Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Rechtssatz für 1Ob598/79 3Ob559/86 8Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0032273

Geschäftszahl

1Ob598/79; 3Ob559/86; 8Ob38/06f; 6Ob2/07y; 4Ob133/14h

Entscheidungsdatum

30.05.1979

Norm

ABGB §1357
ABGB §1400 A

Rechtssatz

Der typische Inhalt des Vertrages zwischen der Kreditkartengesellschaft und den Vertragsunternehmen besteht darin, dass sich diese verpflichten, Geschäfte, die zum Gegenstand ihres Geschäftsbetriebes gehören, mit Kreditkarteninhabers abzuschließen und für die Inanspruchnahme ihrer Leistungen nicht sofortige Bezahlung durch den Kreditkarteninhaber zu fordern, sondern zunächst die Bezahlung von der Kreditkartengesellschaft zu verlangen, sofern der Kreditkarteninhaber eine gültige Kreditkarte vorweist, die Rechnung des Vertragsunternehmens unterschreibt und die Unterschriften auf Rechnung und Kreditkarte übereinstimmen.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 598/79
    Entscheidungstext OGH 30.05.1979 1 Ob 598/79
    Veröff: SZ 52/89 = EvBl 1979/227 S 606 = ÖBA 1988,1022 (Jabornegg) = JBl 1980,427
  • 3 Ob 559/86
    Entscheidungstext OGH 08.03.1988 3 Ob 559/86
    Veröff: RZ 1988/51 S 221 = EvBl 1989/1 S 13
  • 8 Ob 38/06f
    Entscheidungstext OGH 19.06.2006 8 Ob 38/06f
    Beisatz: Die Unterfertigung einer solchen Rechnung durch den Kreditkarteninhaber ist als Anweisung zu werten. (T1); Veröff: SZ 2006/89
  • 6 Ob 2/07y
    Entscheidungstext OGH 28.03.2007 6 Ob 2/07y
  • 4 Ob 133/14h
    Entscheidungstext OGH 21.10.2014 4 Ob 133/14h
    Beis wie T1

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1979:RS0032273

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

09.12.2014

Dokumentnummer

JJR_19790530_OGH0002_0010OB00598_7900000_009

Rechtssatz für 1Ob766/82 1Ob641/87 6Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0040182

Geschäftszahl

1Ob766/82; 1Ob641/87; 6Ob9/88; 1Ob33/88; 4Ob2365/96i; 2Ob275/98z; 4Ob29/00v; 9Ob337/00z; 6Ob191/04p; 6Ob75/06g; 2Ob105/07s; 2Ob108/07g; 1Ob225/07f; 10Ob21/08y; 6Ob44/09b; 9Ob91/09m; 8ObA71/09p; 4Ob199/10h; 4Ob36/12s; 2Ob67/12k; 9ObA134/12i; 4Ob169/13a; 4Ob190/13i; 4Ob101/14b; 6Ob108/13w; 4Ob133/14h; 8ObA9/15d; 6Ob143/14v; 7Ob67/15a; 2Ob35/16k; 2Ob99/16x; 8Ob109/16m; 4Ob115/17s; 4Ob226/18s

Entscheidungsdatum

10.11.1982

Norm

ZPO §266 B

Rechtssatz

Die allgemeinen Beweislastregeln finden eine Einschränkung dort, wo eine Beweisführung von der an sich dazu verpflichteten Partei billigerweise nicht erwartet werden kann, weil es sich um Umstände handelt, die allein in der Sphäre der Gegenseite liegen und daher nur ihr bekannt und damit auch nur durch sie beweisbar sind.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 766/82
    Entscheidungstext OGH 10.11.1982 1 Ob 766/82
    Veröff: MietSlg 34640
  • 1 Ob 641/87
    Entscheidungstext OGH 21.10.1987 1 Ob 641/87
    Veröff: SZ 60/218 = EvBl 1988/31 S 207
  • 6 Ob 9/88
    Entscheidungstext OGH 05.05.1988 6 Ob 9/88
    Vgl auch; Beisatz: Hier: DSG; die Beweislast für die Ausnahme gemäß § 58 Abs 8 DSG von der Auskunftserteilungspflicht trifft den Auftraggeber. (T1)
    Veröff: WBl 1989,66
  • 1 Ob 33/88
    Entscheidungstext OGH 14.12.1988 1 Ob 33/88
    Beisatz: Das darf aber nicht dazu führen, dass jeder Zweifel dann zu Lasten des Gegners zu gehen hat (ist bloße Mitwirkungspflicht). (T2)
  • 4 Ob 2365/96i
    Entscheidungstext OGH 17.12.1996 4 Ob 2365/96i
    nur: Die allgemeinen Beweislastregeln finden eine Einschränkung dort, wo eine Beweisführung von der an sich dazu verpflichteten Partei billigerweise nicht erwartet werden kann. (T3)
    Beisatz: Zu einer Verschiebung der Beweislast kommt es dann, wenn der Kläger mangels genauer Kenntnis der Tatumstände ganz besondere, unverhältnismäßige Beweisschwierigkeiten hat, wogegen dem Beklagten diese Kenntnisse zur Verfügung stehen und es ihm daher nicht nur leicht möglich, sondern nach Treu und Glauben auch ohne weiteres zumutbar ist, die erforderlichen Aufklärungen zu geben. Der mangelnden Kenntnis des Klägers muss die Unzumutbarkeit der Offenbarung von Kenntnissen gleichgehalten werden. (T4)
    Veröff: SZ 69/284
  • 2 Ob 275/98z
    Entscheidungstext OGH 29.10.1998 2 Ob 275/98z
    Vgl auch; Beis wie T4 nur: Zu einer Verschiebung der Beweislast kommt es dann, wenn der Kläger mangels genauer Kenntnis der Tatumstände ganz besondere, unverhältnismäßige Beweisschwierigkeiten hat, wogegen dem Beklagten diese Kenntnisse zur Verfügung stehen und es ihm daher nicht nur leicht möglich, sondern nach Treu und Glauben auch ohne weiteres zumutbar ist, die erforderlichen Aufklärungen zu geben. (T5)
    Veröff: SZ 71/179
  • 4 Ob 29/00v
    Entscheidungstext OGH 15.02.2000 4 Ob 29/00v
    Vgl auch; Veröff: SZ 73/26
  • 9 Ob 337/00z
    Entscheidungstext OGH 28.02.2001 9 Ob 337/00z
    Vgl auch; nur T3
  • 6 Ob 191/04p
    Entscheidungstext OGH 17.02.2005 6 Ob 191/04p
    Auch; Veröff: SZ 2005/16
  • 6 Ob 75/06g
    Entscheidungstext OGH 06.04.2006 6 Ob 75/06g
    Vgl; nur T3: Beisatz: Dem Argument der Schwierigkeit des „Negativbeweises" kommt nach neuerer Auffassung keine entscheidende Bedeutung zu. (T6)
  • 2 Ob 105/07s
    Entscheidungstext OGH 14.06.2007 2 Ob 105/07s
    Vgl; nur: Die allgemeinen Beweislastregeln finden eine Einschränkung dort, wo eine Beweisführung von der an sich dazu verpflichteten Partei billigerweise nicht erwartet werden kann. (T7)
    Beis wie T6
    Veröff: SZ 2007/97
  • 2 Ob 108/07g
    Entscheidungstext OGH 29.11.2007 2 Ob 108/07g
    Veröff: SZ 2007/190
  • 1 Ob 225/07f
    Entscheidungstext OGH 30.09.2008 1 Ob 225/07f
  • 10 Ob 21/08y
    Entscheidungstext OGH 12.05.2009 10 Ob 21/08y
    Auch; Beisatz: Eine Beweislastverschiebung ist nach ständiger Rechtsprechung auf Ausnahmefälle beschränkt, in denen die „Nähe zum Beweis" - im Einzelfall- den Ausschlag für die Zuteilung der Beweislast gibt; etwa dann, wenn Tatfragen zu klären sind, die „tief in die Sphäre einer Partei hineinführen". (T8)
    Beisatz: Zu einer Verschiebung der Beweislast kommt es also (nur) dann, wenn für die eine Partei mangels genauer Kenntnis der Tatumstände ganz besondere, unverhältnismäßige Beweisschwierigkeiten bestehen, während der anderen Partei diese Kenntnisse zur Verfügung stehen und es ihr daher nicht nur leicht möglich, sondern nach Treu und Glauben auch ohne weiteres zumutbar ist, die erforderlichen Aufklärungen zu geben; allein durch einen Beweisnotstand wegen der besonderen Umstände des Einzelfalls ist eine Verschiebung der Beweislast hingegen nicht gerechtfertigt. (T9)
    Veröff: SZ 2009/66
  • 6 Ob 44/09b
    Entscheidungstext OGH 26.03.2009 6 Ob 44/09b
    Vgl; Beisatz: Beweisnähe ist grundsätzlich kein Sachgrund für eine Umkehrung der objektiven Beweislast. Es führt auch nicht grundsätzlich zur Beweislastumkehr, wenn mangels Kenntnis der Tatumstände unverhältnismäßige Beweisschwierigkeiten gegeben sind, dem Gegner hingegen diese Kenntnisse zur Verfügung stehen und es ihm daher nicht nur leicht möglich, sondern nach Treu und Glauben auch ohne weiteres zumutbar ist, die erforderlichen Aufklärungen zu geben. (T10)
    Bem: Ebenso nunmehr 9 Ob 12/05p SZ 2005/73 = JBl 2005, 738; 4 Ob 180/07k). (T11)
  • 9 Ob 91/09m
    Entscheidungstext OGH 15.12.2009 9 Ob 91/09m
    Auch; Beis wie T8; Beis ähnlich wie T9; Beisatz: Allein durch die „Nähe zum Beweis" oder durch - wenn auch erhebliche - Beweisschwierigkeiten ist eine Verschiebung der Beweislast nicht gerechtfertigt. (T12)
  • 8 ObA 71/09p
    Entscheidungstext OGH 21.12.2009 8 ObA 71/09p
    Auch; Beis wie T5; Beisatz: Allein durch die „Nähe zum Beweis" oder durch - wenn auch erhebliche - Beweisschwierigkeiten ist eine Verschiebung der Beweislast nicht gerechtfertigt. (T13)
  • 4 Ob 199/10h
    Entscheidungstext OGH 15.12.2010 4 Ob 199/10h
    Vgl; Beis wie T12; Beis wie T13
    Veröff: SZ 2010/157
  • 4 Ob 36/12s
    Entscheidungstext OGH 27.03.2012 4 Ob 36/12s
    Vgl auch; Beis wie T12; Beis wie T13
  • 2 Ob 67/12k
    Entscheidungstext OGH 30.08.2012 2 Ob 67/12k
    Auch
  • 9 ObA 134/12i
    Entscheidungstext OGH 26.11.2012 9 ObA 134/12i
    Vgl auch; Vgl auch Beis wie T13; Beisatz: Hier: Beweislastverschiebung betreffend geleisteter Überstunden verneint. (T14)
  • 4 Ob 169/13a
    Entscheidungstext OGH 19.11.2013 4 Ob 169/13a
    Vgl auch; Beis wie T12
  • 4 Ob 190/13i
    Entscheidungstext OGH 17.12.2013 4 Ob 190/13i
    Vgl auch; Beis wie T6; Beis wie T12; Beis wie T13
  • 4 Ob 101/14b
    Entscheidungstext OGH 17.07.2014 4 Ob 101/14b
    Auch; Beis wie T12; Beis wie T13
  • 6 Ob 108/13w
    Entscheidungstext OGH 28.08.2014 6 Ob 108/13w
    Auch
  • 4 Ob 133/14h
    Entscheidungstext OGH 21.10.2014 4 Ob 133/14h
    Vgl auch
  • 8 ObA 9/15d
    Entscheidungstext OGH 28.04.2015 8 ObA 9/15d
    Auch; Veröff: SZ 2015/41
  • 6 Ob 143/14v
    Entscheidungstext OGH 19.03.2015 6 Ob 143/14v
    Auch
  • 7 Ob 67/15a
    Entscheidungstext OGH 02.07.2015 7 Ob 67/15a
    Ähnlich; Beis wie T10
  • 2 Ob 35/16k
    Entscheidungstext OGH 25.05.2016 2 Ob 35/16k
    Auch; Beis wie T6; Veröff: SZ 2016/60
  • 2 Ob 99/16x
    Entscheidungstext OGH 27.04.2017 2 Ob 99/16x
    Auch; Veröff: SZ 2017/53
  • 8 Ob 109/16m
    Entscheidungstext OGH 29.06.2017 8 Ob 109/16m
    Auch; Beisatz: Hier: Frage, ob die Beklagte die strittigen Beteiligungen an der Kommanditgesellschaft auch dann empfohlen hätte, wenn sie dafür keine Vergütungen von ihrem Vertriebspartner erhalten hätte. (T15)
  • 4 Ob 115/17s
    Entscheidungstext OGH 27.07.2017 4 Ob 115/17s
    Vgl; Beis wie T6; Beis wie T9; Beisatz: Ob diese Rechtsprechung aufrecht zu erhalten ist, wurde offen gelassen. (T16)
    Beisatz: Eine allgemeine Beweislastverschiebung wegen Beweisvereitelung ist abzulehnen. (T17)
  • 4 Ob 226/18s
    Entscheidungstext OGH 20.12.2018 4 Ob 226/18s
    Beis wie T6

