Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Rechtssatz für 1Ob628/82 1Ob547/84 7Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0018023

Geschäftszahl

1Ob628/82; 1Ob547/84; 7Ob551/85 (7Ob552/85); 8Ob572/86; 2Ob529/87; 6Ob658/87; 7Ob2097/96z; 7Ob502/96; 1Ob2193/96y; 10Ob14/98a; 1Ob126/00m; 4Ob37/01x; 6Ob155/02s; 6Ob62/02i; 7Ob310/02t; 8Ob24/03t; 1Ob22/03x; 9Ob39/04g; 6Ob122/04s; 2Ob29/07i; 4Ob142/07x; 10Ob120/07f; 4Ob80/08f; 6Ob194/08k; 7Ob266/08f; 3Ob191/11a; 4Ob203/12z; 6Ob47/13z; 2Ob65/13t; 6Ob158/13y; 1Ob225/13i; 3Ob90/16f; 6Ob178/17w; 5Ob188/17h; 5Ob63/18b

Entscheidungsdatum

16.06.1982

Norm

ABGB §914 IIIh
ZPO §577
ZPO §581 Abs1

Rechtssatz

Welche Streitigkeiten von der Schiedsvereinbarung umfasst sind, ist auf Grund ihres - nach dem Parteiwillen auszulegenden - Inhalts zu ermitteln.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 628/82
    Entscheidungstext OGH 16.06.1982 1 Ob 628/82
    Veröff: SZ 55/89
  • 1 Ob 547/84
    Entscheidungstext OGH 04.04.1984 1 Ob 547/84
    Zweiter Rechtsgang zu 1 Ob 628/82
  • 7 Ob 551/85
    Entscheidungstext OGH 18.04.1985 7 Ob 551/85
    Veröff: SZ 58/60
  • 8 Ob 572/86
    Entscheidungstext OGH 26.05.1986 8 Ob 572/86
    Veröff: SZ 59/88
  • 2 Ob 529/87
    Entscheidungstext OGH 10.03.1987 2 Ob 529/87
    Beisatz: Die Grenze der Auslegung liegt aber in jenem Fall im Wortlaut der Vereinbarung. (T1)
  • 6 Ob 658/87
    Entscheidungstext OGH 15.10.1987 6 Ob 658/87
  • 7 Ob 2097/96z
    Entscheidungstext OGH 17.04.1996 7 Ob 2097/96z
  • 7 Ob 502/96
    Entscheidungstext OGH 21.02.1996 7 Ob 502/96
  • 1 Ob 2193/96y
    Entscheidungstext OGH 25.06.1996 1 Ob 2193/96y
    Auch; Beisatz: Bei der Deutung einer Schiedsgerichtsvereinbarung sind die Auslegungsregeln des ABGB analog heranzuziehen. (T2)
  • 10 Ob 14/98a
    Entscheidungstext OGH 27.01.1998 10 Ob 14/98a
    Auch
  • 1 Ob 126/00m
    Entscheidungstext OGH 28.11.2000 1 Ob 126/00m
    Auch; Beis wie T2; Beisatz: Wird kein übereinstimmender Parteiwille festgestellt, so ist der Text der das Schiedsgericht betreffenden Vertragsbestimmung einer vernünftigen und den Zweck der Vereinbarung begünstigenden Auslegung zu unterziehen. (T3); Beisatz: Lässt der Wortlaut der Erklärung zwei gleichwertige Auslegungsergebnisse zu, so gebührt jener Auslegung der Vorzug, die die Gültigkeit des Schiedsvertrags favorisiert. (T4)
  • 4 Ob 37/01x
    Entscheidungstext OGH 03.04.2001 4 Ob 37/01x
    Auch; Beis wie T3
  • 6 Ob 155/02s
    Entscheidungstext OGH 29.08.2002 6 Ob 155/02s
    Beis wie T1
  • 6 Ob 62/02i
    Entscheidungstext OGH 12.12.2002 6 Ob 62/02i
  • 7 Ob 310/02t
    Entscheidungstext OGH 29.01.2003 7 Ob 310/02t
    Auch; Beis wie T1; Beis wie T3
  • 8 Ob 24/03t
    Entscheidungstext OGH 10.04.2003 8 Ob 24/03t
    Beisatz: Wird die ursprüngliche Unwirksamkeit (Nichtigkeit) des Vertrags behauptet, dann besteht - sofern die Schiedsvereinbarung formgültig und inhaltlich bestimmt ist und soferne sie nicht ohnedies diesen Fall ausdrücklich regelt - die Schiedsgerichtsbarkeit auch für solche Streitigkeiten. (T5)
  • 1 Ob 22/03x
    Entscheidungstext OGH 29.04.2003 1 Ob 22/03x
    Auch; Beis wie T3
  • 9 Ob 39/04g
    Entscheidungstext OGH 21.04.2004 9 Ob 39/04g
    Beisatz: Das Ergebnis dieser Auslegung ist einzelfallbezogen und begründet in der Regel keine erhebliche Rechtsfrage. (T6); Beis wie T5
