Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Rechtssatz für 2Ob243/21 3Ob118/14w 10...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0025844

Geschäftszahl

2Ob243/21; 3Ob118/14w; 10Ob51/15w

Entscheidungsdatum

26.04.1921

Norm

ABGB §932 I

Rechtssatz

Der Käufer geht seiner Gewährleistungsansprüche (Preisminderung!) nicht verlustig, wenn er die rechtzeitig bemängelte Ware behält und weiterveräußert.

Entscheidungstexte

  • 2 Ob 243/21
    Entscheidungstext OGH 26.04.1921 2 Ob 243/21
    Veröff: SZ 3/47
  • 3 Ob 118/14w
    Entscheidungstext OGH 21.08.2014 3 Ob 118/14w
    Vgl; Beisatz: Schon die Berechnung auf der Basis der objektiven Wertverhältnisse zeigt, dass die subjektive(n) Auswirkung(en) von Mängeln auf den Übernehmer bei der Ermittlung der Preisminderung nicht entscheidend sind. IdS geht das Preisminderungsrecht auch nicht durch Untergang oder Veräußerung der Sache verloren. (T1)
    Beisatz: Für die Beurteilung des zeitlichen Aspekts der Reisepreisminderung kommt es nicht darauf an, ob der Reisende die mangelhafte Reiseleistung (hier Unterbringung) weiter in Anspruch nimmt, dh durch diese subjektiv beeinträchtigt wird, oder ob er ‑ wie hier bei aufrecht erhaltenem Reisevertrag ‑ selbst durch einen Wechsel in ein anderes Hotel Abhilfe schafft, sondern darauf, ob die Reisemängel während des gesamten Zeitraums der gebuchten (= vereinbarten) Unterbringung weiter bestanden. (T2)
  • 10 Ob 51/15w
    Entscheidungstext OGH 02.09.2015 10 Ob 51/15w

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1921:RS0025844

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

16.11.2015

Dokumentnummer

JJR_19210426_OGH0002_0020OB00243_2100000_001

Rechtssatz für 3Ob420/53 3Ob777/54 3Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0018764

Geschäftszahl

3Ob420/53; 3Ob777/54; 3Ob168/58; 7Ob264/56; 2Ob179/57; 3Ob501/57; 1Ob385/57; 5Ob143/62; 5Ob389/63; 2Ob202/64; 6Ob122/66; 4Ob521/67; 1Ob274/67; 6Ob133/69 (6Ob134/69); 1Ob174/71; 6Ob164/73; 5Ob2/74; 3Ob38/74; 1Ob656/78; 7Ob644/78; 8Ob566/78; 8Ob503/79; 7Ob567/80; 7Ob617/80; 1Ob626/82; 3Ob670/82; 1Ob562/83; 6Ob680/82; 5Ob607/83; 7Ob732/83 (7Ob733/83 -7Ob738/83); 1Ob715/87; 3Ob41/87; 6Ob542/88 (6Ob543/88); 5Ob588/87; 1Ob696/88; 1Ob704/89; 8Ob562/90; 1Ob578/95; 1Ob610/95; 4Ob1678/95; 4Ob5/97g; 3Ob130/97g; 6Ob138/98g; 6Ob221/98p; 6Ob72/00g; 3Ob188/99i; 6Ob134/08m; 9Ob50/10h; 8Ob98/10k; 6Ob92/11i; 9Ob63/10w; 4Ob80/12m; 5Ob126/12h; 4Ob98/13k; 4Ob112/13v; 4Ob226/13h; 3Ob118/14w; 7Ob38/17i

Entscheidungsdatum

08.07.1953

Norm

ABGB §932 IV
ABGB §1167

Rechtssatz

Die Herabsetzung der Leistung ist nach jenem Verhältnis vorzunehmen, in welchem zur Zeit des Vertragsabschlusses der Wert der Sache in mangelfreiem Zustand zu dem Wert der mangelhaften Sache gestanden haben würde (sogenannte relative Berechnungsmethode). Bei einem Verkauf würde sich diese Berechnung folgendermaßen darstellen: Wird der Wert der Sache in mangelfreiem Zustand mit 100, ihr Wert unter Berücksichtigung des Mangels dagegen mit 50 und der Kaufpreis mit 80 angenommen, so ergibt sich nach der Verhältnisrechnung 100:50 = 80:x die Minderung mit 40. Das bedeutet: Hat jemand etwas über den Wert erworben und stellt sich das Erworbene als mangelhaft heraus, so kann er seine Leistung in einem den Minderwert übersteigenden Betrag kürzen, hat er hingegen unter dem Wert erworben, so kann er seine Leistung nicht um den ganzen Minderwert herabsetzen.