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1982:RS0040182

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

13.05.2019

Dokumentnummer

JJR_19821110_OGH0002_0010OB00766_8200000_001

Rechtssatz für 2Ob86/98f 1Ob183/98p 2O...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0109832

Geschäftszahl

2Ob86/98f; 1Ob183/98p; 2Ob156/99a; 2Ob142/03a; 4Ob130/04b; 2Ob215/06s; 2Ob21/07p; 2Ob3/09v; 10Ob21/08y; 9ObA149/08i; 4Ob217/09d; 7Ob232/09g; 6Ob198/10a; 2Ob210/09k; 2Ob166/10s; 9ObA6/11i; 2Ob168/12p; 10Ob13/13d; 2Ob237/12k; 3Ob126/13w; 3Ob125/13y; 4Ob190/13i; 3Ob118/14w; 4Ob132/14m; 4Ob133/14h; 7Ob139/15i; 6Ob20/16h; 4Ob47/16i; 1Ob69/16b; 3Ob256/16t; 1Ob14/17s; 2Ob176/16w; 4Ob115/17s; 9ObA103/17p; 5Ob62/18f; 7Ob186/17d; 9ObA34/19v

Entscheidungsdatum

02.04.1998

Norm

ZPO §226 IIIA
ZPO §266 B
ZPO §272 C
EKHG §1 IIIA: EKHG §9 E
LFG §148 Abs1

Rechtssatz

Mangels gesetzlicher Spezialregeln über die Beweislast im materiellen Recht muss jede Partei die für ihren Rechtsstandpunkt günstigen Normen behaupten und beweisen. In den Fällen der Haftung ohne eigenes Verschulden des Ersatzpflichtigen muss der Geschädigte neben Schaden und Verursachung die weiteren Voraussetzungen beweisen, an die das Gesetz die Haftung knüpft; bei Ansprüchen nach dem EKHG muss der Geschädigte nachweisen, dass die Schädigung beim Betrieb des Fahrzeuges erfolgte. Dem Beklagten obliegt es dagegen, die für ihn günstigen Tatsachen, die zu einem Entfall oder einer Einschränkung der Haftpflicht führen, zu beweisen. Das entspricht den anerkannten Behauptungsregeln und Beweislastregeln, dass die Regel vom Anspruchswerber, die Ausnahme aber vom Anspruchsgegner zu behaupten und zu beweisen ist.

