Rechtssatz für 7Ob666/84 7Ob5/85 6Ob83...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0016583

Geschäftszahl

7Ob666/84; 7Ob5/85; 6Ob836/83; 7Ob685/87; 7Ob695/88; 3Ob527/89; 6Ob541/92; 3Ob196/13i

Entscheidungsdatum

19.12.2013

Rechtssatz

Zur Frage des Ausschlusses der Haftung für grobe Fahrlässigkeit: Ausführliche Darstellung der bisherigen Lehre und Rechtsprechung. Grundsätzliche Bejahung der Zulässigkeit des Haftungsausschlusses für schlichte grobe Fahrlässigkeit nicht aber für krasse grobe Fahrlässigkeit (hier: Kreditauskunft der Bank).

Entscheidungstexte

  • 7 Ob 666/84
    Entscheidungstext OGH 22.11.1984 7 Ob 666/84
    Veröff: SZ 57/184 = EvBl 1985/98 S 495 = RdW 1985,73 = JBl 1986,168 (krit Jabornegg, JBl 1986,144)
  • 7 Ob 5/85
    Entscheidungstext OGH 21.02.1985 7 Ob 5/85
    Auch
  • 6 Ob 836/83
    Entscheidungstext OGH 09.05.1985 6 Ob 836/83
    Auch; Beisatz: Bei der schwierigen Wertungsfrage, ob eine schlichte oder eine besonders krasse grobe Fahrlässigkeit vorliegt, ist von der Gesamtheit der Umstände auszugehen. Dabei ist der Grad der Sorglosigkeit auch danach zu beurteilen, wie gefährlich die Situation insbes. im Hinblick auf den Wert der gefährdeten Interessen war. (T1)
    Veröff: RdW 1985,306 = JBl 1986,172 ( krit. Jabornegg) = JBl 1986,144
  • 7 Ob 685/87
    Entscheidungstext OGH 04.02.1988 7 Ob 685/87
    Veröff: VersR 1989,503
  • 7 Ob 695/88
    Entscheidungstext OGH 19.01.1989 7 Ob 695/88
    Veröff: WBl 1989,131
  • 3 Ob 527/89
    Entscheidungstext OGH 14.06.1989 3 Ob 527/89
    Vgl; Veröff: SZ 62/107 = WBl 1989,350
  • 6 Ob 541/92
    Entscheidungstext OGH 11.06.1992 6 Ob 541/92
    Vgl: Veröff: ÖBA 1993,225 = JBl 1993,397 = RdW 1992,399
  • 3 Ob 196/13i
    Entscheidungstext OGH 19.12.2013 3 Ob 196/13i
    Auch

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1984:RS0016583

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

29.01.2014

Dokumentnummer

JJR_19841122_OGH0002_0070OB00666_8400000_001

Rechtssatz für 1Ob566/79 1Ob614/79 3Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0033945

Geschäftszahl

1Ob566/79; 1Ob614/79; 3Ob39/91; 3Ob92/03f; 3Ob196/13i; 1Ob155/14x

Entscheidungsdatum

18.09.2014

Rechtssatz

Bei einem Verzicht auf künftige Rechte wird gefordert, dass sich die Rechtsverhältnisse, auf die sich der Verzicht bezieht, schon von vornherein übersehen lassen; soweit das nicht der Fall ist, ist der Verzicht unwirksam.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 566/79
    Entscheidungstext OGH 30.03.1979 1 Ob 566/79
    Veröff: EvBl 1979/221 S 578
  • 1 Ob 614/79
    Entscheidungstext OGH 16.05.1979 1 Ob 614/79
  • 3 Ob 39/91
    Entscheidungstext OGH 08.05.1991 3 Ob 39/91
  • 3 Ob 92/03f
    Entscheidungstext OGH 28.01.2004 3 Ob 92/03f
    Veröff: SZ 2004/12
  • 3 Ob 196/13i
    Entscheidungstext OGH 19.12.2013 3 Ob 196/13i
  • 1 Ob 155/14x
    Entscheidungstext OGH 18.09.2014 1 Ob 155/14x
    Vgl auch

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1979:RS0033945

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

02.12.2014

Dokumentnummer

JJR_19790330_OGH0002_0010OB00566_7900000_004

Rechtssatz für 1Ob566/79 1Ob614/79 1Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0034024

Geschäftszahl

1Ob566/79; 1Ob614/79; 1Ob694/85; 3Ob196/13i; 1Ob155/14x

Entscheidungsdatum

18.09.2014

Rechtssatz

Als verzichtbar werden nur voraussehbare und kalkulierbare Risken angesehen.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 566/79
    Entscheidungstext OGH 30.03.1979 1 Ob 566/79
    Veröff: SZ 52/57 = EvBl 1979/221 S 578
  • 1 Ob 614/79
    Entscheidungstext OGH 16.05.1979 1 Ob 614/79
  • 1 Ob 694/85
    Entscheidungstext OGH 15.01.1986 1 Ob 694/85
  • 3 Ob 196/13i
    Entscheidungstext OGH 19.12.2013 3 Ob 196/13i
  • 1 Ob 155/14x
    Entscheidungstext OGH 18.09.2014 1 Ob 155/14x

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1979:RS0034024

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

02.12.2014

Dokumentnummer

JJR_19790330_OGH0002_0010OB00566_7900000_005

Rechtssatz für 8Ob182/66 8Ob254/68 2Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0016582

Geschäftszahl

8Ob182/66; 8Ob254/68; 2Ob227/69; 1Ob58/72; 4Ob540/73; 7Ob207/73; 1Ob215/73; 8Ob259/74; 7Ob826/76; 1Ob537/77; 6Ob529/78; 5Ob707/78; 1Ob566/79; 6Ob626/80; 1Ob627/82; 2Ob36/82; 8Ob103/83; 7Ob666/84; 6Ob836/83; 5Ob541/85; 7Ob685/87; 7Ob695/88; 1Ob16/90; 1Ob503/92; 1Ob503/96; 3Ob2004/96v; 1Ob2374/96s; 6Ob160/00y; 6Ob304/02b; 7Ob200/05w; 3Ob196/13i; 3Ob234/14d; 7Ob68/15y; 8Ob46/17y

Entscheidungsdatum

25.10.2017

Rechtssatz

Der Haftungsausschluss für vorsätzliche Schadenszufügung ist sittenwidrig und daher unbeachtlich, der Haftungsausschluss für leichte Fahrlässigkeit aber zulässig. Die ausdrückliche oder stillschweigende - Vereinbarung eines Haftungsausschlusses für grobe Fahrlässigkeit ist insoweit zulässig, als sie nicht sittenwidrig ist. Sittenwidrigkeit wird dann anzunehmen sein, wenn die unterlaufene Fahrlässigkeit so krass ist, dass mit einem derartigen Verhalten nach der Erfahrungen des täglichen Lebens und nach redlicher Verkehrsübung nicht gerechnet werden kann (SZ römisch XXXI 57), so dass, die grobe Fahrlässigkeit dem Vorsatz gleichzustellen, gerechtfertigt erscheint.

Entscheidungstexte

  • 8 Ob 182/66
    Entscheidungstext OGH 12.07.1966 8 Ob 182/66
    Veröff: QuHGZ 1966/12 S 33 = JBl 1967 S 369
  • 8 Ob 254/68
    Entscheidungstext OGH 22.10.1968 8 Ob 254/68
    Vgl aber; Beisatz: Kein Ausschluss der Haftung für grobe Fahrlässigkeit. (T1)
    Veröff: SZ 41/139 = EvBl 1969/99 S 157 = VersR 1970,46
  • 2 Ob 227/69
    Entscheidungstext OGH 02.10.1969 2 Ob 227/69
    Beisatz: Ausschluss zulässig bei Nichtbeachtung der Fahrbahn, die weder unter besonders gefährlichen Umständen erfolgt noch besonders lange dauert. (T2)
  • 1 Ob 58/72
    Entscheidungstext OGH 05.04.1972 1 Ob 58/72
    nur: Der Haftungsausschluss für vorsätzliche Schadenszufügung ist sittenwidrig und daher unbeachtlich. (T3)
  • 4 Ob 540/73
    Entscheidungstext OGH 26.06.1973 4 Ob 540/73
    nur T3; Veröff: JBl 1974,261
  • 7 Ob 207/73
    Entscheidungstext OGH 12.12.1973 7 Ob 207/73
  • 1 Ob 215/73
    Entscheidungstext OGH 13.03.1974 1 Ob 215/73
    Veröff: JBl 1974,477
  • 8 Ob 259/74
    Entscheidungstext OGH 26.02.1975 8 Ob 259/74
    nur T3; Beisatz: Spalttarif (T4)
    Veröff: SZ 48/22 = EvBl 1975/134 S 265 = JBl 1975,421 = VersR 1975,723 = VJ 1975,14 = ZVR 1975/113 S 176 = RZ 1975/45 S 89
  • 7 Ob 826/76
    Entscheidungstext OGH 20.01.1977 7 Ob 826/76
    Ähnlich
  • 1 Ob 537/77
    Entscheidungstext OGH 27.04.1977 1 Ob 537/77
    Vgl auch
  • 6 Ob 529/78
    Entscheidungstext OGH 09.03.1978 6 Ob 529/78
    Auch
  • 5 Ob 707/78
    Entscheidungstext OGH 28.11.1978 5 Ob 707/78
    Beis wie T1; Veröff: SZ 51/169
  • 1 Ob 566/79
    Entscheidungstext OGH 30.03.1979 1 Ob 566/79
    nur: Kein Ausschluss der Haftung für grobe Fahrlässigkeit. (T5)
    Veröff: EvBl 1979/221 S 578
  • 6 Ob 626/80
    Entscheidungstext OGH 05.11.1980 6 Ob 626/80
    Auch; Veröff: SZ 53/143
  • 1 Ob 627/82
    Entscheidungstext OGH 03.11.1982 1 Ob 627/82
    nur: Der Haftungsausschluss für vorsätzliche Schadenszufügung ist sittenwidrig und daher unbeachtlich, der Haftungsausschluss für leichte Fahrlässigkeit aber zulässig. (T6)
    Beis wie T1
  • 2 Ob 36/82
    Entscheidungstext OGH 12.07.1983 2 Ob 36/82
    Vgl auch
  • 8 Ob 103/83
    Entscheidungstext OGH 19.01.1984 8 Ob 103/83
    Vgl; Beis wie T1
    Veröff: ZVR 1984/318 S 338
  • 7 Ob 666/84
    Entscheidungstext OGH 22.11.1984 7 Ob 666/84
    Veröff: SZ 57/184 = EvBl 1985/98 S 495 = RdW 1985,73 = JBl 1986,168; hiezu kritisch Jabornegg JBl 1986,144
  • 6 Ob 836/83
    Entscheidungstext OGH 09.05.1985 6 Ob 836/83
    nur T5; nur: Sittenwidrigkeit wird dann anzunehmen sein, wenn die unterlaufene Fahrlässigkeit so krass ist, dass mit einem derartigen Verhalten nach der Erfahrungen des täglichen Lebens und nach redlicher Verkehrsübung nicht gerechnet werden kann (SZ XXXI 57), so dass, die grobe Fahrlässigkeit dem Vorsatz gleichzustellen, gerechtfertigt erscheint. (T7)
    Beisatz: Dieser Leitsatz konkretisiert den Rechtsbegriff "besonders krasse Fahrlässigkeit" nur in den Fällen, in welchen der allgemeine Rechtssatz angewendet wurde und die im Sachverhalt gleichartig mit dem zu entscheidenden sind. Andernfalls ist ein Vergleich mit dem bisher entscheidenden, nur ähnlichen Fällen vorzunehmen (hier. krasse Sorglosigkeit bei Erteilung einer Auskunft durch eine Auskunftei an ihren Kunden insbesonders wegen Nichterhebung des aktuellen Registerstandes. (T8)
    Veröff: RdW 1985,306
  • 5 Ob 541/85
    Entscheidungstext OGH 04.06.1985 5 Ob 541/85
    Veröff: RdW 1986,10 = JBl 1986,373
  • 7 Ob 685/87
    Entscheidungstext OGH 04.02.1988 7 Ob 685/87
    Veröff: VersR 1989,503
  • 7 Ob 695/88
    Entscheidungstext OGH 19.01.1989 7 Ob 695/88
    Auch; nur T6; Veröff: WBl 1989,131
  • 1 Ob 16/90
    Entscheidungstext OGH 21.05.1990 1 Ob 16/90
    Auch; nur T6
  • 1 Ob 503/92
    Entscheidungstext OGH 19.02.1992 1 Ob 503/92
    Auch; nur: Haftungsausschluss für leichte Fahrlässigkeit aber zulässig. (T9)
    Beisatz: Eine Haftungsbeschränkung für leichtes Verschulden in Allgemeinen Geschäftsbedingungen ist, zumal gegenüber einem Kaufmann, jedenfalls wirksam. (T10)
    Veröff: ÖBA 1992,841 = JBl 1992,713 (Iro)
  • 1 Ob 503/96
    Entscheidungstext OGH 04.06.1996 1 Ob 503/96
    Auch; nur T9; Veröff: SZ 69/134
  • 3 Ob 2004/96v
    Entscheidungstext OGH 29.05.1996 3 Ob 2004/96v
    Auch; Beisatz: Wenn Haftung für grobe Fahrlässigkeit schlechthin ausgeschlossen wurde. (T11)
    Veröff: SZ 69/127
  • 1 Ob 2374/96s
    Entscheidungstext OGH 15.07.1997 1 Ob 2374/96s
    Auch; nur T9; Beisatz: Der Haftungsausschluss für künftige Schadenersatzforderungen ist bei leichter Fahrlässigkeit grundsätzlich wirksam, sofern dadurch nicht auf den Ersatz gänzlich unvorhersehbarer oder atypischer Schäden verzichtet wird, mit denen nicht gerechnet werden konnte. (T12)
    Veröff: SZ 70/142
  • 6 Ob 160/00y
    Entscheidungstext OGH 22.02.2001 6 Ob 160/00y
    Auch; nur T9; Beis wie T12
  • 6 Ob 304/02b
    Entscheidungstext OGH 23.01.2003 6 Ob 304/02b
    Vgl; Beis wie T12
  • 7 Ob 200/05w
    Entscheidungstext OGH 28.09.2005 7 Ob 200/05w
    Auch; nur T9; Beis wie T12
  • 3 Ob 196/13i
    Entscheidungstext OGH 19.12.2013 3 Ob 196/13i
    Auch; nur T7
  • 3 Ob 234/14d
    Entscheidungstext OGH 18.03.2015 3 Ob 234/14d
    Auch
  • 7 Ob 68/15y
    Entscheidungstext OGH 20.05.2015 7 Ob 68/15y
    Auch
  • 8 Ob 46/17y
    Entscheidungstext OGH 25.10.2017 8 Ob 46/17y
    Auch; nur T6; Beis wie T12

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1966:RS0016582

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

10.01.2018

Dokumentnummer

JJR_19660712_OGH0002_0080OB00182_6600000_001

Rechtssatz für 6Ob72/58 6Ob324/58 6Ob1...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0038178

Geschäftszahl

6Ob72/58; 6Ob324/58; 6Ob159/59; 6Ob147/60; 6Ob217/60; 6Ob361/60; 6Ob184/62; 6Ob30/63; 8Ob182/66; 6Ob209/66; 6Ob258/68; 2Ob227/69; 7Ob40/70; 1Ob58/72; 1Ob108/73; 6Ob164/73; 8Ob259/74; 2Ob108/74; 1Ob537/77; 6Ob620/77; 5Ob707/78; 1Ob566/79; 6Ob666/80; 8Ob530/81; 8Ob103/83; 7Ob666/84; 1Ob694/85; 2Ob516/91; 6Ob630/94 (6Ob1653/94); 1Ob503/96; 3Ob2004/96v; 2Ob2288/96a; 2Ob41/94; 1Ob2374/96s; 6Ob98/00f; 7Ob259/03v; 7Ob200/05w; 2Ob212/08b; 6Ob108/07m; 2Ob222/09z; 2Ob13/10s; 3Ob196/13i; 7Ob143/13z; 1Ob155/14x; 3Ob138/14m; 3Ob234/14d; 7Ob68/15y; 7Ob164/15s; 8Ob46/17y; 2Ob206/16g

Entscheidungsdatum

14.12.2017

Rechtssatz

Vereinbarungen über den Ausschluss oder die Beschränkung der Haftung sind nur insoweit wirksam, als ihr Abschluss oder doch ihre Anwendung im Einzelfall nicht gegen die guten Sitten verstößt. Absichtliche Schadenszufügung kann hiedurch niemals gedeckt werden. Es kommt darauf an, ob es sich um einen Schaden aus den für das Rechtsverhältnis typischen oder wenigstens im Einzelfall nach dessen besonderen Verhältnissen voraussehbaren Gefahren handelt. Ansprüche, an welche die Parteien überhaupt nicht denken konnten, sei es, dass der Schaden aus einer nicht voraussehbaren Gefahrenquelle entstanden ist, sei es, dass der Schaden auf einem so krassen Verschulden beruht, dass gesagt werden muss, mit einem derartigen Verhalten könne nach den Erfahrungen des Lebens nicht gerechnet werden, fallen nicht unter derartige Vereinbarungen.

