Rechtssatz für 7Ob169/15a

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0130551

Geschäftszahl

7Ob169/15a

Entscheidungsdatum

19.11.2015

Norm

OÖ KAG 1997 §10 Abs9 Z1
KAKuG §6 Abs7
UbG §2
  1. KAKuG § 6 heute
  2. KAKuG § 6 gültig ab 16.01.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 13/2019
  3. KAKuG § 6 gültig von 24.02.2016 bis 15.01.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 3/2016
  4. KAKuG § 6 gültig von 14.12.2012 bis 23.02.2016 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 108/2012
  5. KAKuG § 6 gültig von 30.12.2011 bis 13.12.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 147/2011
  6. KAKuG § 6 gültig von 29.12.2007 bis 29.12.2011 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 101/2007
  7. KAKuG § 6 gültig von 27.07.2006 bis 28.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 122/2006
  8. KAKuG § 6 gültig von 30.04.2004 bis 26.07.2006 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 35/2004
  9. KAKuG § 6 gültig von 09.08.2000 bis 29.04.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 80/2000
  10. KAKuG § 6 gültig von 31.12.1996 bis 08.08.2000 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 751/1996
  1. UbG § 2 heute
  2. UbG § 2 gültig ab 01.07.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 147/2022
  3. UbG § 2 gültig von 01.07.2010 bis 30.06.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 18/2010
  4. UbG § 2 gültig von 01.01.1991 bis 30.06.2010

Rechtssatz

Eine interdisziplinäre Demenzstation (Betriebsform gemäß Paragraph 10, Absatz 9, Ziffer eins, OÖ KAG 1997 in der Fassung OÖ KAG-Nov 2012, LGBl 2012/70) ist ausgehend von der versorgten Patientengruppe ([delirante] Demenzkranke), der Eigenart dieser Krankheit als (auch und maßgeblich) psychiatrische Erkrankung sowie der dementsprechenden fachlichen medizinischen Tätigkeit und Qualifikation des Personals (mitbeteiligte psychiatrische Abteilung, Pflegeleiterin mit psychiatrischem Diplom) und  im Einklang mit dem dokumentierten eigenen Behandlungskonzept des Klinikums insgesamt als psychiatrische Abteilung iSd Paragraph 2, UbG zu qualifizieren.

Entscheidungstexte

  • 7 Ob 169/15a
    Entscheidungstext OGH 19.11.2015 7 Ob 169/15a

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2015:RS0130551

Im RIS seit

19.02.2016

Zuletzt aktualisiert am

19.02.2016

Dokumentnummer

JJR_20151119_OGH0002_0070OB00169_15A0000_001

Rechtssatz für 7Ob169/15a

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0130552

Geschäftszahl

7Ob169/15a

Entscheidungsdatum

19.11.2015

Norm

UbG §20 Abs2
  1. UbG § 20 heute
  2. UbG § 20 gültig ab 01.07.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 147/2022
  3. UbG § 20 gültig von 01.07.2010 bis 30.06.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 18/2010
  4. UbG § 20 gültig von 01.01.1991 bis 30.06.2010

Rechtssatz

Der Abteilungsleiter kann sich bei der Rekursanmeldung vertreten lassen.

Entscheidungstexte

  • 7 Ob 169/15a
    Entscheidungstext OGH 19.11.2015 7 Ob 169/15a

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2015:RS0130552

Im RIS seit

19.02.2016

Zuletzt aktualisiert am

19.02.2016

Dokumentnummer

JJR_20151119_OGH0002_0070OB00169_15A0000_002

Rechtssatz für 5Ob50/75; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0044232

Geschäftszahl

5Ob50/75; 8Ob519/77; 5Ob632/80; 2Ob206/82; 5Ob4/85; 5Ob382/87 (5Ob383/87-5Ob388/87); 7Ob565/90; 1Ob8/94 (1Ob9/94); 1Ob621/94; 1Ob19/99x; 1Ob192/99p; 3Ob152/00z; 3Ob26/02y; 3Ob217/02m; 3Ob62/03v; 4Ob171/03f; 3Ob195/03b; 8Ob66/04w; 6Ob9/05z; 3Ob291/05y; 7Ob285/05w; 4Ob117/07w; 3Ob226/07t; 3Ob254/07k; 3Ob239/08f; 3Ob43/09h; 3Ob14/09v; 3Ob116/09v; 3Ob90/10x; 10ObS91/12y; 3Ob218/12y; 3Ob22/13a; 6Ob20/14f; 4Ob77/14y; 6Ob180/15m; 3Ob199/15h; 7Ob169/15a; 3Ob196/16v; 3Ob111/17w; 8Ob90/17v; 4Ob227/17m; 2Ob53/18k; 6Ob38/20m; 2Ob53/19m; 1Ob58/21t (1Ob65/21x); 1Ob57/21w (1Ob61/21h); 4Ob2/22f; 2Ob157/22k; 9ObA113/22s; 1Ob100/23x; 1Ob187/23s

Entscheidungsdatum

20.12.2023

Norm

ZPO §528 Abs1 Z1 C4
ZPO §528 Abs1 Z2 C4
  1. ZPO § 528 heute
  2. ZPO § 528 gültig ab 01.07.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 52/2009
  3. ZPO § 528 gültig von 01.01.2005 bis 30.06.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 112/2003
  4. ZPO § 528 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 98/2001
  5. ZPO § 528 gültig von 01.01.1998 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 140/1997
  6. ZPO § 528 gültig von 01.08.1989 bis 31.12.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 343/1989
  1. ZPO § 528 heute
  2. ZPO § 528 gültig ab 01.07.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 52/2009
  3. ZPO § 528 gültig von 01.01.2005 bis 30.06.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 112/2003
  4. ZPO § 528 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 98/2001
  5. ZPO § 528 gültig von 01.01.1998 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 140/1997
  6. ZPO § 528 gültig von 01.08.1989 bis 31.12.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 343/1989

Rechtssatz

Die Zurückweisung eines Rechtsmittels von der ersten oder zweiten Instanz kann zwar durch Rekurs an die nächst höhere Instanz angefochten werden, wenn eine sachliche Überprüfung der angefochtenen Entscheidung nicht stattgefunden hat. Nimmt das Gericht jedoch eine Sachprüfung vor, obgleich es zunächst seine Entscheidungsbefugnis verneint (zB wegen mangelnden Rechtsschutzbedürfnisses, wegen Unzulässigkeit, wegen Verspätung), so ist ein solcher Beschluss als Sachentscheidung anzusehen; der formale Teil ist dann unbeachtlich.

