Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Rechtssatz für 2Ob241/49 2Ob918/52 (2Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0043854

Geschäftszahl

2Ob241/49; 2Ob918/52 (2Ob919/52); 1Ob1052/52; 4Ob13/53; 5Ob300/64 (5Ob301/64); 3Ob7/68; 5Ob160/71; 7Ob235/72 (7Ob236/72); 7Ob170/74 (7Ob171/74, 7Ob172/74); 1Ob93/75; 5Ob525/76 (5Ob526/76); 5Ob321/77 (5Ob322/77); 2Ob272/77 (2Ob273/77); 8Ob161/80; 7Ob733/80; 6Ob781/80; 4Ob545/88; 8Ob149/06d; 1Ob39/07b; 9ObA75/09h; 9Ob40/09m; 9ObA15/12i; 6Ob183/13z; 7Ob196/14w; 2Ob195/14m; 1Ob28/16y

Entscheidungsdatum

06.07.1949

Norm

ZPO §391 A
ZPO §496 Abs1
ZPO §519 Abs1 Z2 D

Rechtssatz

Wenn das Berufungsgericht mit seiner Entscheidung einen Teil des erstgerichtlichen Urteils bestätigt, einen anderen Teil dieser Entscheidung aber aufhebt und die Rechtssache im letzteren Umfang an das Erstgericht zurückverweist, so ist gegen den aufhebenden Teil der Berufungsentscheidung ein Rekurs auch dann nicht zulässig, wenn er mit der Revision gegen den bestätigenden Teil der Berufungsentscheidung verbunden wird (§ 515 ZPO), es sei denn, das Berufungsgericht hätte den Rekurs gegen den aufhebenden Teil seiner Entscheidung ausdrücklich zugelassen.

Entscheidungstexte

  • 2 Ob 241/49
    Entscheidungstext OGH 06.07.1949 2 Ob 241/49
    Veröff: SZ 22/102
  • 2 Ob 918/52
    Entscheidungstext OGH 17.12.1952 2 Ob 918/52
    Vgl
  • 1 Ob 1052/52
    Entscheidungstext OGH 08.01.1953 1 Ob 1052/52
    Beisatz: Teils abänderndes, teils aufhebendes Berufungsurteil. (T1)
  • 4 Ob 13/53
    Entscheidungstext OGH 17.02.1953 4 Ob 13/53
  • 5 Ob 300/64
    Entscheidungstext OGH 11.11.1964 5 Ob 300/64
  • 3 Ob 7/68
    Entscheidungstext OGH 24.01.1968 3 Ob 7/68
  • 5 Ob 160/71
    Entscheidungstext OGH 08.09.1971 5 Ob 160/71
  • 7 Ob 235/72
    Entscheidungstext OGH 13.12.1972 7 Ob 235/72
    nur: Wenn das Berufungsgericht mit seiner Entscheidung einen Teil des erstgerichtlichen Urteils bestätigt, einen anderen Teil dieser Entscheidung aber aufhebt und die Rechtssache im letzteren Umfang an das Erstgericht zurückverweist, so ist gegen den aufhebenden Teil der Berufungsentscheidung ein Rekurs nicht zulässig, es sei denn, das Berufungsgericht hätte den Rekurs gegen den aufhebenden Teil seiner Entscheidung ausdrücklich zugelassen. (T2)
  • 7 Ob 170/74
    Entscheidungstext OGH 12.09.1974 7 Ob 170/74
  • 1 Ob 93/75
    Entscheidungstext OGH 27.08.1975 1 Ob 93/75
  • 5 Ob 525/76
    Entscheidungstext OGH 04.05.1976 5 Ob 525/76
  • 5 Ob 321/77
    Entscheidungstext OGH 24.01.1978 5 Ob 321/77
  • 2 Ob 272/77
    Entscheidungstext OGH 23.02.1978 2 Ob 272/77
  • 8 Ob 161/80
    Entscheidungstext OGH 06.11.1980 8 Ob 161/80
    nur T2
  • 7 Ob 733/80
    Entscheidungstext OGH 29.01.1981 7 Ob 733/80
  • 6 Ob 781/80
    Entscheidungstext OGH 29.04.1981 6 Ob 781/80
    Vgl auch
  • 4 Ob 545/88
    Entscheidungstext OGH 31.05.1988 4 Ob 545/88
    Vgl auch; nur T2; Beisatz: Hier: Auftrag des Berufungsgerichtes über nichterledigtes Begehren zu entscheiden in den Gründen des Teilurteiles ist Beschluss. (T3)
  • 8 Ob 149/06d
    Entscheidungstext OGH 31.01.2007 8 Ob 149/06d
    Auch
  • 1 Ob 39/07b
    Entscheidungstext OGH 27.02.2007 1 Ob 39/07b
    Auch
  • 9 ObA 75/09h
    Entscheidungstext OGH 11.05.2010 9 ObA 75/09h
    Auch
  • 9 Ob 40/09m
    Entscheidungstext OGH 26.05.2010 9 Ob 40/09m
    Auch; Beis wie T1
  • 9 ObA 15/12i
    Entscheidungstext OGH 20.06.2012 9 ObA 15/12i
  • 6 Ob 183/13z
    Entscheidungstext OGH 20.02.2014 6 Ob 183/13z
    Beisatz: Ein Vergreifen des Berufungsgerichts in der Entscheidungsform ist für die Anwendbarkeit des Rechtsmittelausschlusses belanglos. Der Rechtsmittelausschluss gilt auch, wenn das Berufungsgericht die angefochtene Entscheidung mit „Urteil“ aufhebt. (T4)
  • 7 Ob 196/14w
    Entscheidungstext OGH 09.04.2015 7 Ob 196/14w
  • 2 Ob 195/14m
    Entscheidungstext OGH 02.07.2015 2 Ob 195/14m
    Auch
  • 1 Ob 28/16y
    Entscheidungstext OGH 31.03.2016 1 Ob 28/16y

Schlagworte

Rechtskraftvorbehalt

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1949:RS0043854

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

10.05.2016

Dokumentnummer

JJR_19490706_OGH0002_0020OB00241_4900000_001

Rechtssatz für 1Ob482/58 1Ob654/76 1Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0060019

Geschäftszahl

1Ob482/58; 1Ob654/76; 1Ob775/81; 9ObA145/90; 5Ob523/91 (5Ob524/91); 7Ob2006/96t; 3Ob323/97i; 9ObA149/08i; 6Ob22/13y; 6Ob88/13d; 6Ob183/13z; 9ObA58/15t; 1Ob170/17g; 8ObA58/18i

Entscheidungsdatum

07.01.1959

Norm

GmbHG §35 Abs1 Z1
HGB §120

Rechtssatz

Durch die Entlastungserklärung der Gesellschaft wird der Geschäftsführer von allen Ansprüchen frei, die der Gesellschaft bei sorgfältiger Prüfung aller Unterlagen, als aus Verstößen des Geschäftsführers erwachsend erkennbar waren. Ersatzansprüche gegen den Geschäftsführer können aber nach der Entlastung noch geltend gemacht werden, wenn sie aus den vorgelegten Unterlagen nicht erkennbar waren oder wenn die Unterlagen unvollständig waren. Der Geschäftsführer hat einen klagbaren Anspruch auf Entlastung in diesem Umfange. Ein Anspruch auf "vollständige" Entlastung besteht nicht. Ein Urteil, das die Entlastung eines Geschäftsführers ausspricht, stellt fest, dass der Gesellschaft auf Grund des Materials, das ihr vorgelegt wurde, keine Ansprüche gegen den Geschäftsführer zustehen. Wegen nicht erkennbarer Verstöße bleibt auch im Falle der Entlastung durch Urteilsspruch die Möglichkeit von Schadenersatz offen.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 482/58
    Entscheidungstext OGH 07.01.1959 1 Ob 482/58
    Veröff: SZ 32/2
  • 1 Ob 654/76
    Entscheidungstext OGH 01.12.1976 1 Ob 654/76
    Vgl
  • 1 Ob 775/81
    Entscheidungstext OGH 13.01.1982 1 Ob 775/81
    nur: Durch die Entlastungserklärung der Gesellschaft wird der Geschäftsführer von allen Ansprüchen frei, die der Gesellschaft bei sorgfältiger Prüfung aller Unterlagen, als aus Verstößen des Geschäftsführers erwachsend erkennbar waren. (T1)
    Veröff: SZ 55/1 = EvBl 1982/115 S 397 = GesRZ 1983,30
  • 9 ObA 145/90
    Entscheidungstext OGH 27.06.1990 9 ObA 145/90
    Vgl auch; nur T1; Veröff: Arb 10873
  • 5 Ob 523/91
    Entscheidungstext OGH 24.03.1992 5 Ob 523/91
    nur: Der Geschäftsführer hat einen klagbaren Anspruch auf Entlastung. (T2)
    Veröff: SZ 65/46 = JBl 1992,597
  • 7 Ob 2006/96t
    Entscheidungstext OGH 26.06.1996 7 Ob 2006/96t
    Vgl aber; Veröff: SZ 69/153
  • 3 Ob 323/97i
    Entscheidungstext OGH 14.01.1998 3 Ob 323/97i
    nur T1
  • 9 ObA 149/08i
    Entscheidungstext OGH 04.08.2009 9 ObA 149/08i
    Auch; nur T1; Beisatz: Lediglich dann, wenn die Verstöße aus den vorgelegten Unterlagen nicht erkennbar waren oder diese unvollständig waren, führt die Entlastung nicht zur Haftungsbefreiung. (T3)
  • 6 Ob 22/13y
    Entscheidungstext OGH 28.08.2013 6 Ob 22/13y
    Vgl auch; Beisatz: Der Entlastungsbeschluss ist anfechtbar, wenn die Entlastung wegen der Schwere der Pflichtwidrigkeit unvertretbar ist oder bei schwerwiegender Schädigung der Gesellschaft oder ihrer Gesellschafter durch Organmitglieder. (T4)
  • 6 Ob 88/13d
    Entscheidungstext OGH 28.08.2013 6 Ob 88/13d
    Vgl; Beisatz: Es gibt die Möglichkeit, anstelle der Entlastung des gesamten Organs („der Geschäftsführung“) über die Entlastung einzelner Organmitglieder ‑ getrennt ‑ zu beschließen. (T5); Veröff: SZ 2013/75
  • 6 Ob 183/13z
    Entscheidungstext OGH 20.02.2014 6 Ob 183/13z
    Vgl; Beisatz: Dafür, einer Entlastung als gesellschaftsinternem Vorgang auch Wirkungen gegenüber gesellschaftsfremden Dritten - die in keinem Organverhältnis zur Gesellschaft stehen - zuzubilligen, fehlt hier jeglicher Anhaltspunkt. (T6)
  • 9 ObA 58/15t
    Entscheidungstext OGH 18.03.2016 9 ObA 58/15t
  • 1 Ob 170/17g
    Entscheidungstext OGH 27.02.2018 1 Ob 170/17g
    Vgl auch; Beis wie T6
  • 8 ObA 58/18i
    Entscheidungstext OGH 24.10.2018 8 ObA 58/18i

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1959:RS0060019

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

15.12.2018

Dokumentnummer

JJR_19590107_OGH0002_0010OB00482_5800000_001

Rechtssatz für 1Ob625/78 1Ob31/81 3Ob6...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0009113

Geschäftszahl

1Ob625/78; 1Ob31/81; 3Ob660/81; 7Ob725/81; 4Ob18/84 (4Ob19/84); 1Ob8/85; 4Ob109/90 (4Ob110/90); 8Ob705/89; 1Ob39/90 (1Ob40/90); 1Ob36/89; 6Ob542/92; 9ObA241/94; 1Ob24/95; 1Ob8/95; 2Ob2416/96z; 1Ob53/95; 2Ob569/95; 2Ob2398/96b; 2Ob64/98w; 2Ob107/98v; 4Ob179/99y; 3Ob119/99t; 6Ob220/99t; 2Ob226/99w; 6Ob249/00m; 7Ob271/00d; 8Ob84/02i; 5Ob173/02f; 7Ob271/02g; 2Ob291/03p; 3Ob180/03x; 2Ob148/04k; 7Ob128/04f; 6Ob12/05s; 6Ob95/05x; 6Ob196/05z; 2Ob123/06m; 2Ob273/05v; 2Ob47/07m; 6Ob108/07m; 17Ob40/08v; 4Ob75/09x; 9ObA141/09i; 9Ob9/11f; 4Ob106/12k; 5Ob76/12f; 3Ob23/13y; 2Ob115/13w; 6Ob183/13z; 9Ob74/14v; 10Ob86/14s; 7Ob197/16w; 1Ob90/17t; 2Ob73/17z; 9ObA45/18k; 5Ob99/19y; 5Ob37/19f