Entscheidungstexte

  • 2 Ob 86/98f
    Entscheidungstext OGH 02.04.1998 2 Ob 86/98f
  • 1 Ob 183/98p
    Entscheidungstext OGH 24.11.1998 1 Ob 183/98p
    nur: Jede Partei muss die für ihren Rechtsstandpunkt günstigen Normen behaupten und beweisen. (T1)
    Beisatz: Traf den Beklagten insoweit die alleinige Behauptungs- und Beweislast und erstattete gerade der Kläger als Prozessgegner dazu ein in sich schlüssiges und nachvollziehbares Tatsachenvorbringen, so liegt in dessen fehlender Bestreitung durch den Beklagten ein eines weiteren Beweises nicht bedürftiges schlüssiges Zugeständnis iSd § 267 Abs 1 ZPO. (T2)
  • 2 Ob 156/99a
    Entscheidungstext OGH 02.08.2000 2 Ob 156/99a
    nur: Mangels gesetzlicher Spezialregeln über die Beweislast im materiellen Recht muss jede Partei die für ihren Rechtsstandpunkt günstigen Normen behaupten und beweisen. In den Fällen der Haftung ohne eigenes Verschulden des Ersatzpflichtigen muss der Geschädigte neben Schaden und Verursachung die weiteren Voraussetzungen beweisen, an die das Gesetz die Haftung knüpft; bei Ansprüchen nach dem EKHG muss der Geschädigte nachweisen, dass die Schädigung beim Betrieb des Fahrzeuges erfolgte. (T3)
  • 2 Ob 142/03a
    Entscheidungstext OGH 26.06.2003 2 Ob 142/03a
    nur T1; nur: In den Fällen der Haftung ohne eigenes Verschulden des Ersatzpflichtigen muss der Geschädigte neben Schaden und Verursachung die weiteren Voraussetzungen beweisen, an die das Gesetz die Haftung knüpft; bei Ansprüchen nach dem EKHG muss der Geschädigte nachweisen, dass die Schädigung beim Betrieb des Fahrzeuges erfolgte. (T4)
  • 4 Ob 130/04b
    Entscheidungstext OGH 06.07.2004 4 Ob 130/04b
    nur T1
  • 2 Ob 215/06s
    Entscheidungstext OGH 14.06.2007 2 Ob 215/06s
    Auch; Beisatz: Erst wenn dem Geschädigten der ihm obliegende Beweis gelungen ist und feststeht, dass das EKHG als Haftungsgrundlage herangezogen wird, ist danach zu fragen, ob der Haftpflichtige jene Tatsachen, die zu einem Entfall oder einer Einschränkung seiner Haftpflicht führen, bewiesen hat. (T5)
  • 2 Ob 21/07p
    Entscheidungstext OGH 17.12.2007 2 Ob 21/07p
    Vgl; nur: Es entspricht den anerkannten Behauptungsregeln und Beweislastregeln, dass die Regel vom Anspruchswerber, die Ausnahme aber vom Anspruchsgegner zu behaupten und zu beweisen ist. (T6)
    Veröff: SZ 2007/199
  • 2 Ob 3/09v
    Entscheidungstext OGH 05.03.2009 2 Ob 3/09v
    Auch; Beis wie T5
  • 10 Ob 21/08y
    Entscheidungstext OGH 12.05.2009 10 Ob 21/08y
    Auch; nur T1; Veröff: SZ 2009/66
  • 9 ObA 149/08i
    Entscheidungstext OGH 04.08.2009 9 ObA 149/08i
    Auch; nur T1; Beisatz: Die für die Anwendung einer bestimmten Rechtsnorm erforderlichen Tatsachen müssen in einem Verfahren, in dem kein Untersuchungsgrundsatz gilt, durch Parteienbehauptungen in den Prozess eingeführt werden. Es trägt daher derjenige, der einen Anspruch behauptet, für alle anspruchsbegründenden (rechtserzeugenden) Tatsachen die Behauptungslast und Beweislast. Umgekehrt hat derjenige, der den Anspruch bestreitet, die anspruchshindernden, anspruchsvernichtenden und anspruchshemmenden Tatsachen zu behaupten und zu beweisen. (T7)
    Beisatz: Hier: Zur Frage der Beweislastverteilung bei der Haftungsbefreiung des Geschäftsführers durch eine Entlastungserklärung der Gesellschaft im Sinne des § 35 Abs 1 Z 1 GmbHG. (T8)
  • 4 Ob 217/09d
    Entscheidungstext OGH 19.01.2010 4 Ob 217/09d
    Auch; nur T1; Beisatz: Hier: Beweislast für Grundlagen der Leistungsfestsetzung nach Möglichkeit und Billigkeit. (T9)
  • 7 Ob 232/09g
    Entscheidungstext OGH 30.06.2010 7 Ob 232/09g
    Auch; Beisatz: Hier: Nachweis eines aus einer Bankgarantie Begünstigten, dass die Nichterfüllung der Garantiebedingung nicht seiner Sphäre zuzurechnen ist. (T10)
  • 6 Ob 198/10a
    Entscheidungstext OGH 11.10.2010 6 Ob 198/10a
    nur T1
  • 2 Ob 210/09k
    Entscheidungstext OGH 24.08.2010 2 Ob 210/09k
    nur: Dem Beklagten obliegt es, die für ihn günstigen Tatsachen, die zu einem Entfall oder einer Einschränkung der Haftpflicht führen, zu beweisen. (T11)
  • 2 Ob 166/10s
    Entscheidungstext OGH 27.01.2011 2 Ob 166/10s
    Auch; nur T3; Beisatz: Hier: Schädigung beim Betrieb des Luftfahrzeugs. (T12)
    Veröff: SZ 2011/11
  • 9 ObA 6/11i
    Entscheidungstext OGH 27.07.2011 9 ObA 6/11i
    Auch; nur T1; Beis wie T7 nur: Derjenige, der den Anspruch bestreitet, hat die anspruchshindernden, anspruchsvernichtenden und anspruchshemmenden Tatsachen zu behaupten und zu beweisen. (T13)
  • 2 Ob 168/12p
    Entscheidungstext OGH 20.09.2012 2 Ob 168/12p
    Auch; nur T4
  • 10 Ob 13/13d
    Entscheidungstext OGH 16.04.2013 10 Ob 13/13d
    Auch; nur T1
  • 2 Ob 237/12k
    Entscheidungstext OGH 14.03.2013 2 Ob 237/12k
    Vgl
  • 3 Ob 126/13w
    Entscheidungstext OGH 21.08.2013 3 Ob 126/13w
    Auch; nur T1; Beisatz: Die Behauptungs‑ und Beweislast dafür, dass der ordre public verletzt wurde und dass sich daraus ein Anerkennungshindernis ergibt, trifft auch im Anwendungsbereich der EuInsVO denjenigen, der sich der Anerkennung widersetzt. (T14)
  • 3 Ob 125/13y
    Entscheidungstext OGH 21.08.2013 3 Ob 125/13y
    Auch; nur T1; Beisatz: Die Behauptungs‑ und Beweislast dafür, dass der ordre public verletzt wurde und dass sich daraus ein Anerkennungshindernis ergibt, trifft auch im Anwendungsbereich der EuInsVO denjenigen, der sich der Anerkennung widersetzt. Im gegenständlichen Oppositionsstreit traf die Behauptungs‑ und Beweislast dafür, dass dem englischen Insolvenzverfahren eine die Anerkennung hindernde Gehörverletzung anhaftete, die beklagte Partei. Diesen Nachweis hat die beklagte Partei hier auf Tatsachenebene nicht erbracht. Es steht gerade nicht fest, dass ihr die Verständigung nach Art 40 EuInsVO nicht zugegangen ist. (T15)
  • 4 Ob 190/13i
    Entscheidungstext OGH 17.12.2013 4 Ob 190/13i
    Auch; nur T1; nur T11
  • 3 Ob 118/14w
    Entscheidungstext OGH 21.08.2014 3 Ob 118/14w
    Auch; Beis wie T7; Beisatz: Hier: Preisminderung bei Pauschalreise. (T16)
  • 4 Ob 132/14m
    Entscheidungstext OGH 17.09.2014 4 Ob 132/14m
    Auch; nur T1
  • 4 Ob 133/14h
    Entscheidungstext OGH 21.10.2014 4 Ob 133/14h
    Auch; Beisatz: Verstoß gegen vertraglich überbundene Handlungsanweisungen eines Kreditkartenunternehmens. (T17)
  • 7 Ob 139/15i
    Entscheidungstext OGH 16.12.2015 7 Ob 139/15i
    Beis wie T12; Beis wie T13; Beis wie T7
  • 6 Ob 20/16h
    Entscheidungstext OGH 30.03.2016 6 Ob 20/16h
    Vgl; Beisatz: Dass denjenigen, der die (absolute) Nichtigkeit eines Gesellschafterbeschlusses behauptet, dafür die Beweislast trifft, entspricht dem allgemeinen Grundsatz, wonach derjenige, der eine bestimmte Rechtsfolge behauptet, für das Vorliegen der diese begründenden Tatsachen beweispflichtig ist. (T18)
  • 4 Ob 47/16i
    Entscheidungstext OGH 12.07.2016 4 Ob 47/16i
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Beweislast für eine Ausnahme bei grundsätzlich gegebener Prospektpflicht. (T19)
  • 1 Ob 69/16b
    Entscheidungstext OGH 30.08.2016 1 Ob 69/16b
    Vgl auch; nur T1
  • 3 Ob 256/16t
    Entscheidungstext OGH 26.01.2017 3 Ob 256/16t
    nur T1
  • 1 Ob 14/17s
    Entscheidungstext OGH 16.03.2017 1 Ob 14/17s
    nur T1
  • 2 Ob 176/16w
    Entscheidungstext OGH 16.05.2017 2 Ob 176/16w
    Vgl
  • 4 Ob 115/17s
    Entscheidungstext OGH 27.07.2017 4 Ob 115/17s
    Auch; Beis wie T7
  • 9 ObA 103/17p
    Entscheidungstext OGH 27.09.2017 9 ObA 103/17p
    nur T1
  • 5 Ob 62/18f
    Entscheidungstext OGH 18.07.2018 5 Ob 62/18f
    Auch; nur T1
  • 7 Ob 186/17d
    Entscheidungstext OGH 24.05.2018 7 Ob 186/17d
    Vgl
  • 9 ObA 34/19v
    Entscheidungstext OGH 15.05.2019 9 ObA 34/19v
    Auch; Ähnlich nur T6

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1998:RS0109832

Im RIS seit

02.05.1998

Zuletzt aktualisiert am

24.07.2019

Dokumentnummer

JJR_19980402_OGH0002_0020OB00086_98F0000_001

Rechtssatz für 8Ob38/06f 6Ob2/07y 10Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0121043

Geschäftszahl

8Ob38/06f; 6Ob2/07y; 10Ob70/07b; 10Ob23/13z; 1Ob105/14v; 4Ob133/14h; 9Ob31/15x

Entscheidungsdatum

19.06.2006

Norm

ABGB §1357
ABGB §1400 A

Rechtssatz

Beim Kreditkartengeschäft tritt an die Stelle der Barzahlung ein abstrakter Zahlungsanspruch des Vertragsunternehmens gegen die Kreditkartengesellschaft. Dieser abstrakte Anspruch findet seine Grundlage im Anweisungsrecht. In der Vereinbarung zwischen Kreditkartengesellschaft und Vertragsunternehmen wird festgelegt, dass die Kreditkartengesellschaft schon im Voraus künftige Anweisungen des berechtigten Karteninhabers gegenüber dem Vertragsunternehmen annimmt. Unterschreibt der Karteninhaber beim Vertragsunternehmen unter Vorlage seiner Kreditkarte seinen Rechnungsbeleg, so erteilt er damit eine konkrete Anweisung, die aufgrund der antizipierten Annahme der Kreditkartengesellschaft zugleich eine abstrakte Zahlungspflicht der Kreditkartengesellschaft gegenüber dem Vertragsunternehmen entstehen lässt.