Entscheidungstexte

  • 5 Ob 50/75
    Entscheidungstext OGH 23.07.1975 5 Ob 50/75
  • 8 Ob 519/77
    Entscheidungstext OGH 18.05.1977 8 Ob 519/77
    Vgl auch
  • 5 Ob 632/80
    Entscheidungstext OGH 02.09.1980 5 Ob 632/80
    Beisatz: Hier: Mangelnde Parteifähigkeit wegen Tod. (T1)
  • 2 Ob 206/82
    Entscheidungstext OGH 09.11.1982 2 Ob 206/82
    Auch; Beisatz: Hier: Antrag auf Aufhebung der Ferialsacheerklärung. (T2) Veröff: RZ 1984/21 S 49
  • 5 Ob 4/85
    Entscheidungstext OGH 12.02.1985 5 Ob 4/85
    Veröff: NZ 1986,44; hiezu Hofmeister NZ 1986,46
  • 5 Ob 382/87
    Entscheidungstext OGH 12.01.1988 5 Ob 382/87
  • 7 Ob 565/90
    Entscheidungstext OGH 07.06.1990 7 Ob 565/90
    Beisatz: Hier: Zwei völlig inhaltsgleiche Rekurse, von denen das Rekursgericht jedenfalls einen sachlich bestätigend erledigte. Zurückweisung des anderen Rekurses. (T3)
  • 1 Ob 8/94
    Entscheidungstext OGH 29.08.1994 1 Ob 8/94
    Beisatz: Gleichzuhalten sind Fälle, in denen das Gericht zweiter Instanz den Rekurs zwar formal zurückweist, aber dazu die angefochtene Entscheidung nicht nur formell, sondern sachlich überprüfen muss. (T4)
  • 1 Ob 621/94
    Entscheidungstext OGH 13.12.1994 1 Ob 621/94
    Vgl; Beisatz: Im vorliegenden Fall hat das Rekursgericht ungeachtet der von ihm ausgesprochenen Zurückweisung des Wiedereinsetzungsantrags die angefochtene Entscheidung auf ihre sachliche Richtigkeit geprüft und die rechtlichen Erwägungen des Erstgerichtes ausdrücklich gebilligt. (T5)
  • 1 Ob 19/99x
    Entscheidungstext OGH 23.02.1999 1 Ob 19/99x
    Vgl auch
  • 1 Ob 192/99p
    Entscheidungstext OGH 05.08.1999 1 Ob 192/99p
    Ähnlich
  • 3 Ob 152/00z
    Entscheidungstext OGH 21.03.2001 3 Ob 152/00z
    Auch; Beisatz: Hier: Zurückweisung mangels Rechtsschutzinteresses. (T6)
  • 3 Ob 26/02y
    Entscheidungstext OGH 30.08.2002 3 Ob 26/02y
    Beisatz: Hier: Zurückweisung mangels Beschwer. (T7)
  • 3 Ob 217/02m
    Entscheidungstext OGH 19.09.2002 3 Ob 217/02m
    nur: Nimmt das Gericht eine Sachprüfung vor, obgleich es zunächst seine Entscheidungsbefugnis verneint (zB wegen mangelnden Rechtsschutzbedürfnisses, wegen Unzulässigkeit, wegen Verspätung), so ist ein solcher Beschluss als Sachentscheidung anzusehen. (T8)
  • 3 Ob 62/03v
    Entscheidungstext OGH 28.05.2003 3 Ob 62/03v
    nur: Nimmt das Gericht eine Sachprüfung vor, obgleich es zunächst seine Entscheidungsbefugnis verneint, so ist ein solcher Beschluss als Sachentscheidung anzusehen. (T9)
  • 4 Ob 171/03f
    Entscheidungstext OGH 23.09.2003 4 Ob 171/03f
    nur T9
  • 3 Ob 195/03b
    Entscheidungstext OGH 26.09.2003 3 Ob 195/03b
    Auch; nur: Nimmt das Gericht jedoch eine Sachprüfung vor, obgleich es zunächst seine Entscheidungsbefugnis verneint (zB wegen mangelnden Rechtsschutzbedürfnisses, wegen Unzulässigkeit, wegen Verspätung), so ist ein solcher Beschluss als Sachentscheidung anzusehen; der formale Teil ist dann unbeachtlich. (T10)
  • 8 Ob 66/04w
    Entscheidungstext OGH 16.07.2004 8 Ob 66/04w
    Beis wie T5 nur: Im vorliegenden Fall hat das Rekursgericht ungeachtet der von ihm ausgesprochenen Zurückweisung die angefochtene Entscheidung auf ihre sachliche Richtigkeit geprüft und die rechtlichen Erwägungen des Erstgerichtes ausdrücklich gebilligt. (T11)
  • 6 Ob 9/05z
    Entscheidungstext OGH 17.02.2005 6 Ob 9/05z
    Vgl
  • 3 Ob 291/05y
    Entscheidungstext OGH 24.11.2005 3 Ob 291/05y
  • 7 Ob 285/05w
    Entscheidungstext OGH 14.12.2005 7 Ob 285/05w
    Auch
  • 4 Ob 117/07w
    Entscheidungstext OGH 10.07.2007 4 Ob 117/07w
    Ähnlich; Beisatz: Hier: Zur Rechtsmittelzulässigkeit bei Konformatsentscheidungen im Ablehnungsverfahren nach § 24 Abs 2 JN (siehe auch RS0044509). (T12)
  • 3 Ob 226/07t
    Entscheidungstext OGH 23.10.2007 3 Ob 226/07t
    Auch; Beisatz: Volle Bestätigung wegen Übereinstimmung der in beiden Instanzen getroffenen Entscheidungen in der Sache liegt auch vor, wenn das Rekursgericht - neben dem Zurückweisungsgrund - einen für die Bestätigung maßgeblichen Grund erläutert. (T13)
  • 3 Ob 254/07k
    Entscheidungstext OGH 27.11.2007 3 Ob 254/07k
    Auch; nur T10; Beis wie T13
  • 3 Ob 239/08f
    Entscheidungstext OGH 19.11.2008 3 Ob 239/08f
    Auch
  • 3 Ob 43/09h
    Entscheidungstext OGH 25.03.2009 3 Ob 43/09h
    Beis wie T13
  • 3 Ob 14/09v
    Entscheidungstext OGH 22.04.2009 3 Ob 14/09v
    Beis wie T13; Beisatz: Im angefochtenen Beschluss überprüfte das Gericht zweiter Instanz die erstinstanzliche Entscheidung in sachlicher Hinsicht. Damit liegen aber konforme Entscheidungen vor. (T14)
  • 3 Ob 116/09v
    Entscheidungstext OGH 23.06.2009 3 Ob 116/09v
    Auch; Beisatz: Ein Beschluss, mit dem das Gericht zweiter Instanz den Rekurs zwar formal zurückweist, aber dazu die angefochtene Entscheidung nicht nur formell, sondern auch in sachlicher Hinsicht überprüft, ist als Sachentscheidung anzusehen; ihr formaler Teil wird für unbeachtlich gehalten. (T15)
    Beisatz: Volle Bestätigung wegen Übereinstimmung der in beiden Instanzen getroffenen Entscheidungen in der Sache liegt auch vor, wenn das Rekursgericht - neben dem Zurückweisungsgrund - einen für die Bestätigung maßgeblichen Grund erläutert. Ob die Gründe beider Instanzen übereinstimmen, ist belanglos. Es genügt, wenn die meritorische Überprüfung im Rahmen einer Hilfsbegründung erfolgt. (T16)
  • 3 Ob 90/10x
    Entscheidungstext OGH 26.05.2010 3 Ob 90/10x
  • 10 ObS 91/12y
    Entscheidungstext OGH 26.06.2012 10 ObS 91/12y
    Vgl auch; Beis wie T12
  • 3 Ob 218/12y
    Entscheidungstext OGH 19.12.2012 3 Ob 218/12y
    Auch; Beis ähnlich T14
  • 3 Ob 22/13a
    Entscheidungstext OGH 13.03.2013 3 Ob 22/13a
    Auch; nur T8
  • 6 Ob 20/14f
    Entscheidungstext OGH 20.02.2014 6 Ob 20/14f
    Auch; Beis wie T4; Beis wie T16
  • 4 Ob 77/14y
    Entscheidungstext OGH 20.05.2014 4 Ob 77/14y
  • 6 Ob 180/15m
    Entscheidungstext OGH 26.11.2015 6 Ob 180/15m
    Auch; nur T10
  • 3 Ob 199/15h
    Entscheidungstext OGH 18.11.2015 3 Ob 199/15h
    Auch; Beis wie T4; Beis wie T16
  • 7 Ob 169/15a
    Entscheidungstext OGH 19.11.2015 7 Ob 169/15a
  • 3 Ob 196/16v
    Entscheidungstext OGH 23.11.2016 3 Ob 196/16v
    Vgl auch; Beis wie T16
  • 3 Ob 111/17w
    Entscheidungstext OGH 04.07.2017 3 Ob 111/17w
    Auch
  • 8 Ob 90/17v
    Entscheidungstext OGH 24.08.2017 8 Ob 90/17v
    Auch; Beis wie T14
  • 4 Ob 227/17m
    Entscheidungstext OGH 21.12.2017 4 Ob 227/17m
    Auch
  • 2 Ob 53/18k
    Entscheidungstext OGH 26.02.2019 2 Ob 53/18k
    Auch; nur T10
  • 6 Ob 38/20m
    Entscheidungstext OGH 25.03.2020 6 Ob 38/20m
    Beis wie T3
  • 2 Ob 53/19m
    Entscheidungstext OGH 30.04.2020 2 Ob 53/19m
    Anm: Veröff: SZ 2020/41
  • 1 Ob 58/21t
    Entscheidungstext OGH 21.04.2021 1 Ob 58/21t
    Vgl auch
  • 1 Ob 57/21w
    Entscheidungstext OGH 21.04.2021 1 Ob 57/21w
    Auch
  • 4 Ob 2/22f
    Entscheidungstext OGH 25.01.2022 4 Ob 2/22f
    Vgl; Beis wie T16 nur: Es genügt, wenn die meritorische Überprüfung im Rahmen einer Hilfsbegründung erfolgt. (T17)
  • 2 Ob 157/22k
    Entscheidungstext OGH 25.10.2022 2 Ob 157/22k
    Beisatz: Dies gilt auch im Außerstreitverfahren. (T18)
  • 9 ObA 113/22s
    Entscheidungstext OGH 24.11.2022 9 ObA 113/22s
    Vgl; Beis wie T16
  • 1 Ob 100/23x
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 13.07.2023 1 Ob 100/23x
    vgl; Beisatz: hier: verfahrensleitender Beschluss ohne inhaltliche Entscheidung über den Antrag (T19)
  • 1 Ob 187/23s
    Entscheidungstext OGH 20.12.2023 1 Ob 187/23s