Entscheidungsdatum

07.06.1978

Norm

ABGB §26
ABGB §1313a IIa
ABGB §1315 I

Rechtssatz

Die Auffassung, die juristische Person habe für das Verschulden der Personen zu haften, die in ihrer Organisation eine leitende Stellung innehaben und dabei mit eigenverantwortlicher Entscheidungsbefugnis ausgestattet sind (Ostheim in JBl 1978,63) ist weitgehend überzeugend.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 625/78
    Entscheidungstext OGH 07.06.1978 1 Ob 625/78
    Veröff: SZ 51/80 = JBl 1980,482 (zustimmend Ostheim)
  • 1 Ob 31/81
    Entscheidungstext OGH 07.10.1981 1 Ob 31/81
    Vgl auch
  • 3 Ob 660/81
    Entscheidungstext OGH 10.03.1982 3 Ob 660/81
    Beisatz: Der Geschäftsführer einer Raiffeisenkasse ist unabhängig von der Größe des Geschäftsbetriebes Repräsentant. (T1)
  • 7 Ob 725/81
    Entscheidungstext OGH 15.02.1983 7 Ob 725/81
    Auch
  • 4 Ob 18/84
    Entscheidungstext OGH 13.03.1984 4 Ob 18/84
    Auch; Veröff: ZAS 1985,24 (P Bydlinski)
  • 1 Ob 8/85
    Entscheidungstext OGH 27.02.1985 1 Ob 8/85
  • 4 Ob 109/90
    Entscheidungstext OGH 11.09.1990 4 Ob 109/90
    Auch
  • 8 Ob 705/89
    Entscheidungstext OGH 29.11.1990 8 Ob 705/89
    Veröff: SZ 63/217 = ZVR 1991/122 S 308
  • 1 Ob 39/90
    Entscheidungstext OGH 16.01.1991 1 Ob 39/90
    Auch; Veröff: SZ 64/3 = JBl 1991,580 (Kerschner)
  • 1 Ob 36/89
    Entscheidungstext OGH 10.04.1991 1 Ob 36/89
    Veröff: SZ 64/36 = JBl 1991,796 = ÖBl 1991,161
  • 6 Ob 542/92
    Entscheidungstext OGH 25.11.1992 6 Ob 542/92
  • 9 ObA 241/94
    Entscheidungstext OGH 25.01.1995 9 ObA 241/94
    Auch; Veröff: SZ 68/14
  • 1 Ob 24/95
    Entscheidungstext OGH 25.04.1995 1 Ob 24/95
    Auch
  • 1 Ob 8/95
    Entscheidungstext OGH 17.10.1995 1 Ob 8/95
    Auch; Beisatz: Auf die verfassungsmäßige Berufung zur Vertretung kommt es dabei nicht an. (T2)
    Veröff: SZ 68/191
  • 2 Ob 2416/96z
    Entscheidungstext OGH 19.12.1996 2 Ob 2416/96z
  • 1 Ob 53/95
    Entscheidungstext OGH 03.10.1996 1 Ob 53/95
    Vgl; Beisatz: Ein Pilot ist kein Repräsentant des Luftfahrzeughalters. (T3)
    Veröff: SZ 69/219
  • 2 Ob 569/95
    Entscheidungstext OGH 10.07.1997 2 Ob 569/95
    Auch
  • 2 Ob 2398/96b
    Entscheidungstext OGH 10.07.1997 2 Ob 2398/96b
    Beisatz: Hier: Jagdgesellschaft als Gesellschaft bürgerlichen Rechts. (T4)
    Veröff: SZ 70/138
  • 2 Ob 64/98w
    Entscheidungstext OGH 25.06.1998 2 Ob 64/98w
    Vgl
  • 2 Ob 107/98v
    Entscheidungstext OGH 20.05.1998 2 Ob 107/98v
    Auch; Beisatz: Auf das Erfordernis eines Wirkungskreises, der jenem eines Organs annähernd entspricht, kommt es hiebei nicht an. Der die Straßenbaustelle betreuende bauleitende Ingenieur eines Subunternehmers ist als deren Repräsentant anzusehen. (T5)
  • 4 Ob 179/99y
    Entscheidungstext OGH 13.07.1999 4 Ob 179/99y
    Auch
  • 3 Ob 119/99t
    Entscheidungstext OGH 28.02.2000 3 Ob 119/99t
    Auch; Beisatz: Der Hauptkameramann ist Repräsentant der Fernsehunternehmer. (T6)
  • 6 Ob 220/99t
    Entscheidungstext OGH 28.06.2000 6 Ob 220/99t
    Auch; Beisatz: Die juristische Person kann sich ihrer Haftung nach § 1319 ABGB nicht dadurch entziehen, dass sie die ihr obliegenden Aufgaben einem in untergeordneter Stellung Tätigen ohne jegliche weitere Kontrolle überträgt. In einem solchen Fall haftet sie für das Versäumnis ihrer Organe (Repräsentanten), für wirksame Kontrollen zu sorgen. (T7)
    Beisatz: Hier: Balustradeneinsturz bei der Universität Wien. (T8)
  • 2 Ob 226/99w
    Entscheidungstext OGH 02.08.2000 2 Ob 226/99w
    Vgl auch; Beis wie T7; Beis wie T8
  • 6 Ob 249/00m
    Entscheidungstext OGH 23.11.2000 6 Ob 249/00m
    Beisatz: Die rechtsgeschäftliche Vertretungsmacht des Täters ist dabei nicht entscheidend. (T9)
    Beisatz: Die Repräsentantenhaftung einer juristischen Person besteht auch bei Eingriffen in das absolut geschützte Rechtsgut der Ehre. (T10)
    Beisatz: Hier: Vorsitzender einer Landesexekutive des ÖGB. (T11)
  • 7 Ob 271/00d
    Entscheidungstext OGH 20.12.2000 7 Ob 271/00d
    Auch; Beis wie T5 nur: Auf das Erfordernis eines Wirkungskreises, der jenem eines Organs annähernd entspricht, kommt es hiebei nicht an. (T12)
    Beis wie T7; Beisatz: Lediglich Personen, die untergeordnete Tätigkeiten ausüben, kommen nicht in Betracht. (T13)
  • 8 Ob 84/02i
    Entscheidungstext OGH 16.05.2002 8 Ob 84/02i
    Auch; Beisatz: Hier: Polier eines Bauunternehmens. (T14)
  • 5 Ob 173/02f
    Entscheidungstext OGH 12.09.2002 5 Ob 173/02f
    Vgl; Beisatz: Die Repräsentantenhaftung ist unter gleichen Wertungsaspekten wie bei juristischen Personen auch auf natürliche Personen anzuwenden, die in ihrem Unternehmen Leitungsfunktionen von anderen Personen wahrnehmen lassen. (T15)
    Veröff: SZ 2002/116
  • 7 Ob 271/02g
    Entscheidungstext OGH 17.12.2003 7 Ob 271/02g
    Auch; Beis wie T7; Beis wie T9; Beis wie T12; Beis wie T13; Beisatz: Repräsentant ist jeder, der eine leitende Stellung mit selbständigem Wirkungsbereich innehat, also in verantwortlicher, leitender oder überwachender Funktion Tätigkeiten für die juristische Person ausübt. (T16)
  • 2 Ob 291/03p
    Entscheidungstext OGH 22.12.2003 2 Ob 291/03p
    Auch; Beis wie T15; Beisatz: Auch der Bereichsleiter eines Winterdienstunternehmens, dem von der Unternehmensleitung Organisations- und Überwachungsaufgaben übertragen wurden, kann als dessen Repräsentant angesehen werden, für den ohne die Beschränkung des § 1315 ABGB zu haften ist. Die formale Auslagerung von unternehmerischen Leitungsfunktionen auf einen "selbständigen Subunternehmer" steht dem nicht entgegen. (T17)
  • 3 Ob 180/03x
    Entscheidungstext OGH 28.01.2004 3 Ob 180/03x
    Auch; Beis wie T12; Beis wie T16; Beis wie T9; Beisatz: Der Grundgedanke, dass jene Vermögensmasse, die den Vorteil des Handelns des "Machthabers" genießt, auch die daraus entstehenden Nachteile zu tragen hat, trägt bei allen diesen Funktionären, weil sie wegen der Selbständigkeit ihrer Tätigkeit eine besondere Gefährdungsmöglichkeit haben. (T18)
  • 2 Ob 148/04k
    Entscheidungstext OGH 01.07.2004 2 Ob 148/04k
    Beis wie T12; Beis wie T16
  • 7 Ob 128/04f
    Entscheidungstext OGH 17.11.2004 7 Ob 128/04f
    Auch; Beis wie T7; Beis wie T12; Beis wie T13; Beis wie T16; Beisatz: Hier: Sparkassenleiter, der einem Kreditgeber mit einem vorschriftswidrig ausgestellten Duplikatssparbuch eine Sicherheit vortäuschte. (T19)
  • 6 Ob 12/05s
    Entscheidungstext OGH 19.05.2005 6 Ob 12/05s
    Auch; Beisatz: Eine GmbH haftet sowohl für das deliktische Verhalten ihres Geschäftsführers als auch für die durch ihn gesetzte Verletzung von Vertragspflichten. (T20)
  • 6 Ob 95/05x
    Entscheidungstext OGH 25.08.2005 6 Ob 95/05x
    Vgl auch; Beisatz: Daneben auch Durchgriffshaftung auf Organe des Vereins (Vereinsobmann), die ein deliktisches Verhalten setzen (§ 1330 ABGB). (T21)
  • 6 Ob 196/05z
    Entscheidungstext OGH 01.12.2005 6 Ob 196/05z
    Vgl; Beisatz: Hier: Geklagt ist eine OEG, die zivilrechtlich nach der Repräsentantenhaftung mithaftet. (T22)
  • 2 Ob 123/06m
    Entscheidungstext OGH 30.11.2006 2 Ob 123/06m
    Auch
  • 2 Ob 273/05v
    Entscheidungstext OGH 19.04.2007 2 Ob 273/05v
    Auch; Beis wie T9; Beis wie T16; vgl Beis wie T5; vgl Beis wie T6; vgl Beis wie T14; vgl Beis wie T17; Beis wie T7; Beis wie T12; Beis wie T13; Beisatz: Hier: Gewerberechtlicher Geschäftsführer eines Abschleppunternehmens, der über eine entsprechende Weisungsbefugnis verfügt und nicht durch entsprechende Weisungen und Kontrollen sicherstellt, dass es im Zuge der Ausführung des Abschleppauftrags nicht zu einem Eingriff in das absolut geschützte Rechtsgut (Eigentum) des Klägers kommt - unterlassener Auftrag an den Abschleppfahrer, eine Identifikation der an Ort und Stelle befindlichen Person vorzunehmen beziehungsweise eine allfällige Nahebeziehung dieser Person zum abzuschleppenden Fahrzeug zu überprüfen. (T23)
  • 2 Ob 47/07m
    Entscheidungstext OGH 12.07.2007 2 Ob 47/07m
    Vgl; Beisatz: Unzureichende Organisation, um einen entsprechenden Schneeräumdienst und Streudienst sicherzustellen (zB Einsatz ungeeigneter Maschinen, mangelhafte Instruktion oder Beaufsichtigung des Besorgungsgehilfen). (T24)
  • 6 Ob 108/07m
    Entscheidungstext OGH 27.02.2009 6 Ob 108/07m
    Vgl; Beisatz: Eine juristische Person haftet im deliktischen Bereich für das schädigende Verhalten ihrer Organe und aller anderen Personen in eigenverantwortlicher, leitender oder überwachender Funktion, für das Fehlverhalten anderer Dienstnehmer aber nur in den engen Grenzen des § 1315 ABGB. (T25)
  • 17 Ob 40/08v
    Entscheidungstext OGH 24.03.2009 17 Ob 40/08v
    Vgl auch; Beisatz: Ob dem Unternehmensinhaber neben der Kenntnis oder fahrlässigen Unkenntnis ihrer Organe - wie im allgemeinen Zivilrecht - auch der Wissensstand anderer „Repräsentanten" zugerechnet werden kann, ist hier nicht zu entscheiden; ebensowenig die Frage, ob und gegebenenfalls bei wem die für die Anwendung von § 54 Abs 3 iVm § 53 Abs 3 MSchG erforderliche grobe Fahrlässigkeit vorliegen muss. (T26)
  • 4 Ob 75/09x
    Entscheidungstext OGH 12.05.2009 4 Ob 75/09x
    Auch; Beisatz: Ob deren Wirkungskreis dem eines Organs entspricht, ist unerheblich. (T27)
  • 9 ObA 141/09i
    Entscheidungstext OGH 03.09.2010 9 ObA 141/09i
    Auch; Beis wie T12; Beis wie T13; Beis wie T16
  • 9 Ob 9/11f
    Entscheidungstext OGH 26.05.2011 9 Ob 9/11f
    Vgl; Beis wie T15; Beis wie T17; Beis wie T18; Beisatz: Hier: Zurechnung eines „Revierorgans“ an Jagdpächter. (T28)
  • 4 Ob 106/12k
    Entscheidungstext OGH 18.09.2012 4 Ob 106/12k
    Vgl; Beisatz: Hier: Berücksichtigung des Verhaltens eines Organs der dienstbarkeitsberechtigten Gesellschaft bei der Beurteilung, ob ein Auflösungsgrund vorliegt. (T29)
  • 5 Ob 76/12f
    Entscheidungstext OGH 09.08.2012 5 Ob 76/12f
    Vgl; Beis ähnlich wie T25; Auch Beis wie T27; Vgl Beis wie T7; Auch Beis wie T13; Beisatz: Hier: Haftungsfragen zu Eigentümergemeinschaft, Verwalter, Hausbesorger und Mieter. Repräsentantenhaftung der angestellten Hausbesorgerin verneint. (T30)
  • 3 Ob 23/13y
    Entscheidungstext OGH 17.07.2013 3 Ob 23/13y
    Vgl
  • 2 Ob 115/13w
    Entscheidungstext OGH 19.12.2013 2 Ob 115/13w
    Auch; Beis wie T5; Beis wie T14; Beis wie T16; Beisatz: Hier: Direkte Arbeitsaufträge und Arbeitsweisungen an Arbeitnehmer eines Subunternehmens ohne dessen Einbeziehung als Arbeitgeber erteilender, regelmäßig tätig werdender Mitarbeiter eines Bauunternehmens ist dessen Repräsentant. (T31)
  • 6 Ob 183/13z
    Entscheidungstext OGH 20.02.2014 6 Ob 183/13z
    Vgl auch; Beisatz: Bei Schädigung der Gesellschaft durch ihren eigenen Geschäftsführer muss sich die Gesellschaft das Verschulden des Geschäftsführers gegenüber Dritten nicht zurechnen lassen, wenn diese Dritten gerade ihre Sorgfalts- und Überwachungspflichten hinsichtlich des Geschäftsführers verletzt haben. (T32)
  • 9 Ob 74/14v
    Entscheidungstext OGH 18.12.2014 9 Ob 74/14v
    Beisatz: Juristische Personen haften im deliktischen Bereich für das schädigende Verhalten ihrer verfassungsmäßigen Organe und aller anderen Personen, die in verantwortlicher, leitender oder überwachender Funktion für sie tätig sind. (T33)
    Beisatz: Ein einmaliges Auftragsverhältnis mit einer organisationsfremden Person ist nicht geeignet, deren Repräsentantenstellung für die Beklagte zu begründen. (T34)
  • 10 Ob 86/14s
    Entscheidungstext OGH 22.10.2015 10 Ob 86/14s
  • 7 Ob 197/16w
    Entscheidungstext OGH 30.11.2016 7 Ob 197/16w
    Beisatz: Hier: Verpflichtung nach § 103 KFG iVm § 6 KFG. (T35)
  • 1 Ob 90/17t
    Entscheidungstext OGH 24.05.2017 1 Ob 90/17t
    Beis wie T25; Beis wie T33
  • 2 Ob 73/17z
    Entscheidungstext OGH 28.11.2017 2 Ob 73/17z
  • 9 ObA 45/18k
    Entscheidungstext OGH 30.08.2018 9 ObA 45/18k
    Beis wie T18; Beisatz: Ein gewerberechtlicher Geschäftsführer (§ 39 Abs 1 GewO) ist als solcher noch kein Repräsentant für Personalangelegenheiten. (T36)
  • 5 Ob 99/19y
    Entscheidungstext OGH 31.07.2019 5 Ob 99/19y
    Auch
  • 5 Ob 37/19f
    Entscheidungstext OGH 31.07.2019 5 Ob 37/19f
    Beisatz: Haftung der Eigentümergemeinschaft für Verschulden des Hausbesorgers. (T37)

Schlagworte

Repräsentantenhaftung

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1978:RS0009113

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

17.09.2019

Dokumentnummer

JJR_19780607_OGH0002_0010OB00625_7800000_001

Rechtssatz für 5Ob613/79 3Ob631/79 5Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0009172

Geschäftszahl

5Ob613/79; 3Ob631/79; 5Ob712/81; 3Ob510/82; 6Ob602/87; 6Ob705/87; 9ObA29/91; 3Ob1565/91; 5Ob518/93; 1Ob21/94; 9Ob88/99b; 1Ob64/00v; 5Ob18/01k; 2Ob130/01h; 10Ob22/03p; 10Ob17/04d; 4Ob157/07b; 9Ob23/07h; 2Ob84/09f; 8Ob34/09x; 3Ob200/11z; 2Ob258/12y; 2Ob6/13s; 3Ob23/13y; 6Ob199/13b; 6Ob183/13z; 8Ob51/14d; 3Ob165/14g; 9ObA58/15t; 8Ob98/15t; 7Ob92/16d; 7Ob12/17s; 7Ob44/17x; 7Ob77/17z; 4Ob189/18z; 1Ob51/19k

Entscheidungsdatum

13.11.1979

Norm

ABGB §26
ABGB §1489 IIA
AktG §71
GmbHG §18

Rechtssatz

Bei einer juristischen Person ist das Wissen gem § 1489 ABGB ihrer zur Vertretung in dem betreffenden Bereich berufenen Organmitgliedern von dem maßgeblichen anspruchsbegründeten Sachverhalt maßgeblich, damit diese Kenntnis der Gesellschaft selbst zugerechnet werden kann, wobei es gleichgültig ist, ob der wissende organschaftliche Vertreter einzelvertretungsberechtigt oder gesamtvertretungsberechtigt ist und ob er mit der diese Kenntnis betreffenden Sache im Einzelfall für die Gesellschaft tatsächlich befasst war oder nicht.

Entscheidungstexte

  • 5 Ob 613/79
    Entscheidungstext OGH 13.11.1979 5 Ob 613/79
    Veröff: SZ 52/167 = GesRZ 1980,216
  • 3 Ob 631/79
    Entscheidungstext OGH 21.01.1981 3 Ob 631/79
    Vgl aber; Beisatz: Auf das Wissen der Gemeindeorgane kommt es bei der Ersitzung einer Wegdienstbarkeit nicht an. (T1)
  • 5 Ob 712/81
    Entscheidungstext OGH 10.11.1981 5 Ob 712/81
    Vgl auch; Veröff: SZ 54/165
  • 3 Ob 510/82
    Entscheidungstext OGH 14.04.1982 3 Ob 510/82
    nur: Bei einer juristischen Person ist das Wissen gem § 1489 ABGB ihrer zur Vertretung in dem betreffenden Bereich berufenen Organmitgliedern von dem maßgeblichen anspruchsbegründeten Sachverhalt maßgeblich. (T2)
  • 6 Ob 602/87
    Entscheidungstext OGH 08.10.1987 6 Ob 602/87
    Vgl auch; Veröff: SZ 60/204
  • 6 Ob 705/87
    Entscheidungstext OGH 07.09.1989 6 Ob 705/87
    Vgl; Beisatz: Es kommt nicht nur auf das Wissen der Vertretungsbefugten an, sondern auch auf das Wissen der statutarisch vorgesehenen Wissensträger (hier: leitende Beamte der Magistratsabteilung einer Statutarstadt). (T3)
  • 9 ObA 29/91
    Entscheidungstext OGH 10.04.1991 9 ObA 29/91
    Vgl auch; nur T2; Beisatz: Hier: OrgHG (T4)
    Veröff: SZ 64/40
  • 3 Ob 1565/91
    Entscheidungstext OGH 22.01.1992 3 Ob 1565/91
    Vgl auch; nur T2
  • 5 Ob 518/93
    Entscheidungstext OGH 13.07.1993 5 Ob 518/93
    Beis wie T3; Beisatz: Die bloße Mitgliedschaft bei einer Forstkommune verschafft keinerlei Vertretungsfunktion oder Überwachungsfunktion. Es scheiden aber auch die langjährigen Pächter der Forstkommune als Wissensvermittler iSd vorhin zitierten Judikatur aus, weil ihnen das Recht auf eigenverantwortliche Bewirtschaftung nicht jedoch die Wahrnehmung von Eigentümerbefugnissen zukam. (T5)
  • 1 Ob 21/94
    Entscheidungstext OGH 30.05.1994 1 Ob 21/94
    Auch
  • 9 Ob 88/99b
    Entscheidungstext OGH 14.04.1999 9 Ob 88/99b
    Vgl aber; Beisatz: Bei einer juristischen Person kommt es für die Unterstellung der Kenntnis oder des Kennenmüssens einer Tatsache nicht ausschließlich auf den Wissensstand der organschaftlichen Vertreter an, sondern ist auch das Wissen solcher Personen maßgeblich, denen in der betreffenden Angelegenheit Vertretungskompetenz zukommt. (T6)
    Beisatz: Hier: Mit der konkreten Angelegenheit betrauter Rechtsanwalt der juristischen Person. (T7)
  • 1 Ob 64/00v
    Entscheidungstext OGH 30.01.2001 1 Ob 64/00v
    Auch; Beisatz: Das Wissen des schädigenden Vertreters um die Schädigung ist dem geschädigten Vertretenen bei Feststellung des Beginns der Verjährungsfrist nicht zuzurechnen, ob nun bei Anspruchsdurchsetzung gegenüber einem Dritten oder dem Schädiger selbst. (T8)
    Beisatz: Bei einer juristischen Person kommt es für die Unterstellung der Kenntnis oder des Kennenmüssens einer Tatsache nicht ausschließlich auf den Wissensstand der organschaftlichen Vertreter an, sondern auch das Wissen solcher Personen, wie etwa Prokuristen, Handlungsbevollmächtigte oder Rechtsvertreter, maßgeblich ist, soweit es sich auf das im konkreten Fall diesem Bevollmächtigten übertragene Aufgabengebiet erstreckt und sie mit der speziellen Sache auch tatsächlich befasst waren. (T9)
    Veröff: SZ 74/14
  • 5 Ob 18/01k
    Entscheidungstext OGH 27.09.2001 5 Ob 18/01k
    Vgl aber; Beis wie T8; Beis wie T9
  • 2 Ob 130/01h
    Entscheidungstext OGH 09.07.2002 2 Ob 130/01h
    Vgl auch; Beisatz: Das Wissen eines bevollmächtigten Vertreters eines Geschädigten (nur in Beziehung auf rechtserhebliche Tatsachen, die mit dem Vertretungsbereich verbunden sind, in dem er berufen war und tätig wurde) gilt als Wissen der Gesellschaft. (T10)
  • 10 Ob 22/03p
    Entscheidungstext OGH 15.07.2003 10 Ob 22/03p
    nur T2; Beis wie T10; Beisatz: Bei einer Wohnungseigentümergemeinschaft ist ein Wissen der Hausverwaltung der Gemeinschaft zuzurechnen (SZ 68/179). (T11)
  • 10 Ob 17/04d
    Entscheidungstext OGH 28.06.2005 10 Ob 17/04d
    Vgl auch; Beisatz: Der Geschäftsherr muss sich das Wissen, das ein handelnder (Bank-)Gehilfe im Zuge der ihm aufgetragenen Tätigkeit erlangt hat oder erlangen hätte können, zurechnen lassen, während außerhalb des Aufgabenbereiches („privat") erlangtes Wissen nicht zurechenbar ist. (T12)
  • 4 Ob 157/07b
    Entscheidungstext OGH 02.10.2007 4 Ob 157/07b
    Auch
  • 9 Ob 23/07h
    Entscheidungstext OGH 08.02.2008 9 Ob 23/07h
    Vgl aber; Beis wie T6; Beis wie T9; Beis wie T12
  • 2 Ob 84/09f
    Entscheidungstext OGH 20.05.2009 2 Ob 84/09f
    Vgl; Vgl Beis wie T7; Vgl Beis wie T10; Beisatz: Die Zurechnung des Wissens des Wissensvertreters an den Geschäftsherrn gilt auch, wenn es um die Kenntnis der für den Beginn der Verjährungsfrist nach § 1489 ABGB relevanten Umstände, wie den Eintritt des Schadens, geht. (T13)
    Beisatz: Hier: Das Wissen des Prozessbevollmächtigten ist dem Berechtigten demnach nur in Beziehung auf solche rechtserhebliche Tatsachen zurechenbar, die mit dem Vertretungsbereich, in welchem der Bevollmächtigte berufen war und tätig wurde, verbunden sind. (T14)
  • 8 Ob 34/09x
    Entscheidungstext OGH 18.06.2009 8 Ob 34/09x
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Rechtsanwalt GmbH. (T15)
  • 3 Ob 200/11z
    Entscheidungstext OGH 18.04.2012 3 Ob 200/11z
    Vgl auch; Beis wie T6
  • 2 Ob 258/12y
    Entscheidungstext OGH 24.01.2013 2 Ob 258/12y
    Vgl; Vgl Beis wie T6; Vgl Beis wie T10; Beisatz: Hier: Für den Beginn der Verjährungsfrist maßgeblich nur die Kenntnis des zuständigen Referatsleiters des BVA‑Pensionsservices, nicht hingegen der BVA‑Hauptstelle. (T16)
  • 2 Ob 6/13s
    Entscheidungstext OGH 24.01.2013 2 Ob 6/13s
    Vgl; Beisatz: Bei einer Gebietskörperschaft kommt es für den Beginn der Verjährungsfrist auf den Wissensstand des zuständigen Referatsleiters an. (T17)
  • 3 Ob 23/13y
    Entscheidungstext OGH 17.07.2013 3 Ob 23/13y
    Vgl
  • 6 Ob 199/13b
    Entscheidungstext OGH 20.02.2014 6 Ob 199/13b
    Beisatz: Dies gilt auch für die Frage des Wissenmüssens. (T18)
  • 6 Ob 183/13z
    Entscheidungstext OGH 20.02.2014 6 Ob 183/13z
    Vgl; Ähnlich Beis wie T8
  • 8 Ob 51/14d
    Entscheidungstext OGH 30.10.2014 8 Ob 51/14d
    Vgl auch; Beis ähnlich wie T12; Beisatz: Ein außerhalb des übertragenen Aufgabenbereichs erlangtes Wissen des Bevollmächtigten ist dem Auftraggeber grundsätzlich nicht zurechenbar. (T19)
    Beisatz: Untreue bzw Veruntreuung zu Lasten des Mandanten sind ebensowenig von einer Hausverwaltervollmacht nach dem WEG 2002 umfasst, wie danach gesetzte Handlungen zur Schadensgutmachung. (T20)
  • 3 Ob 165/14g
    Entscheidungstext OGH 18.12.2014 3 Ob 165/14g
    Auch; Beis wie T11
  • 9 ObA 58/15t
    Entscheidungstext OGH 18.03.2016 9 ObA 58/15t
    Vgl auch; Beis wie T9; Beis wie T19
  • 8 Ob 98/15t
    Entscheidungstext OGH 19.02.2016 8 Ob 98/15t
    Auch; Beisatz: Eine juristische Person muss sich das Wissen sowie die fahrlässige Unkenntnis ihrer für sie handelnden physischen Personen im Rahmen ihres Aufgabenbereichs zurechnen lassen. Dies gilt insbesondere für das Wissen der Mitglieder der (Vertretungs-)Organe. (T21); Veröff: SZ 2016/10
  • 7 Ob 92/16d
    Entscheidungstext OGH 15.06.2016 7 Ob 92/16d
    Auch;Beisatz: Bei der Wissenszurechnung wird allgemein als Voraussetzung verlangt, dass das Wissen sich auf den übertragenen Aufgabenbereich erstreckt und der Gehilfe tatsächlich mit der betreffenden Angelegenheit befasst ist, und es wird darauf abgestellt, ob die Hilfsperson mit dem Willen des Geschäftsherrn tätig geworden ist und diese bei Durchführung der Agenden von ihrem Wissen Gebrauch hätte machen können. (T22)
    Beisatz: Das einer Bank von ihrem Kundenbetreuer verheimlichte Wissen um das zu ihren Lasten gesetzte strafbare Verhalten kann als außerhalb seines Aufgabenkreises gelegen der Bank nicht im Sinn einer bewussten Zahlung einer Nichtschuld zugerechnet werden. (T23)
    Beis wie T9; Beis wie T19
  • 7 Ob 12/17s
    Entscheidungstext OGH 17.05.2017 7 Ob 12/17s
    Vgl; Beis wie T13
  • 7 Ob 44/17x
    Entscheidungstext OGH 27.09.2017 7 Ob 44/17x
    Vgl
  • 7 Ob 77/17z
    Entscheidungstext OGH 27.09.2017 7 Ob 77/17z
    Auch; Beis wie T6; Beis wie T9; Beis wie T10; Beis wie T19; Beisatz: Hier: Ein nach § 332 ASVG auf den Sozialversicherungsträger übergegangener Schadenersatzanspruch wegen eines ärztlichen Kunstfehlers. (T24)
  • 4 Ob 189/18z
    Entscheidungstext OGH 20.12.2018 4 Ob 189/18z
    Auch
  • 1 Ob 51/19k
    Entscheidungstext OGH 03.04.2019 1 Ob 51/19k
    Auch; Beis wie T21