Entscheidungstexte

  • 8 Ob 38/06f
    Entscheidungstext OGH 19.06.2006 8 Ob 38/06f
    Veröff: SZ 2006/89
  • 6 Ob 2/07y
    Entscheidungstext OGH 28.03.2007 6 Ob 2/07y
    Auch; Beisatz: Die Zahlungspflicht der Kreditkartengesellschaft ist insofern eingeschränkt, als sie nur besteht, wenn das Vertragsunternehmen bestimmte, in den Geschäftsbedingungen festgelegte „Sorgfaltspflichten" bei Annahme der Kreditkarte einhält. (T1)
  • 10 Ob 70/07b
    Entscheidungstext OGH 28.01.2009 10 Ob 70/07b
    Vgl auch
  • 10 Ob 23/13z
    Entscheidungstext OGH 23.07.2013 10 Ob 23/13z
    nur: Unterschreibt der Karteninhaber beim Vertragsunternehmen unter Vorlage seiner Kreditkarte seinen Rechnungsbeleg, so erteilt er damit eine konkrete Anweisung, die aufgrund der antizipierten Annahme der Kreditkartengesellschaft zugleich eine abstrakte Zahlungspflicht der Kreditkartengesellschaft gegenüber dem Vertragsunternehmen entstehen lässt. (T2); Beis wie T1
  • 1 Ob 105/14v
    Entscheidungstext OGH 24.07.2014 1 Ob 105/14v
    Auch; Veröff: SZ 2014/71
  • 4 Ob 133/14h
    Entscheidungstext OGH 21.10.2014 4 Ob 133/14h
    Auch; Beis wie T1; Beisatz: Bei den „Sorgfaltspflichten“ handelt es sich richtigerweise um bloße Obliegenheiten, deren Nichteinhaltung das Entstehen eines abstrakten Zahlungsanspruchs verhindert und zur Kondiktion dennoch geleisteter Zahlungen berechtigt. (T3)
    Beisatz: Schadenersatzansprüche können aus der Verletzung solcher Obliegenheiten aber nicht abgeleitet werden. (T4)
    Beisatz: Es besteht eine Verpflichtung des Kreditkartenunternehmens, ein möglichst umgehungssicheres Kontrollsystem beim Kreditkartengeschäft einzurichten; allfällige Versäumnisse gehen zu Lasten des Kreditkartenunternehmens (Hier: Chip‑mit‑Pin‑Transaktion). (T5)

  • 9 Ob 31/15x
    Entscheidungstext OGH 21.04.2016 9 Ob 31/15x
    Vgl auch; Beisatz: Verwendet der Karteninhaber gegenüber dem Vertragsunternehmen seine Kreditkarte zu Zahlungszwecken, erteilt er damit eine konkrete Anweisung, die aufgrund der antizipierten Annahme der Kreditkartengesellschaft zugleich eine abstrakte Zahlungspflicht der Kreditkartengesellschaft gegenüber dem Vertragsunternehmen entstehen lässt. (T6)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2006:RS0121043

Im RIS seit

19.07.2006

Zuletzt aktualisiert am

07.07.2016

Dokumentnummer

JJR_20060619_OGH0002_0080OB00038_06F0000_001

Rechtssatz für 6Ob2/07y 10Ob23/13z 4Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0121906

Geschäftszahl

6Ob2/07y; 10Ob23/13z; 4Ob133/14h

Entscheidungsdatum

28.03.2007

Norm

ABGB §1357
ABGB §1400 A

Rechtssatz

Hat das Vertragsunternehmen seine in den AGB des Händlervertrags angeführten Sorgfaltspflichten erfüllt, trägt die Kreditkartengesellschaft das Risiko eines Missbrauchs der Kreditkarte durch Dritte. Ist der Vertragsunternehmer jedoch seinen vertraglichen Sorgfaltspflichten nicht nachgekommen, entsteht keine (abstrakte) Zahlungsverpflichtung der Kreditkartengesellschaft.

Entscheidungstexte

  • 6 Ob 2/07y
    Entscheidungstext OGH 28.03.2007 6 Ob 2/07y
    Beisatz: Ein vereinbarungswidrig sorgloses Verhalten des Vertragsunternehmens hat im Verhältnis zur Kreditkartengesellschaft nur dann keine konkreten Auswirkungen, wenn der Karteninhaber tatsächlich Zahlung an die Kreditkartengesellschaft leistet; in diesem Fall kann das Vertragsunternehmen die ausstehende Zahlung von der Kreditkartengesellschaft fordern. (T1)
  • 10 Ob 23/13z
    Entscheidungstext OGH 23.07.2013 10 Ob 23/13z
    Beis wie T1
  • 4 Ob 133/14h
    Entscheidungstext OGH 21.10.2014 4 Ob 133/14h
    Vgl; Beisatz: Bei den „Sorgfaltspflichten“ handelt es sich richtigerweise um bloße Obliegenheiten. (T2)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2007:RS0121906

Im RIS seit

27.04.2007

Zuletzt aktualisiert am

09.12.2014

Dokumentnummer

JJR_20070328_OGH0002_0060OB00002_07Y0000_001

Entscheidungstext 4Ob133/14h

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Fundstelle

Zak 2015/24 S 17 - Zak 2015,17 = ÖBA 2015,292/2100 - ÖBA 2015/2100 = RdW 2015/153 S 159 - RdW 2015,159 = ZFR 2015/109 S 223 - ZFR 2015,223 = EvBl 2015/90 S 624 (Hartlieb) - EvBl 2015,624 (Hartlieb) = ecolex 2015/258 S 646 - ecolex 2015,646

Geschäftszahl

4Ob133/14h

Entscheidungsdatum

21.10.2014

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat durch die Senatspräsidentin Dr. Schenk als Vorsitzende und durch die Hofräte Dr. Vogel, Dr. Jensik, Dr. Musger und Dr. Schwarzenbacher als weitere Richter in der Rechtssache der klagenden Partei A***** GmbH, *****, vertreten durch Schönherr Rechtsanwälte GmbH in Wien, gegen die beklagte Partei H***** GesmbH, *****, vertreten durch Dr. Hans Houska, Rechtsanwalt in Wien, wegen 7.992,96 EUR sA, infolge Rekurses der beklagten Partei gegen den Beschluss des Handelsgerichts Wien als Berufungsgericht vom 22. April 2014, GZ 1 R 42/14v-18, mit dem das Urteil des Bezirksgerichts für Handelssachen Wien vom 16. Dezember 2014, GZ 19 C 583/13v-14, aufgehoben wurde, folgenden

Beschluss

gefasst:

Spruch

Dem Rekurs wird nicht Folge gegeben.

Die Kosten des Rekursverfahrens sind weitere Verfahrenskosten.

Text

Begründung:

Das klagende Kreditkartenunternehmen begehrte die Rückzahlung von Belastungsbeträgen in Höhe von insgesamt 7.992,96 EUR sA aus mehreren Zahlungsvorgängen in Filialen der Beklagten (Filiale Vösendorf 2.339,62 EUR, Filiale Klagenfurt, Arkaden, 3.761,25 EUR, Filiale Klagenfurt, Alter Platz, 1.892,09 EUR) unter Verwendung von Kreditkarten der Klägerin mit dem Vorwurf, es handle sich um missbräuchliche Kreditkartentransaktionen, die ohne Autorisierung (Genehmigung) durch die Klägerin durchgeführt worden seien.

Das beklagte Vertragsunternehmen habe die vereinbarten Sorgfaltsanforderungen bei Zahlungsvorgängen mittels Kreditkarten nicht erfüllt. Werde bei einer Transaktion die Kreditkarte durch das POS-Terminal gezogen, sende dieses automatisch online eine Autorisierungsanfrage an die Klägerin; sei im System der Klägerin keine Besonderheit (wie etwa eine Sperrung der Karte) vermerkt, werde sodann eine Genehmigungsnummer vergeben. Sei eine automatische Genehmigung nicht möglich, müsse das Vertragsunternehmen bei der Klägerin eine telefonische Genehmigung einholen. Ohne Genehmigung scheine im System der Klägerin das Wort „pended“ auf, nach Genehmigung das Wort „approved“. Nach der Anzeige auf dem Terminal, die Klägerin anzurufen, werde dort die Frage angezeigt, ob man die Genehmigungsnummer eingeben möchte. Wähle man „ja“, gehe das System davon aus, dass die Klägerin angerufen worden sei; man könne sodann eine Genehmigungsnummer eingeben und die Transaktion abschließen. Dieser Vorgang werde allerdings offline, also ohne Verbindung zum System der Klägerin, durchgeführt. Deshalb sei es besonders wichtig, dass der telefonische Autorisierungsvorgang nicht umgangen und insbesondere das Terminal während der Transaktion nicht dem Kunden übergeben werde. Über diese Problematik sei die Beklagte aus Anlass früherer betrügerischer Transaktionen von der Klägerin schon mehrmals aufgeklärt worden. Im konkreten Fall sei keine telefonische Genehmigung der Klägerin eingeholt worden, weshalb die Klägerin nach Gutschrift der vom Karteninhaber reklamierten Beträge ein Rückbelastungsrecht nach Z 10 Abs 10 AGB gegenüber dem Vertragsunternehmen habe. Auch sei die Beklagte in einem Mail vom 4. 10. 2011 aufgefordert worden, künftig bei sämtlichen Transaktionen über 1.000 EUR eine telefonische Genehmigung der Klägerin einzuholen. Die Transaktionen in der Filiale Vösendorf seien von Mitarbeitern der Beklagten insoweit unrichtig durchgeführt worden, als das Terminal nach Eingabe des PIN durch den Kunden nicht sofort „zurück gedreht“ worden sei und daher das Aufleuchten der Anweisung, die Klägerin anzurufen, von den Mitarbeitern der Beklagten nicht wahrgenommen worden sei.

