Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Rechtssatz für 1Ob907/34 3Ob100/70 3Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0011102

Geschäftszahl

1Ob907/34; 3Ob100/70; 3Ob532/79; 3Ob125/84; 3Ob2277/96s; 5Ob36/00f; 5Ob278/07d; 5Ob190/14y; 5Ob35/15f

Entscheidungsdatum

04.01.1935

Norm

ABGB §418
ABGB §435

Rechtssatz

Wer auf fremden Grund mit Zustimmung des Grundeigentümers ein Schrebergartenhaus erbaut, erwirbt daran auch ohne Hinterlegung einer Urkunde das Eigentum. Zur Übertragung des Eigentums an dem Hause ist dagegen die Urkundenhinterlegung erforderlich.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 907/34
    Entscheidungstext OGH 04.01.1935 1 Ob 907/34
    SZ 17/2
  • 3 Ob 100/70
    Entscheidungstext OGH 12.08.1970 3 Ob 100/70
    nur: Zur Übertragung des Eigentums an dem Hause ist dagegen die Urkundenhinterlegung erforderlich. (T1)
    Veröff: MietSlg 22676
  • 3 Ob 532/79
    Entscheidungstext OGH 13.06.1979 3 Ob 532/79
    nur T1; Beisatz: Originärer Eigentumserwerb der mit unentgeltlicher Werkleistung eines Geschenkgebers errichteten Badehütte durch die Bauführerin ( Lebensgefährtin des Geschenkgebers ). (T2)
  • 3 Ob 125/84
    Entscheidungstext OGH 13.02.1985 3 Ob 125/84
    Auch; nur T1; Beisatz: Auch wenn das Eigentum am Superädifikat auf den Eigentümer des Grundes übergehen soll, auf dem der Überbau errichtet wurde, gibt es kein automatisches "Zuwachsen". (T3)
    Veröff: EvBl 1986/10 S 45 = RdW 1985,368
  • 3 Ob 2277/96s
    Entscheidungstext OGH 20.11.1996 3 Ob 2277/96s
    Auch
  • 5 Ob 36/00f
    Entscheidungstext OGH 29.02.2000 5 Ob 36/00f
    Auch
  • 5 Ob 278/07d
    Entscheidungstext OGH 19.02.2008 5 Ob 278/07d
    Vgl aber; Beisatz: Erwirbt der Eigentümer eines in stabiler und massiver Bauweise ausgeführten Superädifikats auch die Liegenschaft, auf der dieses errichtet ist, dann verliert das Bauwerk seine rechtliche Selbstständigkeit und wird unselbstständiger Bestandteil (Zuwachs) des Grundstücks. (T4)
    Veröff: SZ 2008/26
  • 5 Ob 190/14y
    Entscheidungstext OGH 18.11.2014 5 Ob 190/14y
    Vgl auch; nur T1; Beis wie T3
  • 5 Ob 35/15f
    Entscheidungstext OGH 24.03.2015 5 Ob 35/15f
    nur T1; Veröff: SZ 2015/26

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1935:RS0011102

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

10.03.2017

Dokumentnummer

JJR_19350104_OGH0002_0010OB00907_3400000_001

Rechtssatz für 7Ob71/56 3Ob125/84 3Ob1...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0011244

Geschäftszahl

7Ob71/56; 3Ob125/84; 3Ob130/87; 1Ob80/98s; 2Ob35/99g; 5Ob278/07d; 5Ob55/13v; 5Ob190/14y; 5Ob35/15f; 10Ob66/15a; 3Ob200/16g; 5Ob180/17g

Entscheidungsdatum

22.02.1956

Norm

ABGB §435

Rechtssatz

Die Übertragung des Eigentumsrechtes an einem Überbau kann nur durch Urkundenhinterlegung erfolgen, nicht auch durch Zeichen oder Erklärung.

