Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Rechtssatz für 1Ob261/54 7Ob246/55 5Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0005453

Geschäftszahl

1Ob261/54; 7Ob246/55; 5Ob446/58; 5Ob129/62; 5Ob257/66; 6Ob76/67; 8Ob137/69 (8Ob170/69); 7Ob114/71; 5Ob211/71; 5Ob68/72 (5Ob69/72); 4Ob313/72; 1Ob194/73; 4Ob311/74; 4Ob333/74; 3Ob209/74; 7Ob279/74; 7Ob60/75; 4Ob326/75; 4Ob562/75; 1Ob574/76; 4Ob316/76; 4Ob334/76; 8Ob558/76; 4Ob388/76; 4Ob403/77; 6Ob612/78; 3Ob558/78; 1Ob681/78; 4Ob548/78; 6Ob697/78; 4Ob333/79; 2Ob591/79; 4Ob313/80; 4Ob408/80 (4Ob409/80); 4Ob561/81; 4Ob362/81; 5Ob41/81 (5Ob42/81); 1Ob812/81; 7Ob804/81; 6Ob656/82; 4Ob365/82; 7Ob811/82; 4Ob301/83; 5Ob555/83; 5Ob604/83; 4Ob385/83; 4Ob325/84; 4Ob395/87; 4Ob58/89; 7Ob508/91; 6Ob560/91; 2Ob545/93; 1Ob558/93 (1Ob1589/93); 4Ob81/97h; 4Ob251/97h; 4Ob170/99z; 4Ob234/03w; 6Ob196/04y; 9Ob22/06k; 17Ob11/08d; 8Ob18/15b; 4Ob41/17h; 4Ob18/17a; 4Ob271/16f

Entscheidungsdatum

26.05.1954

Norm

EO §390 IVA
EO §390 IVD
EO §390 IVE

Rechtssatz

Die Kaution dient lediglich zur Sicherstellung des dem Gegner durch die etwa sich als unberechtigt erweisende einstweilige Verfügung entstehenden Ersatzanspruches und der Kosten. Wenn die Frage, ob und in welcher Höhe durch den Vollzug der einstweiligen Verfügung ein Schaden dem Beklagten entstehen wird, gegenwärtig noch nicht mit Sicherheit beantwortet werden kann, genügt die Festsetzung einer verhältnismäßig niedrigen Kaution, zumal später immer noch die Möglichkeit einer Erhöhung gegeben ist, wenn sie sich als unzureichend herausstellen sollte.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 261/54
    Entscheidungstext OGH 26.05.1954 1 Ob 261/54
  • 7 Ob 246/55
    Entscheidungstext OGH 18.05.1955 7 Ob 246/55
    nur: Die Kaution dienst lediglich zur Sicherstellung des dem Gegner durch die etwa sich als unberechtigt erweisende einstweilige Verfügung entstehenden Ersatzanspruches und der Kosten. (T1)
  • 5 Ob 446/58
    Entscheidungstext OGH 10.12.1958 5 Ob 446/58
    nur T1
  • 5 Ob 129/62
    Entscheidungstext OGH 22.06.1962 5 Ob 129/62
  • 5 Ob 257/66
    Entscheidungstext OGH 15.09.1966 5 Ob 257/66
    nur: Wenn die Frage, ob und in welcher Höhe durch den Vollzug der einstweiligen Verfügung ein Schaden dem Beklagten entstehen wird, gegenwärtig noch nicht mit Sicherheit beantwortet werden kann, genügt die Festsetzung einer verhältnismäßig niedrigen Kaution, zumal später immer noch die Möglichkeit einer Erhöhung gegeben ist, wenn sie sich als unzureichend herausstellen sollte. (T2) = EvBl 1967/37 S 48
  • 6 Ob 76/67
    Entscheidungstext OGH 27.04.1967 6 Ob 76/67
  • 8 Ob 137/69
    Entscheidungstext OGH 16.09.1969 8 Ob 137/69
    nur T1; SZ 42/125 = EvBl 1970/47 S 77 = NZ 1970,69
  • 7 Ob 114/71
    Entscheidungstext OGH 30.06.1971 7 Ob 114/71
    nur: Später immer noch die Möglichkeit einer Erhöhung gegeben ist, wenn sie sich als unzureichend herausstellen sollte. (T3)
  • 5 Ob 211/71
    Entscheidungstext OGH 01.09.1971 5 Ob 211/71
    nur T1
  • 5 Ob 68/72
    Entscheidungstext OGH 28.03.1972 5 Ob 68/72
    nur T1
  • 4 Ob 313/72
    Entscheidungstext OGH 11.04.1972 4 Ob 313/72
    nur T3
  • 1 Ob 194/73
    Entscheidungstext OGH 14.11.1973 1 Ob 194/73
    nur T2
  • 4 Ob 311/74
    Entscheidungstext OGH 02.04.1974 4 Ob 311/74
    nur T2; Beisatz: Probewochen an Sonn- und Feiertagen. (T4) = ÖBl
    1974,106
  • 4 Ob 333/74
    Entscheidungstext OGH 01.10.1974 4 Ob 333/74
    nur T3
  • 3 Ob 209/74
    Entscheidungstext OGH 05.11.1974 3 Ob 209/74
    nur T3; Beisatz: Selbst bei galoppierender Inflation - Bemessung nach
    derzeitiger Situation. (T5)
  • 7 Ob 279/74
    Entscheidungstext OGH 05.12.1974 7 Ob 279/74
    nur T1
  • 7 Ob 60/75
    Entscheidungstext OGH 17.04.1975 7 Ob 60/75
    nur T2
  • 4 Ob 326/75
    Entscheidungstext OGH 24.06.1975 4 Ob 326/75
    nur T3; Beisatz: "k die Küche" (T6)
  • 4 Ob 562/75
    Entscheidungstext OGH 30.07.1975 4 Ob 562/75
    nur T3
  • 1 Ob 574/76
    Entscheidungstext OGH 07.04.1976 1 Ob 574/76
    nur T1
  • 4 Ob 316/76
    Entscheidungstext OGH 06.04.1976 4 Ob 316/76
    nur T1
  • 4 Ob 334/76
    Entscheidungstext OGH 27.04.1976 4 Ob 334/76
  • 8 Ob 558/76
    Entscheidungstext OGH 27.10.1976 8 Ob 558/76
    nur T1
  • 4 Ob 388/76
    Entscheidungstext OGH 08.02.1977 4 Ob 388/76
  • 4 Ob 403/77
    Entscheidungstext OGH 22.11.1977 4 Ob 403/77
    nur T3
  • 6 Ob 612/78
    Entscheidungstext OGH 11.05.1978 6 Ob 612/78
    nur T3; SZ 51/62
  • 3 Ob 558/78
    Entscheidungstext OGH 23.05.1978 3 Ob 558/78
    nur T2
  • 1 Ob 681/78
    Entscheidungstext OGH 20.07.1978 1 Ob 681/78
    nur T1
  • 4 Ob 548/78
    Entscheidungstext OGH 20.07.1978 4 Ob 548/78
    nur T1
  • 6 Ob 697/78
    Entscheidungstext OGH 23.08.1978 6 Ob 697/78
    nur T1
  • 4 Ob 333/79
    Entscheidungstext OGH 15.05.1979 4 Ob 333/79
  • 2 Ob 591/79
    Entscheidungstext OGH 06.11.1979 2 Ob 591/79
    nur T2 und T3
  • 4 Ob 313/80
    Entscheidungstext OGH 25.03.1980 4 Ob 313/80
    nur T2
  • 4 Ob 408/80
    Entscheidungstext OGH 24.03.1981 4 Ob 408/80
    nur T1
  • 4 Ob 561/81
    Entscheidungstext OGH 07.04.1981 4 Ob 561/81
  • 4 Ob 362/81
    Entscheidungstext OGH 07.07.1981 4 Ob 362/81
    nur T1
  • 5 Ob 41/81
    Entscheidungstext OGH 22.12.1981 5 Ob 41/81
    Auch; MietSlg 33754 (28)
  • 1 Ob 812/81
    Entscheidungstext OGH 13.01.1982 1 Ob 812/81
    nur T2
  • 7 Ob 804/81
    Entscheidungstext OGH 18.03.1982 7 Ob 804/81
    nur T2; nur T3
  • 6 Ob 656/82
    Entscheidungstext OGH 09.06.1982 6 Ob 656/82
    nur T3; SZ 55/86 = GesRZ 1982,253 = JBl 1983,262
  • 4 Ob 365/82
    Entscheidungstext OGH 21.09.1982 4 Ob 365/82
    Auch; nur T1
  • 7 Ob 811/82
    Entscheidungstext OGH 13.01.1983 7 Ob 811/82
    nur T2
  • 4 Ob 301/83
    Entscheidungstext OGH 08.02.1983 4 Ob 301/83
    nur T3; ÖBl 1983,139
  • 5 Ob 555/83
    Entscheidungstext OGH 22.03.1983 5 Ob 555/83
    nur T3
  • 5 Ob 604/83
    Entscheidungstext OGH 10.05.1983 5 Ob 604/83
    nur T3
  • 4 Ob 385/83
    Entscheidungstext OGH 20.09.1983 4 Ob 385/83
    nur T3; SZ 56/131 = EvBl 1983,163 S 633
  • 4 Ob 325/84
    Entscheidungstext OGH 08.05.1984 4 Ob 325/84
    nur T3; ÖBl 1984,150
  • 4 Ob 395/87
    Entscheidungstext OGH 30.11.1987 4 Ob 395/87
    nur T1; Beisatz: Dieser Sicherstellungszweck fällt jedoch weg, wenn die Entscheidung über den gesicherten Anspruch auf Grund des nach der Aktenlage im wesentlichen unbestrittenen Sachverhaltes nur noch von Rechtsfragen abhängt, die bereits im Provisorialverfahren vom Obersten Gerichtshof gelöst worden sind. (T7) = MR 1988,59
  • 4 Ob 58/89
    Entscheidungstext OGH 27.06.1989 4 Ob 58/89
    nur T3
  • 7 Ob 508/91
    Entscheidungstext OGH 10.01.1991 7 Ob 508/91
    nur T1; EvBl 1991/63 S 282
  • 6 Ob 560/91
    Entscheidungstext OGH 06.06.1991 6 Ob 560/91
    nur T2; nur T3
  • 2 Ob 545/93
    Entscheidungstext OGH 08.07.1993 2 Ob 545/93
    nur T3
  • 1 Ob 558/93
    Entscheidungstext OGH 21.09.1993 1 Ob 558/93
    nur T2; nur T3
  • 4 Ob 81/97h
    Entscheidungstext OGH 18.03.1997 4 Ob 81/97h
    Auch; nur T2
  • 4 Ob 251/97h
    Entscheidungstext OGH 23.09.1997 4 Ob 251/97h
  • 4 Ob 170/99z
    Entscheidungstext OGH 13.07.1999 4 Ob 170/99z
    Auch; nur T3
  • 4 Ob 234/03w
    Entscheidungstext OGH 25.05.2004 4 Ob 234/03w
    Vgl auch; Beis wie T7
  • 6 Ob 196/04y
    Entscheidungstext OGH 15.12.2004 6 Ob 196/04y
    Auch; Veröff: SZ 2004/178
  • 9 Ob 22/06k
    Entscheidungstext OGH 29.03.2006 9 Ob 22/06k
    nur T2
  • 17 Ob 11/08d
    Entscheidungstext OGH 20.05.2008 17 Ob 11/08d
    Auch; nur T2; nur T3; Veröff: SZ 2008/68
  • 8 Ob 18/15b
    Entscheidungstext OGH 24.03.2015 8 Ob 18/15b
    Auch; nur T2
  • 4 Ob 41/17h
    Entscheidungstext OGH 21.02.2017 4 Ob 41/17h
    Auch; Beis wie T7
  • 4 Ob 18/17a
    Entscheidungstext OGH 21.02.2017 4 Ob 18/17a
    Auch; Beis wie T7
  • 4 Ob 271/16f
    Entscheidungstext OGH 03.05.2017 4 Ob 271/16f
    Auch; Beis wie T7; Beisatz: Ist die Sachverhaltsgrundlage unstrittig oder aufgrund des Bescheinigungsverfahrens in einer Weise geklärt, dass abweichende Feststellungen im Hauptverfahren praktisch ausgeschlossen sind, so kann – jedenfalls im gewerblichen Rechtsschutz mit der dort typischen Parallelität der Unterlassungsbegehren im Sicherungs- und im Hauptverfahren – der Anspruch im Allgemeinen schon im Sicherungsverfahren abschließend beurteilt werden. Das wird die Auferlegung einer Sicherheit jedenfalls bei eindeutiger oder bereits in Parallelverfahren geklärter Rechtslage regelmäßig ausschließen. (T8)
    Beisatz: Die Auferlegung einer Sicherheit ist zwar auch bei unstrittiger oder geklärter Sachlage nicht ausgeschlossen, wenn die Rechtslage – vor deren abschließender Klärung im Sicherungsverfahren – (noch) unsicher ist. Die Interessen des Gegners der gefährdeten Partei können diesfalls systemkonform aber auch dadurch berücksichtigt werden, dass dem Rekurs oder dem ordentlichen Revisionsrekurs gegen die einstweilige Verfügung aufschiebende Wirkung zuerkannt (§ 524 ZPO iVm §§ 78, 402 EO) oder die Exekution aufgrund der einstweiligen Verfügung wegen eines dagegen erhobenen außerordentlichen Revisionsrekurses aufgeschoben wird. (T9)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1954:RS0005453

