Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Rechtssatz für 4Ob527/92 1Ob639/92 4Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0075831

Geschäftszahl

4Ob527/92; 1Ob639/92; 4Ob513/93 (4Ob514/92); 2Ob571/93; 1Ob584/93; 5Ob571/93; 4Ob534/94; 7Ob2423/96s; 2Ob347/97m; 1Ob287/98g; 1Ob247/98z; 6Ob198/02i; 6Ob46/07v; 10Ob78/07d; 7Ob57/13b; 7Ob173/13m; 7Ob42/14y; 7Ob119/14x

Entscheidungsdatum

15.12.1992

Norm

UbG §2
UbG §33

Rechtssatz

Unterliegt ein Patient Bewegungseinschränkungen, dann ist er im Sinne des UbG "untergebracht", unabhängig davon, ob er sich in einem geschlossenen Bereich befindet oder nicht. Aus dem Zusammenhang zwischen § 2 UbG und § 33 UbG ergibt sich, dass sämtliche der in § 33 UbG erwähnten Formen von Beschränkungen auch zum Vorliegen einer "Unterbringung" im Sinne des § 2 UbG führen. Eine besondere "Erheblichkeitsschwelle" hinsichtlich Dauer und Ausmaß der Beschränkung sieht das Gesetz nicht vor; therapeutische und pflegerische Beweggründe können Qualifikation einer solchen Maßnahme als Unterbringung nicht verhindern.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 527/92
    Entscheidungstext OGH 15.12.1992 4 Ob 527/92
  • 1 Ob 639/92
    Entscheidungstext OGH 15.12.1992 1 Ob 639/92
    nur: Aus dem Zusammenhang zwischen § 2 UbG und § 33 UbG ergibt sich, daß sämtliche der in § 33 UbG erwähnten Formen von Beschränkungen auch zum Vorliegen einer "Unterbringung" im Sinne des § 2 UbG führen. Eine besondere "Erheblichkeitsschwelle" hinsichtlich Dauer und Ausmaß der Beschränkung sieht das Gesetz nicht vor; therapeutische und pflegerische Beweggründe können Qualifikation einer solchen Maßnahme als Unterbringung nicht verhindern. (T1)
  • 4 Ob 513/93
    Entscheidungstext OGH 09.03.1993 4 Ob 513/93
    Auch
  • 2 Ob 571/93
    Entscheidungstext OGH 16.09.1993 2 Ob 571/93
    nur T1
  • 1 Ob 584/93
    Entscheidungstext OGH 25.08.1993 1 Ob 584/93
  • 5 Ob 571/93
    Entscheidungstext OGH 22.02.1994 5 Ob 571/93
    nur T1
  • 4 Ob 534/94
    Entscheidungstext OGH 10.05.1994 4 Ob 534/94
    Auch; Veröff: SZ 67/87
  • 7 Ob 2423/96s
    Entscheidungstext OGH 29.01.1997 7 Ob 2423/96s
    Veröff: SZ 70/16
  • 2 Ob 347/97m
    Entscheidungstext OGH 20.11.1997 2 Ob 347/97m
    Auch; nur: Therapeutische und pflegerische Beweggründe können Qualifikation einer solchen Maßnahme als Unterbringung nicht verhindern. (T2)
  • 1 Ob 287/98g
    Entscheidungstext OGH 30.10.1998 1 Ob 287/98g
    nur: Eine besondere "Erheblichkeitsschwelle" hinsichtlich Dauer und Ausmaß der Beschränkung sieht das Gesetz nicht vor. (T3); Beisatz: Bewegungsbeschränkungen zur Sicherstellung eines störungsfreien Anstaltsbetriebs oder aus Bequemlichkeit beziehungsweise Überlastung des Anstaltspersonals sind unzulässig. (T4)
  • 1 Ob 247/98z
    Entscheidungstext OGH 24.11.1998 1 Ob 247/98z
    Auch; nur: Sämtliche der in § 33 UbG erwähnten Formen von Beschränkungen führen auch zum Vorliegen einer "Unterbringung" im Sinne des § 2 UbG. (T5) Veröff: SZ 71/196
  • 6 Ob 198/02i
    Entscheidungstext OGH 12.09.2002 6 Ob 198/02i
  • 6 Ob 46/07v
    Entscheidungstext OGH 25.05.2007 6 Ob 46/07v
    Auch
  • 10 Ob 78/07d
    Entscheidungstext OGH 11.09.2007 10 Ob 78/07d
    Auch; Beisatz: Nach ständiger Rechtsprechung ist ein Patient „untergebracht" im Sinn des Unterbringungsgesetzes, wenn er Bewegungseinschränkungen unterliegt, und zwar unabhängig davon, ob er sich in einem geschlossenen Bereich befindet oder nicht und ob eine besondere „Erheblichkeitsschwelle" hinsichtlich Dauer und Ausmaß der Beschränkung überschritten wird oder nicht. (T6)
  • 7 Ob 57/13b
    Entscheidungstext OGH 17.04.2013 7 Ob 57/13b
    Vgl; Beisatz: Die Entscheidung, ob eine in einer Krankenanstalt hinsichtlich eines Minderjährigen gesetzte Beschränkung der Bewegungsfreiheit wegen Fremdgefährdung als eine Maßnahme im Rahmen der Pflege und Erziehung oder als Unterbringung zu beurteilen ist, hängt naturgemäß von den konkreten Umständen des Einzelfalls ab. (T7)
    Beisatz: Ob eine einheitliche Unterbringung oder Einzelmaßnahmen gesetzt werden, ist ebenfalls von den konkreten Umständen des jeweiligen Falls abhängig. (T8)
  • 7 Ob 173/13m
    Entscheidungstext OGH 02.10.2013 7 Ob 173/13m
    Beisatz: Ist von vornherein die Transferierung von der geschlossenen auf eine offene Abteilung desselben Spitals nur kurzfristig (hier: ausschließlich zur Durchführung einer medizinischen Behandlung unter Aufrechterhaltung der psychiatrischen Betreuung) geplant, kann nicht davon gesprochen werden, dass der Kranke seine Bewegungsfreiheit wiedererlange. (T9); Veröff: SZ 2013/90
  • 7 Ob 42/14y
    Entscheidungstext OGH 22.04.2014 7 Ob 42/14y
    Auch
  • 7 Ob 119/14x
    Entscheidungstext OGH 17.09.2014 7 Ob 119/14x
    Veröff: SZ 2014/83