Entscheidungstexte

  • 7 Ob 71/56
    Entscheidungstext OGH 22.02.1956 7 Ob 71/56
    Veröff: EvBl 1956/148 S 296
  • 3 Ob 125/84
    Entscheidungstext OGH 13.02.1985 3 Ob 125/84
    Auch; Beisatz: Dies gilt auch, wenn das Eigentum am Superädifikat auf den Eigentümer des Grundes übergehen soll, auf dem der Überbau errichtet wurde (mit ausdrücklicher Ablehnung des zum Teil gegenteiligen Schrifttums). (T1)
    Veröff: RdW 1985,368 = MietSlg 37026, 37030 (12)
  • 3 Ob 130/87
    Entscheidungstext OGH 02.03.1988 3 Ob 130/87
    Veröff: SZ 61/51 = JBl 1988,578
  • 1 Ob 80/98s
    Entscheidungstext OGH 09.06.1998 1 Ob 80/98s
    Auch; nur: Die Übertragung des Eigentumsrechtes an einem Überbau kann nur durch Urkundenhinterlegung erfolgen. (T2)
    Beisatz: Dies gilt auch für die nur teilweise Übereignung eines bereits vorhandenen Superädifikats. (T3)
  • 2 Ob 35/99g
    Entscheidungstext OGH 25.03.1999 2 Ob 35/99g
    nur T2; Beis wie T3
  • 5 Ob 278/07d
    Entscheidungstext OGH 19.02.2008 5 Ob 278/07d
    Vgl aber; Beisatz: Erwirbt der Eigentümer eines in stabiler und massiver Bauweise ausgeführten Superädifikats auch die Liegenschaft, auf der dieses errichtet ist, dann verliert das Bauwerk seine rechtliche Selbstständigkeit und wird unselbstständiger Bestandteil (Zuwachs) des Grundstücks. (T4)
    Veröff: SZ 2008/26
  • 5 Ob 55/13v
    Entscheidungstext OGH 16.07.2013 5 Ob 55/13v
    Auch
  • 5 Ob 190/14y
    Entscheidungstext OGH 18.11.2014 5 Ob 190/14y
  • 5 Ob 35/15f
    Entscheidungstext OGH 24.03.2015 5 Ob 35/15f
    Auch; Veröff: SZ 2015/26
  • 10 Ob 66/15a
    Entscheidungstext OGH 19.01.2016 10 Ob 66/15a
    Auch; nur T2
  • 3 Ob 200/16g
    Entscheidungstext OGH 18.10.2016 3 Ob 200/16g
    Beis wie T1
  • 5 Ob 180/17g
    Entscheidungstext OGH 13.02.2018 5 Ob 180/17g
    nur T2

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1956:RS0011244

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

20.03.2018

Dokumentnummer

JJR_19560222_OGH0002_0070OB00071_5600000_002

Rechtssatz für 3Ob125/84 7Ob520/91 5Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0010982

Geschäftszahl

3Ob125/84; 7Ob520/91; 5Ob73/93; 3Ob2305/96h; 1Ob80/98s; 5Ob278/07d; 5Ob55/13v; 7Ob145/14w; 5Ob190/14y; 5Ob35/15f; 6Ob191/16f; 5Ob180/17g

Entscheidungsdatum

13.02.1985

Norm

ABGB §372 Ic
ABGB §435

Rechtssatz

Beim derivativen Eigentumserwerb an Superädifikaten kommt nicht der Gewahrsamsänderung (wie bei sonstigen beweglichen Sachen), sondern nur der Urkundenhinterlegung (entsprechend dem Eintragungsprinzip bei Liegenschaften) entscheidendes Gewicht zu.