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

30.06.2017

Dokumentnummer

JJR_19540526_OGH0002_0010OB00261_5400000_001

Rechtssatz für 8Ob81/66 5Ob226/68 6Ob7...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0002445

Geschäftszahl

8Ob81/66; 5Ob226/68; 6Ob71/67; 7Ob114/71; 4Ob307/73; 5Ob182/73; 7Ob704/77; 5Ob506/78; 4Ob320/79; 4Ob397/80; 5Ob504/81; 7Ob645/82; 4Ob380/82; 1Ob624/83; 2Ob508/84; 4Ob91/89; 2Ob562/91; 7Ob521/92 (7Ob522/92); 2Ob2051/96y; 9ObA28/96; 4Ob2080/96b; 1Ob66/01i (1Ob67/01m); 9Ob37/01h; 7Ob321/01h; 6Ob270/02b; 4Ob260/04w; 9Ob22/06k; 3Ob111/06d; 3Ob25/07h; 4Ob38/07b; 8Ob141/08f; 1Ob119/09w; 6Ob204/10h; 3Ob223/13k; 1Ob189/14x; 8Ob18/15b; 4Ob150/15k; 1Ob108/15m; 7Ob220/16b; 10Ob48/18h; 8Ob39/19x; 3Ob139/20t

Entscheidungsdatum

22.03.1966

Norm

EO §65 E
ZPO §482 A
ZPO §526 C4

Rechtssatz

Das Neuerungsverbot gilt auch im Rechtsmittelverfahren gegen eine einstweilige Verfügung.