  • 6 Ob 122/04s
    Entscheidungstext OGH 24.06.2004 6 Ob 122/04s
  • 2 Ob 29/07i
    Entscheidungstext OGH 14.06.2007 2 Ob 29/07i
    Beis wie T6
  • 4 Ob 142/07x
    Entscheidungstext OGH 07.08.2007 4 Ob 142/07x
    Auch; Beis wie T5
  • 10 Ob 120/07f
    Entscheidungstext OGH 05.02.2008 10 Ob 120/07f
    Vgl auch; Beisatz: War der Hauptvertrag ursprünglich gültig und entstehen Streitigkeiten über die (einseitige) Aufhebung des Vertrags beispielsweise durch Rücktritt, dessen Kündigung oder fristlose Auflösung oder die aus dessen Beendigung abgeleiteten Ansprüche, dann wirkt eine „alle Streitigkeiten aus dem Vertrag" umfassende Schiedsklausel auch auf sie. (T7); Beis wie T5
  • 4 Ob 80/08f
    Entscheidungstext OGH 26.08.2008 4 Ob 80/08f
    Beis wie T4; Beisatz: Hier: Zur Rechtslage nach dem SchiedsRÄG 2006, BGBl I Nr 7/2006. (T8); Veröff: SZ 2008/112
  • 6 Ob 194/08k
    Entscheidungstext OGH 06.11.2008 6 Ob 194/08k
    Vgl; Beisatz: Zur Rechtslage vor dem SchiedsRÄG 2006 (BGBl I 2006/7). (T9)
    Beisatz: Eine Schiedsvereinbarung ist zwar grundsätzlich nach den Vorschriften des Prozessrechts auszulegen; dies schließt aber nicht aus, den von den Parteien mit der Schiedsgerichtsvereinbarung gemeinsam verfolgten Zweck, also die Parteiabsicht und die Grundsätze des redlichen Verkehrs, als Auslegungsmittel heranzuziehen. (T10)
    Beisatz: Das Ergebnis der Auslegung einer Schiedsgerichtsvereinbarung ist grundsätzlich einzelfallbezogen (9 Ob 39/04g; 2 Ob 29/07i). (T11)
  • 7 Ob 266/08f
    Entscheidungstext OGH 30.03.2009 7 Ob 266/08f
    Auch
  • 3 Ob 191/11a
    Entscheidungstext OGH 08.11.2011 3 Ob 191/11a
    Auch; Beis wie T3; Beis wie T4; Beis wie T8; Beis wie T10
  • 4 Ob 203/12z
    Entscheidungstext OGH 15.01.2013 4 Ob 203/12z
    Auch; Beisatz: Hier: Schlichtungsklausel des Fachverbands der Immobilien‑ und Vermögenstreuhänder der Wirtschaftskammer Österreich. (T12)
  • 6 Ob 47/13z
    Entscheidungstext OGH 08.05.2013 6 Ob 47/13z
    Beisatz: Die für Streitigkeiten aus dem Gesellschaftsverhältnis getroffene Schiedsabrede gilt auch für Streitigkeiten, die nach Aufhebung der Gesellschaft entstanden sind, wenn sie mit dem Gesellschaftsverhältnis zusammenhängen. (T13)
  • 2 Ob 65/13t
    Entscheidungstext OGH 07.05.2013 2 Ob 65/13t
    Auch; Beis wie T4; Beisatz: Die Auffassung, dass eine in einem Vertragswerk enthaltene Schiedsvereinbarung bei verständiger Auslegung durch eine nachfolgende Gerichtsstandsvereinbarung jedenfalls dann nicht aufgehoben oder gegenstandslos gemacht werde, wenn zusätzlich zu einer Schiedsvereinbarung eine nicht ausschließliche (einfache) Zuständigkeit staatlicher Gerichte vereinbart werde, ist durchaus vertretbar. (T14)
  • 6 Ob 158/13y
    Entscheidungstext OGH 09.09.2013 6 Ob 158/13y
    Beis wie T4; Beis wie T6; Beis wie T11
  • 1 Ob 225/13i
    Entscheidungstext OGH 19.12.2013 1 Ob 225/13i
    Auch; Beis wie T3; Beis wie T6; Beis wie T11
  • 3 Ob 90/16f
    Entscheidungstext OGH 14.06.2016 3 Ob 90/16f
    Auch; Beis wie T6; Beis wie T11
  • 6 Ob 178/17w
    Entscheidungstext OGH 21.12.2017 6 Ob 178/17w
    Beis wie T4
  • 5 Ob 188/17h
    Entscheidungstext OGH 13.02.2018 5 Ob 188/17h
    Auch; Beis wie T6; Beis wie T11
  • 5 Ob 63/18b
    Entscheidungstext OGH 17.01.2019 5 Ob 63/18b
    Auch; Beis wie T6; Beis wie T11

