Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Rechtssatz für 5Ob23/71 6Ob673/77 6Ob6...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0010613

Geschäftszahl

5Ob23/71; 6Ob673/77; 6Ob671/78; 5Ob776/81; 4Ob579/95; 2Ob13/97v; 6Ob21/01h; 10Ob37/05x; 9Ob29/11x; 4Ob96/11p; 4Ob43/11v; 7Ob109/13z; 10Ob47/13d; 4Ob220/13a; 7Ob71/14p; 1Ob84/16h

Entscheidungsdatum

24.02.1971

Norm

ABGB §364 B4

Rechtssatz

Nicht durch die Vorschrift des § 364 Abs 2 ABGB gedeckt ist das Eindringen fester Körper größeren Umfanges. Die Grundeigentümer sind daher befugt, mittelbare Einwirkungen auf Grund des Nachbarrechtes abzuwehren, so weit es sich um grob körperliche Immissionen handelt, was für herabfallendes Gestein, Erdreich und größere Äste, nicht aber für fallendes Laub und herabrinnende Hangwässer zutrifft.

Entscheidungstexte

  • 5 Ob 23/71
    Entscheidungstext OGH 24.02.1971 5 Ob 23/71
    SZ 44/22
  • 6 Ob 673/77
    Entscheidungstext OGH 20.10.1977 6 Ob 673/77
    nur: Nicht durch die Vorschrift des § 364 Abs 2 ABGB gedeckt ist das Eindringen fester Körper größeren Umfanges. (T1); Beisatz: Flüssiger Beton im Zuge einer Bauführung. (T2) = MietSlg 29042
  • 6 Ob 671/78
    Entscheidungstext OGH 13.07.1978 6 Ob 671/78
    Beisatz: Hobelspäne eines Sägewerksbetriebes. (T3) = SZ 51/114 = EvBl 1978/210 S 664 = MietSlg 30039
  • 5 Ob 776/81
    Entscheidungstext OGH 15.12.1981 5 Ob 776/81
    nur T1; Beisatz: Der Eigentümer des Grundstückes kann vom Nachbarn jedenfalls zumutbare Vorkehrungen gegen die Einwirkung fester Körper vom Nachbargrund her verlangen, ohne dass ein besonderes Maß der Schädigung vorausgesetzt würde. Es kommt auch nicht darauf an, ob eine größere oder kleinere Teilfläche des Grundstückes beeinträchtigt wird. Auch eine geringfügige Beeinträchtigung erlaubt die Abwehr des Eingriffes durch Ablagerung fester Körper, sofern nicht aus besonderen Gründen eine Duldungspflicht angenommen werden muß. (T4) = MietSlg 33024
  • 4 Ob 579/95
    Entscheidungstext OGH 07.11.1995 4 Ob 579/95
    Vgl auch; nur T1; Beisatz: Ist der Umfang der eindringenden Stoffe äußerst gering, dann fallen sie unter § 364 Abs 2 Satz 1 ABGB: Das Eindringen solcher Stoffe ist hinzunehmen, solange das ortsübliche Maß nicht überschritten wird. (T5) Veröff: SZ 68/208
  • 2 Ob 13/97v
    Entscheidungstext OGH 20.03.1997 2 Ob 13/97v
    Auch
  • 6 Ob 21/01h
    Entscheidungstext OGH 26.04.2001 6 Ob 21/01h
    Vgl auch; Veröff: SZ 74/78
  • 10 Ob 37/05x
    Entscheidungstext OGH 03.10.2006 10 Ob 37/05x
    Auch; Beis wie T5; Beisatz: Im vorliegenden Fall wurden mehrmals proWoche, gelegentlich auch mehrmals täglich Fußbälle vom Fußballplatz auf die Liegenschaft des Klägers geschossen. (T6)
  • 9 Ob 29/11x
    Entscheidungstext OGH 28.06.2011 9 Ob 29/11x
    Auch; Veröff: SZ 2011/77
  • 4 Ob 96/11p
    Entscheidungstext OGH 09.08.2011 4 Ob 96/11p
    Auch; Beisatz: Herabfallendes Laub und Nadeln sind keine grobkörperlichen Immissionen iSd § 364 Abs 2 Satz 2 ABGB. (T7)
  • 4 Ob 43/11v
    Entscheidungstext OGH 22.11.2011 4 Ob 43/11v
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Zum Beseitigungsansprüch bei gefährlichem Überhang. (T8); Bem: Siehe auch RS0127359. (T9)
  • 7 Ob 109/13z
    Entscheidungstext OGH 02.10.2013 7 Ob 109/13z
    Auch Beis wie T4; Auch Beis wie T5; Auch Beis wie T7
  • 10 Ob 47/13d
    Entscheidungstext OGH 19.11.2013 10 Ob 47/13d
    Auch; Veröff: SZ 2013/108
  • 4 Ob 220/13a
    Entscheidungstext OGH 17.02.2014 4 Ob 220/13a
    Vgl aber; Beisatz: Hier: Rechtsmissbräuchliche Klagsführung, wenn in drei Jahren nur vier Mal Bälle auf das Grundstück der Klägerin gelangten. (T10)
  • 7 Ob 71/14p
    Entscheidungstext OGH 21.05.2014 7 Ob 71/14p
    Auch; Beis wie T7
  • 1 Ob 84/16h
    Entscheidungstext OGH 19.10.2016 1 Ob 84/16h
    Auch

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1971:RS0010613

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

17.11.2016

Dokumentnummer

JJR_19710224_OGH0002_0050OB00023_7100000_003

Rechtssatz für 8Ob635/92 2Ob558/93 6Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0010566

Geschäftszahl

8Ob635/92; 2Ob558/93; 6Ob1679/95; 1Ob144/97a; 7Ob218/02p; 4Ob250/06b; 8Ob135/06w; 4Ob196/07p; 6Ob227/07m; 4Ob9/10t; 5Ob133/09h; 4Ob43/11v; 4Ob99/12f; 8Ob78/13y; 7Ob109/13z; 4Ob71/14s; 3Ob156/14h; 2Ob229/14m; 1Ob47/15s; 4Ob257/16x; 6Ob98/17f

Entscheidungsdatum

29.10.1992

Norm

ABGB §364 Abs2 A
ABGB §364 Abs2 C

Rechtssatz

Das besondere im Eigentumsschutz und Besitzschutz übliche Unterlassungsbegehren ist kein Handlungsverbot, sondern ein "Erfolgsverbot"; bei Erfolgseintritt wird aus ihm nach § 355 EO vollstreckt, um den Verpflichteten zu einem - der Art nach ihm zu überlassenden - Handeln zu zwingen, das bewirken soll, dass er das verbotene Eindringen hindert.