Entscheidungstexte

  • 6 Ob 72/58
    Entscheidungstext OGH 11.04.1958 6 Ob 72/58
    Veröff: SZ 31/57
  • 6 Ob 324/58
    Entscheidungstext OGH 17.12.1958 6 Ob 324/58
  • 6 Ob 159/59
    Entscheidungstext OGH 10.06.1959 6 Ob 159/59
    Beisatz: Freizeichnungsklausel (T1)
  • 6 Ob 147/60
    Entscheidungstext OGH 23.11.1960 6 Ob 147/60
    Beisatz: Ein Verzicht auf die Gewährleistung ist jedoch gemäß § 929 ABGB grundsätzlich möglich und daher auch die Vereinbarung einer Einschränkung der Gewährleistungsanspruches. (T2)
    Veröff: EvBl 1961/95 S 151
  • 6 Ob 217/60
    Entscheidungstext OGH 14.12.1960 6 Ob 217/60
  • 6 Ob 361/60
    Entscheidungstext OGH 01.03.1961 6 Ob 361/60
    Zweiter Rechtsgang zu 6 Ob 72/58
  • 6 Ob 184/62
    Entscheidungstext OGH 05.09.1962 6 Ob 184/62
  • 6 Ob 30/63
    Entscheidungstext OGH 13.03.1963 6 Ob 30/63
    Beisatz: Schaden erfolge Überschreitung des Liefertermins - typischer Schaden. (T3)
  • 8 Ob 182/66
    Entscheidungstext OGH 12.07.1966 8 Ob 182/66
    Veröff: QuHGZ 1966/12 S 33 = JBl 1967,369
  • 6 Ob 209/66
    Entscheidungstext OGH 30.12.1966 6 Ob 209/66
  • 6 Ob 258/68
    Entscheidungstext OGH 09.10.1968 6 Ob 258/68
    nur: Es kommt darauf an, ob es sich um einen Schaden aus den für das Rechtsverhältnis typischen oder wenigstens im Einzelfall nach dessen besonderen Verhältnissen voraussehbaren Gefahren handelt. Ansprüche, an welche die Parteien überhaupt nicht denken konnten, fallen nicht unter derartige Vereinbarungen. (T4)
    Veröff: SZ 41/131 = EvBl 1969/98 S 156
  • 2 Ob 227/69
    Entscheidungstext OGH 02.10.1969 2 Ob 227/69
    Beisatz: Ausschluss zulässig bei Nichtbeachtung der Fahrbahn, die weder unter besonders gefährlichen Umständen erfolgt noch besonders lange dauert. (T5)
  • 7 Ob 40/70
    Entscheidungstext OGH 08.04.1970 7 Ob 40/70
    Veröff: SZ 41/69 = EvBl 1970/312 S 547
  • 1 Ob 58/72
    Entscheidungstext OGH 05.04.1972 1 Ob 58/72
    nur: Vereinbarung über den Ausschluss oder die Beschränkung der Haftung sind nur insoweit wirksam, als ihr Abschluss oder doch ihre Anwendung im Einzelfall nicht gegen die guten Sitten verstößt. Absichtliche Schadenszufügung kann hiedurch niemals gedeckt werden. (T6)
  • 1 Ob 108/73
    Entscheidungstext OGH 04.07.1973 1 Ob 108/73
    Auch; Beis wie T2
    Veröff: SZ 46/69
  • 6 Ob 164/73
    Entscheidungstext OGH 13.09.1973 6 Ob 164/73
    nur T6; Beisatz: § 1167 ABGB sittenwidrig, nur durch Vertrag den Minderungsanspruch des Bestellers für unbehebbare Mängel auszuschließen. (T7)
  • 8 Ob 259/74
    Entscheidungstext OGH 26.02.1975 8 Ob 259/74
    nur T6; Beisatz: Spalttarif (T8)
    Veröff: SZ 48/22 = EvBl 1975/134 S 265 = ZVR 1975/113 S 176 = RZ 1975/45 S 89 = JBl 1975,421 = VersR 1975,723 = VJ 1975,14
  • 2 Ob 108/74
    Entscheidungstext OGH 13.06.1975 2 Ob 108/74
    nur T4; Beisatz: Haftungsausschluss für grobe Fahrlässigkeit - § 63 lit a AÖSp. (T9)
    Veröff: SZ 48/67
  • 1 Ob 537/77
    Entscheidungstext OGH 27.04.1977 1 Ob 537/77
    nur T6
  • 6 Ob 620/77
    Entscheidungstext OGH 30.06.1977 6 Ob 620/77
    Auch; nur T4; Beisatz: Bürgschaft für ausfallende zedierte Forderungen. (T10)
    Veröff: HS X/XI/9
  • 5 Ob 707/78
    Entscheidungstext OGH 28.11.1978 5 Ob 707/78
    Vgl; Beisatz: Verzicht auf Mangelfolgeschäden ist voraussehbar und kalkulierbar. Dieser Verzicht gilt im Zweifel auch für Dritte, die sich mangels einer solchen Vereinbarung auf eine vertragliche Schutzwirkung zu ihren Gunsten berufen könnten, und zwar auch dann, wenn sie darauf vertraut haben, dass zwischen den Vertragsparteien kein Haftungsausschluss vereinbart wurde. (T11)
    Veröff: SZ 51/169
  • 1 Ob 566/79
    Entscheidungstext OGH 30.03.1979 1 Ob 566/79
    nur T4; nur T6; Veröff: SZ 52/57 = EvBl 1979/221 S 578
  • 6 Ob 666/80
    Entscheidungstext OGH 26.11.1980 6 Ob 666/80
    Vgl auch; nur T6; Beisatz: Bankbedingungen (T12)
  • 8 Ob 530/81
    Entscheidungstext OGH 03.12.1981 8 Ob 530/81
    nur T6; nur T4; Beisatz: Haftungsausschluss in Reitschule. (T13)
    Veröff: JBl 1983,255 = ZVR 1982/266 S 236
  • 8 Ob 103/83
    Entscheidungstext OGH 19.01.1984 8 Ob 103/83
    Auch; Beisatz: Hier: Haftungsausschluss für Benützung eines Fahrzeugtestgeländes; wohl wurde die Gefährdung durch hohe Geschwindigkeiten geradezu in kauf genommen, doch durfte der Testfahrer bei Beachtung der ihm durch die Prüfgeländeordnung auferlegten Verpflichtungen damit rechnen, dass seine Testfahrt unbeeinträchtigt von anderen Fahrzeugen erfolgen werde. (T14) Veröff: ZVR 1984/318 S 338
  • 7 Ob 666/84
    Entscheidungstext OGH 22.11.1984 7 Ob 666/84
    Auch; nur T6; Veröff: SZ 57/184 = EvBl 1985/98 S 495 = RdW 1984,73 = JBl 1986,168; hiezu kritisch Jabornegg JBl 1986,144
  • 1 Ob 694/85
    Entscheidungstext OGH 15.01.1986 1 Ob 694/85
    nur T6
  • 2 Ob 516/91
    Entscheidungstext OGH 13.03.1991 2 Ob 516/91
    nur T6; nur T4; Beis wie T13
    Veröff: SZ 64/29
  • 6 Ob 630/94
    Entscheidungstext OGH 21.12.1994 6 Ob 630/94
    Vgl auch
  • 1 Ob 503/96
    Entscheidungstext OGH 04.06.1996 1 Ob 503/96
    Auch; Veröff: SZ 69/134
  • 3 Ob 2004/96v
    Entscheidungstext OGH 29.05.1996 3 Ob 2004/96v
    Auch; nur T4; Veröff: SZ 69/127
  • 2 Ob 2288/96a
    Entscheidungstext OGH 31.10.1996 2 Ob 2288/96a
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Haftungsausschluss bei einem Eislaufplatz. (T15)
  • 2 Ob 41/94
    Entscheidungstext OGH 30.01.1997 2 Ob 41/94
    Auch; Beisatz: Hier: Bei einem Mountain-Bike-Marathon wurden die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen grob fahrlässig nicht eingehalten - der vereinbarte Haftungsausschluss ist daher unwirksam. (T16)
  • 1 Ob 2374/96s
    Entscheidungstext OGH 15.07.1997 1 Ob 2374/96s
    Auch; Beisatz: Der Haftungsausschluss für künftige Schadenersatzforderungen ist bei leichter Fahrlässigkeit grundsätzlich wirksam, sofern dadurch nicht auf den Ersatz gänzlich unvorhersehbarer oder atypischer Schäden verzichtet wird, mit denen nicht gerechnet werden konnte. (T17)
    Veröff: SZ 70/142
  • 6 Ob 98/00f
    Entscheidungstext OGH 17.01.2001 6 Ob 98/00f
    Auch; nur: Vereinbarungen über den Ausschluss oder die Beschränkung der Haftung sind nur insoweit wirksam, als ihr Abschluss oder doch ihre Anwendung im Einzelfall nicht gegen die guten Sitten verstößt. (T18)
    Beisatz: Die Privatautonomie gestattet den Vertragspartnern in den durch § 879 ABGB gezogenen Grenzen die im Gesetz geregelten Haftungsbestimmungen vertraglich zu erweitern oder einzuschränken. Dazu enthalten die für die Baupraxis ausgehandelten ÖNormen vom Gesetz abweichende Schadenersatzregeln und Gefahrtragungsregeln, die, sofern die Anwendung der entsprechenden ÖNorm ausdrücklich vereinbart wird, zum Vertragsinhalt werden. (T19)
  • 7 Ob 259/03v
    Entscheidungstext OGH 14.01.2004 7 Ob 259/03v
  • 7 Ob 200/05w
    Entscheidungstext OGH 28.09.2005 7 Ob 200/05w
    Vgl auch; Beis wie T1; Beis wie T17
  • 2 Ob 212/08b
    Entscheidungstext OGH 22.01.2009 2 Ob 212/08b
    Vgl; nur: Ansprüche, an welche die Parteien überhaupt nicht denken konnten, sei es, dass der Schaden aus einer nicht voraussehbaren Gefahrenquelle entstanden ist, sei es, dass der Schaden auf einem so krassen Verschulden beruht, dass gesagt werden muss, mit einem derartigen Verhalten könne nach den Erfahrungen des Lebens nicht gerechnet werden, fallen nicht unter derartige Vereinbarungen. (T20)
  • 6 Ob 108/07m
    Entscheidungstext OGH 27.02.2009 6 Ob 108/07m
    Vgl; Beisatz: Der deliktische Anspruch des geschädigten Dritten kann durch Vereinbarung des Produzenten mit seinem Abnehmer nicht abbedungen werden. (T21)
  • 2 Ob 222/09z
    Entscheidungstext OGH 17.02.2010 2 Ob 222/09z
    Vgl; nur T4; Beisatz: Ein sittenwidriger Haftungsausschluss liegt vor, wenn dadurch etwa nicht vorhersehbare und nicht kalkulierbare Schadenrisiken von der Haftung ausgeschlossen würden. (T22)
  • 2 Ob 13/10s
    Entscheidungstext OGH 24.08.2010 2 Ob 13/10s
    Vgl auch; Beisatz: Der Haftungsverzicht eines Teilnehmers am Wettbewerb beschränkt sich im Zweifel auf typische Unfälle im Zuge eines Rennens, nicht aber auf grob fahrlässig verursachte rennfremde Einwirkungen. (T23)
    Beisatz: Hier: „Auto‑Crash‑Rennen“. (T24)
  • 3 Ob 196/13i
    Entscheidungstext OGH 19.12.2013 3 Ob 196/13i
    Auch; nur T4
  • 7 Ob 143/13z
    Entscheidungstext OGH 13.11.2013 7 Ob 143/13z
  • 1 Ob 155/14x
    Entscheidungstext OGH 18.09.2014 1 Ob 155/14x
    Auch; nur T4; Beisatz: Darauf, ob die Parteien tatsächlich an einen solchen Schadenseintritt gedacht haben, kommt es nicht an. (T25)
  • 3 Ob 138/14m
    Entscheidungstext OGH 22.10.2014 3 Ob 138/14m
    Auch; Beisatz: Hier: Provisionsverzicht in einem Agenturvertrag eines Versicherungsvertreters. (T26); Veröff: SZ 2014/98
  • 3 Ob 234/14d
    Entscheidungstext OGH 18.03.2015 3 Ob 234/14d
    Auch; nur T18
  • 7 Ob 68/15y
    Entscheidungstext OGH 20.05.2015 7 Ob 68/15y
  • 7 Ob 164/15s
    Entscheidungstext OGH 16.10.2015 7 Ob 164/15s
  • 8 Ob 46/17y
    Entscheidungstext OGH 25.10.2017 8 Ob 46/17y
    Auch; Beis wie T17; Beis wie T25
  • 2 Ob 206/16g
    Entscheidungstext OGH 14.12.2017 2 Ob 206/16g
    nur T18; Beis wie T17; Beisatz: Die in der Ö-Norm B2110 (nunmehr in Punkt 12.3.1) enthaltene Haftungsbeschränkung bei leichter Fahrlässigkeit ist insoweit wirksam, als dadurch nicht auf den Ersatz gänzlich unvorhersehbarer oder atypischer Schäden verzichtet wird, mit denen nicht gerechnet werden konnte (ähnlich bereits 8 Ob 46/17y; im Ergebnis auch 1 Ob 127/17h). (T27)

Schlagworte

Auto

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1958:RS0038178

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

22.03.2018

Dokumentnummer

JJR_19580411_OGH0002_0060OB00072_5800000_001

Rechtssatz für 7Ob578/94; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0038546

Geschäftszahl

7Ob578/94; 1Ob503/95; 1Ob378/97p; 5Ob141/99t; 5Ob104/00f; 2Ob55/07t; 6Ob110/07f; 3Ob197/08d; 9Ob54/12z; 5Ob121/13z; 3Ob196/13i; 6Ob131/15f; 7Ob165/16i; 2Ob35/17m; 1Ob79/23h; 2Ob187/23y

Entscheidungsdatum

25.10.2023

Rechtssatz

Verzichtserklärungen sind einschränkend auszulegen. Der Verzicht des Klägers auf laesio enormis kann nicht auch als Verzicht auf den Aufhebungsanspruch beziehungsweise Entschädigungsanspruch nach Paragraph 34, Absatz 9, des stmk ROG angesehen werden.

