgl Beis wie T1; Beis wie T2; Beis wie T3
  • 9 Ob 50/08f
    Entscheidungstext OGH 04.08.2009 9 Ob 50/08f
    Auch; Beis wie T2
  • 2 Ob 119/09b
    Entscheidungstext OGH 26.11.2009 2 Ob 119/09b
    Vgl; Beis wie T2; Beis wie T3
  • 3 Ob 269/09v
    Entscheidungstext OGH 24.02.2010 3 Ob 269/09v
    Auch; Beis wie T3
  • 2 Ob 206/09x
    Entscheidungstext OGH 28.01.2010 2 Ob 206/09x
    Auch; Auch Beis wie T2; Auch Beis wie T3; Beisatz: Hier: Kläger und Beklagter haben sich in ihrem Prozessvorbringen auf den Inhalt der in erster Instanz auf Antrag beider Parteien verlesenen Akten des Vor- und des Hauptprozesses berufen. (T4)
  • 9 ObA 35/10b
    Entscheidungstext OGH 11.05.2010 9 ObA 35/10b
  • 8 Ob 9/10x
    Entscheidungstext OGH 04.11.2010 8 Ob 9/10x
    Auch; Beis wie T2
  • 8 Ob 128/10x
    Entscheidungstext OGH 23.11.2010 8 Ob 128/10x
    Auch; Beis wie T2
  • 1 Ob 12/11p
    Entscheidungstext OGH 23.02.2011 1 Ob 12/11p
    Auch
  • 6 Ob 157/11y
    Entscheidungstext OGH 14.09.2011 6 Ob 157/11y
    Auch; Beis wie T3
  • 2 Ob 204/10d
    Entscheidungstext OGH 20.10.2011 2 Ob 204/10d
    Auch; Beis wie T2; Beis wie T3
    Veröff: SZ 2011/127
  • 9 Ob 58/11m
    Entscheidungstext OGH 30.04.2012 9 Ob 58/11m
    Beis ähnlich wie T1
  • 3 Ob 56/12z
    Entscheidungstext OGH 14.06.2012 3 Ob 56/12z
    Auch; Beis wie T3
  • 1 Ob 4/12p
    Entscheidungstext OGH 24.05.2012 1 Ob 4/12p
    Auch; Beisatz: Hier: Berücksichtigung des Inhalts einvernehmlich verlesener Akten. (T5)
  • 9 ObA 101/12m
    Entscheidungstext OGH 26.11.2012 9 ObA 101/12m
    Auch; Beis wie T3
  • 2 Ob 92/11k
    Entscheidungstext OGH 30.08.2012 2 Ob 92/11k
    Vgl; Beis wie T2; Beis wie T3; Veröff: SZ 2012/81
  • 9 Ob 2/12b
    Entscheidungstext OGH 26.11.2012 9 Ob 2/12b
    Vgl auch; Beis wie T3
  • 1 Ob 209/12k
    Entscheidungstext OGH 15.11.2012 1 Ob 209/12k
    Auch; Auch Beis wie T1; Beis wie T3
  • 1 Ob 168/12f
    Entscheidungstext OGH 13.12.2012 1 Ob 168/12f
    Vgl auch; Beis wie T1; Ähnlich Beis wie T3
  • 2 Ob 43/12f
    Entscheidungstext OGH 29.11.2012 2 Ob 43/12f
    Vgl auch
  • 2 Ob 22/12t
    Entscheidungstext OGH 24.01.2013 2 Ob 22/12t
    Vgl; Beis wie T2; Beis wie T3; Veröff: SZ 2013/8
  • 4 Ob 52/13w
    Entscheidungstext OGH 17.04.2013 4 Ob 52/13w
  • 2 Ob 65/12s
    Entscheidungstext OGH 14.03.2013 2 Ob 65/12s
    Vgl
  • 9 Ob 37/13a
    Entscheidungstext OGH 25.06.2013 9 Ob 37/13a
  • 9 Ob 41/13i
    Entscheidungstext OGH 25.06.2013 9 Ob 41/13i
    Vgl; Beis wie T2; Beis wie T3