Die Beklagte beantragte die Abweisung des Klagebegehrens. Ihre Mitarbeiter seien in allen Geschäftsfällen nach den mit der Klägerin vereinbarten vertraglichen Bedingungen vorgegangen und hätten keine Kreditkarte ohne Autorisierung durch die Klägerin akzeptiert.

Unstrittig ist folgender Sachverhalt:

Die Beklagte schloss mit der Klägerin jeweils einen Vertrag betreffend ihre Filialen in Vösendorf und Klagenfurt, Einkaufszentrum City Arkaden, in dem sich die Beklagte verpflichtete, in diesen Filialen die von der Klägerin ausgegebenen Kreditkarten als Zahlungsmittel zu akzeptieren, während sich die Klägerin verpflichtete, der Beklagten die bei diesen Transaktionen entstehenden Belastungsbeträge zu erstatten. Vertragsinhalt wurden die „Allgemeinen Bedingungen für Vertragspartner“ der Klägerin mit ua nachfolgenden Bestimmungen:

3. Zahlungszusage von [Klägerin]

(1) Sie werden gegenüber einem Karteninhaber keine unter Verwendung der Karte begründeten Forderungen für die von ihnen erbrachten Leistungen geltend machen, sondern diese Forderungen (im Folgenden auch „Belastungen‘) bei [Klägerin] durch Übersendung des vom Karteninhaber unterzeichneten Belastungsbeleges oder durch elektronische Übermittlung der entsprechenden Informationen zur Abrechnung einreichen. [Klägerin] verpflichtet sich, vorausgesetzt, Sie haben die Bestimmungen dieses Vertrages eingehalten, zur Zahlung des Betrages, in dessen Höhe der Karteninhaber Weisung zur Zahlung zulasten seines Kartenkontos erteilt hat (‚Belastungsbetrag‘). [...]

6. Rückbelastungen

(1) Ist eine der Akzeptanzbedingungen gemäß Ziffer 7 bzw. gemäß Ziffer 8 nicht erfüllt oder liegt gemäß Ziffer 10 für eine Belastung über der in Ziffer 10 Absatz 1 genannten Genehmigungsgrenze die erforderliche Genehmigung nicht vor, dürfen Sie die Karte nicht akzeptieren. [Klägerin] übernimmt für dennoch abgerechnete Belastungen keine Verpflichtung, auch nicht etwa bis zur geltenden Genehmigungsgrenze. Sollte [Klägerin] Ihnen solche Belastungen dennoch bezahlen, erfolgt die Bezahlung - auch wenn darauf im Einzelfall nicht besonders hingewiesen wird - unter Vorbehalt des Rückgriffrechts gegen den Vertragspartner in Höhe des gezahlten Betrages. [...]

7. Annahme der Karte bei persönlicher Anwesenheit des Karteninhabers

Ist der Karteninhaber persönlich an der Akzeptanzstelle anwesend, haben Sie die Karte unter Einhaltung der folgenden Bedingungen zu akzeptieren:

(1) Der Karteninhaber muss die Karte vorlegen.

(2) [...]

(a) Bei einer Chip-mit-PIN-Transaktion bitten Sie den Karteninhaber, seine PIN in das elektronische PIN-Pad (Kundenbedieneinheit) einzugeben. Sie müssen unsere Genehmigung gemäß Ziffer 10 einholen. Sofern eine Chip-mit-PIN-Transaktion wegen eines technischen Problems nicht durchgeführt werden kann (in diesem Fall zeigt das POS-Terminal eine Fehlermeldung an), muss die Transaktionen gemäß den Anweisungen für Magnetstreifen-Transaktionen erfolgen. Wenn die Chip-mit-PIN-Transaktion von uns abgelehnt wird, darf die Transaktion nicht durchgeführt [sic] und muss der Karteninhaber von Ihnen hierüber unverzüglich informiert werden.

(b) Im Falle einer Magnetstreifen-Transaktion oder Chip-mit-Unterschrift-Transaktion lassen Sie den vom POS-Terminal gedruckten Belastungsbeleg vom Karteninhaber unterzeichnen. Sie müssen unsere Genehmigung gemäß Ziffer 10 einholen. Falls eine Transaktion von uns abgelehnt wird, dürfen Sie diese nicht durchführen und müssen den Karteninhaber hierüber unverzüglich informieren. [...]

(4) Sie müssen alle Bestimmungen dieses Vertrages und die übrigen technischen Instruktionen, die wir Ihnen nach billigem Ermessen mitteilen, einhalten. Ziffer 26 findet insoweit Anwendung. [...]

(9) Die Person, welche die Karte vorlegt, muss die Person sein, deren Name auf der Vorderseite der Karte aufgeprägt ist.

10. Genehmigung von Belastungen durch [Klägerin]

(1) Sofern nicht anders vereinbart, sind Sie verpflichtet, vor jeder Belastung eine Genehmigung durch [Klägerin] für jede Kreditkartentransaktion einzuholen. Wenn Sie ein POS-Terminal (oder eine andere elektronische POS-Lösung) besitzen, hat die Einholung der Genehmigung auf elektronischem Weg zu erfolgen. Sofern Sie kein POS-Terminal besitzen, zwischen uns und Ihrem POS-Terminal keine Verbindung hergestellt werden kann oder Ihr POS-Terminal den Magnetstreifen der Karte und den Chip nicht lesen kann, haben Sie die Genehmigung telefonisch bei dem Ihnen von uns angegebenen Genehmigungsdienst einzuholen. [...]

(10) Wir haben ein Rückbelastungsrecht bezüglich aller Belastungen, für die keine ordnungsgemäße Genehmigung eingeholt worden ist, für die kein Genehmigungscode erteilt wurde oder für die Sie den Genehmigungscode nicht ordnungsgemäß notiert haben.

17. Streitige Belastungen [...]

(2) Wenn wir Sie von einer streitigen Belastung in Kenntnis setzen, werden sie uns innerhalb von 14 Kalendertagen ab dem Zeitpunkt des Zuganges der Benachrichtigung Ihre Stellungnahme in Schriftform zukommen lassen. [...] Ihre Stellungnahme muss in jedem Fall substantiiert sein und eine Erklärung oder einen Lösungsvorschlag enthalten, der uns in die Lage versetzt, die streitige Belastung zu klären. Sollten wir innerhalb der vorstehenden Fristen keine solche Antwort erhalten, dürfen wir den gesamten Betrag an Sie rückbelasten. Auf die vorstehende Frist und die Rechtsfolgen bei Versäumung der Frist wird [Klägerin] Sie in der Benachrichtigung über die streitige Belastung hinweisen.

Im Herbst 2011 führte die Klägerin bei der Beklagten ein Betrugstraining durch. Dabei wurde der beklagten Partei empfohlen, bei Transaktionen über 1.000 EUR den Genehmigungsdienst der Klägerin anzurufen. Es wurde nicht darüber gesprochen, dass eine Missachtung dieser Empfehlung zu einem Rückbelastungsrecht der Klägerin führt. Aus einer der Beklagten übermittelten Broschüre geht nicht hervor, dass grundsätzlich bei Beträgen über 1.000 EUR der Genehmigungsdienst der Klägerin telefonisch kontaktiert werden soll.

Wird eine Zahlung mit einer Kreditkarte der Klägerin durchgeführt, sendet das POS Terminal automatisch eine Autorisierungsanfrage an die Klägerin. Sind in deren System keine besonderen Eintragungen (zB eine Sperre) betreffend die verwendete Kreditkarte vorhanden, wird die Transaktion automatisch genehmigt. Andernfalls scheint auf dem Terminal die Aufforderung „Telef. Autorisierung erforderlich!“ auf, und der Verkäufer muss den Genehmigungsdienst anrufen (im Fall einer Chip-mit-PIN-Transaktion kommt es zu dieser Aufforderung erst nach Eingabe des PIN-Codes, falls die Autorisierung nicht automatisch erfolgt). Sollte die Genehmigung sodann telefonisch erteilt werden, wird eine Genehmigungsnummer bekannt gegeben. Wird diese in das Terminal eingegeben, scheint - gleich wie bei einer automatischen Genehmigung - die Zahlung als erfolgt auf. Der selbe Ablauf erfolgt jedoch auch dann, wenn nicht der Genehmigungsdienst angerufen wird und lediglich eine erfundene Genehmigungsnummer eingegeben wird, da zu diesem Zeitpunkt das Terminal offline ist.