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1979:RS0009172

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

25.07.2019

Dokumentnummer

JJR_19791113_OGH0002_0050OB00613_7900000_001

Rechtssatz für 7Ob626/81 7Ob757/81 1Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0022681

Geschäftszahl

7Ob626/81; 7Ob757/81; 1Ob784/83; 1Ob2/84 (1Ob3/84); 7Ob624/88; 6Ob714/88; 1Ob583/89; 1Ob39/89; 7Ob526/91; 1Ob33/91; 1Ob38/90; 1Ob37/93; 1Ob505/94; 1Ob32/94; 1Ob43/95; 1Ob620/95; 4Ob578/95; 1Ob55/95; 1Ob2192/96a; 1Ob6/97g; 2Ob351/99b; 1Ob9/00f; 6Ob19/02s; 1Ob24/02i; 6Ob48/02f; 1Ob234/04z; 6Ob77/05z; 9Ob3/06s; 6Ob31/08i; 8Ob27/09t; 9ObA179/08a; 1Ob190/10p; 2Ob211/10h; 2Ob219/10k; 1Ob62/11s; 4Ob191/11h; 4Ob16/12z; 5Ob246/11d; 9Ob16/12m; 1Ob154/12x; 1Ob188/12x; 2Ob74/12i; 1Ob97/13s; 6Ob183/13z; 1Ob144/14d; 6Ob22/14z; 7Ob68/15y; 8Ob106/15v; 7Ob195/15z; 4Ob167/15k; 6Ob183/15b; 5Ob252/15t; 9Ob76/15i; 7Ob59/16a; 2Ob148/15a; 9Ob24/17w; 7Ob44/17x; 9ObA89/17d; 2Ob167/17y; 5Ob11/18f; 10Ob6/18g; 4Ob120/18b; 1Ob130/18a; 4Ob59/18g; 7Ob132/18i; 2Ob185/17w; 9Ob94/18s; 1Ob78/19f; 1Ob112/19f

Entscheidungsdatum

25.06.1981

Norm

ABGB §1295 Ia4
ABGB §1304 A

Rechtssatz

Das Mitverschulden im Sinne des § 1304 ABGB setzt kein Verschulden im technischen Sinne voraus. Auch Rechtswidrigkeit des Verhaltens ist nicht erforderlich. Es genügt vielmehr eine Sorglosigkeit gegenüber den eigenen Gütern, worunter auch die Gesundheit fällt.

Entscheidungstexte

  • 7 Ob 626/81
    Entscheidungstext OGH 25.06.1981 7 Ob 626/81
  • 7 Ob 757/81
    Entscheidungstext OGH 26.11.1981 7 Ob 757/81
  • 1 Ob 784/83
    Entscheidungstext OGH 30.11.1983 1 Ob 784/83
    Auch; Veröff: ZVR 1984/122 S 116
  • 1 Ob 2/84
    Entscheidungstext OGH 22.02.1984 1 Ob 2/84
    Auch
  • 7 Ob 624/88
    Entscheidungstext OGH 28.07.1988 7 Ob 624/88
  • 6 Ob 714/88
    Entscheidungstext OGH 26.01.1989 6 Ob 714/88
    Veröff: RZ 1980/75 S 214
  • 1 Ob 583/89
    Entscheidungstext OGH 24.05.1989 1 Ob 583/89
  • 1 Ob 39/89
    Entscheidungstext OGH 17.01.1990 1 Ob 39/89
    nur: Das Mitverschulden im Sinne des § 1304 ABGB setzt kein Verschulden im technischen Sinne voraus. Auch Rechtswidrigkeit des Verhaltens ist nicht erforderlich. Es genügt vielmehr eine Sorglosigkeit gegenüber den eigenen Gütern. (T1)
  • 7 Ob 526/91
    Entscheidungstext OGH 18.04.1991 7 Ob 526/91
    Auch; nur T1; Beisatz: Soferne sie für den Schaden causal ist. (T2)
  • 1 Ob 33/91
    Entscheidungstext OGH 18.09.1991 1 Ob 33/91
    nur T1; Veröff: ZVR 1992/57 S 119
  • 1 Ob 38/90
    Entscheidungstext OGH 18.09.1991 1 Ob 38/90
    Veröff: SZ 64/126 = EvBl 1992/14 S 56 = JBl 1992,327
  • 1 Ob 37/93
    Entscheidungstext OGH 16.02.1994 1 Ob 37/93
  • 1 Ob 505/94
    Entscheidungstext OGH 14.07.1994 1 Ob 505/94
    Veröff: SZ 67/126
  • 1 Ob 32/94
    Entscheidungstext OGH 25.10.1994 1 Ob 32/94
    Auch; nur T1
  • 1 Ob 43/95
    Entscheidungstext OGH 22.11.1995 1 Ob 43/95
    Auch
  • 1 Ob 620/95
    Entscheidungstext OGH 05.12.1995 1 Ob 620/95
    Auch; Beis wie T2; Veröff: SZ 68/230
  • 4 Ob 578/95
    Entscheidungstext OGH 07.11.1995 4 Ob 578/95
    nur T1; Beis wie T2
  • 1 Ob 55/95
    Entscheidungstext OGH 25.06.1996 1 Ob 55/95
    nur T1; Veröff: SZ 69/145
  • 1 Ob 2192/96a
    Entscheidungstext OGH 25.06.1996 1 Ob 2192/96a
    Veröff: SZ 69/148
  • 1 Ob 6/97g
    Entscheidungstext OGH 15.05.1997 1 Ob 6/97g
    Auch; nur T1; Beis wie T2; Beisatz: Mitverschulden kann auch in vorwerfbarer Untätigkeit liegen. (T3)
    Veröff: SZ 70/95
  • 2 Ob 351/99b
    Entscheidungstext OGH 10.12.1999 2 Ob 351/99b
    nur T1
  • 1 Ob 9/00f
    Entscheidungstext OGH 28.03.2000 1 Ob 9/00f
    Beis wie T3
  • 6 Ob 19/02s
    Entscheidungstext OGH 21.02.2002 6 Ob 19/02s
  • 1 Ob 24/02i
    Entscheidungstext OGH 26.02.2002 1 Ob 24/02i
    nur T1; Beis wie T3; Beisatz: Der Geschädigte verletzt seine Schadensminderungspflicht, wenn er schuldhaft Handlungen unterlässt, die von einem verständigen Durchschnittsmenschen gesetzt worden und geeignet wären, den Schaden abzuwehren oder zu verringern. Was zugemutet werden kann, bestimmt sich nach den Interessen beider Teile im Einzelfall und nach den Grundsätzen des redlichen Verkehrs. (T4)
  • 6 Ob 48/02f
    Entscheidungstext OGH 10.10.2002 6 Ob 48/02f
  • 1 Ob 234/04z
    Entscheidungstext OGH 25.01.2005 1 Ob 234/04z
    Vgl auch; nur T4
  • 6 Ob 77/05z
    Entscheidungstext OGH 23.06.2005 6 Ob 77/05z
    Auch; Beisatz: Hier: Mitverschulden des Kunden einer Bank, wenn er durch sein unvorsichtiges Verhalten in den Geschäftsräumlichkeiten der Bank dem Beobachter (Komplize der Räuber) ausreichend Gelegenheit gab, sich über die Geldauszahlung Klarheit zu verschaffen. (T5)
  • 9 Ob 3/06s
    Entscheidungstext OGH 04.05.2006 9 Ob 3/06s
    Beisatz: Im Sinn des herrschenden Verständnisses handelt es sich bei diesem „(Mit-)Verschulden" mangels Rechtspflicht, eigene Güter (zB Gesundheit) zu schützen, um kein Verschulden im technischen Sinn, sondern um eine Obliegenheitsverletzung. (T6)
  • 6 Ob 31/08i
    Entscheidungstext OGH 13.03.2008 6 Ob 31/08i
    Vgl; Beis ähnlich wie T4; Beisatz: Welche Maßnahmen der Geschädigte aufgrund der ihn treffenden Schadensminderungspflicht treffen muss, ist regelmäßig nur aufgrund der konkreten Umstände des Einzelfalls zu beurteilen und ist daher, soweit keine auffallende Fehlbeurteilung durch die Vorinstanzen vorliegt, keine erhebliche Rechtsfrage im Sinne des § 502 Abs 1 ZPO. (T7)
  • 8 Ob 27/09t
    Entscheidungstext OGH 30.07.2009 8 Ob 27/09t
    Vgl; Beis wie T7
  • 9 ObA 179/08a
    Entscheidungstext OGH 30.09.2009 9 ObA 179/08a
    Auch; nur T1; Beisatz: Beim Vorwurf des Mitverschuldens handelt es sich stets um eine Frage der subjektiven Vorwerfbarkeit, die nicht losgelöst vom Wissensstand und den (intellektuellen) Fähigkeiten des einzelnen Geschädigten beantwortet werden kann. Das Ausmaß eines allfälligen Mitverschuldens des Geschädigten kann daher wegen seiner Einzelfallbezogenheit nicht als erhebliche Rechtsfrage im Sinn des § 502 Abs 1 ZPO gewertet werden. (T8)
    Beisatz: Hier: Zur Frage eines allfälligen Mitverschuldens von Pensionisten beim Umstieg auf ein - für sie in der Folge nachteiliges - Pensionskassenmodell bei nicht ausreichender Aufklärung durch den (ehemaligen) Arbeitgeber. (T9)
  • 1 Ob 190/10p
    Entscheidungstext OGH 23.11.2010 1 Ob 190/10p
    nur T1; Beis wie T7; Beis wie T8 nur: Das Ausmaß eines Mitverschuldens des Geschädigten kann daher wegen seiner Einzelfallbezogenheit nicht als erhebliche Rechtsfrage im Sinn des § 502 Abs 1 ZPO gewertet werden. (T10)
  • 2 Ob 211/10h
    Entscheidungstext OGH 30.05.2011 2 Ob 211/10h
    Beis wie T8 nur: Das Ausmaß eines allfälligen Mitverschuldens des Geschädigten kann daher wegen seiner Einzelfallbezogenheit nicht als erhebliche Rechtsfrage im Sinn des § 502 Abs 1 ZPO gewertet werden. (T11)
  • 2 Ob 219/10k
    Entscheidungstext OGH 22.06.2011 2 Ob 219/10k
    Auch; Beis wie T6; Veröff: SZ 2011/76
    Bem: Zum 2. Rechtsgang siehe 2 Ob 148/15a. (T11a)
  • 1 Ob 62/11s
    Entscheidungstext OGH 28.04.2011 1 Ob 62/11s
    nur T1; Beis wie T10
  • 4 Ob 191/11h
    Entscheidungstext OGH 20.12.2011 4 Ob 191/11h
    Vgl auch; Beis wie T11
  • 4 Ob 16/12z
    Entscheidungstext OGH 28.02.2012 4 Ob 16/12z
    Vgl auch; Beis wie T11; Beisatz: Hier: Anlageberatung. (T12)
  • 5 Ob 246/11d
    Entscheidungstext OGH 17.01.2012 5 Ob 246/11d
    Auch; Beis wie T8
  • 9 Ob 16/12m
    Entscheidungstext OGH 30.04.2012 9 Ob 16/12m
    Auch; nur T1
  • 1 Ob 154/12x
    Entscheidungstext OGH 11.10.2012 1 Ob 154/12x
    Auch; Beis wie T6
  • 1 Ob 188/12x
    Entscheidungstext OGH 13.12.2012 1 Ob 188/12x
    nur T1
  • 2 Ob 74/12i
    Entscheidungstext OGH 25.04.2013 2 Ob 74/12i
    Vgl auch; Auch Beis wie T4
    Veröff: SZ 2013/42
  • 1 Ob 97/13s
    Entscheidungstext OGH 27.06.2013 1 Ob 97/13s
    Vgl; Beis wie T4
  • 6 Ob 183/13z
    Entscheidungstext OGH 20.02.2014 6 Ob 183/13z
    Vgl; Beisatz: Hier: Von einer Sorglosigkeit in eigenen Angelegenheiten kann bei einer Gesellschafterin keine Rede sein, weil sie Dritten gegenüber grundsätzlich nicht zur Kontrolle des Geschäftsführers verpflichtet ist und mangels gegenteiliger Anhaltspunkte auf den Jahresabschluss vertrauen durfte. (T13)
  • 1 Ob 144/14d
    Entscheidungstext OGH 22.10.2014 1 Ob 144/14d
    Vgl; Beis wie T4
  • 6 Ob 22/14z
    Entscheidungstext OGH 29.01.2015 6 Ob 22/14z
    Auch; Beis wie T8
  • 7 Ob 68/15y
    Entscheidungstext OGH 20.05.2015 7 Ob 68/15y
  • 8 Ob 106/15v
    Entscheidungstext OGH 29.10.2015 8 Ob 106/15v
    Auch; nur T1; Beisatz: Schon Sorglosigkeit gegenüber eigenen Gütern führt dazu, dass der Geschädigte wenig schutzwürdig erscheint, weshalb dem Schädiger nicht mehr der Ersatz des gesamten Schadens aufzuerlegen ist. (T14)
  • 7 Ob 195/15z
    Entscheidungstext OGH 19.11.2015 7 Ob 195/15z
    Beis wie T10
  • 4 Ob 167/15k
    Entscheidungstext OGH 27.01.2016 4 Ob 167/15k
    Auch; Beis wie T4; Beis wie T7
  • 6 Ob 183/15b
    Entscheidungstext OGH 14.01.2016 6 Ob 183/15b
    Auch; nur T6; Beisatz: Bei der Beurteilung des Fehlverhaltens des Verletzten steht die Frage im Vordergrund, ob er jene Sorgfalt außer Acht gelassen hat, die ein verständiger Teilnehmer in seiner Lage angewandt hätte, um eine Schädigung zu verhindern oder abzuwenden. (T15)
    Beisatz: Hier: Ausführung eines Sprungs mit Freestyle-Ski auf einer Schanze in einem „Snowpark“ trotz Konzentrations-, Erfahrungs- und Übungsmangel. (T16)
  • 5 Ob 252/15t
    Entscheidungstext OGH 22.03.2016 5 Ob 252/15t
    Auch
  • 9 Ob 76/15i
    Entscheidungstext OGH 25.02.2016 9 Ob 76/15i
    Veröff: SZ 2016/24
  • 7 Ob 59/16a
    Entscheidungstext OGH 27.04.2016 7 Ob 59/16a
    Beisatz: Hier: Sabrieren einer Champagnerflasche. (T17)
  • 2 Ob 148/15a
    Entscheidungstext OGH 31.08.2016 2 Ob 148/15a
    Auch; Beisatz: Hier: Schadensminderungspflicht. (T18)
    Bem: Zweiter Rechtsgang zu 2 Ob 219/10k. (T19); Veröff: SZ 2016/85
  • 9 Ob 24/17w
    Entscheidungstext OGH 24.05.2017 9 Ob 24/17w
    Auch; nur T1; Beis wie T15
  • 7 Ob 44/17x
    Entscheidungstext OGH 27.09.2017 7 Ob 44/17x
    Auch; nur T1
  • 9 ObA 89/17d
    Entscheidungstext OGH 30.10.2017 9 ObA 89/17d
  • 2 Ob 167/17y
    Entscheidungstext OGH 22.03.2018 2 Ob 167/17y
  • 5 Ob 11/18f
    Entscheidungstext OGH 15.05.2018 5 Ob 11/18f
    Beis wie T8; Beis wie T10; Beis wie T11; Beis wie T15
  • 10 Ob 6/18g
    Entscheidungstext OGH 26.06.2018 10 Ob 6/18g
    Beis wie T2; Beis wie T8; Beis wie T10; Beis wie T11
  • 4 Ob 120/18b
    Entscheidungstext OGH 17.07.2018 4 Ob 120/18b
    Auch
  • 1 Ob 130/18a
    Entscheidungstext OGH 29.08.2018 1 Ob 130/18a
    Auch; Beis wie T8; Beis wie T10; Beis wie T11; Beis wie T15; Beisatz: Hier: Kein relevantes Mitverschulden der auf einem markierten und nicht wegen Forstarbeiten gesperrten Weg wandernden Klägerin. (T20)
  • 4 Ob 59/18g
    Entscheidungstext OGH 25.09.2018 4 Ob 59/18g
    Auch; Beis wie T4
  • 7 Ob 132/18i
    Entscheidungstext OGH 31.10.2018 7 Ob 132/18i
  • 2 Ob 185/17w
    Entscheidungstext OGH 29.11.2018 2 Ob 185/17w
  • 9 Ob 94/18s
    Entscheidungstext OGH 15.05.2019 9 Ob 94/18s
    Vgl auch
  • 1 Ob 78/19f
    Entscheidungstext OGH 29.08.2019 1 Ob 78/19f
    Auch
  • 1 Ob 112/19f
    Entscheidungstext OGH 29.08.2019 1 Ob 112/19f
    Beis wie T7

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1981:RS0022681

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

04.10.2019

Dokumentnummer

JJR_19810625_OGH0002_0070OB00626_8100000_001

Rechtssatz für 7Ob644/83 1Ob583/88 7Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0019701

Geschäftszahl

7Ob644/83; 1Ob583/88; 7Ob49/88; 3Ob508/91; 8ObA108/01t; 6Ob183/13z; 7Ob220/14z

Entscheidungsdatum

22.09.1983

Norm

ABGB §1009

Rechtssatz

Der Beauftragte hat das Interesse des Auftraggebers wahrzunehmen und alles vorzukehren, was die Natur des Geschäftes mit sich bringt.