  • 2 Ob 173/12y
    Entscheidungstext OGH 29.05.2013 2 Ob 173/12y
    Beis wie T3
  • 7 Ob 154/13t
    Entscheidungstext OGH 16.10.2013 7 Ob 154/13t
    Veröff: SZ 2013/93
  • 7 Ob 235/12b
    Entscheidungstext OGH 29.01.2014 7 Ob 235/12b
    Auch; Beis wie T3
  • 1 Ob 221/13a
    Entscheidungstext OGH 19.12.2013 1 Ob 221/13a
    Auch; Beis wie T1; Beis wie T3
  • 5 Ob 118/13h
    Entscheidungstext OGH 25.07.2014 5 Ob 118/13h
    Auch
  • 5 Ob 157/14w
    Entscheidungstext OGH 23.10.2014 5 Ob 157/14w
    Auch; Beis wie T3
  • 10 ObS 98/14f
    Entscheidungstext OGH 25.11.2014 10 ObS 98/14f
    Beis ähnlich wie T1
  • 1 Ob 212/14d
    Entscheidungstext OGH 27.11.2014 1 Ob 212/14d
    Auch; Beis wie T3
  • 8 ObA 78/14z
    Entscheidungstext OGH 19.12.2014 8 ObA 78/14z
    Auch; Beis wie T3
  • 1 Ob 199/14t
    Entscheidungstext OGH 23.12.2014 1 Ob 199/14t
    Vgl auch; Beis wie T5
  • 7 Ob 153/14x
    Entscheidungstext OGH 10.12.2014 7 Ob 153/14x
    Beis wie T3
  • 9 ObA 159/14v
    Entscheidungstext OGH 20.03.2015 9 ObA 159/14v
    Auch
  • 1 Ob 43/15b
    Entscheidungstext OGH 21.05.2015 1 Ob 43/15b
    Auch
  • 1 Ob 79/15x
    Entscheidungstext OGH 08.07.2015 1 Ob 79/15x
    Auch; Beis wie T3; Beisatz: Hier: Lichtbilder. (T6)
  • 4 Ob 235/14h
    Entscheidungstext OGH 11.08.2015 4 Ob 235/14h
    Vgl; Beis wie T2; Beis wie T3
  • 2 Ob 237/14p
    Entscheidungstext OGH 06.08.2015 2 Ob 237/14p
    Auch; Beis wie T1; Beis wie T3
  • 4 Ob 107/15m
    Entscheidungstext OGH 11.08.2015 4 Ob 107/15m
    Vgl; Beis wie T2
  • 6 Ob 11/16k
    Entscheidungstext OGH 23.02.2016 6 Ob 11/16k
  • 3 Ob 17/16w
    Entscheidungstext OGH 18.05.2016 3 Ob 17/16w
    Auch
  • 9 ObA 43/16p
    Entscheidungstext OGH 21.04.2016 9 ObA 43/16p
    Auch
  • 3 Ob 90/16f
    Entscheidungstext OGH 14.06.2016 3 Ob 90/16f
    Auch; Beis wie T3
  • 2 Ob 116/16x
    Entscheidungstext OGH 05.08.2016 2 Ob 116/16x
    Auch; Veröff: SZ 2016/74
  • 2 Ob 202/15t
    Entscheidungstext OGH 31.08.2016 2 Ob 202/15t
    Auch; Beis wie T3
  • 1 Ob 21/16v
    Entscheidungstext OGH 27.09.2016 1 Ob 21/16v
    Auch; Beis wie T3
  • 1 Ob 193/16p
    Entscheidungstext OGH 19.10.2016 1 Ob 193/16p
    Beis wie T1; Beis wie T3
  • 2 Ob 124/16y
    Entscheidungstext OGH 27.10.2016 2 Ob 124/16y
    Vgl; Beis wie T2; Beis wie T5; Beisatz: Hier: Ergänzung der Beschreibung des Unfallsortes anhand von aktenkundigen Lichtbildern im Strafakt, auf dessen Inhalt sich die Parteien beriefen. (T7)
  • 3 Ob 131/16k