Entscheidungstexte

  • 7 Ob 578/94
    Entscheidungstext OGH 12.10.1994 7 Ob 578/94
    Veröff: SZ 67/170
  • 1 Ob 503/95
    Entscheidungstext OGH 27.01.1995 1 Ob 503/95
    nur: Verzichtserklärungen sind einschränkend auszulegen. (T1)
    Veröff: SZ 68/22
  • 1 Ob 378/97p
    Entscheidungstext OGH 15.12.1997 1 Ob 378/97p
    nur T1
  • 5 Ob 141/99t
    Entscheidungstext OGH 07.12.1999 5 Ob 141/99t
    nur T1; Beisatz: Eine Erweiterung des Verzichtsinhalts auf ein erst 13 Jahre nach Abschluss des Mietvertrages neu geschaffenes, einmaliges Anhebungsrecht des Vermieters im Fall des Machtwechsels in der Mietergesellschaft (§ 12a Abs 3 MRG) kommt nicht in Betracht. (T2)
  • 5 Ob 104/00f
    Entscheidungstext OGH 27.04.2000 5 Ob 104/00f
    nur T1; Beis wie T2
  • 2 Ob 55/07t
    Entscheidungstext OGH 17.12.2007 2 Ob 55/07t
    nur T1
  • 6 Ob 110/07f
    Entscheidungstext OGH 07.11.2007 6 Ob 110/07f
    Auch; nur T1
  • 3 Ob 197/08d
    Entscheidungstext OGH 17.12.2008 3 Ob 197/08d
    Auch; nur T1; Beisatz: Ob eine Erklärung einen Verzicht enthält, ist nach den §§ 914, 915 ABGB zu ermitteln. (T3)
  • 9 Ob 54/12z
    Entscheidungstext OGH 21.02.2013 9 Ob 54/12z
    nur T1; Beisatz: Hier: Erbverzicht. (T4)
  • 5 Ob 121/13z
    Entscheidungstext OGH 16.07.2013 5 Ob 121/13z
    Auch; nur T1; Beis ähnlich wie T2
  • 3 Ob 196/13i
    Entscheidungstext OGH 19.12.2013 3 Ob 196/13i
    Auch; nur T1
  • 6 Ob 131/15f
    Entscheidungstext OGH 26.11.2015 6 Ob 131/15f
    Vgl auch; nur T1; Beis ähnlich wie T2
  • 7 Ob 165/16i
    Entscheidungstext OGH 25.01.2017 7 Ob 165/16i
    Auch; nur T1
  • 2 Ob 35/17m
    Entscheidungstext OGH 28.03.2017 2 Ob 35/17m
    nur T1
  • 1 Ob 79/23h
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 23.05.2023 1 Ob 79/23h
    Beisatz: Hier: Gewährleistungsausschluss in einem Liegenschaftskaufvertrag iZm einer Vertragsbestimmung, wonach die Käufer den Vertragsgegenstand besichtigt haben. Beurteilung der Vorinstanzen, wonach sich dieser Ausschluss nur auf Mängel beziehe, die für die Käufer bei sorgfältiger Besichtigung erkennbar gewesen wären, nicht korrekturbedürftig. (T5)
    Beisatz: Für den inhaltlichen Zusammenhang zwischen dem Hinweis auf die Besichtigung und dem Haftungsausschluss ist nicht zwingend ein „Verbindungswort“ („demnach“; „daher“) erforderlich. (T6)
  • 2 Ob 187/23y
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 25.10.2023 2 Ob 187/23y
    vgl; Beisatz: Hier: kein Verstoß gegen diesen Grundsatz in der Auslegung des Berufungsgerichts. (T7)

Schlagworte

Besichtigungsklausel

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1994:RS0038546

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

14.12.2023

Dokumentnummer

JJR_19941012_OGH0002_0070OB00578_9400000_001

Rechtssatz für 5Ob189/62; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0022568

Geschäftszahl

5Ob189/62; 1Ob22/63; 8Ob266/64 (8Ob267/64); 8Ob360/64; 4Ob75/65; 2Ob263/66; 1Ob199/69; 6Ob205/72; 7Ob42/74; 7Ob510/76; 7Ob550/76; 2Ob50/77 (2Ob51/77); 3Ob588/78 (3Ob589/78); 2Ob511/80; 8Ob505/80; 1Ob636/80; 3Ob69/81; 5Ob35/81; 8Ob559/84; 8Ob72/84; 3Ob41/87; 1Ob40/87; 1Ob718/88; 1Ob516/89; 6Ob512/90; 2Ob505/90; 1Ob42/90; 1Ob596/91; 1Ob3/92; 3Ob501/94; 4Ob2017/96p; 3Ob34/97i; 6Ob201/98x; 1Ob91/99k; 7Ob274/01x; 10Ob63/02s; 9Ob142/02a; 2Ob8/02w; 3Ob304/02f; 7Ob259/03v; 6Ob315/03x; 9ObA28/04i; 6Ob191/04p; 3Ob12/05v; 5Ob148/07m; 4Ob7/08w; 2Ob210/07g; 5Ob38/05g; 2Ob9/09a; 2Ob266/08v; 3Ob55/11a; 4Ob208/12k; 1Ob184/12h; 1Ob50/13d; 3Ob196/13i; 3Ob206/13k; 5Ob157/14w; 1Ob121/17a; 4Ob222/18b; 6Ob58/20b; 3Ob136/21b; 2Ob145/22w; 5Ob6/23b; 3Ob9/23d

Entscheidungsdatum

21.11.2023

Rechtssatz

Schon die entstandene Verbindlichkeit bedeutet einen Nachteil am Vermögen (unter Umständen auch ein bestrittener oder prozessverfangener Anspruch).

Entscheidungstexte

  • 5 Ob 189/62
    Entscheidungstext OGH 30.08.1962 5 Ob 189/62
    Veröff: SZ 35/83
  • 1 Ob 22/63
    Entscheidungstext OGH 06.03.1963 1 Ob 22/63
    Beisatz: Noch nicht fällige Abgabenschuld. (T1)
  • 8 Ob 266/64
    Entscheidungstext OGH 24.11.1964 8 Ob 266/64
    Beisatz: Vereinbarungswidrige Wechselbegebung. (T2)
    Veröff: SZ 37/168
  • 8 Ob 360/64
    Entscheidungstext OGH 12.01.1965 8 Ob 360/64
  • 4 Ob 75/65
    Entscheidungstext OGH 05.10.1965 4 Ob 75/65
    Veröff: SozM IA/e,589 = RZ 1966,127 = JBl 1966,629
  • 2 Ob 263/66
    Entscheidungstext OGH 19.10.1966 2 Ob 263/66
  • 1 Ob 199/69
    Entscheidungstext OGH 30.10.1969 1 Ob 199/69
  • 6 Ob 205/72
    Entscheidungstext OGH 18.01.1973 6 Ob 205/72
  • 7 Ob 42/74
    Entscheidungstext OGH 25.04.1974 7 Ob 42/74
    Beis wie T2; Veröff: SZ 47/55 = EvBl 1974/287 S 632 = JBl 1974,475
  • 7 Ob 510/76
    Entscheidungstext OGH 12.02.1976 7 Ob 510/76
    Beisatz: Unter Umständen Schaden durch Vergrößerung der Überschuldung. (T3)
  • 7 Ob 550/76
    Entscheidungstext OGH 01.04.1976 7 Ob 550/76
    Veröff: ImmZ 1976,301
  • 2 Ob 50/77
    Entscheidungstext OGH 26.05.1977 2 Ob 50/77
    Veröff: SZ 50/77
  • 3 Ob 588/78
    Entscheidungstext OGH 10.10.1979 3 Ob 588/78
    Beisatz: Bauordnungswidriger Seitenabstand. (T4)
    Veröff: SZ 52/146
  • 2 Ob 511/80
    Entscheidungstext OGH 25.03.1980 2 Ob 511/80
    Auch; Beisatz: Nicht jedoch wenn noch gar nicht feststeht, ob die Kläger ihr Bauvorhaben je verwirklichen werden, sodass auch erhöhte Baukosten noch gar nicht feststehen. (T5)
  • 8 Ob 505/80
    Entscheidungstext OGH 08.05.1980 8 Ob 505/80
    Beis wie T3
  • 1 Ob 636/80
    Entscheidungstext OGH 27.08.1980 1 Ob 636/80
    Veröff: SZ 53/107 = NZ 1981,105 = JBl 1982,486; hiezu kritisch Berger JBl 1982,464
  • 3 Ob 69/81
    Entscheidungstext OGH 08.07.1981 3 Ob 69/81
  • 5 Ob 35/81
    Entscheidungstext OGH 02.03.1982 5 Ob 35/81
  • 8 Ob 559/84
    Entscheidungstext OGH 06.09.1984 8 Ob 559/84
    nur: Schon die entstandene Verbindlichkeit bedeutet einen Nachteil am Vermögen. (T6)
  • 8 Ob 72/84
    Entscheidungstext OGH 21.02.1985 8 Ob 72/84
    nur T6
  • 3 Ob 41/87
    Entscheidungstext OGH 09.09.1987 3 Ob 41/87
    nur T6
  • 1 Ob 40/87
    Entscheidungstext OGH 20.01.1988 1 Ob 40/87
    Vgl aber; nur T6; Beisatz: Ist die Forderung des Gläubigers aber verjährt und steht fest, dass der Schuldner nicht gewillt ist, die Forderung zu bezahlen, kann von einer Vermögensminderung nicht mehr gesprochen werden. (T7)
  • 1 Ob 718/88
    Entscheidungstext OGH 01.03.1989 1 Ob 718/88
    nur T6
  • 1 Ob 516/89
    Entscheidungstext OGH 01.03.1989 1 Ob 516/89
    nur T6; Veröff: RdW 1989,221
  • 6 Ob 512/90
    Entscheidungstext OGH 22.02.1990 6 Ob 512/90
  • 2 Ob 505/90
    Entscheidungstext OGH 28.02.1990 2 Ob 505/90
    nur T6
  • 1 Ob 42/90
    Entscheidungstext OGH 06.03.1991 1 Ob 42/90
    nur T6; Beis wie T1 nur: Noch nicht fällige Schuld. (T8)
    Veröff: SZ 64/23 = JBl 1991,647
  • 1 Ob 596/91
    Entscheidungstext OGH 18.09.1991 1 Ob 596/91
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Ein Schaden entsteht einer unterlegenen Streitpartei in Höhe ihrer Prozesskostenzahlungspflicht auch dann, wenn sie derzeit vermögenslos ist. (T9)
  • 1 Ob 3/92
    Entscheidungstext OGH 07.10.1992 1 Ob 3/92
    Auch; Beis wie T1; Beisatz: Schon mit der Vornahme einer Prozesshandlung entsteht einer Prozesspartei durch die sie treffenden Kosten ihres Vertreters ein Nachteil am Vermögen. (T10)
    Veröff: SZ 65/125
  • 3 Ob 501/94
    Entscheidungstext OGH 25.05.1994 3 Ob 501/94
    nur T6; Veröff: SZ 67/92
  • 4 Ob 2017/96p
    Entscheidungstext OGH 26.03.1996 4 Ob 2017/96p
    Auch; nur T6; Beisatz: Der Anspruch auf Rückersatz entsteht erst mit der tatsächlichen Leistung (oder allenfalls der Schaffung eines entsprechenden Exekutionstitels). (T11)
    Veröff: SZ 69/78
  • 3 Ob 34/97i
    Entscheidungstext OGH 24.06.1998 3 Ob 34/97i
    nur T6; Beisatz: Ein solcher Vermögensschaden tritt auch dann ein, wenn der Geschädigte vermögenslos ist (hier: überschuldete GmbH). (T12)
    Veröff: SZ 71/108
  • 6 Ob 201/98x
    Entscheidungstext OGH 25.03.1999 6 Ob 201/98x
    Auch; nur T6; Beisatz: Die Verursachung einer Verbindlichkeit oder eines Aufwands ist Schadenszufügung und macht grundsätzlich schadenersatzpflichtig. (T13)
    Veröff: SZ 72/55
  • 1 Ob 91/99k
    Entscheidungstext OGH 25.05.1999 1 Ob 91/99k
    Vgl auch; Beisatz: Die Belastung mit einer Verpflichtung ist positiver Schade (hier: Unterhaltsverpflichtung). (T14)
    Veröff: SZ 72/91
  • 7 Ob 274/01x
    Entscheidungstext OGH 07.12.2001 7 Ob 274/01x
    nur T6
  • 10 Ob 63/02s
    Entscheidungstext OGH 28.05.2002 10 Ob 63/02s
    Auch; Beisatz: Der Schaden ist schon durch das Entstehen der Verbindlichkeit auf Seite des Geschädigten und nicht erst durch die Erfüllung dieser Verbindlichkeit gegeben. (T15)
  • 9 Ob 142/02a
    Entscheidungstext OGH 04.09.2002 9 Ob 142/02a
    nur T6
  • 2 Ob 8/02w
    Entscheidungstext OGH 13.02.2003 2 Ob 8/02w
    Vgl auch; Beis wie T14
  • 3 Ob 304/02f
    Entscheidungstext OGH 24.06.2003 3 Ob 304/02f
    Auch; Beisatz: Auch das Entstehen einer Verbindlichkeit ist ein möglicher, nach dem ABGB zu ersetzender Schaden. (T16)
  • 7 Ob 259/03v
    Entscheidungstext OGH 14.01.2004 7 Ob 259/03v
    Auch; Beis wie T16
  • 6 Ob 315/03x
    Entscheidungstext OGH 19.02.2004 6 Ob 315/03x
    Beis wie T14
  • 9 ObA 28/04i
    Entscheidungstext OGH 29.09.2004 9 ObA 28/04i
    nur T6
  • 6 Ob 191/04p
    Entscheidungstext OGH 17.02.2005 6 Ob 191/04p
    Veröff: SZ 2005/16
  • 3 Ob 12/05v
    Entscheidungstext OGH 15.02.2006 3 Ob 12/05v
    nur T6; Beis wie T15; Beisatz: Vermögensminderung ist nicht bloß die Einbuße an Aktiven, sondern auch jedes Anwachsen der Passiven. (T17)
  • 5 Ob 148/07m
    Entscheidungstext OGH 11.12.2007 5 Ob 148/07m
    Beis ähnlich wie T14; Beisatz: Dass in diesem gemeinhin anerkannten Sinn des § 1293 ABGB auch der Unterhaltsaufwand für ein nicht gewolltes Kind einen Schaden darstellt, ist evident. (T18)
    Beisatz: Im Vergleich der (infolge des Unterbleibens eines Schwangerschaftsabbruchs) bestehenden Unterhaltsverpflichtung der Eltern mit der Situation nach einer abgebrochenen Schwangerschaft stellt sich der gesamte Unterhaltsaufwand für das behinderte Kind als Schaden dar. (T19)
  • 4 Ob 7/08w
    Entscheidungstext OGH 11.03.2008 4 Ob 7/08w
    Beis wie T17; Beisatz: Hier noch nicht rechtskräftige Abgabenschuld. (T20)
  • 2 Ob 210/07g
    Entscheidungstext OGH 27.03.2008 2 Ob 210/07g
    Beis wie T1; Beis wie T5
  • 5 Ob 38/05g
    Entscheidungstext OGH 15.03.2005 5 Ob 38/05g
    Vgl; Beisatz: Der weite Schadensbegriff des ABGB umfasst auch das Anwachsen von Passiva. (T21)
  • 2 Ob 9/09a
    Entscheidungstext OGH 25.03.2009 2 Ob 9/09a
    Vgl; Beis wie T1; Beis wie T20; Beisatz: Liegt noch kein Abgabenbescheid vor und erscheint ungewiss, ob die Abgabenbehörden ungeachtet gegenteiliger Rechtsprechung des Verfassungsgerichtshofs Dienstleistungsrenten weiterhin als einkommensteuerpflichtig einstufen werden, so ist die Rechtsansicht vertretbar, dass wegen dieser Unsicherheit in Bezug auf die Einkommensteuer für die zuerkannten Dienstleistungsansprüche noch kein ersatzfähiger Schaden vorliegt. (T22)
  • 2 Ob 266/08v
    Entscheidungstext OGH 16.07.2009 2 Ob 266/08v
    Auch; Beis wie T17; Auch Beis wie T16; Auch Beis wie T21; Beis wie T8
  • 3 Ob 55/11a
    Entscheidungstext OGH 11.05.2011 3 Ob 55/11a
    nur T6
  • 4 Ob 208/12k
    Entscheidungstext OGH 15.01.2013 4 Ob 208/12k
    Auch
  • 1 Ob 184/12h
    Entscheidungstext OGH 11.04.2013 1 Ob 184/12h
    Auch; Beis wie T14; Beis wie T15; Beis wie T16; Beis wie T17
  • 1 Ob 50/13d
    Entscheidungstext OGH 29.08.2013 1 Ob 50/13d
    Auch;nur T6; Beis wie T8; Beis wie T16
  • 3 Ob 196/13i
    Entscheidungstext OGH 19.12.2013 3 Ob 196/13i
  • 3 Ob 206/13k
    Entscheidungstext OGH 22.01.2014 3 Ob 206/13k
    Beis wie T15; Beis wie T17; Beisatz: Hier: Begründung der Grunderwerbssteuerpflicht. (T23)
  • 5 Ob 157/14w
    Entscheidungstext OGH 23.10.2014 5 Ob 157/14w
    Auch; Beis wie T20
  • 1 Ob 121/17a
    Entscheidungstext OGH 21.03.2018 1 Ob 121/17a
    Vgl; nur T6; Beis wie T16; Beis wie T17; Beisatz: Nach herrschender Auffassung ist auch das Hinzukommen von Passiva ein positiver Vermögensschaden, weil das gegenwärtige Vermögen durch die Belastung eine Änderung erfährt. (T24)
    Beisatz: Hier: Zum schadenersatzrechtlichen Freistellungsanspruch; Befreiungsrente. (T25)
  • 4 Ob 222/18b
    Entscheidungstext OGH 27.11.2018 4 Ob 222/18b
    Auch
  • 6 Ob 58/20b
    Entscheidungstext OGH 15.09.2020 6 Ob 58/20b
    Beisatz: Ein Schaden tritt im Allgemeinen schon dann ein, wenn eine Verbindlichkeit entsteht und nicht erst, wenn diese fällig wird oder beglichen wird. (T26)
  • 3 Ob 136/21b
    Entscheidungstext OGH 21.10.2021 3 Ob 136/21b
    Vgl; Beis wie T16; Beisatz: Hier: Anspruchszinsen gem § 205 Abs 1 BAO. (T27)
  • 2 Ob 145/22w
    Entscheidungstext OGH 27.09.2022 2 Ob 145/22w
    Beisatz: Hier: Kosten des Krankentransports. (T28)
  • 5 Ob 6/23b
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 14.03.2023 5 Ob 6/23b
    Beisatz wie T13; Beisatz wie T15; Beisatz wie T16; Beisatz wie T17
  • 3 Ob 9/23d
    Entscheidungstext OGH Verstärkter Senat 21.11.2023 3 Ob 9/23d
    Beisatz: Hier: Unterhaltsaufwand für ein nicht gewolltes Kind. (T29)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1962:RS0022568