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1992:RS0075831

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

13.04.2016

Dokumentnummer

JJR_19921215_OGH0002_0040OB00527_9200000_003

Rechtssatz für 2Ob25/97h 4Ob17/98y 1Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0107537

Geschäftszahl

2Ob25/97h; 4Ob17/98y; 1Ob235/06z; 7Ob119/14x

Entscheidungsdatum

13.02.1997

Norm

UbG §1
UbG §2
UbG §10
UbG §35 ff

Rechtssatz

Das Gericht ist auch berufen, die Zulässigkeit der Unterbringung bereits für die Zeit zwischen Einlieferung in die Krankenanstalt und dem Abschluß der fachärztlichen Untersuchungen (§ 10 UbG) zu prüfen.

Entscheidungstexte

  • 2 Ob 25/97h
    Entscheidungstext OGH 13.02.1997 2 Ob 25/97h
  • 4 Ob 17/98y
    Entscheidungstext OGH 27.01.1998 4 Ob 17/98y
    Auch; Veröff: SZ 71/10
  • 1 Ob 235/06z
    Entscheidungstext OGH 23.01.2007 1 Ob 235/06z
  • 7 Ob 119/14x
    Entscheidungstext OGH 17.09.2014 7 Ob 119/14x
    Veröff: SZ 2014/83

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1997:RS0107537

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

13.04.2016

Dokumentnummer

JJR_19970213_OGH0002_0020OB00025_97H0000_001

Rechtssatz für 10ObS357/00y 7Ob119/14x...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0115067

Geschäftszahl

10ObS357/00y; 7Ob119/14x; 7Ob139/14p; 7Ob14/21s

Entscheidungsdatum

30.01.2001

Norm

AFHG nö allg
AFHG stmk allg
oö Altenbetreungs-Ausbildungsgesetz allg
B-VG Art10 Abs1 Z12
B-VG Art15 Abs1
GuKG allg
WHHG allg

Rechtssatz

Während die Pflegeberufe nach dem GuKG vorrangig der Unterstützung der ärztlichen Tätigkeit und somit der Pflege von Personen, die medizinischer Hilfe bedürfen, dienen, dienen die "reinen Pflegeberufe", wie etwa die Altenhilfe und Familienhilfe, vor allem der Erleichterung der Altersbeschwerden beziehungsweise - bei Familienpflege - einer besonderen Notsituation. Solche "reinen Pflegedienste" umfassen einfache Leistungen, wie zum Beispiel Hilfestellungen im psychosozialen Bereich, im hauswirtschaftlichen Bereich, soweit sie zur Aufrechterhaltung des Haushaltes der alten Menschen erforderlich sind, aber auch Hilfestellung zur Förderung des körperlichen Wohlbefindens. Während die "reinen Pflegedienste" in kompetenzrechtlicher Hinsicht gemäß Art 15 Abs 1 B-VG in Gesetzgebung und Vollziehung Landessache sind, sind die im GuKG geregelten Pflegeberufe wegen ihres Berufsbildes in Gesetzgebung und Vollziehung Bundessache gemäß Art 10 Abs 1 Z 12 B-VG.

