Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Rechtssatz für 5Ob2306/96w 5Ob64/00y 5...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0106052

Geschäftszahl

5Ob2306/96w; 5Ob64/00y; 5Ob118/02t; 5Ob116/06d; 5Ob18/07v; 5Ob164/07i; 5Ob100/08d; 5Ob76/09a; 5Ob4/10i; 5Ob231/09w; 5Ob57/11k; 5Ob141/12i; 5Ob2/13z; 5Ob191/13v; 5Ob16/16p; 1Ob136/18h

Entscheidungsdatum

29.10.1996

Norm

ABGB §833 C1
WEG 1975 §14 Abs1 Z5
WEG 1975 §18 Abs1 Z1
WEG 1975 §18 Abs1 Z2
WEG 2002 §24

Rechtssatz

Das Gesetz kennt keine ausdrückliche Regelung darüber, bis zu welchem Zeitpunkt ein Wohnungseigentümer bei einer im Umlaufverfahren (hier: "Unterschriftensammeln") durchgeführten Abstimmung seine einmal getätigte Stimmabgabe ändern kann. Die Bindung an das Abstimmungsverhalten tritt jedoch nicht vor dem Zugang desselben an alle anderen Mitglieder der Gemeinschaft ein. Die Stimmabgabe kann daher widerrufen werden, solange sie nicht allen zugegangen ist (hier: das Abstimmungsergebnis wurde den anderen Miteigentümern durch Hausanschlag vor einem Wochenende, zu dem erfahrungsgemäß manche Wohnungseigentümer aus Erholungsgründen von zu Hause, abwesend sind, mitgeteilt; es kann daher nicht davon ausgegangen werden, dass das Abstimmungsverhalten am darauffolgenden Montag schon allen Miteigentümern bekanntgeworden war).

Entscheidungstexte

  • 5 Ob 2306/96w
    Entscheidungstext OGH 29.10.1996 5 Ob 2306/96w
  • 5 Ob 64/00y
    Entscheidungstext OGH 26.09.2000 5 Ob 64/00y
    nur: Die Bindung an das Abstimmungsverhalten tritt nicht vor dem Zugang desselben an alle anderen Mitglieder der Gemeinschaft ein. Die Stimmabgabe kann daher widerrufen werden, solange sie nicht allen zugegangen ist. (T1); Beisatz: An diesem Grundsatz hat sich durch das Inkrafttreten des 3. WÄG nichts geändert. (T2); Beisatz: Das Entstehen eines Rechtsscheins des Zustandekommens eines Beschlusses tritt auch im Geltungsbereich vor der WRN 1999 nicht vor jenem Zeitpunkt ein, zu dem die zur Abstimmung Aufgerufenen Kenntnis vom Inhalt des Beschlusses erlangen, somit nicht vor jenem Zeitpunkt, zu dem ihnen das Ergebnis der Beschlussfassung bekanntgegeben wird. Dass seit der WRN 1999 nunmehr sogar normiert ist, wie diese Bekanntgabe zu erfolgen hat (durch Hausanschlag) bedeutet nicht, dass der Grundsatz nicht auch schon für davor liegende Zeiträume zu geltend hat. Dass für die Abstimmung eine Frist gesetzt wurde, ändert daran nichts, verschafft doch bloß der Ablauf der Frist zur Stimmabgabe dem einzelnen Wohnungseigentümer noch keine Information über den Inhalt der Beschlussfassung. (T3)
  • 5 Ob 118/02t
    Entscheidungstext OGH 28.05.2002 5 Ob 118/02t
    Auch; nur T1; Beisatz: Zum Eintritt der Bindungswirkung ist bei Umlaufbeschlüssen - falls nicht ausnahmsweise auf andere Weise der allseitige Zugang der Abstimmungserklärungen dokumentiert ist - die Bekanntgabe des Ergebnisses erforderlich, um die Entscheidung rechtswirksam werden zu lassen. (T4)
  • 5 Ob 116/06d
    Entscheidungstext OGH 12.09.2006 5 Ob 116/06d
    Auch; nur T1; Beis wie T4
  • 5 Ob 18/07v
    Entscheidungstext OGH 03.07.2007 5 Ob 18/07v
    nur T1; Beis wie T4
  • 5 Ob 164/07i
    Entscheidungstext OGH 06.11.2007 5 Ob 164/07i
    Vgl auch; Beis ähnlich wie T4; Beisatz: Dem Initiator eines Beschlusses steht ohne sachliche Gründe nicht unbefristet Zeit für die Kundmachung des Abstimmungsergebnisses zur Verfügung. Sobald daher allen Mit- und Wohnungseigentümern ausreichende Zeit zur Äußerung gegeben wurde, ist das Ergebnis der Stimmabgabe ebenfalls binnen angemessener Frist und ohne sachlich nicht gerechtfertigte Verzögerung bekanntzugeben. Wird ein Beschluss diesem Erfordernis nicht gerecht, so ist er nicht wirksam zustande gekommen. (Hier: Bekanntmachung erst rund ein Jahr nach Beendigung der Abstimmung) (T5)
  • 5 Ob 100/08d
    Entscheidungstext OGH 03.06.2008 5 Ob 100/08d
    Auch; Beisatz: Bis zu jenem Zeitpunkt, zu dem die Abstimmungserklärungen allen anderen am Willensbildungsprozess Beteiligten zugegangen ist, kann jeder Mit- und Wohnungseigentümer seine Entscheidung widerrufen. Es ist daher die Bekanntgabe des Ergebnisses erforderlich, um die Entscheidung rechtswirksam werden zu lassen. (T6)
  • 5 Ob 76/09a
    Entscheidungstext OGH 12.05.2009 5 Ob 76/09a
    Vgl; Beisatz: Das rechtswirksame Zustandekommen eines Mehrheitsbeschlusses setzt voraus, dass auch dem letzten Miteigentümer Gelegenheit zur Äußerung geboten wurde und eine Bindung der Teilnehmer an ihre Abstimmungserklärung eingetreten ist, nachdem sie allen am Willensbildungsprozess Beteiligten zugegangen ist. (T7)
  • 5 Ob 4/10i
    Entscheidungstext OGH 27.05.2010 5 Ob 4/10i
    nur T1; Beis wie T6; Beisatz: Falls nicht ausnahmsweise auf andere Weise der allseitige Zugang der Abstimmungserklärungen dokumentiert ist. (T8); Beisatz: Der Eintritt der Bindungswirkung wird nicht dadurch ausgeschlossen, das sich das bekannt gegebene Abstimmungsergebnis (nachträglich) wegen unrichtiger Stimmenzählung als (objektiv) unrichtig erweist. (T9)
  • 5 Ob 231/09w
    Entscheidungstext OGH 22.06.2010 5 Ob 231/09w
    nur T1; Beis wie T4; Beis wie T6; Beis wie T7
  • 5 Ob 57/11k
    Entscheidungstext OGH 13.12.2011 5 Ob 57/11k
    Auch; nur T1
  • 5 Ob 141/12i
    Entscheidungstext OGH 05.09.2012 5 Ob 141/12i
    Vgl auch
  • 5 Ob 2/13z
    Entscheidungstext OGH 21.03.2013 5 Ob 2/13z
    Vgl; Beis ähnlich wie T4
  • 5 Ob 191/13v
    Entscheidungstext OGH 20.05.2014 5 Ob 191/13v
    Vgl auch; Beisatz: Zur Rechtswirksamkeit eines im Umlaufverfahren gefassten Beschlusses ist es nicht erforderlich, dass die Initiatoren einer solchen Beschlussfassung vorweg einen Endtermin nennen, oder ein solcher für die Wohnungseigentümer zumindest bestimmbar ist. (T10)
  • 5 Ob 16/16p
    Entscheidungstext OGH 14.06.2016 5 Ob 16/16p
    Vgl auch; Beisatz: Ein Beschluss kommt nicht bereits mit dem Erreichen der Mehrheit zustande, vielmehr ist die Bekanntgabe des Ergebnisses erforderlich, um die Entscheidung rechtswirksam werden zu lassen. (T11)
  • 1 Ob 136/18h
    Entscheidungstext OGH 29.08.2018 1 Ob 136/18h
    Auch; nur T1; Beis wie T6; Beisatz: Erforderlich ist ein Zugang im Sinn der besonderen Kundmachungsnorm des § 24 Abs 5 WEG. (T12)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1996:RS0106052

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

26.11.2018

Dokumentnummer

JJR_19961029_OGH0002_0050OB02306_96W0000_002

Rechtssatz für 5Ob2382/96x 5Ob249/03h...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0108768

Geschäftszahl

5Ob2382/96x; 5Ob249/03h; 5Ob315/03i; 5Ob154/05s; 5Ob18/07v; 5Ob164/07i; 5Ob100/08d; 5Ob186/08a; 5Ob93/08z; 5Ob57/09g; 5Ob231/09w; 5Ob85/11b; 5Ob57/11k; 5Ob141/12i; 5Ob238/12d; 5Ob191/13v; 5Ob74/14i; 5Ob189/14a; 5Ob29/15y

Entscheidungsdatum

25.11.1997

Norm

WEG 1975 §13b Abs3
WEG 2002 §24

Rechtssatz

Aus der Bestimmung des § 13b Abs 3 letzter Satz WEG "Gleiches gilt für die Willensbildung durch Umlaufbeschluss" wird nicht nur die ausdrückliche Zulassung dieser Beschlussform durch den Gesetzgeber, sondern auch abgeleitet, dass die Verständigung eines Wohnungseigentümers zur Stimmabgabe bei einem Umlaufbeschluss an die Anschrift des Wohnungseigentumsobjekts vorzunehmen ist, soferne nicht eine andere inländische Anschrift oder ein inländischer Zustellungsbevollmächtigter bekanntgegeben wurde. Da nach dem Wortlaut des Gesetzes keine Zustellung, sondern nur eine Übersendung erforderlich ist, reicht grundsätzlich auch bei einem im Ausland befindlichen Wohnungseigentümer die Übersendung an die Adresse der Eigentumswohnung aus.