Entscheidungstexte

  • 8 Ob 635/92
    Entscheidungstext OGH 29.10.1992 8 Ob 635/92
    Veröff: SZ 65/145 = RdU 1994,24
  • 2 Ob 558/93
    Entscheidungstext OGH 12.01.1995 2 Ob 558/93
  • 6 Ob 1679/95
    Entscheidungstext OGH 12.10.1995 6 Ob 1679/95
  • 1 Ob 144/97a
    Entscheidungstext OGH 14.10.1997 1 Ob 144/97a
    Auch; nur: Das besondere im Eigentumsschutz und Besitzschutz übliche Unterlassungsbegehren ist kein Handlungsverbot, sondern ein "Erfolgsverbot". (T1)
    Veröff: SZ 70/199
  • 7 Ob 218/02p
    Entscheidungstext OGH 09.10.2002 7 Ob 218/02p
    Auch; nur T1; Beisatz: Der Verpflichtete hat dafür zu sorgen, dass sein Nachbar nicht durch Immissionen beeinträchtigt wird; die Art, wie dies zu geschehen hat, bleibt dem Verpflichteten überlassen. (T2)
  • 4 Ob 250/06b
    Entscheidungstext OGH 13.02.2007 4 Ob 250/06b
    Auch, nur T1; Beis wie T2; Beisatz: Hier: Eigentumsfreiheitsklage nach § 523 ABGB. (T3)
    Veröff: SZ 2007/23
  • 8 Ob 135/06w
    Entscheidungstext OGH 27.06.2007 8 Ob 135/06w
    Vgl; Beis wie T2; Beisatz: Das auf § 364 Abs 2 ABGB gestützte Unterlassungsbegehren ist kein Handlungsverbot, sondern ein „Erfolgsverbot". (T4)
    Beisatz: Das Urteil richtet sich daher auf eine im materiellen Recht vorgezeichnete Verpflichtung zu dauerndem, künftigem, inhaltlich aber vom Verpflichteten zu bestimmenden Handeln. (T5)
    Beisatz: Soweit das Begehren auf sichernde Vorkehrungen gerichtet ist, darf keine bestimmte Einrichtung verlangt werden; die Auswahl der Schutzmaßnahmen muss vielmehr dem Beklagten überlassen bleiben. (T6)
    Veröff: SZ 2007/106
  • 4 Ob 196/07p
    Entscheidungstext OGH 11.12.2007 4 Ob 196/07p
    nur T1; Beis wie T2
    Veröff: SZ 2007/192
  • 6 Ob 227/07m
    Entscheidungstext OGH 26.11.2008 6 Ob 227/07m
    nur T1; Beis wie T2
  • 4 Ob 9/10t
    Entscheidungstext OGH 23.02.2010 4 Ob 9/10t
  • 5 Ob 133/09h
    Entscheidungstext OGH 19.01.2010 5 Ob 133/09h
    Vgl auch; Beisatz: Die zu ergreifenden Maßnahmen liegen im Belieben der beklagten Partei. (T7)
  • 4 Ob 43/11v
    Entscheidungstext OGH 22.11.2011 4 Ob 43/11v
    Beisatz: Hier: Zum Beseitigungsanspruch bei gefährlichem Überhang. (T8)
    Bem: Siehe auch RS0127359. (T9)
  • 4 Ob 99/12f
    Entscheidungstext OGH 12.06.2012 4 Ob 99/12f
    Vgl auch; Beisatz: Entgegen der früheren Judikatur könnte bei Immissionen durch eine Tierhaltung deren Verbot höchstens dann begehrt werden, wenn offenkundig kein anderes Mittel zur Verfügung steht, um deren Immissionen hintanzuhalten. (T10)
  • 8 Ob 78/13y
    Entscheidungstext OGH 29.08.2013 8 Ob 78/13y
    Veröff: SZ 2013/79
  • 7 Ob 109/13z
    Entscheidungstext OGH 02.10.2013 7 Ob 109/13z
    Auch Beis wie T2; Vgl auch Beis wie T5; Vgl auch Beis wie T6; Auch Beis wie T7
  • 4 Ob 71/14s
    Entscheidungstext OGH 24.06.2014 4 Ob 71/14s
    Vgl auch; Beis wie T2; Beisatz: Hier: Unterlassung des Vermittelns des Zugangs zu einer bestimmten Website nach § 81 Abs 1a UrhG. (T11); Veröff: SZ 2014/59
  • 3 Ob 156/14h
    Entscheidungstext OGH 19.11.2014 3 Ob 156/14h
    Auch
  • 2 Ob 229/14m
    Entscheidungstext OGH 22.01.2015 2 Ob 229/14m
    Auch; nur T1
  • 1 Ob 47/15s
    Entscheidungstext OGH 28.01.2016 1 Ob 47/15s
    Vgl; Beis ähnlich wie T2; Beisatz: Hier: Lärmemission durch Straßenbahnanlage. (T12); Veröff: SZ 2016/9
  • 4 Ob 257/16x
    Entscheidungstext OGH 24.01.2017 4 Ob 257/16x
    Beis wie T2
  • 6 Ob 98/17f
    Entscheidungstext OGH 25.10.2017 6 Ob 98/17f
    Auch; nur T2; Beisatz: Bei der Frage, ob offenkundig kein anderes Mittel zur Verhinderung der unzulässigen Emissionen zur Verfügung steht, sind auch öffentlich‑rechtliche Bebauungsvorschriften zu berücksichtigen. (T13)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1992:RS0010566

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

26.04.2018

Dokumentnummer

JJR_19921029_OGH0002_0080OB00635_9200000_002

Rechtssatz für 8Ob589/91 4Ob268/97h 4O...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0031891

Geschäftszahl

8Ob589/91; 4Ob268/97h; 4Ob225/97k; 4Ob292/97p; 6Ob51/01w; 6Ob184/03g; 6Ob71/05t; 6Ob315/05z; 4Ob134/07w; 4Ob195/08t; 9Ob54/08v; 6Ob265/08a; 4Ob51/09t; 2Ob219/09h; 3Ob35/10h; 4Ob201/10b; 9ObA21/11w; 10Ob25/09p; 4Ob74/11b; 4Ob104/11i; 4Ob4/12k; 8Ob128/12z; 4Ob192/12g; 4Ob199/12m; 6Ob38/13a; 10Ob33/13w; 7Ob109/13z; 4Ob135/15d; 1Ob96/17z; 4Ob175/17i; 1Ob47/18w; 4Ob5/19t

Entscheidungsdatum

28.01.1993

Norm

ABGB §1330 Abs2 BI
ZPO §502 Abs1 HIII5
KSchG §28
UWG §14 A2

Rechtssatz

Ob nach den besonderen Umständen des jeweiligen Falles Wiederholungsgefahr anzunehmen ist, hat grundsätzlich keine "erhebliche Bedeutung" im Sinne des § 502 Abs 1 ZPO.