Entscheidungstexte

  • 7 Ob 644/83
    Entscheidungstext OGH 22.09.1983 7 Ob 644/83
    Veröff: RdW 1984,11
  • 1 Ob 583/88
    Entscheidungstext OGH 31.08.1988 1 Ob 583/88
    Auch
  • 7 Ob 49/88
    Entscheidungstext OGH 23.11.1988 7 Ob 49/88
    Auch; Beisatz: Der Machthaber hat mit der nötigen Sorgfalt vorzugehen, auf die Interessen des Eigentümers Bedacht zu nehmen und diesen vor möglichen Schädigungen zu bewahren. (T1)
    Veröff: SZ 61/259 = VersR 1989,827 = ZVR 1991/90 S 238 = RZ 1990/9 S 39 = VersRdSch 1989,282
  • 3 Ob 508/91
    Entscheidungstext OGH 13.02.1991 3 Ob 508/91
    nur: Der Beauftragte hat das Interesse des Auftraggebers wahrzunehmen. (T2)
    Veröff: SZ 64/13 = EvBl 1991/107 S 501 = JBl 1991,520
  • 8 ObA 108/01t
    Entscheidungstext OGH 15.11.2001 8 ObA 108/01t
    Beisatz: Den Machthaber trifft neben der Gehorsamspflicht die Treuepflicht als zur Geschäftsbesorgung hinzutretende Hauptpflicht. Dazu zählt auch die Informationspflicht, deren Inhalt unter anderem darin besteht, dem Geschäftsherrn drohende Gefährdungen und Gefahren rechtzeitig anzuzeigen. (T3)
  • 6 Ob 183/13z
    Entscheidungstext OGH 20.02.2014 6 Ob 183/13z
    Ähnlich Beis wie T3; Beisatz: Auch im Fall einer Weisung besteht eine Verpflichtung, den Machtgeber aufzuklären, wenn weisungsgemäßes Handeln die Interessen des Machtgebers beeinträchtigen würde. (T4)
    Beisatz: Ist der Auftraggeber eine GmbH kann eine Warnpflicht direkt gegenüber den Gesellschaftern auszuüben sein, wenn die Unterrichtung des Geschäftsführers keine Abhilfe verspricht. (T5)
  • 7 Ob 220/14z
    Entscheidungstext OGH 12.03.2015 7 Ob 220/14z

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1983:RS0019701

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

15.06.2015

Dokumentnummer

JJR_19830922_OGH0002_0070OB00644_8300000_002

Rechtssatz für 8Ob76/84 8Ob630/84 1Ob3...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0026766

Geschäftszahl

8Ob76/84; 8Ob630/84; 1Ob30/92; 7Ob1617/94; 2Ob221/97g; 6Ob384/97g; 6Ob107/00d; 6Ob276/02k; 1Ob1/09t; 1Ob18/10v; 6Ob229/10k; 6Ob217/10w; 1Ob177/12d; 6Ob183/13z; 6Ob84/16w

Entscheidungsdatum

21.03.1985

Norm

ABGB §1304 A
ABGB §1313a I

Rechtssatz

Wird im Rahmen eines Schuldverhältnisses einer der Vertragspartner vom anderen geschädigt, so muss es sich der Geschädigte als Mitverschulden im Sinne § 1304 ABGB anrechnen lassen, wenn sein Erfüllungsgehilfe durch eine von ihm zu vertretende Sorglosigkeit gegenüber den Gütern seines Geschäftsherrn den Schaden mitverursacht hat.

Entscheidungstexte

  • 8 Ob 76/84
    Entscheidungstext OGH 21.03.1985 8 Ob 76/84
    Veröff: JBl 1985,748
  • 8 Ob 630/84
    Entscheidungstext OGH 21.03.1985 8 Ob 630/84
    Auch; Beisatz: Hier: Dem Werkunternehmer wurden vom Architekten des geschädigten Werkbestellers nicht die erforderlichen Planungsunterlagen zur Verfügung gestellt. (T1)
  • 1 Ob 30/92
    Entscheidungstext OGH 14.07.1992 1 Ob 30/92
    Beisatz: Gleiches muss auch gelten, wenn das mitwirkende Verschulden vom gesetzlichen Vertreter des Geschädigten ausgeht. (T2) Veröff: SZ 65/108
  • 7 Ob 1617/94
    Entscheidungstext OGH 05.10.1994 7 Ob 1617/94
    Auch
  • 2 Ob 221/97g
    Entscheidungstext OGH 09.10.1997 2 Ob 221/97g
    Beisatz: Hat daher ein Bauherr einen Architekten beauftragt, die Planung, Ausschreibung, Koordination und örtliche Bauaufsicht eines Projektes durchzuführen, so obliegt es ihm auch im Interesse der bauausführenden Unternehmer, brauchbare und zuverlässige Pläne zur Verfügung zu stellen, alle Anordnung zur reibungslosen Abwicklung des Vertrages zu treffen und die Arbeiten entsprechend zu koordinieren. Fehler in diesen Bereichen hat der Bauherr zu vertreten. (T3)
    Beisatz: Hier: Dem Werkunternehmer wurde vom Architekten des geschädigten Bauherrn der Auftrag erteilt, das Dach zu entfernen, obwohl mit Regen zu rechnen war. (T4)
  • 6 Ob 384/97g
    Entscheidungstext OGH 15.01.1998 6 Ob 384/97g
    Auch; Beis wie T3
  • 6 Ob 107/00d
    Entscheidungstext OGH 28.06.2000 6 Ob 107/00d
    Vgl auch; Beis ähnlich wie T3; Beisatz: Auch in Fällen der Schadenstragung nach § 1168a ABGB kann ein Mitverschulden des Werkbestellers bzw ein solches seiner Gehilfen nach den Grundsätzen des § 1304 ABGB zur Teilung des Schadens führen. Die Werkbestellerin muss sich damit auch den durch die Fehlplanung ihres Gehilfen veranlassten Schaden als Mitverschulden anrechnen lassen. (T5)
  • 6 Ob 276/02k
    Entscheidungstext OGH 10.07.2003 6 Ob 276/02k
    Auch; Beis wie T3
  • 1 Ob 1/09t
    Entscheidungstext OGH 26.02.2009 1 Ob 1/09t
  • 1 Ob 18/10v
    Entscheidungstext OGH 20.04.2010 1 Ob 18/10v
    Auch
  • 6 Ob 229/10k
    Entscheidungstext OGH 18.07.2011 6 Ob 229/10k
    Vgl auch
  • 6 Ob 217/10w
    Entscheidungstext OGH 13.10.2011 6 Ob 217/10w
    Vgl auch; Beisatz: Der Geschädigte muss sich das Verhalten des Herstellungsgehilfe nicht zurechnen lassen, er muss nur vertreten, den Herstellungsgehilfen nicht ordnungsgemäß ausgewählt zu haben. (T6)
  • 1 Ob 177/12d
    Entscheidungstext OGH 13.12.2012 1 Ob 177/12d
    Auch; Ähnlich Beis wie T3; Ähnlich Beis wie T5
  • 6 Ob 183/13z
    Entscheidungstext OGH 20.02.2014 6 Ob 183/13z
    Vgl auch; Beisatz: Bei Schädigung der Gesellschaft durch ihren eigenen Geschäftsführer muss sich die Gesellschaft das Verschulden des Geschäftsführers gegenüber Dritten nicht zurechnen lassen, wenn diese Dritten gerade ihre Sorgfalts- und Überwachungspflichten hinsichtlich des Geschäftsführers verletzt haben. (T7)
  • 6 Ob 84/16w
    Entscheidungstext OGH 30.01.2017 6 Ob 84/16w
    Vgl; Beisatz: Eine schadenersatzrechtliche Zurechnung eines Mitarbeiters kommt nur in Betracht, wenn der Mitarbeiter Pflichten oder Obliegenheiten verletzt hat, die aufgrund ausdrücklicher oder stillschweigender Vereinbarung oder nach der Verkehrsübung seinen Arbeitgeber trafen oder von diesem nachträglich übernommen wurden. § 1304 ABGB ist jedoch nicht anwendbar, wenn der Mitarbeiter im ausschließlichen Interesse seines Dienstgebers tätig wird und seine Tätigkeit nicht den Zweck hat, den Vertragspartner zu entlasten. (T8); Veröff: SZ 2017/11

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1985:RS0026766

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

01.03.2019

Dokumentnummer

JJR_19850321_OGH0002_0080OB00076_8400000_001

Rechtssatz für 8Ob512/86 6Ob183/13z 7O...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0017319

Geschäftszahl

8Ob512/86; 6Ob183/13z; 7Ob221/14x

Entscheidungsdatum

13.02.1986

Norm

ABGB §890
ABGB §891
ABGB §1175 A1
ABGB §1203

Rechtssatz

Die eine bürgerlich - rechtliche Erwerbsgesellschaft bildenden Personen haften solidarisch für Schäden, die aus Anlaß einer Vertragserfüllung der Gesellschaft entstehen, sofern die vertragliche Leistungspflicht eine unteilbare ist (hier: Schiunterricht).

Entscheidungstexte

  • 8 Ob 512/86
    Entscheidungstext OGH 13.02.1986 8 Ob 512/86
    Veröff: GesRZ 1986,93 = ZVR 1987/6 S 9
  • 6 Ob 183/13z
    Entscheidungstext OGH 20.02.2014 6 Ob 183/13z
    Vgl; Beisatz: Zwar ist seit der Handelsrechtsreform § 348 UGB auf unternehmerische Schuldner beschränkt. Allerdings fallen seither auch die freien Berufe unter den Unternehmerbegriff. (T1)
  • 7 Ob 221/14x
    Entscheidungstext OGH 30.04.2015 7 Ob 221/14x
    Auch

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1986:RS0017319

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

29.07.2015

Dokumentnummer

JJR_19860213_OGH0002_0080OB00512_8600000_001

Rechtssatz für 1Ob535/90 1Ob632/90 3Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0034327

Geschäftszahl

1Ob535/90; 1Ob632/90; 3Ob1514/92; 8Ob600/93; 5Ob524/93; 6Ob42/98i; 6Ob273/98k; 9Ob91/99v; 2Ob335/99z; 7Ob242/99k; 7Ob145/00z; 8Ob285/00w; 6Ob150/00b; 1Ob64/00v; 9Ob129/01p; 7Ob249/01w; 9Ob192/01b; 6Ob213/02w; 10Ob189/02w; 5Ob182/02d; 7Ob93/02f; 10Ob1/03z; 10Ob22/03p; 7Ob322/04k; 6Ob259/04p; 7Ob266/05a; 7Ob204/05h; 6Ob172/05w; 6Ob8/06d; 7Ob17/06k; 8Ob125/06z; 8Ob34/07v; 9Ob17/07a; 6Ob116/07p; 1Ob53/07m; 2Ob241/06i; 1Ob15/08z; 9Ob23/07h; 6Ob80/08w; 1Ob19/08p; 8ObA56/08f; 8ObA57/08b; 2Ob156/08t; 2Ob235/08k; 9ObA108/08k; 3Ob38/09y; 4Ob28/09k; 1Ob169/08x; 9ObA152/08f; 8Ob98/09h; 2Ob118/09f; 7Ob8/10t; 7Ob96/10h; 8ObA66/09b; 6Ob221/10h; 8Ob35/11x; 6Ob100/11s; 10Ob39/11z; 4Ob144/11x; 8Ob135/10a; 1Ob85/11y; 3Ob200/11z; 4Ob46/12m; 3Ob143/12v; 1Ob178/12a; 1Ob171/12x; 5Ob123/12t; 3Ob162/12p; 7Ob9/13v; 1Ob12/13s; 9Ob27/13f; 1Ob56/13m; 9Ob16/13p; 8Ob66/12g; 9ObA140/12x; 2Ob41/13p; 8ObA34/13b; 4Ob102/13y; 7Ob198/13p; 4Ob170/13y; 3Ob206/13k; 6Ob183/13z; 1Ob221/13a; 7Ob54/14p; 2Ob65/14v; 3Ob9/14s; 3Ob165/14g; 5Ob22/15v; 4Ob4/15i; 7Ob221/14x; 7Ob56/15h; 3Ob66/15z; 9Ob32/15v; 7Ob128/15x; 3Ob112/15i; 6Ob85/16t; 6Ob50/16w; 10Ob70/15i; 2Ob99/16x; 10Ob57/16d; 7Ob12/17s; 9ObA50/17v; 6Ob118/16w; 9Ob39/17a; 8Ob54/17z; 7Ob91/17h; 7Ob77/17z; 3Ob65/17f; 9ObA89/17d; 7Ob95/17x; 7Ob176/17h; 4Ob159/17m; 1Ob222/17d; 1Ob230/17f; 4Ob94/17b; 4Ob8/18g; 5Ob68/18p; 9Ob88/18h; 4Ob15/19p; 10Ob20/19t; 4Ob92/19m