Entscheidungstexte

  • 5 Ob 2382/96x
    Entscheidungstext OGH 25.11.1997 5 Ob 2382/96x
  • 5 Ob 249/03h
    Entscheidungstext OGH 25.11.2003 5 Ob 249/03h
    nur: Nach dem Wortlaut des Gesetzes ist keine Zustellung, sondern nur eine Übersendung erforderlich. (T1)
    Beisatz: Für die Verständigung von der Beschlussfassung ist kein der Zustellung nach dem Zustellgesetz vergleichbarer Akt notwendig; es bedarf nicht einmal des Zugangs der Verständigung. (T2)
  • 5 Ob 315/03i
    Entscheidungstext OGH 10.02.2004 5 Ob 315/03i
    nur: Aus der Bestimmung des § 13 b Abs 3 letzter Satz WEG "Gleiches gilt für die Willensbildung durch Umlaufbeschluss" wird die ausdrückliche Zulassung dieser Beschlussform durch den Gesetzgeber abgeleitet. (T3)
    Beisatz: Dass nach § 34 GmbHG Umlaufbeschlüsse nur dann wirksam sein können, wenn sie einstimmig zustande kommen oder sich alle Gesellschafter zumindest mit der Schriftlichkeit des Abstimmungsverfahrens einverstanden erklärt haben, ist auf die Regelungen des Wohnungseigentumsgesetzes nicht übertragbar. (T4)
  • 5 Ob 154/05s
    Entscheidungstext OGH 20.09.2005 5 Ob 154/05s
    Vgl; nur T1; Beis wie T2; Beisatz: Hier: § 25 Abs 2 WEG 2002. (T5)
  • 5 Ob 18/07v
    Entscheidungstext OGH 03.07.2007 5 Ob 18/07v
    Vgl auch
  • 5 Ob 164/07i
    Entscheidungstext OGH 06.11.2007 5 Ob 164/07i
  • 5 Ob 100/08d
    Entscheidungstext OGH 03.06.2008 5 Ob 100/08d
    Vgl auch; Beisatz: Umlaufbeschlüsse, etwa in Form einer Unterschriftenliste sind grundsätzlich zulässig (5 Ob 146/01h = MietSlg 53/26), ohne dass zuvor eine gesonderte Beschlussfassung oder Verständigung über diese Vorgangsweise erfolgen müsste, was auch für den Fall einer Beschlussfassung über die Auflösung eines Verwaltungsvertrags gilt (vgl ausführlich 5 Ob 18/07v). (T6)
  • 5 Ob 186/08a
    Entscheidungstext OGH 09.09.2008 5 Ob 186/08a
    Vgl; Beis wie T6 nur: Umlaufbeschlüsse sind grundsätzlich zulässig. (T7)
    Beisatz: Hier: Umlaufbeschluss in Form einer Stellungnahme zu einer jedem Wohnungseigentümer übersandten Abstimmungsbeilage. (T8)
  • 5 Ob 93/08z
    Entscheidungstext OGH 09.09.2008 5 Ob 93/08z
    Beis wie T2; Veröff: SZ 2008/127
  • 5 Ob 57/09g
    Entscheidungstext OGH 12.05.2009 5 Ob 57/09g
    Vgl; Beisatz: Nach gefestigter Rechtsprechung (zum Wohnungseigentumsgesetz 2002) ist die Verständigung eines Wohnungseigentümers zur Stimmabgabe bei einem Umlaufbeschluss an die Anschrift des Wohnungseigentumsobjekts vorzunehmen, sofern der Wohnungseigentümer nicht eine andere inländische Anschrift bekannt gegeben hat. (T9)
    Beisatz: Das Absehen vom Erfordernis eines (effektiven) Zugangs beim Wohnungseigentümer für eine ausreichende Verständigung von einer Beschlussfassung setzt die Übersendung der Verständigung an die gesetzlich vorgesehene Anschrift voraus (so auch ausdrücklich 5 Ob 249/03h). (T10)
    Bem: Hier: Verständigung an eine im Grundbuch und auch im Herold-Telefonbuch aufgeschienene Adresse, nicht aber an die Anschrift des Wohnungseigentumsobjekts und auch nicht an die tatsächliche Wohnanschrift. (T11)
  • 5 Ob 231/09w
    Entscheidungstext OGH 22.06.2010 5 Ob 231/09w
    Beis wie T6; Beis wie T9; Beis wie T10
  • 5 Ob 85/11b
    Entscheidungstext OGH 07.07.2011 5 Ob 85/11b
    Auch; Beis wie T1; Beis wie T2; Beis wie T6; Beis ähnlich wie T10
  • 5 Ob 57/11k
    Entscheidungstext OGH 13.12.2011 5 Ob 57/11k
    Auch; nur ähnlich T3; Beis auch wie T6; Beis auch T7
  • 5 Ob 141/12i
    Entscheidungstext OGH 05.09.2012 5 Ob 141/12i
    Vgl auch
  • 5 Ob 238/12d
    Entscheidungstext OGH 17.12.2012 5 Ob 238/12d
    Vgl; Beis ähnlich wie T9; Vgl Beis wie T10
  • 5 Ob 191/13v
    Entscheidungstext OGH 20.05.2014 5 Ob 191/13v
    Vgl auch; Beisatz: Umlaufbeschlüsse in Form von Unterschriftenlisten oder im Wege einer brieflichen Befragung/Beantwortung sind zulässig. Ebenso eine Kombination solcher Beschlussformen. (T12)
    Beisatz: Zur Rechtswirksamkeit eines im Umlaufverfahren gefassten Beschlusses ist es nicht erforderlich, dass die Initiatoren einer solchen Beschlussfassung vorweg einen Endtermin nennen, oder ein solcher für die Wohnungseigentümer zumindest bestimmbar ist.. (T13)
  • 5 Ob 74/14i
    Entscheidungstext OGH 25.07.2014 5 Ob 74/14i
    Vgl aber; Beisatz: § 24 Abs 5 WEG 2002, der nur auf die „Übersendung“ abstellt, ist für das Grundbuchverfahren nicht einschlägig. (T14)
  • 5 Ob 189/14a
    Entscheidungstext OGH 18.11.2014 5 Ob 189/14a
    Vgl auch
  • 5 Ob 29/15y
    Entscheidungstext OGH 24.03.2015 5 Ob 29/15y
    Vgl; Beis wie T6; Beis wie T7; Beis wie T8; Beis wie T12; Veröff: SZ 2015/25

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1997:RS0108768

Im RIS seit

25.12.1997

Zuletzt aktualisiert am

10.03.2017

Dokumentnummer

JJR_19971125_OGH0002_0050OB02382_96X0000_002

Rechtssatz für 5Ob2382/96x 5Ob118/02t...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0108769

Geschäftszahl

5Ob2382/96x; 5Ob118/02t; 5Ob116/06d; 5Ob18/07v; 5Ob164/07i; 5Ob187/07x (5Ob188/07v); 5Ob100/08d; 5Ob27/08v; 5Ob113/08s; 5Ob93/08z; 5Ob57/09g; 5Ob76/09a; 5Ob21/09p; 5Ob133/09h; 5Ob4/10i; 5Ob231/09w; 5Ob85/11b; 5Ob57/11k; 5Ob141/12i; 5Ob238/12d; 5Ob2/13z; 5Ob191/13v; 5Ob189/14a; 5Ob206/15b; 5Ob16/16p

Entscheidungsdatum

25.11.1997

Norm

WEG 1975 §13b Abs3
WEG 2002 §24

Rechtssatz

Beim schriftlichen Umlaufbeschluss kommt die Entscheidung erst dann zustande, wenn auch dem letzten Miteigentümer die Gelegenheit zur Äußerung geboten wurde, sodass in der Übersendung eines Unterschriftformulars, was auch durch persönliches Überbringen erfolgen kann, die dieser Beschlussfassung selbst vorangehende schriftliche Verständigung gelegen ist. Die Forderung, auch einem schriftlichen Umlaufbeschluss müsse jedenfalls eine getrennte schriftliche Verständigung vorangehen, findet im Gesetz keine Deckung und ist nicht verallgemeinerungsfähig.