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

30.01.2024

Dokumentnummer

JJR_19620830_OGH0002_0050OB00189_6200000_001

Rechtssatz für 1Ob586/85; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0042881

Geschäftszahl

1Ob586/85; 3Ob60/89; 3Ob1503/90; 9ObA328/97v; 9ObA182/99a; 9Ob38/00d; 10Ob42/00z; 2Ob276/00b; 9ObA89/01f; 9Ob165/01g; 1Ob115/02x; 1Ob47/05a; 7Ob80/07a; 7Ob205/07h; 5Ob149/08k; 4Ob240/08k; 6Ob12/09x; 2Ob115/09i; 8ObA42/09y; 7Ob134/09w; 9ObA15/09k; 4Ob158/09b; 8ObA27/10v; 9ObA37/10x; 4Ob179/11v; 3Ob99/12y; 3Ob196/13i; 4Ob189/13t; 9ObA7/14s; 6Ob49/14w; 9ObA70/14f; 9ObA83/14t; 10Ob52/14s; 4Ob184/14h; 3Ob148/15h; 4Ob128/15z; 4Ob39/16p; 9ObA93/16s; 9ObA129/15h; 4Ob62/17x; 9ObA55/17d; 1Ob177/17m; 9Ob61/17m; 9ObA71/17g; 6Ob14/18d; 8ObA63/18z; 9ObA2/19p; 8ObA4/20a; 6Ob254/20a; 3Ob183/21i; 4Ob7/22s; 6Ob192/21k; 2Ob141/23h; 9ObA14/23h; 9ObA106/23p

Entscheidungsdatum

24.01.2024

Norm

ABGB §879 BI
ZPO §502 Abs4 Z1 HIII5
  1. ABGB § 879 heute
  2. ABGB § 879 gültig ab 01.07.1992 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 275/1992
  1. ZPO § 502 heute
  2. ZPO § 502 gültig von 01.01.2031 bis 30.04.2022 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 148/2020
  3. ZPO § 502 gültig ab 01.01.2031 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 61/2022
  4. ZPO § 502 gültig von 01.05.2022 bis 31.12.2030 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 61/2022
  5. ZPO § 502 gültig von 01.01.2021 bis 30.04.2022 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 148/2020
  6. ZPO § 502 gültig von 01.07.2009 bis 31.12.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 52/2009
  7. ZPO § 502 gültig von 01.01.2005 bis 30.06.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 128/2004
  8. ZPO § 502 gültig von 01.01.2005 bis 31.12.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 112/2003
  9. ZPO § 502 gültig von 01.01.2003 bis 31.12.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 76/2002
  10. ZPO § 502 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 98/2001
  11. ZPO § 502 gültig von 01.01.1998 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 140/1997
  12. ZPO § 502 gültig von 01.08.1989 bis 31.12.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 343/1989

Rechtssatz

Die Ausformung des Begriffes der Sittenwidrigkeit kann nur an Hand von Einzelfällen erfolgen und hat für die Rechtsentwicklung erhebliche Bedeutung.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 586/85
    Entscheidungstext OGH 08.05.1985 1 Ob 586/85
    Veröff: SZ 58/72
  • 3 Ob 60/89
    Entscheidungstext OGH 28.06.1989 3 Ob 60/89
    Vgl aber; Beisatz: Das heißt jedoch nicht, dass die Revision immer zulässig wäre, wenn die Frage der Sittenwidrigkeit zu lösen ist. Sind die Grundsätze für eine bestimmte Art möglicher Sittenwidrigkeit in der Rechtsprechung schon ausreichend festgelegt, so kann der Entscheidung des OGH für die Rechtsentwicklung keine Bedeutung mehr zukommen. Von seiner Entscheidung ist dann eine Vertiefung der Grundsätze nicht mehr zu erwarten. (T1)
  • 3 Ob 1503/90
    Entscheidungstext OGH 28.02.1990 3 Ob 1503/90
    Vgl aber; Beisatz: Nur wenn eine vorliegende Sittenwidrigkeit verneint wurde oder ein durch die Grundsätze noch nicht ausjudizierter Zweifelsfall vorliegt, ist die Revision zulässig. (T2)
  • 9 ObA 328/97v
    Entscheidungstext OGH 22.10.1997 9 ObA 328/97v
    Vgl aber; Beisatz: Ob Sittenwidrigkeit vorliegt, ist eine Frage des Einzelfalles; das Berufungsgericht hat bei dieser Entscheidung die Grenzen des ihm eingeräumten Ermessens nicht überschritten und die von der Judikatur entwickelten Grundsätze zur Frage der Sittenwidrigkeit der Berufung auf die Verjährung beziehungsweise auf einen Verfall beachtet. (T3)
    Beisatz: Hier: § 46 Abs 1 ASGG. (T4)
  • 9 ObA 182/99a
    Entscheidungstext OGH 15.12.1999 9 ObA 182/99a
    Vgl aber; Beis wie T3 nur: Ob Sittenwidrigkeit vorliegt, ist eine Frage des Einzelfalles; das Berufungsgericht hat bei dieser Entscheidung die Grenzen des ihm eingeräumten Ermessens nicht überschritten. (T5)
  • 9 Ob 38/00d
    Entscheidungstext OGH 16.02.2000 9 Ob 38/00d
    Vgl aber; Beis wie T3 nur: Ob Sittenwidrigkeit vorliegt, ist eine Frage des Einzelfalles. (T6)
  • 10 Ob 42/00z
    Entscheidungstext OGH 23.03.2000 10 Ob 42/00z
    Vgl aber; Beis wie T6
  • 2 Ob 276/00b
    Entscheidungstext OGH 25.10.2000 2 Ob 276/00b
    Vgl aber; Beis wie T5; Beisatz: Hier: Unterhaltsvereinbarung. (T7)
  • 9 ObA 89/01f
    Entscheidungstext OGH 23.05.2001 9 ObA 89/01f
    Vgl aber; Beis wie T6
  • 9 Ob 165/01g
    Entscheidungstext OGH 11.07.2001 9 Ob 165/01g
    Vgl aber; Beis wie T5
  • 1 Ob 115/02x
    Entscheidungstext OGH 11.06.2002 1 Ob 115/02x
    Vgl aber; Beis wie T1; Beis wie T2
  • 1 Ob 47/05a
    Entscheidungstext OGH 24.06.2005 1 Ob 47/05a
    Vgl aber; Beis wie T5
  • 7 Ob 80/07a
    Entscheidungstext OGH 18.04.2007 7 Ob 80/07a
    Vgl aber; Beis wie T6
  • 7 Ob 205/07h
    Entscheidungstext OGH 26.09.2007 7 Ob 205/07h
  • 5 Ob 149/08k
    Entscheidungstext OGH 26.08.2008 5 Ob 149/08k
    Vgl aber; Beisatz: Ob Sittenwidrigkeit vorliegt, ist eine Frage des Einzelfalls, die nicht aufzugreifen ist, wenn das Berufungsgericht bei dieser Entscheidung die Grenzen des ihm eingeräumten Ermessens nicht überschritten hat. (T8)
  • 4 Ob 240/08k
    Entscheidungstext OGH 24.02.2009 4 Ob 240/08k
    Auch
  • 6 Ob 12/09x
    Entscheidungstext OGH 26.03.2009 6 Ob 12/09x
    Vgl aber; Beis wie T8
  • 2 Ob 115/09i
    Entscheidungstext OGH 10.06.2009 2 Ob 115/09i
    Auch
  • 8 ObA 42/09y
    Entscheidungstext OGH 27.08.2009 8 ObA 42/09y
    Vgl aber; Beis wie T5; Beis wie T6; Beis wie T8
  • 7 Ob 134/09w
    Entscheidungstext OGH 08.07.2009 7 Ob 134/09w
    Vgl aber; Beis wie T8
  • 9 ObA 15/09k
    Entscheidungstext OGH 16.11.2009 9 ObA 15/09k
    Vgl aber; Beis wie T8
  • 4 Ob 158/09b
    Entscheidungstext OGH 20.04.2010 4 Ob 158/09b
    Auch; Beis wie T8
  • 8 ObA 27/10v
    Entscheidungstext OGH 25.01.2011 8 ObA 27/10v
    Vgl aber; Beis wie T5; Beis wie T6; Beis wie T8
  • 9 ObA 37/10x
    Entscheidungstext OGH 30.03.2011 9 ObA 37/10x
    Vgl aber; Beis wie T1
  • 4 Ob 179/11v
    Entscheidungstext OGH 22.11.2011 4 Ob 179/11v
    Vgl auch; Beis wie T8
  • 3 Ob 99/12y
    Entscheidungstext OGH 11.07.2012 3 Ob 99/12y
    Auch; Beis wie T8
  • 3 Ob 196/13i
    Entscheidungstext OGH 19.12.2013 3 Ob 196/13i
    Auch; Beis wie T8
  • 4 Ob 189/13t
    Entscheidungstext OGH 17.12.2013 4 Ob 189/13t
    Vgl auch; Beis wie T5
  • 9 ObA 7/14s
    Entscheidungstext OGH 29.01.2014 9 ObA 7/14s
    Auch; Beis wie T8
  • 6 Ob 49/14w
    Entscheidungstext OGH 10.04.2014 6 Ob 49/14w
    Vgl aber; Beis wie T6
  • 9 ObA 70/14f
    Entscheidungstext OGH 22.07.2014 9 ObA 70/14f
    Auch
  • 9 ObA 83/14t
    Entscheidungstext OGH 26.08.2014 9 ObA 83/14t
    Vgl; Beis wie T8
  • 10 Ob 52/14s
    Entscheidungstext OGH 21.10.2014 10 Ob 52/14s
    Vgl aber; Beisatz: Hier: Sittenwidrigkeit eines Verzichts auf Investitionsersatz. (T9)
  • 4 Ob 184/14h
    Entscheidungstext OGH 18.11.2014 4 Ob 184/14h
    Auch; Beis wie T8
  • 3 Ob 148/15h
    Entscheidungstext OGH 19.08.2015 3 Ob 148/15h
    Auch
  • 4 Ob 128/15z
    Entscheidungstext OGH 15.12.2015 4 Ob 128/15z
    Beis wie T6; Beis wie T8
  • 4 Ob 39/16p
    Entscheidungstext OGH 30.03.2016 4 Ob 39/16p
    Auch; Beis wie T6; Beis wie T8
  • 9 ObA 93/16s
    Entscheidungstext OGH 29.09.2016 9 ObA 93/16s
    Auch; Beis wie T6; Beis wie T8
  • 9 ObA 129/15h
    Entscheidungstext OGH 29.09.2016 9 ObA 129/15h
    Auch; Beis wie T8
  • 4 Ob 62/17x
    Entscheidungstext OGH 03.05.2017 4 Ob 62/17x
    Auch; Beisatz: Eintragung einer gegen die guten Sitten verstoßenden Wortmarke (§ 4 Abs 1 Z 7 MSchG); „Ficken“. (T10)
    Beisatz: Eine behauptete Liberalisierung von Sprachgewohnheiten und eine sich nur in Ansätzen abzeichnende, aber noch nicht eingetretene Banalisierung in der Sichtweise anstößiger Ausdrücke darf bei der Auslegung des Begriffs „gute Sitten“ nicht schon vorweggenommen werden. (T11)
  • 9 ObA 55/17d
    Entscheidungstext OGH 28.06.2017 9 ObA 55/17d
    Auch; Beis wie T6
  • 1 Ob 177/17m
    Entscheidungstext OGH 25.10.2017 1 Ob 177/17m
  • 9 Ob 61/17m
    Entscheidungstext OGH 28.11.2017 9 Ob 61/17m
    Vgl aber; Beis wie T5; Beis wie T6; Beis wie T8
  • 9 ObA 71/17g
    Entscheidungstext OGH 18.12.2017 9 ObA 71/17g
    Auch; Beis wie T8
  • 6 Ob 14/18d
    Entscheidungstext OGH 28.02.2018 6 Ob 14/18d
    Vgl aber; Beis wie T8
  • 8 ObA 63/18z
    Entscheidungstext OGH 26.11.2018 8 ObA 63/18z
    Auch; Beis wie T8
  • 9 ObA 2/19p
    Entscheidungstext OGH 27.02.2019 9 ObA 2/19p
    Vgl aber; Beis wie T8
  • 8 ObA 4/20a
    Entscheidungstext OGH 24.04.2020 8 ObA 4/20a
    Beis wie T8; Beisatz: Hier: Sittenwidrigkeit einer Entgeltabrede verneint. (T12)
  • 6 Ob 254/20a
    Entscheidungstext OGH 15.03.2021 6 Ob 254/20a
    Vgl; Beis wie T8; Beisatz: Hier: Gesellschaftsvertrag. (T13)
  • 3 Ob 183/21i
    Entscheidungstext OGH 25.11.2021 3 Ob 183/21i
    Vgl; Beis nur wie T8
  • 4 Ob 7/22s
    Entscheidungstext OGH 25.01.2022 4 Ob 7/22s
    Vgl; Beis wie T6
  • 6 Ob 192/21k
    Entscheidungstext OGH 06.04.2022 6 Ob 192/21k
    Vgl; Beis wie T6; Beis wie T8
  • 2 Ob 141/23h
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 25.07.2023 2 Ob 141/23h
    Beisatz wie T3; Beisatz wie T5; Beisatz wie T8
  • 9 ObA 14/23h
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 31.05.2023 9 ObA 14/23h
    vgl; Beisatz wie T6
  • 9 ObA 106/23p
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 24.01.2024 9 ObA 106/23p
    vgl; Beisatz wie T6; Beisatz wie T8