Entscheidungstexte

  • 3 Ob 420/53
    Entscheidungstext OGH 08.07.1953 3 Ob 420/53
    Veröff: SZ 26/185
  • 3 Ob 777/54
    Entscheidungstext OGH 01.12.1954 3 Ob 777/54
    Ähnlich; Veröff: HS 1815
  • 3 Ob 168/58
    Entscheidungstext OGH 07.05.1958 3 Ob 168/58
  • 7 Ob 264/56
    Entscheidungstext OGH 30.05.1956 7 Ob 264/56
    Ähnlich
  • 2 Ob 179/57
    Entscheidungstext OGH 08.05.1957 2 Ob 179/57
    Veröff: JBl 1957,454
  • 3 Ob 501/57
    Entscheidungstext OGH 20.11.1957 3 Ob 501/57
  • 1 Ob 385/57
    Entscheidungstext OGH 09.10.1957 1 Ob 385/57
  • 5 Ob 143/62
    Entscheidungstext OGH 19.07.1962 5 Ob 143/62
    nur: Die Herabsetzung der Leistung ist nach jenem Verhältnis vorzunehmen, in welchem zur Zeit des Vertragsabschlusses der Wert der Sache in mangelfreiem Zustand zu dem Wert der mangelhaften Sache gestanden haben würde (sogenannte relative Berechnungsmethode). (T1)
  • 5 Ob 389/63
    Entscheidungstext OGH 23.01.1964 5 Ob 389/63
  • 2 Ob 202/64
    Entscheidungstext OGH 17.09.1964 2 Ob 202/64
    nur T1
  • 6 Ob 122/66
    Entscheidungstext OGH 25.05.1966 6 Ob 122/66
    Veröff: HS 5373/44
  • 4 Ob 521/67
    Entscheidungstext OGH 18.04.1967 4 Ob 521/67
    nur T1; Veröff: LwBetr 1968,157
  • 1 Ob 274/67
    Entscheidungstext OGH 21.12.1967 1 Ob 274/67
  • 6 Ob 133/69
    Entscheidungstext OGH 25.06.1969 6 Ob 133/69
    nur T1; Beisatz: Die Wertminderung kann soweit gehen, dass der Entgeltungsanspruch zur Gänze beseitigt wird. Das ist dann der Fall, wenn das Werk überhaupt wertlos ist. (T2) Veröff: HS 7337
  • 1 Ob 174/71
    Entscheidungstext OGH 01.07.1971 1 Ob 174/71
    nur T1
  • 6 Ob 164/73
    Entscheidungstext OGH 13.09.1973 6 Ob 164/73
    nur T1; Veröff: so auch SZ 26/261
  • 5 Ob 2/74
    Entscheidungstext OGH 30.01.1974 5 Ob 2/74
    EvBl 1974/195 S 437
  • 3 Ob 38/74
    Entscheidungstext OGH 02.04.1974 3 Ob 38/74
    nur T1
  • 1 Ob 656/78
    Entscheidungstext OGH 28.06.1978 1 Ob 656/78
    nur T1; Beis wie T2
  • 7 Ob 644/78
    Entscheidungstext OGH 09.11.1978 7 Ob 644/78
  • 8 Ob 566/78
    Entscheidungstext OGH 01.03.1979 8 Ob 566/78
    nur T1
  • 8 Ob 503/79
    Entscheidungstext OGH 10.05.1979 8 Ob 503/79
    nur T1
  • 7 Ob 567/80
    Entscheidungstext OGH 08.05.1980 7 Ob 567/80
    Auch; nur T1
  • 7 Ob 617/80
    Entscheidungstext OGH 13.11.1980 7 Ob 617/80
    nur T1
  • 1 Ob 626/82
    Entscheidungstext OGH 16.06.1982 1 Ob 626/82
    nur T1; Beisatz: Das Risiko späterer Wertveränderungen (auch die Relation zwischen dem Wert der mangelfreien und der mangelhaften Sache könnte sich, etwa infolge gewandelter Verkehrsauffassung, verändern) soll bei der Preisminderung unberücksichtigt bleiben. (T3)
  • 3 Ob 670/82
    Entscheidungstext OGH 26.01.1983 3 Ob 670/82
    nur T1
  • 1 Ob 562/83
    Entscheidungstext OGH 01.06.1983 1 Ob 562/83
    Auch; nur T1
  • 6 Ob 680/82
    Entscheidungstext OGH 24.11.1983 6 Ob 680/82
    nur T1
  • 5 Ob 607/83
    Entscheidungstext OGH 03.07.1984 5 Ob 607/83
    nur T1
  • 7 Ob 732/83
    Entscheidungstext OGH 20.12.1984 7 Ob 732/83
    Auch
  • 1 Ob 715/87
    Entscheidungstext OGH 09.12.1987 1 Ob 715/87
    nur T1
  • 3 Ob 41/87
    Entscheidungstext OGH 09.09.1987 3 Ob 41/87
    nur T1
  • 6 Ob 542/88
    Entscheidungstext OGH 24.03.1988 6 Ob 542/88
    nur T1
  • 5 Ob 588/87
    Entscheidungstext OGH 21.06.1988 5 Ob 588/87
  • 1 Ob 696/88
    Entscheidungstext OGH 09.11.1988 1 Ob 696/88
    nur T1; Veröff: SZ 61/237
  • 1 Ob 704/89
    Entscheidungstext OGH 29.11.1989 1 Ob 704/89
    Auch; nur T1; Veröff: SZ 62/185 = RdW 1990,342
  • 8 Ob 562/90
    Entscheidungstext OGH 20.02.1992 8 Ob 562/90
  • 1 Ob 578/95
    Entscheidungstext OGH 23.06.1995 1 Ob 578/95
    Auch; nur T1
  • 1 Ob 610/95
    Entscheidungstext OGH 30.01.1996 1 Ob 610/95
    Vgl; nur T1
  • 4 Ob 1678/95
    Entscheidungstext OGH 18.12.1995 4 Ob 1678/95
    Auch; Beisatz: Nach dem Prinzip der Erhaltung der subjektiven Äquivalenz sollen die beim Vertragsabschluss zugrunde gelegten Wertrelationen zwischen Leistung und Gegenleistung aufrechterhalten bleiben. (T4)
  • 4 Ob 5/97g
    Entscheidungstext OGH 28.01.1997 4 Ob 5/97g
    Auch; nur T1
  • 3 Ob 130/97g
    Entscheidungstext OGH 17.09.1997 3 Ob 130/97g
    Auch; Beis wie T2
  • 6 Ob 138/98g
    Entscheidungstext OGH 25.06.1998 6 Ob 138/98g
    nur T1; Beis wie T4
  • 6 Ob 221/98p
    Entscheidungstext OGH 15.10.1998 6 Ob 221/98p
    Beis wie T4
  • 6 Ob 72/00g
    Entscheidungstext OGH 23.10.2000 6 Ob 72/00g
    Vgl auch
  • 3 Ob 188/99i
    Entscheidungstext OGH 23.05.2001 3 Ob 188/99i
    nur T1; Beisatz: Lässt sich ein Wert der "mangelfreien Sache" nicht ermitteln, dann ist die Anwendung des § 273 ZPO zulässig und notwendig. (T5)
  • 6 Ob 134/08m
    Entscheidungstext OGH 07.07.2008 6 Ob 134/08m
    Vgl; Beisatz: Hier: Zur Berechnung des Preisminderungsanspruchs bei einem nach Kauf aufgetretenen Motorschaden eines Gebrauchtwagens und dessen Weiterveräußerung in unrepariertem Zustand. (T6)
  • 9 Ob 50/10h
    Entscheidungstext OGH 28.07.2010 9 Ob 50/10h
    nur T1; Beis wie T4; Beisatz: Ohne Darlegung besonders rücksichtswürdiger Verkäuferinteressen besteht für eine Preisminderung nach der relativen Berechnungsmethode keine Untergrenze mit dem Verkehrswert des mangelhaften Objekts. (T7); Veröff: SZ 2010/91
  • 8 Ob 98/10k
    Entscheidungstext OGH 29.06.2011 8 Ob 98/10k
    Vgl auch
  • 6 Ob 92/11i
    Entscheidungstext OGH 16.06.2011 6 Ob 92/11i
    Beis wie T5
  • 9 Ob 63/10w
    Entscheidungstext OGH 29.08.2011 9 Ob 63/10w
    Vgl
  • 4 Ob 80/12m
    Entscheidungstext OGH 10.07.2012 4 Ob 80/12m
    Auch; nur T1
  • 5 Ob 126/12h
    Entscheidungstext OGH 24.01.2013 5 Ob 126/12h
    Auch; nur T1
  • 4 Ob 98/13k
    Entscheidungstext OGH 18.06.2013 4 Ob 98/13k
    Vgl auch; nur T1
  • 4 Ob 112/13v
    Entscheidungstext OGH 27.08.2013 4 Ob 112/13v
    Vgl auch; nur T1
  • 4 Ob 226/13h
    Entscheidungstext OGH 17.02.2014 4 Ob 226/13h
    Vgl auch; nur T1
  • 3 Ob 118/14w
    Entscheidungstext OGH 21.08.2014 3 Ob 118/14w
    Auch; Beisatz: Schon die Berechnung auf der Basis der objektiven Wertverhältnisse zeigt, dass die subjektive(n) Auswirkung(en) von Mängeln auf den Übernehmer bei der Ermittlung der Preisminderung nicht entscheidend sind. IdS geht das Preisminderungsrecht auch nicht durch Untergang oder Veräußerung der Sache verloren. (T8)
    Beisatz: Für die Beurteilung des zeitlichen Aspekts der Reisepreisminderung kommt es nicht darauf an, ob der Reisende die mangelhafte Reiseleistung (hier Unterbringung) weiter in Anspruch nimmt, dh durch diese subjektiv beeinträchtigt wird, oder ob er ‑ wie hier bei aufrecht erhaltenem Reisevertrag ‑ selbst durch einen Wechsel in ein anderes Hotel Abhilfe schafft, sondern darauf, ob die Reisemängel während des gesamten Zeitraums der gebuchten (= vereinbarten) Unterbringung weiter bestanden. (T9)
  • 7 Ob 38/17i
    Entscheidungstext OGH 20.12.2017 7 Ob 38/17i
    Auch; Beis wie T4

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1953:RS0018764

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

31.01.2018

Dokumentnummer

JJR_19530708_OGH0002_0030OB00420_5300000_001

Rechtssatz für 3Ob168/58 3Ob118/14w 10...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0024291

Geschäftszahl

3Ob168/58; 3Ob118/14w; 10Ob51/15w

Entscheidungsdatum

07.05.1958

Norm

ABGB §932 IIIc
ABGB §932 IV

Rechtssatz

Durch Weiterveräußerung der mangelhaften Ware in Kenntnis des Mangels geht wohl der Wandlungsanspruch nicht aber der Preisminderungsanspruch unter.

Entscheidungstexte

  • 3 Ob 168/58
    Entscheidungstext OGH 07.05.1958 3 Ob 168/58
  • 3 Ob 118/14w
    Entscheidungstext OGH 21.08.2014 3 Ob 118/14w
    Vgl; Beisatz: Schon die Berechnung auf der Basis der objektiven Wertverhältnisse zeigt, dass die subjektive(n) Auswirkung(en) von Mängeln auf den Übernehmer bei der Ermittlung der Preisminderung nicht entscheidend sind. IdS geht das Preisminderungsrecht auch nicht durch Untergang oder Veräußerung der Sache verloren. (T1)
    Beisatz: Für die Beurteilung des zeitlichen Aspekts der Reisepreisminderung kommt es nicht darauf an, ob der Reisende die mangelhafte Reiseleistung (hier Unterbringung) weiter in Anspruch nimmt, dh durch diese subjektiv beeinträchtigt wird, oder ob er ‑ wie hier bei aufrecht erhaltenem Reisevertrag ‑ selbst durch einen Wechsel in ein anderes Hotel Abhilfe schafft, sondern darauf, ob die Reisemängel während des gesamten Zeitraums der gebuchten (= vereinbarten) Unterbringung weiter bestanden. (T2)
  • 10 Ob 51/15w
    Entscheidungstext OGH 02.09.2015 10 Ob 51/15w

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1958:RS0024291

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

16.11.2015

Dokumentnummer

JJR_19580507_OGH0002_0030OB00168_5800000_001

Rechtssatz für 8Ob559/76 7Ob684/77 6Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0021708

Geschäftszahl

8Ob559/76; 7Ob684/77; 6Ob619/80; 5Ob607/83; 7Ob626/89; 7Ob509/90; 7Ob2027/96f; 9Ob204/97h; 3Ob118/14w

Entscheidungsdatum

16.02.1977

Norm

ABGB §1167

Rechtssatz

Hat sich der Besteller dafür entschieden, Preisminderung zu verlangen, kann er wegen solcher Mängel nicht mehr Verbesserung fordern.