Entscheidungstexte

  • 5 Ob 2382/96x
    Entscheidungstext OGH 25.11.1997 5 Ob 2382/96x
  • 5 Ob 118/02t
    Entscheidungstext OGH 28.05.2002 5 Ob 118/02t
    Auch; nur: Beim schriftlichen Umlaufbeschluss kommt die Entscheidung erst dann zustande, wenn auch dem letzten Miteigentümer die Gelegenheit zur Äußerung geboten wurde. (T1)
  • 5 Ob 116/06d
    Entscheidungstext OGH 12.09.2006 5 Ob 116/06d
  • 5 Ob 18/07v
    Entscheidungstext OGH 03.07.2007 5 Ob 18/07v
    Auch; nur: Die Forderung, auch einem schriftlichen Umlaufbeschluss müsse jedenfalls eine getrennte schriftliche Verständigung vorangehen, findet im Gesetz keine Deckung und ist nicht verallgemeinerungsfähig. (T2); nur T1
  • 5 Ob 164/07i
    Entscheidungstext OGH 06.11.2007 5 Ob 164/07i
    Auch; nur T1; nur T2;
    Bem: Die ursprünglich an dieser Stelle aus Versehen mit der Kennzeichnung T3 erfolgte Wiederholung des Teilsatzes T1 wurde gelöscht. - März 2015 (T3);
    Beisatz: Der Anschlag in den Schaukästen der einzelnen Stiegenhäuser stellt dann eine ausreichende Möglichkeit zur Stellungnahme dar, wenn darin der der Abstimmung zu unterziehende Beschluss ebenso hinreichend deutlich zum Ausdruck kommt wie das nähere Procedere der Stimmabgabe. Erfüllt dagegen ein Aushang diese Verständigungserfordernisse nicht, reicht es zur Ermöglichung der Stellungnahme nicht aus, wenn mit einem ausreichenden Schreiben von Tür zu Tür gegangen wird, dabei aber nicht alle Miteigentümer erreicht werden. (T4);
    Beisatz: Die Formulierung, dass eine Kündigung der Hausverwaltung beabsichtigt sei, gibt noch keinen ausreichenden Hinweis auf eine bevorstehende Beschlussfassung. (T5);
    Beisatz: Den Mit- und Wohnungseigentümern inklusive des zuletzt Verständigten ist eine angemessene Frist zur Äußerung zu geben. Bis zur Bekanntgabe des Ergebnisses einer im Umlaufweg erfolgten Abstimmung ist daher eine gewisse Mindestfrist einzuhalten. Umgekehrt steht dem Initiator eines Beschlusses ohne sachliche Gründe auch nicht unbefristet Zeit für die Kundmachung des Abstimmungsergebnisses zur Verfügung. (T6)
  • 5 Ob 187/07x
    Entscheidungstext OGH 15.04.2008 5 Ob 187/07x
    Vgl; nur T2
  • 5 Ob 100/08d
    Entscheidungstext OGH 03.06.2008 5 Ob 100/08d
    Auch; nur T1; Beisatz: Es ist allen - auch jenen mit einer voraussichtlich chancenlosen Gegenposition - Gelegenheit zur Äußerung zu geben. (T7);
    Beisatz: Hier: Ein Umlaufbeschluss wurde von einer Mehrheit initiiert, und die Mit- und Wohnungseigentümer, denen dieser Beschlussentwurf (in dem allerdings nur die Variante der Zustimmung enthalten war) zuging, hätten ohne weiteres durch einen Beisatz wie etwa „bin nicht einverstanden" eine Abstimmungserklärung abgeben können. (T8)
  • 5 Ob 27/08v
    Entscheidungstext OGH 14.05.2008 5 Ob 27/08v
    Vgl auch; Beisatz: Steht nicht fest, dass allen Wohnungseigentümern überhaupt Gelegenheit zur Äußerung geboten wurde, kann von einem Zustandekommen des Umlaufbeschlusses ohnedies keine Rede sein. (T9)
  • 5 Ob 113/08s
    Entscheidungstext OGH 26.08.2008 5 Ob 113/08s
    Beisatz: Es ist allen Mit- und Wohnungseigentümern - auch jenen mit einer voraussichtlich chancenlosen Gegenposition - Gelegenheit zur Äußerung zu geben, was die Möglichkeit einer Werbung für den eigenen Standpunkt ebenso einzuschließen hat wie die eigene Stimmabgabe. (T10)
  • 5 Ob 93/08z
    Entscheidungstext OGH 09.09.2008 5 Ob 93/08z
    nur T1; nur T2; Beisatz: Dies gilt auch für den Fall einer Beschlussfassung über die Auflösung des Verwaltungsvertrags. (T11); Veröff: SZ 2008/127
  • 5 Ob 57/09g
    Entscheidungstext OGH 12.05.2009 5 Ob 57/09g
    nur T1; Beis wie T9; Beis wie T11
  • 5 Ob 76/09a
    Entscheidungstext OGH 12.05.2009 5 Ob 76/09a
    Vgl; Beisatz: Das rechtswirksame Zustandekommen eines Mehrheitsbeschlusses setzt voraus, dass auch dem letzten Miteigentümer Gelegenheit zur Äußerung geboten wurde und eine Bindung der Teilnehmer an ihre Abstimmungserklärung eingetreten ist, nachdem sie allen am Willensbildungsprozess Beteiligten zugegangen ist. (T12)
  • 5 Ob 21/09p
    Entscheidungstext OGH 01.09.2009 5 Ob 21/09p
    Vgl; Beisatz: Das Zustandekommen eines Beschlusses ist davon abhängig, dass allen Mit- und Wohnungseigentümern Gelegenheit zur Äußerung gegeben wurde. (T13)
  • 5 Ob 133/09h
    Entscheidungstext OGH 19.01.2010 5 Ob 133/09h
    Vgl; Beis wie T10; Beisatz: Der Mehrheit der Wohnungseigentümer fehlt es an der Möglichkeit, Maßnahmen unmittelbar und eigenmächtig umzusetzen. Sie hat nämlich mit der Konsequenz von Unterlassungs- und Beseitigungsansprüchen der Minderheit Eigenmacht zu verantworten, wenn sie ohne rechtswirksamen Beschluss agiert. Das gilt auch für einen Wohnungseigentümer, der die Mehrheit der Anteile auf sich vereint („Dominator“), wenn er nicht zum Verwalter bestellt wurde. (T14)
  • 5 Ob 4/10i
    Entscheidungstext OGH 27.05.2010 5 Ob 4/10i
    nur T1
  • 5 Ob 231/09w
    Entscheidungstext OGH 22.06.2010 5 Ob 231/09w
    Beis wie T11; Beis wie T12; Beis wie T13; Beis ähnlich wie T6
  • 5 Ob 85/11b
    Entscheidungstext OGH 07.07.2011 5 Ob 85/11b
    Auch; nur T1; nur T2; Beis ähnlich wie T10; Beis wie T11; Beis ähnlich wie T12; Beis wie T13
  • 5 Ob 57/11k
    Entscheidungstext OGH 13.12.2011 5 Ob 57/11k
    Auch; nur T1; Beis ähnlich wie T2; Beis auch wie T12; Beis auch wie T13
  • 5 Ob 141/12i
    Entscheidungstext OGH 05.09.2012 5 Ob 141/12i
    Auch; nur ähnlich T1; Beis wie T7; Beis wie T10; Beisatz: Einzelnen Wohnungseigentümern soll nicht der Eindruck vermittelt werden, sie könnten die Beschlussfassung ohnehin nicht mehr verhindern und der Versuch einer argumentativen Gegenwehr lohne sich gar nicht. (T15)
  • 5 Ob 238/12d
    Entscheidungstext OGH 17.12.2012 5 Ob 238/12d
    nur T1; Auch Beis wie T7; Beis wie T10; Beis wie T9
  • 5 Ob 2/13z
    Entscheidungstext OGH 21.03.2013 5 Ob 2/13z
    Vgl; Beisatz: Für den Eintritt der Rechtswirksamkeit eines Umlaufbeschlusses ist die Bekanntgabe des Ergebnisses erforderlich. (T16)
  • 5 Ob 191/13v
    Entscheidungstext OGH 20.05.2014 5 Ob 191/13v
    Auch; Ähnlich nur T2; Beis wie T11; Beisatz: Zur Rechtswirksamkeit eines im Umlaufverfahren gefassten Beschlusses ist es nicht erforderlich, dass die Initiatoren einer solchen Beschlussfassung vorweg einen Endtermin nennen, oder ein solcher für die Wohnungseigentümer zumindest bestimmbar ist. (T17)
  • 5 Ob 189/14a
    Entscheidungstext OGH 18.11.2014 5 Ob 189/14a
    Auch; nur T1; Beis wie T7
  • 5 Ob 206/15b
    Entscheidungstext OGH 23.11.2015 5 Ob 206/15b
    Auch; Beis wie T7; Beis wie T10
  • 5 Ob 16/16p
    Entscheidungstext OGH 14.06.2016 5 Ob 16/16p
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Verlängerung der Frist zur Rückäußerung. (T18)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1997:RS0108769

Im RIS seit

25.12.1997

Zuletzt aktualisiert am

02.08.2021

Dokumentnummer

JJR_19971125_OGH0002_0050OB02382_96X0000_003

Rechtssatz für 5Ob164/07i 5Ob231/09w 5...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0123022

Geschäftszahl

5Ob164/07i; 5Ob231/09w; 5Ob191/13v; 5Ob16/16p

Entscheidungsdatum

06.11.2007

Norm

WEG 2002 §24 Abs5

Rechtssatz

Den Mit- und Wohnungseigentümern inklusive des zuletzt Verständigten ist eine angemessene Frist zur Äußerung zu geben. Bis zur Bekanntgabe des Ergebnisses einer im Umlaufweg erfolgten Abstimmung ist daher eine gewisse Mindestfrist einzuhalten. Umgekehrt steht dem Initiator eines Beschlusses ohne sachliche Gründe auch nicht unbefristet Zeit für die Kundmachung des Abstimmungsergebnisses zur Verfügung. Sobald daher allen Mit- und Wohnungseigentümern ausreichende Zeit zur Äußerung gegeben wurde, ist das Ergebnis der Stimmabgabe ebenfalls binnen angemessener Frist und ohne sachlich nicht gerechtfertigte Verzögerung bekanntzugeben. Wird ein Beschluss diesem Erfordernis nicht gerecht, so ist er nicht wirksam zustande gekommen. (Hier: Bekanntmachung erst rund ein Jahr nach Beendigung der Abstimmung)