Entscheidungstexte

  • 3 Ob 125/84
    Entscheidungstext OGH 13.02.1985 3 Ob 125/84
    SZ 58/23 = EvBl 1986/10 S 45 = RdW 1985,368 = MietSlg 37026, 37030 (12)
  • 7 Ob 520/91
    Entscheidungstext OGH 21.03.1991 7 Ob 520/91
    Vgl
  • 5 Ob 73/93
    Entscheidungstext OGH 13.07.1993 5 Ob 73/93
    Vgl auch
    Veröff: SZ 66/86
  • 3 Ob 2305/96h
    Entscheidungstext OGH 17.12.1997 3 Ob 2305/96h
  • 1 Ob 80/98s
    Entscheidungstext OGH 09.06.1998 1 Ob 80/98s
    Vgl auch
  • 5 Ob 278/07d
    Entscheidungstext OGH 19.02.2008 5 Ob 278/07d
    Vgl; Beisatz: Für die Übertragung des Eigentums am Superädifikat ist grundsätzlich die Urkundenhinterlegung erforderlich. (T1) Veröff: SZ 2008/26
  • 5 Ob 55/13v
    Entscheidungstext OGH 16.07.2013 5 Ob 55/13v
    Vgl; Beis wie T1
  • 7 Ob 145/14w
    Entscheidungstext OGH 10.09.2014 7 Ob 145/14w
    Auch; Beis wie T1
  • 5 Ob 190/14y
    Entscheidungstext OGH 18.11.2014 5 Ob 190/14y
    Auch
  • 5 Ob 35/15f
    Entscheidungstext OGH 24.03.2015 5 Ob 35/15f
    Vgl auch; Veröff: SZ 2015/26
  • 6 Ob 191/16f
    Entscheidungstext OGH 24.10.2016 6 Ob 191/16f
    Vgl auch
  • 5 Ob 180/17g
    Entscheidungstext OGH 13.02.2018 5 Ob 180/17g
    Auch; Beis wie T1

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1985:RS0010982

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

20.03.2018

Dokumentnummer

JJR_19850213_OGH0002_0030OB00125_8400000_002

Rechtssatz für 3Ob125/84 1Ob513/93 5Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0011241

Geschäftszahl

3Ob125/84; 1Ob513/93; 5Ob36/00f; 5Ob278/07d; 5Ob190/14y; 5Ob35/15f; 5Ob85/16k; 6Ob191/16f

Entscheidungsdatum

13.02.1985

Norm

ABGB §435

Rechtssatz

Ist einmal das Eigentum am Überbau wirksam entstanden, dann ist eine weitgehend dem Eintragungsprinzip bei Liegenschaften entsprechende strenge Handhabung der Regeln über die Erwerbsart bei Überbauten geboten. Wenn einmal die Spaltung zwischen Grundeigentum und Eigentum am Gebäude eingetreten ist, soll durch die Urkundenhinterlegung Klarheit darüber bestehen, ob diese Spaltung überhaupt noch weiterbestehen bzw. zwischen welchen Personen sie besteht.

Entscheidungstexte

  • 3 Ob 125/84
    Entscheidungstext OGH 13.02.1985 3 Ob 125/84
    Veröff: SZ 58/23 = RdW 1985,368 = MietSlg 37026, 37030 (12)
  • 1 Ob 513/93
    Entscheidungstext OGH 22.03.1993 1 Ob 513/93
    Auch; Beisatz: Erst mit der Urkundenhinterlegung wird der Grundeigentümer auch Eigentümer des Bauwerks; erst dadurch kommt es also zur Vereinigung von Grund- und Bauwerkseigentum. (T1); Veröff: SZ 66/38 = NZ 1994,15
  • 5 Ob 36/00f
    Entscheidungstext OGH 29.02.2000 5 Ob 36/00f
    Auch; Beis wie T1
  • 5 Ob 278/07d
    Entscheidungstext OGH 19.02.2008 5 Ob 278/07d
    Vgl aber; Beisatz: Erwirbt der Eigentümer eines in stabiler und massiver Bauweise ausgeführten Superädifikats auch die Liegenschaft, auf der dieses errichtet ist, dann verliert das Bauwerk seine rechtliche Selbstständigkeit und wird unselbstständiger Bestandteil (Zuwachs) des Grundstücks. (T2); Veröff: SZ 2008/26
  • 5 Ob 190/14y
    Entscheidungstext OGH 18.11.2014 5 Ob 190/14y
    Vgl auch; Beis wie T1
  • 5 Ob 35/15f
    Entscheidungstext OGH 24.03.2015 5 Ob 35/15f
    Vgl auch; Veröff: SZ 2015/26
  • 5 Ob 85/16k
    Entscheidungstext OGH 18.05.2016 5 Ob 85/16k
    Auch; Beis wie T1
  • 6 Ob 191/16f
    Entscheidungstext OGH 24.10.2016 6 Ob 191/16f
    Vgl auch