Entscheidungstexte

  • 8 Ob 589/91
    Entscheidungstext OGH 28.01.1993 8 Ob 589/91
  • 4 Ob 268/97h
    Entscheidungstext OGH 23.09.1997 4 Ob 268/97h
    Auch; Beisatz: Hier: Fortbestehen der Wiederholungsgefahr. (T1)
  • 4 Ob 225/97k
    Entscheidungstext OGH 09.09.1997 4 Ob 225/97k
    Auch
  • 4 Ob 292/97p
    Entscheidungstext OGH 07.10.1997 4 Ob 292/97p
    Auch
  • 6 Ob 51/01w
    Entscheidungstext OGH 15.03.2001 6 Ob 51/01w
    Auch
  • 6 Ob 184/03g
    Entscheidungstext OGH 11.09.2003 6 Ob 184/03g
  • 6 Ob 71/05t
    Entscheidungstext OGH 19.05.2005 6 Ob 71/05t
    Beisatz: Die angebotene Unterlassungsverpflichtung umfasste nicht alles, was der Kläger begehren konnte: Weiterbestand der Wiederholungsgefahr. (T2)
  • 6 Ob 315/05z
    Entscheidungstext OGH 26.01.2006 6 Ob 315/05z
  • 4 Ob 134/07w
    Entscheidungstext OGH 07.08.2007 4 Ob 134/07w
    Ähnlich; Beisatz: Hier: Wiederholungsgefahr nach § 2 UWG. (T3)
  • 4 Ob 195/08t
    Entscheidungstext OGH 15.12.2008 4 Ob 195/08t
    Auch
  • 9 Ob 54/08v
    Entscheidungstext OGH 01.04.2009 9 Ob 54/08v
  • 6 Ob 265/08a
    Entscheidungstext OGH 14.05.2009 6 Ob 265/08a
    Beisatz: Der Oberste Gerichtshof hat bereits ausgesprochen, dass es bei einer Verurteilung im medienrechtlichen Entschädigungsverfahren zum Schadenersatz im Einzelfall bei Hinzutreten besonderer weiterer Umstände allenfalls möglich sein kann, von einem gebeugten Willen des Täters und damit vom Fehlen einer Wiederholungsgefahr auszugehen (6 Ob 306/03y). (T4)
  • 4 Ob 51/09t
    Entscheidungstext OGH 21.04.2009 4 Ob 51/09t
    Auch
  • 2 Ob 219/09h
    Entscheidungstext OGH 18.12.2009 2 Ob 219/09h
  • 3 Ob 35/10h
    Entscheidungstext OGH 28.04.2010 3 Ob 35/10h
  • 4 Ob 201/10b
    Entscheidungstext OGH 15.12.2010 4 Ob 201/10b
    Auch; Beis wie T1
  • 9 ObA 21/11w
    Entscheidungstext OGH 28.02.2011 9 ObA 21/11w
  • 10 Ob 25/09p
    Entscheidungstext OGH 12.04.2011 10 Ob 25/09p
    Auch
  • 4 Ob 74/11b
    Entscheidungstext OGH 09.08.2011 4 Ob 74/11b
  • 4 Ob 104/11i
    Entscheidungstext OGH 17.01.2012 4 Ob 104/11i
  • 4 Ob 4/12k
    Entscheidungstext OGH 28.02.2012 4 Ob 4/12k
    Auch
  • 8 Ob 128/12z
    Entscheidungstext OGH 27.11.2012 8 Ob 128/12z
  • 4 Ob 192/12g
    Entscheidungstext OGH 28.11.2012 4 Ob 192/12g
    Auch; Beisatz: Hier: Bildnisschutz nach § 78 UrhG. (T5)
  • 4 Ob 199/12m
    Entscheidungstext OGH 28.11.2012 4 Ob 199/12m
    Auch
  • 6 Ob 38/13a
    Entscheidungstext OGH 04.07.2013 6 Ob 38/13a
  • 10 Ob 33/13w
    Entscheidungstext OGH 25.06.2013 10 Ob 33/13w
    Beisatz: Hier: Wiederholungsgefahr vertretbar verneint. (T6)
  • 7 Ob 109/13z
    Entscheidungstext OGH 02.10.2013 7 Ob 109/13z
  • 4 Ob 135/15d
    Entscheidungstext OGH 22.09.2015 4 Ob 135/15d
    Beisatz: Hier: Unterlassungsanspruch nach § 28 KSchG. (T7)
  • 1 Ob 96/17z
    Entscheidungstext OGH 28.06.2017 1 Ob 96/17z
    Beis wie T7
  • 4 Ob 175/17i
    Entscheidungstext OGH 24.10.2017 4 Ob 175/17i
  • 1 Ob 47/18w
    Entscheidungstext OGH 30.04.2018 1 Ob 47/18w
  • 4 Ob 5/19t
    Entscheidungstext OGH 26.03.2019 4 Ob 5/19t

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1993:RS0031891

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

10.05.2019

Dokumentnummer

JJR_19930128_OGH0002_0080OB00589_9100000_001

Rechtssatz für 4Ob87/94 4Ob106/94 10Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0037660

Geschäftszahl

4Ob87/94; 4Ob106/94; 10Ob63/01i; 7Ob199/01t; 6Ob6/03f; 4Ob247/03g; 7Ob4/05x; 4Ob103/06k; 3Ob127/06g; 4Ob227/06w; 4Ob148/07d; 4Ob177/07v; 9Ob78/07x; 9ObA104/07w; 4Ob99/08z; 4Ob171/08p; 17Ob40/08v; 4Ob34/09t; 4Ob50/10x; 1Ob2/11t; 1Ob147/11s; 9ObA56/11t; 1Ob181/12t; 2Ob173/12y; 7Ob109/13z; 3Ob93/14v; 1Ob150/14m; 9Ob40/15w; 5Ob130/15a; 7Ob81/16m; 10Ob13/17k; 8Ob101/16k; 1Ob211/17m; 3Ob195/17y; 1Ob124/18v; 5Ob18/19m