Entscheidungstexte

  • 5 Ob 164/07i
    Entscheidungstext OGH 06.11.2007 5 Ob 164/07i
  • 5 Ob 231/09w
    Entscheidungstext OGH 22.06.2010 5 Ob 231/09w
    Beisatz: Wird daher das Ergebnis der Stimmabgabe ohne sachlich gerechtfertigten Grund oder gerade zum Zweck, einzelne Mit- und Wohnungseigentümer zur Änderung des Abstimmungsverhaltens zu beeinflussen und damit das Ergebnis eines abgeschlossenen Abstimmungsverfahrens nachträglich zu ändern, unnötig hinausgezögert, ist der Umlaufbeschluss nicht wirksam zustandegekommen. (T1)
  • 5 Ob 191/13v
    Entscheidungstext OGH 20.05.2014 5 Ob 191/13v
    Auch; Beisatz: Zur Rechtswirksamkeit eines im Umlaufverfahren gefassten Beschlusses ist es nicht erforderlich, dass die Initiatoren einer solchen Beschlussfassung vorweg einen Endtermin nennen, oder ein solcher für die Wohnungseigentümer zumindest bestimmbar ist. (T2)
  • 5 Ob 16/16p
    Entscheidungstext OGH 14.06.2016 5 Ob 16/16p
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Verlängerung der Frist zur Rückäußerung. (T3)

Schlagworte

Umlaufbeschluss, Zirkularbeschluss, Wirksamkeit, Bekanntgabe

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2007:RS0123022

Im RIS seit

06.12.2007

Zuletzt aktualisiert am

08.08.2016

Dokumentnummer

JJR_20071106_OGH0002_0050OB00164_07I0000_001

Rechtssatz für 3Ob192/07t 2Ob77/08z 3O...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0123128

Geschäftszahl

3Ob192/07t; 2Ob77/08z; 3Ob76/08k; 5Ob237/09b; 5Ob11/11w; 5Ob191/13v; 5Ob68/15h; 5Ob61/15d; 4Ob150/16m; 1Ob189/18b; 3Ob198/18s; 10Ob18/19y; 5Ob161/20t

Entscheidungsdatum

30.01.2008

Norm

AußStrG 2005 §55 Abs3
AußStrG 2005 §57 Z4
AußStrG 2005 §58 Abs1 Z1
AußStrG 2005 §58 Abs1 Z1
AußStrG 2005 §58 Abs3
AußStrG 2005 §66 Abs1 Z1 AIA7
AußStrG 2005 §66 Abs1 Z1 AIB
AußStrG 2005 §71 Abs4

Rechtssatz

Um beurteilen zu können, ob die vom Gesetzgeber bei Vorliegen der Voraussetzungen des § 58 Abs 1 und 3 AußStrG für die Erledigung eines Rechtsmittels in der Sache abgelehnte Aufhebung der angefochtenen Entscheidung vermeidbar ist, ist es erforderlich, den bisher nicht gehörten Parteien Gelegenheit zu geben, sich am Revisionsrekursverfahren zu beteiligen und ihre materiellen und/oder prozessualen Rechte geltend zu machen (oder auch nicht).

Entscheidungstexte

  • 3 Ob 192/07t
    Entscheidungstext OGH 30.01.2008 3 Ob 192/07t
    Beisatz: Hier: Aktenrückstellung an das Erstgericht zur Zustellung der Rekursentscheidung. (T1)
  • 2 Ob 77/08z
    Entscheidungstext OGH 29.05.2008 2 Ob 77/08z
    Vgl
  • 3 Ob 76/08k
    Entscheidungstext OGH 11.07.2008 3 Ob 76/08k
    Vgl; Bem: Weiterer Rechtsgang zu 3 Ob 192/07t. (T2)
  • 5 Ob 237/09b
    Entscheidungstext OGH 20.04.2010 5 Ob 237/09b
    Beis wie T1; Bem: Hier: Wohnrechtliches Außerstreitverfahren. (T3)
  • 5 Ob 11/11w
    Entscheidungstext OGH 09.02.2011 5 Ob 11/11w
    Auch
  • 5 Ob 191/13v
    Entscheidungstext OGH 20.05.2014 5 Ob 191/13v
    Auch
  • 5 Ob 68/15h
    Entscheidungstext OGH 25.08.2015 5 Ob 68/15h
    Vgl auch
  • 5 Ob 61/15d
    Entscheidungstext OGH 23.11.2015 5 Ob 61/15d
    Beisatz: Hier: Mangelnde Beteiligung des Verwalters im Verfahren nach § 52 Abs 1 Z 4 WEG. (T4)
  • 4 Ob 150/16m
    Entscheidungstext OGH 30.08.2016 4 Ob 150/16m
    Auch; Veröff: SZ 2016/80
  • 1 Ob 189/18b
    Entscheidungstext OGH 21.11.2018 1 Ob 189/18b
    Vgl aber; Beisatz: Hier: Obsorgeverfahren; Gehörverletzung der Großeltern. (T5)
    Beisatz: Geht die Gehörverletzung mit der Notwendigkeit einer Verfahrensergänzung einher, muss sie im Revisionsrekursverfahren zur Aufhebung führen. (T6)
  • 3 Ob 198/18s
    Entscheidungstext OGH 21.11.2018 3 Ob 198/18s
    Auch
  • 10 Ob 18/19y
    Entscheidungstext OGH 26.03.2019 10 Ob 18/19y
  • 5 Ob 161/20t
    Entscheidungstext OGH 07.10.2020 5 Ob 161/20t
    Vgl; Beisatz: Hier: Verfahren nach dem Wohnungsgemeinnützigkeitsgesetz. (T7)

Schlagworte

Vorrang der Sacherledigung

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2008:RS0123128

Im RIS seit

29.02.2008

Zuletzt aktualisiert am

24.11.2020

Dokumentnummer

JJR_20080130_OGH0002_0030OB00192_07T0000_003

Rechtssatz für 5Ob113/08s 5Ob191/13v 5...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0124152

Geschäftszahl

5Ob113/08s; 5Ob191/13v; 5Ob207/19f

Entscheidungsdatum

26.08.2008

Norm

WEG 2002 §24 Abs1
WEG 2002 §25 ABs2

Rechtssatz

Es hängt von den konkreten Umständen des Einzelfalls ab, ob ausreichend Gelegenheit zur Äußerung geboten wurde, vor allem vom Gegenstand der Abstimmung und dessen Komplexität; je schwieriger die Zusammenhänge zu erfassen und je umfangreicher die Beurteilungsgrundlagen sind, umso mehr Zeit wird den Abstimmenden einzuräumen sein. Eine zwingende Orientierung an der starren Zweiwochenfrist nach § 25 Abs 2 WEG 2002 erscheint nicht erforderlich.

Entscheidungstexte

  • 5 Ob 113/08s
    Entscheidungstext OGH 26.08.2008 5 Ob 113/08s
    Bem: Umlaufbeschluss. (T1)
  • 5 Ob 191/13v
    Entscheidungstext OGH 20.05.2014 5 Ob 191/13v
    Vgl auch; Beisatz: Die Überlegungsfrist dient nicht nur der eigenen Stimmabgabe, sondern auch der Werbung für den eigenen Standpunkt. (T2)
    Beisatz: Zur Rechtswirksamkeit eines im Umlaufverfahren gefassten Beschlusses ist es nicht erforderlich, dass die Initiatoren einer solchen Beschlussfassung vorweg einen Endtermin nennen, oder ein solcher für die Wohnungseigentümer zumindest bestimmbar ist.. (T3)
  • 5 Ob 207/19f
    Entscheidungstext OGH 14.04.2020 5 Ob 207/19f

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2008:RS0124152

Im RIS seit

25.09.2008

Zuletzt aktualisiert am

03.07.2020

Dokumentnummer

JJR_20080826_OGH0002_0050OB00113_08S0000_001

Rechtssatz für 5Ob149/12s 5Ob191/13v

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0128493

Geschäftszahl

5Ob149/12s; 5Ob191/13v

Entscheidungsdatum

23.10.2012

Norm

WEG 2002 §24

Rechtssatz

1. Legt man zugrunde, dass mit der Initiierung eines Mehrheitsbeschlusses im Umlaufweg durch einen außenstehenden Dritten ein Formfehler bewirkt wird, der der Beschlussfassung anhaftet, müsste demnach erwiesen sein, dass dadurch keine Beeinträchtigung der Willensbildung auch jener Miteigentümer bewirkt werden konnte, die mit „nein“ gestimmt haben oder sich der Teilnahme an der Abstimmung enthielten. Das (bloße) Feststehen, dass eine Mehrheit dem Vorschlag zustimmte, klärt diese Frage ebensowenig wie die Tatsache, dass nachweislich alle Miteigentümer Gelegenheit hatten, sich an der Abstimmung zu beteiligen.