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1985:RS0011241

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

10.03.2017

Dokumentnummer

JJR_19850213_OGH0002_0030OB00125_8400000_004

Rechtssatz für 5Ob81/85 5Ob10/87 5Ob98...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0077193

Geschäftszahl

5Ob81/85; 5Ob10/87; 5Ob98/90; 5Ob116/91; 5Ob7/96; 5Ob2323/96w; 2Ob67/99p; 6Ob251/00f; 5Ob278/07d; 5Ob266/07i; 5Ob190/14y; 5Ob35/15f; 5Ob178/17p

Entscheidungsdatum

22.10.1985

Norm

UHG §4 Abs2
UHG §7
UHG §9
UHG §19

Rechtssatz

Im Urkundenhinterlegungsverfahren bleibt unerörtert, ob das Bauwerk, auf das in den zu hinterlegenden Urkunden Bezug genommen wird, überhaupt rechtlich existent ist.

Entscheidungstexte

  • 5 Ob 81/85
    Entscheidungstext OGH 22.10.1985 5 Ob 81/85
    Veröff: NZ 1986,93
  • 5 Ob 10/87
    Entscheidungstext OGH 10.02.1987 5 Ob 10/87
    Veröff: NZ 1988,47
  • 5 Ob 98/90
    Entscheidungstext OGH 28.05.1991 5 Ob 98/90
    Vgl auch; Veröff: NZ 1992,66 (Hofmeister)
  • 5 Ob 116/91
    Entscheidungstext OGH 17.12.1991 5 Ob 116/91
    Veröff: NZ 1992,257 (Hofmeister, 260)
  • 5 Ob 7/96
    Entscheidungstext OGH 13.03.1996 5 Ob 7/96
    Beisatz: Das Hinterlegungsbegehren ist allerdings als durch den Inhalt der beigebrachten Urkunden nicht begründet anzusehen und daher gemäß § 9 Abs 1 Z 2 UHG abzuweisen, wenn aus diesen Urkunden selbst unzweifelhaft die Nichtexistenz des Bauwerkes hervorgeht. Demnach genügt die in der Urkunde enthaltene Behauptung, dass das zu übereignende Objekt als Bauwerk iSd § 435 ABGB bereits errichtet wurde. (T1)
  • 5 Ob 2323/96w
    Entscheidungstext OGH 10.12.1996 5 Ob 2323/96w
    Beis wie T1; Beisatz: Die Qualifikation eines Bauwerkes als Superädifikat würde aber das Fehlen der dauernden Belassungsabsicht spätestens zum Zeitpunkt des Beginnes der Arbeiten am Bauwerk voraussetzen; dies müsste sich entweder aus dem äußeren Erscheinungsbild des Bauwerkes oder aus dem zwischen dem Grundeigentümer und dem Errichter des Bauwerkes bestehenden Rechtsverhältnis ergeben. (T2)
  • 2 Ob 67/99p
    Entscheidungstext OGH 30.03.2000 2 Ob 67/99p
    Beis wie T1 nur: Das Hinterlegungsbegehren ist allerdings als durch den Inhalt der beigebrachten Urkunden nicht begründet anzusehen und daher gemäß § 9 Abs 1 Z 2 UHG abzuweisen, wenn aus diesen Urkunden selbst unzweifelhaft die Nichtexistenz des Bauwerkes hervorgeht. (T3)
  • 6 Ob 251/00f
    Entscheidungstext OGH 22.02.2001 6 Ob 251/00f
    Auch; Veröff: SZ 74/27
  • 5 Ob 278/07d
    Entscheidungstext OGH 19.02.2008 5 Ob 278/07d
    Vgl; Beis ähnlich wie T1; Beis ähnlich wie T3; Veröff: SZ 2008/26
  • 5 Ob 266/07i
    Entscheidungstext OGH 19.02.2008 5 Ob 266/07i
    Auch; Beis ähnlich wie T1; Beis wie T3; Beisatz: Hier: Die Nichtexistenz des Bauwerks geht aus den vorgelegten Urkunden hervor, da danach die Bestandnehmerin erst beabsichtigt, auf dem Vertragsobjekt ein Gebäude zu errichten. (T4)
  • 5 Ob 190/14y
    Entscheidungstext OGH 18.11.2014 5 Ob 190/14y
    Auch; Beis wie T1
  • 5 Ob 35/15f
    Entscheidungstext OGH 24.03.2015 5 Ob 35/15f
    Auch; Veröff: SZ 2015/26
  • 5 Ob 178/17p
    Entscheidungstext OGH 23.10.2017 5 Ob 178/17p
    Beis wie T1; Beis wie T3; Beisatz: § 10 Abs 1a UHG idF der Grundbuchsnovelle 2008 hat an dieser Voraussetzung nichts geändert. (T5)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1985:RS0077193