Entscheidungsdatum

12.07.1994

Norm

ABGB §5
ZPO §226 IIB12
ZPO §503 E3
KSchG §28a
MSchG §51
UWG §14 A1
UWG §44

Rechtssatz

Der Unterlassungsanspruch wird durch zwei Elemente konkretisiert: Eine Unterlassungspflicht und die Gefahr, dass dieser Unterlassungspflicht zuwidergehandelt wird. Fehlt eines dieser Elemente, dann besteht kein Unterlassungsanspruch.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 87/94
    Entscheidungstext OGH 12.07.1994 4 Ob 87/94
  • 4 Ob 106/94
    Entscheidungstext OGH 04.10.1994 4 Ob 106/94
    Veröff: SZ 67/161
  • 10 Ob 63/01i
    Entscheidungstext OGH 08.05.2001 10 Ob 63/01i
    Vgl auch; Beisatz: Die Geltendmachung von Unterlassungsansprüchen setzt zum einen entweder rechtsgeschäftliche Unterlassungspflichten oder rechtswidrige Eingriffe in geschützte Rechtsgüter voraus, zum anderen aber auch Wiederholungsgefahr. Ein vorbeugender Unterlassungsanspruch wird bejaht, wenn ein Eingriff in eine fremde Rechtssphäre unmittelbar und konkret droht. (T1)
  • 7 Ob 199/01t
    Entscheidungstext OGH 19.12.2001 7 Ob 199/01t
  • 6 Ob 6/03f
    Entscheidungstext OGH 20.02.2003 6 Ob 6/03f
    Auch
  • 4 Ob 247/03g
    Entscheidungstext OGH 20.01.2004 4 Ob 247/03g
    Auch; Beisatz: Kann es zum Beispiel aus rechtlichen Gründen, etwa wegen Wegfalls der Verbotsnorm, zu keinem Verstoß mehr kommen, besteht kein Unterlassungsanspruch. Auf Änderungen der Rechtslage in Bezug auf Verbotsnormen ist in jeder Lage des Verfahrens Rücksicht zu nehmen. (T2)
  • 7 Ob 4/05x
    Entscheidungstext OGH 16.02.2005 7 Ob 4/05x
    Vgl auch; Beis wie T1 nur: Ein vorbeugender Unterlassungsanspruch wird bejaht, wenn ein Eingriff in eine fremde Rechtssphäre unmittelbar und konkret droht. (T3)
  • 4 Ob 103/06k
    Entscheidungstext OGH 12.07.2006 4 Ob 103/06k
    Beisatz: Für einen Unterlassungsanspruch materiell erforderlich sind Wiederholungsgefahr und Erstbegehungsgefahr. (T4)
    Veröff: SZ 2006/105
  • 3 Ob 127/06g
    Entscheidungstext OGH 13.09.2006 3 Ob 127/06g
    Auch; Beisatz: Der Unterlassungsanspruch setzt eine materielle Unterlassungspflicht und eine Begehungsgefahr voraus. (T5)
  • 4 Ob 227/06w
    Entscheidungstext OGH 20.03.2007 4 Ob 227/06w
    Auch; Veröff: SZ 2007/38
  • 4 Ob 148/07d
    Entscheidungstext OGH 13.11.2007 4 Ob 148/07d
  • 4 Ob 177/07v
    Entscheidungstext OGH 22.01.2008 4 Ob 177/07v
    Auch; Beis wie T2; Beisatz: Hier: UWG-Novelle 2007. (T6)
    Veröff: SZ 2008/7
  • 9 Ob 78/07x
    Entscheidungstext OGH 08.02.2008 9 Ob 78/07x
  • 9 ObA 104/07w
    Entscheidungstext OGH 07.02.2008 9 ObA 104/07w
    nur: Der Unterlassungsanspruch wird durch zwei Elemente konkretisiert: Eine Unterlassungspflicht und die Gefahr, dass dieser Unterlassungspflicht zuwidergehandelt wird. (T7)
  • 4 Ob 99/08z
    Entscheidungstext OGH 08.07.2008 4 Ob 99/08z
    Auch
  • 4 Ob 171/08p
    Entscheidungstext OGH 18.11.2008 4 Ob 171/08p
    Auch; Beis wie T5
  • 17 Ob 40/08v
    Entscheidungstext OGH 24.03.2009 17 Ob 40/08v
  • 4 Ob 34/09t
    Entscheidungstext OGH 12.05.2009 4 Ob 34/09t
    Auch; nur T7
    Veröff: SZ 2009/63
  • 4 Ob 50/10x
    Entscheidungstext OGH 11.05.2010 4 Ob 50/10x
    Auch; nur T7
  • 1 Ob 2/11t
    Entscheidungstext OGH 25.01.2011 1 Ob 2/11t
    Vgl auch
  • 1 Ob 147/11s
    Entscheidungstext OGH 01.09.2011 1 Ob 147/11s
    Auch
  • 9 ObA 56/11t
    Entscheidungstext OGH 30.04.2012 9 ObA 56/11t
    Vgl auch
  • 1 Ob 181/12t
    Entscheidungstext OGH 11.10.2012 1 Ob 181/12t
    Vgl auch; Beis wie T1; Beis wie T3
  • 2 Ob 173/12y
    Entscheidungstext OGH 29.05.2013 2 Ob 173/12y
    Auch; nur T7; Beis wie T1 nur: Die Geltendmachung von Unterlassungsansprüchen setzt zum einen entweder rechtsgeschäftliche Unterlassungspflichten oder rechtswidrige Eingriffe in geschützte Rechtsgüter voraus. (T8)
  • 7 Ob 109/13z
    Entscheidungstext OGH 02.10.2013 7 Ob 109/13z
  • 3 Ob 93/14v
    Entscheidungstext OGH 23.07.2014 3 Ob 93/14v
    Beisatz: Hier: Lärmimmissionen durch Hundegebell. (T9)
  • 1 Ob 150/14m
    Entscheidungstext OGH 18.09.2014 1 Ob 150/14m
    Auch; Beisatz: Hier: Unterlassungsanspruch der Servitutenklage. (T10)
  • 9 Ob 40/15w
    Entscheidungstext OGH 29.07.2015 9 Ob 40/15w
  • 5 Ob 130/15a
    Entscheidungstext OGH 25.08.2015 5 Ob 130/15a
    Auch; Beis ähnlich wie T1; Beis ähnlich wie T8
  • 7 Ob 81/16m
    Entscheidungstext OGH 06.07.2016 7 Ob 81/16m
  • 10 Ob 13/17k
    Entscheidungstext OGH 21.03.2017 10 Ob 13/17k
    Beis ähnlich wie T1; Beisatz: Die Möglichkeit einer vorbeugenden Unterlassungsklage besteht auch in einem Verbandsprozess gemäß § 28a KSchG. (T11)
    Beisatz: Hier: Ankündigung einer Bank, bei Kreditverträgen keine „Negativzinsen“ an Kreditnehmer zu zahlen. (T12); Veröff: SZ 2017/36
  • 8 Ob 101/16k
    Entscheidungstext OGH 30.05.2017 8 Ob 101/16k
    Vgl auch; Beis wie T1; Beis wie T11; Beisatz: Es kommt nicht darauf an, ob sich der beklagte Unternehmer bis zum Zeitpunkt des Schlusses der mündlichen Verhandlung erster Instanz bereits rechtswidrig verhalten hatte. Es genügt das Vorliegen einer Erstbegehungsgefahr, die vom Kläger zu behaupten und zu beweisen ist. (T13)
  • 1 Ob 211/17m
    Entscheidungstext OGH 29.11.2017 1 Ob 211/17m
    nur T7
  • 3 Ob 195/17y
    Entscheidungstext OGH 21.03.2018 3 Ob 195/17y
    nur T7
  • 1 Ob 124/18v
    Entscheidungstext OGH 03.04.2019 1 Ob 124/18v
    Auch; Beis wie T2
  • 5 Ob 18/19m
    Entscheidungstext OGH 21.05.2019 5 Ob 18/19m

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1994:RS0037660

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

28.06.2019

Dokumentnummer

JJR_19940712_OGH0002_0040OB00087_9400000_004

Rechtssatz für 4Ob89/94 4Ob87/94 4Ob10...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0037456

Geschäftszahl

4Ob89/94; 4Ob87/94; 4Ob106/94; 4Ob22/95; 4Ob6/00m; 4Ob278/00m; 4Ob244/01p; 7Ob199/01t; 7Ob4/05x; 4Ob5/05x; 6Ob172/07y; 9ObA104/07w; 4Ob99/08z; 4Ob171/08p; 4Ob34/09t; 5Ob98/10p; 4Ob164/10m; 4Ob205/11t; 7Ob109/13z