2. Schon der Umstand, dass sich ein Dritter in Verwaltungsangelegenheiten einmengt, indem er an die Wohnungseigentümer mit dem Vorhaben herantritt, einen (in seinem Interesse) gelegenen Mehrheitsbeschluss zu erwirken, ist grundsätzlich geeignet, eine Unsicherheit bei den Wohnungseigentümern dahin zu erzeugen, ob sie sich an der Willensbildung überhaupt beteiligen müssen. Zu denken ist dabei etwa an Leistungsangebote diverser Dienstleister oder Professionisten, die an die Wohnungseigentümer schriftlich herantreten und um Zustimmung zu einem Anbot werben. Insofern liegt es auf der Hand, dass die fehlende Legitimation des Dritten grundsätzlich geeignet ist, einen Einfluss auf die Willensbildung der Wohnungseigentümer zu bewirken.

3. Gemäß dem Grundsatz, dass über die fehlende Legitimation des eine Eigentümerversammlung Einberufenden nur dann hinweggesehen werden könnte, wenn sämtliche Miteigentümer bei der Eigentümerversammlung anwesend waren und keiner sich gegen die Beschlussfassung ausgesprochen hat (vgl 5 Ob105/04h), ist für Beschlussfassungen im Umlaufweg über Initiative eines außenstehenden Dritten zu fordern, dass feststehen muss, dass sich alle Miteigentümer an der Abstimmung beteiligt haben und kein Wohnungseigentümer dem Abstimmungsvorgang widersprochen hat.

Entscheidungstexte

  • 5 Ob 149/12s
    Entscheidungstext OGH 23.10.2012 5 Ob 149/12s
    Veröff: SZ 2012/108
  • 5 Ob 191/13v
    Entscheidungstext OGH 20.05.2014 5 Ob 191/13v
    Vgl auch

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2012:RS0128493

Im RIS seit

11.03.2013

Zuletzt aktualisiert am

16.06.2015

Dokumentnummer

JJR_20121023_OGH0002_0050OB00149_12S0000_001

Rechtssatz für 5Ob191/13v

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0129492

Geschäftszahl

5Ob191/13v

Entscheidungsdatum

20.05.2014

Norm

WEG 2002 §24

Rechtssatz

Für eine ordnungsgemäße (= rechtswirksame) Beschlussfassung muss nicht vorweg das Ende des Diskussionsprozesses im Verfahren über die Beschlussfassung im Umlauf bestimmt oder zumindest bestimmbar festgelegt werden. Allein das Fehlen einer solchen Angabe zieht noch nicht die Rechtsunwirksamkeit der Beschlussfassung nach sich, wenn sonst feststeht, dass allen Miteigentümern ausreichend Gelegenheit zur Äußerung eingeräumt wurde, und die Beendigung des Verfahrens keine Willkür seitens der Initiatoren darstellt.

Entscheidungstexte

  • 5 Ob 191/13v
    Entscheidungstext OGH 20.05.2014 5 Ob 191/13v

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2014:RS0129492

Im RIS seit

28.08.2014

Zuletzt aktualisiert am

28.08.2014

Dokumentnummer

JJR_20140520_OGH0002_0050OB00191_13V0000_001

Entscheidungstext 5Ob191/13v

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Fundstelle

OIZ 2014,11/Heft 09 = immolex‑LS 2014/62 = Zak 2014/601 S 316 - Zak 2014,316 = wobl 2014,341/135 - wobl 2014/135 = EvBl 2015/4 S 33 (Pesek) - EvBl 2015,33 (Pesek) = immolex 2015/24 S 93 (Hagen) - immolex 2015,93 (Hagen) = MietSlg 66.504 = MietSlg 66.509 = MietSlg 66.779

Geschäftszahl

5Ob191/13v

Entscheidungsdatum

20.05.2014

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat durch den Senatspräsidenten Hon.-Prof. Dr. Danzl als Vorsitzenden, die Hofrätin Dr. Lovrek sowie die Hofräte Dr. Höllwerth, Dr. Brenn und Mag. Wurzer als weitere Richter in der außerstreitigen Wohnrechtssache der Antragsteller 1. F***** R*****, 2. E***** R*****, ebendort, 3. H***** B*****, 4. I***** R*****, 5. S***** F*****, 6. J***** B*****, 7. E***** B*****, ebendort, Erst-, Zweit-, Dritt-, Sechst- und Siebentantragsteller vertreten durch Zauner & Mühlböck, Rechtsanwälte KG in Linz, gegen die Antragsgegner, 1. R***** S*****, 2. S***** S*****, ebendort, 3. H***** L*****, 4. K***** L*****, ebendort, Erst- bis Viertantragsgegner vertreten durch Dr. Josef Hofer, Mag. Dr. Thomas Humer, Rechtsanwälte in Wels, 5. K***** N*****, 6. M***** N*****, ebendort, 7. G***** K*****, ebendort, 8. S***** P*****, ebendort, 9. M***** P*****, ebendort, 10. C***** P*****, ebendort, 11. B***** W*****, ebendort, 12. W***** F***** P*****, ebendort, 13. F***** R*****, ebendort, 14. L***** R*****, ebendort, 15. J***** B*****, 16. R***** D*****, ebendort, 17. H***** D*****, ebendort, 18. F***** K*****, ebendort, 19. A***** K*****, ebendort, 20. E***** Z*****, ebendort, 21. F***** V*****, ebendort, 22. A***** O*****, ebendort, 23. M***** O*****, ebendort, 24. M***** S*****, ebendort, 25. S***** F*****, ebendort, 26. K***** Z*****, ebendort, 27. R***** Z*****, ebendort, 28. M***** B*****, ebendort, 29. R***** B*****, ebendort, 30. F***** A***** H*****, 31. O***** A*****, 32. H***** P*****, 33. M***** P*****, ebendort, 34. A***** C*****, 35. R***** J***** S*****, 36. E***** S*****, ebendort, 37. H***** H*****, ebendort, 38. R***** H*****, ebendort, 39. H***** W*****, ebendort, 40. J***** S*****, 41. G***** R*****, 42. C***** R*****, ebendort, 43. O***** M*****, 44. R***** A***** M*****, ebendort, 45. R***** G*****, ebendort, 46. G***** *****, ebendort, 47. H***** R*****, ebendort, 48. M***** R*****, ebendort, 49. M***** R***** H*****, 50. S***** Ö*****, ebendort, 51. G***** R*****, ebendort, 52. J***** R*****, ebendort, 53. J***** L*****, ebendort, 54. I***** L*****, ebendort, 55. M***** B*****, ebendort, 56. B***** E***** B*****, ebendort, 57. F***** G*****, ebendort, 58. N***** P*****, ebendort, 59. N***** P*****, ebendort, 60. A***** S*****, ebendort, 61. R***** M*****, 62. M***** P*****, ebendort, 63. R***** P*****, ebendort, 64. A***** R***** H***** L*****, ebendort, 65. J***** S*****, ebendort, 66. I***** S*****, ebendort, 67. F***** H*****, ebendort, 68. B***** H*****, ebendort, 69. E***** S*****, ebendort, 70. F***** S*****, ebendort, 71. R***** K*****, ebendort, 72. B***** K*****, ebendort, 73. G***** N*****, 74. I***** N*****, 75. E***** B*****, ebendort, 76. S***** B*****, ebendort, 77. J***** Ö*****, ebendort, 78. B***** Ö*****, ebendort, 79. J***** G*****, ebendort, 80. B***** K*****, ebendort, 81. A***** M*****, ebendort, 82. G***** M*****, ebendort, 83. A***** S*****, ebendort, 84. I***** S*****, ebendort, 85. J***** R*****, ebendort, 86. M***** R*****, ebendort, 87. E***** O*****, ebendort, 88. I***** D*****, 89. Mag. S***** P*****, 90. M***** S*****, 91. L***** S*****, ebendort, 92. M***** D*****, ebendort, 93. A***** D*****, ebendort, 94. E***** H*****, ebendort, 95. E***** M***** M*****, ebendort, 96. E***** P*****, 97. R***** H*****, 98. G***** E*****, 99. A***** U*****, 100. A***** R*****, 101. H***** A***** J*****, 102. Mag. H***** J*****, ebendort, 103. J***** H*****, ebendort, 104. E***** H*****, ebendort, 105. M***** W*****, 106. G***** A*****, ebendort, 107. M***** P*****, 108. S***** P*****, ebendort, 109. M***** F*****, 110. H***** M***** W*****, 111. Y***** Z*****, 112. A***** F*****, 113. J***** S*****, 114. B***** S*****, ebendort, 115. U***** K*****, 116. C***** B*****, 117. G***** W*****, 118. M***** W*****, ebendort, 119. A***** S*****, 120. E***** G*****, 121. J***** B*****, 122. A***** R*****, 123. A***** V*****, 124. J***** V*****, ebendort, 125. A***** H*****, 126. E***** B*****, 127. E***** G*****, 128. I***** G*****, ebendort, 129. H***** K*****, 130. L***** N*****, 131. R***** B*****, 132. G***** B*****, 133. G***** H*****, 134. F***** P*****, 135. A***** Y*****, 136. S***** Y*****, ebendort, 137. L***** P*****, 138. Z***** M***** P*****, ebendort, 139. W***** G*****, 140. A***** G*****, ebendort, 141. I***** T*****, 142. M***** T*****, ebendort, 143. Z***** B*****, 144. I***** B*****, ebendort, 145. D***** F*****, 146. R***** V*****, 147. M***** V*****, 148. M***** B*****, ebendort, 149. S***** K*****, 150. A***** S*****, 151. M***** G*****, 152. M***** K*****, 153. T***** Y*****, 154. G***** K*****, 155. R***** Z*****, 156. H***** P*****, 157. H***** N*****, wegen § 52 Abs 1 Z 4 WEG, über den Revisionsrekurs der Erst- bis Viertantragsgegner gegen den Sachbeschluss des Landesgerichts Steyr als Rekursgericht vom 11. Juli 2013, GZ 1 R 54/13d-31, mit dem über Rekurs der Erst- bis Viertantragsgegner der Sachbeschluss des Bezirksgerichts Enns vom 11. Dezember 2012, GZ 3 Msch 8/11v-27, bestätigt wurde, den

Beschluss

gefasst:

Spruch

Dem Revisionsrekurs wird nicht Folge gegeben.

