Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Rechtssatz für 4Ob538/82 6Ob689/83 1Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0043259

Geschäftszahl

4Ob538/82; 6Ob689/83; 1Ob561/92; 7Ob612/93; 4Ob574/94; 1Ob545/95; 1Ob574/95; 1Ob40/95; 9Ob17/97h; 6Ob254/98s; 7Ob179/99w; 8ObA87/99y; 5Ob15/00t; 4Ob71/01x; 3Ob96/01s; 9ObA1/03t; 8ObA111/04p; 7Ob304/04p; 6Ob18/06z; 4Ob151/07w; 7Ob159/07v; 6Ob289/07d; 1Ob245/08y; 17Ob28/09f; 4Ob19/10p; 5Ob264/09y; 5Ob165/10s; 7Ob254/10v; 2Ob167/10p; 6Ob77/11h; 2Ob180/12b; 8ObA26/13a; 3Ob167/13z; 9ObA171/13g; 6Ob22/15a; 5Ob265/15d; 3Ob5/16f; 10Ob33/16z; 9ObA56/16z; 8Ob26/17g; 8ObA76/16h; 9Ob50/17v; 8ObS10/17d; 4Ob42/18g; 7Ob86/18z; 1Ob177/19i; 3Ob215/19t; 2Ob122/20k