Entscheidungstexte

  • 8 Ob 81/66
    Entscheidungstext OGH 22.03.1966 8 Ob 81/66
  • 5 Ob 226/68
    Entscheidungstext OGH 11.09.1968 5 Ob 226/68
  • 6 Ob 71/67
    Entscheidungstext OGH 15.03.1967 6 Ob 71/67
    Beisatz: Hier: Einstweilige Verfügung (T1)
    Veröff: EFSlg 9248
  • 7 Ob 114/71
    Entscheidungstext OGH 30.06.1971 7 Ob 114/71
  • 4 Ob 307/73
    Entscheidungstext OGH 20.03.1973 4 Ob 307/73
  • 5 Ob 182/73
    Entscheidungstext OGH 26.09.1973 5 Ob 182/73
    Beisatz: Auch die amtswegige vorzunehmende Prüfung des Vorliegens der Voraussetzungen für die Erlassung der einstweiligen Verfügung kann nur von dem Parteivorbringen in 1. Instanz ausgehen. (T2)
    Veröff: JBl 1974,210
  • 7 Ob 704/77
    Entscheidungstext OGH 24.11.1977 7 Ob 704/77
  • 5 Ob 506/78
    Entscheidungstext OGH 24.01.1978 5 Ob 506/78
  • 4 Ob 320/79
    Entscheidungstext OGH 27.03.1979 4 Ob 320/79
    Veröff: ÖBl 1979,105
  • 4 Ob 397/80
    Entscheidungstext OGH 16.12.1980 4 Ob 397/80
    Beisatz: Neues Vorbringen im Verfahren gegen den Widerspruch zulässig. (T3)
  • 5 Ob 504/81
    Entscheidungstext OGH 10.03.1981 5 Ob 504/81
  • 7 Ob 645/82
    Entscheidungstext OGH 01.07.1982 7 Ob 645/82
  • 4 Ob 380/82
    Entscheidungstext OGH 12.10.1982 4 Ob 380/82
  • 1 Ob 624/83
    Entscheidungstext OGH 11.05.1983 1 Ob 624/83
    Veröff: EvBl 1983/144 S 522 = GesRZ 1983,214
  • 2 Ob 508/84
    Entscheidungstext OGH 31.01.1984 2 Ob 508/84
  • 4 Ob 91/89
    Entscheidungstext OGH 11.07.1989 4 Ob 91/89
    Beisatz: Neues Vorbringen ist auch dann ausgeschlossen, wenn der Beschwerdeführer in erster Instanz nicht gehört wurde. (T4) Veröff: RZ 1990/73 = ÖBl 1990,32
  • 2 Ob 562/91
    Entscheidungstext OGH 27.11.1991 2 Ob 562/91
  • 7 Ob 521/92
    Entscheidungstext OGH 05.03.1992 7 Ob 521/92
    Beis wie T4
  • 2 Ob 2051/96y
    Entscheidungstext OGH 25.04.1996 2 Ob 2051/96y
    Beis wie T4
  • 9 ObA 28/96
    Entscheidungstext OGH 27.03.1996 9 ObA 28/96
  • 4 Ob 2080/96b
    Entscheidungstext OGH 30.04.1996 4 Ob 2080/96b
  • 1 Ob 66/01i
    Entscheidungstext OGH 30.03.2001 1 Ob 66/01i
  • 9 Ob 37/01h
    Entscheidungstext OGH 11.04.2001 9 Ob 37/01h
  • 7 Ob 321/01h
    Entscheidungstext OGH 07.05.2002 7 Ob 321/01h
  • 6 Ob 270/02b
    Entscheidungstext OGH 07.11.2002 6 Ob 270/02b
    Auch
  • 4 Ob 260/04w
    Entscheidungstext OGH 14.03.2005 4 Ob 260/04w
    Beis wie T4
  • 9 Ob 22/06k
    Entscheidungstext OGH 29.03.2006 9 Ob 22/06k
  • 3 Ob 111/06d
    Entscheidungstext OGH 13.09.2006 3 Ob 111/06d
    Beisatz: Hier: Vorläufige Entziehung der Obsorge. (T5)
  • 3 Ob 25/07h
    Entscheidungstext OGH 22.02.2007 3 Ob 25/07h
    Beisatz: Hier: Vorläufiger Unterhalt. (T6)
  • 4 Ob 38/07b
    Entscheidungstext OGH 20.03.2007 4 Ob 38/07b
  • 8 Ob 141/08f
    Entscheidungstext OGH 02.04.2009 8 Ob 141/08f
  • 1 Ob 119/09w
    Entscheidungstext OGH 08.09.2009 1 Ob 119/09w
    Auch
  • 6 Ob 204/10h
    Entscheidungstext OGH 24.02.2011 6 Ob 204/10h
    Beis wie T4
  • 3 Ob 223/13k
    Entscheidungstext OGH 19.12.2013 3 Ob 223/13k
    Auch; Beis wie T4
  • 1 Ob 189/14x
    Entscheidungstext OGH 27.11.2014 1 Ob 189/14x
  • 8 Ob 18/15b
    Entscheidungstext OGH 24.03.2015 8 Ob 18/15b
  • 4 Ob 150/15k
    Entscheidungstext OGH 20.10.2015 4 Ob 150/15k
  • 1 Ob 108/15m
    Entscheidungstext OGH 18.06.2015 1 Ob 108/15m
  • 7 Ob 220/16b
    Entscheidungstext OGH 25.01.2017 7 Ob 220/16b
  • 10 Ob 48/18h
    Entscheidungstext OGH 17.07.2018 10 Ob 48/18h
    Beis wie T4
  • 8 Ob 39/19x
    Entscheidungstext OGH 29.04.2019 8 Ob 39/19x
    Beis wie T4
  • 3 Ob 139/20t
    Entscheidungstext OGH 02.11.2020 3 Ob 139/20t
    Vgl; Beis wie T4

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1966:RS0002445

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

28.01.2021

Dokumentnummer

JJR_19660322_OGH0002_0080OB00081_6600000_001

Rechtssatz für 4Ob333/73 4Ob333/74 7Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0005711

Geschäftszahl

4Ob333/73; 4Ob333/74; 7Ob279/74; 4Ob337/75; 4Ob316/76; 8Ob558/76; 4Ob319/78; 2Ob510/78; 2Ob549/78; 4Ob381/78; 4Ob379/78; 4Ob411/78; 5Ob555/79; 4Ob333/79; 4Ob347/79; 4Ob313/80; 4Ob551/80; 4Ob361/81; 5Ob694/81; 4Ob405/81; 4Ob402/87; 4Ob58/89; 4Ob112/91; 1Ob558/93 (1Ob1589/93); 1Ob2111/96i; 1Ob201/02v; 4Ob290/02d; 4Ob210/03s; 4Ob200/05y; 9Ob22/06k; 4Ob42/08t; 17Ob26/08k; 1Ob192/08d; 17Ob24/09t; 4Ob136/14z; 4Ob169/14b; 4Ob260/14k; 4Ob258/14s; 8Ob18/15b; 4Ob25/15b; 4Ob27/15x; 4Ob28/15v; 4Ob60/15z; 4Ob70/15w; 4Ob178/15b; 9ObA121/15g; 4Ob41/17h; 4Ob18/17a; 4Ob271/16f; 4Ob206/19a