Entscheidungsdatum

04.04.1990

Norm

ABGB §1489 Satz1 IIA
ABGB §1489 Satz 1 IIB

Rechtssatz

Wenn der Geschädigte die für die erfolgversprechende Anspruchsverfolgung notwendigen Voraussetzungen ohne nennenswerte Mühe in Erfahrung bringen kann, gilt die Kenntnisnahme schon als in dem Zeitpunkt erlangt, in welchem sie ihm bei angemessener Erkundigung zuteil geworden wäre. Dabei ist auf die Umstände des konkreten Falles abzustellen. Die Erkundigungspflicht des Geschädigten darf nicht überspannt werden.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 535/90
    Entscheidungstext OGH 04.04.1990 1 Ob 535/90
    Veröff: SZ 63/53 = ecolex 1990,345 = JBl 1990,653
  • 1 Ob 632/90
    Entscheidungstext OGH 12.09.1990 1 Ob 632/90
    Veröff: AnwBl 1991,123 = JBl 1991,654
  • 3 Ob 1514/92
    Entscheidungstext OGH 08.04.1992 3 Ob 1514/92
    nur: Wenn der Geschädigte die für die erfolgversprechende Anspruchsverfolgung notwendigen Voraussetzungen ohne nennenswerte Mühe in Erfahrung bringen kann, gilt die Kenntnisnahme schon als in dem Zeitpunkt erlangt, in welchem sie ihm bei angemessener Erkundigung zuteil geworden wäre. (T1)
  • 8 Ob 600/93
    Entscheidungstext OGH 14.07.1994 8 Ob 600/93
    Auch
  • 5 Ob 524/93
    Entscheidungstext OGH 20.12.1994 5 Ob 524/93
    nur T1
  • 6 Ob 42/98i
    Entscheidungstext OGH 23.04.1998 6 Ob 42/98i
  • 6 Ob 273/98k
    Entscheidungstext OGH 29.10.1998 6 Ob 273/98k
    Beisatz: Die Einholung eines Sachverständigengutachtens zur Klärung der Voraussetzungen erfolgversprechender Anspruchsverfolgung bedeutet jedenfalls eine Überspannung der Erkundigungspflicht des Geschädigten. (T2)
  • 9 Ob 91/99v
    Entscheidungstext OGH 14.04.1999 9 Ob 91/99v
  • 2 Ob 335/99z
    Entscheidungstext OGH 10.12.1999 2 Ob 335/99z
    Vgl auch
  • 7 Ob 242/99k
    Entscheidungstext OGH 26.01.2000 7 Ob 242/99k
    nur T1; Beis wie T2
  • 7 Ob 145/00z
    Entscheidungstext OGH 28.06.2000 7 Ob 145/00z
    Beis wie T2
  • 8 Ob 285/00w
    Entscheidungstext OGH 21.12.2000 8 Ob 285/00w
    Vgl auch; Beisatz: Gegenteilig zu T2: Die Ansicht, dass die Einholung eines Sachverständigengutachtens jedenfalls die Erkundigungspflicht überspannt, wie dies einige Entscheidungen meinen, kann der erkennende Senat in dieser Allgemeinheit nicht teilen; auch hier kommt es auf die Umstände des Einzelfalles an. (T3)
  • 6 Ob 150/00b
    Entscheidungstext OGH 14.12.2000 6 Ob 150/00b
    Beis wie T2
  • 1 Ob 64/00v
    Entscheidungstext OGH 30.01.2001 1 Ob 64/00v
    Veröff: SZ 74/14
  • 9 Ob 129/01p
    Entscheidungstext OGH 24.10.2001 9 Ob 129/01p
  • 7 Ob 249/01w
    Entscheidungstext OGH 29.10.2001 7 Ob 249/01w
    Beis wie T2; Beis wie T3
  • 9 Ob 192/01b
    Entscheidungstext OGH 24.10.2001 9 Ob 192/01b
    Beisatz: Hier: Trotz Privatgutachten keine Verjährung hinsichtlich Leistungsbegehren, weil Schadensumfang nicht feststand. (T4)
  • 6 Ob 213/02w
    Entscheidungstext OGH 29.08.2002 6 Ob 213/02w
    Vgl auch; Beis wie T2; Beis wie T3; Beisatz: Hier: Zumutbarkeit der Einholung kostspieliger Gutachten aus verschiedenen Sachverständigengebieten Gutachten verneint. (T5)
  • 10 Ob 189/02w
    Entscheidungstext OGH 22.10.2002 10 Ob 189/02w
    Beis wie T4
  • 5 Ob 182/02d
    Entscheidungstext OGH 01.10.2002 5 Ob 182/02d
    nur: Die Erkundigungspflicht des Geschädigten darf nicht überspannt werden. (T6)
    Beisatz: Dass immer nur nach den Umständen des konkreten Falls entschieden werden kann, wann dem Geschädigten im Sinne des § 1489 ABGB die Klagsführung obliegt, gilt insbesondere für die Frage, ob er auf die Beiziehung eines Sachverständigen angewiesen war beziehungsweise das Ergebnis seiner Begutachtung abwarten durfte. (T7)
  • 7 Ob 93/02f
    Entscheidungstext OGH 09.10.2002 7 Ob 93/02f
    Beis wie T2; Beisatz: Die Erkundigungspflicht des Geschädigten erstreckt sich auf die Voraussetzungen einer erfolgversprechenden Anspruchsverfolgung schlechthin und nicht nur auf die Person des Schädigers. (T8)
    Beisatz: Auch wenn dem Geschädigten als Fachmann eine Überprüfung der Sachlage im Hinblick auf einen möglichen Schaden zumutbar ist, könnte bei einem zu erwartenden längeren Krankenstand nur in besonderen Ausnahmefällen eine Verpflichtung bestehen, seine Überprüfungs- und Berechnungsaktivitäten einem anderen Sachverständigen zu übertragen, um sich nicht dem Vorwurf der Passivität auszusetzen. (T9)
  • 10 Ob 1/03z
    Entscheidungstext OGH 29.04.2003 10 Ob 1/03z
    Vgl auch; Beis wie T2
  • 10 Ob 22/03p
    Entscheidungstext OGH 15.07.2003 10 Ob 22/03p
    Beis wie T2; Beisatz: Nach einer gewissen Überlegungsfrist kann der Geschädigte auch verpflichtet sein, ein Sachverständigengutachten einzuholen, wenn davon die Beweisbarkeit anspruchsbegründender Tatsachen zu erwarten ist und ihm das Kostenrisiko zumutbar ist (so schon 8 Ob 285/00w und 7 Ob 249/01w). (T10)
    Beisatz: Hier: Verpflichtung zur Einholung eines Sachverständigengutachtens bejaht. (T11)
  • 7 Ob 322/04k
    Entscheidungstext OGH 26.01.2005 7 Ob 322/04k
    Beis wie T2; Beis wie T10
  • 6 Ob 259/04p
    Entscheidungstext OGH 17.02.2005 6 Ob 259/04p
    Auch; Beis wie T7
  • 7 Ob 266/05a
    Entscheidungstext OGH 28.11.2005 7 Ob 266/05a
    Beisatz: Hier: Verpflichtung zur Einholung eines Sachverständigengutachtens verneint. (T12)
    Beisatz: Diese Grundsätze gelten auch für die Probandenversicherung nach dem MedizinprodukteG. (T13)
  • 7 Ob 204/05h
    Entscheidungstext OGH 25.01.2006 7 Ob 204/05h
    Vgl auch
  • 6 Ob 172/05w
    Entscheidungstext OGH 16.02.2006 6 Ob 172/05w
    Vgl; Beisatz: Das Vorliegen von Medienberichten reicht für den Beginn der Verjährung jedenfalls dann nicht aus, wenn sich daraus nur allgemein ergibt, dass Banken Zinssenkungen nicht entsprechend weitergegeben haben. Entscheidend ist vielmehr, ob und ab wann sich die Medieninformationen derart verdichtet hatten, dass für die Kreditnehmer ersichtlich werden musste, auch ihre konkreten Kreditverträge seien unkorrekt abgerechnet. (T14)
  • 6 Ob 8/06d
    Entscheidungstext OGH 09.03.2006 6 Ob 8/06d
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Für den Schadenersatz nach BVergG begehrenden Bieter ist nur mit „erheblichen Schwierigkeiten" festzustellen, wer eigentlich Anspruchsgegner ist. (T15)
  • 7 Ob 17/06k
    Entscheidungstext OGH 30.08.2006 7 Ob 17/06k
    Auch; Beisatz: Dem Bauherrn ist es nicht als Verletzung seiner Erkundungsobliegenheit anzulasten, wenn der von ihm mit der Bauaufsicht Beauftragte seiner Vertragspflicht ihm gegenüber nicht ordnungsgemäß nachkommt und er deshalb von Bauschäden nicht schon bei Abnahme der Leistungen Kenntnis erlangte. (T16)
  • 8 Ob 125/06z
    Entscheidungstext OGH 18.12.2006 8 Ob 125/06z
  • 8 Ob 34/07v
    Entscheidungstext OGH 21.05.2007 8 Ob 34/07v
  • 9 Ob 17/07a
    Entscheidungstext OGH 30.05.2007 9 Ob 17/07a
    Auch; nur T6
  • 6 Ob 116/07p
    Entscheidungstext OGH 13.07.2007 6 Ob 116/07p
    Beisatz: Hier: Verpflichtung zur Einholung eines Privatgutachtens verneint. (T17)
  • 1 Ob 53/07m
    Entscheidungstext OGH 26.06.2007 1 Ob 53/07m
    Beisatz: Ist - wie hier - ein schicksalshafter Verlauf möglich, sind nähere Erkundigungen des Geschädigten erst dann geboten, wenn ihm Umstände bekannt werden, die das (bloße) Vorliegen eines schicksalhaften Kausalverlaufs fraglich erscheinen und auf die Kausalität rechtswidrigen Organverhaltens schließen lassen. (T18)
  • 2 Ob 241/06i
    Entscheidungstext OGH 12.07.2007 2 Ob 241/06i
    Beisatz: Hier: Schuldhafte Konkursverschleppung. (T19)
  • 1 Ob 15/08z
    Entscheidungstext OGH 29.01.2008 1 Ob 15/08z
    Auch; nur T6
  • 9 Ob 23/07h
    Entscheidungstext OGH 08.02.2008 9 Ob 23/07h
    Auch; Beisatz: Welche Erkundigungsmaßnahmen dem Geschädigten zumutbar sind (zum Beispiel die Einholung eines Sachverständigengutachtens) hängt von den Umständen des Einzelfalls ab. (T20)
  • 6 Ob 80/08w
    Entscheidungstext OGH 05.06.2008 6 Ob 80/08w
    Vgl; Beis wie T3
  • 1 Ob 19/08p
    Entscheidungstext OGH 20.06.2008 1 Ob 19/08p
    Auch; nur T6; Beisatz: Eine Erkundigungsobliegenheit ist aber dann zu bejahen, wenn Verdachtsmomente bestehen, aus denen der Anspruchsberechtigte schließen kann, dass Verhaltenspflichten nicht eingehalten wurden. (T21)
  • 8 ObA 56/08f
    Entscheidungstext OGH 13.11.2008 8 ObA 56/08f
    Auch; nur T6; Beisatz: Hier: Zur Verjährung von Schadenersatzansprüchen gegen den ehemaligen Arbeitgeber aus der Verletzung von dessen Verpflichtung zur Aufklärung eines ehemaligen Arbeitnehmers vor dessen Zustimmung zur Übertragung der direkten Leistungszusage an die Pensionskasse (Umstellung von einer leistungsorientierten Direktzusage auf ein beitragsorientiertes Pensionskassenmodell). (T22)
    Beisatz: Hier: Eintritt der Verjährung nach den - stets maßgeblichen - Umständen des Einzelfalls verneint. (T23)
  • 8 ObA 57/08b
    Entscheidungstext OGH 13.11.2008 8 ObA 57/08b
    Auch; nur T6; Beisatz: Hier: Zur Verjährung von Schadenersatzansprüchen gegen den ehemaligen Arbeitgeber aus der Verletzung von dessen Verpflichtung zur Aufklärung eines ehemaligen Arbeitnehmers vor dessen Zustimmung zur Übertragung der direkten Leistungszusage an die Pensionskasse über die damit verbundenen Rechtsfolgen (Umstellung von einem beitrags- auf ein leistungsorientiertes Pensionskassenmodell). (T24)
    Beisatz: Hier: Eintritt der Verjährung nach den - stets maßgeblichen - Umständen des Einzelfalls verneint. (T25)
  • 2 Ob 156/08t
    Entscheidungstext OGH 13.11.2008 2 Ob 156/08t
    nur T6; Vgl Beis wie T7; Vgl Beis wie T10; Beis wie T20
  • 2 Ob 235/08k
    Entscheidungstext OGH 17.12.2008 2 Ob 235/08k
    Beis wie T20; Beisatz: Nur in besonderen Ausnahmesituationen kann die Einholung von Sachverständigenrat bis hin zur Einholung von Privatgutachten gefordert werden. (T26)
  • 9 ObA 108/08k
    Entscheidungstext OGH 25.11.2008 9 ObA 108/08k
    Auch; Beis wie T22; Beis wie T23
  • 3 Ob 38/09y
    Entscheidungstext OGH 22.04.2009 3 Ob 38/09y
    nur T1; Beisatz: Abzustellen ist auf die Umstände des konkreten Falls, wobei die Erkundigungspflicht des Geschädigten nicht überspannt werden darf. (T27)
  • 4 Ob 28/09k
    Entscheidungstext OGH 21.04.2009 4 Ob 28/09k
    Auch; nur T1; nur T6; Veröff: SZ 2009/48
  • 1 Ob 169/08x
    Entscheidungstext OGH 26.05.2009 1 Ob 169/08x
    Vgl auch
  • 9 ObA 152/08f
    Entscheidungstext OGH 30.09.2009 9 ObA 152/08f
    Beis wie T22; Beis wie T23
  • 8 Ob 98/09h
    Entscheidungstext OGH 18.02.2010 8 Ob 98/09h
    Auch; Beisatz: Die Frage des Beginns der Verjährungsfrist bei Schadenersatzansprüchen wegen zu Unrecht verrechneter Kreditzinsen kann nur für den jeweiligen Einzelfall beantwortet werden. (T28)
  • 2 Ob 118/09f
    Entscheidungstext OGH 04.03.2010 2 Ob 118/09f
    Beisatz: Vertretbarkeit der Auffassung, dass dem Sozialversicherungsträger als Legalzessionar eine neuerliche Einsichtnahme in den Strafakt in einem fortgeschritteneren Verfahrensstadium als der bloßen Polizeianzeige zumutbar sei, zumal es im Bereich der Lebenserfahrung liegt, dass sich im Laufe von Gerichtsverfahren die Frage des (Mit-)Verschuldens am Zustandekommen eines Verkehrsunfalls mit mehreren Beteiligten abweichend von den ursprünglichen Annahmen darstellen kann. (T29)
  • 7 Ob 8/10t
    Entscheidungstext OGH 03.03.2010 7 Ob 8/10t
  • 7 Ob 96/10h
    Entscheidungstext OGH 14.07.2010 7 Ob 96/10h
  • 8 ObA 66/09b
    Entscheidungstext OGH 22.09.2010 8 ObA 66/09b
    Vgl auch
  • 6 Ob 221/10h
    Entscheidungstext OGH 17.12.2010 6 Ob 221/10h
    Vgl auch; Beis wie T23
  • 8 Ob 35/11x
    Entscheidungstext OGH 26.04.2011 8 Ob 35/11x
  • 6 Ob 100/11s
    Entscheidungstext OGH 16.06.2011 6 Ob 100/11s
    nur T1
  • 10 Ob 39/11z
    Entscheidungstext OGH 04.10.2011 10 Ob 39/11z
    Auch; Beis wie T21
  • 4 Ob 144/11x
    Entscheidungstext OGH 22.11.2011 4 Ob 144/11x
    Beis wie T10; Beisatz: Hier: Mehrere ärztliche Kunstfehler anlässlich einer Operation und Einschaltung der Patientenvertretung. (T30)
  • 8 Ob 135/10a
    Entscheidungstext OGH 24.10.2011 8 Ob 135/10a
    nur T1
  • 1 Ob 85/11y
    Entscheidungstext OGH 29.09.2011 1 Ob 85/11y
    nur: Wenn der Geschädigte die für die erfolgversprechende Anspruchsverfolgung notwendigen Voraussetzungen ohne nennenswerte Mühe in Erfahrung bringen kann, gilt die Kenntnisnahme schon als in dem Zeitpunkt erlangt, in welchem sie ihm bei angemessener Erkundigung zuteil geworden wäre. Die Erkundigungspflicht des Geschädigten darf nicht überspannt werden. (T31)
  • 3 Ob 200/11z
    Entscheidungstext OGH 18.04.2012 3 Ob 200/11z
    Beis wie T21
  • 4 Ob 46/12m
    Entscheidungstext OGH 02.08.2012 4 Ob 46/12m
    nur T6; Beisatz: Hier: Schadenersatzansprüche wegen eines Kartellrechtsverstoßes. (T32); Veröff: SZ 2012/78
  • 3 Ob 143/12v
    Entscheidungstext OGH 19.09.2012 3 Ob 143/12v
    Auch; Beisatz: Nach herrschender Ansicht wird eine Verpflichtung zur Einholung eines Privatgutachtens im Allgemeinen verneint und nur in besonderen Ausnahmefällen bejaht. (T33)
  • 1 Ob 178/12a
    Entscheidungstext OGH 11.10.2012 1 Ob 178/12a
    Auch
  • 1 Ob 171/12x
    Entscheidungstext OGH 11.10.2012 1 Ob 171/12x
    Auch
  • 5 Ob 123/12t
    Entscheidungstext OGH 20.11.2012 5 Ob 123/12t
    Auch; nur T6; Auch Beis wie T32
  • 3 Ob 162/12p
    Entscheidungstext OGH 19.12.2012 3 Ob 162/12p
    Auch; nur T6; Beis wie T10
  • 7 Ob 9/13v
    Entscheidungstext OGH 18.02.2013 7 Ob 9/13v
    nur T31
  • 1 Ob 12/13s
    Entscheidungstext OGH 14.03.2013 1 Ob 12/13s
    Vgl auch
  • 9 Ob 27/13f
    Entscheidungstext OGH 24.04.2013 9 Ob 27/13f
    Beis wie T12; Beis wie T17
  • 1 Ob 56/13m
    Entscheidungstext OGH 21.05.2013 1 Ob 56/13m
    Vgl; nur T1; Beisatz: Hier: Verjährungsfrist eines Staatshaftungsanspruchs. (T34); Veröff: SZ 2013/50
  • 9 Ob 16/13p
    Entscheidungstext OGH 29.05.2013 9 Ob 16/13p
    Auch
  • 8 Ob 66/12g
    Entscheidungstext OGH 05.04.2013 8 Ob 66/12g
    nur T6; Veröff: SZ 2013/33
  • 9 ObA 140/12x
    Entscheidungstext OGH 29.05.2013 9 ObA 140/12x
    Vgl auch
  • 2 Ob 41/13p
    Entscheidungstext OGH 07.05.2013 2 Ob 41/13p
    Auch; Beisatz: Hier: Medienberichterstattung über den Kursverfall von MEL-“Aktien“. (T35)
  • 8 ObA 34/13b
    Entscheidungstext OGH 27.06.2013 8 ObA 34/13b
    Auch
  • 4 Ob 102/13y
    Entscheidungstext OGH 27.08.2013 4 Ob 102/13y
    Auch; nur T1; nur T31
  • 7 Ob 198/13p
    Entscheidungstext OGH 10.11.2013 7 Ob 198/13p
    Vgl auch; Beisatz: Im Zuge des Ankaufs von Wertpapieren oder Veranlagungen kann die Kursentwicklung einen Indikator für die vom Anleger unerwünschte Risikoträchtigkeit einer Anlageform und für eine Fehlberatung abgeben. Einem Anleger, der davon ausgeht, dass die ihm vermittelte Anlageform keinem Kursrisiko unterliegt, muss ein Irrtum in dem Moment bewusst werden, in dem ihm bekannt wird, dass sein Anlageprodukt eine negative Kursentwicklung nimmt. Eindeutiges Indiz für den Anleger sind an ihn gerichtete Depotstands‑ oder Kontostandsauszüge und Mitteilungen zB des Emittenten oder des Beraters. Ist dem Anleger aus derartigen Unterlagen ein aktueller Wertverlust erkennbar, muss ihm auch klar sein, dass er entgegen der ihm erteilten Beratung sein Geld für ein Kursschwankungen unterworfenes Wertpapier ausgegeben hat. Auf Grund der Kenntnis des Kursverlusts liegt somit die Kenntnis der falschen Risikoklasse und des Beratungsfehlers auf der Hand. (T36)
  • 4 Ob 170/13y
    Entscheidungstext OGH 19.11.2013 4 Ob 170/13y
    Auch; nur T1; Beis ähnlich wie T2; Beis wie T8; Beis wie T10; Beis wie T26; Beis wie T33
  • 3 Ob 206/13k
    Entscheidungstext OGH 22.01.2014 3 Ob 206/13k
    Beisatz: Hier: Begründung der Grunderwerbssteuerpflicht. (T37)
  • 6 Ob 183/13z
    Entscheidungstext OGH 20.02.2014 6 Ob 183/13z
    Vgl; Beisatz: Bei der Schädigung einer Gesellschaft durch ihren Geschäftsführer greift eine Erkundigungsobliegenheit der Gesellschafter erst ein, wenn sich ausreichende Anhaltspunkte dafür ergeben, dass Organe ihre Pflichten verletzt haben; dies liegt grundsätzlich nicht nahe. (T38)
  • 1 Ob 221/13a
    Entscheidungstext OGH 19.12.2013 1 Ob 221/13a
    Auch
  • 7 Ob 54/14p
    Entscheidungstext OGH 21.05.2014 7 Ob 54/14p
    Auch; Beisatz: Es ist eine Frage des Einzelfalls, ob ein Sachverständigengutachten eingeholt werden muss. (T39)
  • 2 Ob 65/14v
    Entscheidungstext OGH 12.06.2014 2 Ob 65/14v
    Auch; Beisatz: Hier: Vertretbar, dass der Kausalzusammenhang (zwischen Schäden an Flachdächern und mangelhafter Überwachung im Rahmen der Bauaufsicht) erst durch das Beweissicherungsverfahren klargestellt wurde. (T40)
  • 3 Ob 9/14s
    Entscheidungstext OGH 21.05.2014 3 Ob 9/14s
    Beis wie T2; Beis wie T10; Beis wie T27; Beis wie T33
  • 3 Ob 165/14g
    Entscheidungstext OGH 18.12.2014 3 Ob 165/14g
    Auch; nur T1; Beis wie T27
  • 5 Ob 22/15v
    Entscheidungstext OGH 24.02.2015 5 Ob 22/15v
    Auch; nur T1; Beis ähnlich wie T2
  • 4 Ob 4/15i
    Entscheidungstext OGH 24.03.2015 4 Ob 4/15i
    Auch; Beis wie T2
  • 7 Ob 221/14x
    Entscheidungstext OGH 30.04.2015 7 Ob 221/14x
    Auch
  • 7 Ob 56/15h
    Entscheidungstext OGH 10.06.2015 7 Ob 56/15h
    Beis wie T8
  • 3 Ob 66/15z
    Entscheidungstext OGH 17.09.2015 3 Ob 66/15z
    Auch
  • 9 Ob 32/15v
    Entscheidungstext OGH 27.08.2015 9 Ob 32/15v
    Auch; nur T31
  • 7 Ob 128/15x
    Entscheidungstext OGH 02.09.2015 7 Ob 128/15x
    Beis wie T2
  • 3 Ob 112/15i
    Entscheidungstext OGH 17.09.2015 3 Ob 112/15i
    Auch
  • 6 Ob 85/16t
    Entscheidungstext OGH 30.05.2016 6 Ob 85/16t
    Vgl; nur T6; Beis wie T8; Beis wie T20; Beis wie T21
  • 6 Ob 50/16w
    Entscheidungstext OGH 30.05.2016 6 Ob 50/16w
    Auch; Beis ähnlich wie T3; Beis wie T8; Beis wie T20; Beis wie T33; Beisatz: Auch wenn bei der Erkundigungspflicht an einen Fachmann ein strengerer Maßstab anzulegen ist, hat doch bereits die Entscheidung 3 Ob 1603/92 klargestellt, dass selbst ein Fachunternehmen regelmäßig solange kein Gutachten einholen muss, als der ‑ ebenfalls fachkundige ‑ Vertragspartner meint, der Fehler sei nicht in seiner Sphäre gelegen. (T41)
  • 10 Ob 70/15i
    Entscheidungstext OGH 21.03.2017 10 Ob 70/15i
    Auch
  • 2 Ob 99/16x
    Entscheidungstext OGH 27.04.2017 2 Ob 99/16x
    Auch; Beis wie T21; Veröff: SZ 2017/53
  • 10 Ob 57/16d
    Entscheidungstext OGH 25.04.2017 10 Ob 57/16d
    Beis ähnlich wie T21; Beisatz: Die Erkundigungsobliegenheit setzt deutliche Anhaltspunkte für einen Schadenseintritt im Sinn konkreter Verdachtsmomente, aus denen der Anspruchsberechtigte schließen kann, dass Verhaltenspflichten nicht eingehalten wurden, voraus. (T42)
  • 7 Ob 12/17s
    Entscheidungstext OGH 17.05.2017 7 Ob 12/17s
    Beis wie T2; Beis wie T10; Beis wie T33
  • 9 ObA 50/17v
    Entscheidungstext OGH 25.07.2017 9 ObA 50/17v
    Beisatz: Für das Vorliegen solcher Umstände ist der Geschädigte behauptungs- und beweispflichtig. (T43)
  • 6 Ob 118/16w
    Entscheidungstext OGH 07.07.2017 6 Ob 118/16w
    Auch; nur T6; Beis wie T42; Beisatz: Ein Anleger kann sich nicht darauf berufen, dass er ihm übersandte Mitteilungen, aus denen sich weitere Erkundungsobliegenheiten ergeben, nicht gelesen habe. Maßgebend ist danach der Zugang solcher Mitteilungen, nicht deren konkrete Kenntnisnahme. Anderes gilt allerdings in Bezug auf übersandte Geschäftsberichte, wenn zu deren genauer Lektüre ein Anleger aufgrund der Umstände des Einzelfalls bei Fehlen von Anhaltspunkten für eine Fehlberatung keinen Anlass hatte. (T44)
    Beisatz: Wann im Einzelfall die Erkundigungsobliegenheit entsteht, hängt ganz von den Umständen ab.(T45)
  • 9 Ob 39/17a
    Entscheidungstext OGH 25.07.2017 9 Ob 39/17a
    Auch; nur T1
  • 8 Ob 54/17z
    Entscheidungstext OGH 30.05.2017 8 Ob 54/17z
    Auch; nur T6; Beis wie T33; Beisatz: Der Geschädigte ist zur angemessenen Erkundigung verhalten. (T46)
    Beisatz: Der Geschädigte kann ein Privatgutachten einholen; in der Regel ist er dazu aber nicht verpflichtet. (T47)
  • 7 Ob 91/17h
    Entscheidungstext OGH 27.09.2017 7 Ob 91/17h
    Veröff: SZ 2017/45
  • 7 Ob 77/17z
    Entscheidungstext OGH 27.09.2017 7 Ob 77/17z
    Beisatz: Hier: Ein nach § 332 ASVG auf den Sozialversicherungsträger übergegangener Schadenersatzanspruch wegen eines ärztlichen Kunstfehlers. (T48)
    nur T6; Beis wie T3; Beis wie T45; Beis wie T42
  • 3 Ob 65/17f
    Entscheidungstext OGH 25.10.2017 3 Ob 65/17f
    nur T1; Beis wie T2; Beis wie T10; Beis wie T33
  • 9 ObA 89/17d
    Entscheidungstext OGH 30.10.2017 9 ObA 89/17d
  • 7 Ob 95/17x
    Entscheidungstext OGH 29.11.2017 7 Ob 95/17x
    Beis wie T21; Beis wie T36
  • 7 Ob 176/17h
    Entscheidungstext OGH 29.11.2017 7 Ob 176/17h
  • 4 Ob 159/17m
    Entscheidungstext OGH 09.11.2017 4 Ob 159/17m
  • 1 Ob 222/17d
    Entscheidungstext OGH 30.01.2018 1 Ob 222/17d
    Auch
  • 1 Ob 230/17f
    Entscheidungstext OGH 27.02.2018 1 Ob 230/17f
  • 4 Ob 94/17b
    Entscheidungstext OGH 22.03.2018 4 Ob 94/17b
    Auch; Beis wie T21; Beis wie T36
  • 4 Ob 8/18g
    Entscheidungstext OGH 17.07.2018 4 Ob 8/18g
    Auch; Beis wie T21; Beis wie T44
  • 5 Ob 68/18p
    Entscheidungstext OGH 18.07.2018 5 Ob 68/18p
    Vgl; Beis wie T2
  • 9 Ob 88/18h
    Entscheidungstext OGH 28.11.2018 9 Ob 88/18h
    Auch; nur T6; Beis wie T20; Beis wie T42; Beis wie T45
  • 4 Ob 15/19p
    Entscheidungstext OGH 26.02.2019 4 Ob 15/19p
    Beisatz: Die angeführten Grundsätze gelten auch für die Rückforderung zu Unrecht empfangener Unterhaltsbeiträge aus dem Titel des Schadenersatzes. (T49)
  • 10 Ob 20/19t
    Entscheidungstext OGH 07.05.2019 10 Ob 20/19t
    Beis wie T2; Beis wie T3; Beis wie T10; Beis wie T11; Beis wie T26
  • 4 Ob 92/19m
    Entscheidungstext OGH 13.06.2019 4 Ob 92/19m
    Beis wie T41