    Entscheidungstext OGH 23.11.2016 3 Ob 131/16k
    Auch; Beis wie T3
  • 6 Ob 157/16f
    Entscheidungstext OGH 29.11.2016 6 Ob 157/16f
    Vgl; Beis wie T3
  • 3 Ob 141/16f
    Entscheidungstext OGH 26.01.2017 3 Ob 141/16f
    Vgl; Beis wie T3
  • 9 ObA 9/17i
    Entscheidungstext OGH 28.02.2017 9 ObA 9/17i
    Auch
  • 2 Ob 48/16x
    Entscheidungstext OGH 28.03.2017 2 Ob 48/16x
    Auch; Beis wie T3; Veröff: SZ 2017/37
  • 10 Ob 70/15i
    Entscheidungstext OGH 21.03.2017 10 Ob 70/15i
    Vgl auch; Beis wie T3
  • 3 Ob 83/17b
    Entscheidungstext OGH 07.06.2017 3 Ob 83/17b
    Auch; Beis wie T3
  • 2 Ob 91/16w
    Entscheidungstext OGH 20.06.2017 2 Ob 91/16w
    Auch; Beis wie T3
  • 9 Ob 14/17z
    Entscheidungstext OGH 24.05.2017 9 Ob 14/17z
    Auch; Veröff: SZ 2017/62
  • 2 Ob 142/16w
    Entscheidungstext OGH 20.06.2017 2 Ob 142/16w
    Vgl auch; Beis wie T1 nur: Es ist prozessual unbedenklich, unstrittiges Parteivorbringen ohne weiteres der Entscheidung zugrunde zu legen (§§ 266 f ZPO). (T8)
    Beis wie T2; Beis wie T4; Beis wie T5; Beisatz: Hier: In erster Instanz auf Antrag beider Parteien verlesener Akt eines Vorprozesses. (T9); Veröff: SZ 2017/70
  • 7 Ob 80/17s
    Entscheidungstext OGH 18.10.2017 7 Ob 80/17s
    Auch
  • 1 Ob 116/17s
    Entscheidungstext OGH 15.11.2017 1 Ob 116/17s
    Auch; Beis wie T3; Beis wie T5;
  • 9 ObA 37/17g
    Entscheidungstext OGH 30.10.2017 9 ObA 37/17g
    Auch
  • 7 Ob 191/17i
    Entscheidungstext OGH 29.11.2017 7 Ob 191/17i
    Auch; Beis wie T4; Beis wie T9
  • 4 Ob 231/17z
    Entscheidungstext OGH 21.12.2017 4 Ob 231/17z
    Auch
  • 1 Ob 215/17z
    Entscheidungstext OGH 30.01.2018 1 Ob 215/17z
    Auch; Beis wie T2; Beis wie T4
  • 9 Ob 83/17x
    Entscheidungstext OGH 27.02.2018 9 Ob 83/17x
    Auch
  • 8 Ob 131/17y
    Entscheidungstext OGH 26.01.2018 8 Ob 131/17y
    Beis wie T3
  • 4 Ob 25/18g
    Entscheidungstext OGH 22.03.2018 4 Ob 25/18g
    Auch; Beis wie T5
  • 9 Ob 8/18v
    Entscheidungstext OGH 25.04.2018 9 Ob 8/18v
    Auch; Beis wie T3
  • 10 Ob 14/18h
    Entscheidungstext OGH 14.03.2018 10 Ob 14/18h
  • 9 ObA 35/18i
    Entscheidungstext OGH 25.04.2018 9 ObA 35/18i
  • 2 Ob 164/17g
    Entscheidungstext OGH 22.03.2018 2 Ob 164/17g
    Auch; Beis wie T2; Beis wie T4; Beis wie T6; Veröff: SZ 2018/25
  • 6 Ob 133/18d
    Entscheidungstext OGH 25.10.2018 6 Ob 133/18d
    Vgl; Beis wie T2; Beis wie T3
  • 4 Ob 170/18f
    Entscheidungstext OGH 29.01.2019 4 Ob 170/18f
    Beis wie T3