Entscheidungstexte

  • 8 Ob 559/76
    Entscheidungstext OGH 16.02.1977 8 Ob 559/76
  • 7 Ob 684/77
    Entscheidungstext OGH 10.11.1977 7 Ob 684/77
  • 6 Ob 619/80
    Entscheidungstext OGH 03.09.1980 6 Ob 619/80
    Beisatz: Auch wenn er die Kosten der Mängelbehebung fordert. (T1)
  • 5 Ob 607/83
    Entscheidungstext OGH 03.07.1984 5 Ob 607/83
    Auch; Beisatz: Der Ersatz der Mängelbehebungskosten und Preisminderung können nicht kumulierend geltend gemacht werden. (T2)
  • 7 Ob 626/89
    Entscheidungstext OGH 28.09.1989 7 Ob 626/89
    Veröff: JBl 1990,254
  • 7 Ob 509/90
    Entscheidungstext OGH 25.01.1990 7 Ob 509/90
  • 7 Ob 2027/96f
    Entscheidungstext OGH 13.03.1996 7 Ob 2027/96f
    Vgl auch; Beisatz: Von dieser Wahl kann nur bei Vorliegen der Voraussetzungen für die Anfechtung der Erklärung im Sinn der §§ 871 ff ABGB abgegangen werden (vgl. WBl 1989, 68). (T3)
  • 9 Ob 204/97h
    Entscheidungstext OGH 10.09.1997 9 Ob 204/97h
    Beisatz: Von der Ausübung dieses Wahlrechtes ist aber erst auszugehen, wenn einer unter Fristsetzung erfolgten Aufforderung zur Mängelbehebung die Erklärung beigefügt wird, daß nach Ablauf der Frist eine Verbesserung abgelehnt werde (SZ 39/208). (T4)
  • 3 Ob 118/14w
    Entscheidungstext OGH 21.08.2014 3 Ob 118/14w
    Auch; Beis wie T2

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1977:RS0021708

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

17.10.2014

Dokumentnummer

JJR_19770216_OGH0002_0080OB00559_7600000_001

Rechtssatz für 5Ob512/95 6Ob308/97f 7O...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0045788

Geschäftszahl

5Ob512/95; 6Ob308/97f; 7Ob238/99x; 3Ob188/99i; 5Ob190/02f; 6Ob161/03z; 3Ob118/14w

Entscheidungsdatum

25.04.1995

Norm

ABGB §932 IV
ABGB §1167
ABGB §1295 Ib

Rechtssatz

Grundsätzlich ist die gleichzeitige Geltendmachung von Preisminderung und Schadenersatz ausgeschlossen, weil durch die Reduktion des Entgeltes auch die mangelhafte Erfüllung "saniert" wird: Der Schuldner des Werklohnes muß eben wegen der Mangelhaftigkeit nur ein geringeres Entgelt leisten. Erhielte er außerdem die mangelfreie Leistung oder - bei Untunlichkeit der Naturalrestitution - ihren Wert in Geld, so wäre er zweifellos bereichert. Der Berechtigte kann aber selbstverständlich den Schadenersatz wählen, wenn ihm dieser vorteilhafter erscheint (Welser, Schadenersatz statt Gewährleistung 39).

Entscheidungstexte

  • 5 Ob 512/95
    Entscheidungstext OGH 25.04.1995 5 Ob 512/95
  • 6 Ob 308/97f
    Entscheidungstext OGH 07.05.1998 6 Ob 308/97f
  • 7 Ob 238/99x
    Entscheidungstext OGH 27.10.1999 7 Ob 238/99x
    nur: Grundsätzlich ist die gleichzeitige Geltendmachung von Preisminderung und Schadenersatz ausgeschlossen, weil durch die Reduktion des Entgeltes auch die mangelhafte Erfüllung "saniert" wird: Der Schuldner des Werklohnes muß eben wegen der Mangelhaftigkeit nur ein geringeres Entgelt leisten. (T1) Beisatz: Ist allerdings der Mangel nur teilweise behebbar, können Preisminderung und Erfüllungsinteresse dann nebeneinander begehrt werden, wenn und soweit der Werkbesteller dadurch nicht bereichert wird. (T2)
  • 3 Ob 188/99i
    Entscheidungstext OGH 23.05.2001 3 Ob 188/99i
    Beisatz: Die Unzulässigkeit der gleichzeitigen Geltendmachung bezieht sich aber nur auf den Ausgleich der Mangelhaftigkeit an sich, nicht aber auf sonstige Nachteile, wie etwa den Ersatz von Mangelfolgeschäden oder Verspätungsschäden. (T3)
  • 5 Ob 190/02f
    Entscheidungstext OGH 20.11.2002 5 Ob 190/02f
    Vgl auch; nur T1; Beis wie T2
  • 6 Ob 161/03z
    Entscheidungstext OGH 27.11.2003 6 Ob 161/03z
    Auch
  • 3 Ob 118/14w
    Entscheidungstext OGH 21.08.2014 3 Ob 118/14w
    Vgl auch

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1995:RS0045788

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

17.10.2014

Dokumentnummer

JJR_19950425_OGH0002_0050OB00512_9500000_002

Rechtssatz für 2Ob86/98f 1Ob183/98p 2O...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0109832

Geschäftszahl

2Ob86/98f; 1Ob183/98p; 2Ob156/99a; 2Ob142/03a; 4Ob130/04b; 2Ob215/06s; 2Ob21/07p; 2Ob3/09v; 10Ob21/08y; 9ObA149/08i; 4Ob217/09d; 7Ob232/09g; 6Ob198/10a; 2Ob210/09k; 2Ob166/10s; 9ObA6/11i; 2Ob168/12p; 10Ob13/13d; 2Ob237/12k; 3Ob126/13w; 3Ob125/13y; 4Ob190/13i; 3Ob118/14w; 4Ob132/14m; 4Ob133/14h; 7Ob139/15i; 6Ob20/16h; 4Ob47/16i; 1Ob69/16b; 3Ob256/16t; 1Ob14/17s; 2Ob176/16w; 4Ob115/17s; 9ObA103/17p; 5Ob62/18f; 7Ob186/17d; 9ObA34/19v; 9Ob85/19v; 17Ob5/21s

Entscheidungsdatum

02.04.1998

Norm

ZPO §226 IIIA
ZPO §266 B
ZPO §272 C
EKHG §1 IIIA: EKHG §9 E
LFG §148 Abs1

Rechtssatz

Mangels gesetzlicher Spezialregeln über die Beweislast im materiellen Recht muss jede Partei die für ihren Rechtsstandpunkt günstigen Normen behaupten und beweisen. In den Fällen der Haftung ohne eigenes Verschulden des Ersatzpflichtigen muss der Geschädigte neben Schaden und Verursachung die weiteren Voraussetzungen beweisen, an die das Gesetz die Haftung knüpft; bei Ansprüchen nach dem EKHG muss der Geschädigte nachweisen, dass die Schädigung beim Betrieb des Fahrzeuges erfolgte. Dem Beklagten obliegt es dagegen, die für ihn günstigen Tatsachen, die zu einem Entfall oder einer Einschränkung der Haftpflicht führen, zu beweisen. Das entspricht den anerkannten Behauptungsregeln und Beweislastregeln, dass die Regel vom Anspruchswerber, die Ausnahme aber vom Anspruchsgegner zu behaupten und zu beweisen ist.