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

19.12.2017

Dokumentnummer

JJR_19851022_OGH0002_0050OB00081_8500000_003

Rechtssatz für 5Ob71/87 3Ob106/88 5Ob3...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0011237

Geschäftszahl

5Ob71/87; 3Ob106/88; 5Ob36/94; 5Ob198/02g; 5Ob195/08z; 5Ob35/15f; 5Ob221/15h; 5Ob95/16f

Entscheidungsdatum

15.12.1987

Norm

ABGB §433
GBG §32 Abs1 lita

Rechtssatz

Angabe der Einlagezahl - und nicht auch der sämtlichen Bestandteile des Grundbuchskörper - reichen als Inhalt der Titelurkunde für den Eigentumserwerb aus. (Hier: Übergabsvertrag)

Entscheidungstexte

  • 5 Ob 71/87
    Entscheidungstext OGH 15.12.1987 5 Ob 71/87
    Veröff: SZ 60/273 (Anm v Hofmeister S 117) = EvBl 1988/90 S 456 = NZ 1988,111 = JBl 1988,531
  • 3 Ob 106/88
    Entscheidungstext OGH 05.10.1988 3 Ob 106/88
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Bezeichnung der zur Versteigerung gelangenden Liegenschaft im Versteigerungsedikt. (T1)
    Veröff: RZ 1990,18
  • 5 Ob 36/94
    Entscheidungstext OGH 27.04.1994 5 Ob 36/94
    Beisatz: Hier: Es schadet nicht, wenn in einem Schenkungsvertrag das im A 2-Blatt für das Grundstück ersichtlich gemachte dingliche Recht, das mit dem Eigentumsrecht an dem Grundbuchskörper verbunden ist, nicht angeführt wurde. (T2)
  • 5 Ob 198/02g
    Entscheidungstext OGH 03.12.2002 5 Ob 198/02g
    Auch; Beisatz: Es genügt bei Liegenschaften die Angabe der Einlagezahl, wenn damit der Vertragsgegenstand eindeutig bezeichnet ist. (T3)
    Beisatz: Werden weitere Beschreibungen des Gutsbestandes (überflüssigerweise) hinzugefügt, kommt es zufolge § 94 Abs 1 Z 3 GBG darauf an, ob durch dabei unterlaufene Unrichtigkeiten oder Unvollständigkeiten Zweifel daran begründet sind, dass das Begehren durch den Inhalt der beigebrachten Urkunden gedeckt ist. (T4)
  • 5 Ob 195/08z
    Entscheidungstext OGH 09.12.2008 5 Ob 195/08z
    Beis wie T4; Beisatz: Hier: Die korrekte Wiedergabe des Grundbuchstands ändert daran nichts, weil sie ausdrücklich nur der Darstellung der Belastungen diente, nicht jedoch der Beschreibung des Kaufobjekts. (T5)
  • 5 Ob 35/15f
    Entscheidungstext OGH 24.03.2015 5 Ob 35/15f
    Vgl; Beisatz: Bei Hinterlegung einer Urkunde, welche die Übertragung des Eigentums an einem Superädifikat bewirken soll, muss das Superädifikat eindeutig identifiziert werden. Dies kann durch die Vorlage eines Plans oder durch eine Beschreibung des Bauwerks nach (beispielsweise) seiner Bauweise, Größe oder Umfang der verbauten Fläche in der Urkunde erfolgen. Die Bezeichnung als „Superädifikat“ reicht nicht aus. (T6); Veröff: SZ 2015/26
  • 5 Ob 221/15h
    Entscheidungstext OGH 22.03.2016 5 Ob 221/15h
    Auch
  • 5 Ob 95/16f
    Entscheidungstext OGH 25.10.2016 5 Ob 95/16f
    Vgl auch