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1975:RS0044232

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

06.05.2024

Dokumentnummer

JJR_19750723_OGH0002_0050OB00050_7500000_002

Rechtssatz für 6Ob46/07v; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0122210

Geschäftszahl

6Ob46/07v; 10Ob78/07d; 7Ob169/15a; 7Ob139/23a; 7Ob2/24f

Entscheidungsdatum

06.03.2024

Norm

UbG §2
  1. UbG § 2 heute
  2. UbG § 2 gültig ab 01.07.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 147/2022
  3. UbG § 2 gültig von 01.07.2010 bis 30.06.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 18/2010
  4. UbG § 2 gültig von 01.01.1991 bis 30.06.2010

Rechtssatz

Ob eine Krankenanstalt oder eine Abteilung „psychiatrischen Charakter" hat, ist anhand einer Durchschnittsbetrachtung der versorgten Patientengruppen (Art der Krankheitsbilder), der erbrachten Leistungen (Art und Fachzugehörigkeit der medizinischen Tätigkeiten) und der internen Organisationsstrukturen (insbesondere fachliche Qualifikation des Personals) zu beurteilen; es kommt auf die materielle Beurteilung an, ob der Schwerpunkt der ärztlichen Tätigkeit bzw der behandelten Krankheiten in der fraglichen Krankenanstalt oder Abteilung bei objektiver Betrachtung ins Fachgebiet der Psychiatrie fällt und daher die medizinisch-psychiatrische Versorgung im Vordergrund steht.