Entscheidungstexte

  • 2 Ob 86/98f
    Entscheidungstext OGH 02.04.1998 2 Ob 86/98f
  • 1 Ob 183/98p
    Entscheidungstext OGH 24.11.1998 1 Ob 183/98p
    nur: Jede Partei muss die für ihren Rechtsstandpunkt günstigen Normen behaupten und beweisen. (T1)
    Beisatz: Traf den Beklagten insoweit die alleinige Behauptungs- und Beweislast und erstattete gerade der Kläger als Prozessgegner dazu ein in sich schlüssiges und nachvollziehbares Tatsachenvorbringen, so liegt in dessen fehlender Bestreitung durch den Beklagten ein eines weiteren Beweises nicht bedürftiges schlüssiges Zugeständnis iSd § 267 Abs 1 ZPO. (T2)
  • 2 Ob 156/99a
    Entscheidungstext OGH 02.08.2000 2 Ob 156/99a
    nur: Mangels gesetzlicher Spezialregeln über die Beweislast im materiellen Recht muss jede Partei die für ihren Rechtsstandpunkt günstigen Normen behaupten und beweisen. In den Fällen der Haftung ohne eigenes Verschulden des Ersatzpflichtigen muss der Geschädigte neben Schaden und Verursachung die weiteren Voraussetzungen beweisen, an die das Gesetz die Haftung knüpft; bei Ansprüchen nach dem EKHG muss der Geschädigte nachweisen, dass die Schädigung beim Betrieb des Fahrzeuges erfolgte. (T3)
  • 2 Ob 142/03a
    Entscheidungstext OGH 26.06.2003 2 Ob 142/03a
    nur T1; nur: In den Fällen der Haftung ohne eigenes Verschulden des Ersatzpflichtigen muss der Geschädigte neben Schaden und Verursachung die weiteren Voraussetzungen beweisen, an die das Gesetz die Haftung knüpft; bei Ansprüchen nach dem EKHG muss der Geschädigte nachweisen, dass die Schädigung beim Betrieb des Fahrzeuges erfolgte. (T4)
  • 4 Ob 130/04b
    Entscheidungstext OGH 06.07.2004 4 Ob 130/04b
    nur T1
  • 2 Ob 215/06s
    Entscheidungstext OGH 14.06.2007 2 Ob 215/06s
    Auch; Beisatz: Erst wenn dem Geschädigten der ihm obliegende Beweis gelungen ist und feststeht, dass das EKHG als Haftungsgrundlage herangezogen wird, ist danach zu fragen, ob der Haftpflichtige jene Tatsachen, die zu einem Entfall oder einer Einschränkung seiner Haftpflicht führen, bewiesen hat. (T5)
  • 2 Ob 21/07p
    Entscheidungstext OGH 17.12.2007 2 Ob 21/07p
    Vgl; nur: Es entspricht den anerkannten Behauptungsregeln und Beweislastregeln, dass die Regel vom Anspruchswerber, die Ausnahme aber vom Anspruchsgegner zu behaupten und zu beweisen ist. (T6)
    Veröff: SZ 2007/199
  • 2 Ob 3/09v
    Entscheidungstext OGH 05.03.2009 2 Ob 3/09v
    Auch; Beis wie T5
  • 10 Ob 21/08y
    Entscheidungstext OGH 12.05.2009 10 Ob 21/08y
    Auch; nur T1; Veröff: SZ 2009/66
  • 9 ObA 149/08i
    Entscheidungstext OGH 04.08.2009 9 ObA 149/08i
    Auch; nur T1; Beisatz: Die für die Anwendung einer bestimmten Rechtsnorm erforderlichen Tatsachen müssen in einem Verfahren, in dem kein Untersuchungsgrundsatz gilt, durch Parteienbehauptungen in den Prozess eingeführt werden. Es trägt daher derjenige, der einen Anspruch behauptet, für alle anspruchsbegründenden (rechtserzeugenden) Tatsachen die Behauptungslast und Beweislast. Umgekehrt hat derjenige, der den Anspruch bestreitet, die anspruchshindernden, anspruchsvernichtenden und anspruchshemmenden Tatsachen zu behaupten und zu beweisen. (T7)
    Beisatz: Hier: Zur Frage der Beweislastverteilung bei der Haftungsbefreiung des Geschäftsführers durch eine Entlastungserklärung der Gesellschaft im Sinne des § 35 Abs 1 Z 1 GmbHG. (T8)
  • 4 Ob 217/09d
    Entscheidungstext OGH 19.01.2010 4 Ob 217/09d
    Auch; nur T1; Beisatz: Hier: Beweislast für Grundlagen der Leistungsfestsetzung nach Möglichkeit und Billigkeit. (T9)
  • 7 Ob 232/09g
    Entscheidungstext OGH 30.06.2010 7 Ob 232/09g
    Auch; Beisatz: Hier: Nachweis eines aus einer Bankgarantie Begünstigten, dass die Nichterfüllung der Garantiebedingung nicht seiner Sphäre zuzurechnen ist. (T10)
  • 6 Ob 198/10a
    Entscheidungstext OGH 11.10.2010 6 Ob 198/10a
    nur T1
  • 2 Ob 210/09k
    Entscheidungstext OGH 24.08.2010 2 Ob 210/09k
    nur: Dem Beklagten obliegt es, die für ihn günstigen Tatsachen, die zu einem Entfall oder einer Einschränkung der Haftpflicht führen, zu beweisen. (T11)
  • 2 Ob 166/10s
    Entscheidungstext OGH 27.01.2011 2 Ob 166/10s
    Auch; nur T3; Beisatz: Hier: Schädigung beim Betrieb des Luftfahrzeugs. (T12)
    Veröff: SZ 2011/11
  • 9 ObA 6/11i
    Entscheidungstext OGH 27.07.2011 9 ObA 6/11i
    Auch; nur T1; Beis wie T7 nur: Derjenige, der den Anspruch bestreitet, hat die anspruchshindernden, anspruchsvernichtenden und anspruchshemmenden Tatsachen zu behaupten und zu beweisen. (T13)
  • 2 Ob 168/12p
    Entscheidungstext OGH 20.09.2012 2 Ob 168/12p
    Auch; nur T4
  • 10 Ob 13/13d
    Entscheidungstext OGH 16.04.2013 10 Ob 13/13d
    Auch; nur T1
  • 2 Ob 237/12k
    Entscheidungstext OGH 14.03.2013 2 Ob 237/12k
    Vgl
  • 3 Ob 126/13w
    Entscheidungstext OGH 21.08.2013 3 Ob 126/13w
    Auch; nur T1; Beisatz: Die Behauptungs‑ und Beweislast dafür, dass der ordre public verletzt wurde und dass sich daraus ein Anerkennungshindernis ergibt, trifft auch im Anwendungsbereich der EuInsVO denjenigen, der sich der Anerkennung widersetzt. (T14)
  • 3 Ob 125/13y
    Entscheidungstext OGH 21.08.2013 3 Ob 125/13y
    Auch; nur T1; Beisatz: Die Behauptungs‑ und Beweislast dafür, dass der ordre public verletzt wurde und dass sich daraus ein Anerkennungshindernis ergibt, trifft auch im Anwendungsbereich der EuInsVO denjenigen, der sich der Anerkennung widersetzt. Im gegenständlichen Oppositionsstreit traf die Behauptungs‑ und Beweislast dafür, dass dem englischen Insolvenzverfahren eine die Anerkennung hindernde Gehörverletzung anhaftete, die beklagte Partei. Diesen Nachweis hat die beklagte Partei hier auf Tatsachenebene nicht erbracht. Es steht gerade nicht fest, dass ihr die Verständigung nach Art 40 EuInsVO nicht zugegangen ist. (T15)
  • 4 Ob 190/13i
    Entscheidungstext OGH 17.12.2013 4 Ob 190/13i
    Auch; nur T1; nur T11
  • 3 Ob 118/14w
    Entscheidungstext OGH 21.08.2014 3 Ob 118/14w
    Auch; Beis wie T7; Beisatz: Hier: Preisminderung bei Pauschalreise. (T16)
  • 4 Ob 132/14m
    Entscheidungstext OGH 17.09.2014 4 Ob 132/14m
    Auch; nur T1
  • 4 Ob 133/14h
    Entscheidungstext OGH 21.10.2014 4 Ob 133/14h
    Auch; Beisatz: Verstoß gegen vertraglich überbundene Handlungsanweisungen eines Kreditkartenunternehmens. (T17)
  • 7 Ob 139/15i
    Entscheidungstext OGH 16.12.2015 7 Ob 139/15i
    Beis wie T12; Beis wie T13; Beis wie T7
  • 6 Ob 20/16h
    Entscheidungstext OGH 30.03.2016 6 Ob 20/16h
    Vgl; Beisatz: Dass denjenigen, der die (absolute) Nichtigkeit eines Gesellschafterbeschlusses behauptet, dafür die Beweislast trifft, entspricht dem allgemeinen Grundsatz, wonach derjenige, der eine bestimmte Rechtsfolge behauptet, für das Vorliegen der diese begründenden Tatsachen beweispflichtig ist. (T18)
  • 4 Ob 47/16i
    Entscheidungstext OGH 12.07.2016 4 Ob 47/16i
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Beweislast für eine Ausnahme bei grundsätzlich gegebener Prospektpflicht. (T19)
  • 1 Ob 69/16b
    Entscheidungstext OGH 30.08.2016 1 Ob 69/16b
    Vgl auch; nur T1
  • 3 Ob 256/16t
    Entscheidungstext OGH 26.01.2017 3 Ob 256/16t
    nur T1
  • 1 Ob 14/17s
    Entscheidungstext OGH 16.03.2017 1 Ob 14/17s
    nur T1
  • 2 Ob 176/16w
    Entscheidungstext OGH 16.05.2017 2 Ob 176/16w
    Vgl
  • 4 Ob 115/17s
    Entscheidungstext OGH 27.07.2017 4 Ob 115/17s
    Auch; Beis wie T7
  • 9 ObA 103/17p
    Entscheidungstext OGH 27.09.2017 9 ObA 103/17p
    nur T1
  • 5 Ob 62/18f
    Entscheidungstext OGH 18.07.2018 5 Ob 62/18f
    Auch; nur T1
  • 7 Ob 186/17d
    Entscheidungstext OGH 24.05.2018 7 Ob 186/17d
    Vgl; Veröff: SZ 2018/45
  • 9 ObA 34/19v
    Entscheidungstext OGH 15.05.2019 9 ObA 34/19v
    Auch; Ähnlich nur T6
  • 9 Ob 85/19v
    Entscheidungstext OGH 26.08.2020 9 Ob 85/19v
    Vgl
  • 17 Ob 5/21s
    Entscheidungstext OGH 19.05.2021 17 Ob 5/21s
    Vgl; Beis wie T7