Schlagworte

Sittenwidrigkeit, Allgemeines, erhebliche Rechtsfrage, materielle Rechtsfragen, ABGB

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1985:RS0042881

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

16.02.2024

Dokumentnummer

JJR_19850508_OGH0002_0010OB00586_8500000_003

Rechtssatz für 4Ob96/73; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0030359

Geschäftszahl

4Ob96/73; 4Ob2/75; 2Ob14/78; 4Ob14/78; 7Ob54/78; 1Ob28/78; 4Ob135/79; 4Ob135/81; 4Ob142/81; 7Ob528/83; 4Ob113/82; 4Ob150/83; 4Ob65/85; 14Ob80/86; 14Ob115/86; 14Ob200/86; 14ObA24/87; 2Ob15/94 (2Ob16/94); 8ObA78/02g; 7Ob165/02v; 8ObA114/03b; 7Ob12/04x; 7Ob22/07x; 7Ob20/08d; 7Ob207/09f; 7Ob211/09v; 7Ob17/11t; 3Ob196/13i; 7Ob9/14w; 1Ob188/15a; 7Ob93/16a; 7Ob181/16t; 2Ob73/17z; 7Ob60/18a; 7Ob120/18z; 2Ob181/18h; 9ObA26/19t; 2Ob192/19b; 9ObA6/20b; 2Ob104/20p; 10ObS1/22b; 8ObA93/22t; 10Ob23/23i

Entscheidungsdatum

13.02.2024

Rechtssatz

Ein Handeln muss, um es als grob fahrlässig zu beurteilen, sich auffallend aus der Menge der unvermeidlichen Fahrlässigkeitshandlungen des täglichen Lebens herausheben; dabei ist im Einzelfall auf die persönlichen Verhältnisse einzugehen, ferner muss der Schadenseintritt als wahrscheinlich voraussehbar sein.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 96/73
    Entscheidungstext OGH 20.11.1973 4 Ob 96/73
    Veröff: ZAS 1974,141 = Arb 9168 = SozM IA/e,1089
  • 4 Ob 2/75
    Entscheidungstext OGH 08.04.1975 4 Ob 2/75
    Beisatz: Versehentliches Nichtablassen des Kühlwassers. (T1)
    Veröff: SZ 48/39 = ZAS 1976,53 = Arb 9381
  • 2 Ob 14/78
    Entscheidungstext OGH 16.03.1978 2 Ob 14/78
    nur: Ein Handeln muss, um es als grob fahrlässig zu beurteilen, sich auffallend aus der Menge der unvermeidlichen Fahrlässigkeitshandlungen des täglichen Lebens herausheben. (T2)
  • 4 Ob 14/78
    Entscheidungstext OGH 06.06.1978 4 Ob 14/78
    Veröff: Arb 9702 = SozM IA/e,1141
  • 7 Ob 54/78
    Entscheidungstext OGH 12.10.1978 7 Ob 54/78
    nur T2
  • 1 Ob 28/78
    Entscheidungstext OGH 11.10.1978 1 Ob 28/78
  • 4 Ob 135/79
    Entscheidungstext OGH 25.03.1980 4 Ob 135/79
  • 4 Ob 135/81
    Entscheidungstext OGH 19.01.1982 4 Ob 135/81
    Veröff: Arb 10071
  • 4 Ob 142/81
    Entscheidungstext OGH 14.12.1982 4 Ob 142/81
    Beisatz: Hantieren mit offenem Feuer in einem geschlossenen Raum, in welchem deutlicher Gasgeruch festzustellen ist, durch den mit der Inbetriebnahme von Gaszentralheizungsanlagen Beauftragten. (T3)
  • 7 Ob 528/83
    Entscheidungstext OGH 17.02.1983 7 Ob 528/83
    nur T2
  • 4 Ob 113/82
    Entscheidungstext OGH 18.10.1983 4 Ob 113/82
    nur T2; Beisatz: Es muss sich um einen objektiv besonders schweren Sorgfaltsverstoß handeln, der dem Arbeitnehmer bei Würdigung aller Umstände des Falles und unter Berücksichtigung seiner persönlichen Verhältnisse auch subjektiv schwerstens vorzuwerfen ist. (T4)
    Veröff: RdW 1984,181
  • 4 Ob 150/83
    Entscheidungstext OGH 05.02.1985 4 Ob 150/83
    Beis wie T4
  • 4 Ob 65/85
    Entscheidungstext OGH 13.05.1986 4 Ob 65/85
  • 14 Ob 80/86
    Entscheidungstext OGH 03.06.1986 14 Ob 80/86
    Vgl auch; nur T2; Beisatz: Unfall infolge zu spät wahrgenommener Fahrbahnverengung (Aufmerksamkeitsfehler): keine grobe Fahrlässigkeit. (T5)
  • 14 Ob 115/86
    Entscheidungstext OGH 15.07.1986 14 Ob 115/86
  • 14 Ob 200/86
    Entscheidungstext OGH 02.12.1986 14 Ob 200/86
    nur T2; Veröff: SZ 59/214 = JBl 1987,737 (Scheffenacker)
  • 14 ObA 24/87
    Entscheidungstext OGH 24.02.1987 14 ObA 24/87
    Beisatz: Der Schadenseintritt muss auch subjektiv schwer vorzuwerfen sein (so schon 14 Ob 200/86) (T6)
    Veröff: Arb 10611
  • 2 Ob 15/94
    Entscheidungstext OGH 24.03.1994 2 Ob 15/94
    nur T2
  • 8 ObA 78/02g
    Entscheidungstext OGH 08.08.2002 8 ObA 78/02g
    Beisatz: Dies gilt auch für die Verletzung der Sorgfaltspflichten eines ordentlichen und gewissenhaften Geschäftsleiters. (T7)
    Beisatz: Hier: Kreditvergabe ohne ausreichende Bonitätsprüfung und Rentabilitätsprüfung, Umgehung der Solvabilitätsbestimmungen durch Konsortialkredit: abgestufte Verantwortlichkeit bei Ressortverteilung zwischen den Geschäftsleitern einer Raiffeisenkasse; grobe Fahrlässigkeit des für die Kreditvergabe unmittelbar Zuständigen. (T8)
  • 7 Ob 165/02v
    Entscheidungstext OGH 07.08.2002 7 Ob 165/02v
    Auch; nur T2
  • 8 ObA 114/03b
    Entscheidungstext OGH 23.01.2004 8 ObA 114/03b
    Beisatz: Hier: Das "Übersehen" des einen Meter über die LKW-Führerkabine herausragenden nicht eingezogenen Hauptarmes des Kranes, der bei Durchfahren einer dem Lenker bekannten Unterführung abgerissen wird. (T9)
  • 7 Ob 12/04x
    Entscheidungstext OGH 13.02.2004 7 Ob 12/04x
    Auch; nur T2
  • 7 Ob 22/07x
    Entscheidungstext OGH 14.02.2007 7 Ob 22/07x
    Auch; Beisatz: Hier: Unterbrechung der versicherten Rückreise um mit einem Schmuckkoffer einen Copyshop aufzusuchen (§ 8 AÖTB 2001). (T10)
  • 7 Ob 20/08d
    Entscheidungstext OGH 07.02.2008 7 Ob 20/08d
    Beisatz: Wann und unter welchen Umständen das Entzünden von Kerzen auf einem Christbaum als grob fahrlässig anzusehen ist, hängt von den konkreten, speziellen Gegebenheiten des Einzelfalls ab und lässt sich daher nicht generell, sondern nur einzelfallbezogen beantworten. (T11)
  • 7 Ob 207/09f
    Entscheidungstext OGH 28.10.2009 7 Ob 207/09f
    Auch
  • 7 Ob 211/09v
    Entscheidungstext OGH 03.03.2010 7 Ob 211/09v
    Auch
  • 7 Ob 17/11t
    Entscheidungstext OGH 16.02.2011 7 Ob 17/11t
    Auch; Beisatz: Hier: Zu § 61 VersVG; Einbruch in einen PKW wegen sichtbar angebrachtem Navigationsgerät. (T12)
  • 3 Ob 196/13i
    Entscheidungstext OGH 19.12.2013 3 Ob 196/13i
  • 7 Ob 9/14w
    Entscheidungstext OGH 29.01.2014 7 Ob 9/14w
    Auch; Beisatz: Grobe Fahrlässigkeit liegt vor, wenn sich das Verhalten des Schädigers aus der Menge der sich auch für den Sorgsamsten nie ganz vermeidbaren Fahrlässigkeitshandlungen des täglichen Lebens als eine auffallende Sorglosigkeit heraushebt. (T13)
    Beisatz: Hier: Art 6.2 AWB. (T14)
  • 1 Ob 188/15a
    Entscheidungstext OGH 22.10.2015 1 Ob 188/15a
  • 7 Ob 93/16a
    Entscheidungstext OGH 25.05.2016 7 Ob 93/16a
    Auch; Beis wie T13
  • 7 Ob 181/16t
    Entscheidungstext OGH 30.11.2016 7 Ob 181/16t
    Veröff: SZ 2016/133
  • 2 Ob 73/17z
    Entscheidungstext OGH 28.11.2017 2 Ob 73/17z
    Auch; Beisatz: Hier: Unfall mit Zweiwegebagger/grobe Fahrlässigkeit bejaht. (T15); Veröff: SZ 2017/136
  • 7 Ob 60/18a
    Entscheidungstext OGH 20.04.2018 7 Ob 60/18a
    Auch
  • 7 Ob 120/18z
    Entscheidungstext OGH 04.07.2018 7 Ob 120/18z
  • 2 Ob 181/18h
    Entscheidungstext OGH 30.10.2018 2 Ob 181/18h
  • 9 ObA 26/19t
    Entscheidungstext OGH 28.03.2019 9 ObA 26/19t
    Auch
  • 2 Ob 192/19b
    Entscheidungstext OGH 27.02.2020 2 Ob 192/19b
    Vgl; Beisatz: Hier: Fußgängerin beim Linkseinbiegen übersehen. (T16)
  • 9 ObA 6/20b
    Entscheidungstext OGH 29.04.2020 9 ObA 6/20b
    Vgl
  • 2 Ob 104/20p
    Entscheidungstext OGH 17.09.2020 2 Ob 104/20p
    Vgl; Beisatz: Hier: Verneinung grober Fahrlässigkeit bei bloßem Aufmerksamkeitsfehler jedenfalls vertretbar. (T17)
  • 10 ObS 1/22b
    Entscheidungstext OGH 22.02.2022 10 ObS 1/22b
    Beisatz: Hier. Übermäßiger Alkoholkonsum (Blutalkoholwert von 1,99 Promille), durch den massive Koordinations- und Konzentrationsstörungen hervorgerufen wurden, ist grob fahrlässig. (T18)
  • 8 ObA 93/22t
    Entscheidungstext OGH 25.01.2023 8 ObA 93/22t
    Vgl; Beisatz: Grobe Fahrlässigkeit ist anzunehmen, wenn eine außergewöhnliche und auffallende Vernachlässigung der Pflicht zur Unfallverhütung vorliegt, sodass der Eintritt des Schadens als wahrscheinlich und nicht bloß als möglich voraussehbar ist. (T19)
    Bem: Ebenso RS0030644. (T20)
  • 10 Ob 23/23i
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 13.02.2024 10 Ob 23/23i
    vgl; Beisatz: Hier: Verneinung eines groben Verschuldens bei Prospektkontrollortätigkeit. (T21)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1973:RS0030359

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

19.03.2024

Dokumentnummer

JJR_19731120_OGH0002_0040OB00096_7300000_001

Rechtssatz für 7Ob33/93; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0030303

Geschäftszahl

7Ob33/93; 2Ob27/93; 7Ob2068/96k; 7Ob2083/96s; 7Ob90/99g; 7Ob59/01d; 7Ob74/02m; 7Ob14/03i; 7Ob170/03f; 8ObA73/03y; 2Ob154/06w; 7Ob157/08a; 7Ob75/10w; 7Ob176/11z; 7Ob47/12f; 3Ob196/13i; 7Ob9/14w; 9ObA8/15i; 9Ob48/18a; 7Ob149/18i; 7Ob159/18k; 10Ob23/23i

Entscheidungsdatum

13.02.2024

Rechtssatz

Grob fahrlässig handelt, wer im täglichen Leben die erforderliche Sorgfalt gröblich, in hohem Grad, aus Unbekümmertheit oder Leichtfertigkeit außer acht lässt, wer nicht beachtet, was unter den gegebenen Umständen jedem einleuchten musste; grobe Fahrlässigkeit ist gegeben bei schlechthin unentschuldbaren Pflichtverletzungen, die das gewöhnliche Maß an nie ganz vermeidbaren Fahrlässigkeitshandlungen des täglichen Lebens ganz erheblich übersteigen.