Das Erstgericht gab dem Klagebegehren mit 1.892,09 EUR sA statt und wies das Mehrbegehren ab. Es traf zu den einzelnen noch streitanhängigen Geschäftsfällen folgende Feststellungen:

In der Filiale Vösendorf zahlte ein Mann im August 2012 mehrere Einkäufe am selben Tag mit einer PIN-gestützten Kreditkarte der Klägerin. Eine Mitarbeiterin der Beklagten verlangte beim ersten Kauf einen Lichtbildausweis des Mannes; der Name stimmte mit jenem auf der Kreditkarte überein. Abgesehen davon, dass der Mann die Einkäufe einzeln nacheinander bezahlte, konnte die Mitarbeiterin kein auffälliges Verhalten feststellen. Nachdem die Mitarbeiterin die Kreditkarte in das POS-Terminal eingeführt hatte, erschien die Aufforderung, den PIN-Code einzugeben. Sodann drehte sie das Terminal zum Einkäufer, der den PIN-Code eingab. Daraufhin erschien am Terminal der Hinweis „Telef. Autorisierung erforderlich!“. Der Einkäufer drehte das Terminal jedoch nicht zur Mitarbeiterin zurück, sondern bestätige selbst mir der Taste ‚ok“, dass eine Genehmigung eingeholt worden sei, und gab eine von ihm erfundene Genehmigungszahl in das Terminal ein. Daraufhin „schien die Transaktion als abgeschlossen auf“, und die Mitarbeiterin der Beklagten ging davon aus, dass die Zahlung ordnungsgemäß erfolgt sei. Tatsächlich war die Transaktion jedoch ohne Autorisierung durchgeführt worden. Der eben geschilderte Ablauf traf auf beide hier abgewickelten Geschäftsfälle zu, wobei die Mitarbeiterin nur beim ersten den Ausweis des Mannes kontrollierte. Die betreffenden Kreditkartenbelastungen zu diesen Vorgängen reichte die Beklagte bei der Klägerin ein und erhielt abzüglich des Serviceentgeltes insgesamt 3.153,48 EUR überwiesen. Nachdem der Karteninhaber diese Transaktionen reklamiert hatte, wurden ihm die Beträge wieder gutgeschrieben. In der Folge belastete die Klägerin das Vertragspartnerkonto der Filiale Vösendorf unter Gegenrechnung mit zwei weiteren Einreichungen, sodass ein Betrag von 2.339,62 EUR offen blieb.

Im November 2012 wurden in der Filiale der Beklagten Klagenfurt, City Arkaden, Zahlungen in Höhe von 2.176 EUR und 1.760 EUR mit einer Kreditkarte der Klägerin durchgeführt, die durch die Klägerin weder automatisch noch telefonisch genehmigt worden waren. Bei diesen Zahlungen erschien am Terminal ebenfalls der Hinweis, dass eine telefonische Autorisierung erforderlich sei. Der Karteninhaber reklamierte die Transaktion als betrügerisch, woraufhin ihm die Klägerin die Beträge wieder gutschrieb und das Vertragspartnerkonto der Filiale Arkaden mit dem Abrechnungsbetrag von 3.761,25 EUR rückbelastete. Weitere Feststellungen zum konkreten Zahlungsablauf bei diesen Geschäftsfällen wurden nicht getroffen.

Für die Mitarbeiter der Filialen gab es keine besonderen Schulungen zum Themenbereich „Sicherheit bei Kreditkartenzahlungen“. Durch Rundschreiben werden sie jedoch darauf hingewiesen, bei Zahlungen mit Kreditkarten den Ausweis zu verlangen und die Unterschriften zu kontrollieren. Den Mitarbeitern ist auch bewusst, dass sie das Kreditkarteninstitut anrufen müssen, sollte ein Problem bei der Zahlung auftreten. Die Beklagte gab ihren Mitarbeitern nicht die Anweisung, bei sämtlichen Transaktionen über 1.000 EUR den Genehmigungsdienst der Klägerin zu kontaktieren.

In rechtlicher Hinsicht ging das Erstgericht davon aus, eine Zahlungspflicht der Klägerin bestehe nur, wenn das Vertragsunternehmen die in den Geschäftsbedingungen festgelegten Sorgfaltspflichten einhalte. Dabei sei zwischen Chip-mit-Unterschrift-Transaktionen und Chip-mit-PIN-Transaktionen zu unterscheiden. Bei Letzteren sei dem Karteninhaber das Terminal zur Eingabe des PIN-Codes zu überlassen. Sollte nach Eingabe des Codes eine telefonische Autorisierung nötig sein, könne dies der Kunde einfach umgehen, indem er eine erfundene Genehmigungszahl eingebe. Für einen Kassierer sei es praktisch nicht möglich zu überwachen, ob der Kunde nur den PIN-Code eingebe oder auch eine Genehmigungszahl. Demgemäß liege hinsichtlich der Filiale Vösendorf kein der Beklagten zuzurechnender Verstoß gegen die Sicherheits- und Abwicklungsrichtlinien der Klägerin vor. Hinsichtlich der Geschäftsfälle in der Filiale Arkaden hätten Feststellungen zu den genauen Zahlungsvorgängen nicht getroffen werden können, damit stehe ein der Beklagten zuzurechnender Sorgfaltsverstoß nicht fest. Die Beweislast für die Nichterfüllung oder mangelhafte Erfüllung von vertraglichen Pflichten treffe die Klägerin. Die bloße Empfehlung, bei allen Transaktionen über 1.000 EUR den Genehmigungsdienst zu kontaktieren, führe noch zu keiner rechtsgeschäftlichen Verpflichtung.

Das Berufungsgericht hob dieses nur in seinem klagsabweisenden Teil bekämpfte Urteil im bekämpften Umfang auf und verwies die Sache insoweit an das Erstgericht zur neuerlichen Verhandlung und Entscheidung zurück; es sprach aus, dass der Rekurs an den Obersten Gerichtshof zulässig sei, weil Rechtsprechung zur Frage der Sorgfaltsverletzung und der Beweislast bei Chip-mit-PIN-Transaktionen fehle.

Typischer Inhalt des Vertrags zwischen Kreditkartengesellschaft und Vertragsunternehmen sei die Verpflichtung des Vertragsunternehmens, bestimmte Geschäfte mit Kreditkarteninhabern abzuschließen und für die Inanspruchnahme seiner Leistungen nicht sofortige Bezahlung durch den Kreditkarteninhaber zu fordern, sondern zunächst Bezahlung von der Kreditkartengesellschaft zu verlangen, sofern der Karteninhaber eine gültige Karte vorweise, die Rechnung des Vertragsunternehmens unterfertige und die Unterschriften auf Rechnung und Kreditkarte übereinstimmten. Die Unterfertigung der Rechnung des Vertragsunternehmens durch den Karteninhaber werde als konkrete Anweisung zur Zahlung an das Vertragsunternehmen beurteilt, die aufgrund der durch die Kreditkartengesellschaft vorweggenommenen Annahme zugleich eine abstrakte Zahlungspflicht der Kreditkartengesellschaft gegenüber dem Vertragsunternehmen entstehen lasse. Habe die Kreditkartengesellschaft die Forderung des Vertragsunternehmens (abzüglich des vereinbarten Disagio) beglichen, nehme sie beim Kreditkarteninhaber Rückgriff.

Die Zahlungspflicht der Kreditkartengesellschaft bestehe allerdings nur, wenn das Vertragsunternehmen bestimmte - in den Geschäftsbedingungen festgelegte -
„Sorgfaltspflichten" bei Annahme der Kreditkarte einhalte. Zu diesen Sorgfaltspflichten gehörten die Überprüfung der Unterschriften auf Zahlungsbeleg und Kreditkarte auf ihre Übereinstimmung, die Prüfung der Gültigkeitsdauer der Karte und die Einholung einer Genehmigung der Kreditkartengesellschaft, wenn der Karteninhaber Umsätze über der vereinbarten Höchstgrenze (dem Zahlungslimit) tätigen wolle. Eine besondere Sorgfaltspflicht des Vertragsunternehmens könne sich weiters aus Warnhinweisen der Kreditkartengesellschaft sowie daraus ergeben, dass die Umstände bei Vorlage der Kreditkarte das Vertrauen auf den Anschein einer berechtigten Kreditkartenverwendung zerstörten.

Habe das Vertragsunternehmen seine in den AGB des Händlervertrags angeführten Sorgfaltspflichten erfüllt, trage die Kreditkartengesellschaft das Risiko eines Missbrauchs der Kreditkarte durch Dritte. Sie sei im Verhältnis zum sorgfältigen Vertragsunternehmen verpflichtet, auch den von einem nicht Berechtigten unterfertigten Rechnungsbeleg zu honorieren und dem Vertragsunternehmen Zahlung zu leisten. Sei der Vertragsunternehmer jedoch seinen vertraglichen Sorgfaltspflichten nicht nachgekommen, entstehe keine (abstrakte) Zahlungsverpflichtung der Kreditkartengesellschaft für den Fall, dass ein Dritter die Karte missbräuchlich verwende.

Zutreffend habe das Erstgericht die Empfehlung der Klägerin, bei Transaktionen über 1.000 EUR den Genehmigungsdienst der Klägerin anzurufen, nicht als technische Instruktion gemäß Punkt 7 Abs 4 der AGB beurteilt, deren Nichteinhaltung einen Sorgfaltsverstoß darstelle; eine bloße Empfehlung sei gerade keine bindende Instruktion, und deren Befolgung stehe dem Erklärungsempfänger frei, zumal bei einer Chip-mit-PIN-Transaktion oder der Magnetstreifen-Transaktion nach Punkt 10 der AGB lediglich eine elektronische Genehmigung verpflichtend einzuholen sei.