Entscheidungsdatum

18.05.1982

Norm

ZPO §411 Aa
ZPO §411 Ba
AußStrG 2005 §39
AußStrG 2005 §43 Abs1

Rechtssatz

Das Ausmaß der Bindungswirkung wird zwar nur durch den Urteilsspruch bestimmt, doch sind die Entscheidungsgründe zur Auslegung und Individualisierung des rechtskräftigen Anspruches heranzuziehen. Dies gilt insbesondere, wenn der Umfang der Rechtskraftwirkung des abweisenden Urteiles festgestellt werden soll.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 538/82
    Entscheidungstext OGH 18.05.1982 4 Ob 538/82
    Veröff: SZ 55/74
  • 6 Ob 689/83
    Entscheidungstext OGH 16.06.1983 6 Ob 689/83
    Vgl auch
  • 1 Ob 561/92
    Entscheidungstext OGH 14.07.1992 1 Ob 561/92
  • 7 Ob 612/93
    Entscheidungstext OGH 25.05.1994 7 Ob 612/93
  • 4 Ob 574/94
    Entscheidungstext OGH 07.03.1995 4 Ob 574/94
  • 1 Ob 545/95
    Entscheidungstext OGH 29.05.1995 1 Ob 545/95
    nur: Das Ausmaß der Bindungswirkung wird zwar nur durch den Urteilsspruch bestimmt, doch sind die Entscheidungsgründe zur Auslegung und Individualisierung des rechtskräftigen Anspruches heranzuziehen. (T1)
    Veröff: SZ 68/103
  • 1 Ob 574/95
    Entscheidungstext OGH 17.10.1995 1 Ob 574/95
  • 1 Ob 40/95
    Entscheidungstext OGH 22.11.1995 1 Ob 40/95
  • 9 Ob 17/97h
    Entscheidungstext OGH 14.05.1997 9 Ob 17/97h
  • 6 Ob 254/98s
    Entscheidungstext OGH 26.11.1998 6 Ob 254/98s
  • 7 Ob 179/99w
    Entscheidungstext OGH 14.07.1999 7 Ob 179/99w
  • 8 ObA 87/99y
    Entscheidungstext OGH 26.08.1999 8 ObA 87/99y
    Vgl auch; Beisatz: Trotz Abweisung des gegen die Kündigung gerichteten Anfechtungsbegehrens ist der Beklagte, der diesem Begehren nicht mit dem Einwand entgegengetreten ist, eine Kündigung des Arbeitsverhältnisses sei nicht erfolgt, wegen der Bindungswirkung für allfällige Folgeprozesse durch die das Vorliegen einer Kündigung verneinende Begründung beschwert. (T2)
  • 5 Ob 15/00t
    Entscheidungstext OGH 25.01.2000 5 Ob 15/00t
    Auch; nur T1
  • 4 Ob 71/01x
    Entscheidungstext OGH 24.04.2001 4 Ob 71/01x
    Auch; nur T1
  • 3 Ob 96/01s
    Entscheidungstext OGH 19.09.2001 3 Ob 96/01s
    Auch
  • 9 ObA 1/03t
    Entscheidungstext OGH 21.05.2003 9 ObA 1/03t
    Auch; nur T1; Beisatz: Da Gegenstand des Vorprozesses die Frage war, ob die Kündigungen aus einem verpönten Motiv erfolgten, kommt daher den Tatsachenfeststellungen über die der Kündigung zugrunde liegenden Beweggründe der Beklagten bindende Wirkung zu, wobei sich diese Bindung wegen des untrennbaren Zusammenhangs nicht nur auf die Feststellungen über das Bestehen eines verpönten Motivs sondern auch auf jene über das Nichtbestehen des von der Beklagten behaupteten Motivs beziehen muss. (T3)
  • 8 ObA 111/04p
    Entscheidungstext OGH 25.11.2004 8 ObA 111/04p
  • 7 Ob 304/04p
    Entscheidungstext OGH 22.12.2004 7 Ob 304/04p
    Vgl auch
  • 6 Ob 18/06z
    Entscheidungstext OGH 06.04.2006 6 Ob 18/06z
    Auch; nur T1; Veröff: SZ 2006/57
  • 4 Ob 151/07w
    Entscheidungstext OGH 02.10.2007 4 Ob 151/07w
  • 7 Ob 159/07v
    Entscheidungstext OGH 28.11.2007 7 Ob 159/07v
    Auch; nur T1; Beisatz: Die materielle Rechtskraft erstreckt sich damit auf die Tatsachenfeststellungen jedenfalls soweit, als diese zur Individualisierung des Spruchs notwendig sind. (T4)
    Beisatz: Hier: Da ein Rückgriffsanspruch einer Partei gegen den Nebenintervenienten nur in Frage kommt, wenn die Partei im Vorprozess verliert, ist die Bindungswirkung nur in diesem Fall relevant und auf die Tatsachenfeststellungen im Urteil des Vorprozesses beschränkt, die die Rechtsposition des Nebenintervenienten belasten. (T5)
    Veröff: SZ 2007/187
  • 6 Ob 289/07d
    Entscheidungstext OGH 17.12.2008 6 Ob 289/07d
    nur T1
  • 1 Ob 245/08y
    Entscheidungstext OGH 30.06.2009 1 Ob 245/08y
    Auch
  • 17 Ob 28/09f
    Entscheidungstext OGH 16.12.2009 17 Ob 28/09f
    Auch; nur T1
  • 4 Ob 19/10p
    Entscheidungstext OGH 11.03.2010 4 Ob 19/10p
    Auch
  • 5 Ob 264/09y
    Entscheidungstext OGH 22.06.2010 5 Ob 264/09y
    Auch
  • 5 Ob 165/10s
    Entscheidungstext OGH 20.12.2010 5 Ob 165/10s
    Auch; Bem: Hier: Wohnrechtliches Außerstreitverfahren. (T6)
  • 7 Ob 254/10v
    Entscheidungstext OGH 16.02.2011 7 Ob 254/10v
  • 2 Ob 167/10p
    Entscheidungstext OGH 17.02.2011 2 Ob 167/10p
    Auch
  • 6 Ob 77/11h
    Entscheidungstext OGH 18.07.2011 6 Ob 77/11h
    nur T1
  • 2 Ob 180/12b
    Entscheidungstext OGH 21.02.2013 2 Ob 180/12b
    Auch
  • 8 ObA 26/13a
    Entscheidungstext OGH 28.05.2013 8 ObA 26/13a
    Auch
  • 3 Ob 167/13z
    Entscheidungstext OGH 29.10.2013 3 Ob 167/13z
  • 9 ObA 171/13g
    Entscheidungstext OGH 26.02.2014 9 ObA 171/13g
    Auch
  • 6 Ob 22/15a
    Entscheidungstext OGH 27.04.2015 6 Ob 22/15a
    Auch
  • 5 Ob 265/15d
    Entscheidungstext OGH 20.04.2016 5 Ob 265/15d
    Auch; Beis wie T6
  • 3 Ob 5/16f
    Entscheidungstext OGH 18.05.2016 3 Ob 5/16f
    Auch; nur T1; Beis wie T4
  • 10 Ob 33/16z
    Entscheidungstext OGH 28.06.2016 10 Ob 33/16z
  • 9 ObA 56/16z
    Entscheidungstext OGH 28.02.2017 9 ObA 56/16z
  • 8 Ob 26/17g
    Entscheidungstext OGH 28.03.2017 8 Ob 26/17g
    Auch; nur T1
  • 8 ObA 76/16h
    Entscheidungstext OGH 28.09.2017 8 ObA 76/16h
    Veröff: SZ 2017/10
  • 9 Ob 50/17v
    Entscheidungstext OGH 30.10.2017 9 Ob 50/17v
  • 8 ObS 10/17d
    Entscheidungstext OGH 29.11.2017 8 ObS 10/17d
  • 4 Ob 42/18g
    Entscheidungstext OGH 22.03.2018 4 Ob 42/18g
    Auch; Beis wie T4
  • 7 Ob 86/18z
    Entscheidungstext OGH 24.05.2018 7 Ob 86/18z
  • 1 Ob 177/19i
    Entscheidungstext OGH 16.12.2019 1 Ob 177/19i
    nur T1; Beisatz: Hier: Feststellung der Ersatzpflicht für künftige Schäden aus einer unrichtigen Aufklärung eines Gerichtskommissärs. (T7)
  • 3 Ob 215/19t
    Entscheidungstext OGH 26.02.2020 3 Ob 215/19t
  • 2 Ob 122/20k
    Entscheidungstext OGH 18.12.2020 2 Ob 122/20k
    Vgl; Beisatz: Hier: Verfahren über das Erbrecht. (T8)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1982:RS0043259