Entscheidungstexte

  • 7 Ob 33/93
    Entscheidungstext OGH 24.11.1993 7 Ob 33/93
    Veröff: VersRdSch 1994,218
  • 2 Ob 27/93
    Entscheidungstext OGH 11.11.1993 2 Ob 27/93
    nur: Grob fahrlässig handelt wer nicht beachtet, was unter den gegebenen Umständen jedem einleuchten musste. (T1)
  • 7 Ob 2068/96k
    Entscheidungstext OGH 17.07.1996 7 Ob 2068/96k
    Auch; nur: Grobe Fahrlässigkeit ist gegeben bei schlechthin unentschuldbaren Pflichtverletzungen. (T2)
  • 7 Ob 2083/96s
    Entscheidungstext OGH 20.11.1996 7 Ob 2083/96s
    Auch
  • 7 Ob 90/99g
    Entscheidungstext OGH 12.05.1999 7 Ob 90/99g
    nur: Grobe Fahrlässigkeit ist gegeben bei schlechthin unentschuldbaren Pflichtverletzungen, die das gewöhnliche Maß an nie ganz vermeidbaren Fahrlässigkeitshandlungen des täglichen Lebens ganz erheblich übersteigen. (T3)
  • 7 Ob 59/01d
    Entscheidungstext OGH 30.03.2001 7 Ob 59/01d
    Auch; nur T3
  • 7 Ob 74/02m
    Entscheidungstext OGH 29.04.2002 7 Ob 74/02m
    Auch; nur T3
  • 7 Ob 14/03i
    Entscheidungstext OGH 28.04.2003 7 Ob 14/03i
    Auch; nur T3
  • 7 Ob 170/03f
    Entscheidungstext OGH 05.08.2003 7 Ob 170/03f
    Auch; Beisatz: Grobe Fahrlässigkeit liegt vor, wenn sich das Verhalten des Schädigers aus der Menge der sich auch für den Sorgsamsten nie ganz vermeidbaren Fahrlässigkeitshandlungen des täglichen Lebens als eine auffallende Sorglosigkeit heraushebt. (T4)
  • 8 ObA 73/03y
    Entscheidungstext OGH 24.09.2004 8 ObA 73/03y
    Veröff: SZ 2004/141
  • 2 Ob 154/06w
    Entscheidungstext OGH 05.10.2006 2 Ob 154/06w
    Auch; nur T3
  • 7 Ob 157/08a
    Entscheidungstext OGH 22.10.2008 7 Ob 157/08a
    Beisatz: Überlässt der Versicherungsnehmer (hier: Masseverwalter) dem Gemeinschuldner die Fahrteinteilung und weist ihn an, Ruhezeiten einzuhalten, so ist die über die Plausibilitätsprüfung zur Verhinderung von Schwarzfahrten nicht hinausgehende Prüfung des Masseverwalters auf Einhaltung von Ruhezeiten nicht grob fahrlässig. (T5)
  • 7 Ob 75/10w
    Entscheidungstext OGH 30.06.2010 7 Ob 75/10w
  • 7 Ob 176/11z
    Entscheidungstext OGH 28.09.2011 7 Ob 176/11z
  • 7 Ob 47/12f
    Entscheidungstext OGH 25.04.2012 7 Ob 47/12f
    Beisatz: Zur Annahme grober Fahrlässigkeit ist es erforderlich, dass bei Vorliegen eines objektiv groben Verstoßes dem Täter dieser auch subjektiv vorwerfbar sein muss. (T6)
  • 3 Ob 196/13i
    Entscheidungstext OGH 19.12.2013 3 Ob 196/13i
  • 7 Ob 9/14w
    Entscheidungstext OGH 29.01.2014 7 Ob 9/14w
    Vgl auch; Beis wie T4; Beisatz: Hier: Art 6.2 AWB. (T7)
  • 9 ObA 8/15i
    Entscheidungstext OGH 25.02.2016 9 ObA 8/15i
    Auch; Veröff: SZ 2016/25
  • 9 Ob 48/18a
    Entscheidungstext OGH 24.07.2018 9 Ob 48/18a
    Beisatz: Hier: ZaDiG (BGBl I 2009/66). (T8)
  • 7 Ob 149/18i
    Entscheidungstext OGH 21.11.2018 7 Ob 149/18i
    Auch; Beis wie T4
  • 7 Ob 159/18k
    Entscheidungstext OGH 21.11.2018 7 Ob 159/18k
    Auch
  • 10 Ob 23/23i
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 13.02.2024 10 Ob 23/23i
    vgl; Beisatz nur wie T2; Beisatz nur wie T3
    Beisatz: Hier: Verneinung eines groben Verschuldens bei Prospektkontrollortätigkeit. (T9)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1993:RS0030303

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

19.03.2024

Dokumentnummer

JJR_19931124_OGH0002_0070OB00033_9300000_001

Rechtssatz für 1Ob58/72; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0016561

Geschäftszahl

1Ob58/72; 6Ob2/73; 1Ob566/79; 8Ob530/81; 8Ob654/86; 9Ob3/09w; 2Ob176/10m; 9Ob41/13i; 3Ob196/13i; 6Ob125/14x; 1Ob155/14x; 3Ob238/15v; 8Ob9/19k; 1Ob79/23h; 5Ob60/23v; 1Ob77/23i; 2Ob243/23h

Entscheidungsdatum

21.03.2024

Norm

ABGB §879 BIIc
ABGB §914 IIIh
ABGB §929
ABGB §933 II
ABGB §1295 Ia6
  1. ABGB § 879 heute
  2. ABGB § 879 gültig ab 01.07.1992 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 275/1992
  1. ABGB § 914 heute
  2. ABGB § 914 gültig ab 01.01.1917 zuletzt geändert durch RGBl. Nr. 69/1916
  1. ABGB § 933 heute
  2. ABGB § 933 gültig ab 01.01.2022 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 175/2021
  3. ABGB § 933 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 48/2001
  4. ABGB § 933 gültig von 01.01.1917 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch RGBl. Nr. 69/1916
  1. ABGB § 1295 heute
  2. ABGB § 1295 gültig ab 01.01.1917 zuletzt geändert durch RGBl. Nr. 69/1916

Rechtssatz

Vereinbarungen über die Beschränkung oder den Ausschluss der Haftung sind nach der Absicht der Parteien und der Übung des redlichen Verkehrs (Paragraph 914, ABGB) auszulegen vergleiche SZ 31/57). Bei einem Haftungsausschluss für die Dauer der Garantiefrist muss der Parteiwille dahin interpretiert werden, dass für die genannten Schäden auch nach Ablauf der Garantiefrist eine Haftung ausgeschlossen bleiben sollte.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 58/72
    Entscheidungstext OGH 05.04.1972 1 Ob 58/72
  • 6 Ob 2/73
    Entscheidungstext OGH 18.01.1973 6 Ob 2/73
    nur: Vereinbarungen über die Beschränkung oder den Ausschluss der Haftung sind nach der Absicht der Parteien und der Übung des redlichen Verkehrs (§ 914 ABGB) auszulegen (vgl SZ 31/57). (T1)
  • 1 Ob 566/79
    Entscheidungstext OGH 30.03.1979 1 Ob 566/79
    nur T1; Beisatz: Einschränkende Auslegung. (T2)
    Veröff: SZ 52/57 = EvBl 1979/221 S 578
  • 8 Ob 530/81
    Entscheidungstext OGH 03.12.1981 8 Ob 530/81
    Vgl; Beis wie T2; Veröff: JBl 1983,255 = ZVR 1982/266 S 236
  • 8 Ob 654/86
    Entscheidungstext OGH 22.01.1987 8 Ob 654/86
    nur T1; Beis wie T2; Veröff: ImmZ 1987,216
  • 9 Ob 3/09w
    Entscheidungstext OGH 24.02.2009 9 Ob 3/09w
    nur T1; Beisatz: Bei Auslegung des Gewährleistungsverzichts ist nicht nur am Wortlaut (hier "... Gewährleistung absolut ausgeschlossen ...") zu haften, sondern für die Erforschung der Parteienabsicht sind auch die Umstände des Vertragsschlusses, nämlich das sonstige Verhalten der Parteien und deren Erklärungen, von wesentlicher Bedeutung. (T3)
    Beisatz: Hier: Auslegung eines beim Privat-Verkauf eines Gebraucht-PKW abgegebenen Gewährleistungsverzichts. (T4)
  • 2 Ob 176/10m
    Entscheidungstext OGH 22.06.2011 2 Ob 176/10m
    nur T1; Auch Beis wie T3
  • 9 Ob 41/13i
    Entscheidungstext OGH 25.06.2013 9 Ob 41/13i
    nur T1; Beisatz: Zur Frage, ob der Haftungsausschluss eines Generalunternehmers auch für den Subunternehmer als Erfüllungsgehilfen gilt. (T5)
  • 3 Ob 196/13i
    Entscheidungstext OGH 19.12.2013 3 Ob 196/13i
    Auch; Beis wie T2
  • 6 Ob 125/14x
    Entscheidungstext OGH 17.09.2014 6 Ob 125/14x
    Auch
  • 1 Ob 155/14x
    Entscheidungstext OGH 18.09.2014 1 Ob 155/14x
    Auch; nur: Vereinbarungen über die Beschränkung oder den Ausschluss der Haftung sind nach § 914 ABGB auszulegen. (T6)
  • 3 Ob 238/15v
    Entscheidungstext OGH 20.01.2016 3 Ob 238/15v
    Auch
  • 8 Ob 9/19k
    Entscheidungstext OGH 25.03.2019 8 Ob 9/19k
    Beis wie T3
  • 1 Ob 79/23h
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 23.05.2023 1 Ob 79/23h
    Beisatz: Hier: Gewährleistungsausschluss in einem Liegenschaftskaufvertrag iZm einer Vertragsbestimmung, wonach die Käufer den Vertragsgegenstand besichtigt haben. Beurteilung der Vorinstanzen, wonach sich dieser Ausschluss nur auf Mängel beziehe, die für die Käufer bei sorgfältiger Besichtigung erkennbar gewesen wären, nicht korrekturbedürftig. (T7)
    Beisatz: Für den inhaltlichen Zusammenhang zwischen dem Hinweis auf die Besichtigung und dem Haftungsausschluss ist nicht zwingend ein „Verbindungswort“ („demnach“; „daher“) erforderlich. (T8)
  • 5 Ob 60/23v
    Entscheidungstext OGH 31.05.2023 5 Ob 60/23v
    Beisatz wie T3
  • 1 Ob 77/23i
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 20.09.2023 1 Ob 77/23i
    nur T1; Beisatz wie T3
  • 2 Ob 243/23h
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 21.03.2024 2 Ob 243/23h
    vgl; Beisatz nur wie T3

Schlagworte

Besichtigungsklausel

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1972:RS0016561

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

30.04.2024

Dokumentnummer

JJR_19720405_OGH0002_0010OB00058_7200000_001

Entscheidungstext 3Ob196/13i

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Fundstelle

EvBl‑LS 2014/45 = Zak 2014/173 S 93 - Zak 2014,93 = JBl 2014,641 = ZRB 2014,177 (Hayek) = ecolex 2014/116 S 316 - ecolex 2014,316

Geschäftszahl

3Ob196/13i

Entscheidungsdatum

19.12.2013

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat als Revisionsgericht durch den Senatspräsidenten Dr. Prückner als Vorsitzenden sowie durch den Hofrat Univ.-Prof. Dr. Neumayr, die Hofrätin Dr. Lovrek und die Hofräte Dr. Jensik und Dr. Roch als weitere Richter in der Rechtssache der klagenden Partei F***** Ltd, *****, vertreten durch Dorda Brugger Jordis Rechtsanwälte GmbH in Wien, wider die beklagte Partei P***** GmbH, *****, vertreten durch Boller Langhammer Schubert Rechtsanwälte KG in Wien, und der Nebenintervenientin auf Seiten der beklagten Partei L***** B.V., *****, vertreten durch Specht Böhm Rechtsanwalt GmbH in Wien, wegen 13.533.170 EUR sA, über die außerordentliche Revision der klagenden Partei gegen das Teilurteil des Oberlandesgerichts Wien als Berufungsgericht vom 31. Juli 2013, GZ 5 R 231/12w-173, womit das Teilurteil des Handelsgerichts Wien vom 16. August 2012, GZ 16 Cg 4/10b-165, zum Teil bestätigt wurde, den

Beschluss

gefasst:

Spruch

Die außerordentliche Revision wird gemäß Paragraph 508 a, Absatz 2, ZPO mangels der Voraussetzungen des Paragraph 502, Absatz eins, ZPO zurückgewiesen.

Text

Begründung:

Die Klägerin ist Versicherer eines niederländischen Unternehmens der Kartonagenerzeugung (im Weiteren: Bestellerin). Diese schloss mit der Beklagten am 30. März/9. April 2004 einen Vertrag über den Umbau einer in den Niederlanden bestehenden Anlage, worin sich die Beklagte zur Durchführung verschiedenster Arbeiten gegen Zahlung eines Werklohns von 7.110.000 EUR (den die Bestellerin nach Beendigung der Arbeiten auch bezahlt hat) verpflichtete. Im Vertrag wurden der Gerichtsstand Wien und die Anwendung materiellen österreichischen Rechts unter Ausschluss des UN-Kaufrechts vereinbart. Zur „Haftung für Schäden“ wurde im Vertragspunkt 10 festgehalten: „Der Auftragnehmer [das ist die Beklagte] haftet im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen für alle Personen- und Sachschäden. Weitere Folgeschäden insbesondere Produktionsausfall und Produkthaftung etc. sind jedoch ausgeschlossen.