Entscheidungstexte

  • 6 Ob 46/07v
    Entscheidungstext OGH 25.05.2007 6 Ob 46/07v
    Beisatz: Ein isoliertes Abstellen auf die Benennung oder die krankenanstaltenrechtliche Widmung einer Krankenanstalt oder einer Abteilung ist für die Beurteilung ihres „psychiatrischen Charakters" schon allein wegen der uneinheitlichen und wechselnden Terminologie ungeeignet. (T1)
    Beisatz: Hier: „Bettenstation C Psychogeriatrie Frauen" - Anwendbarkeit des UbG bejaht. (T2)
  • 10 Ob 78/07d
    Entscheidungstext OGH 11.09.2007 10 Ob 78/07d
    Beisatz: Hier: Psychogeriatrische Station - Anwendbarkeit des UbG bejaht. (T3)
  • 7 Ob 169/15a
    Entscheidungstext OGH 19.11.2015 7 Ob 169/15a
    Beisatz: Hier: Interdisziplinäre Demenzstation (Betriebsform gemäß § 10 Abs 9 Z 1 OÖ KAG 1997 idF OÖ KAG-Nov 2012, LGBl 2012/70) - Anwendbarkeit des UbG bejaht. (T4)
  • 7 Ob 139/23a
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 27.09.2023 7 Ob 139/23a
    Beisatz: Liegt der Schwerpunkt der Tätigkeit nicht in der medizinisch-psychiatrischen Versorgung, sondern in der Pflege und Betreuung, dann handelt es sich um gar keine Krankenanstalt, sondern um ein Pflegeheim, auch wenn sich die Pflege auf psychisch Kranke bezieht und daher möglicherweise auch psychiatrisch qualifiziertes Personal beschäftigt ist. (T5)
  • 7 Ob 2/24f
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 06.03.2024 7 Ob 2/24f
    vgl; Beisatz: Hier: Heilstättenschule. Nur die örtliche Nähe zur Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie und die Einbettung des Besuchs dieser Schule in ein Gesamtbetreuungskonzept in der Kinder- und Jugendpsychiatrie führt nicht dazu, dass auf diese Schule deshalb das UbG anzuwenden wäre, ist sie nach den Feststellungen des Erstgerichts doch nicht an die Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie angeschlossen und gehört auch nicht zu deren Wirkungskreis. (T6)
    Beisatz: § 32 Abs 3 UbG idF BGBl I Nr 147/2022 normiert seit dem 1. 7. 2023 ausdrücklich die von der höchstgerichtlichen Rechtsprechung bereits davor vertretene Sichtweise (vgl etwa 7 Ob 173/13m), wonach ein untergebrachter Patient bis zu 24 Stunden außerhalb der psychiatrischen Abteilung behandelt werden könne, ohne, dass dies die Unterbringung aufhebe. Diese Regelung betrifft damit nur Fälle, in denen ein Patient bereits untergebracht ist. (T7)
    Beisatz: Wenn die Einrichtung nicht in den Anwendungsbereich des UbG fällt, ist der Antrag nicht zurück-, sondern abzuweisen. (T8)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2007:RS0122210

Im RIS seit

24.06.2007

Zuletzt aktualisiert am

19.04.2024

Dokumentnummer

JJR_20070525_OGH0002_0060OB00046_07V0000_003

Entscheidungstext 7Ob169/15a

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Fundstelle

iFamZ 2016/24 S 24 (Ganner) - iFamZ 2016,24 (Ganner) = Leitner, ZfG 2016,16 (Rechtsprechungsübersicht) = Zak 2016/94 S 52 - Zak 2016,52 = EvBl‑LS 2016/59 = RdM‑LS 2016/71 = EFSlg 146.558 = EFSlg 146.576 = EFSlg 147.935

Geschäftszahl

7Ob169/15a

Entscheidungsdatum

19.11.2015

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat durch die Senatspräsidentin Dr. Kalivoda als Vorsitzende und die Hofräte Dr. Höllwerth, Mag. Dr. Wurdinger, Mag. Malesich und Dr. Singer als weitere Richter in der Unterbringungssache des Kranken J***** B*****, geboren am *****, vertreten durch den Verein VertretungsNetz - Sachwalterschaft, Patientenanwaltschaft, Bewohnervertretung, ***** (Patientenanwalt Dr. M***** S*****), dieser vertreten durch Mag. Nikolaus Weiser, Rechtsanwalt in Wien, über den außerordentlichen Revisionsrekurs des Abteilungsleiters Prim. Dr. E***** W*****, vertreten durch Prof. Haslinger & Partner, Rechtsanwälte in Linz, gegen den Beschluss des Landesgerichts Wels als Rekursgericht vom 19. August 2015, GZ 21 R 243/15g-9, mit dem der Rekurs des Abteilungsleiters gegen den Beschluss des Bezirksgerichts Wels vom 6. August 2015, GZ 14 Ub 202/15i-4, zurückgewiesen wurde, den

Beschluss

gefasst:

Spruch

Dem Revisionsrekurs wird nicht Folge gegeben.

Text

Begründung:

Der Kranke befand sich ab 1. 8. 2015 in (zwischenzeitig wieder beendeter) Behandlung auf der Interdisziplinären Demenzstation (IDS) im Klinikum W*****-G*****. Dieses meldete der Bewohnervertretung mit Fax vom 2. 8. 2015 den Beginn der erfolgten Freiheitsbeschränkungen mittels „Gurten“, „Tisch“ und „Bremsen“ zum Hindern am Aufstehen aus dem Rollstuhl, mittels „Gurten“ und „Tisch“ zum Hindern am Aufstehen von einer Sitzgelegenheit sowie mittels „Seitenteilen“ und „Gurten“ zum Hindern am Verlassen des Bettes mit 1. 8. 2015, 15:00 Uhr. Als Grund waren „psychische Krankheit“, „Selbstgefährdung“ und „Fremdgefährdung“ sowie „Pat. ist delirant - Absprachen nicht möglich => Sturzgefahr“ angeführt. Ein ärztliches Zeugnis zur Beurteilung der Unterbringungsvoraussetzungen hatte der Leiter der Abteilung für Psychiatrie nicht veranlasst. Gericht und Patientenanwaltschaft wurden von der Unterbringung nicht verständigt.

Der Kranke leidet an einem vaskulären Parkinsonsyndrom und einer Demenz. Als Komplikation aufgrund eines Medikaments zur Parkinsonbehandlung hat er eine Psychose entwickelt. Wegen des Parkinsonsyndroms ist er sturzgefährdet und aufgrund der Demenz sowie der Parkinsonerkrankung nicht paktfähig. Er war fremdaggressiv und hatte das Pflegepersonal geschlagen. Eine Behandlungsalternative bestand nicht.