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1982:RS0018023

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

06.03.2019

Dokumentnummer

JJR_19820616_OGH0002_0010OB00628_8200000_001

Rechtssatz für 6Ob16/84 2Ob529/87 1Ob2...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0045187

Geschäftszahl

6Ob16/84; 2Ob529/87; 1Ob22/03x; 1Ob225/13i

Entscheidungsdatum

06.09.1984

Norm

ZPO §577

Rechtssatz

Eigentliche Streitsachen der außerstreitigen Gerichtsbarkeit, in welchen einander die Parteien in gleicher Position gegenüberstehen wie im Prozess und die nur aus rechtspolitischen Erwägungen in das Verfahren außer Streitsachen überwiesen sind, sind schiedsfähig. Auf solche Schiedsvereinbarungen und die sich daran knüpfenden Schiedsverfahren sind die Bestimmungen der §§ 577 ff ZPO entsprechend anzuwenden.

Entscheidungstexte

  • 6 Ob 16/84
    Entscheidungstext OGH 06.09.1984 6 Ob 16/84
    Veröff: RdW 1985,13 = NZ 1985,56 = EvBl 1985/52 S 242 = SZ 57/136
  • 2 Ob 529/87
    Entscheidungstext OGH 10.03.1987 2 Ob 529/87
    Beisatz: Hier: Regelung der Jagdnutzung. (T1)
  • 1 Ob 22/03x
    Entscheidungstext OGH 29.04.2003 1 Ob 22/03x
    Vgl; Beisatz: Schiedsvereinbarungen sind unzulässig, bei denen das öffentliche Interesse so bedeutsam ist, dass die amtswegige Verfahrenseinleitung möglich oder geboten ist oder die amtwegige Beteiligung eines Vertreters der öffentlichen Interessen in Frage kommt bzw dass die Schiedsrichter eine Entscheidung oder Verfügung treffen müssten, die kraft ihrer Besonderheit nur ein mit staatlicher Autorität ausgestattetes Gericht fällen könnte. (T2); Beisatz: Soweit die Parteien berechtigt sind, über den Streitgegenstand zu verfügen und Vergleiche abzuschließen, sind sie auch befugt, sich dem Spruch eines Schiedsgerichts zu unterwerfen. (T3)
  • 1 Ob 225/13i
    Entscheidungstext OGH 19.12.2013 1 Ob 225/13i
    Vgl

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1984:RS0045187

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

20.03.2014

Dokumentnummer

JJR_19840906_OGH0002_0060OB00016_8400000_003

Rechtssatz für 1Ob545/86 6Ob658/87 1Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0045045

Geschäftszahl

1Ob545/86; 6Ob658/87; 1Ob711/89; 4Ob533/95; 7Ob502/96; 6Ob186/97i; 3Ob2372/96m; 1Ob31/00s; 1Ob126/00m; 7Ob67/01f; 6Ob67/02z; 1Ob22/03x; 3Ob281/06d; 4Ob80/08f; 6Ob194/08k; 7Ob266/08f; 3Ob191/11a; 6Ob47/13z; 1Ob225/13i; 6Ob5/14z; 18OCg1/15v; 3Ob90/16f; 6Ob178/17w; 5Ob188/17h; 5Ob63/18b