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

22.02.2021

Dokumentnummer

JJR_19820518_OGH0002_0040OB00538_8200000_002

Entscheidungstext 5Ob265/15d

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Fundstelle

immolex 2016/68 S 254 - immolex 2016,254

Geschäftszahl

5Ob265/15d

Entscheidungsdatum

20.04.2016

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat durch den Senatspräsidenten Dr. Hradil als Vorsitzenden sowie den Hofrat Dr. Höllwerth, die Hofrätin Dr. Grohmann und die Hofräte Mag. Wurzer und Mag. Painsi als weitere Richter in den verbundenen wohnrechtlichen Außerstreitsachen der Antragsteller 1. G***** D*****, vertreten durch Mag. Margit Sagel, Rechtsanwältin in Wien, 2. S***** E*****, vertreten durch Dr. Sebastian Lenz, Rechtsanwalt in Wien, 3. R***** R*****, 4. Ing. K***** J*****, vertreten durch Mag. Hans Sandrini, dieser vertreten durch Mag. Alexandra Rezaei, beide Mietervereinigung Österreichs, 1010 Wien, Reichsrats-
straße 15, 5. I***** I*****, 6. J***** G*****, 7. D***** G*****, 6.- und 7.-Antragsteller vertreten durch Mag. Margit Sagel, Rechtsanwältin in Wien, gegen den Antragsgegner Dr. T***** F*****, vertreten durch Mag. Nicole Neugebauer-Herl, Rechtsanwältin in Wien, wegen § 37 Abs 1 Z 2 iVm §§ 3 und 6 MRG, über den außerordentlichen Revisionsrekurs des Antragsgegners gegen den Sachbeschluss des Landesgerichts für Zivilrechtssachen Wien als Rekursgericht vom 21. Oktober 2015, GZ 40 R 224/15k-53, den

Beschluss

gefasst:

Spruch

Der außerordentliche Revisionsrekurs wird mangels der Voraussetzungen des § 37 Abs 3 Z 16 MRG iVm § 62 Abs 1 AußStrG zurückgewiesen (§ 71 Abs 3 AußStrG).

Begründung:

Rechtliche Beurteilung

1. Der in Rechtskraft erwachsene Auftrag zur Durchführung von Erhaltungs- oder Verbesserungsarbeiten nach § 6 Abs 1 MRG ist gemäß § 6 Abs 2 MRG ein Exekutionstitel, der nach fruchtlosem Ablauf der zur Vornahme der Arbeiten bestimmten Frist jeden Mieter des Hauses und die Gemeinde im eigenen Wirkungsbereich als betreibende Partei zum Antrag berechtigt, zum Zweck der Durchführung der aufgetragenen Arbeiten, der Aufnahme und Tilgung des erforderlichen Kapitals und der ordnungsgemäßen Erhaltung und Verwaltung des Hauses bis zur Tilgung des Kapitals für das Haus einen Verwalter zu bestellen (5 Ob 60/15g).

2. Der Auftrag muss - analog § 7 Abs 1 EO - die Art und den Umfang der Erhaltungsarbeit so bestimmt umschreiben, dass er Grundlage für eine Vollstreckung nach § 6 Abs 2 MRG sein kann. Welche Anforderungen an die Bestimmtheit eines Auftrags zu stellen sind, hängt dabei von den Besonderheiten der materiellen Rechtslage und den Umständen des Einzelfalls ab. Diese Frage bildet daher regelmäßig keine erhebliche Rechtsfrage iSd § 62 Abs 1 AußStrG.

3. Eine grobe Fehlbeurteilung, die ausnahmsweise eine Überprüfung durch den Obersten Gerichtshof gebieten würde, liegt nicht vor. Zur Auslegung, Individualisierung und Beurteilung der Tragweite des Spruchs der Entscheidung können die Entscheidungsgründe herangezogen werden (vgl RIS-Justiz RS0000234; RS0000300; RS0041165; RS0041285 [T1]; RS0041454 [T4]; RS0043259, insb für das wohnrechtliche Außerstreitverfahren 5 Ob 165/10s). Das Erstgericht hat hier detaillierte Feststellungen zu den relevanten Mängeln der Aufzugsanlage und deren Behebung getroffen und in seiner rechtlichen Beurteilung auch darauf hingewiesen, unter welchen Voraussetzungen (wirtschaftliche Unvertretbarkeit) anstelle der Erhaltung der bestehenden Anlage eine vergleichbare neue Anlage errichtet werden kann. Die Auffassung des Rekursgerichts, dass damit die aufgetragene Erhaltungsarbeit ausreichend klar sei, ist daher zumindest vertretbar.

Textnummer

E114614

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2016:0050OB00265.15D.0420.000

Im RIS seit

28.05.2016

Zuletzt aktualisiert am

02.11.2016

Dokumentnummer

JJT_20160420_OGH0002_0050OB00265_15D0000_000