Zur Abteilung für Psychiatrie und psychotherapeutische Medizin des Klinikums (folgend: Abteilung für Psychiatrie) gehören drei Stationen im Bautrakt B5. Dabei handelt es sich einerseits um die Akutstation mit dem geschlossenen Bereich im Erdgeschoß, eine allgemeine Station im Obergeschoß sowie eine psychiatrische Tagesklinik. Daneben gibt es als weitere Station die IDS, die aus acht Betten der Abteilung für Psychiatrie und acht Betten der Abteilung für Neurologie gebildet wurde. Geleitet wird die Station von zwei Oberärztinnen, nämlich einer aus der Abteilung für Psychiatrie und einer aus der Abteilung für Neurologie. Diese Oberärztinnen unterstehen dem jeweiligen Leiter der Abteilung für Neurologie bzw Psychiatrie. Das Ärzteteam ist mit ungefähr gleich viel Personal aus den Fachbereichen Psychiatrie und Neurologie ausgestattet. Regelmäßig ist auch ein Internist an dieser Station tätig. Die Pflegeleitung der IDS ist der Pflegedirektion unterstellt. Die Pflegeleiterin hat jedenfalls das psychiatrische Pflegediplom. Beim Pflegepersonal handelt es sich um allgemeine Diplomkrankenschwestern teilweise mit einem Gerontologiediplom. Die Zimmer und Betten auf der IDS sind nicht starr einer Abteilung (Neurologie oder Psychiatrie) zugeordnet, sondern werden nach Bedarf zugewiesen. Es kann daher beispielsweise der Fall sein, dass zehn Betten von der Abteilung für Psychiatrie belegt werden und nur sechs von der Abteilung für Neurologie. Die Anzahl der behandelten Personen und die Belagstage sind für die beteiligten Abteilungen ungefähr gleich.

Die IDS wurde geschaffen, um das Zustandsbild der „delirant dementen“ Personen möglichst gut behandeln zu können. Kommt ein Patient in das Klinikum kann dieser zunächst entweder der Abteilung für Psychiatrie oder der Abteilung für Neurologie zugewiesen werden. Der diensthabende Facharzt kann dann entscheiden, ob der Patient die besonderen Einrichtungen der IDS nutzen kann. Dazu wird der Patient an der IDS vorgestellt. Die für die jeweilige Fachrichtung zuständige Oberärztin entscheidet dann, ob der Patient geeignet ist und in die IDS aufgenommen wird. Wird ein Patient von der Abteilung für Neurologie vorgestellt, entscheidet die Oberärztin für Neurologie, wird ein Patient von der Abteilung für Psychiatrie vorgestellt, entscheidet die Oberärztin für Psychiatrie. Dementsprechend wird der Patient dann auf ein „neurologisches“ oder „psychiatrisches“ Bett gelegt. Ist die angerufene Oberärztin der Ansicht, dass beim Patienten die Diagnose aus dem anderen Fachbereich überwiegt, kann sie ihn an der anderen Abteilung vorstellen. Auf diesem Weg kann der Patient dann von der anderen Abteilung wieder an der IDS vorgestellt werden. Eine Oberärztin kann aber den Patienten nicht auf ein Bett des anderen Fachbereichs legen. Kommt ein Patient mit Demenz und ohne Komorbidität in das Klinikum, kann dieser entweder an der Abteilung für Neurologie oder an jener für Psychiatrie behandelt werden und auf diesem Weg in die IDS kommen. Über welche Abteilung der Patient in die IDS kommt, hängt in diesem Sinn vom Zufall ab. Wird ein Patient von der Abteilung für Psychiatrie vorgestellt und auf der IDS aufgenommen, wird eine Meldung nach dem Unterbringungsgesetz erstattet. Wird ein Patient von der Abteilung für Neurologie vorgestellt und auf der IDS aufgenommen, wird eine Meldung nach dem Heimaufenthaltsgesetz erstattet. Soweit möglich wird dem Patienten mitgeteilt, dass er (zB) von der Abteilung für Neurologie behandelt wird. Den Patienten wird in jedem Fall erklärt, dass es zwei unterschiedliche Ärzteteams gibt, nicht jedoch, dass sie auf einem „neurologischen“ oder „psychiatrischen“ Bett liegen.

Unter Demenz versteht man eine degenerative oder vaskuläre gemischtformige Hirnerkrankung, die zu einem Verlust der höheren psychischen Funktionen und im Längsverlauf zum Tod führt.

Die Trennung zwischen einer „neurologischen“ und einer „psychiatrischen“ Demenz ist rein fiktiv und medizinisch nicht nachvollziehbar. Die Erkrankung betrifft mit dem Gehirn ein psychiatrisch-neurologisches Erfolgsorgan und sie scheint in der WHO-Klassifikation nach ICD sowohl im F-Klassifikationsschema (psychiatrische Erkrankungen) als auch im G-Klassifikationsschema (neurologische Erkrankungen) auf.

Im neurologischen Klassifikationsschema wird eher auf die degenerative Natur der Erkrankung abgestellt, im psychiatrischen Klassifikationsschema auf die daraus resultierenden Verhaltensstörungen. Eine degenerative Hirnveränderung wirkt sich aber dort aus, wo sie stattfindet, nämlich in den Funktionen, welche das Hirn steuern. Aus diesem Grund führt die Demenz auch zu einer Beeinträchtigung der psychischen Funktionen und wird sich immer zwingend auch als psychiatrische Erkrankung manifestieren. Eine rein neurologische Demenz, also eine Demenz, die degenerative Veränderungen herbeiführt, aber keinerlei psychiatrische Auffälligkeiten generiert, ist nicht denkbar. Genauso wenig wäre es denkbar, dass jemand demenzspezifische psychiatrische Auffälligkeiten aufweist ohne neurologisch-apparativ fassbare Hirnveränderungen. Wenn es im Zusammenhang mit der Demenzerkrankung zu parkinsoniden Symptomen kommt, sich also ein Parkinson ausbildet, wäre das eher in der Domäne der Neurologen gelegen und die Beiziehung eines Neurologen sinnvoll.

Die Trennung der Patienten durch das Klinikum ist aus medizinischer Sicht nicht nachvollziehbar. Die interdisziplinäre Behandlung der Demenzpatienten ist aber sinnvoll. Sowohl Fachärzte für Neurologie als auch Fachärzte für Psychiatrie dürfen Demenzpatienten eigenverantwortlich behandeln. Es kann nur im Einzelfall beurteilt werden, ob die medizinische Behandlung oder die Pflege und Betreuung eines Demenzpatienten im Vordergrund steht. Es kann bei einem Patienten im Rahmen eines Aufenthalts auch beides möglich sein.