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1987:RS0011237

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

10.03.2017

Dokumentnummer

JJR_19871215_OGH0002_0050OB00071_8700000_002

Rechtssatz für 5Ob35/15f 5Ob85/16k

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0130030

Geschäftszahl

5Ob35/15f; 5Ob85/16k

Entscheidungsdatum

24.03.2015

Norm

UHG §4 Abs2

Rechtssatz

Bei Hinterlegung einer Urkunde, welche die Übertragung des Eigentums an einem Superädifikat bewirken soll, muss das Superädifikat eindeutig identifiziert werden. Dies kann durch die Vorlage eines Plans oder durch eine Beschreibung des Bauwerks nach (beispielsweise) seiner Bauweise, Größe oder Umfang der verbauten Fläche in der Urkunde erfolgen. Die Bezeichnung als „Superädifikat“ reicht nicht aus.

Entscheidungstexte

  • 5 Ob 35/15f
    Entscheidungstext OGH 24.03.2015 5 Ob 35/15f
    Veröff: SZ 2015/26
  • 5 Ob 85/16k
    Entscheidungstext OGH 18.05.2016 5 Ob 85/16k
    Auch

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2015:RS0130030

Im RIS seit

08.06.2015

Zuletzt aktualisiert am

10.03.2017

Dokumentnummer

JJR_20150324_OGH0002_0050OB00035_15F0000_001

Entscheidungstext 5Ob35/15f

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Fundstelle

Zak 2015/427 S 234 - Zak 2015,234 = EvBl‑LS 2015/109 = AnwBl 2015,456 = wobl 2015,404/172 - wobl 2015/172 = RZ 2015,187 EÜ110 - RZ 2015 EÜ110 = ZLB 2016/17 S 37 - ZLB 2016,37 = SZ 2015/26 = MietSlg 67.528

Geschäftszahl

5Ob35/15f

Entscheidungsdatum

24.03.2015

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat durch den Senatspräsidenten Dr. Hradil als Vorsitzenden sowie die Hofräte Dr. Höllwerth, Dr. Grohmann, Mag. Wurzer und Mag. Painsi als weitere Richter in der Grundbuchsache des Antragstellers Helmuth S*****, vertreten durch Mag. Verena Miklos, Notarin in Aspang-Markt, wegen Urkundenhinterlegung, über den Revisionsrekurs des Antragstellers gegen den Beschluss des Landesgerichts für Zivilrechtssachen Wien als Rekursgericht vom 23. Juni 2014, AZ 47 R 149/14f, mit dem der Beschluss des Bezirksgerichts Hernals vom 26. März 2014, TZ 1440/2014 (Uh 10/14), bestätigt wurde, den

Beschluss

gefasst:

Spruch

Dem Revisionsrekurs wird nicht Folge gegeben.