Entscheidungsdatum

03.09.1986

Norm

ABGB §914 IIIh
ZPO §577
ZPO §581 Abs1

Rechtssatz

Schiedsvereinbarungen sind als Prozesshandlungen (Prozessverträge) zu beurteilen. Zur Auslegung des Schiedsvertrages sind daher grundsätzlich die Vorschriften des Prozessrechts heranzuziehen, was aber nicht ausschließt, den von den Parteien mit der Schiedsgerichtsvereinbarung gemeinsam verfolgten Zweck, also die Parteiabsicht und die Grundsätze des redlichen Verkehrs, als Auslegungsmittel heranzuziehen.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 545/86
    Entscheidungstext OGH 03.09.1986 1 Ob 545/86
    Veröff: RdW 1987,54
  • 6 Ob 658/87
    Entscheidungstext OGH 15.10.1987 6 Ob 658/87
    Auch
  • 1 Ob 711/89
    Entscheidungstext OGH 14.11.1990 1 Ob 711/89
    nur: Schiedsvereinbarungen sind als Prozesshandlungen (Prozessverträge) zu beurteilen. (T1) Veröff: SZ 63/201 = EvBl 1991/44 S 204
  • 4 Ob 533/95
    Entscheidungstext OGH 13.06.1995 4 Ob 533/95
    Veröff: SZ 68/112
  • 7 Ob 502/96
    Entscheidungstext OGH 21.02.1996 7 Ob 502/96
    Auch; Beisatz: Es bestimmt sich daher auch die subjektive und objektive Schiedsfähigkeit nach Prozessrecht und legt die ZPO Form und Wirkungen des Schiedsvertrages fest. (T2)
  • 6 Ob 186/97i
    Entscheidungstext OGH 24.07.1997 6 Ob 186/97i
    Veröff SZ 70/156
  • 3 Ob 2372/96m
    Entscheidungstext OGH 05.05.1998 3 Ob 2372/96m
    Veröff: SZ 71/82
  • 1 Ob 31/00s
    Entscheidungstext OGH 21.06.2000 1 Ob 31/00s
    Beisatz: Soweit die Vorschriften des Prozessrechts nicht ausreichen, sind die Auslegungsregeln des ABGB analog heranzuziehen. (T3)
  • 1 Ob 126/00m
    Entscheidungstext OGH 28.11.2000 1 Ob 126/00m
    Auch; Beis wie T3; Beisatz: Lässt der Wortlaut der Erklärung zwei gleichwertige Auslegungsergebnisse zu, so gebührt, jener Auslegung der Vorzug, die die Gültigkeit des Schiedsvertrags favorisiert. (T4)
  • 7 Ob 67/01f
    Entscheidungstext OGH 17.05.2001 7 Ob 67/01f
    Auch; Beis wie T3
  • 6 Ob 67/02z
    Entscheidungstext OGH 07.11.2002 6 Ob 67/02z
    Auch
  • 1 Ob 22/03x
    Entscheidungstext OGH 29.04.2003 1 Ob 22/03x
    Auch; Beisatz: Für die Auslegung von Schiedsvereinbarungen ist der Parteiwille maßgeblich. Entscheidend für die Zuständigkeit des Schiedsgerichts ist der Text der Schiedsvereinbarung unter Berücksichtigung vernünftiger und den Zweck der Vereinbarung begünstigender Auslegung. (T5)
  • 3 Ob 281/06d
    Entscheidungstext OGH 22.02.2007 3 Ob 281/06d
    Auch; Beis ähnlich wie T3; Beis wie T4
  • 4 Ob 80/08f
    Entscheidungstext OGH 26.08.2008 4 Ob 80/08f
    Beis wie T3; Veröff: SZ 2008/112
  • 6 Ob 194/08k
    Entscheidungstext OGH 06.11.2008 6 Ob 194/08k
    Beisatz: Zur Rechtslage vor dem SchiedsRÄG 2006 (BGBl I 2006/7). (T6)
    Beisatz: Das Ergebnis der Auslegung einer Schiedsgerichtsvereinbarung ist grundsätzlich einzelfallbezogen (9 Ob 39/04g; 2 Ob 29/07i). (T7)
  • 7 Ob 266/08f
    Entscheidungstext OGH 30.03.2009 7 Ob 266/08f
    Auch
  • 3 Ob 191/11a
    Entscheidungstext OGH 08.11.2011 3 Ob 191/11a
    Auch; Beis wie T3; Beis wie T4
  • 6 Ob 47/13z
    Entscheidungstext OGH 08.05.2013 6 Ob 47/13z
  • 1 Ob 225/13i
    Entscheidungstext OGH 19.12.2013 1 Ob 225/13i
    Auch; Beis wie T7
  • 6 Ob 5/14z
    Entscheidungstext OGH 15.05.2014 6 Ob 5/14z
    Beis wie T4
  • 18 OCg 1/15v
    Entscheidungstext OGH 23.06.2015 18 OCg 1/15v
    Auch; Veröff: SZ 2015/61
  • 3 Ob 90/16f
    Entscheidungstext OGH 14.06.2016 3 Ob 90/16f
    Auch; Beis wie T7
  • 6 Ob 178/17w
    Entscheidungstext OGH 21.12.2017 6 Ob 178/17w
    Auch; Beis wie T3; Beis wie T7
  • 5 Ob 188/17h
    Entscheidungstext OGH 13.02.2018 5 Ob 188/17h
    Auch; Beis wie T7
  • 5 Ob 63/18b
    Entscheidungstext OGH 17.01.2019 5 Ob 63/18b
    Auch; Beis wie T7