Die Erst- bis Viertantragsgegner sind schuldig, den Erst-, Zweit-, Dritt-, Sechst- und Siebentantragstellern deren mit 627,12 EUR (darin enthalten 104,52 EUR USt) bestimmten Kosten des Revisionsrekursverfahrens binnen 14 Tagen zu ersetzen.

Text

Begründung:

Sämtliche Parteien sind Mit- und Wohnungseigentümer der Liegenschaft EZ 637 GB *****.

In der ersten Hälfte des Jahres 2011 sprach sich die Eigentümergemeinschaft mit einer Mehrheit von 65,23 % für die Kündigung der bis dahin tätigen Hausverwaltung mit Ablauf des Jahres 2011 unter gleichzeitiger Bestellung eines bereits namentlich angeführten neuen Verwalters ab diesem Zeitpunkt aus. Die Kundmachung dieses Beschlusses erfolgte am 20. 7. 2011. Im Verfahren 3 Msch 5/11b des Bezirksgerichts Enns wurde das Begehren der Erst- bis Viertantragsgegner auf Feststellung der Unwirksamkeit dieses Mehrheitsbeschlusses abgewiesen. Diese Abweisung erwuchs in Rechtskraft.

Kurze Zeit nach Bekanntmachung des Beschlusses über die Verwalterkündigung mit Ablauf des Jahres 2011 initiierten der aufgekündigte Verwalter und die Erst- bis Viertantragsgegner eine neuerliche Beschlussfassung, wobei das genaue Vorgehen durch einen Mitarbeiter des Verwalters vorgegeben wurde. Dazu wurde das Rundschreiben vom 29. 7. 2011 verfasst, dem ein - an den Verwalter zu sendendes - Rückantwortblatt mit (auszugsweise) folgendem Text angeschlossen war:

„Sehr geehrte Damen und Herren! Aufgrund Ihres Rundschreibens vom 29. Juli 2011 teile(n) ich/wir wie folgt mit: Ich/Wir bin/sind einverstanden, dass der derzeit tätige Verwalter [...] die Verwaltung der Liegenschaft [...] auch über das Jahr 2011 hinaus weiterführt. Diese Entscheidung ersetzt das bisherige Abstimmungsverhalten und gilt auch für mögliche Rechtsnachfolger. [...]“

Die Rückantwortblätter wurden zum Teil persönlich eingesammelt. Jenen Wohnungseigentümern, die nicht angetroffen wurden, bzw welche als Gegner des bisherigen Verwalters bekannt waren, wurde das Rundschreiben samt Rückantwortblatt per Post zugesandt. Weder das Rückantwortblatt noch das Rundschreiben vom 29. 7. 2011 enthielten einen Hinweis auf ein allfälliges Enddatum der Abstimmung bzw einen Zeitpunkt, bis zu dem das Rückantwortblatt dem Hausverwalter zu übersenden war. Ein Mitarbeiter des Verwalters wertete die einlangenden Rückantwortblätter laufend aus. Am 26. 9. 2011 erfolgte eine letztmalige Auszählung, wobei die Mit- und Wohnungseigentümer mit Schreiben vom selben Tag vom Hausverwalter über das Ergebnis der Abstimmung verständigt wurden. Danach hätten sich 54,129 % für die Beibehaltung der bisherigen Hausverwaltung ausgesprochen. 1,921 % hätten dagegen gestimmt.

Die Erst- bis Siebentantragsteller begehrten die Feststellung der Rechtsunwirksamkeit des Beschlusses vom 26. 9. 2011 über die Weiterführung der Hausverwaltung des [...] für die Liegenschaft EZ 637 [...] auch über das Jahr 2011 hinaus. Dieser Beschluss sei nicht den gesetzlichen Bestimmungen entsprechend zustande gekommen, weil einzelne Wohnungseigentümer von der Abstimmung nicht bzw nicht ordnungsgemäß verständigt worden seien. Entgegen gesetzlicher und standesrechtlicher Vorschriften habe sich die Hausverwaltung am Willensbildungsprozess massiv beteiligt, indem sie die Abstimmung initiiert und das Schreiben vom 29. 7. 2011 verfasst und versendet habe. Auch sei nicht bekannt gegeben worden, bis zu welchem Zeitpunkt das Rückantwortformular zurückzusenden sei. Einzelne Wohnungseigentümer seien durch Mitarbeiter des Verwalters in die Irre geführt worden; die Auswertung der Stimmen sei unrichtig erfolgt.

Die Erst- bis Viertantragsgegner bestritten die behauptete Irreführung und unrichtige Auswertung der Rückantwortblätter und wendeten darüber hinaus ein, sie und weitere Antragsgegner seien vom Verwalter bei der verfahrensgegenständlichen Beschlussfassung lediglich unterstützt worden. Gemeinsam seien die Abstimmungslisten erstellt worden, aufgrund derer in weiterer Folge die Unterschriften eingesammelt worden seien.

Das Erstgericht gab dem Antrag statt und stellte die Rechtsunwirksamkeit des Beschlusses über die Weiterführung der Hausverwaltung [...] über das Jahr 2011 hinaus fest. Erfolge die Beschlussfassung - wie hier - im Umlaufverfahren, könne eine einmal abgegebene Stimme jedenfalls bis zur Beendigung des Abstimmungsvorgangs geändert werden, weswegen dem Zeitpunkt der Beendigung des Vorgangs entscheidende Bedeutung zukomme. Heranzuziehen seien die Überlegungen der Entscheidung 5 Ob 2306/96w, wonach es nicht sachgerecht erscheine, die Beendigung der Abstimmung und damit die Feststellungen eines wirksamen Beschlusses dem alleinigen Verhalten des Initiators des Abstimmungsvorgangs zu überlassen. Auch im vorliegenden Fall sei der Abstimmungsvorgang zu einem Zeitpunkt beendet worden, als 43,95 % „der Wohnungseigentümer ihre Stimme“ noch nicht abgegeben hätten. Durch diese Vorgangsweise sei es gänzlich im Gutdünken der Antragsgegner bzw eines Mitarbeiters des Verwalters gelegen gewesen, das Ergebnis der Abstimmung zu ihren Gunsten zu beeinflussen, weil bei einem längeren Zuwarten (auf die restlichen 43,95 % der Stimmen) die Möglichkeit bestanden hätte, dass sich das Abstimmungsergebnis von einer Zustimmung zu einer Ablehnung hin ändere. Im konkreten Fall wäre es erforderlich gewesen, dass das Abstimmungsende für die Wohnungseigentümer zumindest bestimmbar gewesen wäre.

Dem gegen diese Entscheidung erhobenen Rekurs der Erst- bis Viertantragsgegner gab das Gericht zweiter Instanz nicht Folge. Bei einem schriftlichen Umlaufbeschluss komme die Entscheidung erst dann zustande, wenn auch dem letzten Miteigentümer die Gelegenheit zur Äußerung gegeben worden sei. Dabei sei eine angemessene Äußerungsfrist einzuräumen, weswegen es für das Zustandekommen des Beschlusses einer Mindestfrist bedürfe. Bei einem Zirkularbeschluss, bei dem die Stimmen nach und nach abgegeben und möglicherweise auch wieder geändert werden könnten, dürfe die Festlegung des Zeitpunkts der Beendigung des Abstimmungsvorgangs nicht dem alleinigen Verhalten des Initiators des Abstimmungsvorgangs überlassen werden. Wolle man bei einem Umlaufbeschluss dem in Eigentümerversammlungen stattfindenden Diskussionsprozess Raum geben, müsse auch ein Eingehen auf Argumente des zuletzt verständigten Miteigentümers ermöglicht werden, was sinnvollerweise voraussetze, dass auch jenen, die ihre Äußerung bereits abgegeben hätten, bewusst sei, noch nicht gebunden zu sein. Im vorliegenden Fall habe es an einem allen Beteiligten erkennbaren oder bestimmbaren Ende des Abstimmungsvorgangs gefehlt, weswegen dessen Beendigung durch die Initiatoren willkürlich erfolgt sei. Der Hinweis im Rückantwortschreiben, „diese Entscheidung ersetze das bisherige Abstimmungsverhalten“, vermenge die ursprüngliche Beschlussfassung mit der nunmehrigen Abstimmung, weshalb es auch aus dieser Sicht notwendig gewesen wäre, das Ende des Vorgangs für die daran Beteiligten transparent zu gestalten.

Den ordentlichen Revisionsrekurs erklärte das Rekursgericht für zulässig, weil es über die bisherige Rechtsprechung hinaus davon ausgegangen sei, dass eine ordnungsgemäße Beschlussfassung iSd § 24 WEG einen Endtermin bzw einen bestimmbaren Termin erfordere.

Die Erst- bis Viertantragsgegner beantragen in ihrem Revisionsrekurs, die Entscheidungen der Vorinstanzen dahin abzuändern, dass der Antrag auf Feststellung der Rechtsunwirksamkeit abgewiesen werde; in eventu wird ein Aufhebungsantrag gestellt.