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1998:RS0109832

Im RIS seit

02.05.1998

Zuletzt aktualisiert am

17.06.2021

Dokumentnummer

JJR_19980402_OGH0002_0020OB00086_98F0000_001

Rechtssatz für 6Ob11/02i 3Ob118/14w 8O...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0117125

Geschäftszahl

6Ob11/02i; 3Ob118/14w; 8Ob14/18v; 6Ob146/18s

Entscheidungsdatum

10.10.2002

Norm

ABGB §1167
KSchG §31e

Rechtssatz

Der Reiseveranstaltungsvertrag ist nach herrschender Ansicht ein gemischter Vertrag, der Elemente des Werkvertrages, des Dienstleistungsvertrages und der Geschäftsbesorgung enthält und bei dem sich die Gewährleistungsrechte des Reisenden grundsätzlich nach §1167 ABGB in der hier anzuwendenden Fassung richten. §31e KSchG enthält für den Reiseveranstaltungsvertrag eine Sondergewährleistungsvorschrift, die die allgemeine Regelung des §1167 ABGB nicht verdrängt, sondern nur ergänzt.

Entscheidungstexte

  • 6 Ob 11/02i
    Entscheidungstext OGH 10.10.2002 6 Ob 11/02i
    Veröff: SZ 2002/130
  • 3 Ob 118/14w
    Entscheidungstext OGH 21.08.2014 3 Ob 118/14w
    Auch
  • 8 Ob 14/18v
    Entscheidungstext OGH 23.02.2018 8 Ob 14/18v
    Auch
  • 6 Ob 146/18s
    Entscheidungstext OGH 31.08.2018 6 Ob 146/18s
    Vgl; Beisatz: § 31e Abs 1 KSchG normiert eine verschuldensunabhängige Hilfestellungspflicht des Reiseveranstalters, die adäquate Aufklärungs-, Schutz- und Sorgfaltspflichten umfasst. Dabei handelt es sich nicht nur um Gewährleistungsbestimmungen, sondern um eigenständige, zusätzliche Rechtsansprüche des Reisenden, sodass der Reiseveranstalter am Urlaubsort alle erdenklichen Maßnahmen ergreifen muss, um dem Reisenden die ordnungsgemäße Erfüllung der Reiseleistung zu ermöglichen. In diesem Sinne können die „angemessenen Vorkehrungen“, die der Reiseveranstalter nach § 31e Abs 1 KSchG treffen muss, über die bloße Verbesserung hinausgehen. (T1)
    Beisatz: Ein Reiseveranstalter, der den Rückflug zum vereinbarten Zeitpunkt nicht erbringt, weil die Fluglinie den Flug annulliert, ist nicht nur dazu verpflichtet, den Reisenden möglichst bald mit einem Ersatzflug an sein Ziel zu befördern, sondern muss – als „angemessene Vorkehrung“ – dem Reisenden auch ein Hotel zur Übernachtung bis zum neuen Rückflug zur Verfügung stellen. (T2)
    Beisatz: § 31e Abs 1 KSchG sieht kein ausdrückliches Verlangen des Reisenden nach Abhilfe vor. Der Reiseveranstalter muss daher grundsätzlich von sich aus tätig werden und für „angemessene Vorkehrungen“ und Hilfestellung im Sinn des § 31e Abs 1 KSchG sorgen, sobald ihm bekannt ist, dass eine Leistungsstörung vorliegt. (T3); Veröff: SZ 2018/67

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2002:RS0117125

Im RIS seit

09.11.2002

Zuletzt aktualisiert am

05.06.2020

Dokumentnummer

JJR_20021010_OGH0002_0060OB00011_02I0000_003

Entscheidungstext 3Ob118/14w

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Fundstelle

EvBl 2015/24 S 172 - EvBl 2015,172 = Zak 2014/713 S 373 - Zak 2014,373 = AnwBl 2015,9 = Jus-Extra OGH-Z 5667 = ecolex 2015/41 S 111 (Schoditsch) - ecolex 2015,111 (Schoditsch) = RRa 2014,301

Geschäftszahl

3Ob118/14w

Entscheidungsdatum

21.08.2014

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat als Revisionsgericht durch den Hofrat Univ.-Prof. Dr. Neumayr als Vorsitzenden sowie die Hofrätin Dr. Lovrek und die Hofräte Dr. Jensik, Dr. Musger und Dr. Roch als weitere Richter in der Rechtssache der klagenden Parteien 1. A*****, und 2. T*****, beide *****, beide vertreten durch Dr. Michael Göbel Rechtsanwalts GmbH in Wien, wider die beklagte Partei L***** GmbH, *****, Deutschland, vertreten durch DDr. Wolfgang Doppelbauer, Rechtsanwalt in Wels, wegen (restlich) 7.280,06 EUR sA, über die Revision der klagenden Parteien gegen das Urteil des Landesgerichts Korneuburg als Berufungsgericht vom 18. März 2014, GZ 21 R 16/14x-62, mit dem über Berufung der klagenden Parteien das Urteil des Bezirksgerichts Klosterneuburg vom 22. November 2013, GZ 14 C 430/11f-56, bestätigt wurde, in nichtöffentlicher Sitzung zu Recht erkannt:

Spruch

Der Revision wird teilweise Folge gegeben.

Die Urteile der Vorinstanzen werden abgeändert, sodass sie unter Einbeziehung des in Rechtskraft erwachsenen Teilzuspruchs des Erstgerichts zu lauten haben:

„Die beklagte Partei ist schuldig, den klagenden Parteien 1.562,40 EUR samt 4 % Zinsen seit 15. März 2011 binnen 14 Tagen zu Handen des Klagevertreters zu bezahlen.

Das Mehrbegehren, die beklagte Partei sei weiters schuldig, den klagenden Parteien 6.008,80 EUR samt 4 % Zinsen seit 15. März 2011 zu bezahlen, wird abgewiesen.“

Die klagenden Parteien sind schuldig, der beklagten Partei die mit 3.065,31 EUR bestimmten Kosten des Verfahrens erster Instanz (darin enthalten 484,08 EUR an USt und 160,82 EUR an Barauslagen), die mit 787,63 EUR bestimmten Kosten des Berufungsverfahrens (darin enthalten 131,27 EUR an USt) und die mit 540,32 EUR bestimmten Kosten des Revisionsverfahrens (darin enthalten 90,05 EUR an USt) binnen 14 Tagen zu ersetzen.