Die erstgerichtlichen Feststellungen im Zusammenhang mit den Transaktionen in der Filiale Vösendorf reichten aber nicht aus, die Einhaltung der Sorgfaltspflichten bei der Einholung der Genehmigung zu beurteilen. Es fehlten insbesondere Feststellungen, warum der Käufer nach Eingabe des PIN-Codes Gelegenheit hatte, die Einholung der telefonischen Genehmigung zu bestätigen und einen erfundenen Genehmigungscode einzugeben. Das Erstgericht habe zu der im Rahmen der rechtlichen Beurteilung vertretenen Ansicht, für einen Kassierer sei es praktisch nicht möglich zu überwachen, ob der Kunde nur den PIN-Code eingebe oder auch den Genehmigungscode, keine konkreten Feststellungen dazu getroffen, wie lange es dauere, bis aufgrund der Eingabe des PIN-Code eine automatische Autorisierung erfolge, und welcher Zeitraum bei Ablehnung der Autorisierung und Aufforderung zur telefonischen Genehmigung sowie Manipulation durch den Kreditkartenbetrüger vergehe. Ohne entsprechende Feststellungen könne aber nicht beurteilt werden, ob das von der Klägerin ausdrücklich behauptete Erfordernis des sofortigen Zurückdrehens des Terminals nach Eingabe des PIN-Code tatsächlich unmöglich sei.

Was die Unaufklärbarkeit der Transaktionen betreffend die Filiale Klagenfurt, City Arkaden, angehe, sei davon auszugehen, dass die Klägerin lediglich das Unterlassen der Einholung der Genehmigung als Sorgfaltswidrigkeit nachweisen müsse. Nach Punkt 10 Abs 10 der festgestellten AGB habe die Klägerin ein Rückbelastungsrecht bezüglich aller Belastungen, für die keine ordnungsgemäße Genehmigung eingeholt worden sei. Das fehlende Verschulden, nämlich dass die unterlassene Genehmigungseinholung ohne Vorwurf eines Fehlverhaltens der Mitarbeiter der Beklagten erfolgte, habe gemäß § 1298 ABGB die Beklagte zu beweisen.

Darüber hinaus habe das Erstgericht die von der Rechtsprechung bisher nicht behandelte Frage einer allfälligen Sorgfaltsverletzung bei der Zahlung mittels PIN-Codes mit den Parteien nicht erörtert, sodass der Beklagten im fortgesetzten Verfahren zur Vermeidung einer Überraschungsentscheidung Gelegenheit zu geben sei, ein entsprechendes konkretisiertes Vorbringen zu den Vorgängen rund um die berufungsgegenständlichen Kreditkartentransaktionen zu erstatten. Dies führe zur Aufhebung der Entscheidung im angefochtenen Umfang.

Rechtliche Beurteilung

Der Rekurs der Beklagten ist zulässig, aber nicht berechtigt.

Die Beklagte macht geltend, das Berufungsgericht habe die Frage der Beweislastverteilung unrichtig gelöst; nicht sie, sondern allein die Klägerin habe die Mittel, die genauen Tatumstände von Zahlungsvorgängen nachzuvollziehen, weshalb die Bestimmung des § 1298 ABGB hier nicht zur Anwendung komme. Ein grundsätzlicher - von der Klägerin allein zu verantwortender - Systemfehler liege darin, dass die Aufforderung „Telef. Autorisierung erforderlich!“ dadurch leicht umgangen werden könne, dass bei Eingabe eine Phantasiezahl die Transaktion wie eine korrekte aussehe, weil der Terminal offline gesetzt werde.

1.1. Der Oberste Gerichtshof hat sich bereits mehrfach mit den Rechtsbeziehungen zwischen den Beteiligten des Kreditkartengeschäfts sowie der Risikotragung im Fall eines Drittmissbrauchs befasst. Danach besteht der typische Inhalt des Vertrags zwischen der Kreditkartengesellschaft und den Vertragsunternehmen darin, dass sich das Vertragsunternehmen verpflichtet, bestimmte Geschäfte mit Kreditkarteninhabern abzuschließen und für die Inanspruchnahme seiner Leistungen nicht sofortige Bezahlung durch den Kreditkarteninhaber zu fordern, sondern zunächst Bezahlung von der Kreditkartengesellschaft zu verlangen, sofern der Karteninhaber eine gültige Karte vorweist, die Rechnung des Vertragsunternehmens unterfertigt und die Unterschriften auf Rechnung und Kreditkarte übereinstimmen (RIS-Justiz RS0032273).

1.2. Die Unterfertigung der Rechnung des Vertragsunternehmens durch den Karteninhaber wird als konkrete Anweisung zur Zahlung an das Vertragsunternehmen gewertet, die aufgrund der durch die Kreditkartengesellschaft vorweggenommenen Annahme zugleich eine abstrakte Zahlungspflicht der Kreditkartengesellschaft gegenüber dem Vertragsunternehmen entstehen lässt (RIS-Justiz RS0121043). Hat die Kreditkartengesellschaft die Forderung des Vertragsunternehmens (abzüglich des vereinbarten Disagios) beglichen, nimmt sie beim Kreditkarteninhaber Rückgriff (6 Ob 2/07y mwN; 10 Ob 23/13z).

2.1. Die Zahlungspflicht der Kreditkartenge-sellschaft ist insofern eingeschränkt, als sie nur besteht, wenn das Vertragsunternehmen bestimmte, in den Geschäftsbedingungen festgelegte „Sorgfaltspflichten" bei Annahme der Kreditkarte einhält (RIS-Justiz RS0121043 [T1]). Zu diesen „Sorgfaltspflichten“ gehören die Überprüfung der Unterschriften auf Zahlungsbeleg und Kreditkarte auf ihre Übereinstimmung, die Prüfung der Gültigkeitsdauer der Karte und auch die Einholung einer Genehmigung der Kreditkartengesellschaft, wenn der Karteninhaber Umsätze tätigen will, die die vereinbarte Höchstgrenze (das Zahlungslimit) überschreiten (10 Ob 23/13z mwN). Eine besondere „Sorgfaltspflicht“ des Vertragsunternehmens kann sich auch aus Warnhinweisen der Kreditkartengesellschaft sowie daraus ergeben, dass die Umstände bei Vorlage der Kreditkarte das Vertrauen auf den Anschein einer berechtigten Kreditkartenverwendung zerstören (6 Ob 2/07y mwN).

2.2. Ist der Vertragsunternehmer seinen vertraglichen „Sorgfaltspflichten“ nicht nachgekommen, hat er es etwa unterlassen, die Übereinstimmung der Unterschriften entsprechend zu prüfen oder eine Rückfrage bei Überschreiten des Umsatzlimits vorzunehmen, oder hat er Umstände nicht beachtet, die ein begründetes Vertrauen auf den Anschein einer berechtigten Kreditkartenverwendung zerstören konnten, entsteht keine (abstrakte) Zahlungsverpflichtung der Kreditkartengesellschaft (RIS-Justiz RS0121906).

3. Der Senat schließt sich den Grundsätzen dieser Rechtsprechung mit folgenden ergänzenden Überlegungen an:

3.1. Zum Zahlungsverkehr mit Kreditkarten bestehen keine eigenen zivilrechtlichen Regelungen. Die Verpflichtungen der Parteien ergeben sich daher - sofern es sich wie hier im Verhältnis zwischen Kreditkartengesellschaft und Vertragsunternehmen um kein Konsumentengeschäft handelt - im Einzelfall aus den zwischen ihnen abgeschlossenen Vereinbarungen, welche (je nach dem Inhalt der vereinbarten AGB) unterschiedlich ausgestaltet sein können.

3.2. Der referierten bisherigen Rechtsprechung lagen allein Sachverhalte zu Grunde, bei denen magnetstreifengestützte Transaktionen (automatische Genehmigung der Transaktion nach Durchziehen des Magnetstreifens der Kreditkarte am Terminal) durchgeführt worden sind. Im Anlassfall handelte es sich demgegenüber (zumindest in den die Filiale Vösendorf betreffenden Geschäftsfällen) um die Benützung von Kreditkarten in Form von Chip-mit-PIN-Transaktionen, bei denen die Eingabe eines PIN-Codes durch den Karteninhaber erforderlich ist.

3.3. Terminologisch ist klarzustellen, dass es sich bei dem von der Rechtsprechung verwendeten Begriff „Sorgfaltspflichten“ im Verhältnis zwischen Kreditkartengesellschaft und Vertragsunternehmen richtigerweise um bloße Obliegenheiten handelt. Die Sanktion, die aus der Nichteinhaltung der vertraglich vereinbarten „Pflichten“ des Vertragsunternehmens droht, ist das „Nichtentstehen“ eines Zahlungsanspruchs gegen die Kreditkartengesellschaft. Hat die Kreditkartengesellschaft dem Vertragsunternehmen irrtümlich dennoch Zahlung auf eine Nichtschuld geleistet, ist sie berechtigt, diese Leistung zu kondizieren, was im Wege der Aufrechnung problemlos erfolgen kann. Diese Rechtsfolgen sind ausreichend, um den Interessen des Vertragspartners, der Kreditkartengesellschaft, gerecht zu werden. Eine Pflicht, deren Verletzung das Vertragsunternehmen schadenersatzpflichtig macht, ist nicht statuiert (Vogel, Missbrauch von Kreditkarten aus zivilrechtlicher Sicht, 54; ders Risikoverteilung bei Diebstahl oder Verlust der Kreditkarte, ÖBA 2001, 767, 768).