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2006:RS0121557

Im RIS seit

09.12.2006

Zuletzt aktualisiert am

30.12.2019

Dokumentnummer

JJR_20061109_OGH0002_0060OB00246_06D0000_001

Entscheidungstext 3Ob17/16w

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Fundstelle

ecolex 2016/330 S 770 - ecolex 2016,770 = ZFR 2017/77 S 140 - ZFR 2017,140

Geschäftszahl

3Ob17/16w

Entscheidungsdatum

18.05.2016

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat als Revisionsgericht durch den Senatspräsidenten Dr. Hoch als Vorsitzenden sowie die Vizepräsidentin Dr. Lovrek, die Hofräte Dr. Jensik und Dr. Roch und die Hofrätin Dr. Kodek als weitere Richter in der Rechtssache der klagenden Partei J*****, vertreten durch Dr. Wolfgang Hochsteger ua, Rechtsanwälte in Hallein, gegen die beklagten Parteien 1. A*****, und 2. M*****, beide vertreten durch Dr. Peter Hauser, Rechtsanwalt in Salzburg, wegen 15.611,64 EUR sA, über die Revision der beklagten Parteien gegen das Urteil des Oberlandesgerichts Linz als Berufungsgericht vom 2. November 2015, GZ 6 R 172/15d-31, mit dem das Urteil des Landesgerichts Salzburg vom 4. August 2015, GZ 9 Cg 24/14a-27, bestätigt wurde, zu Recht erkannt:

Spruch

Der Revision wird nicht Folge gegeben.

Die beklagten Parteien sind je zur Hälfte schuldig, der klagenden Partei die mit 1.203,44 EUR bestimmten Kosten des Revisionsverfahrens (darin enthalten 200,57 EUR an USt) binnen 14 Tagen zu bezahlen.

Text

Entscheidungsgründe:

Der Vater der Erst- und des Zweitbeklagten (in Hinkunft: Bausparer) verstarb am 2. April 2013. Im Zeitpunkt seines Ablebens bestand bei einer Bausparkasse ein auf seinen Namen lautender, vom Kläger vermittelter Bausparvertrag mit einem Bausparguthaben von 20.170,74 EUR. Aufgrund der von der Erst- und vom Zweitbeklagten jeweils aufgrund des Gesetzes und jeweils zur Hälfte des Nachlasses abgegebenen bedingten Erbantrittserklärungen wurde ihnen mit Beschluss vom 23. September 2013 der Nachlass nach dem Erblasser im Betrag von 15.611,64 EUR je zur Hälfte eingeantwortet.

Der Bausparvertrag mit einer sechsjährigen Mindestbindung bis 30. März 2013 wurde mit einem Guthaben von 610,48 EUR, das aus einer Umbuchung von einem Vorgängerbausparvertrag stammte, begonnen; weitere Einzahlungen leistete der Bausparer nicht. Die weiteren Einzahlungen vom (richtig) 22. Dezember 2009, vom 9. Mai 2011 und vom 12. November 2012 von je 1.200 EUR wurden vom Kläger geleistet, der sich aufgrund einer mit dem Bausparer getroffenen Abtretungsvereinbarung vom 2. Dezember 2009, Beilage ./A, als über den Bausparvertrag verfügungsberechtigt erachtete. Darin ist festgehalten, dass der Bausparer den Bausparvertrag an den Kläger übergibt, während der gesamten Laufzeit auf sämtliche Rechte und Pflichten verzichtet und vom Kläger 500 EUR erhalten hat.

Der Kläger empfahl einer Bekannten (in Hinkunft: Anlegerin), Geld in der Form anzulegen, dass sie ebenfalls einen Betrag auf den Bausparvertrag des Bausparers einbezahlt. Er teilte ihr mit, dass er ein guter Freund des Bausparers sei und über den Bausparvertrag alleine verfügen dürfe. Der Kläger und die Anlegerin kamen überein, dass sie 15.700 EUR auf den Bausparvertrag einzahlen werde und der Kläger an sie nach Ablauf der Bindungsfrist des Bausparvertrags 15.700 EUR zuzüglich der lukrierten Zinsen auszubezahlen habe. Die Anlegerin vertraute dem Kläger völlig und zahlte am 23. November 2012 15.700 EUR aus ihrem eigenen Vermögen auf den Bausparvertrag des Bausparers ein. Sie kannte weder den Bausparer noch die Beklagten. Der Kläger informierte die Anlegerin über den Tod des Bausparers und darüber, dass der Nachlass den Beklagten eingeantwortet worden sei. Sie erklärte, ihr Geld wieder haben zu wollen. Die Anlegerin machte gegen die Beklagten zu keiner Zeit Forderungen in direktem Weg geltend.