Entscheidungsdatum

12.07.1994

Norm

UWG §14 A1
ZPO §226 IIB12

Rechtssatz

Nach ständiger Rechtsprechung und ganz herrschender Ansicht ist die Begehungsgefahr, also die Gefahr, dass der Beklagte die zu untersagende Verletzungshandlung neuerlich oder erstmalig begehen werde, eine materiellrechtliche Voraussetzung für den Unterlassungsanspruch.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 89/94
    Entscheidungstext OGH 12.07.1994 4 Ob 89/94
  • 4 Ob 87/94
    Entscheidungstext OGH 12.07.1994 4 Ob 87/94
    Auch
  • 4 Ob 106/94
    Entscheidungstext OGH 04.10.1994 4 Ob 106/94
    Auch; Veröff: SZ 67/161
  • 4 Ob 22/95
    Entscheidungstext OGH 25.04.1995 4 Ob 22/95
    Auch
  • 4 Ob 6/00m
    Entscheidungstext OGH 15.02.2000 4 Ob 6/00m
    Vgl auch
  • 4 Ob 278/00m
    Entscheidungstext OGH 28.11.2000 4 Ob 278/00m
    Auch
  • 4 Ob 244/01p
    Entscheidungstext OGH 13.11.2001 4 Ob 244/01p
    Auch
  • 7 Ob 199/01t
    Entscheidungstext OGH 19.12.2001 7 Ob 199/01t
  • 7 Ob 4/05x
    Entscheidungstext OGH 16.02.2005 7 Ob 4/05x
  • 4 Ob 5/05x
    Entscheidungstext OGH 14.03.2005 4 Ob 5/05x
    Beisatz: Ob Wiederholungsgefahr besteht, ist nach der Sach- und Rechtslage bei Schluss der Verhandlung erster Instanz zu beurteilen. (T1)
  • 6 Ob 172/07y
    Entscheidungstext OGH 13.09.2007 6 Ob 172/07y
    Auch; Beis wie T1
  • 9 ObA 104/07w
    Entscheidungstext OGH 07.02.2008 9 ObA 104/07w
    Vgl auch; Beisatz: Allgemein wird ein Unterlassungsanspruch durch zwei Elemente konkretisiert, und zwar einerseits die Unterlassungspflicht und andererseits die Gefahr, dass dieser Unterlassungspflicht zuwidergehandelt wird. (T2)
  • 4 Ob 99/08z
    Entscheidungstext OGH 08.07.2008 4 Ob 99/08z
    Auch
  • 4 Ob 171/08p
    Entscheidungstext OGH 18.11.2008 4 Ob 171/08p
    Vgl; Beis wie T2
  • 4 Ob 34/09t
    Entscheidungstext OGH 12.05.2009 4 Ob 34/09t
    Vgl auch; Beis wie T2; Veröff: SZ 2009/63
  • 5 Ob 98/10p
    Entscheidungstext OGH 23.09.2010 5 Ob 98/10p
    Vgl; Beisatz: Der Unterlassungsanspruch setzt die Feststellung schon erfolgter Störungen oder doch zumindest die Gefahr künftiger Störungen voraus, denen mit vorbeugender Unterlassungsklage begegnet werden kann. (T3)
  • 4 Ob 164/10m
    Entscheidungstext OGH 15.12.2010 4 Ob 164/10m
    Vgl; Beis wie T1
  • 4 Ob 205/11t
    Entscheidungstext OGH 17.01.2012 4 Ob 205/11t
    Auch
  • 7 Ob 109/13z
    Entscheidungstext OGH 02.10.2013 7 Ob 109/13z

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1994:RS0037456

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

04.12.2013

Dokumentnummer

JJR_19940712_OGH0002_0040OB00089_9400000_001

Rechtssatz für 2Ob13/97v 1Ob285/01w 7O...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0107625

Geschäftszahl

2Ob13/97v; 1Ob285/01w; 7Ob218/02p; 1Ob279/02i; 1Ob169/06v; 4Ob43/11v; 8Ob79/13w; 8Ob78/13y; 7Ob109/13z; 9Ob7/18x

Entscheidungsdatum

20.03.1997

Norm

ABGB §364 A

Rechtssatz

Nachbarrechtliche Ansprüche sind ausgeschlossen, wenn es sich um Elementarereignisse handelt, die ohne menschliches Zutun eintreten. Es löst auch nicht schon jegliche Waldbewirtschaftung eine Immissionshaftung für Steinschlaggefahr oder Lawinengefahr aus. Wird aber eine im Hinblick auf das Naturwirken besonders gefährliche Nutzungsart gewählt, kann eine nachbarrechtliche Verantwortlichkeit bestehen.

Entscheidungstexte

  • 2 Ob 13/97v
    Entscheidungstext OGH 20.03.1997 2 Ob 13/97v
  • 1 Ob 285/01w
    Entscheidungstext OGH 29.01.2002 1 Ob 285/01w
    Auch; Beisatz: Ob die hier zu beurteilenden Regenfälle jeweils beziehungsweise insgesamt als Elementarereignis zu werten sind, ist eine Frage des Einzelfalls und nicht verallgemeinerungsfähig. (T1)
    Beisatz: Gewittrige Regenschauer, die alle zwei Jahre beziehungsweise dreimal in zehn Jahren zu erwarten sind, sind keineswegs außergewöhnliche Ereignisse. (T2)
    Beisatz: Auch Niederschläge, die statistisch einmal in zehn Jahren stattfinden, können durchaus nicht als Elementarereignis, dessen Folgen nicht abgewendet werden können, gewertet werden. (T3)
  • 7 Ob 218/02p
    Entscheidungstext OGH 09.10.2002 7 Ob 218/02p
    Vgl auch; nur: Nachbarrechtliche Ansprüche sind ausgeschlossen, wenn es sich um Elementarereignisse handelt, die ohne menschliches Zutun eintreten. (T4)
  • 1 Ob 279/02i
    Entscheidungstext OGH 25.03.2003 1 Ob 279/02i
    Auch; Beisatz: Steuert jemand einige Zeit hindurch den natürlichen Abfluss aus einem Teich, hält er diese Vorkehrungen instand und verschafft damit dem Nachbarn einen Vorteil für dessen Grundstück, weil das Teichwasser dieses nicht oder in geringerem Ausmaß als infolge der natürlichen Abflussverhältnisse überflutete, erwächst dem Nachbarn kein Rcht, dass dieser Zustand erhalten bliebe. Auch § 39 WRG verbietet nur jene Änderungen der natürlichen Abflussverhältnisse, die sich zum Nachteil des Nachbarn auswirkten. (T5)
  • 1 Ob 169/06v
    Entscheidungstext OGH 17.10.2006 1 Ob 169/06v
    nur T4; Beisatz: Nach der eine unmittelbare Zuleitung bewirkenden willkürlichen Änderung der natürlichen Abflussverhältnisse von Oberflächenwasser kann eine auf § 364 Abs 2 zweiter SatzABGB gestützte Eigentumsfreiheitsklage des durch eine solche Maßnahme - wenn auch nur im Fall selten wiederkehrender katastrophaler Niederschläge - beeinträchtigten Nachbarn als Eigentümer eines unverbauten, landwirtschaftlichen Zwecken dienenden Grundstücks nur dann scheitern, wenn dessen Unterlassungsbegehren nach den jeweiligen Umständen des Einzelfalls als Rechtsmissbrauch (Schikane) zu beurteilen ist. Gegenteiliges gilt nur dann, wenn sich eine willkürliche Änderung der natürlichen Abflussverhältnisse auf das Grundstück eines Nachbarn nur geringfügig auswirkt und diese Folge kein Vernünftiger als nennenswerten Nachteil ansähe. (T6)
    Veröff: SZ 2006/152
  • 4 Ob 43/11v
    Entscheidungstext OGH 22.11.2011 4 Ob 43/11v
    Vgl; Beisatz: Aus einem bloßen Naturwirken kann durch (bewusstes) Aufrechterhalten dieses Zustands eine unmittelbare Zuleitung werden. (T7)
  • 8 Ob 79/13w
    Entscheidungstext OGH 29.08.2013 8 Ob 79/13w
  • 8 Ob 78/13y
    Entscheidungstext OGH 29.08.2013 8 Ob 78/13y
    Vgl; Veröff: SZ 2013/79
  • 7 Ob 109/13z
    Entscheidungstext OGH 02.10.2013 7 Ob 109/13z
    nur T4; Vgl Beis wie T3
  • 9 Ob 7/18x
    Entscheidungstext OGH 30.10.2018 9 Ob 7/18x