Entscheidungsdatum

30.10.1973

Norm

EO §390 Abs2 III
EO §390 Abs2 IVA
EO §390 Abs2 IVC
EO §390 Abs2 IVD

Rechtssatz

Der Vollzug der einstweiligen Verfügung ist nach dem Ermessen des Gerichts vom Erlag einer Sicherheit durch den Antragsteller trotz Bescheinigung seines Anspruchs abhängig zu machen, wenn gegen die Erlassung der einstweiligen Verfügung wegen der Größe des Eingriffs in die Interessen des Antragsgegners Bedenken bestehen. Durch die Sicherheitsleistung wird in einem solchen Fall die nötige Interessenabwägung zwischen der Gefährdung des Antragstellers und dem Eingriff in die Rechtssphäre des Antragsgegners vorgenommen und ein entsprechender Ausgleich bewirkt.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 333/73
    Entscheidungstext OGH 30.10.1973 4 Ob 333/73
    Veröff: RZ 1974/97,174 = ÖBl 1974,63
  • 4 Ob 333/74
    Entscheidungstext OGH 01.10.1974 4 Ob 333/74
  • 7 Ob 279/74
    Entscheidungstext OGH 05.12.1974 7 Ob 279/74
  • 4 Ob 337/75
    Entscheidungstext OGH 07.10.1975 4 Ob 337/75
  • 4 Ob 316/76
    Entscheidungstext OGH 06.04.1976 4 Ob 316/76
  • 8 Ob 558/76
    Entscheidungstext OGH 27.10.1976 8 Ob 558/76
    Vgl auch; nur: Der Vollzug der einstweiligen Verfügung ist nach dem Ermessen des Gerichts vom Erlag einer Sicherheit durch den Antragsteller trotz Bescheinigung seines Anspruchs abhängig zu machen, wenn gegen die Erlassung der einstweiligen Verfügung wegen der Größe des Eingriffs in die Interessen des Antragsgegners Bedenken bestehen. (T1)
  • 4 Ob 319/78
    Entscheidungstext OGH 14.03.1978 4 Ob 319/78
    nur T1
  • 2 Ob 510/78
    Entscheidungstext OGH 16.03.1978 2 Ob 510/78
  • 2 Ob 549/78
    Entscheidungstext OGH 23.08.1978 2 Ob 549/78
    nur T1
  • 4 Ob 381/78
    Entscheidungstext OGH 17.10.1978 4 Ob 381/78
    nur T1; Veröff: ÖBl 1979,41
  • 4 Ob 379/78
    Entscheidungstext OGH 17.10.1978 4 Ob 379/78
  • 4 Ob 411/78
    Entscheidungstext OGH 30.01.1979 4 Ob 411/78
    nur T1
  • 5 Ob 555/79
    Entscheidungstext OGH 06.03.1979 5 Ob 555/79
    nur T1; Beisatz: Interesse des Antragsgegners an rascher Durchführung des Konkursverfahrens. (T2)
  • 4 Ob 333/79
    Entscheidungstext OGH 15.05.1979 4 Ob 333/79
  • 4 Ob 347/79
    Entscheidungstext OGH 29.05.1979 4 Ob 347/79
    nur T1
  • 4 Ob 313/80
    Entscheidungstext OGH 25.03.1980 4 Ob 313/80
  • 4 Ob 551/80
    Entscheidungstext OGH 04.11.1980 4 Ob 551/80
    nur T1
  • 4 Ob 361/81
    Entscheidungstext OGH 07.04.1981 4 Ob 361/81
    nur T1
  • 5 Ob 694/81
    Entscheidungstext OGH 06.08.1981 5 Ob 694/81
  • 4 Ob 405/81
    Entscheidungstext OGH 20.10.1981 4 Ob 405/81
    nur T1
  • 4 Ob 402/87
    Entscheidungstext OGH 23.02.1988 4 Ob 402/87
    Veröff: ÖBl 1989,14
  • 4 Ob 58/89
    Entscheidungstext OGH 27.06.1989 4 Ob 58/89
    Veröff: RdW 1989,333
  • 4 Ob 112/91
    Entscheidungstext OGH 14.01.1992 4 Ob 112/91
  • 1 Ob 558/93
    Entscheidungstext OGH 21.09.1993 1 Ob 558/93
  • 1 Ob 2111/96i
    Entscheidungstext OGH 25.06.1996 1 Ob 2111/96i
    Auch
  • 1 Ob 201/02v
    Entscheidungstext OGH 13.12.2002 1 Ob 201/02v
    Beisatz: Die Anordnung der Sicherheit nach § 390 Abs 2 EO liegt ebenso wie die Bestimmung deren Höhe im Ermessen des Gerichts. Es bedarf hiezu keiner besonderen Erhebungen über die mögliche Höhe eines dem Beklagten eventuell drohenden Schadens. (T3)
  • 4 Ob 290/02d
    Entscheidungstext OGH 18.02.2003 4 Ob 290/02d
    Vgl auch; Beisatz: Der Auftrag zum Erlag einer Sicherheit setzt weder einen Antrag des Gegners der gefährdeten Partei noch ein entsprechendes Angebot der gefährdeten Partei voraus. (T4)
    Veröff: SZ 2003/12
  • 4 Ob 210/03s
    Entscheidungstext OGH 18.11.2003 4 Ob 210/03s
    Auch
  • 4 Ob 200/05y
    Entscheidungstext OGH 29.11.2005 4 Ob 200/05y
  • 9 Ob 22/06k
    Entscheidungstext OGH 29.03.2006 9 Ob 22/06k
    Beis wie T3
  • 4 Ob 42/08t
    Entscheidungstext OGH 08.04.2008 4 Ob 42/08t
  • 17 Ob 26/08k
    Entscheidungstext OGH 23.09.2008 17 Ob 26/08k
    Auch; Beisatz: Die Auferlegung einer Sicherheitsleistung ist trotz Anspruchs- und Gefahrenbescheinigung gerechtfertigt, wenn die einstwillige Verfügung erheblich in die Geschäftstätigkeit des Gegners der gefährdeten Partei eingreift. (T5)
  • 1 Ob 192/08d
    Entscheidungstext OGH 26.02.2009 1 Ob 192/08d
  • 17 Ob 24/09t
    Entscheidungstext OGH 19.11.2009 17 Ob 24/09t
    Auch; nur T1; Beisatz: Das gilt insbesondere dann, wenn die einstweilige Verfügung erheblich in die Geschäftstätigkeit des Gegners der gefährdeten Partei eingreift. (T6)
    Veröff: SZ 2009/154
  • 4 Ob 136/14z
    Entscheidungstext OGH 21.10.2014 4 Ob 136/14z
    nur T1; Beisatz: In die Interessenabwägung ist die Möglichkeit einzubeziehen, dass sich der zu sichernde Unterlassungsanspruch letztlich als unberechtigt erweisen könnte; dies insbesondere dann, wenn ein Einwand des Gegners der gefährdeten Partei mit den Mitteln des Sicherungsverfahrens nicht oder jedenfalls nicht sicher erledigt werden kann. (T7)
  • 4 Ob 169/14b
    Entscheidungstext OGH 20.01.2015 4 Ob 169/14b
    nur T1; Beis wie T7; Beisatz: Hier: Ein Erfolg der Beklagten im Hauptverfahren ist nicht auszuschließen, weil sich dort auf der Tatsachenebene ausreichende Gründe für eine Unionsrechts‑ und damit Verfassungswidrigkeit der konkreten Ausgestaltung des Glücksspielmonopols ergeben könnten. (T8)
  • 4 Ob 260/14k
    Entscheidungstext OGH 17.02.2015 4 Ob 260/14k
    nur T1; Beis wie T7
  • 4 Ob 258/14s
    Entscheidungstext OGH 17.02.2015 4 Ob 258/14s
    nur T1; Beis wie T7; Beis wie T8
  • 8 Ob 18/15b
    Entscheidungstext OGH 24.03.2015 8 Ob 18/15b
    Auch; nur T1; Beis wie T3; Beis wie T7
  • 4 Ob 25/15b
    Entscheidungstext OGH 17.02.2015 4 Ob 25/15b
    nur T1
  • 4 Ob 27/15x
    Entscheidungstext OGH 17.02.2015 4 Ob 27/15x
    nur T1
  • 4 Ob 28/15v
    Entscheidungstext OGH 24.03.2015 4 Ob 28/15v
  • 4 Ob 60/15z
    Entscheidungstext OGH 19.05.2015 4 Ob 60/15z
    Auch; Veröff: SZ 2015/47
  • 4 Ob 70/15w
    Entscheidungstext OGH 19.05.2015 4 Ob 70/15w
    Auch
  • 4 Ob 178/15b
    Entscheidungstext OGH 20.10.2015 4 Ob 178/15b
    Auch
  • 9 ObA 121/15g
    Entscheidungstext OGH 28.10.2015 9 ObA 121/15g
    Auch
  • 4 Ob 41/17h
    Entscheidungstext OGH 21.02.2017 4 Ob 41/17h
    Auch; Beis wie T7
  • 4 Ob 18/17a
    Entscheidungstext OGH 21.02.2017 4 Ob 18/17a
    Auch; Beis wie T7
  • 4 Ob 271/16f
    Entscheidungstext OGH 03.05.2017 4 Ob 271/16f
    Auch; Beis wie T7; Beisatz: Ist die Sachverhaltsgrundlage unstrittig oder aufgrund des Bescheinigungsverfahrens in einer Weise geklärt, dass abweichende Feststellungen im Hauptverfahren praktisch ausgeschlossen sind, so kann – jedenfalls im gewerblichen Rechtsschutz mit der dort typischen Parallelität der Unterlassungsbegehren im Sicherungs- und im Hauptverfahren – der Anspruch im Allgemeinen schon im Sicherungsverfahren abschließend beurteilt werden. Das wird die Auferlegung einer Sicherheit jedenfalls bei eindeutiger oder bereits in Parallelverfahren geklärter Rechtslage regelmäßig ausschließen. (T9)
    Beisatz: Die Auferlegung einer Sicherheit ist zwar auch bei unstrittiger oder geklärter Sachlage nicht ausgeschlossen, wenn die Rechtslage – vor deren abschließender Klärung im Sicherungsverfahren – (noch) unsicher ist. Die Interessen des Gegners der gefährdeten Partei können diesfalls systemkonform aber auch dadurch berücksichtigt werden, dass dem Rekurs oder dem ordentlichen Revisionsrekurs gegen die einstweilige Verfügung aufschiebende Wirkung zuerkannt (§ 524 ZPO iVm §§ 78, 402 EO) oder die Exekution aufgrund der einstweiligen Verfügung wegen eines dagegen erhobenen außerordentlichen Revisionsrekurses aufgeschoben wird. (T10)
  • 4 Ob 206/19a
    Entscheidungstext OGH 19.12.2019 4 Ob 206/19a
    Beisatz: In die Interessenabwägung ist – neben dem Sicherungsbedürfnis und der Schwere des Eingriffs – die Wahrscheinlichkeit einzubeziehen, dass sich im Hauptverfahren das Nichtbestehen des zu sichernden Anspruchs ergibt. Je höher diese Wahrscheinlichkeit ist, umso eher ist eine Sicherheit aufzuerlegen, je geringer, umso eher nicht. (T11)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1973:RS0005711