Die Umbauarbeiten betrafen auch den seit 1963 in Betrieb gewesenen dampfbeheizten Glättzylinder der Anlage, an dem die Beklagte ein Seilzugsystem anbringen sollte. Die später umgesetzte Konstruktion wurde von der Beklagten vorgeschlagen, die die nötigen Zeichnungen anfertigte. Nach dem Anbot der Beklagten, das dem Vertrag zugrunde gelegt wurde, sollten zur Position Seilführung die Klärungen mit der zuständigen niederländischen Behörde und Maßnahmen für den Unfallschutz (der Nebenintervenientin) durch die Bestellerin erfolgen, die Beklagte werde Unterstützung leisten. Beide Vertragsparteien gingen dabei davon aus, dass die geplanten Arbeiten von der Nebenintervenientin genehmigt werden müssen. Nach Abschluss des Vertrags einigten sie sich darauf, dass die Beklagte direkt mit der Nebenintervenientin in Verbindung treten werde. Die Beklagte übermittelte der Nebenintervenientin zur Beurteilung der geplanten Arbeiten vorläufige Informationen und Unterlagen, darunter Skizzen (auch Ausschnittszeichnungen des Glättzylinders) und Beschreibungen, in welchen festgehalten war, dass die Beklagte die Festigung der Seilsegmente an der Flanschplane und dafür Bohrungen vornehmen wolle. Der Nebenintervenientin wurde sowohl in einem Telefonat als auch in einem Fax erklärt, dass die Bohrungen außerhalb des direkt vom Dampfdruck betroffenen Bereichs des Zylinders, also außerhalb des Druckraums erfolgen werden. Die Nebenintervenientin und die Beklagte gelangten übereinstimmend zur Ansicht, dass die Nebenintervenientin die Arbeit gar nicht genehmigen müsse. Weil die Beklagte die Nebenintervenientin um eine diesbezügliche schriftliche Bestätigung ersuchte, unterschrieb die Nebenintervenientin unter der Klausel „examined" das Telefax der Beklagten vom 17. Mai 2004, worin die Beklagte unter anderem erklärt hatte, dass die Nebenintervenientin im Telefonat mitgeteilt habe, dass seitens ihrer Behörde für diesen konkreten Fall (Befestigung an der Stirnseite des über den Anschraubflansch herausragenden Mantelrandes, also außerhalb des Druckraums) keine Einwände und Bedenken bestehen. Davon setzte die Beklagte die Bestellerin in Kenntnis. Danach erfolgte keine konstruktive Änderung der Befestigung der Seilringsegmente mehr.

Die Umbauarbeiten wurden von der Beklagten vom 13. August bis 18. Oktober 2004 durchgeführt. Beim Glättzylinder bohrten die Arbeitnehmer der Beklagten in die Stirnfläche des führerseitigen Kragens des Mantels 36 Sacklöcher mit einer Tiefe von 44 mm und mit 30 mm tiefen Gewinden, worin sie dann mit 36 Kopfschrauben M16 zwölf Kreisringsegmente für die Seilführung anschraubten. Die Nebenintervenientin überprüfte die durchgeführten Arbeiten nicht.

Durch diese Bohrungen wurden die Spannungen in der Stirnseite des Flansches am Rand der Sacklochbohrung auf das 3,24-fache erhöht. Die Wärmespannungen erreichten deshalb anlässlich des Anwärmvorgangs am Schadenstag eine Größe, die die für einen Anriss (Rissstart) erforderliche Größe bei weitem überstieg und waren somit Ursache des Schadens.

Die aus diesen Arbeiten resultierenden erheblichen Auswirkungen auf den sicheren Betrieb der Anlage, insbesondere im Hinblick auf Wärmespannungen, waren weder Gegenstand der Vertragsgespräche noch irgendwelcher Überlegungen oder Berechnungen der Arbeitnehmer der Beklagten. Das Auftreten erhöhter Wärmespannungen infolge der Anbringung derartiger Seilzugelemente ist für einen in diesem Bereich tätigen Spezialisten ein bekanntes Phänomen; den Arbeitnehmern einer Papierfabrik muss dies allerdings nicht bekannt sein. Auch die konkrete Vorgangsweise beim Aufheizen der Anlage und des Glättzylinders wurde von den Vertragsparteien nicht erörtert.

Nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik sind derartige Zylinder langsam und rotierend aufzuheizen. Die Bestellerin hat den Glättzylinder aber seit jeher anfangs im Stillstand befindlich aufgeheizt.

Nach Abschluss der Arbeiten der Beklagten wurde die Anlage am 15. November 2004 wieder ohne Probleme in Betrieb genommen, die Abnahme erfolgte am 4. Jänner 2005. In weiterer Folge wurde die Anlage wiederholt gewartet; danach musste der Glättzylinder immer aufgeheizt werden, wobei es bis zum 14. September 2005 keine Probleme gab. An diesem Tag wurde der Glättzylinder unüblich schnell aufgeheizt, und zwar derart, dass innerhalb von knapp 15 Minuten ab Beginn der Dampfzufuhr eine Dampfmenge von ca 13 t/h erreicht wurde. Danach wurde die Dampfmenge langsam weiter gesteigert, erreichte nach knapp 30 Minuten ab Beginn der Dampfzufuhr das Maximum von ca 15,5 t/h, danach wurde sie wieder gedrosselt. Dieses Vorgehen führte zu im Vergleich mit langsameren Aufheizvorgängen größeren Wärmespannungen, was dazu führte, dass der Glättzylinder explosionsartig zerbarst. Die durch das schnelle Aufheizen entstandenen größeren Wärmespannungen hätten allerdings ohne die von der Beklagten gesetzten Bohrungen keinen Riss und damit auch nicht den tatsächlich eingetretenen Schaden verursacht. Der von der Beklagten umgebaute Glättzylinder wäre nur dann nicht beschädigt worden, wenn der Aufheizvorgang zumindest fünf Mal langsamer als am 14. September 2005 durchgeführt worden wäre.

Die Klägerin leistete der Bestellerin aufgrund des Versicherungsvertrags Zahlungen, und zwar für Sachschaden 4.938.810 EUR und für Ertragsausfall 7.665.401 EUR. Die Bestellerin musste zum Sachschaden einen Selbstbehalt von 250.000 EUR und zum Ertragsausfall einen Selbstbehalt von 678.959 EUR tragen. Diese Forderungen gegen die Beklagte hat sie der Klägerin mit einer Inkassozession abgetreten.

Die Klägerin fordert von der Beklagten die Summe dieser Beträge, also 13.533.170 EUR sA. als Versicherer der Bestellerin und aufgrund einer Inkassozession. Die Bestellerin betreibe in den Niederlanden eine Kartonagenproduktionsfabrik und habe die Beklagte mit Arbeiten an ihrer Anlage beauftragt. Nach deren Abschluss sei am 14. September 2005 ein Neustart erfolgt, bei dem es zu einer heftigen Explosion gekommen sei, wodurch der Zylinder in mehrere Einzelteile zerbrochen sei. Die Ursache des Schadens sei ein Bohrloch der Beklagten gewesen, das Spannungskonzentrationen bewirkt habe. Die Druckgeräte-Richtlinie 97/23/EG sei in den Niederlanden durch den „Besluit drukapparatur“ umgesetzt worden, der ein Schutzgesetz iSd Paragraph 1311, ABGB darstelle. Der Glättzylinder sei ein Druckgerät iSd Artikel eins, Absatz 2, der Richtlinie, die Bestimmungen der Richtlinie seien daher zu beachten gewesen. Die Beklagte habe aber entgegen dieser Bestimmungen keine Gefahrenanalyse durchgeführt, sie habe keine Berichte vorgelegt und nicht das in der Richtlinie vorgegebene Verfahren angewendet; sie habe vor den Spannungskonzentrationen durch die Bohrlöcher nicht gewarnt und sie habe auch keine geeigneten Schutzmaßnahmen angewendet. Prüfungen hätten zur Entdeckung der Auswirkungen der Gewindelochbohrungen auf die Intaktheit des Zylinders geführt. Es sei zwar ein Haftungsausschluss für Folgeschäden wie insbesondere für den Produktionsausfall vereinbart worden, dies sei aber bei krasser grober Fahrlässigkeit sittenwidrig, die die Beklagte zu verantworten habe. Der Haftungsausschluss beziehe sich auch nur auf vertragliche Schadenersatzansprüche und nicht auf solche bei Verletzung eines Schutzgesetzes.

Die Beklagte bestritt und wendete ein, die Arbeiten am Zylinder hätten zu keiner Änderung an den druckrelevanten Bereichen, am Betrieb und an der Heizung der Anlage geführt. Die Beklagte habe die niederländische Aufsichtsbehörde für Dampfkessel (die Nebenintervenientin) über die beabsichtigten Arbeiten in Kenntnis gesetzt, diese habe die Arbeiten genehmigt. Zu den Schäden sei es nur durch ein vorschriftswidriges und nicht dem Stand der Technik entsprechendes Verhalten des Personals der Bestellerin bei der Inbetriebnahme gekommen. Alle von der Bestellerin beauftragten Arbeiten seien von der Beklagten ordnungsgemäß und sorgfältig erledigt worden. Die Druckgeräte-Richtlinie sei hier gar nicht anzuwenden, weil die Beklagte nicht der Hersteller der Anlage sei.

Die Nebenintervenientin auf Seiten der Beklagten bestritt im Sinn des Beklagten. Die Druckgeräte-Richtlinie und der „Besluit drukapparatur“ seien keine Schutzgesetze, die Beklagte sei auch nicht Normadressat. Den Vertrag habe die Bestellerin entworfen, er sei auf ihrem Geschäftspapier erstellt worden, sie könne sich daher nicht auf die Sittenwidrigkeit ihres eigenen Vertrags berufen. Die Nebenintervenientin sei hinsichtlich der von der Beklagten vorgenommenen Änderungen, so weit ihr diese von der Beklagten bekannt gegeben worden seien, nach Niederländischem Recht nicht zur Überprüfung oder zur genaueren Untersuchung verpflichtet gewesen. Der Stempel der Nebenintervenientin auf dem Telefax der Beklagten sei nur eine Bestätigung für den Eingang des Schriftstücks.

Das Erstgericht erließ ein Teil- und Zwischenurteil, mit dem es 1. die Beklagte verpflichtete, der Klägerin 873.869,49 EUR sA zu zahlen, 2. ein Mehrbegehren von 8.344.359 EUR sA abwies und 3. aussprach, dass das verbleibende Klagebegehren von 4.314.941,51 EUR sA dem Grunde nach zu Recht bestehe; 4. behielt es die Entscheidung über die Höhe des Begehrens laut Punkt 3. und über die Prozesskosten der Endentscheidung vor. Es ging im Wesentlichen von dem eingangs dargestellten Sachverhalt aus (der im unterstrichenen Bereich von der Beklagten mit Berufung bekämpft wurde). In seiner rechtlichen Beurteilung kam das Erstgericht zum Schluss, dass der Beklagten die Verletzung einer Aufklärungspflicht anzulasten sei. Dies sei kausal für den eingetretenen Schaden gewesen. Die Bestellerin treffe kein Mitverschulden. Der Haftungsausschluss sei aber auch für grobe Fahrlässigkeit zulässig, wenn er nicht sittenwidrig sei. Letzteres gelte (nur) dann, wenn der Beklagten - anders als hier - krasse grobe Fahrlässigkeit unterlaufen sei. Somit sei das Begehren der Klägerin auf Ersatz von Gewinnentgang von 5.199.114 EUR und erhöhter Produktionskosten von 3.145.245 EUR abzuweisen. Der restliche Anspruch der Klägerin sei dem Grunde nach berechtigt, wobei über die von der Beklagten anerkannten Beträge von 873.869,49 EUR ein stattgebendes Teilurteil habe ergehen können.

Das Berufungsgericht gab der Berufung der Klägerin nicht Folge und bestätigte Punkt 2. des Ersturteils (Abweisung von 8.344.359 EUR sA) als Teilurteil; die ordentliche Revision erklärte es wegen Einzelfallbeurteilung für nicht zulässig. Der Berufung der Beklagten gab es Folge und hob das Ersturteil im Übrigen auf und trug ihm die neuerliche Entscheidung nach Ergänzung des Verfahrens auf; ein Rechtskraftvorbehalt wurde nicht gesetzt. Es erachtete den Haftungsausschluss für grobe Fahrlässigkeit als wirksam vereinbart und verneinte ein krass grob fahrlässiges Fehlverhalten der Beklagten, weshalb die Freizeichnung nicht nur für den Gewinnentgang sondern auch für die erhöhten Produktionskosten zum Tragen komme; daher sei die vom Erstgericht vorgenommene Abweisung als Teilurteil zu bestätigen. Im Übrigen erachtete es eine Mängelrüge der Beklagten als berechtigt und trug dem Erstgericht eine Verfahrensergänzung durch Aufnahme eines weiteren Sachverständigenbeweises auf, ohne die bereits erwähnten Beweisrügen der Beklagten zu erledigen.

Gegen das klageabweisende Teilurteil richtet sich die außerordentliche Revision der Klägerin, mit der sie die Abänderung im Sinn eines stattgebenden Zwischenurteils anstrebt.

Rechtliche Beurteilung

Fragen der Auslegung einer vereinbarten Haftungsbeschränkung kommt in der Regel keine über den Einzelfall hinausgehende Bedeutung zu, sofern keine auffallende Fehlbeurteilung vorliegt (RIS-Justiz RS0112106; RS0042936). Auch die Beurteilung der Frage, ob Sittenwidrigkeit vorliegt, ist eine Frage des Einzelfalls, die nicht aufzugreifen ist, wenn das Berufungsgericht bei seiner Entscheidung die Grenzen des ihm eingeräumten Ermessens nicht überschritten hat (RIS-Justiz RS0042881 [T8]). Da derartige Fehlbeurteilungen des Berufungsgerichts - auch auf der Grundlage jener für die Beklagte nachteiligen Feststellungen, gegen die diese Beweisrügen erhob, die aber vom Berufungsgericht unbehandelt blieben - angesichts der gegebenen besonderen Umstände zu verneinen sind, erweist sich die außerordentliche Revision der Klägerin als nicht zulässig.

1. Zur Auslegung der Freizeichnung

1.1. Auch Vereinbarungen über die Beschränkung oder den Ausschluss der Haftung sind nach Paragraphen 914, f ABGB auszulegen (RIS-Justiz RS0016561 [T2]); es ist daher zunächst vom Wortsinn auszugehen und sodann der Wille der Parteien - das ist die dem Erklärungsempfänger erkennbare Absicht des Erklärenden - zu erforschen; letztlich ist die Willenserklärung so zu verstehen, wie es der Übung des redlichen Verkehrs entspricht, wobei die Umstände der Erklärung und die im Verkehr geltenden Gewohnheiten und Gebräuche heranzuziehen sind (RIS-Justiz RS0017915; Bollenberger in KBB³ Paragraph 914, ABGB Rz 5). Dabei ist zu berücksichtigen, dass jedenfalls unentgeltliche Verzichtserklärungen einschränkend auszulegen sind (6 Ob 110/07f; RIS-Justiz RS0038546). Es kommt darauf an, ob es sich um einen Schaden aus den für das Rechtsverhältnis typischen oder wenigstens im Einzelfall nach dessen besonderen Verhältnissen voraussehbaren Gefahren handelt. Ansprüche, an welche die Parteien überhaupt nicht denken konnten, fallen nicht unter derartige Vereinbarungen (6 Ob 258/68 = SZ 41/131; 1 Ob 566/79; RIS-Justiz RS0038178 [T4]; RS0033945). Als verzichtbar werden nur voraussehbare und kalkulierbare Risken angesehen (RIS-Justiz RS0034024).

1.2. Nach dem Wortlaut der hier zu beurteilenden Vertagsbestimmung wird die Haftung der Beklagten „im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen“ für alle Personen- und Sachschäden ausdrücklich unberührt gelassen. Der wörtlich zitierte Zusatz lässt erkennen, dass dieser Vertragspunkt nicht nur Schadenersatzansprüche der Beklagten wegen der Verletzung von Vertragspflichten anspricht, sondern auch die Deliktshaftung der Beklagten; deshalb sind auch aus der Verletzung von Schutzgesetzen abgeleitete Schadenersatzansprüche Gegenstand des Vertragspunktes 10. Das gilt mangels Differenzierung auch für die im Weiteren festgelegte Ausnahme, die darin besteht, dass „weitere Folgeschäden, insbesondere Produktionsausfall und Produkthaftung etc.“ ausgeschlossen wurden, dh seitens der Bestellerin ein Verzicht auf den Ersatz von Folgeschäden abgegeben wurde.