Entscheidungstexte

  • 10 ObS 357/00y
    Entscheidungstext OGH 30.01.2001 10 ObS 357/00y
  • 7 Ob 119/14x
    Entscheidungstext OGH 17.09.2014 7 Ob 119/14x
    Vgl auch; nur: Die Pflegeberufe nach dem GuKG dienen vorrangig der Unterstützung der ärztlichen Tätigkeit und damit der Pflege von Personen, die medizinischer Hilfe bedürfen. (T1)
    Beisatz: Die Grenze zur Laientätigkeit liegt dort, wo medizinisches oder pflegerisches Fachwissen Voraussetzung für die fachgerechte Durchführung der Tätigkeit ist und auf Grund dieses Fachwissens Selbst‑ und Fremdgefährdung vermieden werden kann. (T2); Veröff: SZ 2014/83
  • 7 Ob 139/14p
    Entscheidungstext OGH 29.10.2014 7 Ob 139/14p
    Auch; nur T1
  • 7 Ob 14/21s
    Entscheidungstext OGH 24.02.2021 7 Ob 14/21s
    nur T1

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2001:RS0115067

Im RIS seit

01.03.2001

Zuletzt aktualisiert am

29.03.2021

Dokumentnummer

JJR_20010130_OGH0002_010OBS00357_00Y0000_003

Rechtssatz für 7Ob119/14x 7Ob14/21s

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0129748

Geschäftszahl

7Ob119/14x; 7Ob14/21s

Entscheidungsdatum

17.09.2014

Norm

GuKG §3
GuKG §19
UbG §33

Rechtssatz

Das der Anlegung einer Vier‑Punkt‑Fixierung vorangehende Festhalten des Kranken gehört bereits zur psychiatrischen Gesundheits‑ und Krankenpflege und ist damit dem Pflegepersonal nach den Regelungen des GuKG vorbehalten.

Entscheidungstexte

  • 7 Ob 119/14x
    Entscheidungstext OGH 17.09.2014 7 Ob 119/14x
    Veröff: SZ 2014/83
  • 7 Ob 14/21s
    Entscheidungstext OGH 24.02.2021 7 Ob 14/21s

Schlagworte

private Sicherheitsfirma; Security; gewerblicher Sicherheitsdienst; Bewachungsunternehmen.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2014:RS0129748

Im RIS seit

22.12.2014

Zuletzt aktualisiert am

29.03.2021

Dokumentnummer

JJR_20140917_OGH0002_0070OB00119_14X0000_001

Rechtssatz für 7Ob119/14x 7Ob139/14p 7...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0129749

Geschäftszahl

7Ob119/14x; 7Ob139/14p; 7Ob14/21s

Entscheidungsdatum

17.09.2014

Norm

HeimAufG §3
UbG §33

Rechtssatz

Mangels gesetzlicher Grundlage darf ein Mitarbeiter eines von der Krankenanstalt beauftragten Sicherheitsdienstes keine Pflegemaßnahmen wie das Festhalten eines Kranken setzen.

Entscheidungstexte

  • 7 Ob 119/14x
    Entscheidungstext OGH 17.09.2014 7 Ob 119/14x
    Veröff: SZ 2014/83
  • 7 Ob 139/14p
    Entscheidungstext OGH 29.10.2014 7 Ob 139/14p
    Beisatz: Hier ordnete die Ärztin (§ 5 Abs 1 Z 1 HeimAufG) die Freiheitsbeschränkung des Hinderns des Bewohners am Verlassen eines Bereichs mittels Androhung/Anordnung des Zurückhaltens durch Mitarbeiter des privaten Sicherheitsdienstes an. (T1)
    Beisatz: Sofern der Arzt die von ihm angeordnete Freiheitsbeschränkung durch Anordnung der Androhung/Anordnung des Festhaltens des Bewohners beim Verlassen der Station nicht selbst durchführt, hat das diplomierte Krankenpflegepersonal die Durchführungsverantwortung. (T2)
  • 7 Ob 14/21s
    Entscheidungstext OGH 24.02.2021 7 Ob 14/21s
    Beisatz: Hier: Blutabnahme. (T3)

Schlagworte

private Sicherheitsfirma; Security; gewerblicher Sicherheitsdienst; Bewachungsunternehmen

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2014:RS0129749

Im RIS seit

22.12.2014

Zuletzt aktualisiert am

29.03.2021

Dokumentnummer

JJR_20140917_OGH0002_0070OB00119_14X0000_002