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

13.05.2020

Dokumentnummer

JJR_19731030_OGH0002_0040OB00333_7300000_001

Rechtssatz für 5Ob2008/96x 1Ob65/97h 1...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0097221

Geschäftszahl

5Ob2008/96x; 1Ob65/97h; 10ObS305/97v; 1Ob48/02v; 1Ob245/03s; 1Ob78/04h; 6Ob95/05x; 6Ob103/05y; 8Ob139/09p; 17Ob1/10m; 17Ob17/10i; 4Ob102/12x; 4Ob151/12b; 4Ob150/13g; 4Ob61/14w; 8Ob18/15b; 2Ob29/17d; 7Ob133/17k; 5Ob34/21t; 7Ob38/21w

Entscheidungsdatum

26.03.1996

Norm

EO §78
EO §402 Abs1 C
EO §402 Abs2 C
EO §402 Abs4 C
ZPO §528 Abs1 K
ZPO §528 Abs2 K
ZPO §528 Abs1 Z1 L
ZPO §528 Abs2 Z1a L
ZPO §528 Abs2a L

Rechtssatz

§ 402 Abs 1 EO durchbricht die generellen Beschränkungen für die Anrufung des Obersten Gerichtshofes im Provisorialverfahren nur insofern, als der Revisionsrekurs - entgegen § 528 Abs 2 Z 2 ZPO - auch gegen bestätigende Beschlüsse der zweiten Instanz zulässig ist. Alle übrigen Rechtsmittelbeschränkungen des § 528 ZPO gelten gemäß § 402 Abs 4 und § 78 EO auch hier, sodass der Oberste Gerichtshof nur angerufen werden kann, wenn eine iSd § 528 Abs 1 ZPO bedeutsame Rechtsfrage zu lösen ist.

Entscheidungstexte

  • 5 Ob 2008/96x
    Entscheidungstext OGH 26.03.1996 5 Ob 2008/96x
  • 1 Ob 65/97h
    Entscheidungstext OGH 18.03.1997 1 Ob 65/97h
    Veröff: SZ 70/48
  • 10 ObS 305/97v
    Entscheidungstext OGH 09.09.1997 10 ObS 305/97v
  • 1 Ob 48/02v
    Entscheidungstext OGH 22.03.2002 1 Ob 48/02v
  • 1 Ob 245/03s
    Entscheidungstext OGH 18.11.2003 1 Ob 245/03s
    Beisatz: Der Revisionsrekurs ist daher in Streitigkeiten nach § 528 Abs 2 Z 1 und 1a ZPO - im letzteren Fall vorbehaltlich des § 528 Abs 2a ZPO - jedenfalls unzulässig. (T1)
  • 1 Ob 78/04h
    Entscheidungstext OGH 16.04.2004 1 Ob 78/04h
    Vgl auch; Beisatz: § 402 Abs 1 letzter Satz EO ist die einzige Ausnahme von den im Provisorialverfahren sonst geltenden Rechtsmittelbeschränkungen. (T2)
  • 6 Ob 95/05x
    Entscheidungstext OGH 19.05.2005 6 Ob 95/05x
    Auch; Beisatz: In Streitigkeiten, in denen der Entscheidungsgegenstand zwar EUR 4.000, nicht aber EUR 20.000 übersteigt und in denen das Gericht zweiter Instanz die Unzulässigkeit des Revisionsrekurses ausgesprochen hat, ist auch im Provisorialverfahren gemäß § 402 Abs 4, § 78 EO und § 528 Abs 2 Z 1a ZPO - vorbehaltlich des § 528 Abs 2a ZPO - ein Revisionsrekurs jedenfalls unzulässig. (T3)
  • 6 Ob 103/05y
    Entscheidungstext OGH 19.05.2005 6 Ob 103/05y
    Vgl auch; Beisatz: Ob ein konkreter Anspruch im Sicherungsverfahren bescheinigt werden konnte und ob die Gefahr einer endgültigen Vereitelung der Durchsetzung des zu sichernden Anspruchs droht, ist auf der Sachverhaltsgrundlage des jeweiligen Anlassfalls zu beurteilen. Sie verwirklicht daher keine Rechtsfrage erheblicher Bedeutung im Sinn des § 528 Abs 1 ZPO. (T4)
  • 8 Ob 139/09p
    Entscheidungstext OGH 19.11.2009 8 Ob 139/09p
    Vgl; Beisatz: Der Widerruf einer Zurückziehung eines Antrags auf Erlassung einer einstweiligen Verfügung ist nicht mit dem in § 402 Abs 1 EO genannten Fall des Antrags auf Erlassung einer einstweiligen Verfügung gleichzuhalten. (T5)
  • 17 Ob 1/10m
    Entscheidungstext OGH 23.03.2010 17 Ob 1/10m
    Vgl auch; Beis wie T3
  • 17 Ob 17/10i
    Entscheidungstext OGH 17.11.2010 17 Ob 17/10i
    Vgl; Beis wie T1; Beis wie T3
  • 4 Ob 102/12x
    Entscheidungstext OGH 12.06.2012 4 Ob 102/12x
    Vgl auch; Beis wie T3
  • 4 Ob 151/12b
    Entscheidungstext OGH 18.09.2012 4 Ob 151/12b
    Vgl auch; Beis wie T3
  • 4 Ob 150/13g
    Entscheidungstext OGH 27.08.2013 4 Ob 150/13g
    Vgl auch; Beis wie T3
  • 4 Ob 61/14w
    Entscheidungstext OGH 23.04.2014 4 Ob 61/14w
    Auch; Beis wie T1; Beis wie T3
  • 8 Ob 18/15b
    Entscheidungstext OGH 24.03.2015 8 Ob 18/15b
    Vgl auch
  • 2 Ob 29/17d
    Entscheidungstext OGH 23.02.2017 2 Ob 29/17d
    Auch; Beisatz: In Streitigkeiten, in denen der Entscheidungsgegenstand zwar EUR 5.000, nicht aber EUR 30.000 übersteigt und in denen das Gericht zweiter Instanz die Unzulässigkeit des Revisionsrekurses ausgesprochen hat, ist auch im Provisorialverfahren gemäß § 402 Abs 4, § 78 EO und § 528 Abs 2 Z 1a ZPO – vorbehaltlich des § 528 Abs 2a ZPO – ein Revisionsrekurs jedenfalls unzulässig. (T6)
  • 7 Ob 133/17k
    Entscheidungstext OGH 21.09.2017 7 Ob 133/17k
    Auch
  • 5 Ob 34/21t
    Entscheidungstext OGH 08.04.2021 5 Ob 34/21t
    Beis wie T1
  • 7 Ob 38/21w
    Entscheidungstext OGH 28.04.2021 7 Ob 38/21w
    Auch; Beisatz: Maßgeblich ist das Vorliegen einer erheblichen Rechtsfrage im Sinn des § 528 Abs 1 ZPO. (T7)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1996:RS0097221