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1990:RS0034327

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

26.07.2019

Dokumentnummer

JJR_19900404_OGH0002_0010OB00535_9000000_001

Rechtssatz für 9Ob26/98h 10Ob2/00t 2Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0109870

Geschäftszahl

9Ob26/98h; 10Ob2/00t; 2Ob166/02d; 8Ob84/08y; 6Ob183/13z

Entscheidungsdatum

01.04.1998

Norm

AGBKr Pkt4

Rechtssatz

Aus Punkt 4 AGBKr geht nicht hervor, wie die Zeichnungsberechtigung von ihrem Träger ausgeübt werden soll, ob im eigenen Namen oder im Namen des Kontoinhabers. Da die Einräumung der Befugnis, über fremdes Vermögen im eigenen Namen verfügen zu können, gegenüber der Stellvertretungskonstellation im Verkehrsleben die Ausnahme bildet, muss die Erteilung einer Zeichnungsberechtigung im Sinne der AGBKr im Zweifel als Bevollmächtigung hinsichtlich des Kontos und das Auftreten des Zeichnungsberechtigten als Handeln im Namen des Kontoinhabers verstanden werden.

Entscheidungstexte

  • 9 Ob 26/98h
    Entscheidungstext OGH 01.04.1998 9 Ob 26/98h
    Veröff: SZ 71/62
  • 10 Ob 2/00t
    Entscheidungstext OGH 21.03.2000 10 Ob 2/00t
    nur: Es muss die Erteilung einer Zeichnungsberechtigung im Sinne der AGBKr im Zweifel als Bevollmächtigung hinsichtlich des Kontos und das Auftreten des Zeichnungsberechtigten als Handeln im Namen des Kontoinhabers verstanden werden. (T1)
  • 2 Ob 166/02d
    Entscheidungstext OGH 08.08.2002 2 Ob 166/02d
    Vgl auch; Beisatz: Hier: § 4 Abs 3 der allgemeinen Geschäftsbestimmungen für den Scheckverkehr. (T2)
  • 8 Ob 84/08y
    Entscheidungstext OGH 10.07.2008 8 Ob 84/08y
    nur: Da die Einräumung der Befugnis, über fremdes Vermögen im eigenen Namen verfügen zu können, gegenüber der Stellvertretungskonstellation im Verkehrsleben die Ausnahme bildet, muß die Erteilung einer Zeichnungsberechtigung im Sinne der AGBKr im Zweifel als Bevollmächtigung hinsichtlich des Kontos und das Auftreten des Zeichnungsberechtigten als Handeln im Namen des Kontoinhabers verstanden werden. (T3)
  • 6 Ob 183/13z
    Entscheidungstext OGH 20.02.2014 6 Ob 183/13z
    Vgl; Beisatz: Bei der Einräumung von Einzelzeichnungsberechtigung auf einem Bankkonto handelt es sich um eine Bevollmächtigung. (T4)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1998:RS0109870

Im RIS seit

01.05.1998

Zuletzt aktualisiert am

07.04.2014

Dokumentnummer

JJR_19980401_OGH0002_0090OB00026_98H0000_003

Rechtssatz für 3Ob55/98d 6Ob183/13z 7O...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0110235

Geschäftszahl

3Ob55/98d; 6Ob183/13z; 7Ob221/14x

Entscheidungsdatum

27.05.1998

Norm

ABGB §890
ABGB §891
ABGB §1002
ABGB §1004
ABGB §1011
ABGB 1014
ABGB §1022

Rechtssatz

Wird zwei Rechtsanwälten gemeinsam ein Mandat für die Führung eines Prozesses erteilt, entsteht auf ihrer Seite ein Gesamtschuldverhältnis. § 1011 ABGB ist auf die gemeinsame Auftragserteilung an zwei Rechtsanwälte nicht anwendbar. Mangels gegenteiliger Vereinbarung wird durch den Tod eines der beiden Rechtsanwälte das Auftragsverhältnis nicht beendet, das Honorar daher - unabhängig von der Beurteilung des Innenverhältnisses - nicht fällig.

Entscheidungstexte

  • 3 Ob 55/98d
    Entscheidungstext OGH 27.05.1998 3 Ob 55/98d
    Veröff: SZ 71/95
  • 6 Ob 183/13z
    Entscheidungstext OGH 20.02.2014 6 Ob 183/13z
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Auftrags- und Vollmachtsverhältnis zu einer Rechtsanwalts-GesbR. (T1)
  • 7 Ob 221/14x
    Entscheidungstext OGH 30.04.2015 7 Ob 221/14x
    Auch

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1998:RS0110235

Im RIS seit

26.06.1998

Zuletzt aktualisiert am

29.07.2015

Dokumentnummer

JJR_19980527_OGH0002_0030OB00055_98D0000_001

Rechtssatz für 1Ob64/00v 1Ob116/10f 1O...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0114717

Geschäftszahl

1Ob64/00v; 1Ob116/10f; 1Ob184/13k; 6Ob183/13z; 3Ob165/14g; 7Ob92/16d; 7Ob77/17z

Entscheidungsdatum

30.01.2001

Norm

ABGB §1009
ABGB §1489 IIB

Rechtssatz

Das Wissen des schädigenden Vertreters um die Schädigung ist dem geschädigten Vertretenen bei Feststellung des Beginns der Verjährungsfrist nicht zuzurechnen, ob nun bei Anspruchsdurchsetzung gegenüber einem Dritten oder dem Schädiger selbst.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 64/00v
    Entscheidungstext OGH 30.01.2001 1 Ob 64/00v
    Veröff: SZ 74/14
  • 1 Ob 116/10f
    Entscheidungstext OGH 06.07.2010 1 Ob 116/10f
    Ähnlich; Beisatz: Hier: Kein Mitverschulden der Gesellschaft, weil das Fehlverhalten eines der beiden Geschäftsführer bei einem Vertrag mit der (durch den anderen Geschäftsführer vertretenen) Gesellschaft dieser nicht zuzurechnen ist. (T1)
  • 1 Ob 184/13k
    Entscheidungstext OGH 17.10.2013 1 Ob 184/13k
    Auch
  • 6 Ob 183/13z
    Entscheidungstext OGH 20.02.2014 6 Ob 183/13z
    Beisatz: Bei Schädigung einer juristischen Person kann also das Wissen des schädigenden Organmitglieds den Lauf der Verjährungsfrist niemals in Gang setzen; es kommt in diesem Fall vielmehr auf den Zeitpunkt der Kenntniserlangung durch andere Organmitglieder oder „Wissensvertreter“ an. (T2)
  • 3 Ob 165/14g
    Entscheidungstext OGH 18.12.2014 3 Ob 165/14g
    Auch
  • 7 Ob 92/16d
    Entscheidungstext OGH 15.06.2016 7 Ob 92/16d
    Beisatz: Bei der Wissenszurechnung wird allgemein als Voraussetzung verlangt, dass das Wissen sich auf den übertragenen Aufgabenbereich erstreckt und der Gehilfe tatsächlich mit der betreffenden Angelegenheit befasst ist, und es wird darauf abgestellt, ob die Hilfsperson mit dem Willen des Geschäftsherrn tätig geworden ist und diese bei Durchführung der Agenden von ihrem Wissen Gebrauch hätte machen können. (T3)
    Beisatz: Das einer Bank von ihrem Kundenbetreuer verheimlichte Wissen um das zu ihren Lasten gesetzte strafbare Verhalten kann als außerhalb seines Aufgabenkreises gelegen der Bank nicht im Sinn einer bewussten Zahlung einer Nichtschuld zugerechnet werden. (T4)
  • 7 Ob 77/17z
    Entscheidungstext OGH 27.09.2017 7 Ob 77/17z
    Vgl; Beisatz: Hier: Ein nach § 332 ASVG auf den Sozialversicherungsträger übergegangener Schadenersatzanspruch wegen eines ärztlichen Kunstfehlers. (T5)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2001:RS0114717

Im RIS seit

01.03.2001

Zuletzt aktualisiert am

14.06.2018

Dokumentnummer

JJR_20010130_OGH0002_0010OB00064_00V0000_001

Rechtssatz für 6Ob183/13z

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0129330

Geschäftszahl

6Ob183/13z

Entscheidungsdatum

20.02.2014

Norm

GmbHG §35 Abs1

Rechtssatz

Die Gesellschafter sind einem gesellschaftsfremden Dritten gegenüber grundsätzlich nicht zur Ausübung der Kontrollbefugnis nach § 35 Abs 1 Z 5 GmbHG verpflichtet. Es besteht auch keine besondere Prüfungspflicht der Gesellschafter in Bezug auf den Jahresabschluss. Die Anteilseigner können sich grundsätzlich auf die Richtigkeit des von den Geschäftsführern aufgestellten Jahresabschlusses verlassen. Dies gilt umso mehr, wenn bei Aufstellung des Jahresabschlusses ein Wirtschaftstreuhänder als Berater herangezogen wird oder wenn der Jahresabschluss sogar von einem Abschlussprüfer geprüft wird.

Entscheidungstexte

  • 6 Ob 183/13z
    Entscheidungstext OGH 20.02.2014 6 Ob 183/13z

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2014:RS0129330

Im RIS seit

10.04.2014

Zuletzt aktualisiert am

10.04.2014

Dokumentnummer

JJR_20140220_OGH0002_0060OB00183_13Z0000_001

Entscheidungstext 6Ob183/13z

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Fundstelle

Zak 2014/248 S 135 - Zak 2014,135 = RWZ 2014/26 S 105 (Wenger) - RWZ 2014,105 (Wenger) = GES 2014,116 = Jus-Extra OGH-Z 5549 = wbl 2014,467/160 - wbl 2014/160 = RdW 2014/284 S 260 - RdW 2014,260 = NZ 2014/113 S 316 - NZ 2014,316 = AnwBl 2014,592 = ecolex 2014/292 S 718 - ecolex 2014,718 = ZVR 2015/45 S 75 (Danzl, tabellarische Übersicht) - ZVR 2015,75 (Danzl, tabellarische Übersicht) = MietSlg 66.749

Geschäftszahl

6Ob183/13z

Entscheidungsdatum

20.02.2014

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat als Revisionsgericht durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofs Hon.-Prof. Dr. Pimmer als Vorsitzenden und durch die Hofräte des Obersten Gerichtshofs Dr. Schramm, Dr. Gitschthaler, Univ.-Prof. Dr. Kodek und Mag. Wurzer als weitere Richter in der Rechtssache der klagenden Partei O***** GmbH, *****, vertreten durch Sluka Hammerer Rechtsanwälte GmbH in Salzburg, gegen die beklagten Parteien 1. ***** C***** A*****, 2. Dr. T***** F*****, beide vertreten durch Dr. Daniel Bräunlich Rechtsanwalt GmbH in Salzburg, 3. Ing. K***** K*****, vertreten durch Dr. Leopold Hirsch, Rechtsanwalt in Salzburg, 4. H***** GmbH, *****, vertreten durch Dr. Herbert Eichenseder, Rechtsanwalt in Wien, der Nebenintervenientin auf Seiten der erst- und zweitbeklagten Parteien Dr. B***** K*****, vertreten durch Liebscher Hübel & Lang, Rechtsanwälte in Salzburg, sowie des Nebenintervenienten auf Seiten der zweitbeklagten Partei M***** D*****, vertreten durch Dr. Johann Eder, Rechtsanwalt in Salzburg, wegen 1.188.835,44 EUR und Feststellung (Streitwert 2.000 EUR) hinsichtlich der erst- und zweitbeklagten Parteien sowie 300.000 EUR und Feststellung (Streitwert 3.000 EUR) hinsichtlich aller vier Beklagten, Gesamtstreitwert 1.493.835,44 EUR, über die außerordentlichen Revisionen der klagenden Partei und der erstbeklagten Partei gegen das Teilzwischen- und Teilurteil des Oberlandesgerichts Linz als Berufungsgericht vom 25. Juli 2013, GZ 3 R 116/13v-103, womit das Teilzwischen-
und Teilurteil des Landesgerichts Salzburg vom 6. Mai 2013, GZ 9 Cg 60/11s-98, abgeändert wurde, in nichtöffentlicher Sitzung beschlossen und zu Recht erkannt:

Spruch

 

I. Die außerordentliche Revision der erstbeklagten Partei wird gemäß § 508a Abs 2 ZPO mangels der Voraussetzungen des § 502 Abs 1 ZPO zurückgewiesen (§ 510 Abs 3 ZPO).

II. Hingegen wird der Revision der klagenden Partei teilweise Folge gegeben und das angefochtene Urteil dahingehend abgeändert, dass es in seinen Punkten I/1 bis I/3 zu lauten hat wie folgt:

„Das Klagebegehren, der Erst- und der Zweitbeklagte seien zur ungeteilten Hand schuldig, der Klägerin binnen 14 Tagen bei sonstiger Exekution den Betrag von EUR 712.776,12 sA zu bezahlen, besteht dem Grunde nach zu Recht.

Hinsichtlich des gegen den Zweitbeklagten erhobenen Anspruchs von EUR 296.532,23 (Reisekostenersatz) wird die Entscheidung aufgehoben. Insoweit wird die Rechtssache an das Erstgericht zurückverwiesen.“

III. Soweit sich die außerordentliche Revision der klagenden Partei gegen Punkt II des Berufungsurteils richtet, wird sie zurückgewiesen.

IV. Die erstbeklagte Partei hat die Kosten ihrer Revision selbst zu tragen.

Die Kosten des Berufungsverfahrens und der Revision der klagenden Partei sowie der dagegen erstatteten Revisionsbeantwortungen der beklagten Parteien und des Nebenintervenienten auf Seiten der zweitbeklagten Partei sind weitere Verfahrenskosten.

Text

Entscheidungsgründe:

Die Klägerin wurde mit einem Gesellschaftsvertrag vom 10. März 1966 errichtet. Ihre Gründungsgesellschafter waren die I***** Establishment mit Sitz in V*****, die einen Geschäftsanteil von 95 % hielt, und Dr. E***** A*****, der Vater des Erstbeklagten, mit einem Geschäftsanteil von 5 %. Zum Gesellschaftszweck der Klägerin gehört es, jährlich die O***** (in der Folge: Festspiele) zu veranstalten. Dr. E***** A***** fungierte von der Gründung an bis kurz vor seinem Tod am 11. November 1986 als Geschäftsführer der Klägerin. Seine Beteiligung hatte sich bei einer Kapitalerhöhung im Jahr 1968 auf 2 % reduziert. Dieser Geschäftsanteil wurde nach dem Tod des Dr. E***** A***** in der Verlassenschaftsabhandlung an den Erstbeklagten übertragen. Der Erstbeklagte, der mit dem Zweitbeklagten in einer GesbR eine Rechtsanwaltsgemeinschaft betrieb, war nie Geschäftsführer der Klägerin.

Die Erst- und Zweitbeklagten waren jedoch bereits seit 1986 von der Klägerin mit einem Anwaltsmandat betraut. Als Nebenleistung zum Anwaltsmandat wickelten sie den laufenden Zahlungsverkehr der Klägerin ab, wozu die Erst- und Zweitbeklagten auf den Bankkonten der Klägerin einzelzeichnungsberechtigt waren. Die Abwicklung des laufenden Zahlungsverkehrs der Klägerin durch die Erst- und Zweitbeklagten hatte historische Gründe: Früher hatte der Vater des Erstbeklagten, der schon eine Kanzleigemeinschaft mit dem Zweitbeklagten gehabt hatte und Geschäftsführer der Klägerin gewesen war, den Zahlungsverkehr abgewickelt. Nach dem Tod des Dr. E***** A***** wurde diese Praxis fortgesetzt; der Erst- oder der Zweitbeklagte zeichneten die einzelnen Überweisungsaufträge, obwohl sie keine handelsrechtlichen Geschäftsführer der Klägerin waren. Für ihre Tätigkeit erhielten sie vereinbarungsgemäß ein jährliches indexgesichertes Pauschalhonorar, das zuletzt 24.100 EUR zuzüglich USt betrug.

Ab 1. Dezember 1997 wurde der Zweitnebenintervenient, M***** D*****, zum Geschäftsführer der Klägerin bestellt. Mit Abtretungsvertrag vom 4. August 1998 hat die I***** Establishment ihren Geschäftsanteil von 98 % an die Stiftung H***** (kurz: Stiftung) übertragen.

Die Klägerin begehrte von den Erst- und Zweitbeklagten zur ungeteilten Hand 1.188.835,44 EUR sA, die Feststellung ihrer Haftung für die sich nach einer Detailanalyse der Reisekosten und Repräsentationsaufwendungen für 1997 bis 2009 herausstellenden Schäden und von allen Beklagten zur ungeteilten Hand 300.000 EUR sA sowie die Feststellung der Haftung aller Beklagten für sämtliche Schäden, die daraus resultieren, dass die V***** Privatstiftung wegen der gegen den Förderungsvertrag vom 2. Dezember 2008 verstoßenen Auszahlung einer Provision von 300.000 EUR an die A***** Ltd ihre Pflichten aus dem Förderungsvertrag nicht erfüllte.

Gegenstand des Rechtsmittelverfahrens ist nur das Leistungsbegehren gegen den Erst- und Zweitbeklagten.