Der Kranke begehrte mit seinem verfahrenseinleitenden Antrag - soweit für das Revisionsrekursverfahren noch relevant -, seine Unterbringung seit 1. 8. 2015 schon mangels Meldung an die Patientenanwaltschaft für unzulässig zu erklären. Bei der IDS handle es sich um eine einheitliche psychiatrische Abteilung.

Das Erstgericht erklärte die Unterbringung des Kranken für unzulässig. Es war rechtlich - zusammengefasst -der Ansicht, dass die IDS des Klinikums als Ganzes eine psychiatrische Abteilung iSd Paragraph 2, UbG sei. Die Unterbringung des Kranken sei nach dem UbG schon aufgrund der fehlenden Meldungen an das Gericht und an die Patientenanwaltschaft sowie aufgrund des fehlenden ärztlichen Zeugnisses unzulässig gewesen.

Gegen den vom Erstgericht mündlich verkündeten Beschluss meldete der in der Verhandlung „für den Abteilungsleiter der Abteilung für Psychiatrie (anwesende): Mag. Günther H***** (Jurist des Klinikums ...)“ Rekurs an, den der Abteilungsleiter fristgerecht ausführte.

Das Rekursgericht wies den Rekurs des Abteilungsleiters zurück. Es vertrat die Rechtsansicht, dass gemäß Paragraph 20, Absatz 2, UbG nur der Abteilungsleiter die Möglichkeit habe, gegen den Beschluss, mit dem die Unterbringung für unzulässig erklärt worden sei, Rekurs zu erheben. Andere Ärzte als der mit der Leitung der Abteilung betraute Facharzt bzw sein Vertreter vergleiche Paragraph 4, Absatz 2, UbG) könnten selbst bei Vorliegen einer Ermächtigung durch den Abteilungsleiter einen Rekurs weder wirksam anmelden noch erheben. Es sei dann umso mehr eine Vertretungsbefugnis des hier eingeschrittenen Juristen des Klinikums zu verneinen. Damit könne unerörtert bleiben, dass sich der Jurist des Klinikums nach dem Verhandlungsprotokoll über die Erstanhörung auch nicht auf eine Bevollmächtigung durch den Abteilungsleiter berufen oder eine Vollmacht vorgelegt habe. Da somit eine rechtswirksame Rekursanmeldung fehle, sei das Rechtsmittel schon aus diesem Grund als unzulässig zurückzuweisen.

Der Rekurs wäre aber auch nicht berechtigt. Es könne nämlich auch eine als „Station“ bezeichnete Organisationseinheit als „Abteilung“ iSd Paragraph 2, UbG gelten. Die Frage, ob eine Krankenanstalt oder eine Abteilung „psychiatrischen Charakter“ habe, sei anhand einer Durchschnittsbetrachtung der versorgten Patientengruppen (Art der Krankheitsbilder), der erbrachten Leistungen (Art und Fachzugehörigkeit der medizinischen Tätigkeiten) und der internen Organisationsstrukturen (insbesondere fachliche Qualifikation des Personals) zu beurteilen; es komme somit auf die materielle Beurteilung an, ob der Schwerpunkt der ärztlichen Tätigkeit bzw der behandelten Krankheiten bei objektiver Betrachtung ins Fachgebiet der Psychiatrie falle und daher die medizinisch-psychiatrische Versorgung im Vordergrund stehe. Das sei hier der Fall, weil sich nach den Feststellungen eine Demenz immer auch als psychiatrische Erkrankung manifestiere. Das Erstgericht habe demnach die Unterbringung des Kranken auf der Grundlage des UbG wegen der fehlenden Meldung an das Gericht und an die Patientenanwaltschaft sowie des fehlenden ärztlichen Zeugnisses zu Recht für unzulässig erklärt.

Gegen diese Entscheidung richtet sich der außerordentliche Revisionsrekurs des Abteilungsleiters mit dem Antrag, den Beschluss des Rekursgerichts ersatzlos aufzuheben und diesem die Entscheidung in der Sache selbst aufzutragen. Hilfsweise beantragt der Abteilungsleiter die Abänderung der Entscheidung der Vorinstanzen dahin, dass der verfahrenseinleitende Antrag des Kranken mangels Geltung des UbG für die IDS zurück- bzw abgewiesen werde. In eventu wird die Feststellung begehrt, dass die freiheitsbeschränkenden Maßnahmen zulässig gewesen seien.

Der Patientenanwalt erstattete eine ihm freigestellte Revisionsrekursbeantwortung mit dem Antrag, dem Revisionsrekurs keine Folge zu geben.

Rechtliche Beurteilung

Der Revisionsrekurs ist zulässig, weil zur erheblichen Rechtsfrage, ob es sich bei der IDS des Klinikums, einer Betriebsform gemäß Paragraph 10, Absatz 9, Ziffer eins, OÖ KAG 1997 in der Fassung OÖ KAG-Nov 2012, LGBl 2012/70, um eine psychiatrische Abteilung im Sinn der UbG handelt, noch keine Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofs vorliegt. Der Revisionsrekurs ist aber im Ergebnis nicht berechtigt.

1. Der Abteilungsleiter macht in seinem Revisionsrekurs zunächst geltend, das Rekursgericht habe - gestützt auf ein aus Paragraph 4, Absatz 2, UbG abgeleitetes Verständnis des Begriffs „Abteilungsleiter“ - die Vertretungsbefugnis des Juristen des Klinikums (zur Rekursanmeldung) rechtsirrig verneint, obwohl im außerstreitigen Verfahren erster Instanz eine Vertretung durch jede eigenberechtigte Person zulässig gewesen sei. Dazu ist Folgendes zu erwägen:

1.1. Die Paragraphen 4, ff UbG regeln die Unterbringung auf Verlangen. Nach Paragraph 4, Absatz 2, UbG muss dieses Verlangen vor der Aufnahme eigenhändig schriftlich gestellt werden und dies hat in Gegenwart des mit der Führung der Abteilung betrauten Arztes oder seines Vertreters, die folgend als Abteilungsleiter bezeichnet werden, zu geschehen. Paragraph 4, Absatz 2, UbG normiert demnach bestimmte formelle Anforderungen für die Zulässigkeit der Unterbringung auf Verlangen (Kopetzki, Grundriss des Unterbringungsrechts3 Rz 240; Halmich, UbG [2014] Paragraph 4, Rz 1). Aus der in Paragraph 4, Absatz 2, UbG enthaltenen Abgrenzung des Begriffs „Abteilungsleiter“ werden zwar in der Lehre auch Rückschlüsse auf die Grenzen der Parteistellung, namentlich auf die Befugnis zur Rekursanmeldung und -erhebung, gezogen vergleiche Kopetzki, Grundriss des Unterbringungsrechts3 Rz 346), doch stellt sich ein solche Abgrenzungsfrage vorliegend nicht. Rekursanmeldung und -erhebung sind nämlich ohnehin durch den Abteilungsleiter erfolgt, nur war dieser in der Verhandlung vor dem Erstgericht und bei der dort vorgenommenen Rekursanmeldung durch den Juristen des Klinikums vertreten. Fraglich ist also nicht die Rekurslegitimation (vermeintlich Dritter), sondern (nur) die Möglichkeit, hier konkret des Abteilungsleiters, sich im Verfahren erster Instanz vertreten zu lassen.