Die Parteien des Werkvertrags haben daher nicht einen generellen Haftungsausschluss vereinbart, sondern (nur) eine Beschränkung der Haftung der Beklagten, die in der Freizeichnung von ex contractu und ex delicto zu vertretenden „Folgeschäden“ besteht.

1.3. Bei der Auslegung des verwendeten Begriffs der „weiteren Folgeschäden“ ist an den davor genannten „Personen- und Sachschäden“ anzuknüpfen. Personenschäden und deren Folgen stehen hier gar nicht zur Debatte. Unter Sachschäden ist im Allgemeinen die Beschädigung von im Eigentum des Geschädigten (hier der Bestellerin) stehenden körperlichen Sachen zu verstehen, weshalb die Aufrechterhaltung der Haftung dafür die Verpflichtung der Beklagten bedeutet, diese realen Schäden durch Natural- oder Geldersatz auszugleichen. Demgegenüber sind unter „Folgeschäden“ jene nachteiligen Veränderungen des Vermögens des Geschädigten zu verstehen, die Folge dieses Eingriffs sind. Dass darunter aber nicht nur Gewinnentgang wegen des mit dem Eingriff verbundenen Produktionsausfalls verstanden wurde, belegt die beispielsweise Erwähnung der Produkthaftung, weil damit auch eine der Bestellerin entstandene Verpflichtung aus dem Titel der Produkthaftung gegenüber Dritten als Folgeschaden deklariert wurde. Die Belastung mit einer Verbindlichkeit ist aber positiver Schade (1 Ob 184/12h mwN; RIS-Justiz RS0022568). Die Differenzierung zwischen den Schäden, für die die Beklagte zu haften hat, und jenen bei denen dies nicht der Fall sein soll, erfolgte daher nicht entsprechend der gängigen Unterscheidung zwischen positivem Schaden und entgangenem Gewinn, sondern zwischen unmittelbar eingetretenen realen Schäden und den als adäquate Folge davon eintretenden weiteren Vermögensschäden. Unter letztere sind aber sowohl der von der Klägerin begehrte Gewinnverlust (den auch die Klägerin als Folgeschaden ansieht) als auch der von ihr verlangte Ersatz erhöhter Produktionskosten zur Abwehr eines höheren Gewinnverlusts unabhängig davon zu subsumieren, ob ein solcher Aufwand zur Vermeidung einer Schadensvergrößerung als positiver Schaden anzusehen sein sollte vergleiche Karner in KBB³ Paragraph 1293, ABGB Rz 7 mwN).

1.4. Zur Frage der Vorhersehbarkeit der Folgeschäden ist darauf abzustellen, ob die Parteien an deren Eintritt denken konnten; darauf, ob sie daran tatsächlich gedacht haben, kommt es daher nicht an. Die Argumentation in der Revision, beide Vertragsparteien hätten hinsichtlich der Arbeiten am Glättzylinder überhaupt nicht an die Möglichkeit einer Gefährdung, geschweige denn Explosion gedacht (S 11/12), entfernt sich überdies vom festgestellten Sachverhalt, der dazu für die Bestellerin keine Urteilsannahme enthält. Der Umstand, dass sich die Beklagte Gedanken weder über das Auftreten erhöhter Wärmespannungen infolge ihrer Arbeiten am Glättzylinder noch über die daraus resultierenden erheblichen Auswirkungen auf den sicheren Betrieb der Anlage machte, bedeutet nicht, dass die Beklagte eine Explosion des unter Druck betriebenen Glättzylinders nicht voraussehen konnte; vielmehr macht ihr die Klägerin diese Gedankenlosigkeit zum Vorwurf und unterstellt damit, sie hätte daran nicht nur denken können, sondern müssen.

Fest steht, dass beide Vertragsparteien bei Abschluss des Vertrags davon ausgingen, dass die geplanten Arbeiten am Glättzylinder einer Genehmigung durch die Nebenintervenientin bedürfen. Nach den Behauptungen der Klägerin ist diese die in den Niederlanden dazu benannte Aufsichtsbehörde, die die Einhaltung aufgrund öffentlich-rechtlicher Normen bestehender Sicherheitsvorschriften ua bei der Fertigung von Druckgeräten mit einem maximal zulässigen Druck von über 0,5 bar zu überprüfen hat (Klage S 11; ON 7 S 11 ff). Demnach war (auch) der Bestellerin bei Abgabe des Vorausverzichts die Notwendigkeit einer behördlichen Genehmigung der Arbeiten der Beklagten an dem unter Druck betriebenen Glättzylinder aus Sicherheitsgründen bewusst; unter diesen Umständen der Bestellerin abzusprechen, sie habe die Gefahr einer Explosion des modifizierten Druckgeräts ausschließen können und beträchtliche Folgeschäden (an Gewinnausfall und erhöhter Produktionskosten) überhaupt nicht bedenken können, ist durchaus vertretbar. Die spätere Erkenntnis, dass eine behördliche Genehmigung gar nicht erforderlich ist, ändert daran nichts, weil die Voraussehbarkeit im Zeitpunkt des Zustandekommen des Verzichts, also bei Vertragsabschluss zu beurteilen ist (3 Ob 2004/96v ua). Der Umstand, dass die Bestellerin für die von der Haftung der Beklagten ausgenommenen Folgeschäden einen mit einem Selbstbehalt eingeschränkten Versicherungsschutz genoss, machte diese Schäden auch kalkulierbar.

1.5. Zusammengefasst ist daher das Auslegungsergebnis des Berufungsgerichts,

- die vereinbarte Haftungsbeschränkung erfasse sowohl vertragliche als auch deliktische Ansprüche auf Schadenersatz wegen Folgeschäden (S 22),

- unter die nicht nur der begehrte Gewinnverlust, sondern auch der verlangte Ersatz erhöhter Produktionskosten zur Abwehr eines höheren Gewinnverlusts fallen (S 21/22), und

- die geltend gemachten Folgeschäden seien für die Bestellerin nicht unvorhersehbar gewesen (S 14),

jedenfalls vertretbar.

2. Zum zulässigen Umfang der Freizeichnung

2.1. Der Oberste Gerichtshof hat bereits mehrfach die Rechtsansicht vertreten, dass der Ausschluss der Haftung für (schlichte) grobe Fahrlässigkeit nicht in jedem Fall unwirksam ist, wohl aber bei krass grober Fahrlässigkeit, weil dann Sittenwidrigkeit anzunehmen ist (RIS-Justiz RS0016582; RS0016583), und zwar auch für entgeltliche Verträge (7 Ob 5/85 [Kauf eines LKW-Anhängers]; 2 Ob 212/08b [Bodenabfertigungsvertrag]). Diese Rechtsansicht wird zwar von Reischauer (Vertraglicher Haftungsausschluss für schuldhaftes Verhalten, insbesondere für grobe Fahrlässigkeit, ÖJZ 2009, 1037 [1044]) generell abgelehnt; allerdings wird der Ausschluss der Haftung für grobe Fahrlässigkeit unter gleichrangigen Vertragspartnern durch individuelle Vereinbarung (ausgenommen für Personenschäden) in der Lehre auch als zulässig angesehen (Koziol Haftpflichtrecht I³ Rz 18/22; Völkl/Völkl Handbuch der Beraterhaftung Rz 427; vergleiche auch Krejci in Rummel³ Paragraph 879, ABGB Rz 115 aE).

2.2. Eine vergleichbare Konstellation liegt hier vor.

Denn bei Abschluss des Werkvertrags zwischen der Bestellerin und der Beklagten bestand keine typische Ungleichgewichtslage wie zwischen Verbraucher und Unternehmer, sondern es standen einander gleichrangige Unternehmen gegenüber. Das Vorbringen der Beklagten in erster Instanz, der rechtliche Teil des Vertrags sei von der Bestellerin entwickelt und nach Akkordierung mit der Beklagten fertiggestellt worden, die rechtlichen und kaufmännischen Fragen seien vor allem von der Bestellerin vorgegeben worden (ON 8 S 3 und 4), blieb von der Klägerin unbestritten, weshalb es das Berufungsgericht vertretbar (und unbeanstandet) als zugestanden ansah (Berufungsurteil 15). Das bedeutet nicht nur, dass die Haftungsbeschränkung von der Klägerin eingebracht wurde, also gar nicht die Beklagte bestrebt war, ihre Verantwortlichkeit zu reduzieren, sondern auch, dass ua der die Freizeichnung regelnde Vertragspunkt ausgehandelt wurde. Das Berufungsgericht hat in diesem Zusammenhang - von der Klägerin ebenso unbeanstandet - weiters angenommen, dass die Vertragsparteien bei der Festlegung der jeweils zu erbringenden Leistungen die Vereinbarung der Freizeichnung mitberücksichtigt haben, weil es naheliegend sei, dass die Bestellerin, wenn sie auf einer völlig unbeschränkten Haftung der Beklagten bestanden hätte, einen höheren Werklohn als tatsächlich vereinbart bezahlen hätte müssen (Berufungsurteil 16); für das Revisionsverfahren ist deshalb eine entgeltliche Verzichtserklärung der Bestellerin zu unterstellen. Schließlich verweist auch das Berufungsgericht zu Recht darauf, dass gar kein Haftungsausschluss vereinbart wurde, sondern nur eine Beschränkung durch Freizeichnung von der Haftung für Vermögensschäden, die durch unmittelbare (Personen- und) Sachschäden ausgelöst wurden; dafür genoss die Bestellerin aber einen sehr weitreichenden Versicherungsschutz, weshalb der von ihr abgegebene Vorausverzicht auch nicht die Gefahr einer wirtschaftlichen Vernichtung der Bestellerin befürchten ließ.

2.3. Unter diesen besonderen Umständen hat das Berufungsgericht eine Sittenwidrigkeit der Freizeichnung für von der Beklagten (schlicht) grob fahrlässig verursachter Folgeschäden jedenfalls vertretbar verneint, sodass kein Anlass besteht, von der angesprochenen Judikatur abzugehen.

3. Zur krass groben Fahrlässigkeit

3.1. Die Klägerin vertritt weiters den Standpunkt, der Beklagten sei ein krass grob fahrlässiges Fehlverhalten anzulasten. Ein solches wird allgemein dann angenommen, wenn die unterlaufene Fahrlässigkeit so krass ist, dass mit einem derartigen Verhalten nach den Erfahrungen des täglichen Lebens und nach redlicher Verkehrsübung nicht gerechnet werden kann, sodass die grobe Fahrlässigkeit dem Vorsatz gleichzustellen ist (RIS-Justiz RS0016582).

3.2. Soweit die Klägerin in diesem Zusammenhang eine „völlig unzureichende Meldung an die Nebenintervenientin“ ins Treffen führt und zur Begründung auf einen in erster Instanz erstatteten Schriftsatz verweist, ist darauf nicht weiter einzugehen (RIS-Justiz RS0043616).

3.3. An anderer Stelle beharrt die Klägerin darauf, die Beklagte hätte auf den Inhalt der Richtlinie 97/23/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 29. Mai 1997 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mietgliedstaaten über Druckgeräte und deren Umsetzung in den Niederlanden durch den „Besluit drukapparatuur“ als Schutzgesetz Bedacht zu nehmen gehabt. Auf deren Anwendbarkeit auf die Modifikationen am Glättzylinder durch die Beklagte kommt es aber gar nicht an. Es macht nämlich für die Bewertung des Fehlverhaltens der Beklagten keinen wesentlichen Unterschied, ob der Vorwurf, sich Gedanken weder über das Auftreten erhöhter Wärmespannungen infolge ihrer Arbeiten am Glättzylinder noch über die daraus resultierenden erheblichen Auswirkungen auf den sicheren Betrieb der Anlage gemacht zu haben, auf eine Missachtung der anerkannten Regeln der Technik, die dem Werkunternehmer bekannt sein mussten, oder auf die Verletzung eines diesen Regeln entsprechenden Schutzgesetzes zurückzuführen ist.

3.4. Die erwähnte Nachlässigkeit der Beklagten hatte zur Folge, dass sie sich bei der Bestellerin weder nach dem üblichen Aufheizprozedere erkundigte noch diese über die Auswirkungen der Modifikation des Glättzylinders auf den sicheren Betrieb der Anlage aufklärte. Anders als es die Klägerin in der Revision darzustellen versucht, handelt es sich dabei aber nicht um zusätzliche, gesondert zu bewertende Fehler der Beklagten, sondern um die zwingenden Auswirkungen ihrer technischen Fehleinschätzung. Diese ist angesichts des für die Beklagte geltenden Sorgfaltsmaßstabs des Paragraph 1299, ABGB zweifellos als eine unentschuldbare Pflichtverletzung anzusehen, die das gewöhnliche Maß an nie ganz vermeidbaren Fahrlässigkeitshandlungen ganz erheblich übersteigt und den Eintritt eines Schadens als wahrscheinlich voraussehbar machte. Sie ist deshalb als grob fahrlässiges Fehlverhalten zu qualifizieren (RIS-Justiz RS0030303; RS0030359). Darüber hinausgehende Schuldelemente, wie zB Mängel bei der Werkherstellung, eine Verharmlosung der tatsächlich bestehenden Risken gegenüber der Beklagten oder eine Verschleierung der beabsichtigten Arbeiten am Glättzylinder gegenüber der Aufsichtsbehörde, um einer Kontrolle zu entgehen, fallen der Beklagten aber nicht zur Last.

Damit unterscheidet sich der vorliegende Sachverhalt ganz wesentlich von jenem, der der E 1 Ob 269/05y zugrunde liegt. Diese nennt die Klägerin als Beleg dafür, dass der Beklagten krass grobe Fahrlässigkeit vorzuwerfen sei. Dort hatte die Werkbestellerin nämlich nicht nur dem Stand der Technik nicht entsprechende Mängel des von ihr hergestellten Werks und eine Häufung von Unterlassungen zu vertreten, sondern auch den schwerwiegenden Umstand, dass wahrheitswidrig Arbeitsschritte abgezeichnet wurden, um damit die ordnungsgemäße Durchführung dieser Arbeitsschritte vorzutäuschen.

3.5. Die auch das Verhalten der Beklagten gegenüber der Nebenintervenientin berücksichtigende Beurteilung des Berufungsgerichts, das Verschulden der Beklagten sei nicht so krass, dass es einem vorsätzlichen Verhalten gleichgestellt werden könnte (Berufungsurteil 21), erweist sich daher als durchaus vertretbar.

4. Einer weiteren Begründung bedarf dieser Beschluss nicht (Paragraph 510, Absatz 3, ZPO). Eine Stellungnahme zum unbekämpfbaren Aufhebungsbeschluss des Berufungsgerichts ist dem Obersten Gerichtshof verwehrt.

Textnummer

E106296

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2013:0030OB00196.13I.1219.000

Im RIS seit

27.01.2014

Zuletzt aktualisiert am

14.04.2015

Dokumentnummer

JJT_20131219_OGH0002_0030OB00196_13I0000_000