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1997:RS0107625

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

04.03.2019

Dokumentnummer

JJR_19970320_OGH0002_0020OB00013_97V0000_001

Rechtssatz für 4Ob193/00m 3Ob162/00w 6...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0114254

Geschäftszahl

4Ob193/00m; 3Ob162/00w; 6Ob84/05d; 4Ob50/10x; 1Ob43/10w; 4Ob88/11m; 1Ob181/12t; 10Ob28/13k; 6Ob38/13a; 2Ob173/12y; 7Ob109/13z; 3Ob93/14v; 6Ob231/16p; 4Ob219/18m

Entscheidungsdatum

03.10.2000

Norm

UWG §14 A2

Rechtssatz

Ob ein Unterlassungsbegehren berechtigt ist, hängt nicht davon ab, ob sich der Beklagte im Zeitpunkt des Schlusses der Verhandlung erster Instanz rechtswidrig verhält, sondern es kommt allein darauf an, ob die Gefahr künftiger Rechtsverletzungen (Erstbegehungsgefahr, Wiederholungsgefahr) besteht. Einem auf das Fehlen einer rechtskräftigen Baubewilligung abstellenden Unterlassungsbegehren ist daher trotz Vorliegens der rechtskräftigen Baubewilligung bei Schluss der Verhandlung erster Instanz stattzugeben, wenn der Beklagte nicht beweist, dass eine neuerliche Rechtsverletzung bei Aufhebung der vor den Gerichtshöfen des öffentlichen Rechts noch anfechtbaren Baubewilligung nicht äußerst unwahrscheinlich ist.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 193/00m
    Entscheidungstext OGH 03.10.2000 4 Ob 193/00m
  • 3 Ob 162/00w
    Entscheidungstext OGH 30.10.2000 3 Ob 162/00w
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Frage der Wirkung der Erteilung der Baubewilligung bei einer Unterlassungsexekution zur Durchsetzung des Verbotes, Gebäudeteile, für die keine rechtskräftige Baubewilligung vorliegt, Dritten zur Weiterbenützung zu überlassen. (T1)
  • 6 Ob 84/05d
    Entscheidungstext OGH 23.06.2005 6 Ob 84/05d
    Auch; Beisatz: Der Unterlassungsanspruch setzt die Feststellung schon erfolgter Störungen oder doch zumindest die Gefahr künftiger Störungen voraus, denen mit vorbeugender Unterlassungsklage begegnet werden kann. Hier: Die vertragswidrige, dem Bebauungsplan widersprechende Bauweise und die Vermietung der (zu vielen) Wohneinheiten indiziert in ausreichender Weise die schon erfolgte Erweiterung der Servitut und damit die Wiederholungsgefahr bzw Gefahr eines künftigen Eingriffs in das Eigentumsrecht. (T2)
  • 4 Ob 50/10x
    Entscheidungstext OGH 11.05.2010 4 Ob 50/10x
    Auch; nur: Ob ein Unterlassungsbegehren berechtigt ist, hängt nicht davon ab, ob sich der Beklagte im Zeitpunkt des Schlusses der Verhandlung erster Instanz rechtswidrig verhält, sondern es kommt allein darauf an, ob die Gefahr künftiger Rechtsverletzungen (Erstbegehungsgefahr, Wiederholungsgefahr) besteht. (T3)
    Beisatz: Hier: Unterlassung irreführender Äußerungen. (T4)
  • 1 Ob 43/10w
    Entscheidungstext OGH 06.07.2010 1 Ob 43/10w
    Auch; nur T3
  • 4 Ob 88/11m
    Entscheidungstext OGH 09.08.2011 4 Ob 88/11m
    Vgl auch; nur ähnlich T3; Beis wie T4; Beisatz: Dass das Verhalten des Beklagten bei Schluss der Verhandlung erster Instanz rechtmäßig war, hat für die Beurteilung der Wiederholungsgefahr keine Bedeutung, solange die Möglichkeit besteht, dass sich die Verhältnisse neuerlich ändern und das Verhalten dadurch wieder rechtswidrig wird. (T5)
    Beisatz: Gegebenenfalls aber für den Umfang der Unterlassungspflicht. (T6)
  • 1 Ob 181/12t
    Entscheidungstext OGH 11.10.2012 1 Ob 181/12t
    Auch; nur T3; Beis wie T2
  • 10 Ob 28/13k
    Entscheidungstext OGH 25.06.2013 10 Ob 28/13k
    Auch; Beis wie T2 nur: Der Unterlassungsanspruch setzt die Feststellung schon erfolgter Störungen oder doch zumindest die Gefahr künftiger Störungen voraus, denen mit vorbeugender Unterlassungsklage begegnet werden kann. (T7)
  • 6 Ob 38/13a
    Entscheidungstext OGH 04.07.2013 6 Ob 38/13a
    nur T3
  • 2 Ob 173/12y
    Entscheidungstext OGH 29.05.2013 2 Ob 173/12y
    Beis wie T5
  • 7 Ob 109/13z
    Entscheidungstext OGH 02.10.2013 7 Ob 109/13z
    nur T3
  • 3 Ob 93/14v
    Entscheidungstext OGH 23.07.2014 3 Ob 93/14v
    Auch; nur T3; Beis wie T5; Beisatz: Hier: Lärmimmissionen durch Hundegebell. (T8)
  • 6 Ob 231/16p
    Entscheidungstext OGH 29.03.2017 6 Ob 231/16p
    Auch; nur T3
  • 4 Ob 219/18m
    Entscheidungstext OGH 27.11.2018 4 Ob 219/18m
    Auch

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2000:RS0114254

Im RIS seit

02.11.2000

Zuletzt aktualisiert am

24.01.2019

Dokumentnummer

JJR_20001003_OGH0002_0040OB00193_00M0000_001

Entscheidungstext 7Ob109/13z

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Fundstelle

immolex‑LS 2013/90 = Zak 2013/804 S 437 - Zak 2013,437 = immolex 2014/16 S 54 (Limberg) - immolex 2014,54 (Limberg) = RdU 2014/81 S 127 (Wagner) - RdU 2014,127 (Wagner) = wobl 2014,169/65 - wobl 2014/65 = Kerschner, SV 2015,12 = MietSlg 65.034

Geschäftszahl

7Ob109/13z

Entscheidungsdatum

02.10.2013

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat als Revisionsgericht durch die Vizepräsidentin Dr.