Während des vorliegenden Verfahrens unterzeichneten die Anlegerin und der Kläger eine Zessionsvereinbarung mit folgendem Inhalt:

„ I. [Die Anlegerin] hat [dem Kläger] einen Betrag von 15.700 EUR zur Veranlagung auf dem Bausparvertrag [des Bausparers] zur Verfügung gestellt.

II. Zur Geltendmachung dieses Betrages gegenüber den Erben nach dem [Bausparer] tritt nunmehr [die Anlegerin] diese Forderung im Betrag von 15.700 EUR sA vorsorglich [dem Kläger] zum Inkasso ab und berechtigt [den Kläger], diese Forderung auch klagsweise geltend zu machen.

[Der Kläger] nimmt diese Abtretung rechtsverbindlich an.

Der Inhalt der Zessionsvereinbarung entspricht dem tatsächlichen Willen des Klägers und der Anlegerin.

Der Kläger begehrt nach Einschränkung (wegen der betragsbeschränkten Haftung der Beklagten nach § 802 ABGB) von ihnen die Zahlung von jeweils 7.805,82 EUR sA. Der Bausparer habe nach einer Einzahlung von 500 EUR den Bausparvertrag wieder auflösen wollen, worauf der Kläger, der schon einen Bausparvertrag auf seinen Namen abgeschlossen gehabt habe, mit ihm vereinbart habe, dass der Bausparvertrag gegen Zahlung von 500 EUR durch den Kläger mit sämtlichen Rechten und Pflichten auf den Kläger übergehe, obwohl der Vertrag weiterhin auf den Erblasser laute. Der einbezahlte Betrag von 500 EUR sei an diesen retourniert worden. Das Bausparguthaben von 20.171,09 EUR sei an die Beklagten als Erben des Bausparers überwiesen worden. Während der Kläger ursprünglich behauptete, er habe in der Folge 19.300 EUR (3 x 1.200 EUR und 1 x 15.700 EUR) auf den Bausparvertrag einbezahlt, weshalb das Bausparguthaben ihm und nicht den Erben zustehe, bestritt er später die Einzahlung von 15.700 EUR durch die Anlegerin nicht. Dennoch seien die Beklagten unabhängig davon, ob der Erblasser im Zeitpunkt der Abtretung des Bausparvertrags nicht geschäftsfähig gewesen sei, zu Lasten des Klägers bereichert, weil der Bausparer keine der Zahlungen geleistet habe. Der Kläger sei aufgrund seiner Vereinbarung mit dem Bausparer Inhaber und Verfügungsberechtigter des Bausparvertrags, sodass es unerheblich sei, wer eingezahlt habe. Die Anlegerin habe einen ihr allenfalls gegenüber den Beklagten zustehenden Anspruch vorsorglich an den Kläger abgetreten. Zwischen den beiden sei vereinbart, dass sie im Fall des Obsiegens des Klägers ihr einbezahltes Kapital erhalten solle. Der Kläger sei daher berechtigt, den gesamten Klagebetrag im eigenen Namen geltend zu machen.

Die Beklagten wendeten ein, der Bausparer habe seit dem Jahr 2008 an Demenz gelitten und sei deshalb im Zeitpunkt des Geschäfts geschäftsunfähig gewesen. Die Unterschrift auf der Beilage ./A stamme nicht vom Erblasser. Eine Vertragsübertragung in dieser Form sei gar nicht möglich und zulässig, auch habe eine Übergabe des Bausparvertrags nie stattgefunden. Zur Einzahlung von 15.700 EUR durch die Anlegerin fehle es dem Kläger an der Aktivlegitimation. Die Abtretung der Forderung der Anlegerin an den Kläger sei offensichtlich nicht ernst gemeint und daher unwirksam.

Das Erstgericht gab der Klage aufgrund des eingangs wiedergegebenen Sachverhalts statt. Für die Einzahlung der Anlegerin habe gegenüber dem Bausparer kein Rechtsgrund bestanden, sodass sie nach § 1431 ABGB kondizieren könne. Dem stehe § 1432 ABGB nicht entgegen, weil die Einzahlerin sich über den Umstand der Zahlung einer Nichtschuld nicht bewusst gewesen sei. Vielmehr sei sie der Meinung gewesen, aufgrund einer Vereinbarung mit dem Kläger an diesen als über das Bausparguthaben allein Verfügungsberechtigten zum Zweck der Veranlagung zu zahlen. Von einer Zahlung an den Bausparer oder seine Rechtsnachfolger sei sie in keiner Weise ausgegangen, sodass sie insofern im Zeitpunkt der Leistung einem Irrtum unterlegen sei.