Text

Begründung:

Der Antragsteller begehrte die Hinterlegung eines notariellen Schenkungsvertrags zum Erwerb seines Eigentumsrechts an einem Hälfteanteil des der Geschenkgeberin gehörigen, in keinem Grundbuch eingetragenen, errichteten Superädifikats „*****, KLG ***** Parzelle *****“ auf dem Grundstück ***** in der EZ *****, GB 01405 Ottakring, Eigentümer der Liegenschaft ist die Stadt Wien.

Der vorgelegte Schenkungsvertrag hält fest, dass auf einem Teil des Grundstücks *****, das intern als „Los *****“ bezeichnet und von der Finanzverwaltung als „*****, KLG ***** Parzelle *****“ geführt wird, ein Superädifikat errichtet ist, das zur Gänze im Eigentum der Geschenkgeberin steht. Gegenstand des Schenkungsvertrags ist ein Hälfteanteil dieses Superädifikats.

Das Erstgericht wies das Grundbuchgesuch mangels genauer Bezeichnung des Superädifikats ab.

Das Rekursgericht gab dem Rekurs des Antragstellers nicht Folge. Es vermisste eine genaue Beschreibung des Superädifikats in der vorgelegten Grundbuchsurkunde, wie sie nach § 433 ABGB iVm § 4 Abs 3 UHG zu fordern sei. Der Grundbuchstand lege nahe, dass sich auf dem Grundstück eine Kleingartenanlage befinde. Der Bestand mehrerer Superädifikate sei daher keineswegs ausgeschlossen, weshalb an die Bezeichnung des von der Urkundenhinterlegung betroffenen Bauwerks höhere Anforderungen zu stellen seien. § 4 Abs 2 UHG ermögliche, dem Antrag auf Urkundenhinterlegung einen Plan über die Lage des Bauwerks anzuschließen. Dieser Möglichkeit messe die Lehre besondere Bedeutung zu, wenn sich auf einer Liegenschaft mehrere Superädifikate befänden und diese nicht durch eine sonstige nähere Bezeichnung zu unterscheiden seien. Ein dem Hinterlegungsantrag bewilligender Beschluss habe das Bauwerk nach § 10 Abs 1 UHG nicht nur durch Anführung der Katastralgemeinde und der Grundstücksnummer, sondern auch mittels eines kennzeichnenden Wortes zu bezeichnen.

Das Rekursgericht ließ den ordentlichen Revisionsrekurs zu, weil eine höchstgerichtliche Rechtsprechung zu den Anforderungen an die Beschreibung eines Superädifikats in der Hinterlegungsurkunde nicht vorliege.

Der Revisionrekurs des Antragstellers ist aus dem vom Rekursgericht angegebenen Grund zulässig. Er ist aber nicht berechtigt.

Rechtliche Beurteilung

1. § 4 Abs 1 UHG fordert die Bezeichnung der Liegenschaft durch die Einlagezahl, erforderlichenfalls durch die Grundstücksnummer im Antrag. Diesem kann nach § 4 Abs 2 UHG ein Plan über die Lage des Bauwerks angeschlossen werden. Urkunden eignen sich zur Hinterlegung, wenn sie den §§ 432-437, 451, 481 ABGB entsprechen. Soweit diese Bestimmungen nicht unmittelbar anzuwenden sind, gelten die §§ 432, 433 ABGB sinngemäß (§ 4 Abs 3 UHG).

2. Form und Inhalt der Urkunden müssen praktisch ident mit jenen anderer Grundbuchsurkunden sein (Forster, Ausgewählte Fragen des österreichischen Superädifikatsrechts, 79). Die Urkunde muss das Objekt so ausreichend bezeichnen, dass an seiner Identität kein Zweifel aufkommen kann (Mahrer in Kodek, Grundbuchsrecht 1.01 § 4 UHG Rz 3; Bittner/Lehner, Grundbuchsrecht, Reg 9, Kap 2, 5).