 Huber als Vorsitzende und die Hofrätinnen und Hofräte Dr. Hoch, Dr. Kalivoda, Mag. Dr. Wurdinger und Mag. Malesich als weitere Richter in der Rechtssache der klagenden Partei Mag. M***** A*****, vertreten durch Thum Weinreich Schwarz Fuchsbauer Reiter, Rechtsanwälte OG in St. Pölten, gegen die beklagten Parteien 1. Mag. D***** W*****, und 2. Dr. L***** W*****, beide vertreten durch Dr. Ulrike Koller, Rechtsanwältin in Melk, wegen Unterlassung und Entfernung, über die Revision der klagenden Partei gegen das Urteil des Landesgerichts St. Pölten als Berufungsgericht vom 21. Februar 2013, GZ 21 R 23/13k-26, womit das Urteil des Bezirksgerichts Melk vom 13. Dezember 2012, GZ 5 C 230/12v-21, bestätigt wurde, den

Beschluss

gefasst:

Spruch

Der Revision wird Folge gegeben.

Die Urteile der Vorinstanzen, die hinsichtlich der Abweisung des Begehrens auf Unterlassung von Lichtentzug unberührt bleiben, werden im Übrigen aufgehoben. Die Rechtssache wird insoweit zur neuerlichen Verhandlung und Entscheidung an das Erstgericht zurückverwiesen.

Die Kostenentscheidung bleibt der Endentscheidung vorbehalten.

Text

Begründung:

Die Liegenschaften der Parteien (die Beklagten sind Miteigentümer) sind von einer 5,6 m breiten Straße getrennt. Hinter dem Zaun der Liegenschaft der Beklagten (südwestlich des Grundstücks des Klägers) stehen einige Bäume, darunter ein Bergahorn und zwei Eschen. Auch auf den anderen Grundstücken in der Nachbarschaft stehen Bäume.

Das Erstgericht traf folgende wörtlich wiedergegebene Feststellungen:

„Im Zuge eines Sturmes waren Baumteile und Äste von auf dem Grundstück der Beklagten stehenden Bäumen auf das Grundstück des Klägers gefallen. Der Bergahornbaum ist verkehrssicher, eine Esche ist nicht verkehrssicher und zwar dergestalt, dass das Totholz, wobei ein 'toter' Ast in der Kronenmitte des Baumes mit einem Durchmesser von über 3 cm vorhanden ist, entfernt werden müsste. Die zweite Esche ist ebenfalls nicht verkehrssicher, da aufgrund des Ausbruchs eines Astes die Krone an die neuen Verhältnisse am Rande des Baumes angeglichen werden sollte. Nachdem in der zweiten Esche im Juli 2012 durch einen heftigen Sturm ein Astbruch aufgetreten ist, könnten durch den Wind die verbleibenden Äste weggedreht werden und es dadurch zu einer Drehbewegung samt Astbrüchen kommen. Es ist aber keinesfalls ein Muss, es wurde durch den Ausbruch des Astes im Juli 2012 nur die Wahrscheinlichkeit eines weiteren Astbruchs erhöht. Grundsätzlich können auch grüne Äste, also nicht verdorrte Äste, bei Sturmgeschwindigkeit abbrechen. Bei einer Sturmgeschwindigkeit von 60 km/h können schon kleinere Äste abbrechen, wobei kleinere Äste solche sind, die einen Durchmesser von unter 3 cm aufweisen. Ab etwa 80 km/h erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass auch Äste, die einen Durchmesser von über 3 cm haben, abbrechen können. Man kann allerdings im gegenständlichen Fall nicht sagen, dass - wenn eine Windgeschwindigkeit von über 80 km/h auftritt - bei einem dieser drei Bäume auch Grünäste abbrechen würden. Bei Sturm ist ein Verlust von Kronenteilen jedenfalls üblich, das kann man nicht verhindern. Bei Dürrästen ist es Stand der Technik, dass man alle Dürräste, die einen Durchmesser von über 3 cm haben, entfernt.“

Der Kläger begehrte die Beklagten zur ungeteilten Hand zu verpflichten 1. „jegliche weitere Emission durch Verschmutzung, Lichtentzug sowie Gefährdung durch den Baumbewuchs“ zu unterlassen und 2. zwei „Eichen“ an der östlichen Grenze der Liegenschaft der Beklagten zu entfernen. Diesen Anspruch stützt er auf § 364 ABGB. Schon bei geringsten Unwettereinflüssen komme es zu Astbrüchen und Beschädigungen am Grundstück des Klägers. Bei erheblichen Sturmböen drohe die akute Gefahr, dass größere Äste oder gar „ganze“ Bäume auf die Liegenschaft des Klägers gelangten und dort Schaden anrichteten. Ein herabfallender Ast habe im Jahr 2008 das Auto des Klägers beschädigt. Insbesondere werde die Entfernung eines ca 5 m langen toten Astes begehrt. Der Kläger habe sich einmal aus nachbarschaftlichen Gründen bereit erklärt, sich an den Kosten des Baumschnitts zu beteiligen. Im Jahr 2011 habe der „M*****“ zwar zwei Baumschnittmaßnahmen durchgeführt, aber an anderen Bäumen.

Die Beklagten beantragten die Klagsabweisung. Im Frühjahr 2008 seien Äste von Bäumen der Beklagten an der Grundstücksgrenze auf ein abgestelltes Fahrzeug gefallen. Aus diesem Grund sei im Einvernehmen der Streitteile und unter gleichteiliger Kostentragung ein Baum gefällt worden, die übrigen Bäume seien beschnitten worden. Im Jahr 2011 habe der „M*****“ eine „Baumüberwachung“ für alle Bäume und Sträucher vorgenommen. Es seien die notwendigen Baumschnitte und Baumsanierungen veranlasst worden. Es gehe von keinem der Bäume auf der Liegenschaft der Beklagten eine Gefahr aus. Die Beklagten hätten nach dem Vorfall 2008 laufend Sicherungsmaßnahmen ergriffen, um jede Rechtsverletzung Dritter abzuwenden. Es bestehe keine Wiederholungsgefahr. Es stehe dem Kläger nicht zu, bestimmte Schutzmaßnahmen zu erwirken.

Das Erstgericht wies das Klagebegehren ab. Die Immissionen überstiegen nicht das ortsübliche Ausmaß, weil bei Stürmen gar nicht verhindert werden könne, dass auch an sich gesunde Baumteile abbrächen.

Das Berufungsgericht bestätigte die Entscheidung. Punkt 2 des Urteilsantrags könne schon deshalb nicht gefolgt werden, weil die als nicht verkehrssicher bezeichneten Bäume keine Eichen, sondern Eschen seien. Ein Begehren auf Entfernung der Bäume sei nicht gerechtfertigt, weil höchstens Baumpflegemaßnahmen indiziert wären. Das Unterlassungsbegehren nach Punkt 1 sei ebenfalls nicht gerechtfertigt. Da rund um die Liegenschaften der Streitteile Bäume stünden und diese bei Sturm grundsätzlich auch grüne Äste verlören, sei der Verlust von Kronenteilen üblich und nicht verhinderbar. Die vom Erstgericht festgestellten Defizite bei den Baumpflegemaßnahmen bewegten sich in einem durchaus untergeordneten Bereich. Zum Lichtentzug sei in der Berufung nichts ausgeführt worden.