Das Berufungsgericht gab der allein wegen unrichtiger rechtlicher Beurteilung erhobenen Berufung der Beklagten nicht Folge. Es verneinte eine Kondiktion der Anlegerin nach § 1431 ABGB, weil § 1432 ABGB eine solche ausschließe. Die Anlegerin habe nach den Feststellungen nicht denken können, dem Bausparer oder der Bausparkasse 15.700 EUR schuldig zu sein. Es liege aber ein Anwendungsfall der condictio causa data, causa non secuta analog § 1435 ABGB vor. Dass der Erblasser oder seine Erben irgendetwas zum Bausparguthaben beigetragen hätten, werde von den Berufungswerbern nicht mehr behauptet. Damit fehle es an einem Rechtsgrund dafür, dass die Beklagten das ihnen zugekommene Geld der Anlegerin behalten könnten. Die ordentliche Revision sei zulässig, weil höchstgerichtliche Rechtsprechung zur Kondiktion einer Einzahlung auf ein fremdes Bausparkonto nicht habe aufgefunden werden können.

Dagegen richtet sich die ordentliche Revision der Beklagten mit dem Antrag auf Abänderung im klageabweisenden Sinn; hilfsweise wird ein Aufhebungsantrag gestellt.

Die Kondiktion nach § 1435 ABGB könnte nur dann zur Anwendung kommen, wenn die Anlegerin mit dem Bausparer eine Vereinbarung geschlossen und deshalb gezahlt hätte, dieser Rechtsgrund jedoch später weggefallen wäre. Dem Bausparer sei auch der Zweck der Leistung nicht erkennbar gewesen. Empfänger der Leistung sei aufgrund der Vereinbarung mit der Anlegerin der Kläger gewesen, der sich auch zur Rückzahlung verpflichtet habe. Eine Schuld gegenüber dem Bausparer habe die Anlegerin keinesfalls annehmen können. Sie hätte sich daher an den Kläger halten müssen. Weil die Einholung des in erster Instanz von den Beklagten beantragten Gutachtens eines graphologischen Sachverständigen zur Unterschrift des Bausparers unterblieben sei, sei das Beweisverfahren zur Feststellung der Vereinbarung zwischen dem Kläger und dem Bausparer aufgrund unrichtiger Rechtsansicht mangelhaft geblieben und keine Feststellung zum Inhalt der Vereinbarung getroffen worden. Es sei unerheblich, ob die Beklagten einen Rechtsgrund für das Behalten des Bausparguthabens hätten, weil der Kläger nicht aktiv legitimiert sei, das Geld der Anlegerin zurückzufordern.

Der Kläger macht in der Revisionsbeantwortung die Unzulässigkeit der Revision der Beklagten geltend und tritt deren Argumenten im Übrigen entgegen.

Die Revision ist zur Klarstellung der Rechtslage zulässig, im Ergebnis jedoch nicht berechtigt.

Rechtliche Beurteilung

1. Vorweg ist festzuhalten:

1.1. Das Erstgericht traf unter Verweis auf die Urkunde Beilage ./A die Feststellung, dass der Kläger und der Bausparer am 2. Dezember 2009 zum Bausparvertrag eine Abtretungsvereinbarung schlossen. Diese Feststellung wurde in der Berufung der Beklagten weder mit einer Beweisrüge (mit dem Ziel, der Bausparer habe die schriftliche Vereinbarung Beilage ./A nicht unterfertigt und auch nicht mündlich zugestimmt) noch mit einer Mängelrüge (wegen der unterbliebenen Einholung des beantragten Gutachtens eines graphologischen Sachverständigen) bekämpft. Diese Feststellung ist somit auch für den Obersten Gerichtshof bindend.