3.4. Begründen die AGB der Klägerin demnach keine schadenersatzpflichtig machenden Pflichten für das Vertragsunternehmen, bleibt - entgegen der Auffassung des Berufungsgerichts - für die Anwendung der Beweislastumkehr nach § 1298 ABGB kein Raum, zumal die Klägerin ihr Rückzahlungsbegehren nicht auf Schadenersatz, sondern auf das Nichtbestehen ihrer Zahlungspflicht gegenüber dem Vertragsunternehmen infolge Nichteinhaltens der vereinbarten Vorgangsweise bei Durchführung einer Kreditkarten-Transaktion gestützt hat.

4.1. Kernpunkt des hier zu entscheidenden Rechtsstreits ist die Frage der Verteilung des Risikos des Drittmissbrauchs einer Kreditkarte zwischen Kreditkartengesellschaft und Vertragsunternehmen bei Chip-mit-PIN-Transaktionen und die Verteilung der Beweislast im Streitfall.

4.2. Der zwischen Kreditkartengesellschaft und Vertragsunternehmen bestehende Rahmenvertrag enthält regelmäßig vom Vertragsunternehmen zu erfüllende Obliegenheiten, deren Verletzung das „Nichtentstehen“ eines Zahlungsanspruchs gegen die Kreditkartengesellschaft zur Folge hat. Das Gesetz (§ 879 Abs 3 ABGB) verbietet gröbliche Benachteiligungen eines Vertragspartners in AGB oder Vertragsformblättern. Die dem Vertragsunternehmen auferlegten Obliegenheiten müssen demnach in einem ausgewogenen Verhältnis zur Rechtsposition des Kreditkartenunternehmens stehen.

4.3. Mit Taupitz (Zivilrechtliche Haftungsfragen bei Kartenmißbrauch nach österreichischem Recht, ÖBA 1997, 765, 769) ist davon auszugehen, dass das dem Kreditkartensystem immanente Risiko eines Missbrauchs durch Dritte in erster Linie vom Kartenherausgeber gesteuert werden kann, der die Kreditkarten verteilt und das Abfragesystem zur Verfügung stellt. Dem gegenüber hat der Vertragsunternehmer faktisch keine Möglichkeit, abgesehen von der Einhaltung ihn treffender Obliegenheiten, zur Sicherheit des Systems beizutragen, und geht ein erhebliches Risiko ein, wenn er die Karte als Zahlungsmittel akzeptiert. Denn anders als bei einem normalen Bargeschäft ist er im Kreditkartengeschäft zur Vorleistung verpflichtet und bekommt für seine Ware zunächst nur einen Zahlungsanspruch gegen den Kartenherausgeber. Aus dieser Interessenslage ist dem Vertragsunternehmen in jenen Fällen, in denen es trotz Einhaltung (oder nicht schuldhafter Nichteinhaltung) der ihm vertraglich überbundenen Obliegenheiten zu einem Mißbrauch kommt, im Wege der ergänzenden Vertragsauslegung des Rahmenvertrags ein Zahlungsanspruch gegen den Kartenherausgeber zuzubilligen.

4.4. Aus der dargestellten Interessenlage ist aber auch weiters abzuleiten, dass eine Verpflichtung des Kreditkartenunternehmens gegenüber den Kreditkarteninhabern und Vertragsunternehmen als seinen Vertragspartnern besteht, ein möglichst umgehungssicheres Kontrollsystem beim Kreditkartengeschäft einzurichten; allfällige Versäumnisse in diesem Zusammenhang gehen daher zu Lasten des Kartenherausgebers.

5.1. Im Anlassfall hat die Klägerin selbst eine gravierende Sicherheitslücke bei Chip-mit-PIN-Transaktionen aufgezeigt und vorgebracht, es bestehe die Gefahr einer Umgehung des Autorisierungssystems im Fall der Aufforderung zur telefonischen Autorisierung auf dem Bildschirm mit nachfolgender betrügerischer Eingabe eines erfundenen Genehmigungscodes am Terminal, der in dieser Phase offline geschaltet ist.

5.2. Im bisherigen Verfahren wurde mit den Parteien nicht erörtert, wann die Klägerin die im Verfahren aufgezeigte Sicherheitslücke erkannt und warum sie diese nicht schon längst leicht durch einfache technische Vorkehrungen (zB einen akkustischen Warnton bei Anzeigen des Bildschirms, der zur telefonischen Autorisierung auffordert) geschlossen hat. Von diesen Tatfragen hängt die Berechtigung des geltend gemachten Anspruchs ab: Hat nämlich die Klägerin ihr zur Kenntnis gelangende Sicherheitsprobleme ihres Systems nicht in angemessener Frist behoben und für den Zeitraum bis zur Behebung des Problems ihre Vertragspartner darüber nicht informiert und ihnen entsprechende Strategien zur Vermeidung von Betrügereien aufgezeigt und verpflichtend überbunden (sorgfältige Handhabung des Terminals; die AGB enthalten dazu keine Bestimmungen), wäre der von ihr hier verfolgte Anspruch betreffend die strittigen Geschäftsfälle der Filiale Vösendorf unbegründet, da systemimmanente Risiken - wie zuvor in Punkt 4.4. ausgeführt - jedenfalls von der Klägerin selbst zu tragen sind. Schon aus diesem Grund ist der aufhebenden Entscheidung des Berufungsgerichts nicht entgegenzutreten.

5.3. In der Frage der Beweislast teilt der Senat die Auffassung des Berufungsgerichts, dass die Klägerin nach allgemeinen Regeln zu beweisen hat, dass die Beklagte gegen eine ihr vertraglich überbundene Handlungsanweisung verstoßen hat (hier: keine Einholung einer Genehmigung der Klägerin entgegen Punkt 10. Abs 1 der AGB). Ist ihr dieser Beweis gelungen, hat sie die anspruchsbegründenden Umstände erwiesen (vgl RIS-Justiz RS0109832, RS0037797), da ihr ein Rückbelastungsrecht bezüglich aller Belastungen zusteht, für die keine ordnungsgemäße Genehmigung eingeholt worden ist.

5.4. In diesem Fall steht sodann allerdings dem beklagten Vertragsunternehmen der Entlastungsbeweis mangelnden Verschuldens offen. Dieser Beweis ist etwa dann erbracht, wenn feststeht, dass das von der Klägerin eingerichtete System eine dem Vertragsunternehmen im Zeitpunkt des strittigen Zahlungsvorgangs unbekannte Sicherheitslücke aufgewiesen hat, weshalb es dem Vertragsunternehmen auch bei Einhaltung der objektiv gebotenen Sorgfalt nicht möglich war zu erkennen, damals gegen eine ihm vertraglich überbundene Handlungsanweisung (hier: Einholung einer Genehmigung zur Kreditkartentransaktion) verstoßen zu haben. In diesem Zusammenhang ist betreffend die Vorgänge in der Filiale Vösendorf insbesondere aufklärungsbedürftig, auf Grund welcher Umstände die Kreditkartentransaktionen für die Mitarbeiterin der Beklagten als “abgeschlossen” aufschienen, wie das Erstgericht ohne nähere Erläuterung festgestellt hat.

5.5. Für eine von der Klägerin geforderte Beweislastumkehr aus dem Gedanken der Nähe zum Beweis (vgl RIS-Justiz RS0040182) besteht im Anlassfall auch deshalb kein Anlass, weil die Beklagte schon nach Punkt 17. Abs 2 der AGB verpflichtet ist, die Klägerin im Fall von strittigen Belastungsbuchungen über den Sachverhalt so weit aufzuklären, dass diese in die Lage versetzt wird, die streitige Belastung zu klären. Die Klägerin befindet sich damit - sofern ihre Vertragspartnerin diese ihr auferlegte Obliegenheit erfüllt - in keinem Beweisnotstand über Umstände in der Sphäre ihrer Vertragspartnerin. Unterlässt aber die Beklagte ihre Mitwirkung an der Aufklärung eines strittigen Buchungsvorgangs (welcher Beweis von der Klägerin leicht zu führen sein wird), hat sie gegen eine ihr vertraglich überbundene Handlungsanweisung verstoßen und muss sich schon aus diesem Grund die entsprechende Rückbelastung gefallen lassen.

5.6. Ausdrücklich geteilt wird vom Senat die Auffassung der Vorinstanzen, dass die in einem Mail an die Beklagte enthaltene Empfehlung der Klägerin, bei Transaktionen über 1.000 EUR den Genehmigungsdienst der Klägerin anzurufen, keine verbindliche Obliegenheit der Beklagten bei Abwicklung von Zahlungsvorgängen mit Kreditkarten der Klägerin begründet hat; schon die Bezeichnung als Empfehlung verbietet es, dieser Verhaltensanweisung verbindlichen Charakter zuzuerkennen.

6. Der Kostenvorbehalt beruht auf § 52 Abs 1 zweiter Satz ZPO.

Textnummer

E109188

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2014:0040OB00133.14H.1021.000

Im RIS seit

05.12.2014

Zuletzt aktualisiert am

02.09.2015

Dokumentnummer

JJT_20141021_OGH0002_0040OB00133_14H0000_000