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

28.06.2021

Dokumentnummer

JJR_19960326_OGH0002_0050OB02008_96X0000_001

Entscheidungstext 8Ob18/15b

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Fundstelle

Zak 2015/287 S 159 - Zak 2015,159 = OIZ 2015,13/Heft 06 = ZVB 2015/90 S 315 (Oppel) - ZVB 2015,315 (Oppel) = bbl 2015,187/159 - bbl 2015/159 = EvBl 2015/111 S 793 (Ballon) - EvBl 2015,793 (Ballon) = Schbanov, ecolex 2016,386 = ecolex 2016/178 S 389 - ecolex 2016,389 = Frad, bau aktuell 2016,170 (Rechtsprechungsübersicht) = MietSlg 67.801

Geschäftszahl

8Ob18/15b

Entscheidungsdatum

24.03.2015

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat als Revisionsrekursgericht durch den Vizepräsidenten Prof. Dr.

 Spenling als Vorsitzenden sowie die Hofrätin Dr. Tarmann-Prentner, die Hofräte Mag. Ziegelbauer und Dr. Brenn und die Hofrätin Dr. Weixelbraun-Mohr als weitere Richter in der Rechtssache der gefährdeten Parteien 1. Dr. T***** K***** und 2. G***** K*****, beide: *****, beide vertreten durch Dr. Berthold Garstenauer, Rechtsanwalt in Salzburg, gegen die Gegner der gefährdeten Parteien 1. Dr. F***** D***** und 2. DDr. C***** G*****, beide: *****, beide vertreten durch Prof. Haslinger und Partner, Rechtsanwälte in Linz, wegen Erlassung einer einstweiligen Verfügung, über den außerordentlichen Revisionsrekurs der gefährdeten Parteien gegen den Beschluss des Oberlandesgerichts Linz als Rekursgericht vom 14. Jänner 2015, GZ 4 R 6/15b-18, womit über Rekurs der gefährdeten Parteien der Beschluss des Landesgerichts Wels vom 11. Dezember 2014, GZ 6 Cg 144/14d-9, in der Hauptsache bestätigt wurde, in nichtöffentlicher Sitzung den

Beschluss

gefasst:

Spruch

Dem Revisionsrekurs wird Folge gegeben.

Die Beschlüsse der Vorinstanzen werden dahin abgeändert, dass sie zu lauten haben:

„Den Gegnern der gefährdeten Parteien wird bis zur rechtskräftigen Beendigung des Verfahrens 6 Cg 144/14d des Landesgerichts Wels die mit Bescheid der Stadtgemeinde G***** vom 16. 5. 2014, Zl BauR*****, bewilligte Bauführung auf den Grundstücken ***** und ***** der Liegenschaft EZ ***** KG ***** untersagt.

Dieses Verbot wird unwirksam, wenn die gefährdeten Parteien nicht binnen 14 Tagen ab Zustellung dieser Entscheidung eine Sicherheitsleistung von 50.000 EUR beim Erstgericht erlegen.“

Die Gegner der gefährdeten Parteien haben die Kosten des Provisorialverfahrens aller drei Instanzen endgültig selbst zu tragen; die gefährdeten Parteien haben diese Kosten vorläufig selbst zu tragen.

Text

Begründung:

Die Gefährdeten (in weiterer Folge: Kläger) sind je zur Hälfte Eigentümer von Grundstücken in G*****, auf denen sich ihr Wohnhaus befindet. Die Gegner der Gefährdeten (in weiterer Folge: Beklagte) sind je zur Hälfte Eigentümer von in östlicher Richtung angrenzenden Grundstücken. Die Beklagten beantragten am 28. 1. 2014 die Erteilung einer Baubewilligung für den Abbruch des auf ihrem Grund befindlichen Altbestandes und die Errichtung eines Zweifamilienhauses auf einem der Grundstücke.

Die Beklagten legten den ersten Einreichplan zu diesem Projekt vom 21. 1. 2012 samt Baubeschreibung dem Stadtamt G***** vor. Der von den Beklagten beauftragte Architekt, der auch den Einreichplan verfasst hatte, ging davon aus, dass das künftige Haus der Beklagten die gleiche absolute Höhe habe, wie das Haus der Kläger. Am 12. 2. 2014 fand dazu eine Bauverhandlung des Stadtamtes G***** statt. Der Erstkläger erhob Einwendungen gegen die Höhe des geplanten Hauses der Beklagten. Die Beklagten erklärten sich in der Folge mit einer Reduktion der Höhe des Bauvorhabens einverstanden, wenn die Kläger ihre Einwendungen gegen das Projekt zurückziehen. In der Bauverhandlungsschrift vom 12. 2. 2014 ist folgende von den Klägern unterfertigte Passage enthalten:

„[Die Kläger] erheben gegen das vorliegende Projekt aufgrund deren Höhenentwicklung Einspruch. Weiters erklären sie ihren Einspruch gegen das vorliegende Projekt zurückzuziehen, wenn die max. Höhe des Gebäudes von den ursprünglich im Einreichplan angegebenen + 10,61 m auf max. + 10,31 m reduziert wird. Diese Reduktion von 30 cm erfolgt durch Tieferlegung der im vorliegenden Einreichplan angegebenen so genannten Nulllinie (…) von derzeit + 462,59 m ü.A. auf zukünftig + 462,39 m ü.A. und eine Höhenreduktion im Bereich der Attika des obersten Flachdaches von insgesamt 10 cm.“

Weiters findet sich in der Verhandlungsschrift folgende von den Beklagten unterfertigte Passage:

„Aufgrund der Forderungen der Anrainer [Kläger] wird vom Verhandlungsleiter ein Vergleichsversuch geführt und erklären sich die Bauwerber bereit, die Forderung nach Reduktion der Gebäudehöhe von + 10,61 m auf + 10,31 m zu erfüllen. Diese Reduktion von 30 cm erfolgt durch Tieferlegung der im vorliegenden Einreichplan angegebenen sogenannten Nulllinie (…) von derzeit + 462,59 m ü.A. auf zukünftig + 462,39 m ü.A. und eine weitere Höhenreduktion, sodass die Attika beim obersten Flachdach auf max. + 10,31 m zu liegen kommt.“

Mit Eingabe vom 28. 2. 2014 beantragten die Beklagten die Bewilligung zur Abweichung vom (mittlerweile) genehmigten Bauvorhaben. Der beigelegte geänderte Einreichplan sah insofern eine Veränderung vor, als sich daraus eine Erhöhung der Attika des geplanten Gebäudes um 41 cm bzw 71 cm (unter Berücksichtigung der im Zuge der Bauverhandlung vom 12. 2. 2014 genannten Höhenreduktion) auf + 473,61 m ü.A. ergibt.

In dem über diese neue Eingabe folgenden weiteren Baubewilligungsverfahren erhoben die Kläger neuerlich Einwände nicht nur gegen die ihrer Ansicht nach nicht unwesentlichen Änderungen iSd § 34 der oberösterreichischen Bauordnung (OÖ BauO, LGBl Nr 66/1994), sondern gegen das Projekt selbst.

Am 16. 5. 2014 erteilte der Bürgermeister der Stadt G***** auf Grundlage des Einreichplans vom 28. 2. 2014 und eines Austauschplans „Ansicht West“ vom 10. 4. 2014 eine neue Baubewilligung. In der Begründung der zweiten Baubewilligung führte die Baubehörde ua aus, dass die Projektänderung, welche insbesondere eine Erhöhung des geplanten Wohnhauses um 71 cm zum Inhalt habe, nur eine unwesentliche Änderung im Sinne des § 34 OÖ BauO darstelle, sodass die Durchführung einer neuerlichen Bauverhandlung nicht erforderlich gewesen sei.