Die beklagte Partei ist schuldig, den klagenden Parteien an Barauslagen des Berufungs- und Revisionsverfahrens von 203,46 EUR und 254,69 EUR binnen 14 Tagen zu ersetzen.

Text

Entscheidungsgründe:

Die Kläger buchten für sich und zwei Familienangehörige (5-jährige Tochter und Mutter des Erstklägers) eine Pauschalreise (Hin- und Rückflug samt all-inclusive-Unterbringung in einer Anlage der Mittelklasse auf einer Malediveninsel) bei der Beklagten um 10.016 EUR.

Die Kläger behaupten mehrere, nur die Unterkunft betreffende Reisemängel, deren Behebung die Beklagte trotz rechtzeitiger schriftlicher Rüge verweigert habe; sie habe auch keinen adäquaten Ersatz angeboten. Die Kläger leiten daraus mehrere Ansprüche ab, und zwar: 7.011,20 EUR an 70%iger Preisminderung für alle 13 Urlaubstage; „vorsorglich“ wurde dieser Betrag auch auf den Titel des Schadenersatzes für von der Beklagten verschuldete, nicht näher aufgeschlüsselte Mängelbehebungskosten gestützt (für den Wechsel in ein anderes Hotel am zweiten Tag des Aufenthalts); 500 EUR für entgangene Urlaubsfreude; 60 EUR an Generalunkosten.

Die Beklagte bestritt das Bestehen der behaupteten Reisemängel oder deren Qualifikation als relevante Mängel. Den Klägern sei in Erfüllung der gewährleistungsrechtlichen Verpflichtung zur Verbesserung der kostenlose Zimmerwechsel in eine höherwertige und räumlich größere Suite angeboten worden, sie hätten dies jedoch ohne hinreichenden Grund abgelehnt. Da alle umliegenden all-inclusive-Hotelanlagen ausgebucht gewesen seien, sei den Klägern unter Angabe der Zusatzkosten ein Ersatzhotel vorgeschlagen worden, in das die Kläger eigenmächtig und somit auf eigene Kosten gewechselt seien.

Das Erstgericht gab dem Klagebegehren rechtskräftig mit 291,14 EUR sA statt und wies das Mehrbegehren von 7.280,06 EUR sA ab.

Zu den behaupteten Mängeln am Strand und an der Holztreppe traf es folgende Feststellungen: „Am Strand fanden sich im Sand Anteile von Korallen, sonst war dieser sauber. Im Meer befanden sich einige Gruben und ebenfalls Korallen. Bei Flut standen Teile des Strandes unter Wasser, dieser war aber nie vollständig unbenützbar oder unbegehbar. Zum Schutz gegen Überflutung waren am Strand Sandsäcke mit einer Dicke von etwa 20 cm aufgelegt. Zum Bungalow selbst führte eine alte und leicht schiefe Holztreppe.“ Zu den Kosten der Verbesserung ging das Erstgericht davon aus, dass die Hotelrechnung im Ersatzhotel „von 8,776,68 (Beilage ./G)“ auch Restaurant- bzw Barbesuche, Einkäufe im Shop und Wassersportaktivitäten umfasste. „Es kann nicht festgestellt werden, auf welche Währung sich der Rechnungsbetrag bezieht.“ Weiters ging es von folgendem Sachverhalt aus: Schon am Ankunftstag (23. Februar 2011) rügten die Kläger Mängel der Unterkunft; am folgenden Tag übermittelte der Erstkläger an den Reisebetreuer vor Ort eine detaillierte schriftliche Mängelliste. Es kann nicht festgestellt werden, ob den Klägern samt deren Mitreisenden ein Zimmerwechsel angeboten wurde. Der Reisebetreuer bemühte sich, eine alternative Unterkunft zu finden. Da dem Erstkläger der in Erfahrung gebrachte Preis für das von den Reisenden gewünschte Ersatzhotel sehr teuer erschien, holten sie Informationen ein und organisierten den Umzug sodann selbst. Der Hotelwechsel erfolgte am 24. Februar 2011.

Das Erstgericht nahm drei Reisemängel als gegeben an (schlecht gereinigtes Badezimmer samt Schimmelflecken bei der Badewanne und Grünspan an den Armaturen; sehr abgenutzter Zustand einiger Holzliegen ohne Polsterauflagen; herausstehende rostige Schrauben im Holzboden um den Pool). Für die festgestellten Mängel gewährte es je 5 %, somit insgesamt 15 % Preisminderung vom Gesamtreisepreis, allerdings nur für die beiden Tage des Aufenthalts in der gebuchten Unterkunft (das sind 231,14 EUR), da sämtliche Reisenden nur an zwei Tagen ihrer 13-tägigen Reise beeinträchtigt gewesen seien. Weitere Reisemängel verneinte das Erstgericht: Der Strand habe der Vereinbarung entsprochen; weder Korallen noch Gruben im Meer stellten einen Mangel dar, weil bei Vertragsabschluss mit diesen Gegebenheiten zu rechnen gewesen sei. Die Sandsäcke stellten ebenfalls keinen gewährleistungsrelevanten Mangel dar. Eine ausdrückliche Vereinbarung über eine komplett waagrechte Treppe sei nicht getroffen worden. Der Umzug der Kläger sei eigenmächtig erfolgt. Daher bestehe kein Anspruch auf Ersatz der zusätzlich im Ersatzhotel aufgelaufenen Reisekosten. Damit hätten die Reisenden die Beklagte an einer vertragsgemäßen Erfüllung gehindert, sodass dieser nach § 1168 ABGB das volle Entgelt zustehe. Eine Kostenersparnis der Beklagten sei von den Klägern weder behauptet noch bewiesen worden. Ein Ersatz der entgangenen Urlaubsfreude gemäß § 31e KSchG sei mangels Überschreitens der erforderlichen Erheblichkeitsschwelle nicht berechtigt. Zuzusprechen seien den Klägern aber die Generalunkosten von 60 EUR.

Das Berufungsgericht gab der Berufung der Kläger nicht Folge und ließ die ordentliche Revision nachträglich zu, weil zur Rechtsfrage, ob beim Rücktritt von einem Reiseveranstaltungsvertrag Preisminderung nur für die in Anspruch genommenen Reisetage, oder aber für die gesamten gebuchten Reisetage gebühre, höchstgerichtliche Rechtsprechung fehle.

Es verwarf die Mängel- und Beweisrügen und hielt auch die Rechtsrüge für unberechtigt. Ein Atoll bestehe aus Korallen und Muscheln, weshalb mit angeschwemmten Splittern zu rechnen sei. Wodurch eine Beeinträchtigung durch die Sandsäcke oder die alte leicht schiefe Holztreppe entstanden sein solle, könne nicht nachvollzogen werden. Auch der Wunsch nach Zuspruch einer Preisminderung nach dem im ungerechtfertigten Auszug zu erblickenden Rücktritt vom Reisevertrag sei nicht nachvollziehbar. Da nur sehr geringfügige Mängel - bezogen auf die gebuchte Unterkunft der Mittelklasse in den Tropen - erwiesen seien, komme ein Zuspruch für entgangene Urlaubsfreude nicht in Frage.

Dagegen richtet sich die Revision der Kläger mit dem Antrag auf Abänderung im Sinn der Klagestattgebung, hilfsweise auf Aufhebung und Zurückverweisung an das Erstgericht.

Erhebliche Rechtsfragen erblicken die Kläger ua darin, dass es an Judikatur des Obersten Gerichtshofs zur Rechtsfrage fehle, ob Preisminderung auch für die Tage gebühre, in denen das gebuchte Hotel schon verlassen worden sei; sie stehe für den gesamten gebuchten Restzeitraum zu. Mit der Rechtsansicht, scharfkantige Korallensplitter am Strand müssten trotz fehlender Hinweise im Reiseprospekt in Kauf genommen werden, seien die auch im Reiserecht geltenden Grundsätze der Prospekthaftung missachtet worden; es sei auch mit Sandsäcken nicht zu rechnen gewesen, sodass eine weitere Preisminderung von 10 % auch für den mangelhaften Strand zustehe. Ebenso stelle die Verneinung des Schadenersatzes für entgangene Urlaubsfreude eine korrekturbedürftige Fehlbeurteilung dar; insbesonders die Verletzungsgefahr der Tochter der Kläger aufgrund der „geschilderten“ Mängel habe ein Genießen des Urlaubs durch die Kläger verhindert. In der Ausführung der Revision machen die Kläger Aktenwidrigkeit zur Annahme des Berufungsgerichts geltend, die Kläger hätten nur eine Einheit im Bungalow gebucht, und reklamieren eine weitere Preisminderung von 5 % auch für die mangelhafte Holzstiege.