Dazu brachte die Klägerin vor, der Geschäftsführer der Klägerin, M***** D*****, habe sich von Dezember 1997 bis Dezember 2009 ein um insgesamt 712.776,12 EUR überhöhtes Gehalt sowie in den Jahren 2002, 2003 und 2005 unberechtigt Provisionen von 80.950,45 EUR und überdies in den Jahren seiner Tätigkeit überhöhte Reisekosten von 593.064,46 EUR angewiesen und überhöhte Repräsentationsaufwendungen von 359.054,17 EUR verrechnet. Von den Reisekosten und Repräsentationsaufwendungen würde nur die Hälfte geltend gemacht. Insgesamt ergebe sich daraus ein Gesamtschaden von 1.188.835,44 EUR. Die Erst- und Zweitbeklagten hätten gewusst, jedenfalls aber wissen müssen, dass M***** D***** keine Ansprüche auf Provision, auf Überstundenabgeltung oder „Extrapauschalen“ für Auslandsgastspiele habe.

Die Erst- und Zweitbeklagten bestritten das Klagebegehren. Nach dem Auftragsverhältnis hätten sie die von der Geschäftsführung freigegebenen Beträge zu überweisen gehabt. Die beiden Beklagten sollten dabei bloß administrativ tätig werden; sie seien nur verpflichtet gewesen, die Überweisungsaufträge auf ihre Zuordenbarkeit zur Klägerin, nicht jedoch inhaltlich zu prüfen. Weitergehende Kontrollpflichten seien mit dem ihrer Bankvollmacht zu Grunde gelegten (internen) Auftrag nicht verbunden gewesen.

Das Erstgericht sprach mit Teilzwischenurteil aus, dass das Leistungsbegehren von 1.009.308,35 EUR sA gegen den Erst- und Zweitbeklagten dem Grunde nach zu Recht bestehe. Das Leistungsmehrbegehren von 179.527,09 EUR sA (Ersatz der Repräsentations-
aufwendungen) und das korrespondierende Feststellungsbegehren wies es mit Teilurteil ab. Weiters wies es das gegen alle vier Beklagten erhobene Leistungsbegehren von 300.000 EUR und das korrespondierende Feststellungsbegehren mit Teilurteil ab. Über das Feststellungsbegehren bezüglich der Reisekosten erkannte das Erstgericht nicht.

Dabei ging es - zusätzlich von dem eingangs wiedergegebenen Sachverhalt - von folgenden Feststellungen aus:

Der Verein der Förderer der O***** bezweckt die Förderung des Verständnisses klassischer Musik in der Allgemeinheit, insbesondere durch ideelle und wirtschaftliche Unterstützung musikalischer oder künstlerischer Darbietungen bei Festspielen unter der Ankündigung „O*****“. Dem Verein stehen zwei Geschäftsführer vor, die ihn gemeinsam vertreten. Der Erstbeklagte war bis 11. Jänner 2010 zweiter Geschäftsführer des Vereins und in dieser Funktion Mitglied des Kuratoriums der Stiftung H*****.

Der Erstbeklagte verfasste als Rechtsanwalt der klagenden Partei den mit M***** D***** am 23. Dezember 1997 geschlossenen Anstellungsvertrag. Darin verpflichtete sich dieser mindestens 50 % seiner Arbeitszeit für die Festspiele zu verwenden. Er sollte ein Geschäftsführergehalt von 90.000 ATS 14 x jährlich sowie einen Wohnkostenzuschuss von monatlich 11.600 ATS und eine erfolgsabhängige Tantieme beziehen. Weiters standen ihm Reisekosten nach der höchsten Dienstklasse österreichischer Beamter zu. Ein Anspruch auf Provisionen besteht nach dem Anstellungsvertrag nicht.

Mit Vertrag vom 4. August 1999 wurde das Gehalt auf 115.000 ATS 14 x jährlich erhöht. Außerdem erhielt er zur vollständigen Abgeltung seiner Tantiemenansprüche eine einmalige Zahlung in Höhe von drei Monatsgehältern.

M***** D***** forderte 5 % von den Sponsoreinnahmen der Festspiele. Dies wurde ihm vom Leiter der zuständigen Fachabteilung des Amtes der S***** Landesregierung zugesagt. Dieser leitete die Angelegenheit nicht an die Landeshauptfrau weiter; der Landeshauptfrau wurde sie vor der medialen Berichterstattung Ende 2009 nicht bekannt.

Die bei der Klägerin eingegangenen Rechnungen wurden zunächst mit Nummern versehen, in ein Rechnungsbuch eingetragen und sodann vom Geschäftsführer M***** D***** mit dem unterschriebenen Vermerk „zur Zahlung“ an die Buchhaltung der Klägerin weitergeleitet. Die verbuchten Rechnungen wurden dann samt dem Rechnungsbuch, aber ohne weitere Belege an die Kanzlei der Erst- und Zweitbeklagten übermittelt. Dort wurde auf die Rechnungen die Eingangsstampiglie gedruckt; eine Mitarbeiterin der Kanzlei bereitete die Überweisungen vor, die dann der Erstbeklagte oder - bei dessen Abwesenheit - der Zweitbeklagte durch Unterschrift genehmigten bzw freigaben. Über allfällige Kontrollpflichten des Erst- und Zweitbeklagten in diesem Zusammenhang wurde nicht gesprochen.

M***** D***** erhielt im Zeitraum 1997 bis 2009 Geschäftsführerbezüge von insgesamt 1.726.506,77 EUR. Dies ist um 605.072,18 EUR mehr als der ihm nach dem Anstellungsvertrag zustehende Betrag.

Zusätzlich bezog M***** D***** im Geschäftsjahr 2002/03 Provisionen aus Sponsorenerträgen von 30.950 EUR sowie im Geschäftsjahr 2005/06 eine Provision von 50.000 EUR für eine an den Verein geleistete Spende. Diesen Betrag überwies sich M***** D***** von einem der Geschäftskonten der Klägerin selbst.

Die Klägerin refundierte M***** D***** zwischen 1998 und 2009 Reisekosten von insgesamt 593.064,46 EUR. Diese Beträge überstiegen die im Anstellungsvertrag des M***** D***** geregelten Sätze um ein Vielfaches. M***** D***** ließ sich die Reisekostenvergütung teils von den Erst- und Zweitbeklagten akontieren, teilweise ließ er sich Barvorschüsse auszahlen oder verwendete eine Kreditkarte der Klägerin, um die Reisespesen zu begleichen. Die mit der Kreditkarte beglichenen Beträge wurden vom Konto der Klägerin abgebucht. Der Erst- und Zweitbeklagte erhielten Kontoauszüge dieses Kontos. An Repräsentationsaufwendungen zahlte die Klägerin von 1997 bis 2009 insgesamt 359.054,17 EUR. Im Geschäftsjahr 1998/99 hatten diese Aufwendungen lediglich 1.623,18 EUR betragen; ihren Höchststand erreichten sie im Geschäftsjahr 2008/09 mit 60.722,52 EUR.

Die Bilanzverluste der Klägerin deckte der Verein ab, um seinen Vereinszweck zu erfüllen.

Während der Geschäftsführertätigkeit des M***** D***** fand von 1998 bis 2009 jährlich eine Sitzung des Stiftungskuratoriums statt. In den ersten Jahren informierte M***** D***** die Mitglieder des Kuratoriums über die Finanzlage nur mündlich. Ab dem Geschäftsjahr 2003/04 sandte M***** D***** auch zusammengefasste Übersichten der Jahresabschlüsse an die Mitglieder des Kuratoriums. Aus diesen Unterlagen waren zwar der Personalaufwand und der sonstige betriebliche Aufwand in Summe, aber keine Details ersichtlich.

Nicht festgestellt werden konnte, dass für das Geschäftsjahr 1998/99 eine Gesellschafterversammlung der Klägerin stattgefunden hätte und dass ihr Geschäftsführer entlastet worden wäre. Für das Geschäftsjahr 1999/00 fand keine förmliche Gesellschafterversammlung statt; anlässlich der Kuratoriumssitzung vom 3. April 2001 wurde M***** D***** jedoch für dieses Geschäftsjahr vom Kuratorium entlastet. Für die Geschäftsjahre 2000/01, 2001/02, 2002/03, 2003/04 und 2004/05 fanden weder Gesellschafterversammlungen der Klägerin statt, noch wurde M***** D***** entlastet. Eine Entlastung erfolgte für die Geschäftsjahre 2005/06, 2006/07 und 2007/08. Bei der Fassung dieser drei Gesellschafterbeschlüsse lagen der Hauptgesellschafterin zwar die Berichte über den Jahresabschluss, nicht aber die ausführlichen Jahresabschlüsse mit den Erläuterungen vor. Die Bezüge des M***** D***** waren aus diesen Unterlagen nicht im Detail ersichtlich.

Hätte der Erstbeklagte das Kuratorium bereits im Jahr 1998 oder in den folgenden Jahren darüber informiert, dass M***** D***** verglichen zum Anstellungsvertrag ein höheres Gehalt und mehr Reisekosten akontiert erhält, hätte das Kuratorium die Zahlungen an M***** D***** genauer geprüft. In diesem Fall wären die den Anstellungsvertrag (samt Ergänzung) übersteigenden Zahlungen an M***** D***** unterblieben. Für jedermann, der die tatsächlichen Bezüge des M***** D***** mit dem Anstellungsvertrag anhand der Buchführung der Klägerin verglichen hätte, wären die festgestellten Diskrepanzen ersichtlich gewesen.

Rechtlich erachtete das Erstgericht das Klagebegehren gegen den Erst- und Zweitbeklagten überwiegend als berechtigt. Der Erst- und Zweitbeklagte seien bei den getätigten Überweisungen dem Sorgfaltsmaßstab des § 1299 ABGB verpflichtet gewesen. Ein rechtskundiger Parteienvertreter habe bei jeder maßgeblichen Änderung der Sach- und Rechtslage auf die sich daraus ergebenden Konsequenzen hinzuweisen. Da der Erst- und Zweitbeklagte ihre rechtsanwaltliche Tätigkeit in Form einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts organisierten, hafteten die beiden für den bei der Vertragserfüllung entstandenen Schaden zur ungeteilten Hand. Ein allfälliges Verschulden des Geschäftsführers M***** D***** sei der Klägerin nicht zuzurechnen. Seitens des Klienten bestünde keine Obliegenheit, die Tätigkeit des Anwalts zu kontrollieren; es läge daher im Verhältnis der Streitteile kein relevantes Mitverschulden der Klägerin vor. Für den Beginn der dreijährigen Verjährungsfrist des § 1489 ABGB sei im vorliegenden Fall auf die Kenntnis der Hauptgesellschafterin abzustellen. Die Hauptgesellschafterin habe keinesfalls vor dem 26. Jänner 2008 den Ursachenzusammenhang gekannt. Die Bilanzverlustabdeckungen durch den Verein müsse sich die Klägerin nicht als Vorteil anrechnen.

Das Berufungsgericht änderte dieses Urteil dahin ab, dass die Haftung des Erstbeklagten hinsichtlich 662.776,12 EUR sA dem Grunde nach bejahte. Das weitere Begehren, der Erstbeklagte sei schuldig, 50.000 EUR sA zu zahlen, sowie das Klagebegehren gegen den Zweitbeklagten wies es ab.

Hinsichtlich eines gegen den Erstbeklagten erhobenen weiteren Leistungsbegehrens von 296.532,23 EUR sA (Reisekostenersatz) hob das Berufungsgericht das Urteil des Erstgerichts auf und verwies die Rechtssache zur neuerlichen Verhandlung und Entscheidung an das Erstgericht zurück.

Nach Verwerfung einer Beweis- und Mängelrüge erwog es in rechtlicher Sicht, der Erstbeklagte sei bei der weiteren Provision von 50.000 EUR für das Geschäftsjahr 2005/06 nicht involviert gewesen. Zwar träfen den Erst- und Zweitbeklagten Schutzpflichten gegenüber der Klägerin. Dies führe aber nicht dazu, dass der Erstbeklagte für - allenfalls missbräuchliche - Geldbehebungen des M***** D***** ohne sein Wissen und Zutun haften müsse. Nur wenn dem Erstbeklagten die überhöhten Reisekostenvergütungen des M***** D***** hätten auffallen müssen, könnte ihm die insofern unterbliebene Aufklärung der Klägerin bzw ihrer Mehrheitsgesellschafterin vorgeworfen werden.

Auf die Entlastung des Geschäftsführers durch die Gesellschafter könne sich der Erstbeklagte nicht berufen. Da dem Kuratorium aus den vorgelegten Unterlagen die überhöhten Geschäftsführervergütungen nicht erkennbar waren, liege kein Mitverschulden der Mehrheitsgesellschafterin gemäß § 1304 ABGB vor. Die Gesellschafter seien nicht verpflichtet, den Jahresabschluss zu prüfen. Erst als für die Klägerin Verdachtsmomente in Richtung unberechtigter Zahlungen an den Geschäftsführer vorlagen, setzte ihre Erkundigungsobliegenheit ein.

Der Zweitbeklagte habe Überweisungsaufträge nur unterfertigt, wenn der Erstbeklagte abwesend war. Die von ihm unterfertigten Überweisungsaufträge haben ihm nicht verdächtig erscheinen müssen. Eine Sorglosigkeit bei diesem Zahlungsverkehr könne dem Zweitbeklagten daher nicht angelastet werden.

Der Zweitbeklagte hafte nicht solidarisch, weil Erst- und Zweitbeklagter als Freiberufler keine Kaufleute im Sinne des HGB seien, sodass Art 8 Nr 1 EVHGB nicht anzuwenden sei.

Die ordentliche Revision sei nicht zulässig, weil das Berufungsgericht den Fall nach einer gesicherten höchstgerichtlichen Rechtsprechung habe beurteilen können.

Rechtliche Beurteilung

1. Zur Revision des Erstbeklagten:

1.1.1. Wenn das Berufungsgericht mit seiner Entscheidung einen Teil des erstgerichtlichen Urteils bestätigt, einen anderen Teil dieser Entscheidung aber aufhebt und die Rechtssache im letzteren Umfang an das Erstgericht zurückverweist, so ist gegen den aufhebenden Teil der Berufungsentscheidung ein Rekurs auch dann nicht zulässig, wenn er mit der Revision gegen den bestätigenden Teil der Berufungsentscheidung verbunden wird (§ 515 ZPO), es sei denn, das Berufungsgericht hätte den Rekurs gegen den aufhebenden Teil seiner Entscheidung ausdrücklich zugelassen (RIS-Justiz RS0043854, RS0040804). Ein Vergreifen des Berufungsgerichts in der Entscheidungsform ist für die Anwendbarkeit des Rechtsmittelausschlusses belanglos. Der Rechtsmittelausschluss gilt auch, wenn das Berufungsgericht die angefochtene Entscheidung mit „Urteil“ aufhebt (7 Ob 236/00g; Zechner in Fasching/Konecny² § 519 ZPO Rz 58).

1.1.2. Soweit sich die Revision daher gegen den aufhebenden Teil der Berufungsentscheidung richtet, ist sie schon aus diesem Grund als unzulässig zurückzuweisen.

1.2.1. Im Revisionsverfahren ist nicht mehr strittig, dass zwischen den Parteien ein Auftrags- und Vollmachtsverhältnis besteht. Bei der Einräumung von Einzelzeichnungsberechtigung auf dem Bankkonto der Klägerin an Erst- und Zweitbeklagten handelt es sich um eine Bevollmächtigung (RIS-Justiz RS0109870; 9 Ob 10/05v; RIS-Justiz RS0052368; P. Bydlinski in Koziol/Bydlinski/Bollenberger, ABGB³ § 1002 Rz 9). Als Zeichnungsberechtigte handelten der Erst- und Zweitbeklagte - wie das Berufungsgericht zutreffend ausführte - als Vertreter der kontoinhabenden Klägerin. Beide hatten ferner ein Anwaltsmandat der Klägerin. Als Beauftragte hatten sie das Interesse der Klägerin als ihre Auftraggeberin wahrzunehmen (RIS-Justiz RS0019701; P. Bydlinski aaO § 1009 Rz 2). Nach § 1009 ABGB waren sie als Beauftragte verpflichtet, ihre Geschäftsherrin von „drohenden Gefährdungen und Gefahren rechtzeitig“ zu informieren (vgl RIS-Justiz RS0019701 [T3]; Strasser in Rummel, ABGB³ § 1009 Rz 17; P. Bydlinski aaO § 1009 Rz 2) und sie vor Schäden zu bewahren (Strasser aaO). Darüber hinaus trifft den Erstbeklagten als Gesellschafter auch eine Treuepflicht gegenüber der Gesellschaft (dazu Aicher/Kraus in Straube, GmbHG § 61 Rz 28 ff).

1.2.2. Nach herrschender Auffassung besteht auch im Fall einer Weisung eine Verpflichtung, den Machtgeber aufzuklären, wenn weisungsgemäßes Handeln die Interessen des Machtgebers beeinträchtigen würde (vgl Apathy in Schwimann, ABGB³ § 1009 Rz 13; Strasser in Rummel, ABGB³ § 1009 Rz 14 und 17; vgl auch RIS-Justiz RS0038753). Treffend spricht Rubin (in Kletečka/Schauer, ABGB-ON § 1009 Rz 44) von „denkendem Gehorsam“.

1.2.3. Zur Redepflicht eines Abschlussprüfers nach § 273 Abs 2 UGB wird vertreten, dass bei einer prüfungspflichtigen GmbH ohne Aufsichtsrat sämtliche Gesellschafter durch den Abschlussprüfer von der Tatsache der Ausübung der Redepflicht gegenüber den Geschäftsführern, nicht aber über den Inhalt des bei den Geschäftsführern im Rahmen des Bucheinsichtsrechts gemäß § 22 GmbHG einsehbaren Sonderberichts zu verständigen sind, um der wahren Funktion der Redepflicht gerecht zu werden (Müller/Hiddemann in Straube, UGB II/RLG³ § 273 Rz 69). Ein unmittelbarer Kontakt des Abschlussprüfers und der GmbH-Gesellschafter im Zusammenhang mit der Redepflicht kann insbesondere dann geboten sein, wenn die Unterrichtung der Geschäftsführer wenig Abhilfe verspricht, weil diese selbst in das Geschehene zu tief involviert sind (Ch. Nowotny in Nowotny/Mayer/Hassler, Rechnungslegungs-
prüfung und Beratung - Festschrift aus Anlass des 50-Jahr-Jubiläums der KPMG Alpen-Treuhand, 227 f).

1.2.4. Damit ist die rechtliche Beurteilung der Vorinstanzen, den Erstbeklagten habe eine direkt gegenüber den Gesellschaftern auszuübende Warnpflicht getroffen, nicht zu beanstanden. Daran vermag auch der Umstand nichts zu ändern, dass der Auftrag im Einzelnen durch Weisungen des ehemaligen Geschäftsführers konkretisiert wurde.

1.3.1. Die Verjährungsfrist wird durch die Kenntnis des Schadens und der Person des Ersatzpflichtigen in Gang gesetzt (RIS-Justiz RS0034374). Bei einer juristischen Person ist das Wissen oder Kennenmüssen eines Geschäftsführers der Gesellschaft grundsätzlich zuzurechnen (Koppensteiner/Rüffler, GmbHG³ § 18 Rz 24; Enzinger in Straube, GmbHG § 18 Rz 67). Dies gilt allerdings dann nicht, wenn es sich um Schadenersatzansprüche aus vom Vertreter selbst verursachten Schäden handelt. Diesfalls ist das Wissen des schädigenden Vertreters um die Schädigung dem geschädigten Vertretenen bei Feststellung des Beginns der Verjährungsfrist nicht zuzurechnen, unabhängig davon, ob die Anspruchsdurchsetzung gegenüber einem Dritten oder gegenüber dem Schädiger selbst erfolgt (1 Ob 64/00v = ÖBA 2001, 816 [Apathy]; RIS-Justiz RS0114717). Die Wissenszurechnung basiert nämlich auf Verkehrsschutzüberlegungen und wird in Fällen der Interessenkollision in der Person des vermittelnden Vertreters unterbrochen (Koppensteiner/Rüffler, GmbHG³ § 18 Rz 24; Enzinger in Straube, GmbHG § 18 Rz 67; vgl auch 6 Ob 110/12p). Bei Schädigung einer juristischen Person kann also das Wissen des schädigenden Organmitglieds den Lauf der Verjährungsfrist niemals in Gang setzen; es kommt in diesem Fall vielmehr auf den Zeitpunkt der Kenntniserlangung durch andere Organmitglieder oder „Wissensvertreter“ an (Vollmaier in Kerschner/Fenyves/Vonkilch, Klang³ § 1489 Rz 18). Demgemäß stellte der Oberste Gerichtshof in der Entscheidung 9 ObA 148/05p für den Beginn der Verjährungsfrist eines Schadenersatzanspruchs der Gesellschaft gegen ihren (ehemaligen) Geschäftsführer auf die Kenntnis der Alleingesellschafterin von Schaden und Schädiger ab.