Die Erst- bis Fünftantragsteller begehren, dem Revisionsrekurs nicht Folge zu geben.

Rechtliche Beurteilung

Der Revisionsrekurs ist zur Klarstellung der Rechtslage zulässig; er ist aber nicht berechtigt.

1.1 Bei der Bekämpfung von Mehrheitsbeschlüssen gemäß § 24 Abs 6 WEG sind Anfechtungsgegner - aus Sicht der Antragsteller - alle anderen Wohnungseigentümer (H. Löcker in Hausmann/Vonkilch, Österreichisches Wohnrecht3 § 24 Rz 76 mit Judikaturnachweisen). Diesen kommt Parteistellung zu, weswegen sie als Antragsgegner in das Verfahren einzubeziehen sind.

1.2 Nach § 58 Abs 1 Z 1 und Abs 3 iVm § 71 Abs 4 AußStrG ist auch bei Vorliegen eines schweren Verfahrensmangels vor der Entscheidung auf Aufhebung und Zurückverweisung der Außerstreitsache an eine Vorinstanz zu prüfen, ob nicht eine Bestätigung „selbst aufgrund der Angaben im [Revisions-]Rekursverfahren“ oder eine Abänderung ohne weitere Erhebung möglich ist. Da zunächst sowohl der Sachbeschluss zweiter Instanz als auch der Revisionsrekurs bloß einzelnen Miteigentümern zugestellt wurde, die das Erstgericht unter Außerachtlassung der dafür vorgesehenen Förmlichkeiten als Zustellempfänger bestimmte, war es erforderlich, den derart übergangenen Parteien Gelegenheit zu geben, sich am Revisionsrekursverfahren zu beteiligen (vgl 3 Ob 76/08k). Über Auftrag des Obersten Gerichtshofs (5 Ob 191/13v vom 6. 11. 2013) wurde die Zustellung der Rekursentscheidung sowie des Revisionsrekurses an sämtliche Mit- und Wohnungseigentümer durch Hausanschlag an allen Stiegen des Hauses bzw in allen Häusern nachgeholt. Weitere Mit- und Wohnungseigentümer haben sich am Revisionsrekursverfahren nicht beteiligt.

2.1 Die Grundsätze der Willensbildung der Eigentümergemeinschaft sind in § 24 WEG geregelt. Danach dient zur Willensbildung vornehmlich die Eigentümerversammlung, doch können Beschlüsse auch - allenfalls ergänzend zu den in einer Eigentümerversammlung abgegebenen Erklärungen - auf andere Weise, etwa auf schriftlichem Weg zustande kommen (§ 24 Abs 1 WEG). Die Willensbildung kann daher auch im Wege sogenannter Umlaufbeschlüsse erfolgen. Das kann in Form von Unterschriftenlisten (vgl 5 Ob 146/01h ecolex 2002/67, 127; 5 Ob 18/07v immolex 2008/5, 17; 5 Ob 164/07i wobl 2008/72, 223 [Call] ua) oder auch im Wege einer brieflichen Befragung/Beantwortung geschehen (5 Ob 149/12s EvBl 2013/75, 512 [Peseck] = wobl 2013/73, 209 [Etzersdorfer]). Auch eine Kombination solcher Beschlussformen ist zulässig (H. Löcker aaO § 24 Rz 23). Eine gesonderte Beschlussfassung oder Verständigung über diese Vorgangsweise muss dieser Art der Willensbildung nicht vorangehen (RIS-Justiz RS0108769). Auch die Beschlussfassung über die Auflösung des Verwaltungsvertrags kann auf diesem Weg erfolgen (5 Ob 2382/96x immolex 1998/49; 5 Ob 118/02t wobl 2004/39, 150 [Vonkilch]; 5 Ob 315/03i wobl 2003/188, 355). Die Frage, ob die von der Eigentümergemeinschaft beschlossene Auflösung des Verwaltungsvertrags zurückgenommen wird, ist damit ebenfalls der Willensbildung im Wege eines Zirkularbeschlusses zugänglich.

2.2 Da die Willensbildung in Form eines Umlaufbeschlusses der Beschlussfassung in einer Eigentümerversammlung gleichsteht, hat sie den Anforderungen des § 24 WEG zur Beschlussfassung in der Eigentümerversammlung zu entsprechen. Die Wirksamkeit der Beschlussfassung hängt - abgesehen von der Heilung durch Unterlassung der Anfechtung eines ursprünglich unwirksamen, aber ordnungsgemäß bekannt gemachten Beschlusses - davon ab, dass allen Wohnungseigentümern Gelegenheit zur Äußerung gegeben wurde (Würth/Zingher/Kovanyi, Miet- und Wohnrecht II22 § 24 WEG Rz 9 mwN). Bis dahin ist ein Wohnungseigentümer an seine bereits abgegebene Erklärung nicht gebunden (§ 24 Abs 1 letzter Satz WEG). Auch bei einem schriftlichen Umlaufbeschluss kommt die Entscheidung dann zustande, wenn dem letzten Miteigentümer die Gelegenheit zur Äußerung geboten wurde (5 Ob 18/07v; 5 Ob 164/07i; 5 Ob 93/08z = immolex 2009/46, 118 [Mayer/Hülle]; RIS-Justiz RS0108769).

2.3 Die Dauer der Überlegungsfrist ist von maßgeblicher Bedeutung für die Meinungsbildung und dient als äquivalent für die sonst regelmäßig in der Eigentümerversammlung vor Beschlussfassung stattfindende Diskussion unter den Wohnungseigentümern. Dieser Prozess dient nicht nur der eigenen Stimmabgabe, sondern auch der Werbung für den eigenen Standpunkt (5 Ob 2306/96w). Die konkrete Dauer der Überlegungsfrist, ob also allen Wohnungseigentümern ausreichend Gelegenheit zur Äußerung geboten wurde, hängt regelmäßig von den Umständen des Einzelfalls ab (RIS-Justiz RS0124152 = 5 Ob 113/08s). Aus § 25 Abs 2 WEG leitet die Lehre (H. Löcker aaO § 24 Rz 26; Würth/Zingher/Kovanyi aaO § 24 WEG Rz 12) ab, dass die Überlegungsfrist bei einer Beschlussfassung im Umlaufverfahren im Regelfall mindestens zwei Wochen betragen soll. In der Rechtsprechung wurde auch eine Frist von neun Tagen als nach den Umständen ausreichend erachtet (5 Ob 113/08s wobl 2009/17, 42 [Kramer]).

3.1 Von der Frage nach der im Einzelfall konkret gebotenen Dauer der Überlegungsfrist ist jene zu unterscheiden, ob es, wie das Rekursgericht meint, zur Rechtswirksamkeit eines im Umlaufverfahren gefassten Beschlusses erforderlich ist, dass die Initiatoren einer solchen Beschlussfassung einen Endtermin nennen, oder ein solcher für die Wohnungseigentümer zumindest bestimmbar ist. Zu Recht hält das Rekursgericht in diesem Zusammenhang fest, dass das Gesetz dazu für die Willensbildung im Umlaufverfahren keine ausdrückliche Anordnung trifft.

3.2 Eine Fristsetzung sieht das Gesetz in § 25 Abs 3 Satz 2 WEG lediglich für die (nachträgliche) Äußerung vor. Danach hat der Verwalter, wenn eine Abstimmung keine Mehrheit der Miteigentumsanteile für oder gegen einen Vorschlag ergeben hat, zur Herbeiführung eines Beschlusses die bei der Versammlung nicht erschienen und auch nicht rechtswirksam vertretenen Wohnungseigentümer zugleich mit der Bekanntmachung der Niederschrift aufzufordern, sich zu dieser Frage ihm gegenüber innerhalb einer zu bestimmenden Frist zu äußern. Damit ist das sogenannte additive Verfahren angesprochen. Die Setzung einer Frist bezweckt hier eine möglichst rasche Klarstellung, weil jene Wohnungseigentümer, die zur Eigentümerversammlung ordnungsgemäß geladen wurden und in dieser abgestimmt haben, solange an ihre Stimmabgabe gebunden bleiben (vgl Würth/Zingher/Kovanyi aaO § 25 WEG Rz 11). Als fakultatives Instrument wird das additive Verfahren in der Literatur zwar auch bei einer Beschlussfassung im Umlaufverfahren für zulässig erachtet (vgl Dirnbacher, WEG idF WRN 2009, 319; offen lassend: 5 Ob 185/04y wobl 2005/60 [Call]). Es findet aber auf eine Beschlussfassung im Umlaufverfahren jedenfalls dann keine (sinngemäße) Anwendung, wenn bereits in einem ersten Durchgang eine Mehrheit in die eine oder andere Richtung feststeht. Eine ausdrückliche oder auch bloß bestimmbare Terminisierung als allgemeine Wirksamkeitsvoraussetzung für eine Beschlussfassung im Umlaufverfahren kann aus der Bestimmung des § 25 Abs 3 WEG nicht abgeleitet werden.

3.3 In den Entscheidungen 5 Ob 141/12i (wobl 2013/18 = immolex 2013/13, 53 [Hagen]) und 5 Ob 2/13z (wobl 2013/113, 290) wurde zwar jeweils festgehalten, dass das die Beschlussfassung einleitende Schreiben keine Hinweise enthalten habe, bis wann die Stimmabgabe erfolgen solle. Dass allein das Fehlen eines solchen Hinweises im Beschlussverfahren die Rechtsunwirksamkeit der Beschlussfassung bewirke, kann diesen Entscheidungen nicht entnommen werden. Auch darüber hinaus finden sich in der Rechtsprechung keine Hinweise für eine ausdrückliche Befristung der Äußerungsfrist.