Das Berufungsgericht sprach aus, dass der Wert des Entscheidungsgegenstands 5.000 EUR übersteige und die ordentliche Revision zulässig sei. Aufgrund der Judikatur des Obersten Gerichtshofs erscheine es nicht ausgeschlossen, dass durch Sturmböen vertragene größere Äste einen Imissionsabwehranspruch auslösen könnten.

Dagegen - mit Ausname der Abweisung des Begehrens auf Unterlassung des Lichtentzugs, wogegen in den Rechtsmitteln in beiden Instanzen nichts ausgeführt wurde - richtet sich die Revision des Klägers mit einem Abänderungsantrag, hilfsweise wird ein Aufhebungsantrag gestellt.

Die Beklagten beantragen, die Revision zurückzuweisen, hilfsweise ihr nicht Folge zu geben.

Rechtliche Beurteilung

Die Revision ist zulässig und im Sinn des Aufhebungsantrags berechtigt.

Vorweg ist darauf hinzuweisen, dass eine Verwechslung der Baumart im Begehren dann nicht schadet, wenn nach dem Vorbringen die Identität der Bäume klar ist. Andernfalls müsste dies mit den Parteien erörtert werden.

Der Unterlassungsanspruch wird durch zwei Elemente konkretisiert: Eine Unterlassungspflicht und die Gefahr, dass dieser Unterlassungspflicht zuwidergehandelt wird. Fehlt eines dieser Elemente, dann besteht kein Unterlassungsanspruch (RIS-Justiz RS0037660).

Zur Unterlassungspflicht:

Der Eigentümer des Grundstücks kann vom Nachbarn jedenfalls zumutbare Vorkehrungen gegen die Einwirkung fester Körper vom Nachbargrund her verlangen, ohne dass ein besonderes Maß der Schädigung vorausgesetzt wird. Es kommt nicht darauf an, ob eine größere oder kleinere Teilfläche des Grundstücks beeinträchtigt wird. Auch eine geringfügige Beeinträchtigung erlaubt die Abwehr des Eingriffs durch Ablagerung fester Körper, sofern nicht aus besonderen Gründen eine Duldungspflicht angenommen werden muss (RIS-Justiz RS0010613 [T4]). Sind aber die eindringenden Stoffe äußerst gering, dann fallen sie unter § 364 Abs 2 Satz 1 ABGB. Deren Eindringen ist dann hinzunehmen, solange das ortsübliche Maß nicht überschritten wird (RIS-Justiz RS0010613 [T5]). Nach ständiger Judikatur ist durch die Vorschrift des § 364 Abs 2 ABGB das Eindringen fester Körper größeren Umfangs nicht gedeckt. Der Grundeigentümer ist befugt, mittelbare Einwirkungen aufgrund des Nachbarrechts abzuwehren, soweit es sich um grob körperliche Immissionen handelt, was für herabfallendes Gestein, Erdreich und größere Äste, nicht aber für fallendes Laub und herabrinnende Hangwässer zutrifft (RIS-Justiz RS0010613). Herabfallendes Laub und Nadeln sind keine grobkörnigen Immissionen (RIS-Justiz RS0010613 [T7]). Nachbarrechtliche Ansprüche sind ausgeschlossen, wenn ein Elementarereignis Ursache für die Immission war (RIS-Justiz RS0107625).

Die erstinstanzlichen Feststellungen sind zu ungenau, um den Sachverhalt abschließend beurteilen zu können. Es bedarf präziser Feststellungen, unter welchen Witterungsbedingungen („Elementarereignis“ oder Sturmböen, die immer wieder vorkommen; vgl etwa RIS-Justiz RS0107625 [T3]) welche Baumteile (wie groß, wie viele) auf die Liegenschaft des Klägers eindrangen. Erst dann kann beurteilt werden, ob die Immission als grob körperlich (jedenfalls unzulässig bei zumutbaren Vorkehrungen) oder als geringfügig (dann kommt es auf die Frage der Ortsüblichkeit und der Beeinträchtigung an) zu werten ist. Je nach dem Ergebnis des Verfahrens sind Feststellungen zur Erkennbarkeit und Zumutbarkeit von Maßnahmen oder zur Ortsüblichkeit und zum Umfang der Beeinträchtigungen zu treffen. Es bedarf jedenfalls konkreter Feststellungen, ob und wann (oder ob noch immer) der in den Feststellungen genannte „tote“ Ast vorhanden war (ist) und inwiefern ihn die Beklagten als Gefahr wahrnehmen konnten. Es ist auch dazu Stellung zu nehmen, in welchem Zustand die Bäume waren, welche Pflegemaßnahmen und Kontrollen aufgrund dieses konkreten Zustands sinnvoller Weise hätten durchgeführt werden müssen und welche Maßnahmen die Beklagten insgesamt zur Gefahrenabwehr getroffen oder unterlassen haben.

Zur Wiederholungsgefahr:

Die Begehungsgefahr, also die Gefahr, dass der Beklagte die zu untersagende Verletzungshandlung neuerlich oder erstmalig begehen werde, ist eine materiell-rechtliche Voraussetzung für den Unterlassungsanspruch (RIS-Justiz RS0037456). Ob ein Unterlassungsbegehren berechtigt ist, hängt nicht davon ab, ob sich der Beklagte im Zeitpunkt des Schlusses der Verhandlung erster Instanz rechtswidrig verhält, sondern es kommt allein darauf an, ob die Gefahr künftiger Rechtsverletzungen besteht (RIS-Justiz RS0114254).

Ob nach den besonderen Umständen eine Wiederholungsgefahr anzunehmen ist, ist zwar grundsätzlich eine solche des Einzelfalls (RIS-Justiz RS0031891). Zur Frage des Vorliegens einer Wiederholungsgefahr fehlen bislang aber jegliche Feststellungen. Sollte das Erstgericht im fortzusetzenden Verfahren eine Verletzung einer Handlungspflicht der Beklagten bejahen, muss es auch Feststellungen dazu treffen, ob Umstände vorliegen, aus denen zu schließen ist, die Beklagten würden sich auch künftig rechtswidrig verhalten.

Schon jetzt ist aber auf Folgendes hinzuweisen:

Das besonderes im Eigentumsschutz und Besitzschutz übliche Unterlassungsbegehren ist kein Handlungsverbot, sondern ein „Erfolgsverbot“; bei Erfolgseintritt wird nach § 355 EO vollstreckt, um den Verpflichteten zu einem - der Art nach ihm zu überlassenden - Handeln zu zwingen, das bewirken soll, dass er das verbotene Eindringen hindert (RIS-Justiz RS0010566). Der Verpflichtete hat dafür zu sorgen, dass sein Nachbar nicht durch Immissionen beeinträchtigt wird. Die Art, wie dies zu geschehen hat, bleibt dem Verpflichteten überlassen (RIS-Justiz RS0010566 [T2, T5, T6, T7]).

Der Kostenvorbehalt gründet sich auf § 53 ZPO.

Textnummer

E105691

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2013:0070OB00109.13Z.1002.000

Im RIS seit

14.11.2013

Zuletzt aktualisiert am

29.12.2015

Dokumentnummer

JJT_20131002_OGH0002_0070OB00109_13Z0000_000