1.3.2. Anhaltspunkte für eine positive Kenntnis der Hauptgesellschafterin bzw jener natürlichen Personen, die für die Hauptgesellschafterin handeln, sind im Verfahren nicht hervorgekommen. Zu Recht verneinen die Vorinstanzen auch eine entsprechende Erkundigungspflicht bzw -obliegenheit. Allgemein trifft den Geschädigten eine Erkundigungspflicht nur dann, wenn er bereits Verdacht schöpfen musste. Erst wenn sich die Verdachtslage einigermaßen verdichtet hat, muss der Geschädigte aktiv werden. So ist es etwa für einen Klienten nicht zumutbar, seinen Rechtsanwalt zu überwachen, ehe ihm nicht ein Missbrauch des Vertrauensverhältnisses bekannt geworden ist. Im Amtshaftungsrecht greift eine Erkundigungsobliegenheit erst ein, wenn sich ausreichende Anhaltspunkte dafür finden, dass Organe ihre Pflichten verletzt haben; dies liegt grundsätzlich nicht nahe, da im Zweifel das Gegenteil angenommen werden muss (vgl Vollmaier aaO § 1489 Rz 33 mwN). Dieser Gedanke lässt sich aber auf die Schädigung einer Gesellschaft durch ihren Geschäftsführer übertragen. Nach herrschender Ansicht besteht auch keine besondere Prüfungspflicht der Gesellschafter in Bezug auf den Jahresabschluss (Weilinger, Die Aufstellung und Feststellung des Jahresabschlusses im Handels- und Gesellschaftsrecht [1997] 331; Koppensteiner/Rüffler aaO § 35 Rz 6). Die Anteilseigner können sich grundsätzlich auf die Richtigkeit des von den Geschäftsführern aufgestellten Jahresabschlusses verlassen. Dies gilt umso mehr, wenn bei Aufstellung des Jahresabschlusses ein Wirtschaftstreuhänder als Berater herangezogen wird oder wenn der Jahresabschluss sogar von einem Abschlussprüfer geprüft wird.

1.4.1. Zum geltend gemachten Einwand des Mitverschuldens bzw überwiegenden Verschuldens der Klägerin führt der Erstbeklagte aus, die mangelnde Kontrolle des Geschäftsführers durch die Gesellschafterin begründe ein Mitverschulden. Andererseits soll in diesem Zusammenhang auch das Verschulden ihres Geschäftsführers der Klägerin zuzurechnen sein.

1.4.2. Dem kann nicht gefolgt werden. Die Kontrollbefugnis nach § 35 Abs 1 Z 5 GmbHG stellt eine Obliegenheit der Gesellschafter dar. Die Rechtsfolgen einer Verletzung dieser Obliegenheit sind aber noch wenig geklärt. Der auf Schadenersatz in Anspruch genommene Geschäftsführer kann den Mitverschuldenseinwand nicht erheben (Enzinger in Straube, GmbHG § 35 Rz 74 mwN). Ob neben dem Geschäftsführer eine unmittelbare Haftung der Gesellschafter wegen mangelnder Aufsicht besteht, ist sowohl im Verhältnis zur Gesellschaft als auch gegenüber Dritten fraglich. Eine derartige Eigenhaftung der Gesellschafter könnte sich in der Gesellschaft nur aus einem Sonderrechtsverhältnis, das aus der Mitgliedschaft abgeleitet werden muss, ergeben. Ein derartiges Sonderrechtsverhältnis wird aber nur in sehr engen Grenzen angenommen, weil die Kontrollrechte der Gesellschafter eigennützige Rechte darstellen, die im Wesentlichen der Wahrung der vermögensrechtlichen Ansprüche der Gesellschafter dienen (Enzinger aaO). Demnach sind die Gesellschafter einem gesellschaftsfremden Dritten gegenüber grundsätzlich nicht zur Ausübung der Kontrolle verpflichtet. Auch von einer Sorglosigkeit gegenüber den eigenen Gütern (vgl RIS-Justiz RS0022681) kann keine Rede sein, weil die Hauptgesellschafterin mangels gegenteiliger Anhaltspunkte auf den Jahresabschluss vertrauen durfte. Auch für eine Zurechnung des Verhaltens des Geschäftsführers zur Klägerin im Rahmen des § 1304 ABGB besteht kein Raum. Die Organe juristischer Personen sind im Bereich vertraglicher Haftung nicht „gesetzliche Vertreter“ im Sinne des § 1313a ABGB (Koziol, Haftpflichtrecht II 339; Reischauer in Rummel, ABGB³ § 1313a Rz 21; Schacherreiter in Kletečka/Schauer, ABGB-ON § 1313a Rz 21). Nach Koziol (aaO) ist diese Frage jedoch in der Praxis wenig bedeutsam, weil in allen Fällen, in denen die „gesetzliche Vertretung“ zweifelhaft ist, jedenfalls ein Erfüllungsgehilfe anzunehmen ist.

1.4.3. Die ratio der Haftung für Erfüllungsgehilfen nach § 1313a ABGB liegt darin, dass der Schuldner zwar berechtigt ist, zur Erfüllung seiner Verpflichtungen Hilfspersonen heranzuziehen, die Position des Gläubigers aber dadurch nicht verschlechtert werden soll (Schacherreiter aaO § 1313a Rz 1).

1.4.4. Im vorliegenden Fall scheitert eine Zurechnung jedoch am speziellen Zweck der die Erst- und Zweitbeklagten treffenden Sorgfaltspflicht. Insofern ist der vorliegende Sachverhalt mit dem der Entscheidung 1 Ob 30/92 zu Grunde liegenden Fall vergleichbar. Dort hatte der Oberste Gerichtshof die Frage zu behandeln, ob sich der ruhende Nachlass bei der Geltendmachung von Amtshaftungsansprüchen wegen fehlerhafter Genehmigung eines Gerichts ein mitwirkendes Verschulden des Verlassenschaftskurators im Genehmigungsverfahren zurechnen lassen muss. Der Oberste Gerichtshof kam zu dem Ergebnis, dass die Verlassenschaft gegenüber dem Rechtsträger des Gerichts sich das Verschulden des Nachlasskurators vor allem deshalb nicht zurechnen lassen muss, weil das Gesetz das Gericht gerade zur Überwachung des Kurators berufen hat und Minderjährige und Pflegebefohlene besonders unter Schutz stellt.

1.4.5. Diese Auffassung lässt sich auf den vorliegenden Fall übertragen. Die Kontroll- und Sorgfaltspflichten des Erst- und Zweitbeklagten dienten gerade auch dazu, die Klägerin vor Malversationen ihres Geschäftsführers zu schützen. Bei dieser Sachlage muss aber ein zuzurechnendes Mitverschulden ausgeschlossen sein, könnte doch andernfalls die geschädigte Gesellschaft bei Schädigung durch ihren eigenen Geschäftsführer von Dritten, die ihre Sorgfalts- und Überwachungspflichten verletzt haben, niemals den gesamten Schaden erlangen, sodass sie stets zumindest mit einem Teil ihrer Ansprüche auf die Geltendmachung gegenüber dem - vielfach nicht greifbaren oder nicht ausreichend zahlungsfähigen - Geschäftsführer verwiesen wäre.

1.5.1. Zu Recht gingen die Vorinstanzen auch davon aus, dass der Geltendmachung der gegenständlichen Ansprüche auch nicht die Entlastung des Geschäftsführers entgegensteht. Zwar wird durch die Entlastungserklärung der Gesellschafter der Geschäftsführer von allen Ansprüchen frei, die der Gesellschaft bei sorgfältiger Prüfung aller Unterlagen als aus Verstößen des Geschäftsführers erwachsen erkennbar waren. Wenn die Verstöße aus den vorgelegten Unterlagen jedoch nicht erkennbar waren oder diese unvollständig waren, führt die Entlastung nicht zur Haftungsbefreiung (RIS-Justiz RS0060007, RS0060019). Die Entlastung hat in der Regel eine ähnliche Wirkung wie ein Verzicht auf Ersatzansprüche oder ein Anerkenntnis des Nichtbestehens solcher Ansprüche (RIS-Justiz RS006007).

1.5.2. Nach den Feststellungen der Vorinstanzen wurden Entlastungsbeschlüsse für die meisten Geschäftsjahre ohnedies nicht gefasst. Außerdem waren die gegenständlichen Ansprüche aus den vorgelegten Unterlagen nicht erkennbar. Vor allem ist aber kein Grund ersichtlich, warum die Entlastungswirkung auf die Beklagten erstreckt werden sollte. Nach der allgemeinen Regel des § 894 ABGB wirkt der Erlass, den ein Mitschuldner erhält, im Zweifel nur für seine Person. Ob diese Beschränkung beabsichtigt war, ist eine - nach dem Geschäftszweck zu lösende - Auslegungsfrage (G. Kodek in Kletečka/Schauer, ABGB-ON § 894 Rz 7). Dafür, einer Entlastung als gesellschaftsinternem Vorgang auch Wirkungen gegenüber gesellschaftsfremden Dritten - die in keinem Organverhältnis zur Gesellschaft stehen -
zuzubilligen, fehlt im vorliegenden Fall jeglicher Anhaltspunkt.

1.6. Eine konkludente Vertragsänderung durch die jährlichen Überzahlungen scheitert schon daran, dass die vertretungsbefugten Organe von dieser Praxis weder wussten noch wissen mussten, was dem Geschäftsführer auch erkennbar war. Zum Vorteilsausgleich ist auf die zutreffenden Ausführungen des Berufungsgerichts zu verweisen (§ 510 Abs 3 ZPO). Die Anrechnung eines Vorteils muss demnach dem Zweck des Schadenersatzes entsprechen und soll nicht zu einer unbilligen Entlastung des Schädigers führen. Daher ist nicht schlechthin jeder Vorteil anzurechnen, der dem Geschädigten aus dem vom Schädiger verursachten Ereignis zufließt, sondern es kommt immer auf die ganz besondere Art des erlangten Vorteils und den Zweck der Leistung des Dritten an (RIS-Justiz RS0023600 [T1]). Gerade bei Zuwendungen auf freiwilliger Basis ist in der Regel anzunehmen, dass der Geber diese Leistung nicht zu Gunsten des Schädigers erbringen will (RIS-Justiz RS0031449; vgl auch Reischauer in Rummel, ABGB³ § 1313 Rz 9). Der Verein der Förderer der O***** hat nach den Feststellungen der Vorinstanzen die Fehlbeträge freiwillig ohne jeglichen Zusammenhang mit der hier zu beurteilenden Schädigung ausgeglichen, um seinen Vereinszweck zu erfüllen. Bei dieser Sachlage bleibt aber für die Anrechnung der Zahlungen, die die Klägerin vom Verein erhalten hat, als Vorteil kein Raum.

1.7. Zusammenfassend bringt der Erstbeklagte sohin keine Rechtsfragen der in § 502 Abs 1 ZPO geforderten Qualität zur Darstellung, sodass die Revision spruchgemäß zurückzuweisen war.

2. Zur Revision der Klägerin:

2.1. Soweit sich die Klägerin gegen den aufhebenden Teil der Berufungsentscheidung wendet, ist die Revision unzulässig. Diesbezüglich kann auf die Ausführungen im Rahmen der Behandlung der Revision des Erstbeklagten verwiesen werden.

2.2. Zu Recht moniert die Klägerin jedoch, dass das Berufungsgericht nicht von einer Solidarhaftung des Zweitbeklagten ausging.

2.2.1. Nach herrschender Lehre und Rechtsprechung tritt jedenfalls dann Solidarhaftung ein, wenn die geschuldete Leistung unteilbar ist (8 Ob 512/86; Riedler in Koziol/Bydlinski/Bollenberger, ABGB³ § 1203 Rz 4; Jabornegg/Resch in Schwimann, ABGB³ § 1203 Rz 6). Der Oberste Gerichtshof hat bereits ausgesprochen, dass ein Gesamtschuldverhältnis entsteht, wenn zwei Rechtsanwälten gemeinsam ein Mandat für die Führung eines Prozesses erteilt wird (3 Ob 55/98d). Diese Auffassung lässt sich auf den vorliegenden Fall übertragen. Es wäre lebensfremd zu unterstellen, es wäre eine geteilte Verpflichtung der Gesellschafter nach der Größe ihrer Anteile intendiert gewesen.

2.2.2. Waren die Gesellschafter aber solidarisch zur Erfüllung des Vertrags verpflichtet, so ist das Verschulden des Erstbeklagten der Gesellschaft bürgerlichen Rechts bzw dem Zweitbeklagten nach § 1313a ABGB zuzurechnen. Zwar zählen Schadenersatzansprüche in Geld grundsätzlich zu den teilbaren Ansprüchen (RIS-Justiz RS0013214; G. Kodek in Kletečka/Schauer, ABGB-ON § 889 Rz 7). Nach der Rechtsprechung haften jedoch die eine bürgerlich-rechtliche Erwerbsgesellschaft bildenden Personen solidarisch für Schäden, die aus Anlass einer Vertragserfüllung der Gesellschaft entstehen, sofern die vertragliche Leistungspflicht eine unteilbare ist (8 Ob 512/86 mwN; RIS-Justiz RS0021781). Besteht für die Vertragserfüllung eine Haftung zur ungeteilten Hand, gilt dies auch für die aus der Verletzung der Vertragspflicht resultierende Schadenersatzpflicht. Dies gilt auch für die Verletzung einer Nebenpflicht wie einer Schutzpflicht (Jabornegg/Resch in Schwimann, ABGB³ § 1203 Rz 6 mwN).

2.2.3. Selbst wenn diese Auffassung nicht zuträfe, ergäbe sich eine Solidarhaftung von Erst- und Zweitbeklagten schon aus Art 8 Nr 1 EVHGB. Diese Bestimmung galt aufgrund des § 345 HGB ebenso für einseitige Handelsgeschäfte und dabei auch zu Lasten des Minderkaufmanns und des nichtkaufmännischen Teils (vgl Kerschner in Jabornegg, HGB Art 8 Nr 1 EVHGB Rz 2; Kramer in Straube, HGB³ I Art 8 Nr 1 EVHGB Rz 2). Die Klägerin als Kapitalgesellschaft war aber jedenfalls Formkaufmann gemäß § 6 HGB, sodass - unabhängig von der Kaufmannseigenschaft der Erst- und Zweitbeklagten - jedenfalls ein einseitiges Handelsgeschäft vorlag.

2.2.4. Für Zwecke des Art 8 Nr 1 EVHGB ist gleichgültig, auf wessen Seite das Geschäft ein Handelsgeschäft ist (RIS-Justiz RS0017329). Daran hat sich auch durch die Handelsrechtsreform nichts geändert. Zwar ist § 348 UGB auf unternehmerische Schuldner beschränkt (Schauer in Krejci, RK UGB § 348 Rz 2). Allerdings fallen seit der Handelsrechtsreform auch die freien Berufe unter den Unternehmerbegriff und sind nach § 4 Abs 2 UGB nur von der Anwendung des ersten Buches des UGB ausgenommen. Damit würden aber sowohl Art 8 Nr 1 EVHGB sowie § 348 UGB zu einer solidarischen Haftung von Erst- und Zweitbeklagten führen.

2.2.5. Daher war in Abänderung der Entscheidung des Berufungsgerichts auszusprechen, dass der Anspruch auch gegenüber dem Zweitbeklagten - abgesehen von dem vom Aufhebungsbeschluss umfassten Betrag von 296.532,23 EUR -
dem Grunde nach zu Recht besteht.

2.3.1. Zu Recht wendet sich die Klägerin auch gegen die Abweisung des Zahlungsbegehrens von 50.000 EUR gegen den Erstbeklagten. Das Berufungsgericht hat die Abweisung damit begründet, dass der Erstbeklagte insoweit nicht involviert gewesen sei, weil M***** D***** sich diesen Betrag von einem der Geschäftskonten der Klägerin selbst überwies.

2.3.2. Nach den Feststellungen der Vorinstanzen kann allerdings keinem Zweifel unterliegen, dass das Verhalten von Erst- und Zweitbeklagten auch für diesen Schaden ursächlich war. Hätte der Erstbeklagte das Kuratorium bereits im Jahr 1998 darüber informiert, dass M***** D***** verglichen zum Anstellungsvertrag ein höheres Gehalt und mehr Reisekosten akontiert erhält, hätte das Kuratorium die Zahlungen an M***** D***** genauer geprüft. In diesem Fall wären die den Anstellungsvertrag übersteigenden Zahlungen unterblieben.

2.3.3. Hätte der Erstbeklagte daher auf die erkennbaren Malversationen von M***** D***** hingewiesen, hätte dieser im Jahr 2005/06 keine Gelegenheit mehr gehabt, sich selbst weitere Beträge zuzueignen. Dieser Schaden liegt auch im Schutzbereich der verletzten Schutz- und Sorgfaltspflichten des Erstbeklagten, betraf er doch die Gebarung der Gesellschaft im Allgemeinen und die vertragswidrige überhöhte Bezahlung des Geschäftsführers im Besonderen. Damit müssen die Erst- und Zweitbeklagten aber auch für Schäden einstehen, die sich nicht aus von ihnen selbst unterfertigten Überweisungsaufträgen, sondern schon daraus ergeben, dass aufgrund unterlassener Information der Klägerin über die Malversationen ihres Geschäftsführers dessen genauere Kontrolle oder Abberufung unterblieb.

2.3.4. Zusammenfassend unterliegt somit der Teil der Entscheidung des Berufungsgerichts, mit dem dieses die Entscheidung über 296.532,23 EUR hinsichtlich des Erstbeklagten aufhob, nach dem Gesagten keiner Überprüfung durch den Obersten Gerichtshof. Die Ausführungen des Berufungsgerichts zur Spruchreife dieses Anspruchsteils gelten in gleicher Weise für den Zweitbeklagten, bei dem das Berufungsgericht ausgehend von seiner rechtlichen Beurteilung zu einer sofortigen Klagsabweisung gelangte. Insoweit war daher auch in Ansehung des Zweitbeklagten die Entscheidung aufzuheben und dem Erstgericht die Verfahrensergänzung aufzutragen. Hinsichtlich der restlichen vom Erstgericht für dem Grunde nach zu Recht bestehend erachteten Ansprüche von 1.009.308,35 EUR war auszusprechen, dass diese gegen die erst- und zweitbeklagte Partei dem Grunde nach zu Recht bestehen.

3. Die Entscheidung über die Tragung der Kosten der Revision des Erstbeklagten gründet sich auf §§ 41, 50 ZPO. Die Revision blieb zur Gänze erfolglos, sodass auszusprechen war, dass der Erstbeklagte diese Kosten selbst zu tragen hat. Hinsichtlich des Berufungsverfahrens und hinsichtlich der Revision der klagenden Partei sowie der dagegen erstatteten Revisionsbeantwortungen war gemäß § 52 ZPO mit Kostenvorbehalt vorzugehen.

Schlagworte

Gruppe: Handelsrecht,Gesellschaftsrecht,Wertpapierrecht

Textnummer

E106953

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2014:0060OB00183.13Z.0220.000

Im RIS seit

28.03.2014

Zuletzt aktualisiert am

24.02.2016

Dokumentnummer

JJT_20140220_OGH0002_0060OB00183_13Z0000_000