4.1 Wiederholt wurde aber ausgesprochen, dass die Festlegung des Zeitpunkts der Bekanntgabe des Abstimmungsergebnisses nicht dem Gutdünken der Initiatoren eines Umlaufbeschlusses etwa in der Weise überlassen ist, dass diese den Abstimmungsvorgang willkürlich für beendet und das Ergebnis für verbindlich erklären könnten. Den Initiatoren des Umlaufbeschlusses soll nämlich gerade nicht die Möglichkeit eröffnet werden, durch die Wahl des Zeitpunkts mit der Bekanntgabe des Abstimmungsergebnisses so lange zuzuwarten, bis einzelne Wohnungseigentümer zur Änderung des Abstimmungsverhaltens bereit sind oder bis es etwa gar zur Änderung der Zusammensetzung der Eigentümergemeinschaft kommt (5 Ob 164/07i; 5 Ob 231/09w wobl 2010/156, 340 = immolex 2011/8, 20 [Prader]). Daraus wird abgeleitet, dass das Ergebnis der Stimmabgabe nach Ende einer ausreichenden Zeit zur Äußerung ohne sachlich nicht gerechtfertigte Verzögerung bekannt gegeben werden muss (vgl H. Löcker aaO § 24 Rz 26; Würth/Zingher/Kovanyi aaO § 24 WEG Rz 12 sprechen in diesem Zusammenhang von der Einhaltung einer Höchstfrist). Der vom Rekursgericht zur Begründung seiner Ansicht zugrunde gelegten Entscheidung 5 Ob 164/07i ging voraus, dass die Unterschriften für die Beschlussfassung zwischen April 2001 und September 2001 gesammelt, der Beschluss aber erst Ende September 2002 durch Anschlag kundgemacht wurde. Die Bekanntgabe des Ergebnisses rund ein Jahr nach Beendigung der Abstimmung erachtete der Oberste Gerichtshof in dieser Entscheidung mit dem Wesen einer Beschlussfassung als nicht vereinbar.

4.2 Zum Eintritt der Bindungswirkung ist - entgegen einem Teil der Lehre - bei einem Umlaufbeschluss, falls nicht ausnahmsweise auf andere Weise der allseitige Zugang der Abstimmungserklärung dokumentiert ist, die Bekanntgabe des Ergebnisses erforderlich, um die Entscheidung rechtswirksam werden zu lassen (5 Ob 116/06d wobl 2007/69 [Löcker] = ecolex 2007/47, 105 [Friedl]; 5 Ob 118/02t; RIS-Justiz RS0106052). Bis zu diesem Zeitpunkt können die Wohnungseigentümer ihre Entscheidung widerrufen; nach der Rechtsprechung sind sie iSd § 24 Abs 1 letzter Satz WEG bis dahin im Umlaufverfahren an ihre Stimmabgabe nicht gebunden (5 Ob 231/09w immolex 2011/8 [Prader]; RIS-Justiz RS0106052).

5. Bei der Beschlussfassung in der Eigentümerversammlung wird das Ende des Diskussionsprozesses und der Übergang zur eigentlichen Abstimmung für die teilnehmenden Wohnungseigentümer regelmäßig leicht erkennbar sein. Es mag daher zutreffen, dass auch bei einer Beschlussfassung im Umlaufverfahren idealerweise die Dauer der Äußerungsfrist definiert ist (so H. Löcker aaO § 24 WEG Rz 26). Eine Bindung des einzelnen Wohnungseigentümers an seine Stimmabgabe wäre damit aber nicht verknüpft, weil diese nach den soeben erwähnten Grundsätzen erst mit dem Zugang der Abstimmungserklärung an alle am Willensbildungsprozess beteiligte Wohnungseigentümer eintritt. Der erkennende Senat vermag daher die Ansicht des Rekursgerichts nicht zu teilen, dass eine ordnungsgemäße (= rechtswirksame) Beschlussfassung nur dann vorliegt, wenn vorweg das Ende des Diskussionsprozesses im Verfahren über die Beschlussfassung im Umlauf bestimmt oder zumindest bestimmbar festgelegt wird. Allein das Fehlen einer solchen Angabe zieht noch nicht die Rechtsunwirksamkeit der Beschlussfassung nach sich, wenn sonst feststeht, dass allen Miteigentümern ausreichend Gelegenheit zur Äußerung eingeräumt wurde, und die Beendigung des Verfahrens keine Willkür seitens der Initiatoren darstellt.

6.1 Für den Standpunkt der Revisionsrekurswerber ist jedoch daraus nichts gewonnen.

6.2 Bereits in der Entscheidung 5 Ob 2306/96w wurde ausgesprochen, dass es nicht sachgerecht wäre, die Festlegung der Beendigung der Abstimmung und damit die Feststellung eines wirksamen Beschlusses dem alleinigen Verhalten des Initiators des Abstimmungsvorgangs in der Weise zu überlassen, dass der Initiator unmittelbar nach Zugang der (seiner Ansicht nach) die Mehrheit bildenden Unterschriften die Abstimmung für beendet und das Ergebnis für verbindlich erklärt. Ob die Feststellungen, wonach am 26. 9. 2011 eine letztmalige Auszählung erfolgte, und die Wohnungseigentümer noch mit Schreiben vom selben Tag durch den Hausverwalter über das Ergebnis der Abstimmung verständigt wurden, für eine solche verpönte Vorgangsweise sprechen, muss hier nicht näher geprüft werden. Maßgeblich ist nämlich, dass der Verwalter noch während des Gerichtsverfahrens zur Prüfung der Rechtswirksamkeit des Beschlusses über seine eigene Abberufung gemeinsam mit den nunmehrigen Antragsgegnern eine neuerliche Abstimmung mit dem von ihm verfassten Rundschreiben vom 29. 7. 2011 in Gang setzte. Darin wurden die Wohnungseigentümer auf eine angebliche Mehrheit für den Verwalterwechsel angesprochen und auf die - aus Sicht des Verwalters - bestehenden Vorzüge bei Beibehaltung der bisherigen Verwaltung hingewiesen.

6.3 § 28 WEG regelt die Maßnahmen der ordentlichen Verwaltung. Dazu zählt auch die Bestellung des Verwalters und die Auflösung des Verwaltervertrags (§ 28 Abs 1 Z 5 WEG). Grundsätzlich obliegt die ordentliche Verwaltung dem bestellten Verwalter. Das gilt nach Aufkündigung des Verwaltervertrags (§ 21 Abs 1 WEG) zwar auch für die Dauer der Kündigungsfrist. Von den durch den Verwalter wahrzunehmenden Angelegenheiten der ordentlichen Verwaltung ist jedoch sein Verhältnis zu den Miteigentümern ausgenommen. Die Angelegenheiten nach § 28 Abs 1 Z 5 fallen daher nicht in seine Zuständigkeit (H. Löcker aaO § 28 Rz 82; Würth/Zingher/Kovanyi aaO § 28 WEG Rz 3). Die Initiierung einer neuerlichen Beschlussfassung über die Frage der Verwalterbestellung zählte im vorliegenden Fall nicht mehr zu den vom Verwalter während der Dauer der Kündigungsfrist wahrzunehmenden Angelegenheiten. Der mit Beschluss vom 20. 7. 2011 abberufene Verwalter verfolgte mit der (Mit-)Initierung einer neuerlichen Abstimmung über diese Frage ausschließlich eigene Interessen.

6.4 Für den Fall, dass ein Dritter an die Wohnungseigentümer herantritt, um einen in seinem Interesse gelegenen Mehrheitsbeschluss zu erwirken, wurde bereits ausgesprochen, dass damit eine Unsicherheit erzeugt wird, die geeignet ist, einen Einfluss auf die Willensbildung der Wohnungseigentümer zu bewirken (5 Ob 149/12s). Der Fall einer (Mit-)Initiierung eines Beschlusses im Umlaufverfahren durch den (aufgekündigten) Verwalter in einer in seinem eigenen Interesse gelegenen Angelegenheit kann vor diesem Hintergrund nicht anders gesehen werden. Für eine solche Beschlussfassung muss daher feststehen, dass durch den dadurch bewirkten Formfehler keine Beeinträchtigung der Willensbildung auch jener Miteigentümer bewirkt werden konnte, die gegen die vorgeschlagene Maßnahme stimmten oder sich der Abstimmung enthielten. Das bloße Feststehen, dass eine Mehrheit zustimmte, klärt diese Frage ebenso wenig wie der Umstand, dass allen Miteigentümern Gelegenheit geboten wurde, sich an der Abstimmung zu beteiligen (RIS-Justiz RS0128493 = 5 Ob 149/12s). Gerade diese Voraussetzungen stehen hier nicht fest und wurden von den Antragsgegnern im Verfahren erster Instanz auch nicht behauptet.

7. Dem Revisionsrekursverfahren ist damit im Ergebnis ein Erfolg zu versagen.

Die Kostenentscheidung beruht auf § 37 Abs 3 Z 17 MRG iVm § 52 Abs 2 WEG.

Schlagworte

Außerstreitiges Wohnrecht

Textnummer

E108155

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2014:0050OB00191.13V.0520.000

Im RIS seit

21.08.2014

Zuletzt aktualisiert am

19.02.2016

Dokumentnummer

JJT_20140520_OGH0002_0050OB00191_13V0000_000