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1986:RS0045045

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

06.03.2019

Dokumentnummer

JJR_19860903_OGH0002_0010OB00545_8600000_001

Rechtssatz für 1Ob15/99h 1Ob48/10f 1Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0111543

Geschäftszahl

1Ob15/99h; 1Ob48/10f; 1Ob225/13i

Entscheidungsdatum

23.02.1999

Norm

WRG §117 Abs4

Rechtssatz

Im "streitigen Außerstreitverfahren" nach § 117 Abs 4 WRG ist das Gericht weder verpflichtet noch berechtigt, den "richtigen" Antragsgegner dem Verfahren beizuziehen.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 15/99h
    Entscheidungstext OGH 23.02.1999 1 Ob 15/99h
  • 1 Ob 48/10f
    Entscheidungstext OGH 10.08.2010 1 Ob 48/10f
  • 1 Ob 225/13i
    Entscheidungstext OGH 19.12.2013 1 Ob 225/13i
    Vgl

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1999:RS0111543

Im RIS seit

25.03.1999

Zuletzt aktualisiert am

20.03.2014

Dokumentnummer

JJR_19990223_OGH0002_0010OB00015_99H0000_001

Entscheidungstext 1Ob225/13i

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Geschäftszahl

1Ob225/13i

Entscheidungsdatum

19.12.2013

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat durch den Senatspräsidenten Hon.-Prof. Dr. Sailer als Vorsitzenden sowie die Hofräte Univ.-Prof. Dr. Bydlinski, Dr. Grohmann, Mag. Wurzer und Mag. Dr. Wurdinger als weitere Richter in der außerstreitigen Rechtssache des Antragstellers F***** W*****, vertreten durch Dr. Michael Konzett, Rechtsanwalt in Bludenz, gegen die Antragsgegnerin Stadt Dornbirn, vertreten durch Simma Rechtsanwälte GmbH in Dornbirn, wegen Festsetzung einer Entschädigung nach § 34 Abs 4 iVm § 117 Abs 4 WRG (Streitwert: 17.545.968,15 EUR), über den außerordentlichen Revisionsrekurs der Antragsgegnerin gegen den Beschluss des Landesgerichts Feldkirch als Rekursgericht vom 8. Oktober 2013, GZ 2 R 260/13w-17, mit dem der Beschluss des Bezirksgerichts Dornbirn vom 30. August 2013, GZ 3 Nc 2/03d-13, ersatzlos aufgehoben und dem Erstgericht die Fortsetzung des Verfahrens aufgetragen wurde, den

Beschluss

gefasst:

Spruch

Der außerordentliche Revisionsrekurs wird mangels der Voraussetzungen des § 62 Abs 1 AußStrG zurückgewiesen.

Text

Begründung:

Mit „Kaufs- bez. Dienstbarkeitsvertrag“ vom 15. 4. 1911 räumte der Rechtsvorgänger des Antragstellers im Eigentum eines Grundstücks der Gemeinde, nunmehr Stadt Dornbirn und Antragsgegnerin eine Servitut der Nutzung von Quell- und Grundwasser ein. Mit Bescheid vom 27. 9. 2002 setzte die als Wasserrechtsbehörde zuständige (§ 34 Abs 1 WRG) Bezirkshauptmannschaft zum Schutz der betroffenen Quellen Schutzzonen fest und gab (auch) dem Antrag des Antragstellers auf Entschädigung nach § 34 Abs 4 iVm § 117 WRG nicht Folge.