Die Berufung der Beklagten kam auch in anderer Weise auf die in erster Instanz noch erhobenen Einreden, der Bausparer habe die Vereinbarung Beilage ./A nicht unterfertigt und sei im Dezember 2009 nicht mehr geschäftsfähig gewesen, nicht mehr zurück. Diese Einwände ließen die Beklagten daher schon in der zweiten Instanz fallen, weshalb die Echtheit der Unterschrift des Bausparers auf der Vereinbarung Beilage ./A ebenso unstrittig ist, wie dessen damalige Geschäftsfähigkeit, sodass der Oberste Gerichtshof darauf nicht weiter einzugehen hat (RIS-Justiz RS0043338 [T17]).

Im Revisionsverfahren ist es daher zulässig, den Inhalt der in den Feststellungen des Erstgerichts - wenn auch ohne wörtliche Wiedergabe - enthaltenen Urkunde Beilage ./A in der rechtlichen Beurteilung zu berücksichtigen (RIS-Justiz RS0121557). Schon deshalb liegt zum Inhalt der vom Kläger mit dem Bausparer getroffenen Vereinbarung, der bereits im eingangs dargestellten Sachverhalt wiedergegeben wurde, kein sekundärer Feststellungsmangel vor.

1.2. Den Beklagten ist es verwehrt, eine in zweiter Instanz unterlassene Mängelrüge in dritter Instanz nachzuholen (RIS-Justiz RS0074223 [T5]), sodass sich eine Auseinandersetzung mit der erstmals in der Revision gerügten unterlassenen Einholung eines Gutachtens eines graphologischen Sachverständigen erübrigt.

2. Der Kläger stützt seinen eigenen Zahlungsanspruch sowohl auf die mit dem Bausparer am 2. Dezember 2009 abgeschlossene Vereinbarung, die ihn zum über den Bausparvertrag Verfügungsberechtigten gemacht habe, als auch auf Bereicherung.

3. Die Frage, ob die Anlegerin einen Bereicherungsanspruch gegenüber den Beklagten hat, braucht nicht beantwortet zu werden, weil sich ein vertraglicher Anspruch des Klägers aus folgenden Gründen ergibt:

3.1. Ungeachtet der im Außenverhältnis nicht wirksam gewordenen Übertragung des Bausparvertrags vom Bausparer auf den Kläger wurde - mit der von beiden Seiten beabsichtigten „Ausnützung“ des bestehenden Bausparvertrags durch den Kläger und dem Verzicht des Bausparers auf alle Rechte - im Innenverhältnis die Vereinbarung getroffen, das durch (nicht vom Bausparer stammende) Einzahlungen erzielte, durch Zinsen und Bausparprämien erhöhte Guthaben am Bausparkonto des Bausparers sollte künftig (nach Ablauf der Mindestvertragsbindung) allein dem Kläger zustehen und zukommen. Diese beinhaltete auch, dass der Bausparer das Guthaben herauszugeben hatte, sollte es an ihn (als Verfügungsberechtigter) ausgezahlt werden. Die dazu getroffene, inter partes bindende vertragliche Regelung müssen auch die Beklagten als Gesamtrechtsnachfolger des Bausparers gegen sich gelten lassen.

3.2. Daher stellt die Vereinbarung vom 2. Dezember 2009, auf die der Kläger seine Klageforderung auch stützte, einen tauglichen Rechtstitel für den eingeklagten Anspruch dar. Hatte der Kläger Anspruch auf das im Lauf der Zeit angesparte Bausparguthaben, dann kommt es nicht darauf an, ob die Einzahlungen auf das Bausparkonto durch ihn selbst oder in seinem Einvernehmen durch einen Dritten geleistet wurden. Das damit zustande gekommene Guthaben steht nach dem Vertrag zwischen Kläger und Bausparer jedenfalls dem Kläger zu.

3.3. Auch einer Prüfung bereicherungsrechtlicher Ansprüche des Klägers bedarf es also nicht.

4. Dem Klagebegehren von (zusammen) 15.611,64 EUR sA haben die Vorinstanzen somit im Ergebnis zu Recht stattgegeben, weshalb der Revision kein Erfolg beschieden sein kann.

Die Kostenentscheidung beruht auf §§ 41, 46 Abs 1 und 50 ZPO.

Textnummer

E114712

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2016:0030OB00017.16W.0518.000

Im RIS seit

07.06.2016

Zuletzt aktualisiert am

09.05.2017

Dokumentnummer

JJT_20160518_OGH0002_0030OB00017_16W0000_000