3. Nach der herrschenden Meinung reicht die Angabe der EZ als Inhalt der Titelurkunde für den Eigentumserwerb an Liegenschaften aus, wenn der Vertragsgegenstand damit eindeutig bezeichnet ist (5 Ob 198/02g; RIS-Justiz RS0011237; Weigand in Kodek, Grundbuchsrecht 1.01 § 32 GBG Rz 3; Hinteregger in Schwimann/Kodek, ABGB4, § 433 Rz 3). Beim derivativen Erwerb des Eigentums an einem errichteten Superädifikat, der als Modus die Urkundenhinterlegung fordert (RIS-Justiz RS0011102 [T1]; RS0011241; RS0010982; RS0011244), soll im Sinn der Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofs die Urkundenhinterlegung Klarheit über die Eigentumsverhältnisse an Liegenschaft und Superädifikat schaffen (RIS-Justiz RS0011241).

4. Diese Klarheit ist durch eine nähere Beschreibung des zu übertragenden Bauwerks zu erreichen, wie sie in der Lehre (Forster aaO mwN in FN 378) und zweitinstanzlicher Rechtsprechung (LG Klagenfurt 2 R 193/87 RPflGB 2206) zu Recht bereits gefordert wurde. Wäre eine Beschreibung gänzlich überflüssig, scheint zudem die Anordnung in § 10 Abs 1 Satz 3 UHG sinnlos, wonach das Bauwerk im Beschluss über die Bewilligung der Hinterlegung mit einem kennzeichnenden Wort zu bezeichnen ist.

5. Das Gericht hat zwar nach Rechtsprechung und Lehre bei einem Antrag auf Urkundenhinterlegung die rechtliche Qualifikation eines Bauwerks als Superädifikat iSd § 435 ABGB nicht zu prüfen (RIS-Justiz RS0077193; Rassi Grundbuchsrecht² Rz 356; Bittner/Lehner aaO). Trotz dieser eingeschränkten Prüfungsbefugnis muss das Begehren durch den Inhalt der beigebrachten Urkunden begründet sein (§ 9 Abs 1 Z 2 UHG). Nach der Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofs ist ein Hinterlegungsbegehren etwa in jenen Fällen abzuweisen, in denen aus den beigebrachten Urkunden selbst hervorgeht, dass ein nicht als Superädifikat zu beurteilendes Gebäude vorliegt (5 Ob 2323/96w = NZ 1997/403 [Hoyer]; 5 Ob 7/96 = wobl 1997/34; 5 Ob 190/14y).

6. Diese Beurteilung ist ausgeschlossen, wenn in der Grundbuchsurkunde nur von einem Superädifikat die Rede ist. Superädifikat ist eine rechtliche Qualifikation und keinesfalls eine jenes Bauwerk identifizierende Beschreibung, das in das Eigentum übertragen werden soll. Zur Lage des Superädifikats verweist der vorgelegte Schenkungsvertrag auf die „interne“ Bezeichnung („Los/Parzelle *****“) jenes Teils der EZ, auf der das Superädifikat errichtet sein soll. Diese „interne“ Identifizierung ist für den Grundbuchsrichter weder anhand des Grundbuchstands noch der vorgelegten Urkunde selbst überprüfbar.

7. Bei Hinterlegung einer Urkunde, welche die Übertragung des Eigentums an einem Superädifikat bewirken soll, muss das Superädifikat eindeutig identifiziert werden. Dies kann durch die Vorlage eines Plans oder durch eine Beschreibung des Bauwerks nach (beispielsweise) seiner Bauweise, Größe oder Umfang der verbauten Fläche in der Urkunde erfolgen. Die Bezeichnung als „Superädifikat“ reicht nicht aus.

Textnummer

E110900

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2015:0050OB00035.15F.0324.000

Im RIS seit

17.06.2015

Zuletzt aktualisiert am

22.02.2021

Dokumentnummer

JJT_20150324_OGH0002_0050OB00035_15F0000_000