Mit dem am 6. 12. 2002 beim Erstgericht eingebrachten Antrag begehrte der Antragsteller die Festsetzung einer Entschädigung nach § 34 Abs 4 iVm § 117 Abs 4 WRG in der Höhe von zumindest 44.944.114,80 EUR. Das gerichtliche Verfahren wurde im Jahr 2013 fortgesetzt, nachdem die Entscheidung der Verwaltungsbehörde über die Festsetzung von Schutzzonen in Rechtskraft erwachsen war. Der Antragsteller bezifferte seinen Entschädigungsanspruch nunmehr mit 17.545.968,15 EUR. Die Antragsgegnerin wendete die sachliche Unzuständigkeit des Erstgerichts ein. Der im Jahr 1911 geschlossene Vertrag enthalte eine Schiedsklausel.

Rechtliche Beurteilung

Welche Streitigkeiten von einer Schiedsvereinbarung umfasst sind, ist aufgrund ihres nach dem Parteiwillen auszulegenden Inhalts zu ermitteln (RIS-Justiz RS0018023). Wird kein übereinstimmender Parteiwille festgestellt, so ist der Text der das Schiedsgericht betreffenden Vertragsbestimmung einer vernünftigen und den Zweck der Vereinbarung begünstigenden Auslegung zu unterziehen (aaO [T3]). Das Ergebnis der Auslegung richtet sich grundsätzlich nach den Umständen des Einzelfalls (RIS-Justiz RS0045045 [T7]; RS0018023 [T6, T11]). Eine korrekturbedürftige Fehlbeurteilung ist dem Rekursgericht, das den geltend gemachten Entschädigungsanspruch des Antragstellers als nicht von der Schiedsklausel erfasst ansah, jedoch nicht vorzuwerfen.

Richtig ist zwar, dass ein Schiedsgericht nach dem Wortlaut der Vereinbarung „in allen Streitfällen“ entscheiden soll. Diese vertragliche Regelung kann auf vernünftige Weise aber nur so interpretiert werden, dass sie aus dem vertraglichen Verhältnis zwischen Servitutsberechtigtem und -verpflichtetem resultierende privatrechtliche Streitigkeiten erfassen sollte, nicht jedoch für eine Rechtssache über die Festsetzung einer Entschädigung als Ausgleich für eine von den Vertragsparteien kaum vorhersehbare, etwa 100 Jahre nach dem Vertragsabschluss (1911), nach § 34 Abs 1 erster Satz WRG 1959 von der Wasserrechtsbehörde zum Schutz von Wasserversorgungsanlagen gegen Verunreinigung hoheitlich angeordnete Beschränkung der Rechte einer Vertragspartei. Wie der Antragsteller im vorangegangenen Rekursverfahren über die Zulässigkeit des außerstreitigen Rechtswegs klarstellte, macht er auch ausschließlich einen gesetzlichen Anspruch auf Entschädigung nach § 34 Abs 4 iVm § 117 Abs 4 WRG geltend. Das vom Rekursgericht erzielte Auslegungsergebnis ist demnach zumindest vertretbar, weshalb sich auch Überlegungen erübrigen, ob dieser in einem „streitigen Außerstreitverfahren“ (vgl RIS-Justiz RS0111543) geltend zu machende Anspruch auf Festsetzung einer Entschädigung nach dem WRG überhaupt schiedsfähig (vgl RIS-Justiz RS0045187) wäre.

§ 117 Abs 6 erster Satz WRG in der Fassung der WRG-Nov 2005, der die Zuständigkeit des Landesgerichts festsetzt, ist im vorliegenden Fall nicht anzuwenden, weil der Antrag auf gerichtliche Entscheidung vor dem 1. 1. 2006 gestellt wurde (Art 1 Abs 9 Agrarrechtsänderungsgesetz 2005, BGBl I 87).

Schlagworte

Zivilverfahrensrecht

Textnummer

E106558

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2013:0010OB00225.13I.1219.000

Im RIS seit

20.02.2014

Zuletzt aktualisiert am

20.02.2014

Dokumentnummer

JJT_20131219_OGH0002_0010OB00225_13I0000_000