1.2. Nach Paragraph 4, Absatz eins, AußStrG können die Parteien in erster und zweiter Instanz selbst vor Gericht handeln und sich in erster Instanz durch jede eigenberechtigte Person vertreten lassen. Diese Regelung gilt auch für das Verfahren nach dem Unterbringungsgesetz (Paragraph 12, Absatz 2, UbG), enthält dieses doch selbst keine davon abweichende Sonderregelung. Die vor dem Erstgericht erfolgte Vertretung des Abteilungsleiters durch den Juristen des Klinikums und die dabei vorgenommene Rekursanmeldung waren daher im Lichte des Paragraph 4, Absatz eins, AußStrG in Verbindung mit Paragraph 12, Absatz 2, UbG) grundsätzlich zulässig und - vorbehaltlich des gleich anzusprechenden Vollmachtsnachweises - auch wirksam.

1.3. Zufolge Paragraph 6, Absatz 4, AußStrG in Verbindung mit Paragraph 12, Absatz 2, UbG, Paragraph 30, Absatz eins, ZPO) ist die Einschreitervollmacht - auch im Außerstreitverfahren - urkundlich nachzuweisen (Zib in Fasching/Konecny3 II/1 Paragraph 30, ZPO Rz 34). Ein solcher urkundlicher Nachweis der Einschreitervollmacht des Juristen des Klinikums ist nach der Aktenlage vor dem Erstgericht nicht erfolgt.

1.4. Einen Mangel der Vollmacht hat das Gericht in jeder Lage des Rechtsstreits von Amts wegen wahrzunehmen (Paragraph 37, Absatz eins, ZPO in Verbindung mit Paragraph 6, Absatz 4, AußStrG, Paragraph 12, Absatz 2, UbG; vergleiche RIS-Justiz RS0035627), aber auch die Gelegenheit zu dessen Sanierung zu eröffnen vergleiche Paragraph 38, Absatz 2, ZPO in Verbindung mit Paragraph 6, Absatz 4, AußStrG, Paragraph 12, Absatz 2, UbG; 20. 4. 2010, 5 Ob 237/09b; Zib in Fasching/Konecny3 II/1 Paragraph 38, ZPO Rz 38). Diese kann durch nachträgliche Genehmigung der ohne nachgewiesene Vollmacht gesetzten Handlungen etwa in Form des rügelosen Ergreifens von Rechtsmitteln oder des Einlassens in das Rechtsmittelverfahren durch die Partei erfolgen (Zib in Fasching/Konecny3 II/1 Paragraph 37, ZPO Rz 9; Paragraph 58, Absatz 2, AußStrG; vergleiche auch 20. 4. 2010, 5 Ob 237/09b). Dies ist hier mit dem vom Abteilungsleiter selbst verfassten Rekurs geschehen. Ein in erster Instanz vorgelegener Vollmachtsmangel ist daher jedenfalls saniert und für die Zurückweisung des Rekurses des Abteilungsleiters bestand somit kein Anlass.

1.5. Nach vorliegender Rechtsprechung ist allerdings ein Beschluss, in dem das Gericht zweiter Instanz den Rekurs zwar formal zurückweist, aber dazu die angefochtene Entscheidung nicht nur formell, sondern - wie hier - auch in sachlicher Hinsicht überprüft, als Sachentscheidung anzusehen; ihr formaler Teil ist dann unbeachtlich (RIS-Justiz RS0044232; vergleiche auch 6 Ob 207/05t) und die Partei, hier der Abteilungsleiter, kann sich dann allein durch die formelle Zurückweisung des Rechtsmittels nicht (mehr) als beschwert erachten vergleiche 3 Ob 62/03v).

2. Der Abteilungsleiter ist in der Sache der Ansicht, dass die IDS des Klinikums nicht auf Basis einer Durchschnittsbetrachtung insgesamt dem Unterbringungs-gesetz unterstellt werden dürfe. Dieses gelte vielmehr wegen der eindeutig möglichen Zuordnung nur für Patienten der psychiatrischen Einheit, nicht aber für den neurologischen Kranken. Dieser Ansicht ist jedoch nicht zu folgen:

2.1. Nach Paragraph 2, UbG gelten die Bestimmungen dieses Bundesgesetzes für Krankenanstalten und Abteilungen für Psychiatrie (psychiatrische Abteilung), in denen Personen in einem geschlossenen Bereich angehalten oder sonst Beschränkungen ihrer Bewegungsfreiheit unterworfen werden (Unterbringung).

2.2. Ob eine Krankenanstalt oder eine Abteilung „psychiatrischen Charakter“ hat, ist nach bisheriger Rechtsprechung anhand einer Durchschnittsbetrachtung der versorgten Patientengruppen (Art der Krankheitsbilder), der erbrachten Leistungen (Art und Fachzugehörigkeit der medizinischen Tätigkeiten) und der internen Organisationsstrukturen (insbesondere fachliche Qualifikation des Personals) zu beurteilen; es kommt auf die materielle Beurteilung an, ob der Schwerpunkt der ärztlichen Tätigkeit bzw der behandelten Krankheiten in der fraglichen Krankenanstalt oder Abteilung bei objektiver Betrachtung ins Fachgebiet der Psychiatrie fällt und daher die medizinisch-psychiatrische Versorgung im Vordergrund steht (6 Ob 46/07v EF-Ziffer 2007 /, 112, = iFamZ 2007/127; 10 Ob 78/07d EF-Ziffer 2008 /, 18, [Höllwerth] = iFamZ 2008/18). Von diesen Grundsätzen ist auch im vorliegenden Fall auszugehen.