Die Beklagte strebt in ihrer Revisionsbeantwortung die Zurückweisung der Revision an und tritt dieser auch inhaltlich entgegen.

Rechtliche Beurteilung

Die Revision ist zulässig, weil die Vorinstanzen den Klägern Preisminderung zu Unrecht nicht für die gesamte Dauer der Reise zugesprochen haben, und deshalb zum Teil berechtigt.

1. Die gerügte Aktenwidrigkeit liegt nicht vor. Es steht nämlich fest, dass seitens der Beklagten im Zuge der Buchung klargestellt wurde, dass diese nur einen Raum für alle Reisenden erfasst. Gegenstand des Pauschalreisevertrags wurde somit nur die Unterbringung aller vier Reisenden in einem Zimmer, sodass darin kein Mangel zu erblicken ist.

2. Einen (Teil-)Rücktritt vom Reisevertrag oder eine (Teil-)Wandlung haben in erster Instanz weder die Kläger noch die Beklagte ins Treffen geführt. Dementsprechend begehrten die Kläger auch nicht die (teilweise) Rückerstattung des Pauschalreisepreises auf der Grundlage einer daran anknüpfenden bereicherungsrechtlichen Rückabwicklung; somit erübrigt sich im vorliegenden Verfahren eine Auseinandersetzung mit der erstmals vom Berufungsgericht aufgeworfenen Rechtsfrage, ob ein (Teil-)Rücktritt von den Klägern erklärt wurde (der ohnehin nur die Teilleistung Unterbringung erfassen könnte, weil der gebuchte Rückflug von den Klägern ja in Anspruch genommen wurde).

3. In erster Instanz haben die Kläger ihre Forderung von 7.011,20 EUR nur auf Gewährleistung (70 % Preisminderung) und vorsorglich auf Schadenersatz (von der Beklagten verschuldete Mängelbehebungskosten) gestützt. Diese beiden Rechtsgründe stehen in Konkurrenz (vgl RIS-Justiz RS0021708 [T2]; RS0045788), setzen aber - in Übereinstimmung mit den Ausführungen zu Punkt 2. - die Aufrechterhaltung des Reisevertrags voraus.

Ein Zuspruch von Mängelbeseitigungskosten (dh der Kosten des Ersatzhotels) scheitert unabhängig von denkbaren Rechtsgrundlagen schon an der mangelnden Bestimmbarkeit deren (relevanter) Höhe. Nach den - unbekämpft gebliebenen und deshalb den Obersten Gerichtshof bindenden - Feststellungen des Erstgerichts blieb nämlich ungeklärt, in welcher Währung die Rechnung über den Aufenthalt im Ersatzhotel bezahlt wurde und welche Teilbeträge davon auf die Inanspruchnahme von Leistungen und Konsumationen zurückzuführen sind, die auch in der ursprünglich gebuchten all-inclusive-Unterkunft gesondert zu bezahlen gewesen wären (Einkäufe im Shop und Wassersportaktivitäten).

4.1. Unabhängig davon hat schon das Erstgericht den Anspruch der beiden Kläger auf Minderung des gesamten Pauschalreisepreises für 2 von 13 Reisetagen um 15 % für alle vier Reisenden wegen der drei festgestellten Reisemängel - von der Beklagten unbekämpft - bejaht, sodass die erfolgreiche Geltendmachung dieses Gestaltungsrechts der Kläger mit einem Mindestausmaß von 15 % für 2/13-tel des Pauschalreisepreises in Rechtskraft erwachsen ist; die Berechtigung der Kläger zur Preisminderung und deren Bemessungsgrundlage im gesamten Pauschalreisepreis ist dem Grunde nach daher nicht mehr zu hinterfragen. Die Beanstandung des Ausmaßes von 15 % als zu hoch durch die Beklagte in der Revisionsbeantwortung muss unbeachtet bleiben, weil dies in einer Berufung geltend zu machen gewesen wäre. Da die Kläger in ihrer Revision den von den Vorinstanzen angenommenen Prozentsatz - anders als in der Berufung - nicht mehr in Frage stellen (sondern nur dessen Erhöhung wegen weiterer Mängel und dessen Anwendung auf den gesamten Reisepreis verlangen), ist in dritter Instanz dazu nur mehr zu beantworten,

- ob die Preisminderung von 15 % auf die Dauer des Aufenthalts in der gebuchten Unterkunft (zwei Tage), dh auf den darauf aliquot entfallenden Reisepreis zu beschränken ist, oder alle Reisetage und damit den gesamten Reisepreis erfasst, und

- ob weitere Reisemängel anzunehmen sind, die eine weitere Preisminderung rechtfertigen.

4.1.1. Bei der Beantwortung der ersten Frage ist darauf Bedacht zu nehmen, dass die erfolgreiche Geltendmachung des Gestaltungsrechts der Preisminderung zu einer Herabsetzung des Kaufpreises/Werklohns und damit zu einer rückwirkenden Änderung des Vertrags führt. Sie ist nach der „relativen Berechnungsmethode“ zu ermitteln: Nach dieser hat sich der vereinbarte Preis zum geminderten Preis so zu verhalten wie der objektive Wert der Sache ohne Mangel zum objektiven Wert der Sache mit Mangel (P:p = W:w). Die Preisminderung ergibt sich aus der Differenz zwischen P und p und soll jene Situation herbeiführen, die auch vertraglich hergestellt worden wäre, wenn die Parteien die Mangelhaftigkeit vorhergesehen hätten (RIS-Justiz RS0018764; Zöchling-Jud in Kletečka/Schauer, ABGB-ON1.01 § 932 Rz 36).

Schon die Berechnung auf der Basis der objektiven Wertverhältnisse zeigt, dass die subjektive(n) Auswirkung(en) von Mängeln auf den Übernehmer bei der Ermittlung der Preisminderung nicht entscheidend sind. In diesem Sinne geht das Preisminderungsrecht auch nicht durch Untergang oder Veräußerung der Sache verloren (Koziol/Welser II13 76 f; vgl RIS-Justiz RS0024291; RS0025844).

4.1.2. Dem vorliegenden Sachverhalt ist zu entnehmen, dass behebbare Mängel vorlagen, die umgehend gerügt wurden. Deren Behebung (sei es vor dem Verlassen der gebuchten Unterkunft durch die Kläger, sei es danach) hat die Beklagte in erster Instanz gar nicht behauptet, obwohl sie für diese anspruchshindernde Tatsache nach allgemeinen Grundsätzen die Behauptungs- und Beweislast traf (RIS-Justiz RS0109832 [T7]). Der in der Revisionsbeantwortung erhobene Einwand, die Abreise der Kläger hätte der Beklagten die Möglichkeit genommen, die festgestellten Mängel zu verbessern, ist in keiner Weise nachvollziehbar, weil die Anwesenheit der Kläger (und ihrer Mitreisenden) in der bei der Beklagten gebuchten Unterkunft keine Voraussetzung für eine Mängelbehebung bildet. Es konnte auch das von der Beklagten behauptete Angebot eines Wechsels in eine höherwertige und räumlich größere Suite nicht festgestellt werden, sodass vom Fortbestand der festgestellten behebbbaren Mängel auch während der restlichen von den Klägern gebuchten Zeit trotz Gewährung einer zweiten Chance für die Beklagte auszugehen ist.

Die allgemeine Regelung der Gewährleistungsrechte im ABGB erfährt für den Reiseveranstaltungsvertrag durch § 31e KSchG nur eine Ergänzung (6 Ob 11/02i = SZ 2002/130 = RIS-Justiz RS0117125; Apathy in Schwimann³ § 31e KSchG Rz 1 mwN). Nach den oben angesprochenen Kriterien kommt es für die Beurteilung des zeitlichen Aspekts der Reisepreisminderung daher nicht darauf an, ob der Reisende die mangelhafte Reiseleistung (hier Unterbringung) weiter in Anspruch nimmt, dh durch diese subjektiv beeinträchtigt wird, oder ob er - wie hier bei aufrecht erhaltenem Reisevertrag - selbst durch einen Wechsel in ein anderes Hotel Abhilfe schafft, sondern darauf, ob die Reisemängel während des gesamten Zeitraums der gebuchten (= vereinbarten) Unterbringung weiter bestanden. Denn erst die Mängelbehebung beseitigt die Störung der beim Abschluss des aufrecht gebliebenen Vertrags zugrunde gelegten Wertrelation zwischen Leistung und Gegenleistung.