Die dagegen erhobene Berufung der Kläger blieb erfolglos. Die Kläger haben zwischenzeitig Beschwerde beim Landesverwaltungsgericht eingereicht; das Verfahren darüber ist noch nicht abgeschlossen. Mit der Errichtung des Neubaus wurde bereits begonnen.

Mit ihrer Klage begehren die Kläger, die Beklagten zur ungeteilten Hand schuldig zu erkennen, die anlässlich der Bauverhandlung vom 12. 2. 2014 getroffene und im Klagebegehren genau umschriebene Vereinbarung zuzuhalten.

Nach Einbringung der Klage beantragten die Kläger die Erlassung der aus dem Spruch ersichtlichen einstweiligen Verfügung. Sie hätten mit den Beklagten in der Bauverhandlung vom 12. 2. 2014 vereinbart, die Gebäudehöhe des neu von den Beklagten zu errichtenden Hauses in der in der Vereinbarung genau umschriebenen Weise um 30 cm zu reduzieren. Die Beklagten hielten sich nicht an diese Vereinbarung, weil der geänderte Bauplan anstelle der vereinbarten Reduktion der Bauhöhe eine Erhöhung auf + 10,92 m vorsehe. Ein anderes, neues Projekt liege nicht vor, was sich schon daraus ergebe, dass die Baubehörde keine weitere Bauverhandlung anberaumt habe. Eine zivilrechtliche Vereinbarung könne nicht dadurch umgangen werden, dass nachträglich ein Bauprojekt eingereicht werde, das ihr widerspreche. Die Beklagten hätten mit der Bauführung auf Basis der zweiten Baubewilligung begonnen und auch schriftlich das Vorliegen einer Vereinbarung über die Gebäudehöhe bestritten. Sie wollten daher offenkundig die mit den Klägern getroffene Vereinbarung nicht einhalten. Die vereinbarungswidrig begonnenen und weitergeführten Baumaßnahmen seien geeignet, die Durchsetzung des Anspruchs der Kläger konkret zu gefährden. Ohne Bewilligung der beantragten einstweiligen Verfügung sei die Beeinträchtigung des Anspruchs wahrscheinlich, weil das geplante dreistöckige und unterkellerte Zweifamilienhaus auf dem Grundstück der Beklagten eine Bruttogeschossfläche von mehr als 1.000 m² aufweise. Daraus seien Errichtungskosten von mehr als 1.000.000 EUR ableitbar. Da zur Herstellung der vereinbarten Höhe bei vorheriger Fertigstellung eine Vernichtung der gesamten neu errichteten Bausubstanz notwendig wäre und dies allenfalls untunlich oder gar nicht mehr durchsetzbar wäre, sei die Beeinträchtigung des Anspruchs ohne Erlassung der beantragten einstweiligen Verfügung wahrscheinlich.

Die Beklagten beantragten die Abweisung des Provisorialantrags und für den Fall der Erlassung der einstweiligen Verfügung jedenfalls die Auferlegung einer Sicherheitsleistung, weil eine Bauunterbrechung Gerätestillstands- und Vorhaltekosten von täglich 2.000 EUR verursachen würde, was hochgerechnet auf einen sechsmonatigen Baustopp einen Vermögensnachteil der Beklagten von 360.000 EUR bewirken würde. Sie brachten vor, auf Basis der zweiten Baugenehmigung zu bauen, der eine als neue Baueinreichung zu wertende Projektänderung zu Grunde liege. Beim Verfahren nach der OÖ BauO handle es sich um ein Projektgenehmigungsverfahren. Nur im ersten Baubewilligungsverfahren habe ein projektbezogener „Einwendungsabtausch“ zwischen den Parteien stattgefunden, nicht aber im zweiten Verfahren, in dem den Klägern auch die neuerliche Möglichkeit eingeräumt worden sei, Einwendungen zu erheben. Darüber hinaus sei erst nach Vorliegen der ersten Baugenehmigung für die Beklagten aufgrund einer Neuvermessung offenbar geworden, dass das Haus der Kläger tatsächlich höher sei, als von diesen eingereicht und baubehördlich bewilligt. Über diesen Umstand hätten die Kläger die Beklagten bei der ersten Bauverhandlung bewusst im Unklaren gelassen. Nur deshalb sei es zum dargestellten „Einwendungsaustausch“ gekommen. Das ursprüngliche Bauprojekt der Beklagten wäre tatsächlich deutlich niedriger als 30 cm gegenüber dem Haus der Kläger gewesen. Die Beklagten hätten vor diesem Hintergrund ihre Bauabsichten überdacht und das Projekt neu eingereicht. Eine allenfalls zivilrechtlich über das erste Bauprojekt „ausstrahlende“ Dienstbarkeitsvereinbarung werde daher im Haupt- wie im Provisorialverfahren wegen Irrtums und List angefochten.

Die Kläger sprachen sich gegen die Auferlegung einer Sicherheitsleistung aus und wandten ua ein, dass die Beklagten die behaupteten Geräte- und Baustellenvorhaltekosten nicht bescheinigt hätten.

Das Erstgericht wies den Provisorialantrag mangels Bescheinigung der Voraussetzungen des § 381 Z 1 EO ab. Die von den Parteien in der Bauverhandlung vom 12. 2. 2014 abgegebenen Erklärungen seien verfahrensrechtlicher Natur und hätten sich auf das konkrete erste Bauprojekt bezogen. Eine darüber hinausgehende Vereinbarung der Parteien über die Einhaltung einer bestimmten Bauhöhe unabhängig von einem konkreten Projekt sei nicht bescheinigt und von den Klägern nicht vorgebracht worden. Aus der eidesstättigen Erklärung des Architekten ergebe sich, dass es sich beim geänderten Projekt der Beklagten um eine völlige Neuprojektierung handle, wovon im Verwaltungsverfahren offensichtlich auch die Kläger ausgegangen seien. Den Klägern habe daher klar sein müssen, dass die getroffene „Vereinbarung“ nicht mehr relevant sein könne, weil dieser eine gänzlich andere Einreichplanung zugrunde gelegen sei.

Das Rekursgericht gab, soweit für das Revisionsrekursverfahren von Bedeutung, dem von den Klägern gegen diese Entscheidung erhobenen Rekurs nicht Folge. Dem Argument der Kläger, dass der Zweck der Vereinbarung offenkundig die Beschränkung der Bauhöhe des von den Beklagten neu zu errichtenden Hauses gewesen sei, hielt es entgegen, dass im Provisorialverfahren die Vertragsauslegung nur anhand des Textes der Vereinbarung erfolgen könne. Berücksichtige man, dass die Erklärungen in einer Bauverhandlung über ein dort verhandeltes konkretes Bauprojekt abgegeben worden seien, sei mit dem Erstgericht davon auszugehen, dass mit der strittigen Vereinbarung lediglich die Einwände der Kläger im „ersten“ Bauverfahren weggefallen seien. Die von den Klägern angestrebte Deutung der Vereinbarung in einen Servitutsvertrag sei deren Text nicht zu entnehmen. Es gebe keine Anzeichen dafür, dass sich die Beklagten verpflichtet hätten, bei jeglicher Bebauung des Grundstücks eine bestimmte Gebäudehöhe nicht zu überschreiten.

Das Rekursgericht sprach aus, dass der Wert des Entscheidungsgegenstands 30.000 EUR übersteige, und dass der Revisionsrekurs nicht zulässig sei, weil es sich um eine Entscheidung im Einzelfall handle.

Gegen diesen Beschluss richtet sich der außerordentliche Revisionsrekurs der Kläger.

In der ihnen vom Obersten Gerichtshof freigestellten Beantwortung des Revisionsrekurses beantragten die Beklagten, den Revisionsrekurs zurück-, hilfsweise abzuweisen.