2.3. Der Kranke war auf der IDS untergebracht, die nach der Eigenankündigung des Klinikums „ideale Voraussetzungen für die Behandlung von psychischen Störungen und psychiatrischen Erkrankungen“ bietet. Diese Betriebsform beruht auf Paragraph 10, Absatz 9, Ziffer eins, OÖ KAG 1997, welcher lautet:

„(9) Folgende Arten der Betriebsformen sind in Krankenanstalten neben der herkömmlichen Art der fachrichtungsspezifischen bzw. zeitlich durchgängigen Betriebsform möglich:

1. Interdisziplinär geführte Bereiche zur Behandlung von Patienten aus verschiedenen Sonderfächern, die in der Krankenanstalt in einer der fachrichtungsbezogenen Organisationsformen gemäß Paragraph 3 a, vorgehalten werden. Es ist sicherzustellen, dass die Patienten jederzeit zweifelsfrei einem bestimmten Sonderfach zugeordnet werden können;“

Dieser Absatz 9, wurde mit der OÖ KAG-Nov 2012, LGBl 2012/70, angefügt. Die maßgebliche, im Wesentlichen gleichlautende Grundsatzregelung enthält Paragraph 6, Absatz 7, KAKuG, die ihrerseits mit BGBl römisch eins 2011/147 erfolgt ist.

2.4. Die vom Abteilungsleiter hervorgehobene Regelung, wonach bei dieser Betriebsform sicherzustellen sei, dass die Patienten jederzeit zweifelsfrei einem bestimmten Sonderfach zugeordnet werden können, dient der Rechtssicherheit und der notwendigen Transparenz vergleiche dazu auch ErläutRV [zu BGBl römisch eins 2011/147] 1519 BlgNR 24. GP 3). Diese formale Zuordnung kann aber in einer interdisziplinären Betriebsform, deren Eigenart ja gerade in der Behandlung von Patienten aus verschiedenen Sonderfächern besteht, kein abschließendes Kriterium für die hier maßgebliche Frage des „psychiatrischen Charakters“ der erbrachten Leistungen sein. Überdies ist der Umstand, ob der Patient auf einem „neurologischen“ oder „psychiatrischen“ Bett liegt, nach den Feststellungen des Erstgerichts von dem mehr oder weniger zufälligen Umstand abhängig, welches Beschwerdebild beim Patienten zum Zeitpunkt seiner Vorstellung im Vordergrund steht.

2.5. Demgegenüber soll schon nach der Bezeichnung der Station und dem eigenen Anspruch des Klinikums die IDS „ideale Voraussetzungen für die Behandlung von psychischen Störungen und psychiatrischen Erkrankungen“ bieten. Der Fokus liegt demnach auf der umfassenden, neurologische und psychiatrische Aspekte insgesamt berücksichtigenden Behandlung von Demenzkranken. Dies entspricht der durch das Sachverständigengutachten und den darauf aufbauenden Feststellungen des Erstgerichts dokumentierten ärztlichen Erkenntnis, dass eine Trennung zwischen einer „neurologischen“ und einer „psychiatrischen“ Demenz rein fiktiv und medizinisch nicht nachvollziehbar wäre. Vielmehr betrifft die Demenz mit dem Gehirn gerade ein psychiatrisch-neurologisches Organ und daher dürfen sowohl Fachärzte für Neurologie als auch solche für Psychiatrie Demenzpatienten eigenverantwortlich behandeln.

2.6. Im Ergebnis ist daher ausgehend von der versorgten Patientengruppe ([delirante] Demenzkranke), der Eigenart dieser Krankheit als (auch und maßgeblich) psychiatrische Erkrankung sowie der dementsprechenden fachlichen medizinischen Tätigkeit und Qualifikation des Personals (mitbeteiligte psychiatrische Abteilung, Pflegeleiterin mit psychiatrischem Diplom) die IDS im Einklang mit dem dokumentierten eigenen Behandlungskonzept des Klinikums insgesamt als psychiatrische Abteilung iSd Paragraph 2, UbG zu qualifizieren. Der zufällige Umstand des zum Zeitpunkt der Vorstellung des Patienten im Vordergrund stehenden Beschwerdebildes und die daraus resultierende Zuteilung auf ein „neurologisches“ oder „psychiatrisches“ Bett dienen der Rechtssicherheit und Transparenz, bieten aber keine Grundlage für die Annahme, es lägen zwei selbstständige Organisationseinheiten vor, von denen nur eine in den Anwendungsbereich des UbG fiele. Eine konkurrierende Anwendung des HeimAufG ist zufolge dessen Paragraph 2, Absatz 2, ausgeschlossen. Die Vorinstanzen sind daher im Ergebnis zu Recht von der Anwendbarkeit des UbG ausgegangen.

3. Gemäß Paragraph 8, UbG darf eine Person gegen oder ohne ihren Willen nur dann in eine psychiatrische Abteilung gebracht werden, wenn ein im öffentlichen Sanitätsdienst stehender Arzt oder ein Polizeiarzt sie untersucht und bescheinigt, dass die Voraussetzungen der Unterbringung vorliegen. In der Bescheinigung sind im Einzelnen die Gründe anzuführen, aus denen der Arzt die Voraussetzungen der Unterbringung für gegeben erachtet. Nach Paragraph 10, Absatz eins, UbG hat der Abteilungsleiter die betroffene Person unverzüglich zu untersuchen. Sie darf nur aufgenommen werden, wenn nach seinem ärztlichen Zeugnis die Voraussetzungen der Unterbringung vorliegen. Gemäß Paragraph 10, Absatz 2, UbG hat der Abteilungsleiter den aufgenommenen Kranken ehestens über die Gründe der Unterbringung zu unterrichten. Er hat ferner unverzüglich einen Patientenanwalt und, wenn der Kranke nicht widerspricht, einen Angehörigen sowie auf Verlangen des Kranken auch dessen Rechtsbeistand von der Unterbringung zu verständigen. Der Verständigung des Patientenanwalts ist eine maschinschriftliche Ausfertigung des ärztlichen Zeugnisses anzuschließen. Wird eine Person ohne Verlangen in eine psychiatrische Abteilung aufgenommen (Paragraphen 10 und 11 UbG), so hat gemäß Paragraph 17, UbG der Abteilungsleiter hievon unverzüglich das Gericht zu verständigen. Alle zuvor genannten formellen Unterbringungsvoraussetzungen waren im vorliegenden Fall nicht erfüllt, weshalb die Unterbringung des Kranken unzulässig war. Der Revisionsrekurs ist daher im Ergebnis nicht berechtigt.

Textnummer

E113295

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2015:0070OB00169.15A.1119.000

Im RIS seit

04.02.2016

Zuletzt aktualisiert am

09.07.2019

Dokumentnummer

JJT_20151119_OGH0002_0070OB00169_15A0000_000