Da zu unterstellen ist, dass die festgestellten behebbbaren Mängel der gebuchten Unterkunft auch während der restlichen von den Klägern vereinbarten Zeit weiter bestanden, ist die Bemessungsgrundlage für die von den Klägern verlangte Preisminderung nicht nur auf den Zeitraum, den die Reisenden in der mangelhaften Unterkunft verbrachten, zu aliquotieren (in diesem Sinn auch AG Kleve 36 C 47/01, NJW-RR 2001, 1560), sondern besteht im gesamten, die Flugkosten einschließenden Pauschalreisepreis (zu dessen grundsätzlicher Beachtlichkeit vgl Zechner, Reisevertragsrecht [1989] Rz 404; Apathy § 31e KSchG Rz 16; Bläumauer, Reiserecht für die Praxis [2010] 104 f; Schmidt, Aktuelle Rechtsprechung zum Reiserecht, ZVR 2013/253, 476 [480]). Einen im Hotelwechsel zu erblickenden Verzicht der Kläger auf die Preisminderung (oder andere Gewährleistungsbehelfe) hat auch die Beklagte nicht behauptet.

4.1.3. Jene Entscheidung des Obersten Gerichtshofs, auf die sich die Beklagte in der Revisionsbeantwortung zur Bestätigung der gegenteiligen Rechtsansichten der Vorinstanzen beruft (3 Ob 271/03d), ist nicht einschlägig. Dort war die Preisminderung für eine Pauschalreise, die einen einwöchigen Badeaufenthalt in Kuba und eine einwöchige Kreuzfahrt umfasste, wegen Mängel nur an der Kreuzfahrt zu beurteilen. Der Oberste Gerichtshof billigte im Rahmen einer Zurückweisung einer außerordentlichen Revision die Rechtsansicht der zweiten Instanz, Bemessungsgrundlage für die Preisminderung sei nur der halbe Reisepreis, weil es unzulässig sei, die auf die Gesamtdauer gemünzten Prozentsätze (der „Frankfurter Tabelle zur Reisepreisminderung“ als brauchbare Orientierungsgrundlage) ungeschmälert anzuwenden, wenn Mängel nur einen Teil der Reise beträfen. Eine solche Zweiteilung der Pauschalreise in völlig unterschiedliche Reiseleistungen liegt im hier zu beurteilenden Sachverhalt nicht vor. Vielmehr ist von der durchgehenden Mangelhaftigkeit der Unterbringung über die gesamte Reisedauer auszugehen.

4.2. Zur Verneinung weiterer Reisemängel wegen des Zustands des Strandes argumentiert die Revision in unzulässiger Weise, sodass darauf inhaltlich nicht einzugehen ist.

Den Klägern ist nämlich der Nachweis der Verunreinigung des Strandes mit spitzen, messerscharfen Korallensplittern nicht gelungen; die Revision geht insofern somit nicht vom festgestellten Sachverhalt aus.

Eine von den festgestellten Sandsäcken ausgehende Gefährdung der körperlichen Sicherheit wurde in erster Instanz nicht behauptet; eine solche ist auch weder nachvollziehbar noch offenkundig. Ebenso wenig machten die Kläger in erster Instanz eine davon ausgehende optische Beeinträchtigung geltend. Diese neuen Einwände im Rechtsmittelverfahren verstoßen daher gegen das Neuerungsverbot.

4.3. Die Ablehnung eines Reisemangels wegen einer nur „leicht schiefen Holztreppe“ im Freien, also wegen nicht vollkommen waagrechter Stufen, stellt auch trotz deren Benutzung durch ein 5-jähriges Kind keine zu korrigierende Beurteilung dar.

4.4. Zusammengefasst ist der Anspruch der Kläger auf Preisminderung zwar auf die gesamte Reisedauer auszudehnen, weitere Reisemängel sind jedoch - mit den Vorinstanzen - zu verneinen.

Ausgehend von dem dem rechtskräftigen Teilzuspruch an die beiden Kläger zugrunde liegenden Gesamtreisepreis von 10.016 EUR errechnet sich die ihnen zustehende Preisminderung von 15 % daher mit 1.502,40 EUR.

5. Wenn der Reiseveranstalter einen erheblichen Teil der vertraglich vereinbarten Leistung nicht erbracht hat und dies auf einem dem Reiseveranstalter zurechenbaren Verschulden beruht, hat der Reisende auch Anspruch auf angemessenen Ersatz der entgangenen Urlaubsfreude. Bei der Bemessung dieses Ersatzanspruchs ist insbesondere auf die Schwere und Dauer des Mangels, den Grad des Verschuldens, den vereinbarten Zweck der Reise sowie die Höhe des Reisepreises Bedacht zu nehmen (§ 31e Abs 3 KSchG). Die Beurteilung, ob die Erheblichkeitsschwelle überschritten ist, verlangt eine Abwägung der Umstände des Einzelfalls im Sinn eines beweglichen Systems; der Ersatzanspruch nach § 31e Abs 3 KSchG setzt eine über bloße Unlustgefühle hinausgehende Beeinträchtigung der Urlaubsfreude voraus (3 Ob 92/10s).

Angesichts der festgestellten, nicht als besonders gravierend zu qualifizierenden und dennoch großzügig bewerteten Mängel einer Pauschalreise der Mittelklasse ist die Rechtsansicht der Vorinstanzen, die Erheblichkeitsschwelle des § 31e Abs 3 KSchG sei nicht überschritten, nicht zu beanstanden.

6. Zusammengefasst erweist sich die Revision nur zu der auf Preisminderung gestützten Rückforderung als erfolgreich. Auf den zu Recht bestehenden Preisminderungsanspruch von 1.502,40 EUR hat schon das Erstgericht (291,14 EUR - 60 EUR Generalunkosten =) 231,14 EUR rechtskräftig zugesprochen, sodass dem Klagebegehren im Umfang weiterer 1.271,26 EUR sA stattzugeben ist und die Urteile der Vorinstanzen in diesem Sinn abzuändern sind.

Die Kostenentscheidung für das Verfahren erster Instanz gründet sich auf § 43 Abs 1 ZPO. Von den begehrten 7.571,20 EUR haben die Kläger nur 1.502,40 EUR an Preisminderung und 60 EUR an Generalunkosten, zusammen 1.562,40 EUR ersiegt, also etwa 21 %; sie haben der Beklagten somit (79 % - 21 % =) 58 % der richtig verzeichneten Vertretungskosten von 5.007,74 EUR (also 2.904,49 EUR) zu ersetzen; weiters 79 % ihrer Barauslagen (Dolmetscher- und Konsulargebühren von 391 EUR; also 308,89 EUR); dem gegenüber hat die Beklagte 21 % der Barauslagen der Kläger (Pauschalgebühren von 705,10 EUR, also 148,07 EUR) zu tragen, sodass eine Saldierung der Barauslagen 160,82 EUR zugunsten der Beklagten ergibt.

Die Kostenentscheidung zum Rechtsmittelverfahren beruht auf §§ 50 und 43 Abs 1 ZPO. Von den in zweiter und dritter Instanz weiter verfolgten 7.280,06 EUR erhielten die Kläger nur 1.271,26 EUR zugesprochen, also 17 %. Sie haben der Beklagten daher jeweils (83 % - 17 % =) 66 % ihrer richtig verzeichneten Vertretungskosten für die Berufungs- und Revisionsbeantwortung zu ersetzen, das sind (1.193,38 EUR x 66 % =) 787,63 EUR und (818,66 EUR x 66 % =) 540,32 EUR. Die Beklagte muss jeweils 17 % der Pauschalgebühren für die Berufung und die Revision tragen, also (1.196,80 EUR x 17 % =) 203,46 EUR und (1.498,20 EUR x 17 % =) 254,69 EUR.

Textnummer

E108698

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2014:0030OB00118.14W.0821.000

Im RIS seit

15.10.2014

Zuletzt aktualisiert am

12.05.2016

Dokumentnummer

JJT_20140821_OGH0002_0030OB00118_14W0000_000