Rechtliche Beurteilung

Im Anlassfall gelangt § 402 Abs 2 EO nicht zur Anwendung. Aus diesem Grund ist der Revisionsrekurs gemäß §§ 78, 402 Abs 4 EO iVm § 528 Abs 1 ZPO (nur) bei Vorliegen einer erheblichen Rechtsfrage zulässig (vgl RIS-Justiz RS0097221). Diese Voraussetzung ist hier gegeben, weil die Auslegung der hier zwischen den Parteien getroffenen Vereinbarung den dem Rekursgericht offen stehenden Ermessensspielraum überschreitet und korrekturbedürftig ist.

Der Revisionsrekurs ist auch berechtigt.

1.1 Schon nach ihrem Wortlaut ist die zwischen den Parteien getroffene Vereinbarung dahin auszulegen, dass sich die Beklagten im Rahmen der von ihnen konkret beabsichtigten Errichtung ihres Zweifamilienwohnhauses zur Einhaltung einer bestimmten Gebäudehöhe verpflichteten. Nachdem die Kläger gegen die Höhe des beabsichtigten Baus Einwände erhoben hatten, haben sich die Parteien darauf geeinigt, dass die Beklagten die Bauhöhe reduzieren und die Kläger unter dieser Voraussetzung ihre Einwände gegen das Projekt zurückziehen. Der Versuch der Beklagten, dieses Ergebnis durch Bezugnahme auf den Begriff des „Projekts“ (im verwaltungsrechtlichen Sinn) zu relativieren und daraus abzuleiten, dass sich die Vereinbarung nur auf das der Bauverhandlung zugrunde liegende „Projekt“, nicht aber auf das nur etwa zwei Wochen später (!) eingereichte geänderte „Projekt“ beziehe, ist mit den Grundsätzen des redlichen Verkehrs unvereinbar. Es konnte für die Beklagten nicht zweifelhaft sein, dass die Kläger mit der am 12. 2. 2014 getroffenen Vereinbarung erreichen wollten, dass das am Nachbargrundstück errichtete Gebäude die festgelegte Höhe nicht überschreitet. Dass die Beklagten sich dazu bereit erklärten, konnte für einen redlichen Erklärungsempfänger nicht anders als Zustimmung zu diesem Ansinnen gewertet werden. Es kann nicht ernsthaft unterstellt werden, dass redliche Parteien eine solche Vereinbarung schließen, damit aber nicht ausschließen wollen, dass 14 Tage später die Errichtung eines Gebäudes beantragt wird, das noch höher ist, als das zunächst geplante. Dabei braucht hier nicht geprüft zu werden, ob die von den Parteien getroffene Vereinbarung für alle Zukunft „jeglicher“ mit der vereinbarten Höhenbeschränkung in Widerspruch stehender Bauführung entgegensteht; dass aber die Vereinbarung einer Bauführung entgegensteht, die 14 Tage später beantragt wird, dem ursprünglichen Projekt weitgehend entspricht, aber einen noch höheren Bau vorsieht, als ursprünglich geplant, kann nicht ernsthaft bezweifelt werden.

1.2 Über die von den Beklagten erklärte Anfechtung der Vereinbarung wegen Irrtums bzw List kann im Provisorialverfahren nicht entschieden werden, weil der als bescheinigt angenommene Sachverhalt insoweit für eine Beurteilung nicht ausreicht.

1.3 Damit ist aber der von den Klägern geltend gemachte Anspruch als bescheinigt anzusehen.

2.1 Gemäß § 381 Z 1 EO können zur Sicherung anderer Ansprüche einstweilige Verfügungen getroffen werden, wenn zu besorgen ist, dass sonst die gerichtliche Verfolgung oder Verwirklichung des fraglichen Anspruchs, insbesondere durch eine Veränderung des bestehenden Zustands, vereitelt oder erheblich erschwert würde.

2.2 Die Beklagten haben mit der Bauführung bereits begonnen. Sie haben das Vorbringen der Kläger, dass das von ihnen geplante Wohnhaus ein Auftragsvolumen von jedenfalls mehr als 1.000.000 EUR erreiche, nicht bestritten. Ausgehend davon kann aber selbst in dem Fall, dass die Baumaßnahmen faktisch rückführbar sind, von einer erheblichen Erschwerung der Verwirklichung des von den Klägern mit der Klage geltend gemachten Anspruchs iSd § 381 Z 1 EO ausgegangen werden (5 Ob 214/06s).

3. Die Beklagten behaupten in der Revisionsrekursbeantwortung unter Vorlage eines Fotos vom 3. 3. 2015, dass der Rohbau bereits vollendet wäre, sodass die begehrte einstweilige Verfügung ihren Zweck nicht mehr erfüllen könne. Dem kommt schon aufgrund des Umstands, dass dieser Argumentation das auch im Provisorialverfahren geltende Neuerungsverbot entgegensteht (RIS-Justiz RS0002445), keine Berechtigung zu. Darüber hinaus ergibt sich aus den Behauptungen der Beklagten nicht (und ist auch aus dem Foto nicht ersichtlich), dass die geplante Gebäudehöhe (Attika beim obersten Flachdach) mit der behaupteten Vollendung des Rohbaus bereits erreicht worden wäre.

4. Aus diesen Gründen ist die beantragte einstweilige Verfügung zu erlassen. Gegen die Formulierung des Verbotsantrags haben die Beklagten keine Einwände erhoben.

Allerdings ist der Vollzug von einer Sicherheitsleistung abhängig zu machen.

4.1 Der Vollzug einer einstweiligen Verfügung ist nach § 390 Abs 2 EO nach dem Ermessen des Gerichts trotz Bescheinigung des Anspruchs vom Erlag einer Sicherheit durch den Antragsteller abhängig zu machen, wenn gegen die Erlassung der einstweiligen Verfügung wegen der Größe des Eingriffs in die Interessen des Antragsgegners Bedenken bestehen (RIS-Justiz RS0005711, vgl auch RS0005595). In die Interessenabwägung ist die Möglichkeit einzubeziehen, dass sich der zu sichernde Anspruch letztlich als unberechtigt erweisen könnte; dies insbesondere dann, wenn - wie hier - ein Einwand des Gegners der gefährdeten Partei mit den Mitteln des Sicherungsverfahrens nicht oder jedenfalls nicht sicher erledigt werden kann (4 Ob 145/14y mwN; 4 Ob 136/14z; 17 Ob 24/09t ua).

4.2 Die Bestimmung der Höhe einer Sicherheit liegt im Ermessen des Gerichts; es bedarf dazu keiner besonderen Erhebungen über die mögliche Höhe eines dem Beklagten eventuell drohenden Schadens (4 Ob 145/14y; RIS-Justiz RS0005711 [T3]). Wenn die Frage, ob und in welcher Höhe durch den Vollzug der einstweiligen Verfügung den Beklagten ein Schaden entstehen wird, gegenwärtig noch nicht mit Sicherheit beantwortet werden kann, genügt nach der Rechtsprechung die Festsetzung einer verhältnismäßig niedrigen Kaution, zumal später immer noch die Möglichkeit einer Erhöhung gegeben ist, wenn sie sich als unzureichend herausstellen sollte (stRsp 9 Ob 22/06k; RIS-Justiz RS0005453). Im vorliegenden Fall ist zwar das Vorbringen der Beklagten plausibel, dass die Verzögerung des Baus mit Kosten verbunden ist, jedoch sind die dafür geltend gemachten Geräte- und Baustellenvorhaltekosten nicht bescheinigt. In Anbetracht der Größe des Gebäudes und des von den Klägern angegebenen Auftragsvolumens ist unter Berücksichtigung der zu erwartenden weiteren Verfahrensdauer davon auszugehen, dass ein Schaden von 50.000 EUR entstehen könnte. Den Klägern ist daher der Erlag einer Sicherheitsleistung in dieser Höhe aufzutragen.

5. Die Kostenentscheidung beruht auf § 393 Abs 1 EO iVm § 50 ZPO.

Textnummer

E110287

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2015:0080OB00018.15B.0324.000

Im RIS seit

01.04.2015

Zuletzt aktualisiert am

06.04.2021

Dokumentnummer

JJT_20150324_OGH0002_0080OB00018_15B0000_000